Handeltreiben ohne Handel zu treiben

 

Wenn es um Cannabis geht, gehen die Meinungen auseinander. Und wenn es um die rechtlichen Aspekte von Cannabis geht, herrscht häufig Unklarheit. Um dem entgegenzuwirken, klärt Rechtsanwalt Steffen Dietrich aus Berlin in jeder Ausgabe von Highway über das Betäubungsmittelgesetz in Theorie und Praxis auf. Der vollständige Artikel ist in Ausgabe 03/2016 von Highway enthalten, die an jedem gut sortierten Kiosk erworben werden kann.

 

 

Was versteht man unter Handeltreiben?

 

Unter Handeltreiben wird zunächst jedes eigennützige Bemühen verstanden, das darauf gerichtet ist, den Umsatz von Betäubungsmitteln zu ermöglichen oder zu fördern, selbst wenn es sich um eine einmalige, gelegentliche oder vermittelnde Tätigkeit handelt (vgl. BGHSt 30, 277). Reine Vorbereitungshandlungen reichen allerdings noch nicht aus. Da der Gesetzgeber aber möglichst jeden unerlaubten Umgang mit Betäubungsmitteln verbieten wollte, wird der Begriff des Handeltreibens von der Rechtsprechung weit ausgelegt. In der Folge sieht die Rechtsprechung beispielsweise auch schon den bloßen Erwerb von Betäubungsmitteln als Handeltreiben an, wenn der Erwerb mit dem Ziel der späteren Weiterveräußerung der Drogen erfolgt. Nach der Rechtsprechung kann unter Umständen auch ein vollendetes Handeltreiben vorliegen, wenn ein potenzielles Drogengeschäft von der Polizei beobachtet wird und es schließlich gar nicht mehr zur Übergabe der Betäubungsmittel kommt. Auch können bloße Verkaufsverhandlungen schon ein vollendetes Handeltreiben darstellen (BGH, Beschluss vom 26. Oktober 1977 – 3 StR 537/77).

 

Die Plantage zu Hause – wann beginnt das Handeltreiben?

 

Diese weite Interpretation des Handeltreibens verfolgt die Rechtsprechung auch in Bezug auf den Anbau von Cannabispflanzen. Bereits im Jahr 2005 hat der Bundesgerichtshof (BGH) klargestellt, dass der Anbau von Cannabispflanzen mit dem Ziel der gewinnbringenden Veräußerung der aus dem Anbau gewonnenen Betäubungsmittel ein vollendetes Handeltreiben darstellt (BGH, Beschluss vom 12. Januar 2005 – 1 StR 476/04). Zielt der Anbau der Cannabispflanzen auf gewinnbringende Weiterveräußerung, beginnt das Handeltreiben nach ständiger Rechtsprechung dadurch bereits mit dem Einpflanzen der Cannabissetzlinge. Dass die erwarteten Cannabisprodukte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch gar nicht verkauft wurden, spielt dabei keine Rolle. Darüber hinaus ist das Fehlen eines Verkaufs auch unschädlich für die Annahme eines Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, was gemäß § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG ein Verbrechen darstellt und dementsprechend mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird. Ob eine nicht geringe Menge von Cannabis vorliegt, bestimmt sich normalerweise nach dem THC-Gehalt der jeweils hergestellten Cannabisprodukte. Im Fall des bereits vollendeten Handeltreibens durch bloßes Einpflanzen von Cannabissetzlingen reicht es jedoch aus, dass mit der Aufzucht der Pflanzen eine nicht geringe Menge des Betäubungsmittels erreicht werden sollte (BGH, Urteil vom 20. Dezember 2012 – 3 StR 407/12). In diesem Fall ist also nicht auf den THC-Gehalt der vorhandenen Setzlinge abzustellen, sondern auf den Gehalt, mit dem nach Aberntung der Pflanzen gerechnet werden konnte. Dass diese Berechnung spekulativ ist, muss hier nicht weiter ausgeführt werden.

