Ja, das Leben ist schon anstrengend: als gesunder Mensch darf man nirgendwo in Deutschland legal kiffen. Manche Cannabiskonsumenten rauchen einfach trotzdem mehr oder weniger überall und werden nie belästigt, andere irren – so wie zwei 19 und 22 Jahre alte Bremer am Samstag – durch die Straßen und suchen sich einen besonders abgelegenen Ort, um sich dort einen Joint anzuzünden.

 

Doof nur für die beiden gerade angesprochenen Bremer, dass sie sich in ihrer Heimatstadt offenbar nicht so gut auskennen und sich für den Rauchgenuss eine „dunkle Ecke“ in der Bremer Altstadt aussuchten, welche die Rückseite einer Polizeiwache darstellt.

 

Während sie also in der kameraüberwachten Garageneinfahrt des Polizeireviers ihre Tüte rauchten, staunten die Beamten vor den Überwachungsmonitoren nicht schlecht. Die Beamten, die den beiden Rauchenden entgegeneilten, unterbrachen dann den Cannabisgenuss, klauten den Joint und leiteten eine Ermittlung wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln ein.

Das geltende Cannabis-Verbot ist dumm und widersinnig. Und teuer in jeder Hinsicht, vor allem für die Steuerzahler: nicht nur werden durch die Prohibition keine Steuereinnahmen eingenommen, schlimmer noch – allein durch die Strafverfolgung werden jedes Jahr viele Millionen Euro sinnlos verplempert.

 

Das müssten selbst eingefleischte Prohibitionisten eigentlich anerkennen, richten sich doch praktisch alle Maßnahmen der Polizei gegen Endkonsumenten. Zwar werden deren Leben dadurch teilweise zerstört, aber der Konsum von Marihuana und Haschisch kann durch solche Aktionen dennoch nicht im Ansatz unterbunden werden.

 

Ein besonders peinliches Exempel für den sinnlosen Kampf gegen Drogen im Allgemeinen und Cannabis im Speziellen wurde zum Jahresbeginn, genauer gesagt am 4. Januar, von der Dresdner Polizei statuiert: pünktlich um 12 Uhr rückten insgesamt 40 Beamte zum Großeinsatz zur „Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität“ aus. Jeder der Beamten war laut der Pressestelle der Polizei Sachsen acht Stunden lang im Dienst.

 

Interessanterweise schafften die 40 Beamten in acht Stunden jedoch bloß, 14 Personen zu kontrollieren. Dabei wurden bei fünf Personen insgesamt 12 Gramm Cannabisprodukte konfisziert. Die „Huffington Post“ rechnete aus, dass dieser Einsatz den Steuerzahler vermutlich 17.000 Euro gekostet hat. Sollten gegen die fünf Personen Gerichtsverfahren eröffnet werden, kommen noch einige weitere Tausend Euro dazu.

 

Wir sagen: schämt euch. 17.000 Euro ausgeben, um 12 Gramm Cannabis zu beschlagnahmen. Was ist los mit euch?

Das neue Jahr ist gerade einmal drei Tage jung, da erreichen uns schon die ersten traurigen Meldungen aus Bayern: Ein 50-jähriger Münchner wurde vergangenen Samstagabend von der Polizei in seinem Auto angehalten. Der Mann muss wohl das Misstrauen der Beamten auf sich gezogen haben, denn im weiteren Verlauf der Verkehrskontrolle wurde der Mann auf die Wache gebracht. So weit, so erträglich, möchte man meinen, doch was dann folgte, stimmt mehr als nachdenklich: Trotz Vorlage eines gültigen Cannabis-Rezeptes und eines Patienten-Passes ließen es sich die Beamten nicht nehmen, den Schwerstkranken, der seit Jahren mit üblen chronischen Schmerzen zu kämpfen hat, satte drei Stunden lang zu filzen. Besonders ärgerlich dabei: dem Mann, der schon einige Male in derartige Polizeikontrollen geraten war, wurde von behördlicher Seite bei einer früheren Überprüfung versichert, dass er als legaler Nutzer in das System eingetragen werde, damit so etwas nicht mehr passiert...


Der 50-Jährige will nun aufgrund der „schikanösen Behandlung“ Anzeige gegen die Polizei erstatten. Er wird dabei vom Cannabis-Verband Bayern unterstützt, der das Vorgehen verurteilt und von einer „Verschwendung von Steuermitteln“ spricht.

Blinkendes Licht auf dem Dach? Das muss doch eigentlich ein Taxi sein – so oder so ähnlich muss wohl der Gedankengang eines Cannabishändlers aus Kopenhagen am vergangenen Donnerstag gewesen sein. Doch kaum setzte er sich in den Wagen, stellte er fest, dass dies eine schlechte Idee war: die Polizisten beschäftigten sich direkt näher mit dem Überraschungsgast im Polizeiauto und konnten bei ihm circa 1.000 fertige Joints beschlagnahmen, die wohl für den Cannabismarkt in der Kopenhagener Freistadt Christiania bestimmt waren.

