Die Frage ist nicht mehr ob, sondern vielmehr wann THC-haltiges Cannabis in der Schweiz legalisiert wird. So sieht es zumindest die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen (EKSF), ein Experten-Gremium, das die Aufgabe hat, den Schweizer Bundesrat in Fragen der Sucht- und Betäubungsmittelpolitik zu beraten. Die Experten betonen dabei, dass man durch die Forschung der letzten Jahre viel Positives über die zahlreichen Anwendungsgebiete der einst geächteten Pflanze gelernt habe. Außerdem habe auch international ein Paradigmenwechsel stattgefunden, zum Beispiel durch die Legalisierungen in den USA und Kanada.

 

Der Zeitpunkt der Empfehlung durch die Kommission geht mit einer Diskussion um Anpassungen im Betäubungsmittelgesetz einher, die weitere Forschung zum Thema Cannabiskonsum (zum Beispiel auch Modellprojekte) ermöglichen sollen. Die Schweiz müsse sich die Erfahrungen der beiden Nationen zunutze machen und einen eigenen Weg zur Freigabe ausarbeiten. CBD-Cannabis ist, im Gegensatz zum hiesigen Kuddelmuddel, bei den Eidgenossen schon länger komplett legal, unzählige Unternehmen drängten in den letzten Jahren auf den jungen Markt. Es liegt nahe, dass durch die positiven Erfahrungen mit CBD Berührungsängste in der Bevölkerung beim Thema Cannabis abgebaut wurden.

 

Ein ungewöhnlicher Cannabis-Fall wird gerade vor dem Bezirksgericht Aarau verhandelt. Ungewöhnlich deshalb, weil auf der Anklagebank ein ehemaliger Polizist sitzt. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen insgesamt 87 Gramm Marihuana aus dem Betäubungsmitteltresor der Kantonspolizei, einer Art Asservatenkammer, entwendet zu haben.

 

Aufgefallen war der Schwund bei einer routinemäßigen Kontrolle, bei der das beschlagnahmte Blütenmaterial gewogen wurde. Der Angeklagte geriet in den Fokus der Staatsanwaltschaft, da er, so ergab die Auswertung eines Protokolls, zu merkwürdigen Zeiten, in denen kaum jemand im Revier anwesend gewesen sei, Zugang zum Tresor gesucht habe. Und das insgesamt zwölf Mal. Der zuständigen Richterin reicht dies allerdings für einen Schuldspruch nicht aus, da keine echten Beweise für die Anschuldigungen gefunden werden konnten. Es scheint auch fraglich, wieso man für Cannabis im Wert von wenigen Hundert Euro seinen Job riskieren sollte. Die Frage, wer denn das Marihuana nun entwendet hat, bleibt weiter ungeklärt.

 

Die Highway-Redaktion rät der betroffenen Polizeidienststelle jedenfalls, sich bei den Kollegen in Argentinien schlau zu machen, wie man am besten mit einem solch brisanten Fall umgeht. Nahe Buenos Aires waren im Frühjahr 2018 stolze 540 Kilogramm Cannabis aus einer Asservatenkammer verschwunden. Sprecher der Polizei vermuteten damals doch tatsächlich gefräßige Ratten als Übeltäter

Was in Deutschland seit Jahren immer wieder debattiert wird, könnte in der Schweiz nun endlich Realität werden. Cannabis-Modellprojekte wurden in beiden Ländern bisher zwar immer wieder mit hartnäckiger Regelmäßigkeit auf die politische Agenda gesetzt (die letzte derartige Forderung kam erst vor ein paar Tagen aus Düsseldorf), letztlich scheiterten die Bemühungen in beiden Parlamenten aber immer wieder an den schnöden Realitäten des Betäubungsmittelgesetzes.

 

Zumindest die Eidgenossen sind nun aber scheinbar gewillt, diese Hürde ein für allemal durch eine Gesetzesänderung aus dem Weg zu räumen. Der für die Änderungen zuständige Bundesrat stellt zu diesem Zweck einige Rahmenbedingungen für die Cannabis-Experimente auf:

- Erlaubt ist demnach nur eine örtlich begrenzte Freigabe auf Zeit mit limitierter Teilnehmerzahl
-
Die jeweilige Gemeinde muss ihre Zustimmung geben
-
Die Versuche müssen hohen wissenschaftliche Standards genügen, Minderjährige sind ausgeschlossen.



