Eine neue Studie der Stiftung Sucht Schweiz, die in Kooperation mit Wissenschaftlern der Uni Lausanne und  Unisanté erstellt wurde, hat eine der dringendsten Fragen überhaupt beantwortet. Wie viele Joints werden eigentlich in der Schweiz pro Tag geraucht? Doch der Reihe nach: anhand von Abwasserproben im Kanton Waadt wollen die Forscher herausgefunden haben, dass die Zahl der Cannabiskonsumenten, hochgerechnet auf das gesamte Land, wohl höher liegt, als bisher gedacht. Cannabisfreunde dürfte diese Erkenntnis nicht groß überraschen, aber nichtsdestotrotz ist es natürlich schön, dass nun ein paar handfeste Zahlen vorliegen.

 

Die Forscher gehen schweizweit von einem Cannabisverbrauch von etwa 40 bis 60 Tonnen pro Jahr aus und destillieren aus diesen Erkenntnissen die „Hausnummer“ von einer halben Million Joints, die sich die Eidgenossen angeblich pro Tag schmecken lassen. Diese Masse an Joints ist allerdings nicht gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt, vielmehr soll die Hälfte der gerauchten Joints auf das Konto von weniger als einem Prozent der Gesamtbevölkerung gehen. Die Studie dürfte die seit Monaten in der Schweiz geführte Diskussion um Modellprojekte und Cannabislegalisierung neu befeuern. Frank Zobel, Vizedirektor der Stiftung Sucht Schweiz macht Nägel mit Köpfen: „Die Prohibition funktioniert nicht.“ Er gibt zu bedenken, dass nach einer Legalisierung viel mehr Instrumente zur Verfügung stehen würden, um den Markt zu kontrollieren.

 

Spätestens seit in den USA in den 1990er-Jahren die ersten Bundesstaaten Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert haben, läuft die Forschung an der Pflanze auf Hochtouren – und ging mit den ersten vollständigen Freigaben Mitte der 2010er-Jahre geradewegs durch die Decke. Dutzende Cannabinoide wurden seitdem identifiziert und erforscht, das wohl bekannteste (und wohl auch beliebteste) ist natürlich Tetrahydrocannbinol (THC). Italienische Forscher haben nun zum Jahreswechsel aufsehenerregendes verkündet, das eine ganze Menge von dem, was wir über die Cannabispflanze zu wissen glauben, auf den Kopf stellen könnte.

 

Bisher galt als gesichert, das in erster Linie THC für den Rausch beim Konsum von Cannabisprodukten verantwortlich zu machen ist. Die beiden neuen Cannabinoide, die entdeckt wurden, heißen Tetrahydrocannabiphorol (THCP) und Cannabidiphorol (CBDP). Besonders erstaunlich an der Entdeckung: THCP soll etwa 30 mal stärker wirken als THC, erste Tests an Mäusen scheinen dies zu bestätigen. Eine geringe THCP-Dosis löste bei den Nagetieren die gleichen Rauschzustände aus wie eine weitaus größere Dosis THC. Eine Erklärung dafür könnte eine höhere Bindungsaffinität von THCP an die entsprechenden Rezeptoren sein. Wenn sich die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen sollten, dann dürfen Cannabisliebhaber und Patienten sich wohl auf eine ganz neue Generation von Cannabis einstellen. Und die Breeder bekämen eine ganz neue Spielwiese, auf der sie sich austoben können. Auf jeden Fall darf man gespannt sein!

Vor einigen Jahren machte in den deutschen Medien das sogenannte „Komasaufen“ die Runde: gemeint war natürlich das exzessive Trinken bis zum Totalabsturz, das gerade bei Jugendlichen beliebt ist. Die Reaktion der Politik kam prompt, es folgte ein Verbot von schnapshaltigen Limonaden, den „Alkopops“, die als Wurzel allen Übels identifiziert worden waren. Symbolpolitik vom Feinsten, schließlich kann sich jeder seinen Alkopop auch einfach selbst mixen. Das ist nicht nur günstiger, man kann auch ganz nach eigenem Geschmack dosieren.