 

Am Tag danach gab es dann mal wieder eine Razzia in Christiania – dabei wurde allerdings für dortige Verhältnisse bloß eine recht kleine Menge Cannabis von der Polizei konfisziert: fünf Kilogramm Haschisch und vier Kilogramm Marihuana werden in Christiania wohl nur kurz vermisst werden.

 

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Cannabis-Liebhaber müssen jetzt ganz, ganz stark sein. Dass die Behörden in Bayern in Sachen Marihuana oft nicht lange fackeln und Kiffer selbst bei kleineren Konsumvergehen sehr schnell die ganze Härte des bajuwarischen Strafgesetzkatalogs zu spüren bekommen, ist längst kein Geheimnis mehr.



Nun gelangten wirklich traurige Bilder an die Öffentlichkeit, die zeigen, was mit all dem Kraut nach der Beschlagnahmung durch die Gesetzeshüter passiert. Und das ist ziemlich schade:



Es wird nämlich schlicht und einfach verbrannt, aber leider nicht auf eine Weise, in der das Weed seine wohltuende Wirkung freisetzen kann: In Olchingen wurden am Dienstag satte 550 Kilogramm, die bereits vor einem Jahr beschlagnahmt wurden, in einer Müllverbrennungsanlage dem Feuer übergeben. Und wie man am stahlharten Blick der vor Stolz funkelnden Augen der mit der Vernichtung beauftragten Zollbeamten erkennen kann, wurden bei der Verbrennung mit Sicherheit keine entspannenden Dämpfe freigesetzt

Für Cannabis-Freunde, -Konsumenten und -Patienten ist der momentan in der Schweiz herrschende CBD-Gras-Hype natürlich eine tolle Sache. Mittlerweile gibt es den legalen Industriehanf (so wird er in Polizeikreisen bezeichnet) an jeder Straßenecke legal zu kaufen, am Züricher Hauptbahnhof wird einfach mal der mit 15 Metern größte Space-Cake (natürlich auch aus CBD-Weed) der Welt verköstigt und im Wohnzimmer hängt zur Weihnachtszeit der Marihuana-Adventskalender.

 


Ein Problem mit diesem Trend hat bisher vor allem die Strafverfolgung. Denn natürlich lassen sich CBD-Blüten rein äußerlich nicht von den THC-haltigen unterscheiden. Das bisherige Prozedere bestand darin, gefundenes Marihuana in jedem Fall erst einmal einzukassieren und anschließend einer aufwendigen und dementsprechend teuren Laboruntersuchung zu unterziehen. Handelte es sich tatsächlich nur um CBD-Gras, mussten die Kosten für den Test vom Steuerzahler übernommen werden.

 


Doch nun werden die Beamten des Kantons Zürich erstmals mit Schnelltests für die Hosentasche ausgerüstet. Gleich vor Ort können die Beamten dann mit dem handlichen Test-Kit feststellen, ob Marihuana größere Mengen an THC enthält oder nicht. Und das geht ganz einfach: Einfach etwas Blüten- oder Blattmaterial (kleinste Mengen reichen schon aus) in den Plastikbeutel geben und ihn mit den Fingern zerdrücken. In dem Beutel finden sich zwei kleine Ampullen mit Chemikalien, die bei Druck aufplatzen und ihren Inhalt freigeben, der sich mit dem Marihuana vermischt. Anhand der folgenden Verfärbung (rosa: CBD, blau: THC), kann man leicht sagen, um welche Art Weed es sich handelt. Nur in absoluten Grenzfällen muss nun noch eine Untersuchung im Labor durchgeführt werden.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Aus dem Alltag eines Coffeeshop-Chefs Viele Cannabiskonsumenten haben eines Abends auf dem Sofa schon einmal beschlossen: „Ich mache einen Coffeeshop auf!“ Aber wie ist es, wenn man tatsächlich Chef eines solchen ist? Wir haben einen Shop-Besitzer aufgetrieben, der uns Rede und Antwort stand und aus seinem Leben berichtet.

 

 

Vor Ort Cannabis Normal! – Die Konferenz – Der Deutsche Hanfverband veranstaltete seine erste Konferenz und viele namhafte Experten in Form von Politikern, Kriminalbeamten, Juristen, Aktivisten, Wissenschaftlern und Medizinern kamen nach Berlin, um die Legalisierung und die Professionalisierung der Szene voranzutreiben.

 

 

Interview André Schulz, Bundesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter – André Schulz ist Vorsitzender einer der drei deutschen Polizei-Gewerkschaften und spricht sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aus. Wir haben ein aufschlussreiches Interview mit ihm geführt und auch etwas über Marihuana in Polizeikasernen gelernt.

 

 

Growing One Woman Show – Uns erreichte interessante Post, die wir niemandem vorenthalten möchten: Einer unserer Leser hat ein System entwickelt, mit dem eine einzelne Cannabispflanze ganz einfach selbst aufgezogen werden kann – und das mithilfe einer halben Stunde Bastelarbeit anstelle von dreistelligen Investitionen in Grow-Zubehör.