Es ist wahrscheinlich, dass eine Abgabe von Cannabisblüten über das Apothekennetz und unter der wissenschaftlichen Begleitung von Universitäten stattfinden wird. Wie auch immer es letztlich im Einzelnen ausgestaltet werden wird, am Ende steht hoffentlich die vollständige Legalisierung.

Das Apothekennetz Zürich, ein Verband von rund 110 Apotheken, macht sich für eine Legalisierung von Cannabis stark. Das betrifft, in einem ersten Schritt, die medizinische Abgabe, die Freigabe zu Genusszwecken soll aber schnell folgen.

 

Die Präsidentin des Verbandes, Valeria Dora, warnt die Politik davor, „die Augen vor der Realität zu verschließen“. Der Konsum von Cannabis sei inzwischen so weit verbreitet, dass er längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Etwa 60 Tonnen Marihuana werden pro Jahr von den Eidgenossen verkonsumiert. Nach Schätzungen umfasst das Schwarzmarktmarktvolumen etwa 600 Millionen Franken (das entspricht etwa 530 Millionen Euro). Um dem illegalen Verkauf das Wasser abzugraben, sollen volljährige Konsumenten ihr Marihuana „in pharmazeutischer Qualität“ in der Apotheke kaufen können. Von Apothekerseite wird aber betont, dass nicht das Geschäft im Mittelpunkt stünde, sondern die Versorgung der Bevölkerung mit verunreinigungsfreiem Cannabis.

 

Eine verbandsinterne Umfrage zu dem Thema stieß größtenteils auf Zustimmung, was angesichts der jahrzehntelangen Ablehnung durchaus eine gute Nachricht für Cannabisfreunde ist.

Zu einem ungeheuerlichen Vorgang kam es bereits Mitte Dezember in der Schweiz. Erst jetzt dringen die Umstände des Falls an die Öffentlichkeit. Betroffen sind ein Mitarbeiter der eidgenössischen Grenzwacht und ein junger Mann, der sich mit der Bahn auf dem Heimweg von einem Besuch bei seiner Freundin befand.

 

Der 18-Jährige trug nach eigenen Angaben etwas Marihuana bei sich, wie viel genau ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit um eine geringe Menge handelte. Verständlicherweise bekam er es trotzdem mit der Angst zu tun, als er Grenzwächter im Zug erspähte und wagte einen Fluchtversuch, um einer möglichen Kontrolle zu entgehen. Die drei Beamten aber überwältigten den Jungen und legten ihm äußerst unsanft Handschellen an. Ein ärztliches Gutachten stellte im Nachhinein mehrere Prellungen und Schürfwunden fest, die zweifelsohne von der Festnahme herrührten.

 

Doch da fing der Albtraum für den Heranwachsenden erst an: auf der Wache verpasste ihm, noch immer in Handschellen, einer der drei Grenzwächter mehrere Faustschläge ins Gesicht, gefolgt von weiteren Schlägen mit der flachen Hand. Und das ganze wegen etwas Marihuana! Als der Leidtragende nach dem Vorfall versuchte, Anzeige zu erstatten, wurden ihm Steine in den Weg gelegt. Erst wurden Anfragen und E-Mails schlichtweg ignoriert, dann riet man ihm, den Vorfall doch lieber zu vergessen.

 

Erst als mit der Presse gedroht wurde, ging auf einmal alles ganz schnell: gegen den Schläger in Uniform wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Sprecher der Zollverwaltung räumte zudem gegenüber Medien ein: „Im Laufe der Ereignisse ist es zu einem Fehlverhalten durch einen unserer Mitarbeiter gekommen.“ Mit Hinweis auf das laufende Verfahren wurden weitere Auskünfte, wie zum Beispiel die Frage nach der genauen Marihuana-Menge, fürs Erste zurückgehalten…

