Sicherlich hatte jeder Grower schon Ernten, die hinter den Idealvorstellungen von Duft und Geschmack zurückgeblieben sind. Viele sind auch schon in der Situation gewesen, dass sie wussten, dass das geerntete Material nicht die geschmackliche Qualität besitzt, mit der sie sich gerne gebrüstet hätten. Der Weg zu zufriedenstellenden Geschmacks- und Duftergebnissen beginnt schon vor dem Setzen der Pflanzen beziehungsweise dem Säen der Samen.  

 

Sauberes  Wachstumsmedium 

Bei der Anzucht in Hydrokultur werden die Pflanzen in ein Material ohne Nährstoffe gesetzt. Die Nährstoffe werden später in Form einer Flüssigkeit zugeführt, die aus Dünger gemäß der empfohlenen Dosis angemischt wird. Die Sauberkeit des Mediums am Anfang ist sehr wichtig. Deshalb ist es gut, die Qualität des Mediums schon beim Einkauf zu kontrollieren. Bei Steinwolle sollte man zum Beispiel versuchen, auf die Reinheit zu achten und diese ohne Staub und Beschädigungen zu kaufen. Auch Keramsit sollte in einer höheren Qualität gekauft und zudem vor dem Gebrauch gründlich in Wasser ausgewaschen werden. Es ist ratsam den pH-Wert auf 6,5 anzupassen. Wenn das Medium wiederholt benutzt wird, ist es wichtig, das Medium vor Wiedergebrauch gründlich zu spülen und restliche Nährstoffe, eventuell vorhandene Parasiten und Wurzelreste zu entfernen. Zum Entfernen der Nährstoffe werden Enzyme genutzt, die diese zersetzen und an sich binden. Einen Tag wird das Anzuchtmedium zum Säubern nur mit den in Wasser gelösten Enzymen gegossen, am nächsten Tag wird das Medium dann großzügig mit Wasser gespült.

 

Das Ziel ist, den EC-Wert zu erreichen, den sauberes Wasser ohne Düngerzusatz hat. Dazu wird der EC-Wert des Wassers, das aus dem Anzuchtmedium herausläuft, mit dem unbehandelten Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, verglichen. Die Spülung wird so lange gemacht, bis sich diese beiden Werte angleichen – es wird nur mit sauberem Wasser ohne Enzyme gespült! Wenn im Anzuchtmedium Parasiten entdeckt werden, müssen diese identifiziert und ein entsprechendes Gegenmittel eingesetzt werden. Dieser Schritt muss noch vor dem zuvor beschriebenen Spülen stattfinden. Bei der Anzucht im Boden ist es besonders wichtig, auf die Qualität zu achten. Wenn ein Substrat mit schlechter Qualität oder schlechter Düngung verwendet wird (z. B. ein Substrat mit Vordüngung für andere Pflanzen als die, die angebaut werden), wird der Weg zu einem qualitativ hochwertigem Geschmack und Duft deutlich erschwert. Die Grundlage ist folgerichtig ein Qualitätssubstrat, korrekt gedüngt und richtig bewässert.  

Hydrokultur 

Aber zurück zur Hydrokultur, die Vorteile bezüglich Wachstum und Erntemenge bietet, deren Ziel es aber auch sein sollte, sich größtmöglich dem Geschmack und Duft von Pflanzen in Qualitätssubstrat anzunähern. Sehr wichtig ist bei der Hydrokultur das regelmäßige Spülen – Flushing genannt. Im Idealfall wird dies während des gesamten Vegetationszyklus alle sieben Tage durchgeführt. Es ist unverzichtbar, dass während der Spülung Enzyme verwendet werden. Einen Tag wird mit Enzymen gespült, den nächsten Tag mit Wasser. Die Enzyme zersetzen den restlichen Dünger und das Salz – das Wasser spült dies dann aus. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu viel gegossen werden. In diesem Fall beginnen die Wurzeln zu faulen und die Pflanze kann die Nährstoffe nicht verarbeiten. Diese sammeln sich dann im Anzuchtmedium an und dessen EC-Wert steigt ständig. Es ist gut, die Feuchtigkeit des Mediums am Tag nach dem Spülen zu kontrollieren. Falls das Anzuchtmedium zu nass ist, sollte das Gießen einen Tag ausgelassen werden, damit sich die Feuchtigkeit des Anzuchtmediums wieder dem gewünschten Wert anpasst. Für einen verbesserten Geschmack und Geruch lassen sich heutzutage auch verschiedene Zusatzdünger kaufen. Diese geben den Pflanzen einen bestimmten Geschmack (Erdbeere, Blaubeere, Himbeere usw.) und werden in den letzten Tagen vor der Ernte angewendet. Genauso existieren Zusatzdünger ohne Geschmack, die dafür sorgen sollen, dass die Blüten auch noch in den letzten Tagen der Ernte richtig ausreifen. Solche Mittel werden von verschiedenen Herstellern angeboten.

