Nach langen vier Monaten Corona-Pause ist es endlich wieder so weit: Deutschlands größtes Cannabismagazin steht endlich wieder in den Zeitungsregalen. Mit einem neuen, noch günstigeren Verkaufspreis von nur 1,90 Euro, einem frischen Layout und neuen Rubriken. Ach ja, und wie ihr anhand der Covervorschau sehen könnt, kriegt unsere Drogenbeauftragte diesmal so richtig ihr Fett weg.

 

Wir freuen uns natürlich riesig über euren Support, aber wenn ihr die 1,90 Euro lieber für Weed sparen möchtet, verstehen wir das natürlich auch. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, das E-Paper auch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen, ganz so wie wir es bei den letzten beiden HIghway-Ausgaben gehalten haben.

 

Unter diesem Link (und unten auf dieser Seite im Player) gibt es die neue Ausgabe 05/20 in der E-Paper-Version zum lesen und downloaden. Und jetzt viel Spaß bei der Lektüre, ob nun virtuell oder gedruckt!

Fast jeder hat schon einmal von Moonrocks gehört. Dabei handelt es sich, wie auch bei den äußerst eng verwandten Cousins, den sogenannten Sunrocks, in beiden Fällen um in Haschöl getunktes Marihuana, das in Skuff (auch Kief genannt) gewälzt wurde und darum wie Mondgestein aussieht. Solche Rocks sind selten und teuer. Das ist verständlich, weil der Aufwand zur Herstellung relativ hoch ist. Dennoch lohnt es sich, weil dieses Gestein gut gelagert werden kann und nicht so klebrig ist, wie reines Haschöl. Die Rauschwirkung ist wegen des hohen Wirkstoffgehalts ausgeprägt und eher für erfahrene Konsumenten geeignet. Die Warnungen vor einer Überdosierung laufen mit denen von Haschöl parallel: unvorsichtigen Menschen droht ein eventuell stundenlanger Rausch mit Herzrasen, Angstanfällen und Pseudohalluzinationen. Darum wird allen Erstkonsumenten empfohlen, sich langsam an die gewünschte Dosis heranzutasten. Doch wie werden nun die beliebten Steinchen hergestellt?

 

Im Prinzip ist das ganz einfach. Marihuana, bei Moonrocks (im Gegensatz zu Sunrocks) besonders die kleineren Blüten, werden in flüssiges Haschöl getunkt, bis sie sich vollgesogen haben. Danach werden sie in Skuff gewälzt, das an dem Öl klebenbleibt. Fertig! Schwierig ist also einzig und allein die Beschaffung der nötigen Zutaten. Dieser Artikel zeigt jedoch auf, wie alles Benötigte mit simplen Mitteln gewonnen werden kann. Es wird lediglich davon ausgegangen, dass Marihuana in ausreichender Menge verfügbar ist. Die Anleitung richtet sich an experimentierfreudige Cannabisliebhaber, darum sind wirklich nur die einfachsten Methoden zur Gewinnung der notwendigen Stoffe beschrieben. Wer regelmäßig Skuff oder Haschöl herstellen möchte, der wird früher oder später auf effektivere, aber auch technisch anspruchsvollere Verfahren zurückgreifen.

 

Genug der einleitenden Worte. Als Erstes wird für die Rocks ausreichend Kief gebraucht. Dazu werden Blütenstände oder Schnittreste in kaltem Wasser eingeweicht und etwa 30 Minuten lang gerührt. Dabei sollen die Pflanzenteile möglichst unverletzt bleiben, weil zerkleinerte Teile ansonsten die Qualität des Endergebnisses mindern. Nach dem Rühren wird die Flüssigkeit abgegossen und ruhig stehengelassen. Binnen kurzer Zeit setzen sich am Boden des Gefäßes die harzgefüllten Trichome ab, das ist dann das benötigte Skuff. Nach drei Stunden wird das Wasser vorsichtig abgeschüttet und das gewonnene Produkt getrocknet. Es kann danach leicht zu Pulver zerrieben werden. Aber Vorsicht, sonst platzen die Drüsen und die Masse wird klebrig. Die verbliebenen Pflanzenreste werden ebenso getrocknet und zur Herstellung von Haschöl verwendet. In der Regel enthalten sie noch eine beachtliche Menge an Harz, das sich durch mechanische Methoden nicht von den Pflanzenteilen lösen lässt. Um es zu extrahieren, wird für diesen Anwendungsfall der Auszug mit Ethylalkohol empfohlen. Dieser ist in Form von Schnaps in jedem Supermarkt günstig zu erwerben und für dieses Szenario optimal einsetzbar. Gut geeignet sind Wodka und Doppelkorn. Um also das Öl zu gewinnen, werden die getrockneten Pflanzenreste in einem Einmachglas mit dem Hochprozentigen übergossen und fünf Tage stehen gelassen. In dieser Zeit wird das Harz vollständig aus den verbliebenen Trichomen herausgelöst. Nach dem Abgießen ist die Lösung grünlich, das liegt an dem Chlorophyll, das mit gelöst wurde.

