In den USA setzt sich der Paradigmenwechsel bezüglich der Cannabispflanze auch unter der Regierung Trump unaufhaltsam fort. Ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung wurde am Dienstag getätigt.

 

Die „Farm Bill 2018“, ein fettes Paket voller größtenteils agrarpolitischer Gesetzesänderungen, das etwa alle fünf Jahre neu aufgelegt wird, hat sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus passiert. Der Entwurf, der jetzt nur noch auf die Unterzeichnung durch Präsident Trump wartet, beinhaltet eine lang ersehnte Wohltat für Cannabisfreunde. Der Anbau von Nutzhanf (der laut Definition nicht mehr als 0,3 % THC enthalten darf), wird demnach auf nationaler Ebene endlich legalisiert. Hanfbauern wären dann erstmals seit Jahrzehnten wieder in der Lage, sich gegen eventuelle Ernteausfälle versichern zu können, so wie es beim Anbau von, beispielsweise Mais, problemlos möglich ist. Außerdem wird nach Inkrafttreten der Farm Bill auch ein bundesstaatenübergreifender Nutzhanf-Handel möglich sein. Auch wird besagter Hanf nicht mehr als Schedule-1-Substanz im "Controlled Substances Act (CSA)" eingestuft und damit in Zukunft nicht mehr mit sogenannten harten Drogen wie Heroin gleichgesetzt. Das widerum ermöglicht eine deutliche Verbesserung der Forschungssituation.

 

Klar ist, dass Donald Trump immer für eine unangenehme Überraschung gut ist, allerdings gilt seine Unterschrift, die nächste Woche erwartet wird, als reine Formsache.

Cannabiskonsum ist schlecht für die Gedächtnisleistung. Das ist wohl eine der wenigen vermeintlichen Nebenwirkungen, auf die sich Befürworter und Gegner des Rausch- und Heilmittels einigen können. Forscher der Universität Florida haben nun eine Studie veröffentlicht, die nahe legt, dass unter bestimmten Voraussetzungen tatsächlich eher das Gegenteil der Fall ist. Die Wissenschaftler hatten eine Versuchsumgebung entwickelt, in der Ratten beiderlei Geschlechts für die Gabe von Futter einen Hebel betätigen mussten. Bevor die Tiere jedoch die Chance auf ihre kleine Zwischenmahlzeit hatten, wurden sie teilweise dem Rauch von Marihuana ausgesetzt. Es zeigte sich, das ein Teil der Nager, die zuvor dem Rauch ausgesetzt waren, die Aufgabe deutlich besser umsetzte als die „unbekifften“ Artgenossen. Besonders die weiblichen Ratten profitierten vom Konsum, aber auch ein Teil der männlichen Exemplare konnte ihre Performance verbessern. Die Forscher sprechen hinsichtlich der Versuchsergebnisse von einer Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses. Die gezeigten Effekte blieben ohne die Gabe von Cannabisrauch bzw. unter dem Einfluss von Placebo-Qualm völlig aus. In Folgeexperimenten wurde isoliertes THC in unterschiedlich hohen Dosen verabreicht, was zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsgedächtnisleistung führte. Fast alle bisher durchgeführten Studien zum Thema Cannabis und Gedächtnisleistung wurden mit Injektionen durchgeführt. Da unter Menschen das Rauchen von Cannabis allerdings die mit Abstand am weitesten verbreitete Darreichungsform darstellt, entschieden sich die Forscher aus Florida in ihrem primären Versuchsaufbau für diese Konsummethode. Angesichts des überraschenden Ergebnisses weisen sie darauf hin, dass der Komplex dringend weiter untersucht werden müsse, da durch variierende Konsumformen und -mengen offenbar unerwartete, teilweise der bisherigen Meinung entgegengesetzte Resultate erzielt werden könnten. Ähnlich überraschende Entdeckungen zum Thema Cannabis und Demenz machten auch deutsche Wissenschaftler in einer Studie aus dem Jahr 2017.

Welche wichtigen Organe des menschlichen Körpers können durch Marihuanakonsum Schaden nehmen?