 

Eine aufwändige neue Studie, die mithilfe von Datensätzen von einer Million Teilnehmern über einen Zeitraum von 2008 bis 2018 erstellt wurde, beschäftigt sich erneut mit dem Thema „binge drinking“ (englisch für Komasaufen). Unter der Leitung von Dr. Zoe Alley wurde anhand des Berges an Datenmaterial versucht herauszufinden, ob und in welcher Art sich eine vollständige Cannabislegalisierung bei College-Studenten auf den Konsum von anderen berauschenden Substanzen wie zum Beispiel Alkohol auswirkt. Das Resultat: um durchschnittlich sechs Prozent ging das Rauschtrinken unter volljährigen College-Studenten (21+) nach einer Cannabislegalisierung zurück.

 

Dr. Alley vertritt die These, dass die Studenten tendenziell lieber zu Cannabisprodukten als zu Alkoholika greifen, wenn der Staat ihnen die Wahl lässt und ist der Meinung, dass ihre Studienergebnisse dies unterstützen. „Der wichtigste Punkt, den wir mit unserer Arbeit feststellen konnten, ist, dass sich eine vollständige Legalisierung von Cannabis auf die Praxis des Komasaufens unter volljährigen Studenten auswirkt“, fasst Alley die Studienergebnisse zusammen. Und zwar durchaus in positiver Weise, wie Highway an dieser Stelle unterstreichen möchte.

Wie verschiedene Medien berichteten, entschied vergangenen Freitag die Gesundheitskommission des Schweizer Nationalrats, dass sie keine Versuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis für Genusszwecke möchte. Die Kommission war in der Frage allerdings absolut gespalten: Sie lehnte die Gesetzesvorlage bei 11 zu 11 Stimmen und 2 Enthaltungen mit Stichentscheid von Kommissionspräsident Thomas de Courten (SVP/BL) ab. Schlussendlich entscheiden muss der Nationalrat, aber die Empfehlung ist damit klar.

 

Im Mai hatte sich die Kommission im Grundsatz noch für einen Experimentierartikel ausgesprochen. Es stelle ein Problem dar, dass mindestens 200.000 Menschen in der Schweiz regelmässig illegal Cannabis konsumieren – und dass dessen Qualität keiner Kontrolle unterliege, hieß es damals.

 

Der Nationalrat hatte letztes Jahr mehrere Vorstöße gutgeheißen und den Auftrag erteilt, einen Experimentierartikel einzuführen. SVP und CVP sprachen sich damals dagegen aus. Der Bundesrat ist jedoch schon vorher aktiv geworden und hat dem Parlament eine eigene Vorlage präsentiert. Diese ist auf zehn Jahre befristet und würde eine gesetzliche Grundlage für wissenschaftliche Pilotversuche schaffen.

 

Hintergrund ist die verweigerte Bewilligung für eine Cannabis-Studie der Universität Bern. Das Bundesamt für Gesundheit kam zum Schluss, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gebe. Diese Lücke soll mit dem Experimentierartikel geschlossen werden.

An Orten, wo Cannabis legal erworben werden kann, nutzen die Bewohner dieses oft anstatt von Opioiden und Schlafmitteln, um gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit vorzugehen. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie aus Colorado in den USA, wo Cannabis komplett freigegeben wurde. „Das sind zwar nicht die einzigen Gründe für Cannabiskonsum, aber durchaus wichtige“, äußert sich Studienautorin Dr. Gwen Wurm. Von 1.000 Befragten erwachsenen Cannabiskonsumenten gaben 65 Prozent an, Cannabis zu nehmen, um Schmerzen zu lindern, und 74 Prozent gaben an, Cannabis zu nehmen, um den Schlaf zu fördern.

 

Unter den Befragten, die Cannabis gegen Schmerzen einnehmen, gaben 80 Prozent an, dass es dabei sehr oder äußerst hilfreich sei, und die meisten derjenigen, die rezeptfreie Schmerzmedikamente (davon 82 Prozent) oder Opioidanalgetika (davon 88 Prozent) einnahmen, gaben an, die Einnahme dieser Medikamente durch Cannabis reduziert oder abgesetzt zu haben. Unter den Befragten, die Cannabis zum Schlafen konsumieren, gaben 84 Prozent an, es dabei als sehr oder äußerst hilfreich zu empfinden, und die meisten, die rezeptfreie Medikamente (davon 87 Prozent) oder verschreibungspflichtige Schlafmittel (davon 83 Prozent) einnahmen, gaben an, den Konsum dieser Medikamente durch Cannabis reduziert oder eingestellt zu haben.

