Ein häufiges Problem von Growern ist der Anfang des Vegetationszyklus selbst. Dabei kommen nicht nur Anfänger sondern auch fortgeschrittene Züchter in Schwierigkeiten. Ein typisches Beispiel dafür ist die Situation, wenn Stecklinge in das vorbereitete System eingepflanzt werden sollen und man sich darauf freut, dass sie anfangen, üppig zu gedeihen. Aber stattdessen wird man durch welkende und vergilbende Pflanzen überrascht, an denen höchstens hier und da eine Blüte erscheint, die den Vorstellungen entspricht. Das erste, das den meisten Growern dazu einfällt, ist: „Wir haben schlechte Steckis!‟ In den meisten Fällen liegt der Fehler aber woanders, wie Highway-Autor Mr. José weiß!

Mr. José

 

Indoor-Grower haben gegenüber Outdoor-Growern viele Möglichkeiten, die klimatischen Bedingungen, in denen die Pflanzen wachsen, zu beeinflussen. Von diesen Vorteilen macht allerdings bei weitem nicht jeder Gebrauch. Häufig ist zu beobachten, dass Grower bei der ersten Ernte alles sehr sorgfältig machen. Dann, nach dem Eintreten des ersten Erfolgs, ruhen sie sich aber auf ihren Lorbeeren aus und fangen an, das Growen ein wenig schleifen zu lassen. Nach einigen Ernten lassen sie den Pflanzen schon nicht mehr die gesamte Pflege zukommen, die möglich wäre. Dann entsteht irgendwann das paradoxe bis schizophrene Gefühl – „je länger ich züchte, desto schlechter sind meine Ergebnisse“.

 

Aber zum Thema: Das Verwelken, Vergilben und Absterben von Stecklingen (oder auch „Klone“ genannt) wird gewöhnlich durch das Vernachlässigen der Grundlagen des Indoor-Züchtens verursacht. Damit man diese unangenehme Situation vermeidet, sollte man bei der Arbeit immer 100 Prozent geben. Wenn man schon den Start verschläft, kann man das nicht wieder aufholen. Ich persönlich halte einen Grundsatz ein: „Besser 14 Tage verlieren als zweieinhalb Monate“. Wenn die Steckis nach zehn bis 14 Tagen miserabel aussehen, ist es besser, sie zu entsorgen und von neuem sowie sorgfältiger anzufangen. Das ist allerdings eine krasse Lösung. Daher soll nun erörtert werden, was unbedingt nötig ist, damit man dieser Lösung ausweichen und die Grundlagen einer reichen und köstlichen Ernte legen kann.

 

Bevor die Steckis ankommen

Die Klone müssen in eine vorbereitete Umgebung gebracht werden. Ein dreitägiger Aufenthalt in einer finsteren Schachtel bekommt ihrer Gesundheit mit Sicherheit nicht. Die neue Heimat muss sauber und aufgeräumt sein, das Medium und das Bewässerungssystem (falls vorhanden) vorbereitet und funktionsfähig. In jeder Growumgebung (im Folgenden „Plantage“ genannt) sollte es zudem einen Luftbefeuchter geben. Die Plantage sollte auch präventiv mit einem Spray gegen Kriech- und Fluginsekten, die auf Nahrung in Form der kostbaren Pflänzchen warten könnten, gespritzt werden. Die benötigten Düngemittel sowie weitere Nährstoffe und Schutzmittel sollten noch vor den Klonen gekauft werden, damit man nicht plötzlich ohne dasteht. Wenn man die Plantage dementsprechend vorbereitet hat, hindert einen nichts mehr daran, die Stecklinge zu holen – der erste Schritt zum Erfolg ist bereits getan.

 

Kontrolle der Stecklinge

Der Zustand der Stecklinge muss sorgfältig kontrolliert werden, damit man sich sicher sein kann, auch ja nichts zu übersehen. Es kann beispielsweise passieren, dass die Klone von irgendeinem Parasiten befallen werden. Parasiten vermehren sich sehr schnell, also können bereits zwei Individuen eine Katastrophe bedeuten. Da die Behandlung mit einem Insektizid für die kleinen Steckis nicht angenehm ist, sollten die Eindringlinge eventuell besser mit einem feuchtem Läppchen erledigt werden. Anschließend muss regelmäßig kontrolliert werden, ob nicht doch noch einer überlebt hat. Die Kontrolle muss auch im Bereich der Wurzeln durchgeführt werden, weil sich auch hier einiges Ungeziefer breitmachen kann. Von den Wurzeln lässt es sich allerdings viel schwerer beseitigen, also sollte man diese Kontrolle in Gegenwart desjenigen durchführen, von dem die Stecklinge stammen...

