Zum Jahresanfang hat gerade erst der größte Bundesstaat der USA, Kalifornien, die komplette Legalisierung von Cannabis für alle Volljährigen umgesetzt (wir berichteten) – ein eigentlich tolles Signal für die gesamte Legalisierungsbewegung weltweit, wäre doch Kalifornien nach den USA im Ganzen, China, Japan und Deutschland die fünftstärkste Wirtschaftsmacht der Erde, wenn es ein eigenes Land wäre.

 

Doch im Laufe des gestrigen Tages gab es wirklich schlechte Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zu vermelden. Wie wir kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der USA im Februar 2017 berichteten, kündigte dieser beziehungsweise seiner damaliger Sprecher Sean Spicer an, gegen den Verkauf von Freizeit-Cannabis im Land vorzugehen. Seitdem gab es allerdings keine Schritte gegen die blühende Cannabis-Legalisierung und weitere Bundesstaaten haben in der Zwischenzeit Legalisierungen beschlossen oder umgesetzt.

 

Doch nun machte Jeff Sessions, amtierender Justizminister der USA und bekannt für noch moderate Aussagen wie „gute Menschen rauchen kein Marihuana“, am gestrigen Tag eine Direktive der Obama-Regierung (das „Cole Memo“) aus dem Jahr 2013 rückgängig, die alle Angestellten des Justizministeriums, also die Staatsanwälte im ganzen Land, anhielt, nicht gegen Cannabis-Unternehmen vorzugehen. Denn wie bekannt ist, ist Cannabis in den USA auf Bundesebene nicht legal – sondern nur von den jeweiligen Bundesstaaten legalisiert. Dieser Widerspruch wurde bislang durch die Direktive gelöst: jeder (Bundesstaat) durfte machen, was er wollte.

 

Doch ab sofort darf theoretisch das FBI oder die DEA wieder jederzeit in jedem Cannabis-Unternehmen einfallen, Gras und Gelder beschlagnahmen und die Angestellten in den Knast stecken. Ob und in welchen Ausmaßen das passieren wird, muss die nächste Zeit zeigen. Das negative Änderungen anstehen, möchte aber scheinbar niemand so recht glauben: der Cannabis Stock Index, der die Preise von 75 börsennotierten Cannabis-Unternehmen zusammenfasst, fiel nach der Schreckensnachricht bloß um 13,3 Prozent.

Wie es bis Jahresanfang schien, ist der Vormarsch von Cannabis in den USA nicht mehr aufzuhalten (nun gab es jedoch nach wenigen Tagen im Jahr doch auch schlechte Nachrichten zu vermelden). Seit dem 1. Januar dürfen jedenfalls auch die Bürger des größten US-Bundesstaats Kaliforniens ganz legal ihrer Vorliebe für Marihuana frönen. Wie zu erwarten war, ist der Andrang riesig und Tausende neue Arbeitsplätze (sind im Begriff zu) entstehen. Unzählige Stars und Promis haben in den letzten Jahren Flagge gezeigt und kräftig mitgeholfen, das durch konservative Propaganda angekratzt Image der vielfältigen Nutz- und Heilpflanze Hanf wieder geradezurücken.

 


Dies tat auch CNN-Nachrichtensprecherin Randi Kaye aus Denver in Colorado, als sie während einer Live-Schaltung am Silvesterabend von den Feierlichkeiten berichtete: denn in ihrer Hand hielt die gut gelaunte Moderatorin einen schönen Joint, den sie auch noch demonstrativ in Richtung der Fernsehzuschauer reichte. Wie zu erwarten war, gab es für die Aktion aus rechter Ecke einigen Gegenwind. So verkündete unter anderem beispielsweise Fox-News-Moderatorin Laura Ingraham auf Twitter öffentlich ihren Unmut, was in Anbetracht des zutiefst reaktionären Senderprofils aber keinen überraschen dürfte. Letztendlich sollten sich alle Beteiligten mal wieder etwas beruhigen, schließlich hat Kaye ja noch nicht mal einen Zug genommen.

