So stellt man sich als Außenstehender Bayern vor: ein Mensch, der aus medizinischen Gründen Cannabis konsumieren muss, wird währenddessen von der Polizei umstellt, als Junkie beschimpft und bekommt seine Medizin weggenommen – das alles trotz mitgeführtem Betäubungsmittelrezept.
 
Bereits am 8. Mai geschah der Vorfall: am Ufer der Isar in München konsumierte Christoph N. seine Medizin, als er von der Polizei angegangen und durchsucht wird. Durch den Schock verunsichert, entschloss er sich erst spät, Beschwerde bei der Polizei einzureichen, wie er „tz.de“ berichtete:
 
„Nach dem Vorfall war ich wochenlang verängstigt und habe mich erst spät entschieden, Beschwerde einzureichen. Ich wollte nicht akzeptieren, dass Patienten als Kollateralschaden einer ohnehin verfassungsrechtlich fragwürdigen Jagd auf Cannabis-Konsumenten werden und sich entweder entsprechend dem Wunsch des Beamten dauerhaft in ihren Wohnungen verstecken oder regelmäßige körperliche Durchsuchungen über sich ergehen lassen müssen. Dass dabei auch noch Medikamente zerstört werden, ist gerade in Anbetracht der seit Monaten nicht sichergestellten Versorgung in den Apotheken einfach unerhört.“
 
Und tatsächlich: das Polizeipräsidium München muss nun Schadensersatz für das vernichtete Cannabismedikament zahlen – immerhin 6,60 Euro für eine „Konsumeinheit“ Cannabis.

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro (2,99 Euro in Östereich, 4,20 CHF in der Schweiz) erwerben:

 

 

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Cannabis wird immer häufiger genutzt, um das Leben von Menschen, die an verschiedenen Süchten leiden, zu lindern und deren Konsum von gesundheitsschädlichen Substanzen einzudämmen. Leider führt auch immer öfter die legale Einnahme von Opioiden zu Suchtverhalten. Aber auch für die Menschen, die tatsächlich langfristig auf die Einnahme von Opioiden angewiesen sind, ist es wünschenswert, wenn der Konsum dieser möglichst weit heruntergeschraubt werden kann. An der Universität von Neumexiko in den USA wurde zu dieser Thematik geforscht: 37 Schmerzpatienten, die Opioide erhielten und parallel Cannabis verschrieben bekamen, wurden 29 Patienten gegenübergestellt, die kein Cannabis einnahmen. Über einen Zeitraum von 21 Monaten wurden die Unterschiede zwischen diesen beiden Patientengruppen verglichen.

 

Dabei stellte sich heraus, dass die Patienten, die neben den Opioiden auch Cannabis konsumierten, häufiger geringere Mengen Opioid einnahmen und auch häufiger die Opioid-Einnahme komplett einstellten. Doch nicht nur das Einnahme-Volumen wurde durch den Cannabiskonsum verringert, auch zeigten sich dadurch laut Umfragen unter den Teilnehmern Verbesserungen bei der Schmerzreduzierung, der Lebensqualität, des sozialen Lebens, des Aktivitätsniveaus und der Konzentration – als Nachteile wurden geringe Nebenwirkungen durch den Cannabisrausch genannt. Die Forscher schlussfolgern, dass eine weitere Forschung in diese Richtung mehr als erwünscht wäre.

Der Kampf hat sich gelohnt: vor wenigen Tagen wurde durch die Unterschrift des Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski in Peru die medizinische Legalisierung von Cannabisprodukten im Gesetz verankert. „Wir brechen hier mit einigen Mythen“, sagte er hinsichtlich dem in manchen Kreisen immer noch verbreiteten Ruf von Marihuana als gefährlicher Droge – und weiter: „Peru macht mehrere Schritte auf einmal in Richtung Modernität.“ Der Peruanische Kongress hat nun bis Mitte Januar Zeit, um die neuen Regelungen auszuarbeiten.

