Seit März dürfen deutsche Apotheken Cannabis auf Rezept herausgeben – ein Themenkomplex, über den wir in diesem Jahr schon oft berichtet haben. Doch gefällt den Apothekern, dass sie nun Cannabis in Form von Marihuana und anderen Produkten an Kranke abgeben dürfen?

 

Mehr als die Hälfte (51,1 %) der etwa 200 befragten Apotheker einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung Köln befürworteten den Erlass des Cannabis-als-Medizin-Gesetzes. Ein knappes Fünftel (18,6 %) sprach sich dagegen aus, der Rest zeigte sich unentschlossen.

 

Die (durch Ärzte und Krankenkassen gesteuerte) „Nachfrage“ nach Cannabisprodukten sei aber nach Aussage von 68,1 Prozent der befragten Apotheker nicht gestiegen. 1,5 Prozent gaben sogar einen Rückgang an – 30,4 Prozent der Befragten gaben hingegen gesteigerte Verkäufe an.

 

Einig waren sich (so gut wie) alle (98 %) der Apotheker, dass die geforderte Prüfung der Cannabisblüten nach der Apothekenbetriebsordnung für sie mit einem (zu) hohen Aufwand verbunden sei. Rund 80 Prozent der Apotheker wünschen sich zudem Fortbildungsangebote, um ihre Mitarbeiter vernünftig in Bezug auf Cannabis zu schulen.

Viele haben nicht daran geglaubt, dass das Crowdinvestment-Projekt der DCI Cannabis Institut GmbH um Wenzel Vaclav Cerveny die benötigte Schwelle von 100.000 Euro erzielen kann. Doch gestern wurde dieses vorläufige Ziel tatsächlich erreicht. Wir präsentieren an dieser Stelle die Pressemitteilung, die uns zu diesem Anlass erreicht hat:

 

Private und institutionelle Anleger haben sich mit 108.550 Euro über die Plattform Transvendo beteiligt/Lukratives Nachrangdarlehen mit 5,0 Prozent p. a. Verzinsung und 10 Prozent freiwilligem Bonus nach fünfjähriger Laufzeit/Crowdinvestment läuft weiter.

 

MÜNCHEN (06.07.17) – Erfolgreiches Crowdinvestment-Projekt: Das Cannabis-Start-up-Unternehmen DCI Cannabis Institut GmbH (München) hat die erste Fundingschwelle von 100.000 Euro erreicht. Private und institutionelle Anleger haben sich nach Angaben der Plattform Transvendo mit Stand vom 6. Juli 2017 mit einem klassischen Nachrangdarlehen in Höhe von 108.550 Euro an der DCI beteiligt. „Damit rückt die Finanzierung des bundesweit ersten Cannabis-Therapie-Zentrums in greifbare Nähe“, betonte Wenzel Vaclav Cerveny, geschäftsführender Gesellschafter der DCI Cannabis Institut GmbH (www.cannabis-institut.de).

 

Nach dem Start des „Cannabis als Medizin“-Gesetzes am 10. März 2017 haben laut Cerveny viele Patienten Hoffnung geschöpft und sind bitter enttäuscht worden. Nur für 20 Prozent der 1.000 Patienten mit früherer Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle hätten die Krankenkasse die Kosten übernommen. Der jetzige Zustand kommt, so Cerveyn, „unterlassener Hilfeleistung gleich“: „Es wird Zeit, dass Cannabis-Patienten eine kompetente Anlaufstation bekommen.“ Das bundesweit erste Cannabis-Therapie-Zentrum soll Mitte September 2017 im Raum München eröffnet werden.

 

Das Geschäftsmodell der DCI Cannabis Institut GmbH sieht als bundesweiter Vorreiter ein komplementäres und synergetisches Angebot rund um die Therapie von Cannabis-Patienten vor. Dazu gehört als Zentrum der Aktivitäten ein Cannabis-Therapie- und Informations-Center (CTIC). Auf 600 bis 1.000 Quadratmetern soll eine Arztpraxis mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin und Schmerztherapie die Patienten mit Cannabis-basierter Medizin betreuen. Ein Informationszentrum mit Bistro, Show- und Produktionsküche soll über den Rohstoff „Hanf“ informieren. Ein Rechtsanwalt steht für rechtliche Fragen rund um Cannabis zur Verfügung. Angeschlossen ist ein Einzelhandel für Hanfprodukte.