10 bis 14 Tage vor der Ernte wird zur Abschlussspülung übergegangen. Zunächst werden wieder Enzyme eingesetzt. Danach wird nur noch mit Wasser mit eingestelltem pH-Wert gespült. Es wird empfohlen, dem Wasser soeben erwähnte Mittel zuzugeben. Diese können bis zum Abschluss der Ernte eingesetzt werden. Die Früchte werden nach der Anwendung schön fest und reifen gut aus. Fünf Tage vor der Ernte wird nochmals mit Enzymen gespült und bis zum Ende der Ernte dann weiterhin nur noch mit Wasser mit angepasstem pH-Wert. Es sollten niemals Enzyme gemeinsam mit  Dünger oder anderen Mitteln in eine Spülung gegeben werden.  

 

Das Timing der Ernte und der Trocknung  

Das richtige Timing der Ernte ist für den perfekten Geschmack des angebauten Produkts grundlegend, denn wird zum richtigen Zeitpunkt geerntet, ist das Ergebnis süßer und duftender. Das Trocknen der Pflanzen hat einen großen Einfluss auf den anschließenden Geschmack. Es sollte in einem dunklen, gut gelüfteten Raum bei einer Temperatur von 15 °C bis 20 °C getrocknet werden. Wenn die Pflanzen im Ganzen getrocknet und erst anschließend abgeerntet werden, wird der Geschmack noch besser.             

              

von Mr. José

 

Cannabis bewässern – klingt eigentlich wie ein einfaches Thema: Wasser rein und fertig? Nicht ganz! Um am Ende eine gesunde und kräftige Cannabispflanze großgezogen zu haben, muss ein Grower bei der Bewässerung einige Dinge beachten. In diesem Artikel liefert Grow-Experte Junior Gong daher einige Tipps zum Bewässern bei einem Grow auf Erde und auf Cocos.

 

Wasser ist quasi das Transportmedium für Nährstoffe und Mineralien, die die Pflanze für ihr Wachstum braucht. Über den Vorgang der Osmose wird Wasser samt der darin gelösten Nährstoffe aus dem Growmedium angesaugt und durch die Pflanze transportiert. Die Nährstoffe werden in den Zellen verarbeitet und anschließend verdunstet das Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter.
 

Ein typischer Anfängerfehler ist es, der Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser zu geben. Gerade wenn man nie wirklich mit Zimmerpflanzen zu tun hatte und zum ersten Mal growt, fehlt einem die Erfahrung beim Gießen. Bekommt die Pflanze nicht genug Wasser, kann sie nicht ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Es bilden sich dadurch Nährstoffmängel. Die Cannabispflanze benötigt außerdem für die chemischen Vorgänge (etwa die Photosynthese) ausreichend Wasser in den Zellen. Wird zu wenig gegossen, wird der gesamte Stoffwechsel gebremst und das Wachstum stark gehemmt. Die Pflanze droht von innen auszutrocknen. Zu viel Wasser ist aber genauso schädlich.  Ist der Boden zu sehr durchwässert, kann Wurzelfäule entstehen, die gerade von Anfängern meist nicht erkannt wird. Zudem steigt die Schimmelgefahr immens, da sich Pilze in feuchten Umgebungen ohne viel Bewegung rasend schnell ausbreiten können. Hinzu kommt, dass die Wurzeln bei zu viel Feuchtigkeit nicht genug Sauerstoff bekommen und absterben können.

 

Damit die Cannabispflanze prächtig wachsen und gedeihen kann, muss also bei der Bewässerung ein gesundes Mittelmaß gefunden werden. Auch bedacht werden muss, dass die Zusammensetzung des Wassers auch eine wichtige Rolle spielt. Im Idealfall hat Gießwasser für Cannabis einen neutralen pH-Wert von circa 7, einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 und eine Zimmertemperatur von 22 bis 24 °C. Damit kann es den pH-Wert des Bodens nicht kaputt machen und die Pflanze nicht übersalzen. Gleichzeitig ist es damit perfekt geeignet, um Dünger anzumischen.

