Nach langen vier Monaten Corona-Pause ist es endlich wieder so weit: Deutschlands größtes Cannabismagazin steht endlich wieder in den Zeitungsregalen. Mit einem neuen, noch günstigeren Verkaufspreis von nur 1,90 Euro, einem frischen Layout und neuen Rubriken. Ach ja, und wie ihr anhand der Covervorschau sehen könnt, kriegt unsere Drogenbeauftragte diesmal so richtig ihr Fett weg.

 

Wir freuen uns natürlich riesig über euren Support, aber wenn ihr die 1,90 Euro lieber für Weed sparen möchtet, verstehen wir das natürlich auch. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, das E-Paper auch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen, ganz so wie wir es bei den letzten beiden HIghway-Ausgaben gehalten haben.

 

Unter diesem Link (und unten auf dieser Seite im Player) gibt es die neue Ausgabe 05/20 in der E-Paper-Version zum lesen und downloaden. Und jetzt viel Spaß bei der Lektüre, ob nun virtuell oder gedruckt!

Hat die deutsche Drogenbeauftragte Daniela Lügwig die Polizei auf ihre Nachbarn gehetzt? Nun, vermutlich nicht direkt, aber ihre sogenannte „Drogenpolitik“ bildet auf jeden Fall weiterhin die Grundlage für die Verfolgung von unbescholtenen Bürgern, nur weil diese Mal einen Joint rauchen.

 

Nach monatelangen (!) Ermittlungen verschaffte sich die Polizei am 21. Juli zutritt zu 22 Wohnungen im Landkreis Rosenheim, genau dem Landkreis, wo Bundesdrogen-Dani gezeugt wurde, wo sie geheiratet hat, wo sie ihr erstes Bier trank, wo sie in die CSU eintrat und dem sie, rein zufällig bzw. aus guten Gründen, ein paar schicke neue Straßen verpassen ließ, als sie noch Verkehrspolitikerin war.

 

Und was haben die 22 Hausdurchsuchungen ergeben? Na ein bisschen Gras, knapp über 100 Gramm. Klasse, das sind ja ungefähr fünf Gramm pro eingetretener Tür. Die monatelangen Ermittlungen haben die Steuerzahler sicherlich gerne gezahlt, wo der Drogenkriminalität nun fast endgültig und für immer der Riegel vorgeschoben wurde. Zumindest vorm Kindergarten der Dani-Zwillinge hängen jetzt bestimmt keine bösen Haschfixer mehr rum.

Und natürlich! Daniela Ludwig applaudierte den Beamten für ihre tolle Arbeit und äußerte in einem Interview mit der Regionalpresse, dass sie keinerlei Unverhältnismäßig erkennen könne. Aber wie soll sie auch? Sie bringt ja keinerlei Qualifikation für ihren Ferienjob als Drogenbeauftragte mit, wie ja selbst der Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit, Oliver Ewald, anlässlich ihrer Einschulung als Drogen-Dani fröhlich in die Mikrophone plauderte:

 

Der Umstand, dass Frau Ludwig keine drogenpolitische Expertise hat, muss ja nicht zwingend dazu führen, dass sie das Amt nicht bekleiden kann. Im Übrigen war es nach meiner Erinnerung auch nicht so, dass die anderen Drogenbeauftragten der Bundesregierung in der Vergangenheit da so einen Hintergrund hatten.“

 

Falls sich jemand fragt, hat Oliver Ewald tatsächlich „Ja, wir verarschen euch und es ist uns scheißegal! Die Mortler war doch auch geil!“ gesagt? Offenbar. Einfach nur traurig.

„Stefan war fleißig und strebsam, alle Wege schienen ihm offenzustehen - die Eltern Laura und Peter Müller sahen für ihren Sohn nach dem Abitur eine Karriere als Maschinenbauer voraus.“ – Wer sich für Cannabispolitik interessiert, der könnte in den letzten Tagen beim täglichen Nachrichtenüberblick bereits auf diese Zeilen gestoßen sein. Und das ist noch vorsichtig formuliert, denn eigentlich war es schwer, nicht über den armen „Stefan“ und sein Cannabisproblem zu stolpern.