 

...die Fortsetzung des Artikels findet ihr in der aktuellen, soeben erschienenen Ausgabe 03/2016 von Highway – Das Cannabismagazin. Highway 03/2016 ist ab sofort für schlappe 2,30 Euro am Kiosk oder im Head-/Growshop erhältlich. Alternativ kann Highway auch für 1,89 als E-Paper erworben werden.

 

 

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In manchen Familien geht es heiß her und gerade im Gras-Geschäft sind Zusammenschlüsse von Familienmitgliedern gar nicht mal selten – in der Regel handelt es sich aber um Vater-Sohn-Organisationen, wo dann auch oft der Vater den höherrangigen Geschäftspartner abgibt.

 

In Euskirchen wurde nun eine interessante Variante vor Gericht verhandelt, wie beim „Express“ zu lesen ist. Ein 26-jähriger Euskirchener wird der gewerbsmäßige Handel mit mindestens neun Kilogramm Marihuana vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft setzte den Kurs auf sechs Euro fest, sprach also von einem Mindestwert von 54.000 Euro.

 

Allerdings steht nicht nur der 26-Jährige vor Gericht, sondern auch dessen 50-jährige Mutter. Denn diese soll dem Sohn bei der Beschaffung des Marihuanas geholfen haben, angeklagt ist sie wegen einer telefonischen Bestellung von vier Kilo Gras, die sie für ihn in den Niederlanden aufgab. Zu diesem Zeitpunkt wurden die beiden allerdings schon überwacht, sodass der Sohn nach der Abholung von der Polizei gestoppt wurde. Die Mutter sagte nun aus, dass sie bloß ihrem Sohn aushelfen wollte, der durch seine Geschäfte immer mehr Probleme anzog.

 

Den telefonisch organisierten Vier-Kilo-Kauf bei einer niederländischen Weed-Händlerin machte die Mutter angeblich nur deswegen klar, weil das Handy des Sohnemanns keine Auslandsgespräche zuließ. Die Staatsanwaltschaft wird sich allerdings nicht nehmen lassen, nachzuhorchen, ob sie dies nicht vielleicht getan hat, weil ihr Sohn fünf Tage zuvor bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Zum Dank für ihre Mithilfe sitzt die Mutter nun allerdings seit sieben Monaten in Untersuchungshaft. Diese wird wohl auch noch einen Moment andauern – der Prozess wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

Das waren ideale Bedingungen für den Global Marijuana March (GMM) 2016 in Deutschland: Feinstes Wetter in allen Städten sorgte für gute Laune und auch bestimmt für den ein oder anderen Besucher, der sich den Marsch bei Regen gespart hätte. In 23 deutschen Städten wurden GMMs abgehalten – die Österreicher und vereinzelte deutsche Städte ziehen am kommenden Samstag noch nach (schaut euch hier die Termine auf unserer Karte an).

 

Insgesamt gingen am Samstag Tausende für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße. Teilnehmende Städte waren Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Dresden, Duisburg, Erfurt, Erlangen, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Kempten, Köln, München, Osnabrück, Rostock, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Viersen.

 

Die meisten Veranstaltungen starteten gegen 14 Uhr und die Redaktion von Highway war für euch in Köln unterwegs, um die Stimmung einzufangen: Treffpunkt war der Heumarkt direkt in der Innenstadt. Dort warteten eine Bühne sowie Infostände, etwa von Cannabis Colonia e.V. oder der Piratenpartei auf die Interessierten, aber auch auf eine Menge Passanten.

 

Anzumerken ist, das bereits eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn der Veranstaltung und somit auch noch ein gutes Stück bevor sich der Marsch überhaupt in Bewegung setzte, viele Mitarbeiter diverser Presseorgane bereits verschwunden waren. 30 Minuten vor Ort, ein Foto und ein Zitat abgreifen und schnell in die Sonne legen – ganz ehrlich: so lesen sich viele Artikel zum Thema Cannabis auch. Eine Kein-Bock-Einstellung scheint also keine Spezialität von Cannabiskonsumenten zu sein. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am späten Samstag meldete, dass in Berlin ein Global Marijuana March stattgefunden habe, Köln hingegen gar nicht erwähnt wird.

 

 

Das gute Wetter, das auch in Köln herrschte, hatte jedenfalls etwa fünfhundert Leute angelockt, die sich für eine baldige Cannabislegalisierung stark machen wollten. Zum Auftakt gab es verschiedene Redebeiträge von beispielsweise Cannabis Colonia, den Piraten, den jungen Liberalen, der Linken oder vom Deutschen Hanfverband (DHV). Zuletzt stieg Kai Langenberger, der auch im Anschluss den Marsch anleitete, auf die Bühne und beschalte den Heumarkt mit deutschsprachigen Cannabis-Songs, etwa zu den Melodien von Kölner Karnevalsliedern, Halleluja oder O Tannenbaum. Auch wenn diese Musikauswahl vielleicht nicht jedermann zu hundert Prozent zusagte, konnte er zumindest alle Teilnehmer des GMM charmant um den Finger wickeln. So lag es auch an ihm, die Stimmung des kurz vor vier Uhr gestarteten Marschs anzuheizen. Diesen Job erledigte er vom vorausfahrenden Wagen aus mit Bravour. Die Teilnehmer des Marschs wurden zum Skandieren diverser Parolen angeleitet und konnten dementsprechend viel Aufmerksamkeit beim Zug durch die Kölner Innenstadt erfahren. Dabei gab es je nach Standort kleine Anekdoten zu erfahren, vor einer Bank etwa, dass 30 Prozent eines Geldscheins aus Hanf bestehen. Natürlich wurde auch die Breite Straße besonders gewürdigt, als der Zug diese passierte. Immer wiederkehrendes Mantra der Truppe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut!“

 

 

Die Polizei ließ das Treiben praktisch ungestört zu. Zu Beginn am Heumarkt waren nur vereinzelt Beamte anzutreffen, die sich auch sehr schnell in den Hintergrund zurückzogen. Der Zug selbst wurde durch voranfahrende Polizisten begleitet, die aber zum Zweck eines reibungslosen Ablaufes eingeteilt waren, und nicht etwa, um die Teilnehmer zu schikanieren. Daher und dank der Sonne waren viele Demonstrationsteilnehmer auch schon recht angedichtet, als der Zug startete. Die Energie des Anheizers ließ sich aufgrund dessen nicht kontinuierlich auf die Masse der Marschierenden übertragen. So wurden die Rufe während der zweiten Hälfte des Marschs etwas schwächer und beim großen Finale direkt am Kölner Dom zeigten sich doch bei dem ein oder anderen sowohl leichte Ermüdungs- als auch Einschüchterungserscheinungen, sodass das Motto „Wir sind hier, wir sind laut“ teilweise nicht mehr ganz passen wollte.

 

 

Allerdings muss man sagen, dass der Demonstrationszug von den Passanten durchgehend äußerst freundlich begrüßt wurde. Jeder schien Sympathien für die Cannabisfreunde aufzubringen, Kritik am Zug konnte nicht ausgemacht werden. Es folgten sogar einige Bürger den Aufrufen aus den Lautsprechern, sich dem Zug anzuschließen. Allerdings wurden auch umstehende Jugendliche mit Hanfblatt-Kappen ausgemacht, die sich über die ganze Veranstaltung lustig gemacht haben – es bleibt also noch viel Aufklärungsarbeit zu betreiben.

 

 

Der Zug endete wieder am Heumarkt, wo THC-freie Hanf-Joints verteilt wurden. Dies nahm die Polizei zum Anlass, doch noch einmal darum zu bitten, keine „richtigen“ Joints zu rauchen und anzukündigen, bei Verstößen nun gegen diese vorzugehen. Diese Nachricht läutete dann auch gleich sozusagen das inoffizielle Ende des Kölner GMMs ein, da einige sie zum Anlass nahmen aufzubrechen.