 

Es wäre zu schön, wenn man ganz unkompliziert das Wasser aus dem Hahn nehmen und damit die Cannabispflanze gießen könnte. Leider ist es aber nicht ganz so einfach. Leitungswasser enthält Kleinstmengen an Salzen, Mineralien und Chemikalien, die zwar für den menschlichen Organismus keine Gefahr darstellen, aber der Cannabispflanze schaden können. Das größte Problem ist der Kalk im Wasser, der das Substrat versalzen kann. Zu viel Salz kann die Wasseraufnahme der Pflanze bremsen. Ab einer bestimmten Salz-Konzentration droht die Umkehrosmose und der Boden beginnt, Wasser aus der Pflanze zu saugen. Ohne Gegenmaßnahmen trocknet die Pflanze rasant aus und stirbt einen schnellen Tod. Je nach Gegend kann der Kalkgehalt im Leitungswasser sehr hoch sein. Kalk ist nichts anderes als ein Salz und muss herausgefiltert werden. Bei hartem, also sehr kalkhaltigem Leitungswasser macht es Sinn, etwa fünfzig Euro in ein EC-Meter zu investieren, um den Salzgehalt des Leitungswassers im Blick zu behalten. Ist der EC-Wert des Leitungswassers nur leicht erhöht, ist eine Filterkanne von der Firma Brita die einfachste Lösung. Diese kann den EC-Wert um 0,15 bis 0,3 senken. Bei EC-Werten über 0,7 kann nur eine Umkehrosmose-Anlage dabei helfen, die Salze aus dem Leitungswasser zu filtern.

 

Im Gegensatz zu Leitungswasser ist Regenwasser schon etwas besser zum Gießen geeignet, da es nahezu keine Salze enthält. Doch es enthält auch nahezu keine Mineralien. Problematisch wird dies beim Anmischen von Dünger, da die Dünger-Lösungen vom Salz- und Mineraliengehalt her auf Leitungswasser abgestimmt sind. Beim Gießen mit reinem Regenwasser entstehen deshalb oft Calcium- oder Magnesiummängel in der Pflanze. Eine häufige Lösung ist das Mischen von Leitungs- und Regenwasser, sodass man am Ende einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 herausbekommt. So erhält die Pflanze genug Mineralien und der Boden kann auch nicht versalzen. Wichtig dabei ist es, kaltes Wasser aus dem Hahn zu nehmen, da warmes Wasser in der Heizanlage mehr Mineralien aufnehmen und den EC-Wert dadurch erhöhen kann. Zusätzlich sollte das Leitungswasser vor dem Mischen und der Messung über Nacht in offenen Eimern „lüften“, sodass sich die unerwünschten Chloride verflüchtigen können. Die Eimer dürfen nicht aus Metall sein, da sonst Mineralien aus dem Metall in das Wasser diffundieren können.

 

Hat man nun die Versorgung mit passendem Gießwasser sichergestellt, stellt sich die Frage, wie man die passende Gießmenge feststellt. Es liegt auf der Hand, dass junge Sämlinge weitaus weniger Wasser brauchen als schon ausgewachsene Pflanzen. Zum Glück gibt es ein paar praktische und unkomplizierte Tricks, um die passende Menge an Wasser zu finden. Und sowieso gilt immer, die Pflanze aufmerksam zu beobachten, wie sie auf die Gießmenge reagiert.

 

Grundsätzlich ist ein Wassermangel einfacher zu beheben als eine Überwässerung. Im Zweifelsfall sollte man daher lieber etwas zu wenig gießen als zu viel. Einen Wassermangel erkennt man an zu trockener Erde und herunterhängenden Blättern an der gesamten Pflanze. Hier hilft es, den Topf einmal anzuheben und zu überprüfen, ob er sich verdächtig leicht anfühlt. Die Lösung für einen Wassermangel ist einleuchtend: mehr gießen – allerdings bitte sehr, sehr langsam! Denn die vertrocknete Erde bildet einen Spalt am Topfrand, an dem das Wasser bei zu schnellem Gießen einfach zum Boden ablaufen würde. Sollte die Erde sehr stark ausgetrocknet sein, hilft es, etwa einen Zentimeter der obersten Erdschicht vorsichtig mit einer Gabel aufzulockern.