 

Der Artikel, der von der Nachrichtenagentur dpa verfasst wurde, fand in vielen kleinen und großen Redaktionen Deutschlands scheinbar großen Anklang: ein kurzer Blick in die Google-Suchergebnisse offenbart, dass der Text in den letzten Tagen unter dem Titel „Wie Cannabis Familien zerstören kann“ in zahllosen (Online-) Zeitungen publiziert wurde. Von der „Münchener Abendzeitung“ über die „Mainpost“ bis zur „Hamburger Morgenpost“, von fragwürdigen Anbietern wie „lokal26.de“ über renommierte Branchenriesen wie „Die Zeit“, von der „Apotheken-Umschau“ über den Greenpeace-Blog – die Liste mit Beispielen ist schier endlos. Offenbar gab es so gut wie keine halbwegs „seriöse“ Redaktion in ganz Deutschland, die dem fragwürdigen Charme des Artikels widerstehen konnte. Und das ist wahrlich keine Untertreibung: die Chance ist sehr groß, in dieser Woche auf einer beliebigen deutschen Nachrichtenseite auf „Stefan“ zu treffen. Dabei ist das Geschreibsel nichts weiter als ein Stück Cannabis-Alarmismus, wie man es in Abwandlung schon dutzende Male gelesen hat.

Wieder einmal geht es um einen Teenager, der, da besteht offenbar kein Zweifel, durch ungezügelten Cannabiskonsum sein Gehirn und seinen Lebenslauf ruiniert, sowie die armen Eltern, die dem Verfall hilflos zuschauen müssen. Über die positiven Gegenbeispiele, die zu Millionen ihr Leben ganz normal auf die Reihe bekommen, hört man natürlich nix, die angewendete Erzählform des intimen Betroffenheitsduktus eignet sich besser dazu, den Leser einzuwickeln, als einen wissenschaftlichen Diskurs anhand diverser Studienergebnisse zu führen. Dabei ist der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Episoden keineswegs so eindeutig, wie einen der Artikel glauben macht. Auch die neue, alte Leier vom hochpotenten Cannabis wird natürlich wieder gespielt, witzigerweise aufgepeppt mit einem Bier-Wodka-Vergleich. Es wäre dem Autor dieser Zeilen neu, dass Wodka inzwischen verboten wurde. Über „fehlende Urin-Kontrolle“ als angebliche Nebenwirkung des Cannabiskonsums dürften erfahrene Cannabisfreunde dann wohl nur noch den Kopf schütteln.

 

 

Was darüber hinaus irritiert, ist der Tonfall, der zwischen Sentimentalität und Leistungs-Logik chargiert. Letztere offenbart sich zum Beispiel im seltsam unterkühlt anmutenden Schlussteil des Lehrstücks: „Die Müllers haben mittlerweile ihre Erwartungen an ihr Kind auf ein Minimum heruntergeschraubt: Wenn Stefan ein einigermaßen selbstständiges Leben führen könnte, wären sie schon zufrieden.“ Die überwiegende Anzahl an Cannabisfreunden wäre wohl schon zufrieden, wenn sie von Prohibitionsbefürwortern hin und wieder auch mal ein paar Graustufen, ein bisschen weniger schwarz-weiß hören würden. Und wenn vielleicht zur Abwechslung mal nicht jede Zeitung von Nord- bis Süddeutschland denselben Agentur-Artikel unverändert nachplappern würde...

Neues aus der total unnötigen Rubrik „Geschichten, die die Prohibition schreibt“: in Mainz erlebte ein 40-Jähriger auf die harte Tour, warum der Kauf auf der Straße nicht unbedingt die beste Möglichkeit darstellt, an Cannabisprodukte zu kommen. Was hat man nicht schon alles lesen müssen über verunreinigtes oder gar synthetisches Cannabis. Haarspray, Zucker, Glas, Blei, Fäkalien – böse Erinnerungen an die 2000er-Jahre kommen auf und an das Wunderkerzen-Weed, das bei jedem Zug mehr Funken versprüht hat als das jährliche Silvester-Feuerwerk. Oder an die gute alte Vogelsand-Zeit, als man beim Jointrauchen das Gefühl hatte, man lutscht eine Handvoll Kieselsteine. Ach ja, gar nicht so lang ist´s her!