 

Besonders gratulierte Präsident Kuczynski den Kongressmitgliedern, die hart für das neue Gesetz gekämpft hatten. Auch waren bei der Unterzeichnung des Gesetzes einige Mitglieder der Eltern-Initiative Buscando Esperanza (zu deutsch: „Auf der Suche nach Hoffnung“) zugegen, die ebenfalls mitverantwortlich für die medizinische Legalisierung sind: wie wir auf unserer Website berichteten, schlossen sich 80 Eltern in Peru zusammen, um Cannabis anzubauen und damit ihre Kinder, die unter Epilepsie und anderen Krankheiten leiden, zu versorgen. Da dies aber bis zum neuen Gesetz noch illegal war, kam es im Februar zu einem Polizei-Zugriff, bei dem die Cannabis-Aufzucht der Elterninitiative auseinandergenommen wurde. Präsident Kuczynski kündigte unmittelbar nach dieser Aktion die neuen Gesetze an, die nun umgesetzt wurden. Dennoch sehen sich drei Mitglieder der Initiative nach der alten Gesetzgebung noch möglichen Gefängnisstrafen gegenüber.

Vergangene Woche ist die neueste Print-Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin erschienen und kann ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops für schlappe 2,60 Euro erworben werden. An dieser Stelle veröffentlichen wir einen Auszug eines Artikels der neuen Ausgabe 06/2017:

 

Rick Simpson – dieser Name ist Cannabisinteressierten schon seit einigen Jahren ein Begriff, vor allem, wenn sie oder Familienmitglieder oder Freunde an Krebs erkrankt sind. Denn Rick Simpson behauptet bereits seit gut 15 Jahren, dass mit dem nach seiner Formel hergestellten Cannabisöl („Rick-Simpson-Öl“) Krebs geheilt werden könne. Aktuell ist er im deutschsprachigen Raum recht aktiv, sein Buch („Nature’s Answer for Cancer“) wurde nun auf Deutsch herausgebracht und er hält derzeit vermehrt auf der ein oder anderen Cannabisveranstaltung Vorträge. Innerhalb der deutschsprachigen Cannabisszene wird Rick Simpson größtenteils sehr positiv besprochen, dabei gäbe es jedoch auch den ein oder anderen Kritikpunkt zu nennen. Daher veröffentlichen wir auf den folgenden Seiten den Offenen Brief von Dr. Franjo Grotenhermen, dem wohl bekanntesten Cannabis-Mediziner Deutschlands, an Rick Simpson.

 

Rick Simpson entdeckte Ende der 1990er-Jahre die wohltuende Wirkung von Cannabis, als er es einsetzte, um die Symptome, die nach einem Unfall auftraten, zu lindern. Im Jahr 2003 wurde bei ihm Hautkrebs festgestellt. Da er gehört hatte, dass THC Krebszellen bei Mäusen besiegen konnte, und da er von den sonstigen Wirkungen von Cannabis so überzeugt war, stellte er ein konzentriertes Cannabisöl her, das er auf Bandagen auftrug und um die erkrankten Hautpartien wickelte. Nach vier Tagen nahm er die Bandagen ab und die Karzinome waren verschwunden. Von diesem Zeitpunkt an gab es für ihn kein Zurück mehr – Rick Simpson begann selbst Cannabis anzubauen, Cannabiskonzentrat herzustellen und dieses auch kostenlos an Patienten zu verteilen, um ihnen bei ihren Krebserkrankungen zu helfen. Dies endete aber 2009, als die kanadische Polizei sein Heim durchsuchte und insgesamt über 2.600 Pflanzen konfiszierte und zerstörte. Inzwischen lebt er in Kroatien und verbreitet nun anstelle des Öls seine Botschaft, dass Cannabisöl in sehr vielen Fällen Krebs heilen könne. Diese Botschaft ist auch in seinem Buch enthalten, dass seit Ende 2016 unter dem Titel „Rick Simpson Öl: Die Antwort der Natur auf Krebs“ auf Deutsch erhältlich ist.

