Der ein oder andere Bewohner des US-Bundesstaats Michigan blickt wohl voller Neid nach Colorado oder Kalifornien, wo Cannabis inzwischen komplett freigegeben ist. In Michigan selbst ist zwar zumindest der medizinische Konsum gestattet, allerdings scheinen die Polizeibehörden gar nicht gut auf Marihuana zu sprechen zu sein. Diese bittere Erfahrung musste nun eine 80-jährige (!) Dame machen, die die Polizei aufgrund des gestohlenen Smartphones ihres Enkels zu sich gerufen hatte. Doch anstatt sich um den Diebstahl zu kümmern, rochen die Beamten einen herb-süßlichen Duft im Innern des Hauses. Die Neugier geweckt, fanden die Gesetzeshüter auch sogleich ein paar Grämmchen Weed, vier Joints, Pfeifen und einen Ausweis, dessen Besitz die Trägerin zum Konsum von medizinischem Marihuana befähigt. Leider hatte die alte Dame es versäumt, ihn rechtzeitig erneuern zu lassen und so musste sie die geballte Wut der Deputies über sich ergehen lassen. Die verhafteten die Omi ohne zu zögern und – obwohl eine simple Verwarnung auch dem Gesetz nach angebrachter gewesen wäre – und sperrten die 80-Jährige in eine Gefängniszelle, in der sie tatsächlich auch die Nacht verbringen musste. Natürlich musste die Anklage im Nachhinein wieder fallengelassen werden, einmal weil die Seniorin ihre Konsumerlaubnis erneuerte und pikanterweise auch deshalb, weil die Beamten die Oma nicht über ihre Rechte aufgeklärt hatten…

William Wrigley Jr II, Urenkel des Wrigley´s-Gründers, hatte sich bereits 2008 aus dem Süßigkeiten-Geschäft verabschiedet, als er den Verkauf des Familienunternehmens an den Mars-Konzern begleitete. Sein erstes Investment im Cannabusiness tätigte der Erbe bereits im September 2017, als er in das Medizinalcannabis-Startup Surterra Wellness aus Kalifornien investierte. „Als ich die enormen Vorteile [der Cannabispflanze] verstand, änderte sich meine Meinung über die Branche. Die Chance, als einer der ersten eine gerade erst entstehende Industrie maßgeblich zu prägen, kommt so schnell nicht wieder“, kommentierte Wrigley seine Entscheidung, sein Investment noch zu forcieren und zukünftig als Aufsichtsratsvorsitzender zu fungieren. Der Unternehmer ist davon überzeugt, dass die Legalisierung in Kanada auch zu einer weiteren Lockerung der Cannabisgesetze in den USA führen werde.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Nach den Querelen der letzten eineinviertel Jahre rund um den legalen Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland, wurde nun eine neue Runde eingeläutet – und zwar eine neue Ausschreibungsrunde!

 

Seit dem 10. März 2017 ist Cannabis in Deutschland als Medikament zugelassen. Zwar sind bis jetzt erst wenige Zehntausende als Patienten zugelassen, aber das bedeutet trotzdem, dass die Kilos nicht so schnell rangeschafft werden können, wie sie verbraucht werden.

 

Da bislang kein Anbau von Cannabis in Deutschland möglich ist (man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: natürlich wäre er möglich, ein bisschen Erde und eine Gießkanne vorausgesetzt...), setzen die Apotheken also auf Importe.

 

Dies klappt aber nur leidlich und Lieferschwierigkeiten standen mehr oder weniger von Anfang an auf der Tagesordnung – diese seien nun angeblich behoben, meldete die Bundesregierung vergangenen Monat. Aber das ist auch dieselbe Bundesregierung, die behauptet, dass zwei, zweieinhalb Tonnen medizinisches Marihuana jährlich genügen würden, um den Bedarf der deutschen Cannabispatienten zu decken.

 

Um immerhin diese Menge statt durch Importe durch den Anbau im eigenen Land sicherzustellen, startete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergangenes Jahr eine Ausschreibung. Doch das Vergabeverfahren benachteiligte viele Firmen extrem, vor allem diejenigen aus Deutschland. So wurde gegen das Verfahren geklagt, das seitdem auf Eis lag.