Mit derartigen Problemen musste sich der Mainzer zwar nicht rumschlagen, dafür aber mit seinen Dealern, die ihn, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei dem gekauften „Haschisch“ um handelsübliches Kaffeepulver handelte, mit Holzlatten bearbeiteten. Wirklich nicht gerade die feine englische Art. Das wäre dann wohl das, was Bundesdrogenbeauftragte Ludwig mit ihrer Feststellung „Cannabis tötet vielleicht nicht direkt, aber...“ meinte. Aber wer kann schon sagen, was dem unglücklichen Kunden passiert wäre, wenn er sich sein Cannabis ganz regulär in einem zertifizierten Geschäft gekauft hätte? Vielleicht wäre dem Pechvogel da das Hängeregal auf den Kopf gefallen...

 

Teenager sein in Bayern – das heißt in erster Linie saufen bis der Arzt kommt. Mit dem Weizen am Hals ist man fein raus, da wird auch gern ein Auge zugedrückt, wenn man die ohnehin schon niedrige Altersgrenze noch um ein paar Jährchen verpasst. Aber wehe man zieht zur Abwechslung mal an der Marihuana-Zigarette! Dann ist der Spaß ganz schnell vorbei und man riskiert, dass der eigene Lebenslauf mal so richtig durcheinandergewirbelt wird. Einem 17-Jährigen in Illertissen zogen vielleicht schon die entsprechenden Schreckensbilder von Führerscheinverbot und Jugendstrafe am inneren Auge vorbei, als er die Polizisten erblickte, die ihm zum zwecke einer Kontrolle entgegen kamen. Den Joint, den er gerade noch genüßlich rauchte, schluckte er deshalb kurzerhand runter.

 

Leider gab er genau das hinterher gegenüber den Beamten zu, was die ganze Aktion rückblickend gesehen relativ unnötig macht, zumal er noch Reste des Joints im Mund hatte. Tatsächlich folgte daraufhin nach richterlicher Anordnung zum allem Überfluss noch eine Wohnungsdurchsuchung, bei der, schockschwere Not, eine geringe Menge Marihuana gefunden wurde. Katastrophe! Bleibt zu hoffen, dass das nun anstehende Strafverfahren den Lebenslauf des jungen Mannes nicht allzu negativ beeinträchtigt...

 

Wenn man den geneigten Cannabisdealer nach seinen Hass-Kunden fragt, dann hört man vielleicht vom berühmt-berüchtigten Fünfer-Käufer, der jeden Cent dreimal umdreht, vom ungeduldigen Telefonterroristen, der auf ewig den Weltrekord im Dauerklingeln hält, vom Klassiker, dem übervorsichtigen Paranoiker – oder eben von dessen noch schlimmeren Gegenteil, dem gedanken- und sorglosen Lautsprecher, für den Vorsicht ein Fremdwort ist. Das sind die Kunden, die einen echt in die Bredouille bringen können – wie zum Beispiel am gestrigen Donnerstagnachmittag in einer Grünanlage in Recklinghausen.

 

Nachdem die Polizei Hinweise über einen Drogendealer in dem Park erhalten hatte, checkte sie die Lage vor Ort und wurde bei einem 46-Jährigen fündig. Während der Kontrolle des Mannes kam es zu einer Durchsuchung seines Rucksacks und zum Vorschein kamen 30 gefüllte Zehner-Baggys sowie 195 Euro Bargeld. Einen Kunden, der sicherlich dem oben angesprochenen leichtsinnigen Typ angehören dürfte, konnte die Polizeiaktion aber nicht davon abhalten, den in dem Moment verständlicherweise unpässlichen Dealer aufdringlich nach etwas Ware zu fragen – und das obwohl die Beamten zu allem Überfluss auch noch klar erkennbar uniformiert waren. Die erstaunten Polizisten versäumten es zwar, den potenziellen Käufer festzuhalten, dennoch dürfte der Vorfall dem Dealer-Pechvogel nicht gerade zum Vorteil gereichen...

 

Eine absurde Story trug sich in der Nacht zum Mittwoch in Rheinland-Pfalz im Landkreis Bad Dürkheim zu. Ausgehend vom 3.000-Seelen-Örtchen Hettenleidelheim spielte sich eine wahrhaft kinoreife Autoverfolgungsjagd ab. Nur über die überraschende Wendung am Ende wird wohl nicht jedem schmecken.