 

Leider krankt die deutsche Version von Rick Simpsons Buch unter extremen Rechtschreib- und sonstigen Fehlern, selbst die Wörter Cannabis und Marihuana werden mehrfach falsch geschrieben – am Anfang findet sich sogar ein Kommentar der Lektorin, der vergessen wurde zu entfernen. Gerade wenn man die Menschen von seiner von der Norm abweisenden Meinung überzeugen möchte, sollte man dringend mehr Sorgfalt walten lassen, wenn man ein solches Buch verfasst oder übersetzt. Aber auch das englischsprachige Original bietet viel Angriffsfläche. Diverse Verschwörungstheorien geben sich hier die Hand (Andeutungen zum 11. September und Behauptungen, Jesus hätte mithilfe von Cannabisöl geheilt, oder die US-Legalisierungsorganisation NORML versuche, Cannabis im illegalen Status zu halten) und zielgerichtete Informationen sind zwischen den vielen Seiten mit einigen Fallbeispielen rar gesät. Auch eine genaue Anleitung, wie denn nun das Öl herzustellen ist, ist nicht so richtig zu finden, hier hilft allerdings das Internet schnell weiter – für eine 60-tägige Behandlung mit Rick-Simpson-Öl wird übrigens ungefähr 500 Gramm Marihuana (Simpson empfiehlt möglichst reinrassige Indica-Sorten) benötigt.

 

Aber auch aus rein medizinischer Sicht scheint es an dem Buch Rick Simpsons einiges zu bemängeln zu geben: In dem dieses Jahr veröffentlichten Buch „Cannabis gegen Krebs“ von Dr. Franjo Grotenhermen ist ein Offener Brief an Rick Simpson erhalten, den wir an dieser Stelle daher gerne abdrucken möchten, um einen Kontrapunkt zu den vielen ausschließlich positiven Meldungen zu setzen, die in diesem Jahr von verschiedenen Stellen publiziert wurden.

 

 

Offener Brief an Rick Simpson

 

Lieber Rick Simpson,

 

Sie sind vermutlich die bekannteste Persönlichkeit, wenn es um die medizinische Verwendung von Cannabis bei Krebserkrankungen geht. Viele verzweifelte Menschen, die an Krebs und anderen schweren Erkrankungen leiden, vertrauen Ihnen und setzen große Hoffnungen in Ihre Ratschläge.

 

Ihnen ist die damit verbundene Verantwortung bewusst, wenn Sie in Ihrem Buch schreiben: „Ich finde, dass jeder, mich eingeschlossen, der in eine Position öffentlichen Vertrauens gesetzt wird, damit einverstanden sein sollte, dass seine Arbeit, da sie das Interesse der Bevölkerung vertritt, sehr genau beobachtet wird.“ (Seite 170 der deutschen Ausgabe). Dieser Verantwortung werden Sie nach meiner Auffassung aber nicht in dem notwendigen Maße gerecht, und ich hoffe, dass Sie das in der Zukunft besser machen können.

 

Ich teile Ihre Sichtweise, wenn Sie sagen: „Wie ich es schon mehrmals erklärt habe, gilt unsere Beobachtung und unsere heilige Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Menschheit überlebt und gedeiht. Ärzte werden ihrem Hippokratischen Eid wirklich folgen und Regierungen setzen sich für das Wohl der Menschheit ein. Das ist der einzige Weg, der Sinn macht, und wenn wir das ignorieren, wird die menschliche Spezies nur untergehen“ (Seite 169). Auf Seite 217 heißt es: „Meine Mission ist es jetzt, jedem die Wahrheit zur Verfügung zu stellen, denn zusammen können wir etwas ändern“.