 

Und wenn doch, hätte sie bestimmt nicht inhaliert…

Und der nächste Promi steigt ins Cannabusiness ein: Ex-Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson möchte auch am legalen Cannabis-Boom partizipieren und sicherte sich in Kalifornien, wo seit gestern die Legalisierung von Marihuana und Haschisch in die Tat umgesetzt wurde, eine Anbaufläche in der Größe von 35 Football-Feldern. Dort soll in Zukunft Marihuana angebaut werden, wie „sport.de“ berichtete. Außerdem soll auf dem Gelände auch eine Art Cannabis-Uni mit Anbau-Kursen ins Leben gerufen werden. Berührungsängste mit dem Thema Betäubungsmittel scheint der Ex-Boxer, der nach wie vor den Rekord als jüngster Schwergewichts-Weltmeister hält, sowieso nicht zu haben: In seiner Autobiografie gesteht Iron Mike, einige Profikämpfe unter dem Einfluss von Kokain und Marihuana bestritten zu haben.

Oh Tannenbaum, du grünst nicht nur zur Sommerzeit...

Dass in Grower-Haushalten zur Weihnachtszeit nicht nur Tannenbäume geschmückt werden, davon zeugen dutzende Fotos im Netz. Wer braucht schon den guten alten Christbaum, wenn man auch eine prächtige Indica mit bunten Kugeln, goldenen Sternen und Zuckerzeug drapieren kann?

 

Ein paar findige Köpfe der Marketing-Abteilung des amerikanischen Kaufhaus-Riesen Walmart haben offenbar Wind von dieser Tradition bekommen und – da sich mit allem, was mit legalem Cannabis zu tun hat, momentan sowieso eine Menge Kohle machen lässt – den Cannabis-Weihnachtsbaum ins Sortiment aufgenommen. Der Haken an der Sache ist, dass es sich um eine Plastikpflanze handelt, die zudem mit rund 250 US-Dollar recht kostspielig ist.

 

Nachdem bereits einige Potheads im Netz auf die Aktion aufmerksam gemacht hatten, bekam man in der Walmart-Zentrale wohl kalte Füße und nahm den Cannabis-Weihnachtsbaum ganz schnell wieder aus dem Sortiment. Als (äußerst zweifelhafte) offizielle Begründung ließ das Unternehmen verlautbaren, man wolle die Cannabis-Community nicht als Cash-Cow mißbrauchen. Die URL unter der man den Plastikbaum kaufen konnte, steht zwar momentan noch, aber sämtliche Seiteninhalte wurden bereits entfernt.

Auch wenn viele Stoner es nicht wahrhaben wollen: für den Durchschnittsmenschen sind Cannabis und Alkohol teilweise schon austauschbar. Unumstritten aber natürlich, dass Alkohol die weitaus gefährlichere Droge für Geist und Körper ist. Vom volksgesundheitlichen Standpunkt her ist daher natürlich ein höherer Cannabiskonsum einem höheren Alkoholkonsum vorzuziehen.

 

Bereits 2016 berichteten wir, dass die Legalisierung von Cannabis sich negativ auf Bierverkäufe auswirkt – nun wurde eine Studie veröffentlicht, die den Alkoholverkauf der Jahre 2006 bis 2015 in US-Staaten mit legalisiertem medizinischen Marihuana mit dem Alkoholverkauf in US-Staaten ohne legale Möglichkeiten zum Marihuana-Erwerb vergleicht.

 

Dabei kam heraus, dass sich legales medizinisches Marihuana ungünstig auf die Einnahmen von Alkohol-Produzenten auswirkt: der Verkauf von Bier sank um 13,8 Prozent, der Verkauf von Wein um gar 16,2 Prozent. Die Autoren der Studie schreiben, dass diese Ergebnisse „Besorgnisse über mögliche Auswirkungen der Gesetze zu medizinischem Marihuana auf die Verwendung anderer Substanzen, die zu den negativen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen beitragen könnten, thematisieren. Denn die Beziehung zwischen diesen Substanzen ist ein wichtiges Thema für die öffentliche Gesundheit.“

 

Bier-Hersteller Constellation Brands (Corona) reagierte bereits vor Kurzem und sicherte sich als erster Alkohol-Produzent weltweit eine Beteiligung von 10 Prozent an dem kanadischen Unternehmen Canopy Growth, das Cannabis produziert.