 

Dabei begann alles noch relativ harmlos mit einer geplanten Verkehrskontrolle: Polizeibeamten fiel ein Wagen mit drei jungen, männlichen Insassen auf, die wohl irgendwie einen verdächtigen Eindruck hinterlassen haben müssen. Zu einer Überprüfung kam es aber gar nicht erst, da der 19-Jährige Fahrer des betroffenen Vehikels offenbar nicht daran dachte, auszusteigen. Stattdessen legte er den Fuß aufs Gaspedal und drückte ordentlich durch. Seine beiden Mitfahrer ließ der junge Mann zwischenzeitlich noch schnell aussteigen, doch selbst Warnschüsse der Beamten sowie Schüsse auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs konnten den Fahrer nicht dazu bringen, einzulenken. Auf einem Feldweg kam der 19-Jährige schließlich abrupt zum Stehen, ein Polizeiwagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr hinten auf.

 

Sämtliche Insassen blieben aber zum Glück unverletzt, im Nachhinein hätte sicherlich keiner der Beteiligten in dieser irren Nacht seine Gesundheit riskieren wollen: denn bei dem 19-Jährigen Fluchtfahrer wurde bei der Durchsuchung nichts weiter gefunden als drei lächerliche Gramm Marihuana. Ob sich der junge Mann mit dem Bleifuß einfach nur panisch verhalten oder während der Verfolgungsfahrt vielleicht unbemerkt eine größere Menge Marihuana aus dem Autofenster geworfen hat, ist unklar.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 03/2017. Do-it-yourself-Experte Chuck Lore präsentiert in diesem, wie man ein kleines Low-Budget-Pflanzenzelt für unter 50 Euro zusammenzimmert und wie mit wenig Aufwand eine einzelne oder einige wenige Cannabispflanzen aufgezogen werden können. Im Fokus stehen geringe Kosten und ein marginaler Arbeitsaufwand bei der Aufzucht, nicht die Maximierung der Ernte. Selbst wenn nur eine einzelne Pflanze aufgezogen wird, betragen die Stromkosten weniger als drei Euro je Gramm. Zu den Energiekosten kommen lediglich die Ausgaben für das Saatgut und die benötigte Ausrüstung, wobei sich diese schnell amortisieren wird.

 

Benötigt wird allein Folgendes:

1 Rettungsfolie gold/silber für etwa einen Euro das Stück

1 Pflanzkübel für 20 Liter mit Unterschale für etwa fünf Euro

1 Dachlatte mit den Maßen 4 cm x 2 cm x 200 cm für etwa drei Euro

1 Zeitschaltuhr für etwa fünf Euro

1 100-Watt-Werkstattstrahler mit LED oder Energiesparlampen (kaltweiß!) für etwa dreißig Euro

1 Sack Pflanzenerde mittlerer Qualität für rund drei Euro

1 Flasche biologischer Blumendünger für etwa zwei Euro

Kleinmaterial wie Schrauben, Nägel, Leim oder Paketschnur

 

Damit ist die Grundausrüstung für noch nicht einmal fünfzig Euro zusammengestellt. Allerdings ist das wirklich nur das Allernötigste, um den Betrieb aufzunehmen. Das Wichtigste der Ausrüstung ist übrigens die Lampe. Mit ihr steht und fällt das Endergebnis, weil die Pflanzen viel Licht benötigen, um zufriedenstellend zu wachsen. Die Leistung von 100 Watt sollte nicht unterschritten werden, weil der Ertrag sonst zu kümmerlich wird. Spezielle LED-Lampen, die genau das benötigte Lichtspektrum abgeben, sind derzeit noch deutlich teurer als gewöhnliche Baustrahler.

 

Der Aufbau des Growzelts ist denkbar einfach. Von der Dachlatte wird ein Stück von etwa 50 Zentimetern Länge abgesägt. Dieses wird mittig im rechten Winkel an einem Ende der Latte festgeschraubt, festgenagelt, festgeleimt oder mit einer Schnur festgebunden. Dann wird die Latte mit der langen Seite auf einen Schrank gelegt und mit einem schweren Gegenstand gesichert. An dem freien Ende mit dem rechten Winkel wird das Elektrokabel des Strahlers so angebunden, dass dieser frei hängt und in der Höhe verstellbar ist. Unter den Strahler kommt der Pflanzkübel mit der Erde und dem Steckling beziehungsweise Samenkorn und über die gesamte Konstruktion die Rettungsfolie, mit der Silberseite nach innen. Der Abstand des Strahlers zur Pflanze sollte zehn Zentimeter nicht unterschreiten.