Im Schweizer CBD-Business wird anscheinend mit harten Bandagen gekämpft, nichts anderes lässt diese unschöne Meldung vermuten: wie nun bekannt wurde, wurde bereits vor etwa einer Woche ein komplettes Hanffeld des CBD-Hanf-Produzenten Tell Hemp zerstört. „Es wurden über 4.000 Hanfpflanzen ausgerissen und auf der Erde liegen gelassen“, so Geschäftsführer Tony Peruzzo. Schlimm genug, doch das ist leider längst nicht alles. Auf dem betroffenem Feld, das etwa ein Drittel der unternehmenseigenen Anbaufläche ausmacht, wurden außerdem unzählige Samen männlicher Hanfpflanzen gesät. Wer sich ein wenig mit dem Thema Growing auskennt, weiß, dass nur weibliche Pflanzen die begehrten Blüten ausbilden, die aber durch eine Befruchtung durch die männlichen Pflanzen letztlich genau so unbrauchbar werden, wie die Männchen selbst. Seit Peruzzo, der erst Hanfgegner im Verdacht hatte, die nachwachsenden männlichen Pflanzen entdeckt hat, ist er sich sicher, dass nur seine Konkurrenz für die Sabotage verantwortlich sein kann. Seine Theorie ist angesichts des Umstands, dass die Luft auf dem CBD-Markt nach dem ersten großen Boom so langsam dünner wird, nicht ganz von der Hand zu weisen. Interessant: auf sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen, setzt Tell Hemp eine Belohnung von 10.000 Schweizer Franken aus.

 

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Unsere liebste Drogenbeauftragte meldet sich mal wieder zu Wort, um in einem Interview mit der „Welt“ vor den riesigen Gefahren des Cannabiskonsums zu warnen. Wie zu erwarten war, hat sich an Mortlers vorgestriger Einstellung bezüglich Marihuana wenig geändert. Zu jeder Gelegenheit brüstet sie sich mit dem Medizin-Gesetz von 2017, das aber auch gerne als Anbauverhinderungsgesetz verschmäht wird und auch davon unabhängig noch ausbaufähig wäre. Einer kompletten Legalisierung stellt sie sich nach wie vor mit ebenso altbekannten wie widerlegten „Argumenten“ entgegen.

 

Das CSU-Mitglied, immer das Wohl der Bevölkerung im Blick und niemals Lobbyinteressen, befürchtet eine gefährliche Verharmlosung des Rausch- und Arzneimittels als trendiges Lifestyle-Produkt. Als Beispiel dafür nennt Mortler den CBD-Hype in der Schweiz, wo man die THC-freien Blüten problemlos in Kiosk und Supermarkt erstehen kann. Die Bundestagsabgeordnete und Meisterin der Hauswirtschaft gibt weiterhin zu bedenken, dass „wegen keiner anderen illegalen Droge heute so viele Menschen behandelt werden müssen wie wegen Cannabis“. Hmm, okay. Eine schwammige Feststellung, die leider im Zuge des kritiklosen Wiederkäuens in anderen Blättern der Mainstream-Presse über die nächsten Tage sicher noch öfter auftauchen wird. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich natürlich, wie schwachbrüstig und irreführend ein solcher Satz ist. Zum einen ist die Zahl derjenigen Suchtpatienten, die durch gerichtliche Maßnahmen zu einer Therapie gezwungen oder gedrängt werden, obwohl diese eigentlich nicht nötig wäre, nicht zu unterschätzen. Zum anderen ist Cannabis aber auch die mit großem Abstand weitverbreitetste illegale Droge, da sollte es nicht wundern, dass eben auch dementsprechend mehr Menschen Suchtproblematiken entwickeln.

 

Bei all dieser geballten Unkenntnis (oder Verleumdung) kann man als Cannabisliebhaber ja schon fast froh sein, dass Marlene Mortler sich in ihrer zweiten Amtszeit verstärkt dem Thema Medikamentenmißbrauch widmen möchte. Obwohl, Cannabis ist ja nun auch Medizin…

Online-Versandhäuser verfügen über umfangreiche Retouren-Abteilungen. Immer wieder mal liegen den zurückgeschickten Paketen Dinge bei, die eigentlich besser bei ihren Besitzern geblieben wären, etwa Schlüssel oder Geldbörsen.

 

Doch dieses Mal wunderten sich die Angestellten des Lehner Versands, einem Shop aus der Schweiz, doch sehr: ein Retouren-Paket landete bei ihnen und nach dem Öffnen kamen zwei riesige Beutel Marihuana zum Vorschein, insgesamt 3,4 Kilogramm.