A: Gehirn und Lunge

B: Herz und Lunge

C: Leber und Nieren

D: Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse

 

Hmmm, ähh, ich …ziehe den 50/50-Joker! Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie die Kiffer-Version von „Wer wird Millionär“ aussehen würde, der sollte mal einen Blick auf die Quiz-Show Weeded Out (zu deutsch: Unkraut jäten) werfen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine reguläre Feierabend-Fernsehshow, sondern um ein Präventionsangebot für Teenager des US-Bundestaats Colorado, bekanntlich der erste Legalisierungsstaat der USA. Das Format wurde aus den enormen Steuereinnahmen, die die Cannabislegalisierung mit sich brachte, finanziert und soll Heranwachsende über die Risiken des Marihuanakonsums aufklären.

 

Kein schlechter Grundgedanke, die Show selbst allerdings aber mutet doch einigermaßen seltsam an und bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Information, Ideologie und Unterhaltung. Die Jugendlichen, vom Grundschulkind bis zum Teenager ist alles vertreten, stellen sich in farbenfrohen Outfits (zu dem auch ein keckes Stirnband zählt) den Fragen der resoluten Moderatorin, die sich nebenbei mit ihrem ziemlich überdrehten, aber nutzlosen Sidekick herumschlagen muss. Das ganze Treiben mutet schrill, trashig und irgendwie typisch amerikanisch an und ist witzigerweise für Stoner auch ganz interessant, denn Cannabisfragen sind in regulären Quizshows schließlich eher Mangelware (auch, wenn man mit den Anworten nicht unbedingt konform geht). Nur, inwieweit dem Aufklärungsgedanken der quietschbunt-fröhlichen Angelegenheit Rechnung getragen wird, bleibt zumindest fraglich.

„Gute Menschen rauchen kein Marihuana.“

 

Dass der Justizminister des mächtigsten Landes der Welt sich zu einer solchen Aussage verstieg, ließ Legalisierungsbefürworter in aller Welt, vor allem aber in den USA, aufschrecken. Alle Errungenschaften der letzten Jahre schienen mit der Präsidentschaft Trumps und der Ernennung Jeff Sessions’, von dem obiges Zitat stammt, auf einmal wieder in höchstem Maße gefährdet. Jetzt ist aber wieder Aufatmen angesagt, zumindest vorerst.

 

Denn im Zuge der Wahlergebnisse bei den Midterm Elections musste Sessions, auf Bitten von Trump, jetzt seinen Hut nehmen und das Ministeramt räumen. Allerdings dürfte es noch ziemlich verfrüht sein, die Sektkorken knallen zu lassen, denn ein Nachfolger steht bisher nicht fest. Und da sich in den Reihen der US-Republikaner bekanntlich allerhand reaktionäre Reefer-Madness-Zombies herumtreiben, ist keinesfalls klar, ob Trump es nicht tatsächlich fertigbringt, für den Job noch jemanden Schlimmeres zu rekrutieren.

 

Diese Meldung sorgte direkt wieder für positive Turbulenzen bei den Cannabisaktien. Tilray, Canopy Growth oder Aurora Cannabis legten unmittelbar nach dem Rücktritt ordentlich zu. Tilray kam auf unglaubliche 30 Prozent plus innerhalb eines Handelstags.

In der Nacht zum Mittwoch nutzten die Amerikaner ihre Chance, Donald Trump bei den „Midterm elections“ einen empfindlichen Schlag beizubringen. Nebenbei hatte die Bevölkerung von vier Bundesstaaten das Privileg, über die (in zwei Fällen medizinische, in zwei Fällen freizeitliche) Legalisierung von Cannabis abzustimmen. Mit durchaus positiven Ergebnissen für die Gegner der Verbotspolitik: in Michigan gab eine Mehrheit von 56 Prozent ihre Stimme für die vollständige Freigabe ab, in Utah und Missouri entschieden sich die Wähler für eine medizinische Legalisierung (eine komplette Legalisierung stand dort nicht zur Wahl).

