Vorgestern auf einer ganz normalen Straße in Indiana hält die Polizei einen 2017er-Ford an, da der Fahrer nicht in der Fahrspur bleibt. Bei der Kontrolle stellen die Cops fest, dass der gesamte SUV vollgepackt mit Marihuana ist – fast 40 Kilo wurden in den Kofferraum gestopft. Gegen den 51-jährigen Fahrer und seinen 42-jährigen Beifahrer wird nun ermittelt.

 

Unklar ist noch, ob das Gras aus Colorado stammt, wo der Fahrer sesshaft ist. Denn das könnte dann ein Indiz dafür sein, dass eventuell eigentlich (in Colorado) legales Cannabis über die Grenzen in amerikanische Bundesstaaten ohne eine Cannabislegalisierung gebracht werden könnte.

 

Die Polizei freute sich jedenfalls über ihren Bust und twitterte ganz aus dem Häuschen ein Foto des einkassierten Autos (siehe Foto oben) und garnierte dieses mit dem flotten Spruch: „Somebody’s 4/20 celebration is canceled“ – ja, danke auch!

Wenn der eigene Stash immer kleiner wird, obwohl man selbst gar nicht so viel gepafft hat, stellt sich natürlich die Frage, welche Naschkatze sich denn da heimlicherweise bedient.

 

Überträgt man diese Ausgangsituation auf die Asservatenkammer einer Polizeistation, ergibt sich natürlich erstens ein reges Interesse seitens Presse und Dienstaufsicht. So geschehen im argentinischen Pilar, einer Provinz bei Buenos-Aires. Im Zuge der Inventur im Rahmen der Übergabe einer Polizeistation entdeckte der zuständige Kommissar, dass eine nicht unbeträchtliche Menge Marihuana aus der Asservatenkammer verschwunden war. Die fehlende Menge belief sich auf handfeste 540 Kilogramm Weed. Während der sich entfaltenden Untersuchung des Falls gaben Experten zu bedenken, dass sich die fehlenden Kilos infolge eines Trocknungsprozesse quasi in Luft aufgelöst haben könnten. Andere Mitglieder der Untersuchungskommission halten diesen Hergang in Anbetracht der verschwundenen Menge an Cannabis für äußerst unwahrscheinlich.

 

Allerdings ist diese Theorie wohl immer noch wahrscheinlicher als die unglaubliche, von den Sprechern der betroffenen Polizeiwache tatsächlich im Ernst veröffentlichte Erklärung, dass Ratten das getrocknete Blütenmaterial verspeist hätten. Obwohl die Untersuchung weiter geführt wird, ist zu bezweifeln, dass der Fall jemals zu einer befriedigenden Aufklärung gebracht wird.

 

Update vom 12.4.2018: Es wurden mittlerweile acht der Polizisten entlassen, die behaupteten, dass Mäuse das Gras gefressen hätten. Des Weiteren haben Experten der Universität Buenos Aires erklärt, dass Mäuse die Drogen nicht mit Nahrung verwechseln würden und dass, wenn eine große Gruppe von Mäusen das Cannabis gefressen hätte, eine Menge Kadaver gefunden worden wären.

Nach Hinweisen und mit einem ausgestelltem richterlichem Beschluss ausgestattet, drangen Polizeibeamte vergangenen Freitagmorgen in die Wohnung eines 63-jährigen Manns und seiner 66-jährigen Ehefrau in Moers ein. Dort fand sich neben verschiedenen Waffen auch eine Cannabis-Aufzucht im Keller. Des Weiteren war in der Wohnung über ein Kilo Marihuana, teilweise verkaufsbereit portioniert. Der Mann wurde verhaftet. Seine Ehefrau erschreckte sich laut „Rheinischer Post“ bei dem Einsatz so sehr, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

 

Währenddessen wurde nach fast zweijähriger Verhandlung am Wieder Landgericht ein 61-jähriger Mann zu 15 Jahren Haft verurteilt, da er als führendes Mitglied einer kriminellen Organisation seit 2004 mehr als 500 Kilogramm Cannabisprodukte von Spanien nach Österreich geschmuggelt haben soll.

Neues vom Paten von Gerresheim! Bei dem ungewöhnlichen Spitznamen klingelt vielleicht bei dem ein oder anderen etwas: 2016 stand der inzwischen 80-jährige Pate von Gerresheim, mit richtigem Namen Leonardo L., bereits vor dem Düsseldorfer Landgericht (wir berichteten).

 

Vorgeworfen wurden dem Mann der Betrieb einer riesigen Cannabisplantage (etwa 3200 Pflanzen), die von sklavenähnlich gehaltenen Erntehelfer aus Vietnam gepflegt wurde. In den Räumlichkeiten in einem alten Hochbunker stellte die Polizei außerdem 160 Kilo erntereifes sowie 60 Kilo verkaufsfertiges Cannabis sicher. Es handelte sich um eine der größten Cannabisanlagen, die je in NRW entdeckt wurde. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Angeklagten und dessen Krebserkrankung wurde das Strafverfahren nichtsdestotrotz aus humanitären Gründen bis auf Weiteres eingestellt.