 

Ich stelle aber fest, dass Sie viele wichtige Fakten nicht zur Kenntnis nehmen – zum Schaden der Menschen. Sie gestehen ein, dass Sie „in Wahrheit ja kein Arzt“ sind und „auch nicht die notwendige Qualifikation dazu“ haben (Seite 104), nehmen sich jedoch die Freiheit zu übertriebenen Heilsversprechen, die keiner sachlichen Überprüfung standhalten können, heraus. Ich will meine notwendigerweise leider sehr harte Kritik an sechs Beispielen verdeutlichen.

 

[…]

 

Den vollständigen und umfassenden Artikel könnt ihr in Highway – Das Cannabismagazin 06/2017 lesen.

 

 

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Cannabis in der Öffentlichkeit rauchen? In Berlin ist das auch ohne Rezept und sogar häufig mit Polizei in der Nähe ungestört möglich. In Bayern ist dies praktisch undenkbar.

 

Dennoch zündete sich im Juni der 35-jährige Berliner Tobias G. einen Joint in einem Münchner Café an – quasi legal, denn laut „Bild.de“ hat ihm sein Arzt wegen schwerer Schmerzen nach einer Wirbelsäulen-OP 60 Gramm Marihuana pro Monat verschrieben.

 

In Bayern kommt aber die Polizei, wenn einer einen Joint raucht. Und so durfte er sich vier Stunden lang verhören lassen. Nun bekam er einen Brief von der Staatsanwaltschaft: 9.600 Euro Geldstrafe oder alternativ vier Monate Gefängnis.

 

Das Rauchen von Cannabis ist für Patienten in der Öffentlichkeit eigentlich nicht verboten, davon ausgenommen sind aber alle Örtlichkeiten, in denen auch kein Tabak geraucht werden darf, wie zum Beispiel Cafés.

Cannabis aus der Apotheke – bis Frühjahr dieses Jahres war dies in Deutschland nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, inzwischen dürfen Ärzte – zumindest theoretisch – Cannabis auf Rezept verschreiben. Wie wir in den zurückliegenden Monaten mehrfach berichteten, läuft dies aber aus den verschiedensten Gründen nicht rund: Ärzte weigern sich Rezepte auszustellen, Krankenkassen wollen die Kosten nicht übernehmen und die Apotheken sehen sich Lieferschwierigkeiten gegenüber.

 

Dennoch ist der Trend eindeutig: im Fachblatt „Deutsche Apotheker Zeitung“ wurden nun die Cannabis-Verkäufe der deutschen Apotheken des ersten Halbjahrs bekanntgegeben. Zwischen dem 10. und Ende März wurden 564 Abgabeeinheiten Cannabis (Cannabis-haltige Zubereitungen oder unverarbeitete Cannabisblüten) ausgegeben, im April 1.468, im Mai 3.666 und im Juni 4.921. Insgesamt sind mehr als 5.100 Rezepte eingelöst worden (März: 488 Rezepte, April: 884, Mai: 1.518, Juni: 2.213). Wie viele Patienten somit mit Cannabisblüten versorgt wurden, ist jedoch nicht durch Zahlen belegt. Zu den unverarbeiteten Blüten und den Zubereitungen kamen zwischen März und Juni zudem noch 12.500 verkaufte Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen.

 

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Cannabis aus Kanada – jetzt auch in der EU: Das Unternehmen Tilray, weltweit ganz vorne mit dabei, wenn es um die Erforschung und Entwicklung (und den Verkauf) von medizinischem Cannabis geht, wird eine 25.000 Quadratmeter große Cannabisplantage (mit zusätzlichen 3.000 Quadratmetern Produktionsfläche) in Portugal errichten, um den wachsenden Bedarf an medizinischem Cannabis in Europa zu decken. Die portugiesische Regierung hatte Tilray zuvor nationale Lizenzen für den Import und Anbau von Cannabis erteilt.

