Über den Hanf- und CBD-Shop Hanfbar und den Kampf der Betreiber gegen die deutsche Staatsanwaltschaft hat Highway leider schon des Öfteren berichten müssen. Gerade wird vor dem Landgericht Braunschweig über das weitere Schicksal des mittlerweile bundesweit bekannten Unternehmens verhandelt. Das Urteil, das eigentlich für den gestrigen Donnerstag erwartet wurde, wird aber bis auf Weiteres vertagt, nachdem die Verteidigung dem Gericht einige Anträge zur Prüfung vorgelegt hatte. Dafür wurde ein sehr heikles Detail bekannt, dass anscheinend eine nicht unwichtige Rolle bei den Ermittlungen gegen die Hanfbar gespielt hatte.


 
Eine negative Bewertung auf Google weckte scheinbar die Neugier der Polizei: „Hier werden CBD-Blüten verkauft, die die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Man macht sich als Kunde bei Erwerb strafbar“, so lautete die über die Suchmaschine veröffentlichte Kundenmeinung. Der Verfasser hatte die zuständigen Beamten zusätzlich noch mit weiteren Hinweisen zu den Geschäften der Hanfbar bedacht, war der Vorladung als Zeuge jedoch zunächst nicht nachgekommen. Warum wohl? Letztendlich musste er von der Polizei buchstäblich in den Gerichtssaal gezerrt werden, um pflichtgemäß seine Aussage zu tätigen. Zu dieser Gelegenheit ließ er es sich nicht nehmen, das in seinen Augen harsche Vorgehen der Polizei gegen seine Person zu kritisieren.


 
Wie sich herausttellte, und dabei sollte sich jedem Unternehmer im Cannabusiness der Magen umdrehen, betrieb der 34-jährige Mann selbst einen CBD-Shop und ärgerte sich über die lautstarke Öffentlichkeitsarbeit der Hanfbar. Eine unglaublich niederträchtige Aktion, die nichts als Verachtung verdient hat! Highway liegen derzeit keine Informationen darüber vor, welchen CBD-Shop der Denunziant betrieb oder noch immer betreibt, doch es bleibt wirklich zu hoffen, dass sich seine schäbige Aktion nicht allzu positiv auf die Geschäftszahlen ausgewirkt hat.


 
Wie auch immer das Urteil gegen die Hanfbar letztendlich ausfallen wird, eins ist jedenfalls klar: in Zeiten, in denen mal wieder eine weitreichende Polizeioffensive insbesondere CBD-Shops in ganz Deutschland mit Razzien drangsaliert und in ihrer Existenz bedroht, ist das Letzte, was die Cannabisszene braucht, zusätzlicher Gegenwind aus den eigenen Reihen.

Die CBD-Unternehmen in Deutschland befinden sich momentan (mal wieder muss man ja leider sagen) in erhöhter Alarmbereitschaft. Eine Serie von Polizeirazzien, die sich diesmal quer durch Deutschland zieht, bereitet zu Recht große Sorgen. Von richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen in Bamberg, Erfurt und Coburg, Schweinfurt und Würzburg, die teilweise auch die Privatwohnsitze der einzelnen Geschäftsführer miteinbezogen, ist die Rede.



Betroffen ist unter anderem der noch frische CBD-Shop Cannameleon mit Filialen in Schweinfurt und Würzburg, die erst im August 2019 eröffnet worden waren. Laut Polizeisprechern hatte es Hinweise auf überschrittene Grenzwerte und Verkauf an Minderjährige gegeben, was der Betreiber aber heftig abstreitet und auf regelmäßige Laborkontrollen und eine strikte Geschäftspolitik verweist. Beteiligt war alleine am Cannameleon-Fall eine zweistellige Zahl an Beamten. Magdalena Laier, die Grüne Kandidatin für den Würzburger Stadtrat, kritisiert das Vorgehen der Polizei. Schon bei früheren Durchsuchungen in Bayern sei klar geworden, „dass die legalen Grenzen meist nicht überschritten wurden“.



Besonders alarmierend sind Anzeichen, dass nun auch die CBD-Shops in der deutschen Hauptstadt, die sich bisher äußerst tolerant gezeigt hatte, verstärkt in den Fokus rücken. Durch das soziale Netzwerk Instagram geistern seit Kurzem etwa Storys von Razzien in den Berliner Ladengeschäften von Tom Hemp´s und Hempvizer. Erstere ließen in einem Statement verlauten, dass man gerade „durch eine schwere Zeit gehe“ und beschuldigten die Berliner Polizei des Machtmissbrauchs. Zudem wurde eine Liste an beschlagnahmten Waren veröffentlicht: kiloweise CBD-Blüten, Crumbles und Wax, aber auch Badezusätze und Seifen, in einem Gesamtwert von über 100.000 Euro seien durch die Beamten beschlagnahmt worden.



Highway fragt sich: wie passen diese Aktionen zusammen mit den scheinbar versöhnlichen Tönen der neuen Drogenbeauftragten Ludwig, die seit ihrem Amtsantritt von Entkriminalisierung und Dialog schwafelt, zusammen? Und warum zur Hölle hört eigentlich niemand auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die CBD als nicht berauschend einstuft und eine Klassifizierung als Droge aufgehoben hat. Doch nicht nur das, den UN-Mitgliedsstaaten (und dazu gehört natürlich auch Deutschland) wird klipp und klar empfohlen, die CBD-Jagd aufzugeben und entsprechende Gesetze neu zu gestalten. Also, warum hört der deutsche Bundestag nicht endlich mal zu?

Bei einer großangelegten Razzia im Raum Hannover haben Sondereinsatzkommandos der Polizei zahlreiche Wohnungen durchsucht. Am Ende der Aktion stand die Festnahme eines mutmaßlichen Cannabis-Händlers, der im Verdacht steht, mehr als zwei Tonnen Marihuana geschmuggelt und verkauft zu haben. Im Verlauf der Durchsuchungen lief allerdings nicht alles reibungslos ab. Ganze drei Mal irrten sich die schwer bewaffneten, Rammbock-schwingenden SEK-Männer in der Tür. In einem der Fälle rechtfertigte sich das Landeskriminalamt damit, dass der Gesuchte hausintern die Wohnung gewechselt hatte, ohne sich dabei entsprechend umzumelden. Und wer schon in solchem Ausmaß wie der verdächtigte junge Mann das Gesetz bricht, der kann doch wenigstens beim Umzug Bescheid sagen, schließlich ist das Bürgerpflicht...