 

Ein Stromanbieter gibt sich damit allerdings nicht zufrieden und strengt nun eine eigene Klage gegen den Paten wegen Stromdiebstahls an. Denn der exorbitante Stromhunger der Plantage (170 600-Watt-Lampen beleuchteten die Pflanzen) wurde mit illegal abgezapftem Strom befriedigt. Insgesamt 64.562,73 Euro fordert das Unternehmen nun von Leonardo L. zurück.

Der Cannabisverkauf ist zwar tendenziell eher eine Männerdomäne, doch dieser spektakuläre Fall aus Burgenland zeigt, dass es auch anders geht. Durch Hinweise gelangte die Polizei auf die Spur einer Cannabishändlerin, einer erst 16-jährigen Handelsschülerin aus Eisenstadt. Stilecht gelang der Polizei der Zugriff im Klassenzimmer (!), wo das Mädchen mit etwa fünf Gramm Cannabis, einer Feinwaage und 1.400 Euro in kleinen Scheinen dingfest gemacht wurde. Ein aufgegriffener Kunde hatte die Gesetzeshüter auf die Spur der Heranwachsenden gebracht.



In ihrem Kinderzimmer fand man dann doch tatsächlich eine Abnehmerliste mit mehr als 50 Kunden, alle zwischen 16 und 20 Jahre alt, weitere Drogen und dazugehöriges Verpackungsmaterial. Mit dem Verkauf von Cannabis, Amphetaminen und Ecstasy soll die junge Frau im Sommer 2017 rund 200.000 Euro verdient haben. Besonders pikant macht den Fall aber eine brisante Entdeckung am Rande: auf der beschlagnahmten Kundenliste fanden sich Angaben zufolge auch die Namen von Kindern bekannter österreichischer Politiker. Wer weiß, vielleicht wird dieser Fall noch größere Kreise ziehen als auf den ersten Blick vermutet

Bayern ist ein hartes Pflaster für Cannabisfreunde, besonders für solche aus toleranteren Städten wie etwa Berlin. Diese Erfahrung musste Tobias Gill vergangenen Sommer vor einem Café in München machen (wir berichteten): der junge Hauptstädter, der mit Cannabis seine chronischen Rückenschmerzen lindert, hielt es für eine gute Idee, sich dort in aller Ruhe einen Joint zu rauchen. Die Polizei war von diesem Einfall ganz und gar nicht angetan, nahm Gill kurzerhand fest und fand vier Gramm Marihuana.

 

Im August bekam Gill von der Staatsanwaltschaft seinen Strafbefehl und der hatte sich gewaschen: entweder akzeptiere der Beschuldigte eine Geldstrafe von 9.600 Euro oder er müsse für vier Monate in Haft. Um auf seinen Fall und das überharte Strafmaß aufmerksam zu machen, veröffentlichte Gill ein Statement auf YouTube (siehe unten). Ob es letztendlich wirklich an dem Clip lag, ist unklar, doch die bayerische Justiz zeigte sich nachgiebig und akzeptierte ein Gnadengesuch des 35-Jährigen, woraufhin die Strafe in gemeinnützige Arbeit umgewandelt wurde.

 

Doch damit nicht genug: Gills Verteidiger erreichte doch tatsächlich, dass die Stunden bei der Grünen Hilfe, einem Verein, der sich in der Hauptsache um strafverfolgte Cannabiskonsumenten kümmert, abgeleistet werden können. Was von Gill in einem Zwiegespräch mit seinem Verteidiger eigentlich als Spaß gemeint war, erhielt, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich die Zustimmung der bayerischen Justiz.

 

Nun sitzt Tobias Gill tatsächlich an der Kasse des Hanfmuseums in Berlin, das mit der Grünen Hilfe kooperiert und ist zufrieden: „Ich bin jetzt schon die zweite Woche hier und fühle mich absolut akzeptiert und angekommen. Es ist noch schöner, als ich mir das vorgestellt habe.“

Ein kurioser Aushang, scheinbar verfasst von der Hausverwaltung, dürfte einigen Bewohnern eines Heidelberger Studentenwohnheims am Wochenende die Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben.

In dem Schreiben wurden die Studenten darauf hingewiesen, dass vom 12. bis zum 14. März im Wohnheim im Auftrag der Staatsanwaltschaft polizeiliche Hausdurchsuchungen aufgrund von "wiederholtem Cannabiskonsum" stattfinden würden. Wer zum Zeitpunkt der Durchsuchung nicht anwesend sei, müsse damit rechnen, dass sich die Polizei eigenmächtig Zutritt verschaffe.

 



Das Schreiben wirkt zwar durchaus professionell und trägt das Logo der Hausverwaltung, spätestens bei dem Hinweis aber, dass Verstöße, die nichts mit Cannabiskonsum zu tun hätten, nicht geahndet würden, sollte einem cleveren Studenten vielleicht dämmern, dass an der ganzen Sache etwas faul sein könnte.