 

Rund 20 Millionen Euro wird Tilray nun in die Errichtung seiner Anlage in Cantanhede in Portugal investieren, bereits diesen Monat beginnen die Bauarbeiten. Nach Fertigstellung werden mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen sein. Die erste Phase des Projekts wird Tilrays weltweite Gesamtproduktion auf 62 Tonnen Cannabis jährlich erhöhen.

 

Brendan Kennedy, der CEO von Tilray, erklärte: „Der neue EU-Campus in Portugal ist ein weiterer strategischer Meilenstein auf unserem Weg, die führende Marke für medizinisches Cannabis weltweit zu werden. Zwei Jahre lang haben wir intensiv nach einem passenden Standort in Europa gesucht, von dem aus wir den stark wachsenden europäischen Markt für qualitativ hochwertige, streng geprüfte medizinische Cannabis-Produkte bedienen können. Portugal besitzt ein ideales Klima für den Anbau von Cannabis, eine Vielzahl qualifizierter Fachkräfte und eine große wissenschaftliche Community.“

 

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Wie die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente (IACM) berichtete, war in einer großen Studie mit 28.813 Patienten des staatlichen Trauma-Registers von Arizona, die wegen eines Traumas auf eine Intensivstation kamen, ein positiver Test auf Cannabis mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Es wurden 2.678 Patienten in eine Analyse aufgenommen, von denen 1.339 cannabispositiv und 1.339 cannabisnegativ waren. Das mittlere Alter war 31 Jahre. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen in den Krankenhaustagen (6,4 gegenüber 5,4 Tage) oder in den Tagen auf der Intensivstation (drei gegenüber vier Tage). 55,3 Prozent der cannabispositiven und 32 Prozent der cannabisnegativen Patienten erhielten eine künstliche Beatmung. Von den Patienten, die eine künstliche Beatmung erhielten, wiesen die cannabispositiven eine höhere Zahl der Beatmungstage (zwei gegenüber einem Tag) und eine geringere Sterblichkeit (7,3 % gegenüber 16,1 %) auf als die cannabisnegativen. Die Autoren folgern, dass „ein positives Marihuana-Screening mit einer geringeren Sterblichkeit bei erwachsenen Traumapatienten, die auf eine Intensivstation verlegt werden, assoziiert ist“.

 

Quellen: www.cannabis-med.org (IACM), www.ncbi.nlm.nih.gov (Studie)

Seit März dürfen deutsche Apotheken Cannabis auf Rezept herausgeben – ein Themenkomplex, über den wir in diesem Jahr schon oft berichtet haben. Doch gefällt den Apothekern, dass sie nun Cannabis in Form von Marihuana und anderen Produkten an Kranke abgeben dürfen?

 

Mehr als die Hälfte (51,1 %) der etwa 200 befragten Apotheker einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung Köln befürworteten den Erlass des Cannabis-als-Medizin-Gesetzes. Ein knappes Fünftel (18,6 %) sprach sich dagegen aus, der Rest zeigte sich unentschlossen.

 

Die (durch Ärzte und Krankenkassen gesteuerte) „Nachfrage“ nach Cannabisprodukten sei aber nach Aussage von 68,1 Prozent der befragten Apotheker nicht gestiegen. 1,5 Prozent gaben sogar einen Rückgang an – 30,4 Prozent der Befragten gaben hingegen gesteigerte Verkäufe an.

 

Einig waren sich (so gut wie) alle (98 %) der Apotheker, dass die geforderte Prüfung der Cannabisblüten nach der Apothekenbetriebsordnung für sie mit einem (zu) hohen Aufwand verbunden sei. Rund 80 Prozent der Apotheker wünschen sich zudem Fortbildungsangebote, um ihre Mitarbeiter vernünftig in Bezug auf Cannabis zu schulen.

