Zu einer filmreifen Verfolgungsjagd kam es am Mittwochabend in Fluorn im Kreis Rottweil.

 

Der 27-jährige Fahrer eines VW Tiguans gab Vollgas als er aus der Ferne eine Verkehrskontrolle der Polizei erspähte. In seinem Wagen befanden sich nämlich, das mag sein Verhalten zumindest teilweise verständlich machen, 17 für die Beamten gut sichtbare Cannabispflanzen. Auf einem einsamen Waldweg konnte der Flüchtige die Gesetzeshüter vorerst abhängen, wurde aber etwas später zusammen mit seinem Mitfahrer in einem nahegelegenen Ort schließlich doch gestellt. Bei der anschließenden Fahrzeugkontrolle waren die Cannabispflanzen aber aus dem Fahrzeug verschwunden. Nach einem Hinweis des Mitfahrers fanden die Beamten besagte Gewächse in einem Waldstück wieder.

 

Auf die beiden Männer warteten zwei Anzeigen: illegaler Drogenbesitz und Fahren unter Drogeneinfluss.

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

 

 Link: Highway am Kiosk finden (Deutschland) Link: Highway 03/2018 als E-Paper (PDF) kaufen Link: Highway 03/2018 für Kindle bei Amazon kaufen Link: Inhaltsvorschau von Highway 03/2018

Cannabis und der Führerschein – zwar eine endlose Geschichte, aber hoffentlich nicht für immer. Vorerst führt es aber weiterhin zu großen Problemen, wenn berauscht (oder schlimmer noch: nicht berauscht, aber mit Reststoffen im Blut) Auto gefahren wird. Wird der Konsum von Cannabis durch die Polizei nachgewiesen, ist der Führerschein erst einmal für einige Zeit weg.

 

Bislang kann der Wirkstoff THC (bzw. dessen Abbauprodukte) von der Polizei durch einen Wisch-, Urin- oder Bluttest nachgewiesen werden. Solchen Tests muss bei einer Verkehrskontrolle aber nicht grundsätzlich zugestimmt, sondern diese können auch verweigert werden. Von der Praktikabilität liegen für Polizei und deren Kundschaft natürlich die Wischtests vorne. Wischtests, bei denen die Teststreifen zum Beispiel einfach nur über die Stirn gezogen werden, haben dabei je nach Hersteller Zuverlässigkeitsraten von etwa 70 bis 95 Prozent. Urin- und Bluttests sind eindeutig.

 

Wissenschaftler der TU Dortmund haben nun einem Bericht der „Ruhr Nachrichten“ nach ein Gerät entwickelt, mit dem der Konsum von Cannabis nachgewiesen werden soll, ohne dass den Autofahrern diverse Körperflüssigkeiten abgezapft werden sollen. Die Fehlerquote liegt zudem bei bloß einem Prozent. Ermittelt wird das ganze wie bei einem Alkoholtestgerät mittels Atemluft. Der Detektor weist in der ausgeatmeten Luft neben THC auch elf weitere Stoffe nach, mit denen Cannabiskonsum nachgewiesen werden kann.

 

Ob die Geräte in den flächendeckenden Einsatz kommen ist noch nicht klar – Käufer werden bislang gesucht. Polizeibehörden in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben laut „Ruhr Nachrichten“ bereits Interesse bekundet, wohingegen die Polizei in NRW bislang noch sehr zurückhaltend reagiert. Vielleicht möchte man auch gar kein solches Gerät, weil man sonst fürchtet einzugestehen, dass Cannabis genau so verbreitet ist wie Alkohol.

 

Für Cannabiskonsumenten können weitere Produkte aus der Reihe „Jagd machen auf friedliche Leute, die gerne mal einen rauchen“ jedenfalls eigentlich kein Grund zur Freude sein. Ein Vorteil an dem Testgerät ist aber vielleicht, dass es nur einen bis zu acht Stunden zurückliegenden Konsum anzeigt. Die bisherige Regelung, dass man aufgrund angewandter Gesetze in Deutschland eigentlich besser wochenlang nach dem Kiffen kein Auto fahren sollte, ist realitätsfern und menschenfeindlich – sollte dies irgendwann einmal überdacht werden, wäre stattdessen eine Grenze von acht Stunden Konsumpause vor dem Autofahren vielleicht sogar eine Regelung, mit der alle Seiten einverstanden sein könnten.

Anfang der Woche mietete sich der Musiker und Rihanna-Schläger Chris Brown einen Privatjet in Miami, doch weit gekommen ist er nicht. Denn noch bevor das Flugzeug abheben konnte, wollte sich Chris Brown schon ein Hochgefühl mittels Joint verschaffen. Das passte aber dem Piloten nicht und so mussten Brown und seine Entourage schlußendlich am Boden bleiben. Eine Warnung des Piloten wurde ignoriert und so rief er die Polizei anstatt loszufliegen, wie „vip.de“ berichtet. Diese verwies die Gäste des Flugzeugs, erstattete aber keine Anzeigen.

 

Auf Instagram verkündete Brown, er habe seine Lektion gelernt: „Wir brauchen nicht wirklich Drogen im Flugzeug. Ich bin reich, bleibe reich und glücklich.“ Er bleibt auch einfach ein Sympathiebolzen. Bereits letztes Jahr wurde er an Bord eines Privatfliegers gebeten, den Cannabiskonsum einzustellen, woraufhin er der Stewardess Rauch ins Gesicht blies und verkündete: „Ich habe 60.000 Dollar für diesen Jet bezahlt, also gehört er und jeder, der an Bord ist, mir.“

Die Spanier haben es in Sachen Cannabis ganz gut, so aus deutschsprachiger Konsumentenperspektive gesehen. Cannabis Social Clubs, lockere Gesetze und eine Kultur der THC-Toleranz und des Wegschauens vonseiten der Polizei. Was macht also ein spanischer Fußballfan, der den Finaleinzug seiner Mannschaft Atlético Madrid nach dem Spiel in der Münchner Allianz-Arena feiern will? Na klar – Party! Und da ist es schon fast gute spanische Gepflogenheit zu nennen, wenn auch der ein oder andere Joint geraucht wird.

 

Aber München ist nicht Madrid und die Münchner Polizei ist nicht gerade dafür bekannt, gerne die Augen zuzudrücken, sondern im Gegenteil dafür, besonders genau hinzusehen. Das war in dem Fall des Atlético-Fans und seiner drei Freunde aber vermutlich nicht mal nötig – laut Bericht der Münchner „Abendzeitung“ fiel der Polizei am Vormittag nach dem Spiel Bayern gegen Atlético in der Hirtenstraße ein Auto auf, dessen Insassen die Party des Vorabends offensichtlich anzusehen war.

 

Ergo: Verkehrskontrolle. Die nahm der Fahrer anscheinend gelassen, denn er begrüßte die Polizisten noch mit Joint im Mund. Diese fanden das allerdings gar nicht lustig und brummten ihm für den Verkehrsdelikt 500 Euro Strafe auf. Da bei ihm auch noch etwas Marihuana gefunden wurde, erwartet ihn zudem ein Strafverfahren.