 

Einpflanzen und die Wurzeln unterstützen

Beim Einpflanzen der Stecklinge ist es Zeit für die erste Pflanzenbehandlung. Damit schützt man sie verlässlich vor Pilzkrankheiten – und das für die Dauer von zwei bis drei Wochen. Die Behandlung wird durch Einweichen in ein Fungizid durchgeführt. Der Wurzelteil der Pflänzchen wird in eine vorbereitete Lösung mit dem Fungizid eingetaucht und gleich danach werden sie eingepflanzt. Beim Einpflanzen selbst muss auch auf die Wurzeln geachtet werden. Das heißt, sie sollten so wenig wie möglich zerdrückt oder anderweitig beschädigt werden. Hinsichtlich der Einpflanzung gibt es je nach genutztem System beziehungsweise Medium kleine Unterschiede.

 

Wenn man die Steckis in Rockwool-Würfel (7 x 7 cm bis 10 x 10 cm) einpflanzt, lohnt es sich, sie darin zunächst Wurzeln schlagen zu lassen. Dafür werden die Würfel nicht nur mit dem Fungizid behandelt, sondern auch gründlich in eine Wasserlösung mit einem Wurzelstimulator getaucht, bevor sie in die Würfel gesetzt werden. Danach werden die Würfel für ungefähr sieben Tage nebeneinander unter der Lampe (die etwa einen Meter entfernt sein sollte) aufgestellt – nun beginnen die Wurzeln an der Unterseite der Würfel zu sprießen. Anschließend werden die Würfel in das vorbereitete System eingepflanzt. Wenn man die Klone direkt in das Substrat einpflanzt, sollten ebenfalls das Fungizid sowie ein Wurzelstimulator eingesetzt werden.

 

Vorsicht beim Gießen

Die meisten Fehler werden beim Gießen gemacht....

 

...und mehr darüber kann man in der aktuellen Ausgabe 01/2017 von Highway – Das Cannabismagazin erfahren, wo der komplette Artikel abgedruckt ist. Dort erfährt man alles Weitere zur richtigen Pflege der Stecklinge, unter anderem zu diesen Themen: „Vorsicht beim Gießen“, „Unterschiede bei der Feuchtigkeit wirken Wunder“, „Wärme – eine mächtige Kraft“, „Wurzelstimulator und Dünger“, „Alles stimmt und die Stecklinge welken doch“, „Bares Geld sparen“ und viel mehr.

 

Außerdem findest du in Highway – Das Cannabismagazin weitere Infos über den Cannabis-Anbau, News und Entertainment. Die neue Ausgabe (01/2017) ist seit gestern für schlappe 2,60 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich.

 

 Weblink: Highway am Kiosk finden

Österreich ist Deutschland gegenüber einen Schritt weiter, denn dort dürfen Cannabis-Stecklinge gehandelt werden – offiziell nur zu Zierzwecken, aber dennoch werden jede Woche Zehntausende verkauft. Und sicher nicht zu Zierzwecken. Ein Unternehmen, dass mitverantwortlich dafür ist, dass die Gesetzeslage dies inzwischen erlaubt, ist Flowery Field mit Sitz in Wien.

 

Deren Geschäftsführer Alexander Kristen zog dieses Jahr vors Verfassungsgericht, denn er möchte auch in das Geschäft mit THC-haltigen Blüten einsteigen – nicht solchen zum Freizeitspaß, sondern allein zu medizinischen Zwecken. Doch THC-haltiges Cannabis darf in Österreich nur die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) anbauen. Im Schnitt produziert die AGES 90 Kilogramm pro Jahr. Diese Agentur, übrigens eine rein gewinnorientierte GmbH, stellt eine Gemeinschaftskooperation von Landwirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium dar. Zweck: Cannabis anbauen und nach Deutschland an die Bionorica AG (unter anderem Hersteller von Sinupret und Bronchipret) verticken, die daraus dann überteuertes Dronabinol herstellt. Das wird von Österreich (und auch anderen Ländern) dann wieder eingekauft und an Cannabispatienten weitergegeben (oder auch nicht, da es sich die meisten nicht leisten können).