Sowohl die Polizei als auch die Hausverwaltung, die sogleich Anzeige gegen den Ersteller des Aushangs erstattete, wiesen jede Verbindung zu dem Vorfall zurück.

Marlene Mortler bleibt weiterhin Drogenbeauftragte Deutschlands (wir berichteten). Zeit also, um mal wieder Signale gegen „die Szene“ zu setzen und der schlimmbösen Rauschgiftkriminalität Einhalt zu gebieten! Also: 60 Polizisten teilweise mit Sturmhauben versehen und in Bremen in die Friedrich-Klippert-Straße schicken, das Grasdealer-Pack ein bisschen aufmischen.

 

Wie „Bild“ berichtet, wurden ein Café, eine Teestube und ein Kiosk sowie 30 Personen durchsucht. Der Kiosk eines hart arbeitenden Mannes wurde verwüstet und so hinterlassen, auch ohne dass Drogen gefunden werden. Insgesamt fand die Polizei auf fünf Tatverdächtige verteilt 100 Gramm Cannabis (oder 100 Gramm Cannabis und Marihuana, wie es bei der Polizei heißt) sowie ein gestohlenes Tablet. Das sind immerhin 1,67 Gramm von diesem Cannabismarihuana, von dem man so viel hört, pro Polizist (sowie 0,0167 gestohlenes Tablet pro Polizist). Festnahmen: keine.

 

Jeder Mensch, der seine Sinne beisammen hat, wird sich für diese schöne, Zigtausende Euro teure und komplett sinnlose Razzia bei der Polizei und der Bundesregierung bedanken. Die Polizei jedoch feiert sich selbst für diesen gelungenen Coup: Laut Polizeiführer Jens Körber war die Razzia „ein weiterer Baustein zur Verunsicherung der Szene“ und „ein wichtiges Signal dafür, dass die Polizei konsequent gegen Straftäter vorgeht.“ Na dann. Applaus!

Das mag komisch klingen, aber auch beim Indoor-Grow kann einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. So geschehen vergangenen Freitag in West Yorkshire, wo die Polizei eine Plantage mit Pflanzen im Wert von rund 90.000 Euro hochnahm.



Einen Strich durch die Rechnung machte den Growern sozusagen Sturmtief Emma, das zu der Zeit über Großbritannien hinwegfegte und in einigen Regionen bis zu sechzig Zentimeter Schnee mitbrachte. Dadurch fiel den Gesetzeshütern auf, dass auf dem Dach des betroffenen Hauses, in dem sich die Plantage befand, im Gegensatz zu den Häusern in der Nachbarschaft seltsamerweise nur wenig Schnee lag.



Durch die Hitzeentwicklung der Growlampen, die die rund 322 Pflanzen mit ausreichend Licht versorgen sollten, blieb auf dem Hausdach so gut wie kein Schnee liegen. Als die Polizei zudem auf dem Grundstück einen starken Cannabisgeruch witterte, war der Fall klar und das Haus wurde gestürmt.

 

Da dort jedoch niemand angetroffen werden konnte, läuft nun eine Fahndung nach den Mietern, Angaben der Nachbarn zufolge handelt es sich um zwei etwa dreißigjährige Männer.

Noch am Wochenende berichtete Highway über einen Polizeiobermeister aus dem Saarland, der unter anderem wegen Haschischs in seinem Spind und weiterer Drogendelikte suspendiert und letztendlich aus dem Dienst entlassen wurde.

In den USA, genauer im beschaulichen Lumberton, Mississippi, spielt sich gerade ein ähnlicher Fall ab: der Polizeichef des 2.000-Seelen-Kaffs, Shane Flynt, wurde, ganz wie sein deutscher Kollege, aufgrund von Cannabis-Konsum suspendiert. Was den Fall allerdings eine ganze Ecke spektakulärer macht, ist die Tatsache, dass doch tatsächlich ein Video existiert, das Polizeichef Flynt mit einem Bubbler oder einem Chillum beim ausgelassenen Kiffen zeigt (siehe Video ab 00:41 Min.).

Doch damit nicht genug: Der sichtlich angeheiterte Polizeibeamte wird in dem Clip nicht müde, seinen Cannabiskonsum zu feiern und sogar damit anzugeben. „Ich bin der einzige Polizeichef in Lumberton, der Weed raucht. Wer ist der Coolste hier? Ich bin der Coolste hier!“, so der scheinbar tiefenentspannte Gesetzeshüter. Detail am Rande: auf dem Video ist übrigens klar und deutlich Flynts Uniform zu erkennen, die hinter ihm an der Garderobe hängt. Den Job als Polizeichef bekleidet der Gute übrigens erst seit September 2017. Wer das Video filmte und wer es schließlich an die Öffentlichkeit brachte, ist bislang unklar.

Während die Behörden nun das aufgetauchte Video ausgiebig prüfen wollen, bleibt der reuige Polizeichef, der zerknirscht auf eine zweite Chance hofft, bis auf Weiteres bei vollen Bezügen suspendiert.