Acapulco Gold und Mexican Sativa – diese beiden klassischen Weed-Sorten verraten direkt einiges über das Land Mexiko: anscheinend raucht und kultiviert man dort gerne Marihuana. Und das schon seit langer, langer Zeit. Nun hat es dort am Mittwoch eine hoch interessante Entscheidung von oben gegeben: das mexikanische Verfassungsgericht erklärte – ähnlich wie das Südafrikanische Verfassungsgericht im September – das herrschende Cannabis-Verbot für verfassungswidrig und erklärte die entsprechenden Gesetze für ungültig.

 

Für den Moment kann man dies noch nicht als Legalisierung bezeichnen, denn die Gesetze sind nun zwar ungültig, aber theoretisch immer noch Vorschrift. Jedoch kann sich nun jeder, der in Mexiko mit Gras erwischt wird, auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts berufen und straffrei ausgehen. Dies liegt daran, dass in Mexiko die Rechtslage so gestaltet ist, dass wenn das Verfassungsgericht in fünf gleichartigen Fällen fünf Individuen jeweils abweichend von den herrschenden Gesetzen verurteilt, neue Gesetze notwendig werden.

 

Da in den vergangenen Jahren schon drei Personen, unter anderem einer damals acht Jahre alten Epilepsie-Patientin, das Recht zugesprochen wurde, Marihuana anzubauen und zu konsumieren, forcierten Cannabis-Aktivisten mühsam zwei weitere dieser Entscheidungen. Wie auch zuvor, fielen diese Urteile so aus, dass das Verfassungsgericht erklärte, dass die Cannabis-Prohibition dem Recht der mexikanischen Bürger im Weg steht, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten.

 

Somit ist das Cannabis-Verbot seit vorgestern Geschichte, was die mexikanische Bevölkerung zu zahlreichen spontanen Freudenfesten animierte. Jedoch gibt es noch nicht „die Legalisierung“ und man sollte derzeit auch nicht vor der Polizeiwoche ein paar Joints rauchen und hoffen, dass man in Ruhe gelassen wird.

 

Nun liegt es am mexikanischen Kongress, eine Legalisierung auf den Weg zu bringen – oder auf Biegen und Brechen zu versuchen, die Gesetzeslage weiterhin so ungemütlich für Cannabiskonsumenten zu gestalten, wie es nach den neuen Entscheidungen des Verfassungsgericht eventuell noch möglich sein wird. Der Kongress hat nun 90 Tage Zeit, neue Gesetze auf den Weg zu bringen. Dass dies in einer allgemeinen Legalisierung münden wird, ist dabei relativ wahrscheinlich – wie diese genau aussehen wird, jedoch unklar.

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du ab morgen, Dienstag, den 22. Oktober, die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

Link: Highway am Kiosk finden (Deutschland) Link: Highway 06/2018 als E-Paper (PDF) kaufen Link: Highway 06/2018 für Kindle bei Amazon kaufen Link: Inhaltsvorschau Highway 06/2018

Ahhh... wir als Cannabismagazin leiden gelegentlich darunter, dass wir Nachrichten veröffentlichen müssen, bei denen wir befürchten, dass sie uns keiner glaubt (wir veröffentlichen jedoch übrigens ausschließlich jedes Jahr am 1. April unsere liebgewonnenen Fake-News). Aber die Welt ist verrückt – und Cannabis ist so sehr verbreitet, dass immer wieder merkwürdige Meldungen auftauchen. So auch heute...

 

Folgendes geschah vor wenigen Tagen in Mexiko-Stadt: die 37-jährige Gloria C. suchte ein Krankenhaus auf, gab Bauchbeschwerden an und sagte den Ärzten, sie würde ihr ungeborenes „Baby“ nicht mehr spüren. Nachdem die Ärzte keinen Herzschlag des Babys feststellen konnten, wurde sie unmittelbar in eine Spezialklinik verlegt und notoperiert.

 

Dabei stellten die Ärzte Erstaunliches fest – ein Baby gab es in der Frau nicht zu finden, jedoch über ein Kilo mit Klebeband umwickeltes Marihuana, das teilweise mit Erdklumpen versetzt war und in der Vagina und dem Bauch der Frau steckte.

 

Die Frau wurde festgenommen und vor ein Gericht gebracht, um sich wegen „Verbrechen gegen die Gesundheit“ zu verantworten, aber der Richter ließ sie frei, da ihre Festnahme illegal gewesen sei. Laut Berichten der „Daily Mail“ wurde sie in den Jahren 2010 und 2015 bereits aufgrund desselben Vergehens verurteilt.

