Ein paar schöne Steinpilze oder eine handvoll gold-gelber Pfifferlinge – das sind häufig die schönsten Funde im Leben eines nordeuropäischen Pilzsammlers. Ein 40-Jähriger in Stuttgart-Hedelfingen machte, wie nun bekannt wurde, bereits im November einen spektakulären Fund ganz anderer Art. Der Mann, der bereits seit Jahren den Stuttgarter Frauenkopf zum Pilze sammeln durchforstet, entdeckte dort eine große Plastiktüte, in der ein verschmutztes blaues Plastikfass steckte. Und was befand sich wohl darin?

 

Die meisten Leser werden es wohl bereits ahnen: eine ganze Menge Marihuana befand sich im Fass, die Polizei, die der Pilzfreund unmittelbar nach dem Fund benachrichtigt hatte, spricht von 2,74 Kilogramm. Wem das Cannabis gehört bzw. wer es versteckt hat, ist bisher unklar, klar dürfte hingegen sein, dass es sich wohl um den wertvollsten Fund handelt, der dem schwäbischen Pilzliebhaber jemals untergekommen ist.

Eine derart ordentlich hergerichtete und gepflegte illegale Cannabis-Aufzucht sieht man selten.

 

Bereits beim ersten Blick auf das Polizeifoto der mehr als 2.500 Pflanzen umfassenden Anlage in Hennef wird klar, dass hier jemand wusste, was er tut. Durch einen Hinweis kamen die Ermittler auf die heiße Spur einer vermeintlich leerstehenden Fabrikhalle. Die Betreiber konnten bisher nicht dingfest gemacht werden, eine polizeiliche Überwachung blieb bis auf weiteres ergebnislos. Die Pflanzen, denen von polizeilicher Seite ein siebenstelliger Verkaufswert beigemessen wird, werden nun leider unter behördlicher Aufsicht vernichtet. Welch eine Verschwendung!

 

Für die Beamten ist es der zweite große Erfolg in der 50.000-Einwohner-Stadt Hennef im Rhein-Sieg-Kreis in kurzer Zeit: erst vergangene Woche wurde eine beachtliche Cannabis-Anlage mit etwa 1.000 Pflanzen im Stadtteil Bröl entdeckt.

Der Gründer des weltberühmten „Cirque du Soleil“, Guy Laliberté, wurde Presseangaben zufolge in Französisch-Polyniesien von der Polizei festgenommen. Der Grund: Cannabisanbau in „beträchtlichem“ Ausmaß. Denn wie es sich für einen Milliardär gehört, fand der Anbau nicht etwa im heimischen Schuppen oder im Growzelt statt, sondern auf der eigenen Privatinsel.

 

Das Atoll mit dem Namen Nukutepipi umfasst eine Fläche von 0,6 Quadratkilometern und ist mitten im Pazifischen Ozean gelegen. Der 60-Jährige kaufte sich das ausgesprochen idyllische Stück Land im Jahr 2007. Seitdem vermietet er es für knapp 200.000 Dollar pro Woche an gut betuchte Erholungssuchende und nutzt offenbar einen Teil der Fläche zum Anbau von medizinischem Cannabis, das ausschließlich für „streng persönliche“ Zwecke bestimmt gewesen sei (so das offizielle Statement). Ganze elf Gärtner sollen sich um die Outdoor-Anlage gekümmert haben, von daher ist davon auszugehen, dass der Kanadier ziemlich ausgeprägte Ansprüche an seinen persönlichen Bedarf stellt.

 

Aber auch wenn mit der Cannabisgesetzgebung von Französisch-Polynesien eigentlich nicht zu spaßen ist (es gelten die rigiden französischen Gesetze), kann man davon ausgehen, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Beziehungen und seiner finanziellen Möglichkeiten (glücklicherweise) mit einer verhältnismäßig milden Strafe davonkommen wird.

 

 

Auch wenn die USA in den letzten Jahren von Legalisierungsbefürwortern rund um den Globus verstärkt als Positivbeispiel für einen liberalen Umgang mit Cannabis herangezogen werden und die gesellschaftliche Akzeptanz in vielen Bundesstaaten schon weit fortgeschritten ist, hat auch die dortige Szene immer wieder mit Hindernissen zu kämpfen, die ihnen von der Politik und der Justiz in den Weg gelegt werden.

