Die Cannabispflanze produziert eine Menge unterschiedlicher Cannabinoide, nicht zuletzt das beliebt-berüchtigte Tetrahydrocannabinol. Doch auch das immer häufiger genutzte und untersuchte CBD ist in aller Munde. In diesem Artikel gibt Grow-Guru Mr. José einen Überblick über die wichtigsten Cannabinoide.

 

THC

THC – Delta-9-Tetrahydrocannbinol – zählt zu den psychoaktiven Cannabinoiden und ist der mit Abstand berühmteste Vertreter. Dies liegt daran, dass THC den größten Einfluss auf das Rauscherlebnis nach dem Cannabiskonsum hat. Die Auswirkungen hängen von der Dosis ab, beginnen bei guter Laune und können bei Einnahme von großen Mengen bei eingeschränkter Koordination und Gedächtnisfunktion enden.

 

 

 

CBD

Neben THC ist in der Cannabispflanze auch Cannabidiol (CBD) zu finden. Die ernsthafte Forschung zu CBD steckt noch in den Kinderschuhen und fördert laufend neue Erkenntnisse zu Tage, etwa zu den Auswirkungen von CBD auf den menschlichen Körper oder zum komplexen Verhältnis von CBD und THC. Der CBD-Anteil an den gesamten Cannabinoiden kann von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich ausfallen. Der CBD-Anteil des Endprodukts, der Blüten, hängt auch vom Zeitpunkt der Ernte ab.

CBD zählt nicht zu den psychoaktiven Cannabinoiden und zeichnet sich durch beruhigende und schmerzstillende Wirkung aus. Dadurch ist CBD aus medizinischer Sicht ein äußerst nützlicher Stoff: Er lindert Krämpfe, Entzündungen, Übelkeit, kann eventuell das Wachstum von Tumorzellen eindämmen und auch seine Auswirkungen bei Schizophrenie und multipler Sklerose werden getestet. Auf dem Markt tauchen daher zunehmend Cannabissorten mit höherem CBD-Gehalt zu Ungunsten des THC-Gehalts auf.

 

CBN

Das Cannabinoid Cannabinol (CBN) wird nicht während Wachstums- oder Blütephase durch die Pflanze produziert, sondern entsteht erst beim Abbau von THC. Es ist nicht psychoaktiv. Einen niedrigen CBN-Gehalt findet man in frisch geernteten Cannabispflanzen. Durch falsche Trocknung und Lagerung wird der Cannabinol-Anteil auf Kosten des THC-Gehalts erhöht. Durch eine richtige, langsame Trocknung (im Dunkeln, gute Belüftung und Temperatur um 18 °C) und richtige Lagerung (im Dunkeln, kühle Umgebung, verhinderte Luftzufuhr) kann der CBN-Anteil minimiert werden.

 

CBC

Cannabichromen (CBC) hat keine direkten Auswirkungen auf die Psyche. Allerdings wird angenommen, dass CBC die Auswirkungen von CBD und THC erhöht, so vor allem die schmerzstillenden Wirkungen.

 

THCV

Tetrahydrocannabivarin (THCV) und Delta-8-trans-Tetrahydrocannabinol werden im Allgemeinen zum THC gezählt, da sie ähnliche Wirkungen wie dieses aufweisen und da ihr Gesamtanteil an den Cannabinoiden äußerst gering ist. Neben diesen und vielen weiteren Cannabinoiden sind in Cannabispflanzen außerdem eine Reihe anderer Wirkstoffe vertreten.

Das ist Mist! Gestern haben wir darüber berichtet, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen darüber beraten hat, ob der im Straßenverkehr erlaubte Grenzwert von unter 1 Nanogramm THC pro Milliliter Blut auf unter 3 Nanogramm THC pro Milliliter Blut angehoben werden sollte. Und nein: Das Gericht sieht – aus juristischer Perspektive – keinerlei Veranlassung für eine solche Anhebung des Grenzwertes. Alle fünf Kläger, die bei erreichten Werten zwischen einem und drei Nanogramm THC ihren Führerschein entzogen bekommen hatten, mussten demnach vor dem Gericht eine Niederlage einstecken. In Amerika fährt man übrigens mit der 5-Nanogramm-Grenze im doppelten Wortsinn sehr gut.

 

Heute wird vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein äußerst spannender Sachverhalt verhandelt. Fünf Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen, denen die Führerscheine wegen zu hoher THC-Werte im Blut entzogen wurden, klagen heute dagegen. Ihre THC-Werte lagen über einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut – in Deutschland bekanntermaßen Grund genug, jemandem den Führerschein für mindestens ein Jahr zu entziehen und ihn zum Idiotentest zu schicken. In nordamerikanischen Legalisierungs-Staaten gilt man erst ab der fünffachen Menge als zu berauscht, um als fahruntüchtig zu gelten.

 

Dass der Grenzwert von einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut komplett an der Realität vorbeigeht, ist den meisten Menschen klar, die sich damit tatsächlich beschäftigt haben. Im vergangenen September hat sich nun auch die sogenannte Grenzwertkommission, die Empfehlungen für solche Grenzwerte ausspricht, dafür stark gemacht, den Grenzwert auf das Dreifache anzuheben. Der Vorsitzende der Kommission, Prof. Thomas Daldrup vom Universitätsklinikum Düsseldorf, wird daher heute als Sachverständiger befragt.

 

Jede Änderung der aktuell geltenden, unsäglichen Gesetze wäre schwer wünschenswert, da bislang schon zigtausende von Leben durch die teilweise katastrophalen Folgen eines Führerscheinentzugs ruiniert worden sind.