 

Im Vergleich zu anderen Medikamenten ist Cannabis sicher, glaubt Wurm: im Gegensatz zu Opiaten sind tödliche Überdosierungen und eine schwere Abhängigkeit nicht möglich – und auch Schmerz- wie Schlafmittelkonsum können deutlich schwerere Nebenwirkungen und Abhängigkeiten zutage bringen als Cannabis. „Das bedeutet nicht, dass es keine eigenen Risiken hat“, so Wurm. „Aber bis wir Cannabiskonsum nicht genauer untersucht haben, werden wir einfach nicht wissen, wie wir Patienten am besten beraten können.“

 

„Wenn Cannabis legalisiert wird, dann wird die Zahl Jugendlicher Cannabiskonsumenten ins Unermessliche ansteigen!“, so oder so ähnlich tönt es regelmäßig aus der Ecke der Prohibitionsbefürworter. Da wird von einem „fatalen Signal“ geschwafelt und Horrorszenarien von Massen jugendlicher Cannabis-Zombies an die Wand gemalt. Derweil häufen sich die Studien aus den USA, die ganz klar in eine andere Richtung weisen. Schon mehrfach hat Highway das Thema aufgegriffen und Studien vorgestellt, zum Beispiel hier und hier.

 

Nun wurde eine neue Studie veröffentlicht, deren Ergebnisse ebenfalls nahelegen, dass eine Legalisierung des Freizeitkonsums den jugendlichen Konsum sinken und nicht steigen lässt. Die neueste Veröffentlichung nimmt für sich in Anspruch, die Ausführlichste und Glaubwürdigste zu sein und verweist auf die Auswertung von Umfragedaten von etwa 1.4 Millionen High-School-Schülern, die im Zeitraum von 1993 bis 2017 erhoben wurden. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: während der Cannabiskonsum unter High-School-Schülern im landesweiten Durchschnitt im genannten Zeitraum um etwa sechs Prozent gestiegen ist, zeichent sich in den Legalisierungstaaten ein gegensätzlicher Trend ab.

 

Dort fiel die Zahl der Jugendlichen, die angegeben hatten, im zurückliegenden Monat mindestens einmal Marihuana konsumiert zu haben, innerhalb der letzten Jahre um acht Prozent. Die Zahl regelmäßiger Konsumenten sank mit einem Abfall von neun Prozent sogar noch signifikanter. Mark Anderson, einer der Co-Autoren der Arbeit, stellte auch klar, dass man in der Folge einer rein medizinischen Legalisierung keine derartigen Schwankungen bei jugendlichen Konsummustern feststellen konnte.

 

Die Führerschein-Problematik zählt zu den drängendsten Ungerechtigkeiten, wenn es um die möglichen Konsequenzen des Cannabiskonsums geht. Da Deutschland in dieser Sache nur wenige Fortschritte macht und noch immer geradezu lachhaft geringe THC-Konzentrationen im Blut zum Führerscheinentzug führen können, muss man wie so oft darauf hoffen, dass cannabisfreundlichere Länder mit gutem Beispiel vorangehen und alternative Möglichkeiten zum Nachweis der Fahruntauglichkeit entwickeln, die dann von anderen Ländern adaptiert werden.

