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Infos zu Cannabis auf Rezept: Alle Sorten und ihr THC-Gehalt, Höchstmengen, Preise

Von  Mär 10, 2017

Ab heute gibt es für den ein oder anderen tatsächlich Cannabis auf Rezept – oft in Form von getrockneten Blüten: Marihuana. Und zwar gar nicht mal so wenig. Es wird Patienten geben, deren Bedarf über der nun festgelegten Grenze liegt, aber für viele wird die Obergrenze akzeptabel sein: 100 Gramm Cannabis dürfen nun pro Patient und Monat von deutschen Ärzten verschrieben werden. Ausnahmen werden allerdings auch möglich sein.

 

Hauptwirkstoffe der Cannabis-Therapien sind natürlich die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Insgesamt stehen derzeit 14 verschiedene Cannabisblüten beziehungsweise Granulat aus diesen zur Verfügung, die alle über verschiedene THC- und CBD-Werte verfügen. Diese könnt ihr in der untenstehenden Tabelle einsehen. Die Ärzte können bis zum Erreichen der Höchstgrenze auch Mischungen aus den verschiedenen Blüten verschreiben, also zum Beispiel entweder 100 Gramm Penelope oder aber auch 50 Gramm Penelope, 25 Gramm Argyle und 25 Gramm Bedrocan.

 

Die medizinischen Cannabisblüten werden derzeit von der Firma Bedrocan BV (Cannabis aus den Niederlanden), MedCann GmbH und Peace Naturals (beide Cannabis aus Kanada) geliefert. Alle Sorten können über die Pedianos GmbH bezogen werden, die Sorten von Bedrocan zudem auch über die Fagron GmbH & Co. KG.

 

 

Vorgesehen ist, dass die Cannabisblüten nach den Rezepturvorschlägen NRF 22.12. bis 22.15. vor der Abgabe an die Patienten von der Apotheke bereits in einer Kräutermühle zerrieben werden. Allerdings sind die Ärzte nicht zu den sogenannten NRF-Rezepturen verpflichtet, sodass auch eine Ausgabe nicht zerkleinerter Cannabisblüten möglich ist.

 

Soll das Cannabis inhaliert werden, wird die Nutzung eines Vaporizers empfohlen. Der Volcano Medic sowie der Mighty Medic stellen hierbei die zur Zeit für Deutschland zertifizierten Medizinprodukte dar.

 

Neben Cannabis in Form von Blüten, Marihuana, werden in den deutsche Apotheken zudem Dronabinol (teil-synthetisches THC) in Kapsel- und Ölform sowie die Fertigarzneimittel Sativex und Canames angeboten. Auch soll es möglich sein, im Ausland zugelassene Arzneimittel wie etwa Marinol zu importieren.

 

Leider ist davon auszugehen, dass die Preise für Apotheken-Marihuana nun nochmals steigen werden. Der Apothekeneinkaufspreis für fünf Gramm liegt bei etwa 60 Euro, wo noch einmal hundert Prozent Aufschlag für die Apotheke hinzukommen. Wird das Cannabis von der Apotheke gemahlen oder anderweitig verarbeitet, kann noch mit weiteren Gebühren gerechnet werden. Jedoch ist mit einem Preiskampf auf der Herstellerseite zu rechnen, der dann irgendwann auch bei den Kunden (bzw. Krankenkassen) ankommen wird.

 

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5 Kommentare

  • Patrick
    Auf diesen Kommentar antworten Patrick Freitag, 07 April 2017 22:51

    Hey, die sollen für den Aufpreis dann auch bitte Extrakte anbieten, also Wachse und Öle, da die richtig hergestellt, deutlich höheres Potenzial haben, besser wirken, schmecken durchweg besser ( hohe Terpene, alles gute aus der Pflanze z.b. gepresst) und weniger bis gar keine Schädigung der Lunge, wenn nicht Geraucht (angzündet).
    Finde ich fair und natürlich kann das nicht der Apotheker in seiner Kleinen Apotheke machen, sondern dafür sollte die Cannabisagentur (mit Chemikern, Apothekern und bekennende Professoren) einstehen. und es nach der Ernte in leeren Häusern mit T-Shirtpressen (Rosin Tech) und Methoden wie die dass "Live Resin s. g." mit wenig Aufwand, herstellen.