 

Zuletzt sorgte ein großer Fang der New Yorker Polizei (NYPD) und das dazugehörige Polizeifoto für Ärger in der Cannabisbranche, aber, zugegeben, auch für den ein oder anderen Schmunzler. Auf der Facebook-Seite des NYPD brüstete man sich mit dem Fund und der Beschlagnahmung von knapp 50 Kilogramm Marihuana. Diese Zurschaustellung in den sozialen Netzwerken ist ja leider mittlerweile gängige Praxis, doch diesmal erntete die Truppe vor allem Hohn und Spott. Zu Recht, denn die fetten Baggies, zwischen denen sich vor allem einer der beiden Cops in cooler Pose in Szene setzt, so als sei er die Reinkarnation von Charlie Bronson höchstpersönlich, enthielten gar kein Marihuana, sondern völlig legalen, komplett THC-freien Hanf des lizenzierten Produzenten Fox Holler Farms aus Vermont.

 

Das pikierte Unternehmen ließ mit einer Reaktion nicht lange auf sich warten und verlautete, ebenfalls über Facebook, unter anderem das Folgende: „Dieses Bild frustriert uns und macht uns Sorgen. (…) Warum sind sich die Menschen der Gesetze, mit deren Schutz sie betraut sind, nicht bewusst?“ Tja, eine durchaus berechtigte Frage, zumal die im „Hemp Farming Act“ bundesweit geregelte Legalisierung von Hanf erst vor einigen Monaten prominent durch alle US-Medien ging.

Über den Hanf- und CBD-Shop Hanfbar und den Kampf der Betreiber gegen die deutsche Staatsanwaltschaft hat Highway leider schon des Öfteren berichten müssen. Gerade wird vor dem Landgericht Braunschweig über das weitere Schicksal des mittlerweile bundesweit bekannten Unternehmens verhandelt. Das Urteil, das eigentlich für den gestrigen Donnerstag erwartet wurde, wird aber bis auf Weiteres vertagt, nachdem die Verteidigung dem Gericht einige Anträge zur Prüfung vorgelegt hatte. Dafür wurde ein sehr heikles Detail bekannt, dass anscheinend eine nicht unwichtige Rolle bei den Ermittlungen gegen die Hanfbar gespielt hatte.


 
Eine negative Bewertung auf Google weckte scheinbar die Neugier der Polizei: „Hier werden CBD-Blüten verkauft, die die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Man macht sich als Kunde bei Erwerb strafbar“, so lautete die über die Suchmaschine veröffentlichte Kundenmeinung. Der Verfasser hatte die zuständigen Beamten zusätzlich noch mit weiteren Hinweisen zu den Geschäften der Hanfbar bedacht, war der Vorladung als Zeuge jedoch zunächst nicht nachgekommen. Warum wohl? Letztendlich musste er von der Polizei buchstäblich in den Gerichtssaal gezerrt werden, um pflichtgemäß seine Aussage zu tätigen. Zu dieser Gelegenheit ließ er es sich nicht nehmen, das in seinen Augen harsche Vorgehen der Polizei gegen seine Person zu kritisieren.


 
Wie sich herausttellte, und dabei sollte sich jedem Unternehmer im Cannabusiness der Magen umdrehen, betrieb der 34-jährige Mann selbst einen CBD-Shop und ärgerte sich über die lautstarke Öffentlichkeitsarbeit der Hanfbar. Eine unglaublich niederträchtige Aktion, die nichts als Verachtung verdient hat! Highway liegen derzeit keine Informationen darüber vor, welchen CBD-Shop der Denunziant betrieb oder noch immer betreibt, doch es bleibt wirklich zu hoffen, dass sich seine schäbige Aktion nicht allzu positiv auf die Geschäftszahlen ausgewirkt hat.


 
Wie auch immer das Urteil gegen die Hanfbar letztendlich ausfallen wird, eins ist jedenfalls klar: in Zeiten, in denen mal wieder eine weitreichende Polizeioffensive insbesondere CBD-Shops in ganz Deutschland mit Razzien drangsaliert und in ihrer Existenz bedroht, ist das Letzte, was die Cannabisszene braucht, zusätzlicher Gegenwind aus den eigenen Reihen.

Die CBD-Unternehmen in Deutschland befinden sich momentan (mal wieder muss man ja leider sagen) in erhöhter Alarmbereitschaft. Eine Serie von Polizeirazzien, die sich diesmal quer durch Deutschland zieht, bereitet zu Recht große Sorgen. Von richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen in Bamberg, Erfurt und Coburg, Schweinfurt und Würzburg, die teilweise auch die Privatwohnsitze der einzelnen Geschäftsführer miteinbezogen, ist die Rede.