 

Im US-Bundesstaat Michigan arbeitet man gerade genau daran. Eine sechsköpfige Kommission, unter anderem zusammengesetzt aus Cannabispatienten, Toxikologen und Verkehrsicherheitexperten, wurde von Ex-Gouverneur Snyder damit beauftragt, eine Studie zum Effekt von Cannabis auf die Fahrtauglichkeit zu erstellen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass von der THC-Konzentration im Blut allein nur geringe Rückschlüsse auf die individuelle Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, zulässig sind. Nicht infrage gestellt wurde, dass Cannabiskonsum sich auf die Fahrleistung auswirkt, aber sich bei der Beurteilung allein einzig auf den jeweiligen THC-Gehalt im Blut des Fahrers einzuschießen, gehe an der Realität vorbei. Zum einen zeigten erfahrene Konsumenten trotz hohem THC-Blutwert weniger Beeinträchtigung als Gelegenheits-Kiffer bei niedrigeren Blutwerten. Zum anderen können bestimmte Konsumformen dazu führen, dass der THC-Gehalt im Blut erst rapide ansteigt, um dann in kurzer Zeit wieder stark abzufallen. Gängige Testmethoden seien zu unflexibel, zu wenig akkurat für eine solche Fluktuation. Von der bekannten Tatsache, dass der THC-Gehalt auch lange Zeit nach dem letzten Konsum noch erhöht sein kann, einmal abgesehen.

 

„Interessanterweise fahren in den meisten Simulator- und Fahrzeugstudien Cannabiskonsumenten typischerweise langsamer, halten größeren Abstand zum Vordermann ein und gehen weniger Risiken ein als nüchtern“, schrieb die Kommission. „Das scheint darauf hinzudeuten, dass die Fahrer versuchen, die subjektiven Auswirkungen des Cannabiskonsums zu kompensieren. Im Gegensatz dazu stehen angetrunkene Fahrer, die typischerweise schneller fahren und mehr Risiken eingehen als nüchtern.“

 

Die Niederlande sind gerade für westdeutsche Cannabisfreunde immer mal wieder eine Reise wert. Einfach im Coffeeshop legal Marihuana kaufen, mit Gleichgesinnten bei einem leckeren Chocomel genießen und das ganz ohne Stress, schlechtes Gewissen oder Angst vor Strafverfolgung. Kein Wunder, dass gerade Westdeutsche immer wieder gerne von dieser Gelegenheit Gebrauch machen und den grenznahen Städten wie Roermond oder Venlo einen Besuch abstatten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, eine schöne Auswahl verschiedenster Cannabis- und Haschischsorten vor sich zu haben und zu wissen wie viel THC und CBD darin enthalten ist.


Das Trimbos-Institut (Netherlands Institute of Mental Health and Addiction) hat eine Coffeshop-Studie angefertigt, die anhand statistischer Erhebungen einige interessante Fragen beantwortet. Der geneigte Leser kann auf diesem Wege zum Beispiel erfahren, dass der Cannabis-Klassiker White Widow die unter den Coffeshop-Kunden mit Abstand beliebteste Grassorte ist, und das konstant über den Zeitraum der grob letzten 15 Jahre (von 2004 bis 2018). Das Power Plant im Durchschnitt die günstigste Sorte ist (mal abgesehen von dem häufig unter dem Namen Gruis verkauften Reste-Mix), das Marihuana bei den Kunden beliebter ist als Haschisch (ok, das ist jetzt keine wirkliche Überraschung) und dass der Strain Jack Herer im Durchschnitt den höchsten THC-Gehalt hat (nämlich stolze 18,2 Prozent). Und das der höchste im oben erwähnten Zeitraum überhaupt gemessene THC-Wert bei 29,4 Prozent lag und der Sorte Bubble Gum zuzuschreiben ist.

 

Wer jetzt neugierig geworden ist und vor seinem nächsten Coffeshop-Besuch etwas recherchieren möchte, kann sich die Daten hier einmal genauer ansehen.

Ach ja, es ist mal wieder soweit, eine neue Cannabis-Studie wird veröffentlicht. Kaum eine Woche, die vergeht, ohne dass irgendwelche Wissenschaftler meinen, herausgefunden zu haben, dass einem vom Kiffen ein drittes Nasenloch wächst oder eine siebte Brustwarze.

 

Im Ernst, der Aussagegehalt vieler moderner Studien (und das betrifft bei Weitem nicht nur Kiffer-Studien) ist ja zumindest fragwürdig: winzige Probandenzahlen, vermeintliche Kausalzusammenhänge, leere Korrelationen etc. – zu oft hat man den Eindruck, dass das Studienergebnis an die Wünsche der Finanziers angepasst wird. Nicht selten fallen die durch Studien erlangten „Kenntnisse“ dann zu Ungunsten von Cannabskonsumenten aus. Doch mit dem weltweiten Erstarken der Legalisierungsbewegung werden nun auch vermehrt cannabisfreundliche Studien veröffentlicht. Das muss natürlich nicht heißen, dass automatisch mehr Wahrheit drin steckt, aber das interessiert die Gegenseite ja auch nicht.