 

Ziel ist der Aufbau von Cannabis-Therapie-Zentren in allen deutschen Landeshauptstädten. Nach Expertenschätzung benötigen in Deutschland bis zu 1,6 Millionen Menschen eine Cannabis-basierte Medizin. Schmerztherapie, neurologische und psychische Erkrankungen, Übelkeit und Erbrechen bei AIDS oder Krebs sowie chronisch-entzündliche Leiden wie Rheuma oder Morbus Crohn seien Einsatzgebiete von Cannabis.

 

Die am 1. März 2017 gestartete Crowdinvestment-Kampagne läuft unter www.transvendo.de/dci weiter. Die Expansionspläne der DCI GmbH sehen Investitionen in Höhe von einer Million Euro vor. Anleger können sich mit einem klassischen Nachrangdarlehen ab einer Mindestanlagesumme von 100 Euro beteiligen. Das Darlehen wird mit 5,0 Prozent p. a. verzinst, am Ende der fünfjährigen Laufzeit wird ein freiwilliger Bonus von 10 Prozent ausgeschüttet.

Cannabis-Edibles liegen, zumindest dort, wo sie legal sind, schwer im Trend: Gummibärchen, Cookies, Hundeleckerli, Kuchen, ja sogar mit THC oder CBD versetztes Wasser – die (insbesondere US-amerikanische Cannabisbranche) gibt sich alle Mühe, jedwede Geschmäcker und Erscheinungsformen zu befriedigen und zu bedienen.

 

Gerade medizinische Konsumenten legen natürlich häufig großen Wert darauf, ihre Medizin in möglichst gesundheitsschonender Wirkung einzunehmen – und da sind Edibles natürlich eine gute Wahl. Doch leider haben die ess- beziehungsweise trinkbaren Cannabisleckereien auch einen gewaltigen Haken. Jeder, der schon mal vom Space-Brownie genascht hat, wird das Problem kennen: Edibles wirken oft sehr stark und die richtige Dosierung ist daher schwierig. Verschreibt der Arzt eine tägliche Dosis von beispielsweise 7,5 mg THC täglich, ist es für den Patienten, der darauf besteht, sein Cannabis oral zu sich zu nehmen, nicht so einfach, diese Vorgabe auch einzuhalten.

 

Hier kommt nun Potent Rope ins Spiel, ein lebensmitteltaugliches Cannabis-Filament, mit dem derartige Problematiken endgültig der Vergangenheit angehören könnten. Besagtes Filament (also das Material, aus dem der Drucker das Objekt erstellt) besteht aus getrocknetem Cannabisöl, lebensmitteltauglichem, wasserlöslichem Kunststoff und Freisetzungsmitteln, die für eine rasche Aufnahme im Körper sorgen. Abgesehen davon, dass eine genaue Dosierung nun keine Hürde mehr darstellt, lässt sich das Filment auch in den verschiedensten Formen ausdrucken. Kranken Kindern zum Beispiel kann mit einer Tablette in, sagen wir, Katzengestalt, die Einnahme erleichtert werden.

 

Potent Rope durchläuft in diversen US-Bundesstaaten derzeit den Lizensierungsprozess und werkelt schon, so wird verlautbart, bereits an weiteren Innovationen im Bereich der Edibles.

 

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Cannabisanbau in Linnich (NRW): Zwei Männer (Schwiegersohn und Schwiegervater) wurden in dieser Woche zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil sie bei einem unterirdischen Cannabis-Zuchtprojekt mitgewirkt hatten. Dabei sind sie „mit einem Blauen Auge davongekommen“, wie es im Urteil des Landgerichts hieß.

 

Die Cannabisplantage, die verhandelt wurde, war auf dem Grundstück eines Heilpraktikers in unterirdischen Seecontainern auf recht professionelle Weise betrieben worden. Der Heilpraktiker hatte sich umgebracht, nachdem der Cannabisanbau vor zwei Jahren aufgeflogen war, wie der WDR berichtete.

 

Die beiden nun Angeklagten gaben an, dass sie dem Heilpraktiker nur aus Freundschaft zur Seite gestanden hätten und außerdem davon ausgingen, dass der Anbau des Cannabis der Versorgung von Krebskranken mit ihrem Medikament der Wahl diene.

 

Wir sagen: Es ist Zeit für die Legalisierung! Es darf einfach nicht sein, dass im Deutschland des Jahres 2017 erwiesenermaßen wirksame Medikamente gegen Krebs von Laien in verbuddelten Schiffscontainern illegal angepflanzt werden müssen. Es darf auch nicht sein, dass sich Ärzte und Heilpraktiker umbringen, nur weil man sie beim Anbau von Cannabis erwischt hat. Daher unsere Forderung: Cannabis muss augenblicklich legalisiert werden.

Andy Klingler aus Thierbach in Tirol ist ein zäher Kämpfer. Er kämpft gegen seine schwere Krankheit und er kämpft für die Legalisierung von Cannabis im medizinischen Bereich. Er leidet an der Stoffwechselerkrankung Adrenomyeloneuropathie, die unheilbar ist. Die Beweglichkeit seiner Beine ist durch Spastiken eingeschränkt, sodass er nur mit Krücken gehen kann. Trotzdem nimmt Andy Klingler regelmäßig am Wien-Marathon teil. 11,2 Kilometer legte er zuletzt dabei zurück, denn der Sportler Andy Klingler lässt sich nicht unterkriegen.

 

Andy Klingler bietet auch Vorträge und Motivationstrainings an. Gerade dieser unbeugsame Wille scheint manch einen zu stören, denn kürzlich gab es eine anonyme Anzeige wegen angeblichem „rücksichtslosen Fahren“. Die Bezirkshauptmannschaft (BH) Kufstein wirft ihm weiter vor, dass er „geprahlt habe, Zugang zu Cannabisprodukten zu haben und solche auch regelmäßig in Form von Keksen und anderen hinlänglich bekannten Möglichkeiten zu konsumieren“.

 

Eine Anzeige mit weitreichenden Folgen: Die BH Kufstein teilte Klingler mit, dass er bei weiterer Einnahme des Cannabismedikaments Dronabinol seinen Führerschein abgeben müsse und wollte ihm dann den Führerschein wegen „Lenkerunfähigkeit infolge von Hanfmedikation“ abnehmen. Weil Mobilität für ihn essentiell ist, hat Klingler zuerst auf Dronabinol verzichtet, doch das hat negative Auswirkungen auf seine Gesundheit: Schaffte er mit Dronabinol im Training fünf Kilometer, so waren es nachher ohne sein Cannabismedikament nur noch 200 Meter.

 

Daher hat Klingler den Bescheid nun bekämpft, wofür er von der BH nur eine Woche (!) Zeit bekommen hatte. Zwei von ihm in Auftrag gegebene behördenunabhängige Gutachten bescheinigen ihm nun Fahrfähigkeit trotz des Cannabismedikaments. Dieses entspannt die schmerzenden Muskeln, beeinträchtigt jedoch die Konzentration nicht, wie nun gutachterlich bestätigt wurde. Daher musste die BH Klingler nun den Führerschein wieder ausstellen. Somit ist Andy Klingler einer der ersten Österreicher aus den Bundesländern (Wien agiert hier schon liberaler), der mit behördlicher Genehmigung unter Cannabismedikation Auto fahren darf.

 

Andy Klingler ist durch Erfahrung überzeugt davon, dass ihm natürliches Cannabis noch besser helfen würde, als das synthetische Dronabinol. Daher kämpft er auch als Aktivist für eine Freigabe von medizinischem Marihuana. Das österreichische Hanf-Institut hat mit derselben Intention eine Bürgerinitiative eingeleitet, die online unterschrieben werden kann.

 

Auf seiner Website www.amn.at sowie im Video unter dem Artikel könnt ihr mehr über Andy Klingler und seine Erkrankung erfahren.

Medizinisches Marihuana ist aus diesem noch neuen Jahrtausend nicht mehr wegzudenken. Nachdem sich dieses und vergangenes Jahr auch Deutschlands Politik verschärft mit dem Thema Cannabis als Medizin beschäftigt hat, stand gestern auch eine Abstimmung über die Zulassung von medizinischem Marihuana in Polens Unterhaus an.

 

Das Ergebnis ist als erfreulich einzustufen: Mit breiter Mehrheit stimmten am Donnerstag 440 polnische Abgeordnete für die Teillegalisierung von Marihuana als Medikament, wie unter anderem die „Tiroler Tageszeitung“ berichtete.

 

Dagegen stimmten allein zwei Abgeordnete, zudem gab es eine Enthaltung. Vorgesehen ist, dass Cannabisprodukte von Kranken genutzt werden dürfen, wenn ein Arzt diese verschrieben hat. Der Bedarf wird aus importiertem Marihuana gedeckt werden – der ursprüngliche Plan, auch in Polen Cannabisanbau zuzulassen, wurde abgelehnt. Bevor das neue Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch den Senat durchlaufen und vom Präsidenten unterzeichnet werden.

Seit dem 10. März dürfen deutsche Ärzte ihren Patienten Cannabis in Form von Marihuana oder Fertigarzneimitteln per Rezept verschreiben. Zuvor gab es medizinisches Cannabis nur mittels Ausnahmegenehmigung – für zuletzt rund 1.000 Cannabispatienten. Nun liegen die Auswertungen des ersten Monats beziehungsweise der ersten drei Wochen von Cannabis auf Rezept vor.

 

Wie in der „Deutschen Apothekerzeitung“ zu lesen ist, verordneten deutsche Ärzte im März auf 488 Rezeptformularen 564 Mal Cannabis in Form von Marihuana oder Zubereitungen, die aus den Blüten gewonnen wurden. Zusätzlich wurden im März außerdem 3.100 Fertigarzneimittel mit natürlichen oder synthetischen Cannabinoiden verschrieben. Wir bleiben gespannt und werden weiter darüber berichten, wie sich diese Zahlen entwickeln werden.

Aurora Cannabis Inc. hat bekanntgegeben, dass Aurora sämtliche Geschäftsanteile der Pedanios GmbH erworben hat. Pedanios ist der führende Großhändler, Importeur und Distributor für medizinisches Cannabis, nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Europäischen Union.

 

Pedanios hält alle erforderlichen arzneimittelrechtlichen Zulassungen für den Großhandel und Import von medizinischem Cannabis und anderen Betäubungsmitteln und ist seit Dezember 2015 im Handel mit Medizinalcannabis aktiv.

 

Aurora ist ein lizenzierter Hersteller von Medizinalcannabis in Kanada mit einer Anbaufläche von insgesamt 8.800 Quadratmetern. Derzeit wird eine weitere Produktionsstätte gebaut, die 74.000 Quadratmeter reine Anbaufläche bieten und jährlich über 100.000 Kilogramm Cannabis abwerfen soll.

 

Seitdem in Deutschland das neue Cannabis-Medizin-Gesetz in Kraft trat, haben sich die monatlichen Umsätze von Pedanios überproportional gut entwickelt. Pedanios konnte bereits kurz nach dem Start die Position als Marktführer in Deutschland erobern und verkauft an über 750 Apotheken. Pedanios bietet 10 der 14 für den deutschen Markt zugelassenen Cannabissorten an. Der Kaufpreis betrug 15,7 Millionen Euro, die durch Geld und Aurora-Aktien geleistet wurden.

 

Terry Booth, Geschäftsführer von Aurora, äußerte sich begeistert: „Pedanios ist der Cannabis-Pionier in der EU und hat sich als vertrauenswürdiger und skalierbarer Importeur, Exporteur und Distributor von Medizinalcannabis etabliert. Patienten, Ärzte und Apotheken in ganz Europa erkennen in der Marke Pedanios die Quelle für hochwertiges und unter GMP-Bedingungen angebautes Cannabis für medizinische Zwecke.“

 

Der Geschäftsführer und Mitgründer von Pedanios, Patrick Hoffmann, der mit seinem Kompagnon Florian Holtzapfel weiter bei Pedanios verbleiben wird, freut sich ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit Aurora: „Kanada und Deutschland sind die weltweit wichtigsten Märkte für medizinisches Cannabis, und als Pioniere in unseren jeweiligen Ländern sind Aurora und Pedanios jeweils bestens positioniert, um mit innovativen Produkten ihre Kundenbasis zu verbreitern und signifikante Marktanteile zu gewinnen.“

Cannabis ist Medizin! Immer wieder käuen wir diesen Fakt wieder und dennoch ist es noch ein langer Weg bis diese Information überall angekommen ist. Deutschland hat nun immerhin ein – wenn auch hoch umstrittenes und bei Weitem nicht perfektes – Cannabis-Medizin-Gesetz. Doch Nachbar Österreich steht zumindest in dieser Beziehung schlechter da: es hat gar kein Gesetz, das Cannabis als Medizin ansieht. Vorreiter wie der Cannabis Social Club Salzburg um Willi Wallner werden dabei sogar noch angegangen und vor Gericht gestellt, obwohl sie einzig dafür kämpfen, schwer kranken Menschen einen Zugang zu Cannabismedizin zu verschaffen.