Dass Stars sich für eine vermeintlich gute Sache einspannen lassen, ist keine Seltenheit. Die Idee dahinter ist natürlich, dass die Idole ihren Vorbildcharakter nutzen, um insbesondere leicht beeinflussbare Teenager auf den richtigen Weg zu führen: Gemüse essen, verantwortungsbewusst trinken, keine Drogen nehmen etc

 

Auch die Helden der in der 80er-Jahren sehr populären Actionserie Knight Rider, Michael Knight (David Hasselhoff) und sein sprechendes Auto KITT, ließen es sich nicht nehmen, auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ein derartiges Belehrungsvideo zu veröffentlichen. Nun ist aber so, dass die Serie inzwischen nicht nur leicht angestaubt ist, sondern längst die Grenze zum kultigen Trash überschritten hat. Dementsprechend trashig wirkt auch das Aufklärungsvideo aus heutiger Sicht, in dem David Hasselhoff mit seiner Karre diskutiert, wie man die Kids am besten vom Kiffen abhalten könnte. Während die künstliche Intelligenz KITT naturgemäß einen statistischen Ansatz vorschlägt, stellt sein Herrchen mit entschlossener Miene am Ende des Clips ganz einfach klar: „Illegal drugs are bad news, dont mess with them!“

 

Ein paar Jahrzehnte später erschien Hasselhoff (diesmal spielte er sich selbst) übrigens ein weiteres Mal in einem abschreckenden Anti-Drogen-Clip. Diesmal jedoch ging es um Alkoholkonsum und das Video hat tatsächlich einen höchst verstörenden Inhalt: Hasselhoffs Teenager-Tochter filmte ihren alkoholkranken Vater dabei, wir er sturzbetrunken versucht, einen fetten Burger in sich reinzustopfen. Im Gegensatz zu dem unfreiwillig komischen Marihuana-Video handelt es sich aber hier wirklich um echtes Albtraum-Material!

Das gibt eine fette Klage: ein Paar aus Pennsylvania in den USA verklagt die Polizei und die Versicherung „Nationwide Insurance“. Denn einer der Vertreter dieses Unternehmens besuchte Edward (69) und Audrey Cramer (66) zu Hause, um einen Versicherungsfall zu besprechen.

 

Dabei entdeckte er im Garten der beiden blühende Hibiskuspflanzen, die er für Cannabis hielt, und fotografierte diese, um sie der Polizei zuzusenden. Basierend auf diesen Fotos holte der zuständige Polizist, der behauptet „Erfahrung bei der Identifizierung von Marihuana“ zu haben, einen Durchsuchungsbefehl ein, wie die „New York Post“ berichtete.

 

Als Frau Cramer am nächsten Tag dem Klopfen an der Wohnungstür nachgab, blickte sie gleich in die Mündungen von einem Dutzend Sturmgewehren, die von einem Einsatzteam auf sie gerichtet wurden. Die beiden Verdächtigen wurden in Handschellen gelegt und viereinhalb Stunden lang in einem Polizeibus festgehalten – Audrey Cramer, die zum Zeitpunkt des Raids nur Unterwäsche anhatte, durfte sich trotz mehrfacher Bitten während dieser Zeit nicht anziehen und berichtete: „Ich wurde nicht als menschliches Wesen behandelt.“

 

Auch die Einwürfe von Edward Cramer, dass es sich bei den Pflanze ganz offensichtlich um Hibiskus handeln würde und sich die Polizisten doch bitteschön einmal die Blüten der Pflanze anschauen sollen, die nun wirklich gar nichts mit Marihuana zu tun haben, fruchteten nicht. Die Pflanzen wurden trotzdem konfisziert.

 

Irgendwann wurde dann auch wohl bei der Polizei entdeckt, dass es sich nicht um Cannabis handelte: die Cramers wurden nie angezeigt. Doch diese verklagen nun Polizei sowie das Versicherungsunternehmen, dessen Vertreter die beiden anschwärzte, unter anderem wegen übermäßiger Gewaltanwendung, falschen Anschuldigungen, fälschlicher Verhaftung, Verletzung der Privatsphäre und seelischer Belastung.

 

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Ein kiffender Jesus? Darüber würden sich wohl hierzulande nur ein paar verwirrte Zeugen Jehovas ernsthaft aufregen.

 

In den USA hingegen, wo die Religion gerade in den ländlichen Gebieten immer noch eine sehr wichtige Rolle im Leben vieler Bürger spielt, ist das anders: Das Werbevideo, das einen Bong rauchenden Stoner-Jesus zeigt, sorgt in San Jose, Kalifornien derzeit für erhitzte Gemüter. Produziert hat den Clip die Coachella Valley Church, eine Gemeinde, die den Rastafari-Glauben praktiziert.