 

Die aktuelle Untersuchung, um die es nun gehen soll, beschäftigt sich einmal mehr mit dem Zusammenhang von Cannabiskonsum und Spermienanzahl. Und zur Überraschung aller entspricht das Ergebnis so gar nicht dem gängigen Mainstream, nach dem Kiffen die männliche Fruchtbarkeit bedrohe. Auch die Ärzte und Gesundheitsforscher der Harvard School of Public Health und des Massachusetts General Hospital, die die Studie durchführten, hatten nach eigenen Angaben ein anderes Resultat erwartet. Doch es ist, wie es ist und heraus kam eben eine positive Verknüpfung zwischen moderatem Joint-Rauchen und einer erhöhten Spermienanzahl und höherem Testosterongehalt im Blut. Teilgenommen hatten 662 Probanden, vor allem Gelegenheits- und ehemalige Konsumenten, im Gegensatz zu älteren Studien, die deutlich weniger Teilnehmer mit stärkerem Konsummuster aufbieten konnte.

 

Harvard-Professor Jorge Chavarro warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen: „Wir wissen viel weniger als wir denken, dass wir wissen.“ So könnte es eben auch einfach sein, dass Männer mit mehr Testosteron im Blut eher geneigt sind, das Risiko einzugehen, bestimmte Substanzen zu konsumieren. Und da wären wir dann mal wieder beim Thema Kausalzusammenhang

Eine neu veröffentlichte Cannabis-Studie sorgt für ein Rauschen im deutschen Blätterwald. Die Aufmacher zu den entsprechenden Artikeln könnten reißerischer kaum sein: „Schon zwei Joints könnten Denkvermögen dauerhaft stören“ (Neue Presse, Westdeutsche Allgemeine), „Was Cannabis in den Hirnen 14-Jähriger anrichtet (Die Welt), „Jugendliche in Gefahr: Schon zwei Joints verändern das Gehirn“ (Bild) – es herrscht offenbar Alarmstimmung in der deutschen Medienlandschaft, doch worum genau geht es?

 

Die Studie eines internationalen Forscherteams, die im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde und jetzt so hohe Wellen schlägt, basiert auf der Hirnscan-Analyse von Jugendlichen, die eigenen Angaben zufolge, ein- bis zweimal Cannabis konsumiert haben. Bei dieser Versuchsgruppe konnte eine Vergrößerung der sogenannten Grauen Substanz (ein Teil des Großhirns) gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden. Was aber nicht festgestellt, bzw. nachgewiesen werden konnte, und damit kommen wir zu den nicht unbeträchtlichen Fragezeichen, die die Studie aufwirft, ist ein kausaler Zusammenhang, wie beispielsweise Eva Hoch von der Uniklinik München zu bedenken gibt. Auch ist völlig unklar, welche Auswirkungen eine Vergrößerung der grauen Substanz überhaupt hat. Ein weiterer Knackpunkt sind die 46 heranwachsenden Teilnehmer: zum einen, weil es eben nur 46 sind und damit eine vergleichsweise kleine Probandengruppe und zum anderen, weil vonseiten der Studienleitung keine Anstalten gemacht wurden, deren Angaben zu eigenen Konsumverhalten zu überprüfen. Bluttests etwa, die den tatsächlichen THC-Gehalt messen, wurden unverständlicherweise nicht durchgeführt.

 

Die Studie, die unaufmerksame Leser dank der tendenziösen Berichterstattung leider schon davon überzeugt haben könnte, dass bereits ein Zug am Joint reicht, um in der Klapse zu landen, kann also allenfalls als Grundlage für weitere, ausführlichere Forschungen dienen. Das Highway-Wissenschaftsteam (14. Platz bei „Jugend forscht“ 1993) rät jedenfalls: legalisieren ab 18 Jahren, Jugendschutz stärken!

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