 

Besonders die Ergebnisse im Mormonen-Staat Utah überraschen positiv, hatte sich die Kirche, die in dem Bundesstaat keinen unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung um sich vereint, klar anti Cannabis positioniert. Einzig in North Dakota mussten die Cannabisbefürworter einen Rückschlag hinnehmen: eine klare Mehrheit von rund 59 Prozent sprach sich gegen eine vollständige Freigabe aus. Nach den Ergebnissen der gestrigen Nacht ist Cannabis in mittlerweile 10 der 50 Bundesstaaten der USA (sowie dem Bundesdistrikt Washington D.C.) vollständig legalisiert. Medizinisch legalisiert ist Marihuana von heute an sogar in 33 der 50 Bundesstaaten. Mit der vor letzten Monat durchgeführten Legalisierung in Kanada und der anstehenden Legalisierung in Mexiko sieht es oben links auf der Weltkarte bald ziemlich grün aus...

Bei einer Razzia in einem Privathaus im Südwesten von Laurel County im US-Bundesstaat Kentucky vergangenen Samstag konnten Polizei und FBI etwa 30 Kilo an Cannabisprodukten und einige Schusswaffen erbeuten respektive sicherstellen.

 

FBI-Agenten berichteten von etwa vier bis fünf Kilo Haschöl, gut sieben Kilo Marihuana (wohl kalifornischer Herkunft), 14 Kilo Edibles und etwa 350 vorbefüllten Vape-Pens. Als Hauptverdächtiger gilt ein 16(!)-jähriger Heranwachsender, der nach Polizeiangaben vorhatte, die Ware in lokalen High und Middle Schools an den Mann, beziehungsweise den Teenager, zu bringen. Kentucky ist einer der restriktivsten Bundesstaaten der USA, was die Cannabisgesetzgebung betrifft, Dekriminalisierung ist hier ein Fremdwort.

 

Dem Tatverdächtigen drohen nun harte Strafmaßnahmen, die bis zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe reichen können, je nachdem, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird.

 

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Wie kann ich etwas be-, oder schlimmer noch verurteilen, wenn ich überhaupt keine Ahnung von der Materie habe?

Im Vorfeld einer Abstimmung über die Cannabisgesetzgebung im US-Bundesstaat Utah stellte sich der demokratische Senator Jim Dabakis genau diese Frage. Er selbst hatte Cannabis noch nie probiert, weder geraucht, noch gegessen. Um an der Abstimmung dennoch mit gutem Gewissen teilnehmen zu können, tat er etwas, was den meisten anderen Abstimmungsteilnehmer im Parlament nicht einmal im Traum einfallen würde. Er konsumierte Cannabis in Form eines halbierten THC-Gummibärchen.

Dabei ließ Dabakis sich filmen, und zwar gleich zweimal, einmal vor, beziehungsweise beim Testen (siehe unten stehendes Video), und einmal am nächsten Tag, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Er habe durchaus eine leichte psychoaktive Wirkung feststellen können, aber nichts Weltbewegendes. „It’s not that big a deal!“, so sein nüchternes Urteil.

Der Senator rief alle Abstimmungsteilnehmer, insbesondere die aus den Reihen der ultrakonservativen Prohibitionisten, dazu auf, es ihm gleichzutun, und die Abstimmung nicht auf der Basis ideologischer Vorurteile durchzuführen.

Ach, was würden wir dafür geben, ein solches Video auch mal von dem ein oder anderen CDU/CSU-Politiker zu sehen?

Das Medienunternehmen „BuzzFeed“ enthüllte, dass das Weiße Haus ein Geheim-Komitee, bestehend aus Bundesbehörden der gesamten Regierung, ins Leben gerufen hat. Sinn und Zweck dieses Zusammenschlusses: die öffentliche Unterstützung für Marihuana und Marihuanakonsumenten zu diskreditieren und Cannabis als möglichst gefährlich darzustellen. Das „Marihuana Policy Coordination Committee“, wie es in Memos und E-Mails des Weißen Hauses genannt wird, wies 14 Bundesbehörden und die Drug Enforcement Administration (DEA) an, „Daten vorzulegen, welche die wichtigsten negativen Trends“ über Marihuana und die „Bedrohungen“, die es für das Land darstellt, aufzeigen.

 

BuzzFeed berichtete, dass sich das Komitee ironischerweise in einem Memo darüber beschwert, dass Marihuana von der Bevölkerung zu positiv wahrgenommen werde, es selbst aber keinerlei Interesse an objektiven Daten hat, sondern einzig und allein die zuständigen Beamten bittet, Marihuana in so einem negativen Licht wie möglich erscheinen zu lassen – unabhängig davon, was stimmt und was nicht. Aus den Dokumenten, die BuzzFeed vorliegen, geht tatsächlich hervor, dass keinerlei Daten der inzwischen in einigen Teilen der USA durchgeführten Cannabislegalisierungen herangezogen werden. Man möchte die Wahrheit also gar nicht wissen.

 

Und so schließt auch eine schriftliche Zusammenfassung eines Treffens des Weißen Hauses mit neun Behörden, das am 27. Juli stattgefunden hat: „Wir glauben, wenn die Regierung den ansteigenden Marihuanakonsum unterbinden möchte, muss sie dringend die Umstände über die negativen Auswirkungen des Marihuanakonsums sowie der Produktion und des Handels von Marihuana auf die nationale Gesundheit und Sicherheit übermitteln.“ Auch wird in der Zusammenfassung festgestellt, dass Informationen über die Existenz des Komitees nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen – was sie nun aber dennoch sind. Aber, dass sich die herrschenden Politiker in der Regel aus verlogenen und eigennützigen Gründen gegen Cannabis einsetzen, wussten wir leider ja auch schon vorher. 63 Prozent der Amerikaner sind aktuell übrigens für die Legalisierung von Weed – immerhin mehr, als Trump gewählt haben...

Las Vegas, die sündige Stadt inmitten der Wüste Nevadas, ist mal wieder um eine Attraktion reicher. Im Rahmen der Cannabislegalisierung im Juli 2017 eröffnete dort vergangenen Freitag ein Museum, dass sich einzig und allein dem Thema Weed widmet. Auf über 10.500 Quadratmetern hat Gründer und CEO J. J. Walker (39) die Cannabition auf die Beine gestellt, eine spektakuläre Ausstellung, die das Ziel verfolgt, die Akzeptanz und das Wissen rund um das Thema Cannabis zu fördern.

 

 

Und da man sich eben in Las Vegas befindet und nicht etwa in Berlin, wird geklotzt statt gekleckert. Highlights unter den Ausstellungsstücken sind unter anderem der feuerrote 1973 Chevrolet Caprice von Hunter S. Thompson, den Johnny Depp in „Fear and Loathing in Las Vegas“ im Drogenrausch durch Fledermausland lenkte, und die mit über sieben Metern Höhe weltgrößte Glasbong, liebevoll „Bongzilla“ genannt. Die überdimensionale Wasserpfeife ist tatsächlich rauchbar, vorausgesetzt man hat genug Weed (etwa 125 Gramm für einen Kopf) dabei.

 

Im US-Bundestaat New Hampshire ist der Besitz kleinerer Mengen Marihuanas dekriminalisiert. Das heißt allerdings nicht, dass man einfach 25 Cannabispflanzen auf einem fremden Grundstück pflanzen darf. Der unbekannte Grower, der aber genau das getan hatte, fand anstelle seiner Pflanzung nun eine Zettelbotschaft der zuständigen Polizeidienststelle vor. Auf dem Papier stand geschrieben, dass die beschlagnahmten Pflanzen jederzeit im Revier abgeholt werden könnten, allerdings nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments. Ja, wie man sieht, auch Polizisten haben Humor. Immer wieder posten vor allem US-Beamte derartige Botschaften in den sozialen Netzwerken, wenn Pflanzen in Abwesenheit der verantwortlichen Grower in Verwahrung genommen werden. Dem ein oder anderen Cannabisfreund wird angesichts drohender Strafen vielleicht das Lachen im Hals stecken bleiben, doch immerhin haben die Beamten im vorliegenden Fall davon abgesehen, Ermittlungen aufzunehmen, die in Anbetracht der Erfolgsaussichten auch in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Fahndungsaufwand stünden.