Dass Ärzte in Deutschland seit der medizinischen Legalisierung nur sehr zögerlich bereit dazu sind, Cannabis zu verschreiben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nicht selten erreichen uns in der Highway-Redaktion verzweifelte Anrufe von Patienten, die einfach keinen Mediziner finden, der bereit ist Marihuanablüten zu verschreiben. Das muss allerdings nicht unbedingt an Berührungsängsten oder Ignoranz liegen, sondern kann auch in der Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen begründet sein. Dass man seitens des Gesundheitswesens verschreibungswilligen Ärzten durchaus gerne mal Steine in den Weg legt, musste Rolf Müller, Privatarzt für Naturheilverfahren nun am eigenen Leib und in der eigenen Praxis erfahren. Der Arzt, der sich nicht scheut, die Machenschaften der Pharmalobby klar zu benennen und anzuprangern (siehe Video unten), musste gerade mitansehen, wie seine Räumlichkeiten von der Staatsanwaltschaft durchsucht und anschließend seine Patientenakten zu Überprüfungszwecken bis auf Weiteres konfisziert wurden. Nach Cannabis-Koryphäe Dr. Franjo Grotenhermen muss mit Rolf Müller nun ein weiterer Arzt damit rechnen, in einen ernsten Konflikt mit der Staatsanwaltschaft zu geraten. Wie es nun weitergehen wird, bleibt vorerst unklar, doch Highway wird euch über den Fortgang des Falls auf dem Laufenden halten.

Dramatische Szenen spielten sich am Londoner Flughafen Heathrow ab: Polizisten fingen Charlotte Caldwell und ihren 12-jährigen Sohn Billy bei ihrer Rückkehr aus Kanada mit einem Sechs-Monatsvorrat Cannabisöl ab und beschlagnahmten die Medizin, die dem Kind, das an einer extremen Form der Epilepsie mit bis zu 100 Anfällen am Tag leidet, Linderung verschaffen sollte. Obwohl der Zustand des Jungen (und der verzweifelten Mutter) für die Gesetzeshüter (siehe Foto) offensichtlich gewesen sein muss, hatten sie keine andere Wahl, als das heilsame Öl einzukassieren. Nach Angaben der Mutter hatte einer der Beamten, angeblich selbst Familienvater, bei der Aktion Tränen in den Augen, da ihm der Ernst der Lage bewusst war. Die Mutter zeigt sich nun kämpferisch und will bei der nächsten Gelegenheit erneut nach Kanada reisen. Schlimm: Nur einen Tag nach der Konfiszierung hatte der Junge bereits einen schweren Anfall, so berichtet die aufgebrachte Mutter.

Cannabis ist auf dem Vormarsch – auch in Deutschland. Die Nuuvera Deutschland GmbH aus Hamburg, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Aphria, einem der größten Cannabis-Konzerne Kanadas, erwarb nun zum Preis von 1,2 Millionen Euro 25,1 Prozent Anteile an der Berliner Klinik Schöneberg, wie „Cision Canada“ berichtet.

 

Durch den Erwerb soll nicht zuletzt die Strategie, deutsche Ärzte und Patienten besser über medizinisches Cannabis aufzuklären, verfolgt werden. Auch stellt dies den ersten Schritt des Plans dar, Schmerzbehandlungszentren in Deutschland einzurichten.

 

„Mit dieser Partnerschaft legen wir den Grundstein für eine Vorreiterrolle in der medizinischen Versorgung“, sagte Hendrik Knopp, Geschäftsführer von Nuuvera, dem kanadischen Medienunternehmen. „Wir konzentrieren uns darauf, einen patientenzentrierten Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland zu schaffen und das Bewusstsein und die Aufklärung von Ärzten und Patienten hinsichtlich der therapeutischen Eigenschaften von medizinischem Cannabis zu verbessern.“

 

„Der deutsche Markt bietet mit die attraktivsten Chancen für medizinisches Cannabis überhaupt. Dieser Deal ist ein wichtiger Schritt, um die Präsenz von Nuuvera im Land zu stärken“, sagte Vic Neufeld, Geschäftsführer von Aphria. Bleibt zu hoffen, dass er recht behält und medizinisches Cannabis in Deutschland weiteren Rückhalt erfährt.

Wie auch im Rest der Welt hat Marihuana in Afrika eine lange Tradition – sowohl zum freizeitlichen als auch zum medizinischen Gebrauch. Aber wie auch auf den anderen Kontinenten (Nordamerika bald ausgenommen) ist die Verwendung von Cannabis in praktisch allen Ländern verboten. Selbst die medizinische Verwendung war bis dato nur in einem afrikanischen Land erlaubt: Lesotho legalisierte medizinisches Cannabis vergangenes Jahr.

 

Nun zieht Simbabwe als zweites Land nach und legalisierte „Dagga“ als Arzneimittel und zu wissenschaftlichen Zwecken. Kiffen zum Spaß bleibt allerdings weiterhin verboten. Obwohl Produktion und Konsum im Rest Afrikas verboten ist, liegt der Kontinent hinsichtlich Produktion und Konsum hinter Nordamerika weltweit an zweiter Stelle. Als weitere afrikanische Kandidaten für eventuelle Gesetzeslockerungen werden derzeit Malawi und Ghana gehandelt.