 

Geklagt wurde gegen die vorausgesetzten Erfahrungswerte beim Anbau, die zu kurzen Fristen bei der Suche nach einem geeigneten ausländischen Partner, fragwürdige Verpflichtungserklärungen ausländischer Unternehmen, fehlerhafte Referenzbewertungen ausländischer Unternehmen sowie die mangelhafte Transparenz bei den Zuschlagskriterien.

 

Hauptproblem deutscher Firmen, die sich für den medizinischen Cannabisanbau bewerben wollten, war, vereinfacht ausgedrückt, dass man nachweisen musste, (mindestens) schon einmal erfolgreich medizinisches Cannabis produziert zu haben. Für deutsche Firmen natürlich ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Doch das war für das zuständige Oberlandesgericht kein Problem und nicht zuletzt die Klage gegen diese nicht erfüllbare Anforderung – die bedeutet, dass sich deutsche Firmen nicht ohne internationale Partner, die bereits fest im legalen Cannabishandel etabliert sind, für den Anbau im eigenen Land bewerben dürfen – wurde abgewiesen. Einzig der Klage gegen die zu kurzen Fristen wurde stattgegeben, was einen Stopp des Vergabeverfahrens zur Folge hatte.

 

Heute wurde nun vom BfArM bekanntgegeben, dass die neue Ausschreibung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken veröffentlicht wurde, die hier eingesehen werden kann. Die Ausschreibung umfasst ein Gesamtvolumen von 10.400 Kilogramm Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2.600 Kilogramm.

 

Das BfArM plant die Zuschlagserteilung in diesem neuen Ausschreibungsverfahren für die erste Jahreshälfte 2019. Die neue Ausschreibung sieht 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge in einem Zeitraum von vier Jahren vor. Nach den Ausschreibungsbedingungen kann ein Bieter maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten.

 

Insofern ist vorgesehen, mit mindestens drei Bietern jeweils einen Vertrag über Anbau, Ernte, Weiterverarbeitung und Lieferung von Cannabis in standardisierter pharmazeutischer Qualität zu schließen. Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, müssen dann den Anbau unter betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Vorgaben umsetzen.

 

Bei erfolgreichem Ablauf geht das BfArM davon aus, dass Cannabis voraussichtlich ab 2020 aus dem Anbau in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Der Import von medizinischem Cannabis nach Deutschland wird auch über diesen Zeitpunkt hinaus rechtlich grundsätzlich möglich sein.

 

Bleibt die große Frage: was ist im neuen Verfahren mit deutschen Unternehmen? Tja, da sieht es wieder eher schlecht aus. Weiterhin muss ein gewisses Anbauvolumen aus der Vergangenheit nachgewiesen werden – der Deutsche Hanfverband prüfte augenblicklich die Möglichkeit, den Anbau einer anderen Heilpflanze statt von Cannabis als Referenz bei der Bewerbung anzuführen. Ergebnis:

 

„Anstelle einer Cannabis-Referenz laut Unterpunkt 4.3.2 kann auch ,mindestens eine Anbau- und eine Verarbeitungs-Referenz gemäß Ziffer 4.2.‘ genügen, um sich an der Ausschreibung zu beteiligen! Unter 4.2 wird neben der Cannabisreferenz auch die Referenz zum Anbau von Arzneipflanzen genannt. Damit scheint es so, dass eine Beteiligung an der Ausschreibung auch für Firmen möglich ist, die nie legal medizinisches Cannabis angebaut haben, dafür aber Arzneipflanzen. Das BfArM wollte uns diese Interpretation auf Anfrage nicht bestätigen, dementiert sie allerdings auch nicht!“

 

So oder so bedeutet dies also auch weiterhin, dass man einen legalen Anbau von medizinischem Marihuana für den deutschen Markt vergessen kann, sollte man nicht zufällig im Besitz eines pharmazeutischen Betriebs sein, der bereits Arzneipflanzen produziert. Und nein: eure Zelte gelten leider nicht...

 

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Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Auch in Luxemburg wird bald medizinisches Cannabis legalisiert. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde letzte Woche im Parlament einstimmig angenommen. Die Regelung erlaubt es jedem Arzt, egal aus welchem Fachbereich, Cannabisprodukte zu verschreiben. Einzige Voraussetzung: interessierte Mediziner müssen vorher an einer speziellen Fortbildung teilgenommen haben. Marihuanablüten werden allerdings zunächst nicht erhältlich sein, die Patienten müssen sich zunächst mit cannabinoidhaltigen Tropfen, Ölen und Kapseln begnügen. Der Import von Medizinalcannabis aus Kanada ist allerdings bereits fest eingeplant.