 

Spätestens in den Abendstunden endeten dann die Märsche überall in Deutschland und erfreulicherweise gab es nichts Negatives zu berichten, etwa aus Reihen der Polizei. Der DHV meldete Samstagabend 400 Demonstranten in Rostock, jeweils über 300 in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Ulm, etwa je 200 in Frankfurt und Tübingen, 150 in Osnabrück und 100 in Kempten. Die sowohl erstmals in Viersen als auch in Flensburg abgehaltenen GMMs kamen beide jeweils auf immerhin 25 Marschierende. Spitzenreiter waren die Dresdner mit circa 750 Teilnehmern, gefolgt von Bremen mit grob 700 und Freiburg mit über 600 Demonstranten.

Kurioses aus Würzburg. Am Vatertag feierte ein 30-jähriger Mann ausgiebig mit Alkohol, um nach eigenen Aussagen abends mit einem ihm unbekannten Holländer ins Gespräch zu kommen. Angeblich gab man sich gegenseitig eine Zigarette aus, wobei ihm von der Zigarette des Unbekannten schlecht geworden sein soll. So bewahrte er den Stummel auf, um ihn in der Nacht zu Samstag zur Polizei zu bringen – er wolle die Reste auf gesundheitsschädliche Substanzen überprüfen lassen.

 

Laut Polizei Würzburg identifizierte diese den Stummel als Rest eines Marihuana-Joints. Vermutlich ohne eine genauere Überprüfung wurde dies festgestellt, dabei könnten natürlich auch diverse „Legal Highs“ oder sonstwas in der Tausch-Zigarette gewesen sein. Um dem Ganzen dann die Krone aufzusetzen, schrieb die Polizei dem jungen Mann auch gleich noch eine Anzeige – Jointbesitz ist schließlich illegal.

 

Und die Moral von der Geschicht? Geh nicht zur Polizei – ob dicht oder nicht.

Cannabis auf Rezept! In Deutschland! Schon nächstes Jahr! Wer hätte das gedacht – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte an, dass bereits im kommenden Jahr Cannabis auf Kassenrezept in Deutschland verfügbar sein soll. So sagte Gröhe heute der „Welt“: „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann.“

 

    

 

Vor etwa einem Jahr gab es die ersten Ankündigungen in diese Richtung durch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), seitdem wurde ein Gesetzesentwurf verfasst, der schon im Bundeskabinett und auch im Zuge eines EU-Notifizierungsverfahrens in Brüssel durchgesprochen wurde. Morgen soll das Gesetz dann im Bundestag tatsächlich verabschiedet werden – wie von Gröhe angekündigt aller Voraussicht nach mit Erfolg.

 

Besonders erfreulich ist diese Nachricht für all diejenigen Patienten, die zwar Gras in der Apotheke beziehen dürften, aber nicht für die Kosten aufkommen können. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, äußerte sich Gröhe weiter in der „Welt“.

 

Langfristig soll der Bedarf an Medizinalhanf durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland erfolgen. Bis dieser allerdings in die Wege geleitet wurde, sollen Importe für die Versorgung der Kranken zuständig sein. Bislang bekommen nur etwa 5.000 deutsche Patienten THC-Präparate und nur grob 500 Personen verfügen über eine Ausnahmeerlaubnis für den Konsum von Cannabisblüten. Experten rechnen nun aber mit bis zu 800.000 Patienten, die jährlich auf Medizinalhanf zurückgreifen möchten.

 

Auch wenn sich die Patienten über die aktuelle Entwicklung grundsätzlich natürlich sehr freuen können, bleibt allerdings anzumerken, dass der abzusehende Versorgungsnotstand durch eine Erlaubnis des Selbstanbaus problemlos gelöst werden könnte. Dies möchten Gröhe und Mortler aber nach wie vor auf jeden Fall unterbinden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt... die letzten Gesinnungsänderungen kamen jedenfalls schnell.

Update vom 6.5.2016: Liebe Leute, denkt daran, morgen ist der Global Marijuana March! Schaut in unserer Karte, welche Stadt in eurer Nähe zum Mitmachen einlädt. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

 

Rund um den 7. Mai ist es wieder soweit – auf der ganzen Welt wird der Global Marijuana March (GMM) abgehalten. Seit 1999 der erste Million Marijuana March (wie einer der vielen alternativen Namen des GMM lautet) vom amerikanischen Cannabisaktivisten Dana Beal ins Leben gerufen wurde, findet jedes Jahr am oder um den ersten Samstag im Mai herum der GMM statt. Gemeinsam soll für eine Legalisierung und gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten demonstriert werden, das diesjährige Motto lautet in vielen deutschen Städten „Die Zeiten ändern sich!“. Alle Österreicher treffen sich wieder gesammelt in Wien, um den Hanfwandertag zu begehen. Allerdings erst eine Woche später, am 14. Mai. Denn wie bereits in den Jahren zuvor findet der GMM nicht überall am gleichen Tag statt, auch wenn dies nach wie vor ein wünschenswertes Ziel wäre, nicht zuletzt um eine Berichterstattung abseits der Fachpresse zu erleichtern, wie der Deutsche Hanfverband (DHV) anmerkt.

 

Auch ihr seid herzlich eingeladen, euch an einem GMM in eurer Nähe zu beteiligen und für die (baldige) Legalisierung von Marihuana auf die Straße zu gehen! Um den nächsten GMM zu finden, müsste ihr nur einen Blick auf unsere Karte werfen. Beachtet bitte die unterschiedlichen Daten und Uhrzeiten.

Geld mit Cannabis verdienen? Ganz legal? Am besten auch noch an der Börse? Easy Money oder High Risk? Finanzexperte Thomas Hohler verrät uns alles Wissenswerte zu Marihuana-Aktien.

 

Der vollständige Artikel ist in Highway 02/2016 enthalten.

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Der im Oktober 2015 neu gewählte Regierungschef Kanadas, Justin Trudeau, möchte dieses Jahr eines seiner Wahlversprechen einlösen: Der Politiker, der nach eigener Aussage selbst schon Erfahrungen mit Cannabis gemacht hat, plant Marihuana – so wie bereits vier liberal regierte US-Staaten vor ihm – in Gänze zu legalisieren. Damit ist der ehemals als recht konservativ eingeschätzte Kontinent jenseits des Atlantiks dem alten Europa weit voraus. Man ist dort im Begriff einen milliardenschweren neuen Wirtschaftszweig zu erschließen, der neue Jobs schafft und von dem der Staat nachhaltig profitieren kann, indem er immense Steuereinnahmen und sinkende Prohibitions- und Strafverfolgungskosten verbuchen kann. Mit der Liberalisierung beteiligt sich Kanada an einem Prozess, der vor knapp zwei Jahren in den USA begann. Damals setzte Colorado als erster Bundesstaat in Amerika seine bereits im Jahr 2012 beschlossene Legalisierung von THC-haltigem Cannabis auch ohne medizinische Indikation durch. Wie bereits in der letzten Ausgabe von Highway (Highway 01/2016) näher erläutert, ist zum heutigen Zeitpunkt sogenanntes „recreational marijuana“ – also Marihuana für Hobbyzwecke – in den Bundesstaaten Colorado, Washington, Alaska, Oregon und im Bezirk Washington D.C. für Konsum und Verkauf freigegeben. Der Erwerb von medizinischem Marihuana ist sogar bereits in 23 Bundesstaaten und der Hauptstadt legal. Seitdem hat sich in den USA eine regelrechte Cannabisindustrie etabliert. Es entstand binnen kürzester Zeit ein Milliardenmarkt mit enormem Wachstumspotential, vertraut man den Prognosen einschlägiger Medien. Gemäß dem kürzlich erschienenen Investor-Network-Bericht der ArcView Group erreichte der Markt 2015 ein Gesamtvolumen von 5,4 Mrd. US-Dollar (USD). Vor allem der Verkauf von „recreational marijuana“ wuchs um satte 184 % auf 998 Mio. USD. Laut dem Bericht handelt es sich bei Cannabis um die am schnellsten wachsende Industrie in den USA. Auch Investoren und risikoaffine Anleger wittern fette Beute und wollen von den Freiheiten und Chancen dieser Neuen Welt profitieren.

 

Wie kann ich an diesem Boom teilhaben?