 

Und es kommt noch schlimmer: Mit einer geplanten Gesetzes-Novelle stellt sich Österreich gegen den weltweiten Trend der Gesetzeslockerungen und auch der Akzeptanz von Cannabis als Medizin. Die Novelle sieht vor, das Suchtmittelgesetz dahingehend abzuändern, dass nicht nur der psychoaktive Cannabis-Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) mit Strafen zu versehen ist, sondern in Zukunft auch das Cannabinoid Cannabidiol (CBD), das in keinster Weise psychoaktiv wirkt und daher in Österreich wie auch in fast allen anderen Ländern bisher nicht illegal ist. Zwar wirkt CBD nicht berauschend, dafür hilft es bei einigen Erkrankungen äußerst gut als Medikament.

 

Das österreichische Hanf-Institut tritt in einer Stellungnahme daher insbesondere der Behauptung entgegen, dass zu CBD keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Toni Straka vom Hanf-Institut sagt: „In Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird. Alle, die Cannabis kennen, wissen, dass es eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist. So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: als Pflanze.“

 

Um diese Forderung zu stützen, sammelten Cannabisaktivisten über 10.000 Unterschriften auf den Straßen Österreichs, die vergangenen Freitag von einem Komitee schwer kranker Cannabispatienten im Alter zwischen 4 und 78 Jahren an den Direktor des österreichischen Parlaments, Dr. Harald Dossi, übergeben wurde. Dies war auch zugleich der Startschuss der vom Hanf-Institut und der Arge Canna durchgeführten „parlamentarischen Medical-Cannabis-Bürgerinitiative“, die nun auch online unterzeichnet werden kann. Die Bürgerinitiative, deren zentrale Forderung die Legalisierung des Eigenanbaus von Cannabis für und durch kranke Menschen ist, kann bis mindestens Dezember auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00116/index.shtml) unterzeichnet werden.

 

Auf Basis hochgerechneter Zahlen aus den USA geht die Initiative von etwa 200.000 Österreichern aus, für die Cannabis als Medikament in Betracht kommen würde. Straka zur Bürgerinitiative: „Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze, gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen.“ Der Obmann der Arge Canna, Gerfried Düregger, äußerte sich zum Start der Initiative zuversichtlich: „Fast 10.000 Unterschriften schon in der Offline-Phase aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.

 

Somit bleibt uns nur, uns dem Aufruf anzuschließen und alle Leser aus Österreich aufzufordern, ihre Online-Unterschrift abzugeben, damit sich die Lage verbessert anstatt zu verschlechtern.

Seit dem 10. März können deutsche Ärzte Cannabis auf Rezept verschreiben, ohne dass die Patienten den Umweg über die nur äußerst schwer zu bekommenden Ausnahmegenehmigungen gehen müssen. Zumindest theoretisch. In der Praxis tun sich für die Patienten immer noch riesige Schwierigkeiten auf, wenn sie Cannabis auf Rezept benötigen.

 

Nicht nur, dass sich viele Ärzte und Krankenkassen immer noch querstellen, wenn es um das Verschreiben von Cannabis beziehungsweise dessen Kostenübernahme geht – auch ist das Apotheken-Marihuana nun teilweise bis zu doppelt so teuer wie vor der Gesetzesänderung. Besonders ärgerlich für (zwischenzeitliche) Selbstzahler, die nun teilweise um die 120 Euro für fünf Gramm Marihuana bezahlen müssen.

 

Unter dem Strich kann man also nicht ernsthaft behaupten, dass sich die Lage der Cannabispatienten sowie derjenigen, die Cannabispatienten werden möchten, gebessert hätte. Um an diesem Umstand etwas zu ändern, hat das Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin nun einen Protest-Mailer ins Leben gerufen. Mit nur einem Klick könnt ihr das vorgefertigte Protest-Schreiben an verschiedene Mail-Adressen der Bundesregierung sowie der Krankenkassen senden. Alternativ kann der Text natürlich auch selbstständig abgeändert werden.

 

Hauptforderungen der Protest-Mail sind unter anderem diese: die Herausnahme von Cannabisblüten aus dem ärztlichen Praxisbudget und die Anerkennung von Cannabis und Cannabisprodukten als Praxisbesonderheit; eine umfassende Aufklärung und Fortbildung der Ärzteschaft über Cannabis als Medizin und sachdienliche Informationen zum neuen Gesetz durch Kassenärztliche Vereinigungen; die Abgabe von Cannabisblüten in verschlossenen Behältnissen ohne neuerliche Nachprüfung zu angemessenen Preisen sowie eine automatische Kostenübernahme von Cannabisblüten für alle bisherigen Erlaubnis-Inhaber nach §3 BtMG.

 

Den Protest-Mailer findet ihr hier: selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de/protest-mailer

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