 

Das Extrakt wird nun an einem dunklen Ort ausdünsten gelassen, bis nur noch das klebrige Öl übrig ist. Bitte nicht auf einer Herdplatte trocknen! Alkohol ist feuergefährlich und bildet mit dem Sauerstoff der Atmosphäre eine explosive Mischung. Beim Thema Explosionsgefahr: das Extrahieren von Haschöl mittels Butan wird immer wieder angepriesen und der Fachhandel stellt die nötigen Geräte samt dem benötigten Flüssiggas bereit. Dennoch ist dieses Extraktionsverfahren ungemein gefährlich. Selbst im Freien kommt es immer wieder zu Unfällen, die Brandwunden und zerstörte Einrichtungen zur Folge haben. In geschlossenen Räumen überleben die Betroffenen meist nur knapp und oft genug ist nach der Explosion das Haus baufällig. Darum meine ganz persönliche Bitte, die Extraktion mit Butangas nicht durchzuführen. Alkohol ist sicherer und hinterlässt keine gefährlichen Rückstände, die im Butangas durch Vakuumtrocknung entfernt werden müssen (was aber selten ein Privatmann macht), und ist alles in allem kaum teurer.

 

Nach dem Trocknen bieten sich zwei Wege an. Steht nur wenig Haschöl zur Verfügung, wird es mit ganz wenig hochprozentigem Ethylalkohol aufgelöst und dann werden die Blüten darin getränkt. Sobald diese trocken sind, das kann ein paar Tage dauern, werden sie im Skuff gewälzt. Ist hingegen genügend Öl vorhanden, wird es erwärmt, bis es flüssig ist. Dann werden die Blüten darin so lange geschwenkt, bis sie keine weitere Flüssigkeit mehr aufnehmen. Nach dem Erkalten werden sie dann direkt mit dem Kief bestäubt. Was ist denn nun eigentlich der Unterschied zwischen Sun- und Moonrocks? Für Sunrocks werden bei der Herstellung nur allerbeste Zutaten verwendet und sie erinnern optisch weiterhin mehr an Blüten als die Moonrocks, bei denen in der kommerziellen Herstellung weniger hochwertige Stoffe als bei den Sunrocks zum Einsatz kommen. Wer aber die Rocks wie hier beschrieben herstellt, der kann diese wahlweise Sun- oder Moonrocks nennen. Der Genuss wird so oder so überwältigend sein.

Es ist natürlich zu begrüßen, wenn sich Menschen im sogenannten „besten Alter“ (das mit Sicherheit nicht das beste Alter ist, aber das nur am Rande), denen ja häufig eine gewisse Festgefahrenheit nachgesagt wird, mal trauen, was ganz Neues ausprobieren. Eine Truppe von zwölf Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren sah das offenbar ganz ähnlich und veranstaltete in Lünen eine kleine Garten-Party. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge hatte die fröhliche Runde vor, gemeinsam die ihnen mehr oder weniger unbekannte Wirkung von Marihuana zu ergründen. Und dafür ist es ja schließlich nie zu spät, oder?

 

Leider schien sich im Vorfeld niemand so richtig informiert zu haben und so kam es, wie es kommen musste, der Abend endete für die Damen in einem Fiasko. Man hatte sich dafür entschieden, das Marihuana oral, ganz klassisch in Brownies eingebacken, einzunehmen. Einerseits verständlich, wenn man nicht gewohnt ist, zu rauchen. Andererseits aber auch ein Risiko, das erfahrenere Cannabisfreunde einzuschätzen wissen. Eine gleichmäßige Dosierung gestaltet sich schwierig, die Wirkung ist, verglichen mit dem Rauchen, um ein Vielfaches stärker. Zu allem Überfluss wurde in der Runde auch noch Alkohol getrunken, der möglicherweise auch die Hemmschwelle bezüglich des besonderen Gebäcks sinken ließ und sich ja bekanntlich sowieso nicht so gut mit Cannabis verträgt.

 

Und so kam es nun, dass gegen neun Uhr vier Frauen aus der Runde mit Symptomen wie Schwindel und Übelkeit vom Notarzt ins Krankenhaus begleitet wurden. Gut, im Grunde kann man so einen Absturz auch einfach zuhause durchstehen, aber wer will es den Betroffenen verdenken, lieber auf Nummer sicher zu gehen. Und als wäre der Vorfall an sich nicht schon Strafe genug, schaltet sich nun auch noch die Kriminalpolizei unnötigerweise in den „Fall“ ein. Also, beim nächsten Mal im Vorfeld am besten einen Vaporisierer besorgen und sich behutsam herantasten.

Das wurde aber auch Zeit! Der Sommer wäre kein richtiger Sommer, wenn nicht irgendwann die altbekannte Mär von den „Hortensien-Dieben“ durch die Provinz-Zeitungen und Gartenmagazine geistern würde. Wenn suchtgeplagte „Cannabis-Kiffer“, die Augen rot, die Knöchel weiß vor Anspannung, wie im Wahn die Hortensiensträucher argloser Reihenhaus-Rentner plündern, um an den begehrten Stoff zu gelangen, dann hat Tante Erika ordentlich was zu schnacken und Onkel Herbert zieht den Gartenzaun neu auf. Und ganz nebenbei kann man noch dem medialen Sommerloch ein Schnippchen schlagen!

 

Hinterkaipfocker Tageblatt und Zammerhofer General-Anzeiger wissen auch, wieso es die diebischen Kiffer auf die arglosen Hortensien abgesehen haben: getrocknet und geraucht wirkten die nämlich ähnlich wie Marihuana. Echt wahr! Und das, obwohl sie weder THC noch CBD noch sonst irgendwelche psychoaktiven Wirkstoffe enthalten. Aber so sind sie eben die Haschisch-Fixer: sitzen sie mal auf dem Trockenen, schrecken sie nicht einmal davor zurück, die Vorgärten argloser Spießer zu plündern, Getriebene ihrer Sucht, denen jederzeit die Sicherungen durchknallen können. Nicht auszudenken, wenn der Blumen-Dieb bei einem seiner Raubzüge einmal keine blütereifen Hortensien vorfände! In den Dörfern geht die Angst um, dass er dann aus Frust über Hibiskus, Buchsbaum und Orchideen herfallen könnte oder auf der Suche nach einem kleinen bisschen Stoff gleich den ganzen Garten umgräbt.

 

Die Frage ist, warum die Headshops noch nicht auf den Zug aufgesprungen sind und nicht schon längst getrocknete Hortensienblüten, die ja auch nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, in ihr Sortiment aufgenommen haben. Hortensiensamen, Hortensien-Muffins, Hortensien-Tabakersatz, das alles müsste sich doch verkaufen wie warme Semmeln. Der Grund, warum man derlei Zubehör in den einschlägigen Geschäften nicht bekommt, liegt auf der Hand: weil mindestens 99,999 Prozent der Cannabisfreunde keine Hortensien rauchen und das ganze Phänomen nichts anderes als eine hirnverbrannte Ausgeburt grauhaariger Lokalschreiberlinge ist, die sich über die Jahre auf absurde Weise verselbstständigt hat und in den Sommermonaten immer wieder aufs Neue von einer anderen Dorfpostille nachgeplappert wird. Wir sprechen uns dann nächsten Sommer wieder...

Wie sagt man so schön? Dreist gewinnt. Nach diesem Motto handelte wohl auch ein Mann aus Wien, der sich dazu entschloss, Cannabispflanzen in seiner Wohnung anzubauen, obwohl sich das Mehrfamilienhaus, in dem er lebte, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Polizeistation befand. Womöglich hatte er darauf gesetzt, dass niemand auf die Idee käme, neben einem Polizeirevier eine Cannabis-Anlage zu vermuten. Eine zeitlang ging auch tatsächlich alles gut, doch irgendwann stieg Beamten im Innenhof des betroffenen Häuserblocks ein süßlich-würziger Geruch entgegen, den sie nur allzu gut kannten. Ein verdächtig aussehendes, zugeklebtes Fenster wies den neugierig gewordenen Polizisten dann schließlich den Weg zur Wohnung des Growers.

 

32 Pflanzen hatte der 38-Jährige in einem Zelt angebaut, nach eigenen Angaben alles für den Eigenbedarf bestimmt. Die Qualität des Straßen-Weeds sei einfach zu schlecht, versuchte sich der Verdächtige zu rechtfertigen. Die Highway-Redaktion kann ihn da gut verstehen, zumal er ja, wie die meisten Grower, niemandem Schaden zugefügt hatte. Bei den Beamten stieß er mit seiner Erklärung leider naturgemäß auf taube Ohren und muss jetzt mit einer Anzeige rechnen.

 

Die verschiedenen Formen der Cannabisextrakte von Wax bis Öl erfreuen sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Nachdem diese besonderen Zubereitungs- und Konsummethoden noch bis vor einigen Jahren im deutschsprachigen Raum nur dem harten Kern der Szene ein Begriff waren, interessieren sich auch hierzulande immer mehr Cannabisfreunde, auch bedingt durch den Dabbing-Hype in den USA der vergangenen Jahre und den globalen CBD-Siegeszug für „ausgefallenere“ Konsumformen jenseits von Rauchen und Essen. Soweit so gut, schließlich dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass das Cannabisrauchen (mit Tabak) unnötige Gesundheitsrisiken mit sich bringt und auch der Genuss von Edibles aufgrund der Dosierbarkeit und dem zeitverzögerten Wirkungseintritt so seine Tücken haben kann. Cannabisöl zum Beispiel lässt sich mit ein wenig Erfahrung hingegen punktgenau dosieren und jederzeit äußerst diskret einnehmen.

 

Ein Weg, es selbst herzustellen, vor dem auch Highway immer wieder warnt, ist die Extraktion mittels Butangas: theoretisch zwar schnell und günstig durchführbar, birgt die Methode aufgrund der Explosivität des Gases hohe Risiken, insbesondere für naturwissenschaftlich weniger bewanderte Zeitgenossen. In Düren hat sich ein Mann dennoch an diese Art der Extraktion herangewagt, leider mit empfindlichen Folgen: bei dem Versuch kam es zu einer Explosion, die das Hausdach über der Wohnung des 42-Jährigen schwer beschädigte und darüber hinaus mehrere kleinere Brände in den umliegenden Häusern verursachte. Zum Glück kam bei der Aktion jedoch niemand ernsthaft zu Schaden. Ein Glück, dass etwa der deutschsprachige Rapper Dr. Knarf nicht hatte: Anfang 2017 sprengte er sich selbst und einen Freund beim Versuch einer BHO-Extraktion in die Luft und erlitt dabei allerschwerste Verletzungen, unter denen er wohl sein Leben lang leiden wird.

 

Wenn man schon sein halbes Leben lang Joints raucht, dann, das weiß jeder erfahrene Konsument, erhöht man nicht nur die physische und psychische Toleranz, nein, auch die soziale Toleranz wird heraufgesetzt: der ständige Cannabis-Konsum fühlt sich einfach komplett normal und selbstverständlich an (und de facto ist er das ja auch), es schleicht sich eine Abstumpfung ein, die fast schon voraussetzt, dass alle anderen Menschen genauso denken und die das Konfliktpotenzial, das im Zuge des Konsums einer (leider immer noch) illegalen Droge zwangläufig vorhanden ist, völlig ausblendet. Jeder, der sich dazu entscheidet, am Wochenende in der Kneipe ausnahmsweise mal keinen Alkohol zu trinken, kann eine Abwandlung des vorab beschriebenen Effekts an der verdutzt-empörten Reaktion seiner vermeintlichen Saufkumpane erkennen.