 

Die Meldung platzt mitten in das von der Luxemburger Börsenaufsicht ausgelöste Chaos um ein Handelsverbot von Cannabis-Aktien, das auch deutsche Anleger betreffen würde. Einer Ankündigung der Clearstream Holding Luxemburg zufolge, die für die Frankfurter Börse alle ausländischen Werte verwaltet, wird dieses Verbot Firmen, deren Hauptgeschäftsfeld medizinisches Cannabis ist, konsequenterweise nun doch nicht mehr betreffen. Eine aktualisierte Liste aller zukünftig verbotenen Papiere wird für nächste Woche erwartet, die Namen kanadischer Produzenten wie etwa Canopy Growth werden sich dann wohl glücklicherweise nicht mehr darauf befinden.

Vergangene Woche berichteten wir über Rolf Müller, einen Arzt aus München, dessen Patientenakten beschlagnahmt und dessen Räumlichkeiten durchsucht wurden, weil er für den Geschmack der Staatsanwaltschaft ein bisschen zu viel Cannabis an Kranke verschrieben hat.

 

Nun gab es Stellungnahmen sowohl vonseiten der Staatsanwaltschaft als auch dem Arzt selbst. Gegenüber einer Nachrichtenagentur äußerte sich die Staatsanwaltschaft derart zu den Vorwürfen:

 

Die Staatsanwaltschaft führt gegen den Beschuldigten Müller seit dem März 2018 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen unerlaubten Verschreibens von Betäubungsmitteln. Dem Verfahren liegt der Sachverhalt zugrunde, dass der Beschuldigte, welcher Arzt ist, in einer Vielzahl von Fällen medizinisches Cannabis ohne ärztliche Begründetheit an Patienten verschrieb. So verschrieb er an einem Tag im Stadtgebiet München 85 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis, an einem anderen Tag verschrieb der Beschuldigte mindestens 80 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis. Der Beschuldigte handelte unserer rechtlichen Auffassung nach in der Absicht, sich hierdurch eine Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang zu verschaffen.


Die Staatsanwaltschaft hat wegen obigen Sachverhalts Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München für die Arztpraxis sowie die Wohnadresse des Beschuldigten erwirkt. Die Beschlüsse wurden am 15.05.2018 vollzogen. Es wurden zwei scharfe Schusswaffen nebst Munition, ein Teleskopschlagstock sowie geringe Mengen Marihuana sichergestellt. Der Beschuldigte verfügt nicht über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Zudem wurden umfangreiche Patientenakten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, derzeit werden weitere Zeugenvernehmungen durchgeführt, waffentechnische Prüfberichte erstellt sowie die Wirkstoffgutachten erholt.

 

Dazu äußerte sich nun auch Rolf Müller selbst per Pressemitteilung:

 

Die Verschreibung von Cannabis erfolgte nach strengen Vorgaben, niemals ungerechtfertigt, die Voraussetzungen für eine Cannabismedikation sind detailliert auf der Website aufgelistet. Herr Müller hielt steten Kontakt mit dem für Ihn zuständigen Münchener Referat für Umwelt und Gesundheit und legte stets Wert auf die Erfüllung aller Vorgaben. Die Vorwürfe von 80 bis 85 Verschreibungen an einem Tag sind völlig unrealistisch: Bei Erstanamnese (Dauer 30 min) wären bei einem 10-Stunden-Tag gerade mal 20 Rezepte möglich. Bei Folgerezepten (Dauer 15 min) 40 Stück. Laut dem Vorwurf müssten daher im 7,5-Minuten-Takt Folgerezepte ausgestellt worden sein, dies war jedoch nie der Fall und ist schlichtweg frei erfunden, was sich im Laufe des Verfahrens herausstellen wird.