 

 

Story Die Weed-Insel im Schilf – Donald Denzler berichtet erneut aus seiner Zeit in den Niederlanden. Die holländische Polizei verlangte in einem Jahr ausnahmsweise, sich an das erlaubte Anbau-Maximum von fünf Cannabispflanzen zu halten und gab Donald eine Woche, die überschüssigen verschwinden zu lassen. Die Lösung: eine schwimmende Insel.

 

 

Growing Gefahr im Garten – In unserer neuen Serie beschäftigt sich Grow-Guru Mr José mit den Plagegeistern des Cannabisgartens: Schädlinge und Krankheiten werden betrachtet und Hinweise gegeben, wie man sich (im Vorfeld und bei akutem Befall) gegenüber diesen Ärgernissen wehrt. Die Serie startet mit einem Dauergast in vielen Gärten – der Blattlaus.

 

 

Recht Haschisch an Bord – Ein Haschisch-Kurier muss regelmäßig davon ausgehen, dass ihm mehr Haschisch zum Transport übergeben wird als behauptet – sagt der Bundesgerichtshof. Rechtsanwalt Steffen Dietrich aus Berlin schaut sich den Sachverhalt für Highway anhand eines Fallbeispiels genauer an und klärt auf, was das bedeutet.

 

 

Weitere Artikel Film: Beim ersten Mal +++ Sortenportrait: Kosher Kush +++ Goodies: Rauch-Ringe +++ Kiffertypen: Der Medizinalhanf-Kiffer +++ Growing: Verschiedene Wege, Samen keimen zu lassen +++ High Five: Dichte Weihnachten +++ u. v. m.

 

 

 

 

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So stellt man sich als Außenstehender Bayern vor: ein Mensch, der aus medizinischen Gründen Cannabis konsumieren muss, wird währenddessen von der Polizei umstellt, als Junkie beschimpft und bekommt seine Medizin weggenommen – das alles trotz mitgeführtem Betäubungsmittelrezept.
 
Bereits am 8. Mai geschah der Vorfall: am Ufer der Isar in München konsumierte Christoph N. seine Medizin, als er von der Polizei angegangen und durchsucht wird. Durch den Schock verunsichert, entschloss er sich erst spät, Beschwerde bei der Polizei einzureichen, wie er „tz.de“ berichtete:
 
„Nach dem Vorfall war ich wochenlang verängstigt und habe mich erst spät entschieden, Beschwerde einzureichen. Ich wollte nicht akzeptieren, dass Patienten als Kollateralschaden einer ohnehin verfassungsrechtlich fragwürdigen Jagd auf Cannabis-Konsumenten werden und sich entweder entsprechend dem Wunsch des Beamten dauerhaft in ihren Wohnungen verstecken oder regelmäßige körperliche Durchsuchungen über sich ergehen lassen müssen. Dass dabei auch noch Medikamente zerstört werden, ist gerade in Anbetracht der seit Monaten nicht sichergestellten Versorgung in den Apotheken einfach unerhört.“
 
Und tatsächlich: das Polizeipräsidium München muss nun Schadensersatz für das vernichtete Cannabismedikament zahlen – immerhin 6,60 Euro für eine „Konsumeinheit“ Cannabis.

 

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Da musste sogar der Innenminister Thüringens anrücken: Im Spind eines Polizeianwärters in der Polizeischule in Meiningen fand sich Cannabis. Drei Männer und eine Frau zwischen 18 und 20 Jahren stehen im Verdacht, Cannabis konsumiert zu haben. Zwei der Verdächtigen haben ihren Dienst bereits quittiert, gegen die beiden anderen läuft ein Diziplinarverfahren, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sprach mit sämtlichen Schülern der Polizeischule und erklärte: „Wer Polizist werden möchte, kann keine Drogen konsumieren.“

 

 

Ein völlig unbedeutender Schritt im „Kampf gegen die Drogen“, aber ein großes Ärgernis für alle illegal daran Beteiligten: Bereits am Dienstag wurden vom LKA Niedersachsen 180 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt. In Zusammenarbeit mit Drogenfahndern aus Montenegro wartete man schon auf eine Großlieferung Weed aus Montenegro, wie die „Neue Presse“ berichtet.

 

So griffen die Beamten zu, als sich der 34-jährige Fahrer eines Sattelzugs und der gleichaltrige Fahrer eines Kleinlasters aus Hannover-Empelde zur Übergabe der Drogen trafen. Zunächst herrschte Verwirrung, als die Polizisten einem leeren Sattelauflieger vorfanden, aber ein Drogenhund interessierte sich sehr für den Tank des Lasters. In eingebauten Hohlräumen fanden die Beamten etwa 160 Kilogramm Marihuana.

 

Bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen traten noch einmal 20 weitere Kilogramm zutage. Ein weiterer 39 Jahre alter Mann wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Die drei Beschuldigten wurden alle in Untersuchungshaft genommen.

 

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