 

Doch es ist nicht nur das Filmchen selbst, das den Unmut der (Justiz-)Behörden auf sich zieht: In den Räumlichkeiten der Coachella Valley Church können Mitglieder nach den Gottesdiensten unter anderem auch Cannabisprodukte kaufen. Das Problem daran ist, dass der Handel mit Cannabis in Kalifornien nur in Geschäften mit spezieller Lizenz, sogenannten Dispensaries, gestattet ist. Die Kirche argumentiert dagegen, dass Cannabis ein Sakrament sei und damit unerlässlich für die praktische Ausübung ihres Glaubens.

 

Dass die Coachella Valley Church an der Aushebelung der Verkaufsregeln natürlich auch hervorragend verdient, steht außer Frage und gibt dem Ganzen einen etwas faden Beigeschmack. Zumindest dürfte somit auch in der Zukunft immer genug Kleingeld für trashige Werbeclips übrig sein...

 

Den Clip könnt ihr euch übrigens unten auf der Seite in voller Länge ansehen.

 

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Diese Zeilen werden mit Tränen in den Augen geschrieben. Nicht etwa Tränen, weil sich unsere herrschenden Politiker mal wieder komplett unprofessionell zu Cannabis äußern, nein Lachtränen, weil das hier vorgestellte Video einfach zu hart ist.

 

Der amerikanische Cannabis-Lieferservice Briteside hat einen Werbespot für das US-Fernsehen abgedreht, der die Dienste des Unternehmens bewirbt, dabei aber auch vergleichbare Werbespots für herkömmliche Medizin auf die Schippe nimmt – und sich selbst nicht zu ernst.

 

Ja, sogar überhaupt nicht ernst: die Familie, die in der Werbung die Hauptrollen einnimmt, wird in den anderthalb Minuten des Spots als völlig zugedröhnte, aber äußerst zufriedene Kundschaft dargestellt.

 

Besonders genial sind allerdings die Feinheiten des Spots: die schreiende Soccer-Mom am Anfang, das entrückte Gesicht der Familienmutter, die die Gras-Lieferung an der Haustür annimmt – und der dort stehende Lieferant, der leicht irritiert die Augenbraue hebt, da er das Strahlen der Frau nicht ganz zu deuten weiß. Dazu der Familienvater, der in höchster Ekstase sein Müsli reinschaufelt...

 

...das Ganze am Ende gekrönt mit Hinweisen auf die Nebenwirkungen, etwa Fressflashs, Kicheranfällen oder ein besonderes Gespür für coole Musik. Kein Wunder, dass im Werbespot noch schnell erwähnt wird: „Dies ist eine echte Firma.“ Doch seht selbst:

Ob riesige Mauer oder nicht – mexikanische Drogenbanden werden vermutlich niemals aufhören, Weed und andere Dinge über die amerikanische Grenze zu schmuggeln. Das Geschäft ist einfach zu lukrativ und die sonstigen Verdienstmöglichkeiten auf der mexikanischen Seite der Grenze zu schlecht.

 

Anfang des Jahres berichteten wir hier über einen Katapult, mit dem Marihuana von Mexiko in die Vereinigten Staaten geschossen wurde. Wie „El Universal“ meldete, haben die mexikanischen Weed-Lieferanten nun anscheinend aufgerüstet und eine Kanone zusammengezimmert, die das Weed über die Grenze ballert.

 

In der mexikanischen Stadt Agua Prieta konfiszierten Generalstaatsanwaltschaft und Militär eine an eine Bazooka erinnernde Kanone, die in einem Auto installiert wurde. Auf der anderen Seite der Stadt liegt die amerikanische Stadt Douglas. Fürs Erste brauchen die Einwohner dort nun keine Sorge zu haben, von riesigen Gras-Paketen erschlagen zu werden. Auch 825 Kilogramm Munition in Form von Marihuana wurden einkassiert.

 

Allein auf der amerikanischen Seite sind inzwischen 20.000 Grenzwächter im Einsatz, die auf Jagd nach Drogenschmugglern sind.

 

Bereits im Jahr 2016 war in Mexiko eine in einem Auto installierte Gras-Bazooka entdeckt worden, wie dieses Video von „ABC News“ zeigt: