Als Lieferant hat man es oft mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Charaktertypen zu tun. Für eine kurze Zeitspanne taucht man ein in ein fremdes Leben und es entsteht eine Verbindung zu einem Menschen, den man unter normalen Umständen wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte. Als, sagen wir, Pizzalieferant mag diese fragile Beziehung zwischen Lieferant und Empfänger nur kurz andauern und dementsprechend oberflächlich sein. Als Weed-Lieferant hingegen kann die Sache schon andere Ausmaße annehmen, schließlich erfordert diese spezielle Art von Lieferdienst höchste Diskretion und gegenseitiges Vertrauen. Zusammen gegen das Gesetz zu verstoßen (egal, wie unsinnig die Gesetzeslage in diesem Fall auch sein mag), das schweißt zusammen. So kann es dann auch mal passieren, dass man gemeinsam die ein oder andere Tüte raucht. Und vielleicht entwickelt sich mit der Zeit fast schon so etwas wie Freundschaft...

 

Das ist der Rote Faden der HBO-Serie High Maintenance, einem weiteren Vertreter der zur Zeit bei den großen Studios äußerst beliebten Weed-Serien (siehe Disjointed, Humboldt, Mary+Me, Budding Prospekts). In jeder der High-Maintenance-Episoden beliefert ein namenloser New Yorker Cannabis-Lieferant (the guy“) einen anderen Kunden mit dem begehrten Kraut. Und dass in einer Metropole wie dem Big Apple eine ganze Menge schräger und interessanter Typen wohnen, davon lebt diese Serie, die 2012 exklusiv als Web-Serie auf der Videoplattform vimeo.com startete und nun 2016 dank positiver Resonanz und guter Klickzahlen beim amerikanischen Pay-TV-Sender HBO ihren Platz gefunden hat. Fernsehkritiker zeigen sich vor allem von den schrägen, nichtsdestotrotz lebensechten Charakteren und der unkonventionellen Erzählweise der Show angetan. Die Hauptrolle des Lieferanten spielt Ben Sinclair, der übrigens neben Katja Blichfeld auch einer der Schöpfer der Serie ist.

 

Heute startet die Serie auch bei Sky Deutschland. Die komplette erste Staffel ist sowohl im Originalton als auch in der synchronisierten Fassung auf Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket abrufbar. Weitere Infos diesbezüglich unter www.sky.de

 

Und noch ein Fernsehtipp für heute: Von 21:45 bis 22:25 Uhr läuft auf ZDFinfo die Dokumentation Kriminelle Karrieren: Arjan Roskam – Der König des Cannabishandels über Arjan Roskam, den King of Cannabis“, Chef der Samenbank Green House Seeds und Partner des leider vor drei Wochen verstorbenen Strain Hunters Franco Loja.

Der Trend der Marihuana-Serien ebbt nicht ab: Nach Humboldt, High Maintainance von HBO, Disjointed von Netflix und Mary + Jane von MTV lässt sich auch Amazon nicht lumpen. Momentan in der Pre-Production-Phase befindet sich mit Budding Prospects das vielversprechendste und interessanteste Projekt unter den neuen Kiffer-Serien.

 

Das Drehbuch der vermutlich als Mini-Serie konzipierten Show basiert auf dem gleichnamigen Roman (deutsch: „Grün ist die Hoffnung“) von T. C. Boyle: Eine Gruppe von jungen Männern beschließt, getrieben von naiver Land- und Abenteuerlust und der Hoffnung auf den finanziellen Durchbruch, im Süden der USA auf eigene Faust eine Cannabis-Plantage aufzuziehen. Doch die scheinbar gut geplante Unternehmung läuft mit der Zeit immer mehr aus dem Ruder und die Jungs müssen sich mit Wetterkapriolen, Weed fressenden Bären und neugierigen Highway-Polizisten herumschlagen…

 

Was das Projekt neben der spannenden Geschichte besonders interessant macht, ist nicht zuletzt die Verpflichtung von Independent-Regeisseur Terry Zwigoff (Bad Santa), Spezialist für abgründige Komödien mit tragischer Note, der zumindest auf dem Papier hervorragend zu dem Stoff passt. Die Hauptrolle spielt der aus der US-Comedy-Show MADtv bekannte Will Sasso.

Einen rauchen und dabei gemütlich eine Serie schauen, das geht eigentlich immer. Das haben mittlerweile auch die Medienriesen in den Staaten erkannt und dementsprechend wirkt sich der US-Cannabis-Hype auch immer stärker auf die Kino- und Fernsehlandschaft aus: Allein in den letzten Monaten bekamen drei hochwertig produzierte, stargespickte Projekte grünes Licht von ihren jeweiligen Produktionsfirmen. Disjointed zum Beispiel, geschrieben von Two-and-a-Half-Men-Autor Chuck Lore (wir berichteten) oder das Crime-Drama Humboldt mit John Malkovich (auch darüber berichteten wir natürlich).

 

Ganz neu und gestern Abend in den USA erstmals ausgestrahlt ist die Serie Mary+Jane. Angesiedelt zwischen Comedy und Drama folgt die Show den beiden Twentysomethings Jordan und Paige, die beschließen einen Cannabis-Lieferservice in Los Angeles aufzuziehen. Das führt in der Folge natürlich zu zahlreichen amüsanten Verwicklungen, stellt aber auch die Freundschaft der beiden unterschiedlichen Frauen auf die Probe. US-Kritiker, denen bereits die ersten drei Folgen vorgelegt wurden, ziehen übrigens ein durchwachsenes Fazit mit leicht positiver Tendenz, wobei insbesondere die Chemie zwischen den beiden charmanten Hauptdarstellerinnen Scout Durwood (Jordan) und Jessica Rothe (Paige) hervorgehoben wird.

 

Naheliegend, dass auch Snoop Dogg den Trend nutzt, um sein Weed-Imperium, das neben der Cannabis-Website merryjane.com auch eine eigene Linie von Vaporizern umfasst, weiter anzukurbeln. In Zusammenarbeit mit MTV entwickelte der Rapper daher den Titelsong der Serie und wird auch als Gaststar in dieser auftreten.

Der Marihuana-Markt boomt – und mit ihm blühen auch einige andere Geschäftszweige auf. Immer mehr TV-Serien, die sich mit der Thematik Cannabis beschäftigen, werden angekündigt. Das kann im Hinblick auf eine Steigerung der weltweiten Akzeptanz von Marihuana und Haschisch nur förderlich sein. Ein neuer Anwärter auf die Krone der Sensimilla-Serien ist die noch abzudrehende Produktion namens „Humboldt“.

 

In Amerika ist der Begriff „Humboldt“ schon seit langer Zeit mit Cannabis verknüpft – denn in der gleichnamigen abgeschotteten Stadt in Nord-Kalifornien wird seit über 40 Jahren Marihuana angebaut und vertrieben, praktisch die ganze Stadt lebt vom Anbau und Verkauf von Cannabis.

 

Luftaufnahme der Humboldt Bay, Kalifornien

 

Die Journalistin und Sachbuchautorin Emily Brady veröffentlichte 2013 ein Sachbuch („Humboldt: Life on America's Marijuana Frontier“), nachdem sie ein Jahr lang mit den Einwohnern des Städtchens zusammenlebte und sagenhafte Einblicke in die dortige – illegale – Cannabisindustrie erlangte. Auf Grundlage dieses Buches wird nun die Fernsehserie produziert. Hauptdarsteller des Crime-Dramas wird niemand Geringeres als Hollywood-Star John Malkovich sein. Produziert wird das ganze von Sony TV und Anonymous Content („True Detective“), für die Pilotfolge wird Carl Franklin („House of Cards“, „Bloodline“) Regie führen. Die Serie steht noch zum Verkauf, somit ist noch kein ausstrahlender Sender oder Streamingdienst bekannt.

 

Dem ein oder anderen ist der Name Humboldt vielleicht auch von der beliebten Samenbank Humboldt Seed Organization bekannt, die viele interessante Strains anbieten. Ein kleiner Einblick in die Arbeit dieser Seedbank kann im untenstehenden Video erhascht werden.

 

Weblink: Amazon USA – „Humboldt: Life on America's Marijuana Frontier“ von Emily Brady

Weblink: Website der Humboldt Seed Organization

Die kanadische TV-Serie Trailer Park Boys geht inzwischen in die zehnte Staffel und kann sich weltweit allergrößter Beliebtheit erfreuen – denn jeder sieht gerne einem Haufen White Trash zu, der auf einem Trailerpark wohnt und versucht mit Grasanbau ein paar Dollar zu verdienen, bzw. ein paar Dollar zu verdienen, um Gras anbauen zu können. Zumindest wenn die Serie wie im Fall von Trailer Park Boys gut gemacht ist.

 

Ein ähnliches Konzept scheint nun hinter der frisch angekündigten deutschen Fernsehserie Blockbustaz zu stehen: Das Leben des deutschen Plattenbauprekariats soll auf amüsante Weise verbildlicht werden. Die beiden „Schauspieler“ Ekrem Bora alias Eko Fresh und Sascha Reimann, besser bekannt als Ferris MC, stellen die beiden Hauptfiguren dar, die im Kölner Sozialbezirk leben und auf ihrem Hausdach Gras anbauen. Die Pilotfolge wurde bereits vor anderthalb Jahren ausgestrahlt, nun ist daraus eine komplette Serie entstanden, die heute startet.

 

Da es sich um eine deutsche Produktion handelt, kann man aber von zwei Dingen ausgehen: Das Weed wird keine allzu große Rolle spielen und die Qualität, vor allem der Witze, wird ziemlich niedrig sein. Auch die beiden Darsteller Bora und Reimann machen eigentlich keinen Mut, heute Abend um halb elf den Fernseher einzuschalten. Wer es dennoch wagen möchte: Die erste halbstündige Folge wird heute um 22:30 Uhr auf ZDFneo ausgestrahlt, die kommenden Folgen sind zukünftig immer dienstags auf demselben Sendeplatz zu sehen.

 

Einen kleinen Vorgeschmack könnt ihr dem untenstehenden Trailer entnehmen:

Wie heute berichtet wurde, produzierte Kevin Smith (bekannt unter anderem durch die Filme Clerks, Chasing Amy oder Dogma – sowie natürlich durch seine beiden Kiffer-Helden Jay und Silent Bob) einen Serienpiloten für eine mögliche Serie namens Hollyweed.

 

In dieser Serie soll es um den Betrieb einer legalen Ausgabestelle (Dispensary) von medizinischem Marihuana in Kalifornien gehen: Zwei dichte Typen (einer von beiden wird auch von Kevin Smith verkörpert) versuchen gutes Zeug an den Start zu bringen und bekriegen sich mit einer Keksproduzentin in der Nachbarschaft. Finanziert wurde die Pilotfolge unter anderem von fünf amerikanischen Unternehmen aus der Cannabisindustrie. Nun wird sich zeigen, ob sich ein Sender findet, der die Serie fortführen möchte.

 

Bereits vor einer Woche wurde angekündigt, dass der Erfinder von Two and a Half Man und The Big Bang Theory, Chuck Lorre, gerade ebenfalls an einer Stoner-Serie mit ähnlichem Plot arbeitet. Bei seinem Händchen kann man hierbei auf einen großen kommerziellen Erfolg hoffen, der die Cannabisthematik weiter in die Öffentlichkeit treibt.

 

Doch nicht nur das: Auch Amazon hat eine Cannabis-Serie („Highland“) mit Margaret Cho in Planung, HBO wird zunächst einige Folgen der Webserie High Maintenance für das Fernsehen übertragen und auch NBC werkelt an einer Stoner-Comedy mit dem Namen Buds. Für Unterhaltung dürfte in der nächsten Zeit also gesorgt sein.

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