 

Eine Überwässerung kann gerade bei Keimlingen und jungen Pflanzen verheerende Folgen haben. Die Symptome an der Pflanze sind die gleichen wie bei einem Wassermangel – die Blätter hängen an der gesamten Pflanze nach unten. Im späteren Verlauf bilden sich gelbe Flecken an der Blattoberfläche. Die Erde ist total durchnässt und es bildet sich eventuell Schimmel an der Erdoberfläche. Die Lösung für eine Überwässerung ist ein sofortiger Wasserstopp. Als Präventivmaßnahme kann man vor dem Grow für bessere Drainage sorgen, indem genug Löcher an der Topfunterseite angebracht werden. So kann das Wasser besser ablaufen. Zusätzlich kann man vor dem Befüllen mit Erde eine etwa drei Zentimeter hohe Schicht aus Blähton-Granulat im Topf anlegen und so die Drainage-Wirkung nochmals erhöhen.

 

Was die Gieß-Häufigkeit angeht, mögen alle Pflanzen lieber häufiger kleinere Portionen anstatt große Portionen in dafür auch größeren Zeitabständen. So kann man beispielsweise ein- bis zweimal täglich in kleinen Portionen gießen, dadurch eine Überwässerung vermeiden und gleichzeitig die Erde vor dem Austrocknen bewahren. Das Gießen beim Indoor-Growing findet optimalerweise kurz vor dem Start der Lichtphase statt. Mit der Beleuchtung startet auch die Photosynthese und die Pflanze kann mehr Wasser über die Spaltöffnungen aufnehmen, da sie darüber auch das notwendige CO2 aufnimmt.

 

Die einfachste Gieß-Methode ist, alle zwei bis drei Tage (bei jungen Pflanzen täglich) die oberste Erdschicht zu prüfen. Sobald ungefähr drei Zentimeter der Erde trocken sind, muss nachgegossen werden. Beim Gießen muss darauf geachtet werden, die Erde langsam und gleichmäßig zu durchtränken und die Ränder des Topfs nicht zu vernachlässigen. Bei schlechter Drainage kann man zunächst mit der Hälfte der Gießmenge anfangen und nach fünf bis zehn Minuten Pause die restliche Hälfte dazugeben. Sobald unten am Topf Wasser abläuft, hat man genug gegossen. Das Wasser in den Topfuntersetzern wird später von den Wurzeln abgesaugt. Es hilft zusätzlich, bei jedem Gießen den Topf anzuheben und das Gewicht zu überprüfen, um ein Gefühl für die optimale Menge an Wasser zu bekommen. Erst wenn sich das Gewicht um mindestens die Hälfte reduziert hat, kann man wieder gießen. Das Topfgewicht als Maß braucht zwar etwas Feingefühl, es ist aber dafür ein äußerst zuverlässiger Weg, um den Wasserbedarf zu bestimmen.

 

Wie viel Wasser am Ende verbraucht wird, hängt von dem Grow-Setup und den Umständen ab. Nach dem Umtopfen geht der Wasserverbrauch beispielsweise häufig runter, da sich die Pflanze erst einmal von dem Stress erholen muss. Bei leistungsstarken NDL-/MHL-Setups verdunstet beispielsweise relativ viel Wasser, sodass häufiger nachgegossen werden muss als bei einem ähnlichen LED-Setup.

 

Bei einem Grow in einem anderen Growmedium als Erde muss das Gießverhalten oft angepasst werden. Alle Growmedien haben unterschiedliche Eigenschaften, wenn es um die Aufnahme von Wasser geht. Cocos-Substrat kann Wasser extrem gut aufnehmen und überschüssiges Wasser auch sehr schnell wieder abgeben. Denn durch die fluffige Konsistenz können Cannabispflanzen Wasser in Cocos schneller resorbieren als etwa in Erde. Deshalb muss bei einem Grow auf Cocos mindestens einmal täglich nachgegossen werden – in manchen Fällen sogar zwei- bis dreimal pro Tag. Da Cocos-Substrat keine Mikroorganismen enthält, muss es bei jedem Gießen auch gedüngt werden, um den Nährstoffhaushalt sowie die pH- und EC-Werte stabil zu halten. Bei jedem Gieß- und somit Düngvorgang auf Cocos sollten etwa 15 bis 20 Prozent der Gießmenge als Drainage abfließen. Sprich für jeden Liter Gießwasser sollten unten am Topf etwa 150 bis 200 Milliliter Wasser abfließen. Deshalb sollte man bei einem Cocos-Grow unbedingt für ausreichende Drainage sorgen.

 

Da Wasser für die Cannabispflanze (so wie auch für jede andere Pflanze) essentiell ist, können die in diesem Artikel genannten Grundlagen mit dem kleinen Einmaleins gleichgesetzt werden. Wer schon beim Gießen nicht auf die bestmögliche Art und Weise achtgibt, wird auch mit dem besten Zubehör und teuren Zusätzen keine großen Grow-Erfolge feiern können.