Als Privatanleger an diesem Boom zu partizipieren ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Zum einen impliziert alleine die Legalisierung von Cannabis nicht zwangsläufig profitable Geschäftsmodelle, zum anderen gibt es schlicht und ergreifend keine passablen Anlagevehikel, um sein Geld am Markt breit diversifiziert zu platzieren. Außer klassische Investments in Aktien gibt es bisher kaum Möglichkeiten, am Aufschwung der amerikanischen Cannabisbranche teilzuhaben, denn es existieren weder Publikumsfonds noch ETFs (börsengehandelte Fonds), die sich dem Thema Cannabis widmen. Neben den ausländischen Aktien und wenigen Crowdfunding-Plattformen (z. B. CannaFundr) gibt es in Deutschland lediglich ein börsengelistetes Unternehmen, das sich auf diese junge Branche spezialisiert hat, später mehr dazu.

 

Die „PotBong“-Blase

Zu Beginn des Jahres 2014 löste die Legalisierungs-Euphorie in Amerika einen regelrechten Run auf Aktien hochspekulativer Start-ups aus und es flossen in kürzester Zeit Milliardenbeträge in dieses neue Marktsegment. Die enthusiastische Reaktion der Kapitalanleger auf die politischen Veränderungen war im Nachhinein eine logische Konsequenz und erinnert stark an den immensen Hype des Neuen Marktes im Jahr 2000 (die sogenannte „DotCom“-Blase). Auf breiter Front herrschte Goldgräberstimmung und viele junge Unternehmen fluteten den Markt, um am augenscheinlichen Boom zu partizipieren. Sie deckten bald sämtliche Aspekte der Cannabisindustrie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ab: Von Beleuchtungs- und Belüftungssystemen, Edibles und Smartphone-Apps über Verpackungen mit Kindersicherungen bis hin zu Gras aus Automaten. Aktien mit einschlägigen Namensbestandteilen wie „Canna“, „Marijuana“ oder „Hemp“ wurden von der Anlegerschaft offenbar blind und ohne vorherige Recherche gekauft. Denn im ersten Quartal 2014 verzehnfachten sich in Windeseile viele der bis dato am Markt notierten Werte. Doch wie in der Vergangenheit so oft tendiert der Markt zur Blasenbildung, wenn in einem illiquiden Segment viele Handelsteilnehmer gleichzeitig durch ein und dieselbe Türe wollen.

 

Beispielhaft für den Wahnsinn des Marktes ist die Aktie CannaVest Corporation, die Anfang 2014 binnen kürzester Zeit von 5 USD auf über 200 US-Dollar anstieg, was am Hochpunkt einer Marktbewertung von 2,57 Mrd. USD entsprach. CannaVest ist ein Hersteller und Vertreiber von Hanf- und Cannabidiol-basierten Produkten und entwickelt, vermarktet und vertreibt unter anderem Hanf-Öle und Kosmetika aus Industriehanf mit Focus auf dem legalen Inhaltsstoff CBD. Das Unternehmen hat mehrere Tochtergesellschaften, die unter anderem mit dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf-Samen betraut sind oder Spezial-Verarbeitungstechniken und Produktentwicklung im Zusammenhang mit hanfbasierten Produkten bieten. Zwei Jahre nach dem Auftritt des Unternehmens am Markt ist von der anfänglichen Euphorie nicht viel übrig geblieben, im Gegenteil: mit einem Kurs von 0,123 USD (11.2.2016) verfügt die Aktie heute lediglich noch (oder immer noch) über eine Marktkapitalisierung von aktuell 4,31 Mio. US-Dollar. Es wurden also bis dato alleine mit dieser Investition knapp 2,56 Mrd. USD verbrannt.

 

 

...Wollt ihr mehr über Cannabis-Aktien und die Möglichkeiten, die sie bieten, erfahren? In Highway 02/2016 (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) findet ihr auf acht Seiten die Fortsetzung dieses Artikels und könnt euch über deutsche und internationale Cannabis-Aktiengeschäfte sowie die Chancen und Risiken informieren.

 

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Weblink: marihuana-aktien.de von Thomas Hohler (für fortgeschrittene Interessierte)