Ein deutsches Gericht hat entgegen der Rechtslage einen 58-jährigen Mann freigesprochen, der für seinen Freund illegalerweise Cannabis angebaut hatte, um daraus Medizin herzustellen. Der Mann musste sich aktuell vor dem Amtsgericht Grimma verantworten. Sein ebenfalls 58-jähriger Mitbewohner und langjähriger Freund leidet seit Jahren unter einer bislang nicht genau zu diagnostizierenden Erkrankung, die bei ihm heftige Schmerzen verursacht.

 

Bereits vor zehn Jahren entdeckte er, dass Cannabis ihm dabei hilft, diese Symptome in den Griff zu bekommen. Jahrelang importierten die beiden daher Cannabis illegal nach Deutschland, um daraus eine Cannabispaste herzustellen – denn das Rauchen oder Vaporisieren ist körperlich zu anstrengend für den Erkrankten. Ohne eine Rauschwirkung zu veranlassen, half ihm diese Salbe bislang immer gut gegen die Schmerzen. Doch dafür war bis zu 5.000 Euro im Monat für illegales Cannabis notwendig – ein unhaltbarer Zustand.

 

Also beschloss der Gesunde, seinem kranken Freund zu helfen und für ihn Cannabis anzubauen, um so die horrenden Kosten zu regulieren. Doch 2016 kam es zu einer Hausdurchsuchung, da die Polizei Kundendaten eines Growshops einkassiert und durchforstet hatte.

 

So stand der Mann nun vor Gericht. Doch dieses ließ Gnade vor Recht ergehen und sprach den Mann frei: Ein Gutachter bestätigte den schlechten Gesundheitszustand des Freundes vor Gericht und legte glaubwürdig die Tragödie und die Hilflosigkeit der Medizin in diesem ganz konkreten Fall dar, sodass die Richterin keine Zweifel an der Notwendigkeit des Handelns sehen konnte, wie die „Sächsische Zeitung“ meldete. Da die Staatsanwaltschaft keine Rechtsmittel eingelegt hat, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig. Dies ist in Deutschland ein absoluter Sonderfall.

 

„Ich bin zwar freigesprochen worden, kann deswegen aber noch lange nicht legal Cannabis anbauen“, sagte der Freigesprochene. Bei einem weiteren Gesetzesbruch würde die nächste Verhandlung vermutlich nicht so glimpflich ablaufen. Nun suchen die beiden nach einem Arzt, der Marihuana verschreibt...

Jamaika und Marihuana – für viele ist diese Verknüpfung ganz logisch, dabei gibt es auf der Insel auch einen guten Anteil an der Bevölkerung, der Cannabis eher ablehnend gegenübersteht. Die Gesetzeslage sah daher auch keine legalen Cannabisprodukte vor – bislang.

 

Nun eröffnete die erste legale medizinische Cannabis-Ausgabestelle Jamaikas. Wie der „Jamaican Observer“ berichtete, werden ab sofort unter den Namen Kaya Farms, Kaya Herbhouse, Kaya Spa, Kaya Cafe und Kaya Tours verschiedenste Dienste angeboten. Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch von Reggae-Größen wie beispielsweise Toots & The Maytals, Ky-mani Marley, Keznamdi oder Jah 9 begleitet.

 

„Es war eine beschwerliche Reise für alle, die daran beteiligt waren, diesen Traum zu verwirklichen. Wir dürfen nicht vergessen, uns bei den Indern, die die Pflanze mitgebracht haben, den Rastafaris, die sich für sie eingesetzt haben, bei der Technischen Universität sowie Regierungsbeamten auf beiden Seiten zu bedanken, die dabei geholfen zu haben, dies durch die politische Landschaft zu steuern. Es ist ein spannender Schritt, da ich mir sicher bin, dass wir eine Industrie aufbauen können, die mit den Kanadiern, den Briten und den Vereinigten Staaten mithalten kann“, sagte der Vorsitzende – und mit dem interessanten Titel „Chief Ganja Officer“ versehene – Balram Vaswani.

 

Die Vorschriften der „Cannabis Licensing Authority“ erlauben ab sofort den Verkauf und die Verwendung von Marihuana in begrenzten Mengen und aus bestimmten Gründen, gemäß der schriftlichen Empfehlung oder Verschreibung eines registrierten Arztes.

 

Die erste legale Cannabis-Kundin seit mehr als Hundert Jahren auf dem Karibik-Eiland war die Jamaikanerin Gloria Palomino, die eine Packung mit Cannabis-Pillen in Empfang nahm, von der sie sich Linderung ihrer Schmerzen verspricht, die durch ihre Lupus-Erkrankung hervorgerufen werden.

Am 10. März feiert die medizinische Freigabe von Cannabis in Deutschland ihren ersten Geburtstag. Von der ABDA, der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände, gibt es zu diesem grundsätzlich schönen Anlass jetzt ein paar Zahlen und Statistiken über die Nachfrage im ersten Jahr.



Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 44.000 „Einheiten“ von Cannabis-Blüten an den Mann gebracht. Die Nachfrage sei von Quartal zu Quartal gestiegen, so Dr. Andreas Kiefer, Präsident der deutschen Bundesapothekerkammer. Während im zweiten Quartal 2017 noch 4.615 Rezepte (10.055 Abgabeeinheiten) ausgestellt wurden, waren es im vierten Quartal bereits 12.717 Rezepte (18.828 Abgabeeinheiten). Nach Schätzungen liegt die Zahl der Patienten mit Zugang zu Marihuana aktuell zwischen 20.000 und 30.0000. Angaben des AOK-Bundesverbandes und der Barmer zufolge ist das Bundesland, in dem die meisten Anträge auf medizinisches Cannabis gestellt werden, übrigens das restriktive Bayern.



Der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands (DHV), Georg Wurth, übte dennoch Kritik und sieht nach wie vor großen Nachholbedarf im Gesundheitsministerium: „Völlig überzogene Preise, ein vermurkstes Lizenzverfahren und Willkür bei den Krankenkassen“ sieht der Cannabis-Lobbyist momentan als die drängendsten Probleme in Sachen medizinischem Cannabis an.

Gute Nachrichten für alle Cannabispatienten, die sich bereits Tickets für die baldige Fußballweltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli 2018) gesichert haben.

 

Das Organisationskomitee der WM hat angekündigt, die Einfuhr und den Konsum von Cannabis in den Spielstätten und drumherum zu gestatten, solange ein entsprechendes medizinisches Dokument, das Auskunft über die mitgebrachte Menge gibt, vorliegt. Dieses Papier muss entweder in russischer oder englischer Sprache geschrieben sein. Polizisten werden rund um die Stadien die Authentizität der Papiere überprüfen.

 

Die Maßnahmen überraschen umso mehr, da Russland nicht gerade als tolerant gegenüber Drogendelikten gilt: der Besitz von gerade einmal sechs Gramm Marihuana beispielsweise kann in Russland schon zu einer Freiheitsstrafe führen. Wer weiß, vielleicht erhofft sich die WM-Organisation von der temporären Lockerung insgeheim ein niedrigeres Aggressionspotenzial in den Stadien und Austragungsorten.

 

Die Liste der erlaubten Substanzen beinhaltet neben Cannabis übrigens auch Kodein, Morphium, Kokain, Amphetamin und Heroin – wobei zumindest fraglich ist, welcher Arzt Kokain verschreibt…

Highway-Leser und Cannabis-Interessierte wissen es schon länger: Cannabis mit seinen Cannabinoiden, allen voran das psychoaktive THC und das nicht psychoaktive CBD, ist in vielen Fällen ein wirksames Mittel, wenn es darum geht, Leiden verschiedener Art zu lindern.

 

Die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA), ein einzigartiges neues wissenschaftliches Netzwerk mit höchster Kompetenz im Bereich pflanzlicher Arzneimittel und Naturstoffforschung, das 2006 gegründet wurde, kürte nun die Arzneipflanze des Jahres 2018: Cannabis. Auswahlkriterien waren etwa der Bezug zu Österreich, neue Studienlagen und die wirtschaftliche Bedeutung.

Wir schreiben das Jahr 2018. In Deutschland ist Gras immer noch nicht wieder relegalisiert – dafür darf sich hierzulande seit ewigen Zeiten jeder aufrechte Deutsche zu Tode saufen, sobald er das Alter von 16 Jahren erreicht hat. Kaum eine substanzgebundene Sucht ist schlimmer als die nach Alkohol. Dies musste auch ein inzwischen 41-jähriger Mann aus Immenstadt im Allgäu erkennen, der seit 20 Jahren abhängig von Alkohol ist. Als Folgeerscheinung seiner Trinkerei wurde bei ihm eine Leberzirrhose festgestellt – doch seine Krankenkasse will eine Behandlung nicht zahlen.

 

Um etwas gegen seine Schmerzen zu unternehmen und auch, um vom Trinken loszukommen, baute er daher ein bisschen Cannabis in seiner Wohnung an, wie „das allgäu online“ berichtete: drei Pflanzen im Schlafzimmer, vier auf dem Balkon. Abgeerntet und getrocknet kamen so 130 Gramm Marihuana zustande. Übrigens – von der Illegalität abgesehen – eine äußerst gute Idee des Mannes: denn erstens hilft Marihuana tatsächlich gegen Schmerzen, wie man weiß, zweitens kann Marihuana tatsächlich bei der Überwindung von Alkoholsucht hilfreich sein und drittens kann, für den Fall, dass er weiter trinkt, Cannabis immerhin vor alkoholbedingten Leberschäden schützen, wir wir kürzlich berichteten.

 

Jedoch äußerst doof für ihn, dass er beim Anbau erwischt wurde: er wurde vom Gericht zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verteilt, zudem muss er 1.500 Euro an eine Sozialeinrichtung zahlen. Ein tolles Urteil des Gerichts... das wird dem Immstädter bestimmt dabei helfen, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken...

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