 

Einfach nur seltsam.

Ob riesige Mauer oder nicht – mexikanische Drogenbanden werden vermutlich niemals aufhören, Weed und andere Dinge über die amerikanische Grenze zu schmuggeln. Das Geschäft ist einfach zu lukrativ und die sonstigen Verdienstmöglichkeiten auf der mexikanischen Seite der Grenze zu schlecht.

 

Anfang des Jahres berichteten wir hier über einen Katapult, mit dem Marihuana von Mexiko in die Vereinigten Staaten geschossen wurde. Wie „El Universal“ meldete, haben die mexikanischen Weed-Lieferanten nun anscheinend aufgerüstet und eine Kanone zusammengezimmert, die das Weed über die Grenze ballert.

 

In der mexikanischen Stadt Agua Prieta konfiszierten Generalstaatsanwaltschaft und Militär eine an eine Bazooka erinnernde Kanone, die in einem Auto installiert wurde. Auf der anderen Seite der Stadt liegt die amerikanische Stadt Douglas. Fürs Erste brauchen die Einwohner dort nun keine Sorge zu haben, von riesigen Gras-Paketen erschlagen zu werden. Auch 825 Kilogramm Munition in Form von Marihuana wurden einkassiert.

 

Allein auf der amerikanischen Seite sind inzwischen 20.000 Grenzwächter im Einsatz, die auf Jagd nach Drogenschmugglern sind.

 

Bereits im Jahr 2016 war in Mexiko eine in einem Auto installierte Gras-Bazooka entdeckt worden, wie dieses Video von „ABC News“ zeigt:

Ideen muss man haben! Mexiko ist bekannt dafür, allerhand Drogen – darunter auch viele Tonnen an Marihuana – in die Vereinigten Staaten zu exportieren, illegalerweise versteht sich. Und auch wenn aufgrund der Legalisierungen in den USA der Marihuana-Markt für die Mexikaner schon ganz schön geschrumpft ist und sich die Drogenkartelle daher wieder vermehrt auf Heroin und Kokain konzentrieren, wird immer noch eine Menge Weed nach Amerika geschmuggelt.

 

Oft geschieht dies in Tunneln, aber vielleicht wollten sich einige Mexikaner schon einmal auf die riesengroße, von US-Präsident Donald Trump angekündigte Mauer vorbereiten. Denn einige findige Marihuana-Schmuggler bauten einen Katapult, mit dem Weed-Packen über die Grenze geschleudert werden sollten – und auch tatsächlich wurden.

 

Dies ist der Original-Katapult, um den es sich handelt.

 

Doch gerade als die Weed-Schmuggler am vorvergangenen Freitag dabei waren, ihre heiße Ware durch die Gegend zu schießen, näherten sich auf der amerikanischen Seite (im Bundesgebiet Arizona) zufällig einige Grenzschützer. Dies veranlasste die Menschenmenge auf der mexikanischen Seite zur unmittelbaren Flucht, wie die amerikanische Grenzschutzbehörde CBP meldete.

 

Daher schauten die US-Grenzwächter dort nach dem Rechten und entdeckten den Katapult auf der mexikanischen Seite. Daraufhin wurde die amerikanische Seite abgesucht und tatsächlich wurden über 23 Kilogramm Marihuana gefunden, die mit diesem Gerät rübergeschossen wurden. Das Weed kam in zwei Paketen herüber. Wie viel eventuell aber schon abtransportiert wurde und ob die Lieferung eigentlich noch viel größer werden sollte, ist nicht bekannt.

 

MEHR BOCK AUF CANNA-NEWS? AB MORGEN GIBT ES DIE NEUE AUSGABE VON HIGHWAY AN JEDEM GUT SORTIERTEN (BAHNHOFS-)KIOSK UND HEAD- UND GROWSHOP FÜR SCHLAPPE 2,60 EURO.

Wie Reuters berichtet, kann angenommen werden, dass der mexikanische Kongress im Mai den medizinischen Einsatz von Cannabis freigeben wird, da verschiedene Parteien die geplante Gesetzesänderung befürworten. Die Bevölkerung Mexikos geht sogar auch noch weiter und wünscht sich in der Mehrheit eine komplette Legalisierung von Cannabis. Das ist von der Regierung jedoch nicht vorgesehen. Die amerikanische Firma Privateer Holdings schätzt den Cannabismarkt in Mexiko bei einer kompletten Legalisierung auf annähernd zwei Milliarden Dollar pro Jahr.