 

Die herbeigerufene Polizei konnte aber recht schnell ermitteln, dass es sich bei den Blüten um in der Schweiz legales CBD-Weed handelte. Auch wie das Paket bei dem Versandhandel – statt beim richtigen Empfänger – landen konnte, wurde aufgeklärt:

 

der Versender nutzte einen alten Karton des Versandhandels, auf dem er die ursprünglichen Etiketten nicht entfernte. Der eigentliche Empfänger wunderte sich über das – anscheinend nicht bestellte – Paket und schickte dieses an den Lehner Versand zurück. Inzwischen wurde ihm das bestellte und völlig legale Gras aber zugestellt.

Ach, die Schweizer! Sie bekommen einfach nicht genug vom CBD-Weed.

 

Nun setzt auch die Supermarktkette Lidl auf das rauschfreie Cannabis und bringt in Kooperation mit dem Thurgauer CBD-Start-Up „The Botanicals“ zwei Cannabisprodukte (fast) ohne THC in die (schweizer) Regale. Lidl bezeichnet die Hanfblüten, die seit dem 19. April zum Preis von 17,99 (für 1,5 Gramm Indoor-Hanf) beziehungsweise 19,99 Franken (für drei Gramm Gewächshaus-Hanf) angeboten werden, als Tabakersatz. Gemeinsam haben beide Produkte, dass sie ausschließlich aus in der Schweiz angebautem Hanf bestehen und wohl den ein oder anderen deutschen Lidl-Kunden neidisch machen werden.

 

Fragt sich noch, warum man anstatt dem 19. April dann nicht konsequenterweise direkt den Four-Twenty-Day für die offizielle Produkteinführung gewählt hat.

Die Schweizer Cannabismesse CannaTrade findet nach etwa anderthalb Jahren wieder in Zürich statt. Bereits 2001 erstmals in Bern veranstaltet, wurde sie seit 2012 im Zweijahresrhythmus nahe Zürich durchgeführt. Dieses Jahr zieht sie jedoch ins Zentrum von Zürich und wird dort in der Halle 622 genannten Location abgehalten – ab sofort wechselt die CannaTrade dann auch wieder in den Jahresrhythmus: im Mai 2019 wird sie in Lausanne stattfinden. Und das kommt nicht von ungefähr – der Schweizer CBD-Hype, der seit Sommer 2016 grassiert, hat unzählige Cannabis-Unternehmen hervorgebracht, von denen sich sicherlich auch einige gerne auf der Messe präsentieren möchten. Doch auch viele internationale Firmen und Betriebe aus dem deutschsprachigen Umfeld haben sich bereits als Aussteller angekündigt, insgesamt sind bereits über 150 Aussteller angemeldet.

 

Am letzten Aprilwochenende lädt die CannaTrade also nach Zürich und öffnet ab Freitag, den 27. April ihre Pforten, um dann drei Tage lang interessierte Besucher und Fachbesucher in allen Facetten über das Thema Cannabis zu informieren. Der Eintritt ist ab einem Alter von 18 Jahren gestattet. Im Zuge der CannaTrade wird auch erstmals seit vielen Jahren wieder der CannaSwissCup abgehalten (wir berichteten), der aufgrund der Gesetzeslage die letzten Jahre nicht mehr stattfand. Nun ist er aber wiederbelebt, auf CBD-Produkte umgestellt und in die CannaTrade eingepflegt: 35 verschiedene CBD-Sorten der Kategorien indoor, outdoor und Gewächshaus werden von einer Jury bewertet und prämiert. Wer auch eine Jury-Box mit allen 35 Sorten bekommen und die Strains bewerten möchte, kann auch ein Kombi-Paket zusammen mit Eintrittskarten für die Messe ergattern. Mehr Informationen dazu und im Allgemeinen findet ihr auf der Website der CannaTrade.

 

Cannatrade

Termin: 27. April 2018 bis 29. April 2018

Öffnungszeiten: Freitag 11-19 Uhr, Samstag 11-20 Uhr, Sonntag 11-18 Uhr

Veranstaltungsort: „Halle 622“ in Zürich, Schweiz

Preis: Tagesticket 15 CHF im Vorverkauf, 19 CHF regulär; 3-Tagesticket 35 CHF im Vorverkauf, 39 CHF regulär (Vorverkauf: www.starticket.ch)

Website: www.cannatrade.ch