 

Da die Bionorica AG, ein Unternehmen mit 244,3 Millionen Euro Umsatz in 2015, durch diese Deals mit der AGES als privates Unternehmen ordentliche Gewinne erwirtschaftet, hat das Cannabis-Monopol des österreichischen Staates keinerlei Berechtigung, findet Alexander Kristen. Wie „Der Standard“ im März 2016 berichtete, bedeutet dies nach seiner Ansicht den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Sinne des Kartellgesetzes: Theoretisch wäre es der AGES laut dem österreichischen Suchtmittelgesetz erlaubt, eine Tochtergesellschaft zu gründen, an der sich dann Private wie etwa Flowery Field beteiligen könnten. Dies möchte die AGES allerdings auch nicht. Und so stellt die AGES ein Unternehmen dar, das keinerlei Wettbewerb ausgesetzt ist. So kann es außerdem Mengen und Preise frei bestimmen, was sogar gegen das öffentliche Interesse an einer ausreichenden medizinischen Versorgung verstoße.

 

Ende vergangener Woche sprach das österreichische Verfassungsgericht nun sein Urteil – dabei folgt es den Ansichten Kristens allerdings nicht. Laut dem Verfassungsgericht dient die Alleinstellung der AGES bei Medizinalcannabis der Missbrauchsprävention: „Die Einschränkung des erlaubten Anbaus der Cannabispflanze auf eine im Eigentum der Republik Österreich stehende Gesellschaft gewährleistet in verfassungsrechtlich vertretbarer Weise die zur Hintanhaltung des Missbrauches und damit die zum Schutz der Gesundheit erforderliche Kontrolle.“ Es werde weder der rechtspolitische Gestaltungsspielraum überschritten, noch sei die Alleinstellung mit einem „Eingriff in das Grundrecht auf Erwerbsfreiheit und auf Unversehrtheit des Eigentums“ gleichzusetzen. Behauptet das Verfassungsgericht.

Ab sofort ist die aktuelle Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro findet ihr das brandneue und schon jetzt heiß geliebte Cannabismagazin an jedem Bahnhof und Flughafen, in vielen Head- und Growshops und auch an einigen Tausend Kiosken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Übersicht der deutschen Kioske, die Highway führen findet ihr bei mykiosk.com – alternativ könnt ihr Highway auch preisgünstig als E-Paper erwerben. Highway bedient keine Vorurteile, sondern räumt mit ihnen auf!

 

Inhalte von Highway Ausgabe 01/2017 (Auswahl):

 

Titelstory Legalisierungen in den USA In den USA wurde gewählt – nicht nur, wer neuer Präsident wird, sondern auch wie die Zukunft von Marihuana und Haschisch aussieht. Zumindest im letzteren Fall gibt es viel Positives zu vermelden: 4 von 4 US-Staaten stimmten für vollständige Legalisierungen, 4 von 5 für medizinische Freigaben.

 

 

Hausbesuch Zu Gast in einer amerikanischen Marihuana-Ausgabestelle – Die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Oregon hat eine Goldgräberstimmung ausgelöst. Der Unternehmer Jeremy Plumb kifft seit seiner Jugend. Nun will er die Droge neu erfinden und so zu einer weltweiten medizinischen Revolution beitragen. Reportage.

 

 

High 5 Spezial Dos & Don’ts in einer Cannabis-Dispensary – Die Amerikaner: wenn es um Gras geht, ein beneidenswertes Völkchen. Einfach in die Dispensary reinspazieren und ein bisschen Weed kaufen, hoffentlich geht das auch bald in Europa. Wer die weite Reise nach Amerika nicht scheut, dem sei hiermit die richtige Etikette mit auf den Weg gegeben.

 

 

High School Vaporizer einfach selbst bauen – Einer, der sich immer wieder mit der Thematik des Selbermachens beschäftigt, ist Highway-Autor Chuck Lore. Dass er dem Titel des Do-it-yourself-Experten gerecht wird, beweist er auch diesmal wieder, indem er aufzeigt, wie man sich in Kürze einen einfachen Vaporizer in Eigenregie zusammenbaut.

 

 

Who’s Who Spezial Mark Williams & FireflyVom iPhone zum Taschenvaporizer – Technik ist einfach sein Ding. Und so hat es der ehemalige Angestellte von Apple-Boss Steve Jobs, Mark Williams, vom Telefon-Designer zum Erfinder eines der angesagtesten THC-Verdampfer, dem Firefly, gebracht. Bericht und Interview.

 

 

Growing Anbau auf kleinstem Raum: OG Kush & Northern Lights – Kein Platz in der Bude? Bedeutende Entscheidungen müssen getroffen werden – Waschmaschine oder Grow-Schrank? Es geht auch mit minimalem Platz, wenn es um die Selbstversorgung geht. Der Beweis wird in einer Ein-Zimmer-Wohnung erbracht. Grow-Report.

 

 

Growing Warum sterben die Stecklinge? – Ein häufiges Problem von Growern ist der Anfang des Vegetationszyklus selbst. Ein typisches Beispiel dafür ist das Einsetzen von Stecklingen in ein vorbereitetes System, wenn man dann durch welkende und vergilbende Pflanzen überrascht wird. Oft liegt es nicht an den Stecklingen selbst. Lösungsvorschläge.

 

 

Weitere Artikel in Highway 01/2017 Growing: Air Drying +++ Spiel: Grow A Million +++ Hausbesuch: Vor Ort bei der Hemp Embassy in Wien +++ Kiffertypen: Der Experte +++ Film: Die Highligen drei Könige +++ Sortenportrait: American Dream +++ u.v.m.

 

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Schon wieder Ärger um Stecklinge in Österreich – und zwar richtig großer Ärger, immerhin geht es auch um den Verkauf von 104.000 Stecklingen. Die Polizei im Burgenland ermittelte zwei Jahre lang gegen eine 45-jährige Unternehmerin, die ein eigentlich legales Geschäft betreibt. Erst vergangene Woche berichteten wir im Zuge der Lesetipps über polizeiliche Plünderungen in zwei Henndorfer Stecklingsgeschäften.

 

Wie der „Kurier“ heute berichtet, steht in Kürze eine Geschäftsfrau vor Gericht, da sie mit Cannabisstecklingen handelt. Dank der Gesetzeslage in Österreich dürfen Samen und Jungpflanzen normalerweise frei verkauft werden. Voraussetzung ist, dass die Pflanzen nicht blühen und auch nicht zum Blühen gebracht werden. Laut Oberlandesgericht Wien macht sich ein Stecklingshändler nur dann strafbar, wenn er mit dem Vorsatz veräußert, dass daraus Cannabis gewonnen werden soll. Sie hat daher in ihrem Geschäft Warnhinweise aufgehängt und fügt den verkauften Pflanzen Anleitungen bei, wie diese durch die richtige (bzw. falsche) Beleuchtung an der Blüte gehindert werden. Um ihr also den unterstellten Vorsatz der Beihilfe zur Herstellung von rauchbaren Cannabisprodukten zu beweisen, investierte die Polizei zwei Jahre Ermittlungsarbeit, inklusive Telefonüberwachungen, Hausdurchsuchungen und der Befragung von 180 Zeugen.

 

Von diesen 180 Zeugen hat allerdings laut „Kurier“ nur ein einziger angegeben, dass er von der Unternehmerin ihn hinsichtlich der Pflanzenaufzucht beraten hätte. Zudem behauptet noch ein verdeckter Ermittler das Gleiche. Würde sie schuldig gesprochen werden, wäre damit ein Präzedenzfall geschaffen, der die ganze Österreichische Stecklings-Industrie gefährden könnte. Verhandelt wird das Ganze im Juni. Die bisherige Rechtsprechung gibt der Geschäftsfrau allerdings recht, immerhin existieren auch knapp achtzig Fachgeschäfte für Stecklinge in Österreich. Alleine ihr Betrieb soll laut den Ermittlungen zwischen 2012 und 2014 insgesamt 104.000 Stecklinge verkauft haben. Der Bedarf in Österreich ist also zweifelsohne riesig.