Viele haben nicht daran geglaubt, dass das Crowdinvestment-Projekt der DCI Cannabis Institut GmbH um Wenzel Vaclav Cerveny die benötigte Schwelle von 100.000 Euro erzielen kann. Doch gestern wurde dieses vorläufige Ziel tatsächlich erreicht. Wir präsentieren an dieser Stelle die Pressemitteilung, die uns zu diesem Anlass erreicht hat:

 

Private und institutionelle Anleger haben sich mit 108.550 Euro über die Plattform Transvendo beteiligt/Lukratives Nachrangdarlehen mit 5,0 Prozent p. a. Verzinsung und 10 Prozent freiwilligem Bonus nach fünfjähriger Laufzeit/Crowdinvestment läuft weiter.

 

MÜNCHEN (06.07.17) – Erfolgreiches Crowdinvestment-Projekt: Das Cannabis-Start-up-Unternehmen DCI Cannabis Institut GmbH (München) hat die erste Fundingschwelle von 100.000 Euro erreicht. Private und institutionelle Anleger haben sich nach Angaben der Plattform Transvendo mit Stand vom 6. Juli 2017 mit einem klassischen Nachrangdarlehen in Höhe von 108.550 Euro an der DCI beteiligt. „Damit rückt die Finanzierung des bundesweit ersten Cannabis-Therapie-Zentrums in greifbare Nähe“, betonte Wenzel Vaclav Cerveny, geschäftsführender Gesellschafter der DCI Cannabis Institut GmbH (www.cannabis-institut.de).

 

Nach dem Start des „Cannabis als Medizin“-Gesetzes am 10. März 2017 haben laut Cerveny viele Patienten Hoffnung geschöpft und sind bitter enttäuscht worden. Nur für 20 Prozent der 1.000 Patienten mit früherer Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle hätten die Krankenkasse die Kosten übernommen. Der jetzige Zustand kommt, so Cerveyn, „unterlassener Hilfeleistung gleich“: „Es wird Zeit, dass Cannabis-Patienten eine kompetente Anlaufstation bekommen.“ Das bundesweit erste Cannabis-Therapie-Zentrum soll Mitte September 2017 im Raum München eröffnet werden.

 

Das Geschäftsmodell der DCI Cannabis Institut GmbH sieht als bundesweiter Vorreiter ein komplementäres und synergetisches Angebot rund um die Therapie von Cannabis-Patienten vor. Dazu gehört als Zentrum der Aktivitäten ein Cannabis-Therapie- und Informations-Center (CTIC). Auf 600 bis 1.000 Quadratmetern soll eine Arztpraxis mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin und Schmerztherapie die Patienten mit Cannabis-basierter Medizin betreuen. Ein Informationszentrum mit Bistro, Show- und Produktionsküche soll über den Rohstoff „Hanf“ informieren. Ein Rechtsanwalt steht für rechtliche Fragen rund um Cannabis zur Verfügung. Angeschlossen ist ein Einzelhandel für Hanfprodukte.

 

Ziel ist der Aufbau von Cannabis-Therapie-Zentren in allen deutschen Landeshauptstädten. Nach Expertenschätzung benötigen in Deutschland bis zu 1,6 Millionen Menschen eine Cannabis-basierte Medizin. Schmerztherapie, neurologische und psychische Erkrankungen, Übelkeit und Erbrechen bei AIDS oder Krebs sowie chronisch-entzündliche Leiden wie Rheuma oder Morbus Crohn seien Einsatzgebiete von Cannabis.

 

Die am 1. März 2017 gestartete Crowdinvestment-Kampagne läuft unter www.transvendo.de/dci weiter. Die Expansionspläne der DCI GmbH sehen Investitionen in Höhe von einer Million Euro vor. Anleger können sich mit einem klassischen Nachrangdarlehen ab einer Mindestanlagesumme von 100 Euro beteiligen. Das Darlehen wird mit 5,0 Prozent p. a. verzinst, am Ende der fünfjährigen Laufzeit wird ein freiwilliger Bonus von 10 Prozent ausgeschüttet.

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