    Danke!


    möglicher Cannabispatient #1000002

  • Krake
    Auf diesen Kommentar antworten Krake Freitag, 07 April 2017 15:47

    Hallo Dom,das was momentan sich der Eine/Andere Apotheker so rausnimmt, geht gar nicht !!
    Gut nur, daß es Gott sei Dank eine Seite von Dr. Franjo Grotenhermen gibt, wo man eben solche
    Apotheker umgehend anzeigen/aufzeigen kann (ich finde da passt eher - muß !!).
    Ich lebe (auch seit 10 Jahren) mit MS, freute mich auch auf das neue Gesetz....
    Mehr aber auf die wie ich mir ausdachte, anstehende monatliche Ersparnis hunderter von Euros, die ich sonst immer selbst für meine Medizin vom Schwarzmarkt bezahlen mußte !! Um genau zu weden 300 - 600 Euro.
    Also so 30 - 60 gr. Beim vorletzten Besuch meines Neurologen sagt dieser noch scherzend zum Abschied zu Mir:
    Tja Herr ..... da müssen Sie wohl leider dieses Mal noch auf n Schwarzmarkt gehen....
    Naja wie dem auch sei... Dieser Neuroarzt (Fachberater in Weiß) der mir Jahrtelang Sativex verschrieb, und mir immer vorjammerte ; Tja die Gesetzeslage erlaubt mir leider nix anderes zu verschreiben, genau der ARZT verschreibt mir jetzt meine 80gr. Sativa Blüten NICHT . Hilfe, ich dreh durch !! Weiß jemand guten Rat ?? LGr. F.

  • Dom
    Auf diesen Kommentar antworten Dom Donnerstag, 16 März 2017 16:49

    um an OxyGesic und Morphin zu kommen,k musste ich noch nie auch nur durch annähewrnd viele reifen springen!
    da fühlt man sich doch verarscht.

    zur info: meine stufe 3 opioide TÖTEN bei überdosierung - nicht nur vielleicht, sondern garantiert!
    zum vergleich, es ist in min. 8000 jahren nutzung von Cannabis bisher NOCH NIE auch nur zu einem einzigen todesfall durch überdosierung gekommen!

  • Dom
    Auf diesen Kommentar antworten Dom Donnerstag, 16 März 2017 16:44

    hmm,
    ich hatte mich schon sooo gefreut...
    als MS patient, brauch ich tatsächlich cannabis.

    leider habe ich keine ahnung, ob "bediol" nun indica oder sativa ist - wie bei allen anderen sorten auch nicht.
    wäre echt toll zu wissen!

    dazu kommt noch die abzocke in den apotheken: es wird ein teststreifen in die aus NL gelieferten blüten gestopft, um zu prüfen ob auch wirklich cannabis drin ist - das kostet dann einen 50-100% zuschlag auf den eigtl. preis, unverschämt!

    und zu guter letzt, soll ich mich auch noch mit der kasse herumschlagen und vorab die "genehmigung" einholen. was soll das denn bitte?!
    cannabis ist auf der liste der anerkannten heilmittel, wie jedes andere medikament auch, demnach hat die kasse da doch eigentlich ÜBERHAUPT NIX zu melden; die MÜSSEN das zahlen!
    so wie ich das sehe, ist das alles nur reine schikane, um so viele patienten wie möglich vom "bösen suchtgift" cannabis fernzuhalten!

    wenigstens kann ich demnächst auf der straße kiffen, ganz offen und ohne mich vor polizeiübergriffen fürchten zu müssen.

  • Petra Schmitt
    Auf diesen Kommentar antworten Petra Schmitt Dienstag, 14 März 2017 07:41

    Vielen Dank für die Liste.

    Könntet Ihr bei solchen Listen bitte in Zukunft auch, soweit verfügbar, das Sativa-/Indicaverhältnis und Angaben zu Terpenen und insbesondere Myrcenen angeben?

    Die Angaben werden bei einigen Herstellern bereits veröffentlicht und sind für Patienten grundlegend wichtig.

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