Betroffen ist unter anderem der noch frische CBD-Shop Cannameleon mit Filialen in Schweinfurt und Würzburg, die erst im August 2019 eröffnet worden waren. Laut Polizeisprechern hatte es Hinweise auf überschrittene Grenzwerte und Verkauf an Minderjährige gegeben, was der Betreiber aber heftig abstreitet und auf regelmäßige Laborkontrollen und eine strikte Geschäftspolitik verweist. Beteiligt war alleine am Cannameleon-Fall eine zweistellige Zahl an Beamten. Magdalena Laier, die Grüne Kandidatin für den Würzburger Stadtrat, kritisiert das Vorgehen der Polizei. Schon bei früheren Durchsuchungen in Bayern sei klar geworden, „dass die legalen Grenzen meist nicht überschritten wurden“.



Besonders alarmierend sind Anzeichen, dass nun auch die CBD-Shops in der deutschen Hauptstadt, die sich bisher äußerst tolerant gezeigt hatte, verstärkt in den Fokus rücken. Durch das soziale Netzwerk Instagram geistern seit Kurzem etwa Storys von Razzien in den Berliner Ladengeschäften von Tom Hemp´s und Hempvizer. Erstere ließen in einem Statement verlauten, dass man gerade „durch eine schwere Zeit gehe“ und beschuldigten die Berliner Polizei des Machtmissbrauchs. Zudem wurde eine Liste an beschlagnahmten Waren veröffentlicht: kiloweise CBD-Blüten, Crumbles und Wax, aber auch Badezusätze und Seifen, in einem Gesamtwert von über 100.000 Euro seien durch die Beamten beschlagnahmt worden.



Highway fragt sich: wie passen diese Aktionen zusammen mit den scheinbar versöhnlichen Tönen der neuen Drogenbeauftragten Ludwig, die seit ihrem Amtsantritt von Entkriminalisierung und Dialog schwafelt, zusammen? Und warum zur Hölle hört eigentlich niemand auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die CBD als nicht berauschend einstuft und eine Klassifizierung als Droge aufgehoben hat. Doch nicht nur das, den UN-Mitgliedsstaaten (und dazu gehört natürlich auch Deutschland) wird klipp und klar empfohlen, die CBD-Jagd aufzugeben und entsprechende Gesetze neu zu gestalten. Also, warum hört der deutsche Bundestag nicht endlich mal zu?

Zum 12. Mal fand am vergangenen Wochenende die Hanfmesse Cultiva vor den Toren Wiens statt. Die Messe in der Event-Pyramide ist ein echter Klassiker unter den europäischen Cannabismessen. Auch diesmal fanden sich wieder viele interessante Aussteller zusammen, um den Besuchern ihre Produkte zu präsentieren und B2B-Netzwerke zu knüpfen. Leider wurde das ansonsten gelungene Event von dem großen Polizeiaufkommen rund um die Halle überschattet. Was sich schon im letzten Jahr abgezeichnet hatte, erwischte viele Cultiva-Interessenten und auch zahlreiche Aussteller diesmal mit voller Wucht. Die Polizei hatte sich sowohl mit Uniformierten als auch Zivilbeamten rund um das Gelände positioniert, auch Drogenspürhunde waren im Einsatz.


Insgesamt wurden ganze 184 Fahrer aus dem Verkehr zu gezogen, 161 Führerscheine wurden einkassiert, 710 Gramm Marihuana und 36 vorgedrehte Joints wurden konfisziert. Das Interesse der Polizei an der österreichischen Hanfmesse ist mit dem parlamentarischen Rechtsruck der letzten Zeit neu aufgeflammt, nachdem in den Jahren zuvor am Veranstaltungswochenende vergleichsweise wenig von den Ordnungshütern zu sehen gewesen war. Für den Normalbürger mag die Aufregung in der Cannabisbranche darüber nicht nachzuvollziehen sein, schließlich setzt man sich ja nicht berauscht hinters Steuer, ganz einfache Sache. Wie Betroffene wissen, ist die Sache so einfach dann aber doch nicht, schließlich reicht es unter Umständen, vor Wochen am Joint gezogen zu haben, um das Testgerät zum Ausschlag zu bringen und damit vor dem Gesetz als akut bekifft zu gelten. Und zack, da ist der Lappen erst mal weg.