 

Die Zeitschaltuhr ist bei jungen Pflanzen auf 18 Stunden Licht pro Tag zu stellen. Das ist für die Wachstumsphase optimal. Handelt es sich bei der Pflanze um eine selbstblühende Sorte, was ich einem Anfänger ans Herz legen würde, dann wird diese Zeiteinstellung einfach während des gesamten Lebenszyklus der Pflanze beibehalten. Ansonsten wird nach rund drei Monaten Wachstum die Blüte eingeleitet, indem die Beleuchtungszeit auf 12 Stunden pro Tag reduziert wird. Die Dauern der Vegetations- und Blütephasen sind sortenabhängig und können stark variieren. Selbstblühende Pflanzen sind in der Regel zehn Wochen nach der Keimung erntebereit.

 

Die Erde ist bei Stecklingen oder nach dem Keimen nur mäßig feucht zu halten – viele angehende Züchter ertränken ihre Pflanzen. Cannabis kann Trockenheit relativ gut verkraften, Nässe hingegen nicht. Die Erde soll sich nicht trocken anfühlen, aber auch nicht nass. Idealerweise wird die Pflanze von unten bewässert, so kann die benötigte Menge Wasser durch die Kapillarwirkung nach oben zu den Wurzeln ziehen. Selbstverständlich braucht die Pflanze neben Licht und Wasser auch ausreichend Dünger. Ein biologisch hergestelltes Produkt bietet der Pflanze alle nötigen Nährstoffe und hat den Vorteil, dass ein Überdüngen der Pflanze praktisch ausgeschlossen ist. Es wird einfach nach Anweisung des Herstellers verfahren und gut ist.

 

Ein wirkliches Problem kann der Geruch darstellen. Cannabispflanzen riechen mitunter sehr intensiv und viele Hobbyzüchter verraten sich durch den typischen Duft der Pflanze, der besonders beim indischen Hanf (Cannabis indica) ausgeprägt ist. Der gewöhnliche Hanf (Cannabis sativa) riecht weniger stark und der selbstblühende Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis) ist auch eher unauffällig. Darum sind Automatik-Sorten mit Sativa-Einschlag, eventuell vorsichtig mit einer Indica kombiniert, besonders geeignet. Mittlerweile bieten alle namhaften Hersteller geeignete, schwach riechende Sorten an.

 

Nun zur Ernte. Die erste Frage ist die, wann die Pflanze erntebereit ist. Das ist an der Farbe der Trichome (den Harzdrüsen der Cannabispflanze) erkennbar. Mit einer starken Lupe oder einem Mikroskop werden diese untersucht und anhand der Farbe kann bestimmt werden, in welchem Stadium die Pflanze ist. Die meisten der Drüsenköpfe sollten milchig sein und einige wenige sollten bernsteinfarben schimmern. Sind die Trichome klar, dann ist die Pflanze noch nicht so weit. Ist kein Mikroskop und auch keine ausreichend starke Lupe vorhanden, wird geerntet, sobald sich die Narben der Blüten deutlich verfärbt haben. Als Faustregel gilt, dass rund 40 bis 50 Prozent der Blütenhärchen bräunlich verfärbt sein sollten. Sind die Narben bereits zum Teil verdorrt, wurde der optimale Zeitpunkt zur Ernte verpasst.

 

Die zweite Frage ist die, wie geerntet werden soll. Dazu werden die einzelnen Äste nach und nach herausgeschnitten und direkt manikürt. Das heißt, dass alle Blätter um die Blüten herum weggeschnitten werden. Die Blüten werden dann an den Stängeln zum Trocknen aufgehangen, das kann je nach Dichte der Blüten bis zu zwei Wochen dauern. Wichtig ist hier, dass die Blüten durchgetrocknet sind, weil sonst Schimmelbefall droht. Pflanzenteile, die sichtbare Trichome haben, werden separat gesammelt und später weiter verarbeitet. Der Rest kommt auf den Kompost, in den Ofen oder in die Toilette.