 

Herr Müller wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter angezeigt, welcher zuvor das Praxisteam und Herr Müller bedrohte und schließlich Herr Müller, unter Drohung mit einer Anklage, zur Zahlung von nicht vereinbarten Leistungen erpressen wollte. Dieser Mitarbeiter instrumentalisierte die Polizei um seine Forderung gegenüber Herr Müller durchzusetzen, wir werden dagegen gerichtlich vorgehen. Die unter Zwang durchgeführte Beschlagnahmung aller Akten stellt einen massiven Bruch des Patientengeheimnisses dar, nach Absprache mit unseren Anwälten ziehen wir eine Sammelklage in Betracht. Die bei Durchsuchung von Herr Müllers Privaträumen sichergestellten Schusswaffen sind Erbstücke von Herr Müllers Vater. Der sichergestellte Teleskopschlagstock ist legal in DE, dessen Beschlagnahmung war daher überflüssig und rechtswidrig. Das in der Praxis sichergestellte Marihuana war eine Probe CBD-Cannabis, welches in Deutschland frei verkäuflich ist.

 

So wie sich die beiden Stellungnahmen anhören, werden wir schon bald über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall berichten...

Dass Ärzte in Deutschland seit der medizinischen Legalisierung nur sehr zögerlich bereit dazu sind, Cannabis zu verschreiben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nicht selten erreichen uns in der Highway-Redaktion verzweifelte Anrufe von Patienten, die einfach keinen Mediziner finden, der bereit ist Marihuanablüten zu verschreiben. Das muss allerdings nicht unbedingt an Berührungsängsten oder Ignoranz liegen, sondern kann auch in der Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen begründet sein. Dass man seitens des Gesundheitswesens verschreibungswilligen Ärzten durchaus gerne mal Steine in den Weg legt, musste Rolf Müller, Privatarzt für Naturheilverfahren nun am eigenen Leib und in der eigenen Praxis erfahren. Der Arzt, der sich nicht scheut, die Machenschaften der Pharmalobby klar zu benennen und anzuprangern (siehe Video unten), musste gerade mitansehen, wie seine Räumlichkeiten von der Staatsanwaltschaft durchsucht und anschließend seine Patientenakten zu Überprüfungszwecken bis auf Weiteres konfisziert wurden. Nach Cannabis-Koryphäe Dr. Franjo Grotenhermen muss mit Rolf Müller nun ein weiterer Arzt damit rechnen, in einen ernsten Konflikt mit der Staatsanwaltschaft zu geraten. Wie es nun weitergehen wird, bleibt vorerst unklar, doch Highway wird euch über den Fortgang des Falls auf dem Laufenden halten.

Dramatische Szenen spielten sich am Londoner Flughafen Heathrow ab: Polizisten fingen Charlotte Caldwell und ihren 12-jährigen Sohn Billy bei ihrer Rückkehr aus Kanada mit einem Sechs-Monatsvorrat Cannabisöl ab und beschlagnahmten die Medizin, die dem Kind, das an einer extremen Form der Epilepsie mit bis zu 100 Anfällen am Tag leidet, Linderung verschaffen sollte. Obwohl der Zustand des Jungen (und der verzweifelten Mutter) für die Gesetzeshüter (siehe Foto) offensichtlich gewesen sein muss, hatten sie keine andere Wahl, als das heilsame Öl einzukassieren. Nach Angaben der Mutter hatte einer der Beamten, angeblich selbst Familienvater, bei der Aktion Tränen in den Augen, da ihm der Ernst der Lage bewusst war. Die Mutter zeigt sich nun kämpferisch und will bei der nächsten Gelegenheit erneut nach Kanada reisen. Schlimm: Nur einen Tag nach der Konfiszierung hatte der Junge bereits einen schweren Anfall, so berichtet die aufgebrachte Mutter.

Cannabis ist auf dem Vormarsch – auch in Deutschland. Die Nuuvera Deutschland GmbH aus Hamburg, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Aphria, einem der größten Cannabis-Konzerne Kanadas, erwarb nun zum Preis von 1,2 Millionen Euro 25,1 Prozent Anteile an der Berliner Klinik Schöneberg, wie „Cision Canada“ berichtet.

 

Durch den Erwerb soll nicht zuletzt die Strategie, deutsche Ärzte und Patienten besser über medizinisches Cannabis aufzuklären, verfolgt werden. Auch stellt dies den ersten Schritt des Plans dar, Schmerzbehandlungszentren in Deutschland einzurichten.

 

„Mit dieser Partnerschaft legen wir den Grundstein für eine Vorreiterrolle in der medizinischen Versorgung“, sagte Hendrik Knopp, Geschäftsführer von Nuuvera, dem kanadischen Medienunternehmen. „Wir konzentrieren uns darauf, einen patientenzentrierten Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland zu schaffen und das Bewusstsein und die Aufklärung von Ärzten und Patienten hinsichtlich der therapeutischen Eigenschaften von medizinischem Cannabis zu verbessern.“

 

„Der deutsche Markt bietet mit die attraktivsten Chancen für medizinisches Cannabis überhaupt. Dieser Deal ist ein wichtiger Schritt, um die Präsenz von Nuuvera im Land zu stärken“, sagte Vic Neufeld, Geschäftsführer von Aphria. Bleibt zu hoffen, dass er recht behält und medizinisches Cannabis in Deutschland weiteren Rückhalt erfährt.

Wie auch im Rest der Welt hat Marihuana in Afrika eine lange Tradition – sowohl zum freizeitlichen als auch zum medizinischen Gebrauch. Aber wie auch auf den anderen Kontinenten (Nordamerika bald ausgenommen) ist die Verwendung von Cannabis in praktisch allen Ländern verboten. Selbst die medizinische Verwendung war bis dato nur in einem afrikanischen Land erlaubt: Lesotho legalisierte medizinisches Cannabis vergangenes Jahr.

 

Nun zieht Simbabwe als zweites Land nach und legalisierte „Dagga“ als Arzneimittel und zu wissenschaftlichen Zwecken. Kiffen zum Spaß bleibt allerdings weiterhin verboten. Obwohl Produktion und Konsum im Rest Afrikas verboten ist, liegt der Kontinent hinsichtlich Produktion und Konsum hinter Nordamerika weltweit an zweiter Stelle. Als weitere afrikanische Kandidaten für eventuelle Gesetzeslockerungen werden derzeit Malawi und Ghana gehandelt.

Ein deutsches Gericht hat entgegen der Rechtslage einen 58-jährigen Mann freigesprochen, der für seinen Freund illegalerweise Cannabis angebaut hatte, um daraus Medizin herzustellen. Der Mann musste sich aktuell vor dem Amtsgericht Grimma verantworten. Sein ebenfalls 58-jähriger Mitbewohner und langjähriger Freund leidet seit Jahren unter einer bislang nicht genau zu diagnostizierenden Erkrankung, die bei ihm heftige Schmerzen verursacht.

 

Bereits vor zehn Jahren entdeckte er, dass Cannabis ihm dabei hilft, diese Symptome in den Griff zu bekommen. Jahrelang importierten die beiden daher Cannabis illegal nach Deutschland, um daraus eine Cannabispaste herzustellen – denn das Rauchen oder Vaporisieren ist körperlich zu anstrengend für den Erkrankten. Ohne eine Rauschwirkung zu veranlassen, half ihm diese Salbe bislang immer gut gegen die Schmerzen. Doch dafür war bis zu 5.000 Euro im Monat für illegales Cannabis notwendig – ein unhaltbarer Zustand.

 

Also beschloss der Gesunde, seinem kranken Freund zu helfen und für ihn Cannabis anzubauen, um so die horrenden Kosten zu regulieren. Doch 2016 kam es zu einer Hausdurchsuchung, da die Polizei Kundendaten eines Growshops einkassiert und durchforstet hatte.

 

So stand der Mann nun vor Gericht. Doch dieses ließ Gnade vor Recht ergehen und sprach den Mann frei: Ein Gutachter bestätigte den schlechten Gesundheitszustand des Freundes vor Gericht und legte glaubwürdig die Tragödie und die Hilflosigkeit der Medizin in diesem ganz konkreten Fall dar, sodass die Richterin keine Zweifel an der Notwendigkeit des Handelns sehen konnte, wie die „Sächsische Zeitung“ meldete. Da die Staatsanwaltschaft keine Rechtsmittel eingelegt hat, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig. Dies ist in Deutschland ein absoluter Sonderfall.

 

„Ich bin zwar freigesprochen worden, kann deswegen aber noch lange nicht legal Cannabis anbauen“, sagte der Freigesprochene. Bei einem weiteren Gesetzesbruch würde die nächste Verhandlung vermutlich nicht so glimpflich ablaufen. Nun suchen die beiden nach einem Arzt, der Marihuana verschreibt...