 

Die Annahme, dass auch die sinkenden Besucherzahlen der Messe mit dem ausuferndem Polizeiaufgebot zu tun haben, liegt natürlich nahe. Ein Paradebeispiel, welche Drangsalierungen sich Cannabisfreunde auch im Jahre 2019 gefallen lassen müssen und mit welch rigiden Mitteln die Polizei noch immer gegen das Cannabusiness vorgeht. Glücklicherweise haben die deutschen Cannabismessen momentan weniger Probleme mit Polizeikontrollen. Sowohl auf der Mary Jane in Berlin als auch der Cannafair in Düsseldorf gab es 2019 von staatlicher Seite glücklicherweise nur ein sehr zurückhaltendes Auftreten zu verzeichnen.

Ein 35-jähriger Mann aus Österreich, der schon länger im Zentrum polizeilicher Ermittlungen gestanden hatte, wurde vergangene Woche verhaftet und der Justizanstalt Salzburg überstellt. Der junge Mann wurde verdächtigt, rund um den Salzburger Hauptbahnhof große Mengen Marihuana verkauft zu haben, wurde von der Polizei zeitweise beobachtet. Bei einer Personenkontrolle wurden bei ihm dann 500 Gramm Cannabis gefunden.

 

Laut Polizeiangaben kam es zu einer „freiwilligen Nachschau“ in der Wohnung des Mannes, nachdem dieser angegeben hatte, zusätzlich zu dem bereits gefundenen halben Kilo noch weitere zwei Kilos daheim zu lagern. Wie sich vor Ort herausstellte, waren es aber tatsächlich noch ein paar Kilo mehr: ganze 56 Kilo konnten die Beamten insgesamt in der Wohnung finden.

Auf einem schwer einsehbaren Grundstück nahe Wangen fanden Polizeibeamte mehrere Hanfpflanzen mit einer beachtlichen Größe von bis zu 3,5 Metern. Bei dem Besitzer und Bewohner handelt es sich um einen 85-jährigen Mann, der angab, die Pflanzen seien aus den Resten von Vogelfutter rein zufällig und ohne sein Zutun gewachsen. Bekannte des Senioren hatten den Mann davor gewarnt die Pflanzen einfach sprießen zu lassen.

 

Doch dem Hanf-Opa war das egal, er mochte die Pflanzen und statt sie abzuschlagen, hegte und pflegte er sie nach bestem Wissen und Gewissen. Ob die Geschichte des Verdächtigen so stimmt, bleibt unklar, wilder Hanf aus Vogelsamen ist jedenfalls keine Seltenheit, alte Menschen, die ein paar Pflanzen zur Schmerzlinderung hochziehen aber natürlich auch nicht. Wer sollte es ihnen auch verdenken? Ach ja, der deutsche Staat zum Beispiel, der auch in diesem Fall hart blieb und Polizisten schickte, um die Gewächse restlos abzuernten und dem Rentner ein Ermittlungsverfahren anzuhängen...

Da hat die Bundespolizei aber mal echt einen ordentlichen Fang gemacht! Im Zug von Prag nach München erwischten Zollbeamte zwei junge Männer mit wahrlich gefährlicher Fracht. Ein Glück, haben die Fahnder das richtige Näschen bewiesen und konnten durch eine Kontrolle der beiden Reisenden Schlimmeres gerade noch abwenden. Nicht auszudenken, wenn die beiden 18- und 19-Jährigen mit ihrem Gepäck unentdeckt nach Deutschland hätten einreisen dürfen! Mit THC-freien Hanf-Lollis und Cannabis-Eistees haben sich ja bekanntlich schon viele Jugendliche ins Cannabiskoma befördert, auch der Weg zum Heroin wäre quasi schon vorgezeichnet. Und das schlimmste kommt ja erst noch: ganze vier Gramm Suchtgift in Form von Marihuanablüten trug der Jüngere zu allem Überfluss auch noch bei sich.

 

Es wird also einmal mehr deutlich, die Steuergelder der deutschen Staatsbürger werden von der Exekutive anscheinend überaus sinnvoll eingesetzt. Und damit wir alle in Zukunft ruhiger schlafen können, müssen sich die beiden Verbrecher nun mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auseinandersetzen. Alles in allem kann man also froh sein, dass der Fall dank des beherzten Einsatzes der Ordnungshüter noch einmal glimpflich ausgegangen ist …