 

Das ist auch schon die komplette Schnellanleitung für den praktischen Anbau für Hobbyzüchter. Sicher fragen sich jetzt einige Leserinnen und Leser, warum viele Grower einen deutlich höheren Aufwand betreiben. Sie messen den pH-Wert des Bodens, verwenden spezielle Lampen, düngen je nach Wachstumsphase unterschiedlich und sind mit der Pflege ihren Pflanzen völlig ausgelastet. Die Frage ist einfach zu beantworten. Durch all diese Maßnahmen wird der Ertrag gesteigert. Und wer viel Marihuana braucht, entweder weil er krank ist oder tagtäglich konsumiert, für den kommt es auf jedes Gramm an. Darum abschließend noch ein paar Tipps, wie der Ertrag am effektivsten gesteigert werden kann.

 

Eine Ertragssteigerung ohne den Arbeitsaufwand zu erhöhen wird durch eine stärkere Lampe erzielt. Mit einer 150 Watt starken Weißlichtlampe werden runde 50 Prozent mehr Ertrag erzielt und mit einer speziellen Lampe, die nur das benötigte Lichtspektrum abdeckt, sogar noch einmal so viel. Auch ein größerer Pflanzentopf erhöht den Ertrag, wenn auch nicht so maßgeblich. Eine weitere Steigerung bringt der Verzicht auf selbstblühende Sorten. Der Aufwand und die Anforderungen an die Geduld und das Fachwissen des Züchters steigen allerdings im gleichen Maß an.

 

Wer den Ertrag weiter steigern möchte, kultiviert mehrere Pflanzen gleichzeitig und steigt von Samen auf Stecklinge um. Dies ist allerdings mit noch mehr Aufwand verbunden und erfordert explizite Fachkenntnisse. Dazu steigen auch die Ansprüche an die Anbaubedingungen. Wegen des Geruchs und der Notwendigkeit, Stecklinge und Mutterpflanzen getrennt zu ziehen, ist dann bei Indoorzucht die Anschaffung einer professionellen Growbox mit Luftreinigung unabdingbar.

Das gab es noch nie! Ein ganz normales Mainstream-Musikfestival – Outside Lands 2019 – richtete, da in Amerika gelegen, am vergangenen Wochenende ein legales Areal zum Cannabisverkauf an Personen ab 21 Jahren ein, wo über 20 Händler ihrer Arbeit nachgingen.

 

Auch wenn auf Musikfestivals der Nachschub an Gras vermutlich schon immer geregelt war, auch bereits Jahrezehnte vor der Re-Legalisierung, ist es doch das erste Mal, dass das Ganze völlig legal geschah. Und: gefiel das den Besuchern?

 

Und wie das den Besuchern gefiel! Innerhalb der drei Tage, die das Festival dauerte, gingen Cannabisprodukte im Wert von über einer Million Dollar über die Theken. Wow!

 

Sonntagnacht wurde die Polizei in Dortmund in Nordrhein-Westfalen auf ein Haus in der Heimbaustraße aufmerksam gemacht. Sehr laut solle es da zugehen, so ein Nachbar, und außerdem hinge der Geruch von Marihuana in der Luft. Die Beamten verschafften sich mit einem Durchsuchungsbeschluss Zutritt zu der entsprechenden Wohnung, deren Bewohner sich offenbar wenig darum scherten unauffällig zu bleiben. Für die Beamten zahlte es sich nun aus, dass ein Drogenspürhund vor Ort war, denn so auffällig die Lautstärke der Anwesenden, zwei Frauen und zwei Männer, auch war, zumindest hatte man sich Mühe gegeben, den Marihuanavorrat gut getarnt überall in der Wohnung zu verteilen. So gab es dann quasi auch kein Eckchen, in dem Polizeihund Dana nicht fündig wurde. Ob auf dem Grill auf dem Balkon, unter der Matratze, im Küchenschrank – überall waren mal größere, mal kleiner Portionen Weed versteckt. Sogar in einem Playstation-Controller wurden die Beamten fündig – handelte es sich doch eigentlich um eine Metalldose, die dem Spielgerät bloß nachempfunden war. Nun wird wegen des Besitzes und des Handels von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ermittelt. Der Wohnungsbesitzer wurde vorläufig festgenommen.