 

Ein Mann aus Mülheim, der am frühen (!) Samstagmorgen am Hauptbahnhof eine Polizeistreife bat, ihm doch bitte einen Zehn-Euro-Schein zu wechseln, steckte offenbar bereits tief in seiner Filter-Blase. So kam ihm scheinbar nicht der Gedanke, dass es den Polizeibeamten ein Dorn im Auge sein könne, dass er während seiner Bitte um Kleingeld seelenruhig einen Joint rauchte. Als die Polizisten ihn schließlich darauf hinwiesen, zeigte sich der 43-Jährige regelrecht überrascht. Eine vollkommen unnötige Strafanzeige wird’s nun wohl leider trotzdem geben. Und der Zehner konnte zu allem Überfluss auch nicht gewechselt werden.

 

Ja, eine Zugfahrt, die ist lustig – zumindest solange man sich entspannt zurückgelehnt die vorbeisausende Landschaft anschaut oder eine Runde Karten am Vierertisch zockt. Der 35-Jährige, der am Samstag mit der Bahn von Magdeburg nach Stendal fuhr, konnte die Vorzüge einer beschaulichen Bahnfahrt wohl eher nicht genießen. Denn im Gepäck trug er 69 Cannabis-Pflanzen im Stecklings-Stadium mit sich herum. Klar, mit so einer Fracht kann man leicht nervös werden, zumal auf engstem Raum im Zugabteil natürlich eine besonders große Gefahr von den aufsteigenden Duftschwaden ausgeht.

 

Es ist unklar, ob der Geruch dem Mann selbst nicht aufgefallen war, jedenfalls bemerkten ihn weitere Passagiere und schließlich auch Beamte der Polizei. Als verzweifelten letzten Strohhalm überreichte der Verdächtige den Polizisten eine kleine Dose mit Marihuana, doch das Ablenkungsmanöver schlug spätestens in dem Moment fehl, als das Gepäck des Mannes geöffnet wurde und zwei mit Stecklingen vollgestopfte Blumenkästen zum Vorschein kamen. Nun erwartet den Pechvogel eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

 

Allen Konsumenten sollte klar sein, dass mit dem Rauchen von Cannabis gesundheitliche Risiken verbunden sind. Wird die Droge geraucht, gelangen neben den erwünschten Substanzen zwangsläufig unerwünschte Stoffe in die Lunge und in den Blutkreislauf. Nimmt man Cannabis oral auf, dann besteht die Gefahr einer falschen Dosierung und somit einer ausbleibenden oder zu starken Wirkung. Fachleute sind sich darum einig, dass Cannabisprodukte am besten mittels eines Verdampfers (oder auch Vaporizer genannt) genossen werden sollten. Mittels dieser Hilfsmittel gelangen fast ausschließlich die gewünschten Stoffe, also die Cannabinoide, in den Körper. Verunreinigungen durch Blausäure, Teer, Benzol und etliche andere Materialien wird ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Kohlenmonoxid, die wichtigste bluttoxische Substanz, fehlt dadurch sogar völlig. Vor allem aber bleiben die karzinogenen Stoffe außen vor. Diese krebserregenden Substanzen stellen gerade für Cannabisfreunde eine hohe Gefahr dar, weil der Rauch meist tief und lange inhaliert wird. Jede und jeder, die oder der einen verantwortungsvollen Cannabiskonsum anstrebt, sollte über Alternativen zu Joint, Pfeife oder Bong nachdenken. Es ist unverantwortlich, das Risiko des Konsums durch eine unbedachte Einnahme zusätzlich zu erhöhen.    

 

Nachstehend werden zunächst die gängigen Verdampfertypen beschrieben. Nach einigen allgemeinen Anmerkungen wird zum Abschluss dann eine Bauanleitung für einen einfach herzustellenden Do-it-yourself-Verdampfer vorgestellt. So simpel dieser auch aufgebaut ist, er hat alle wesentlichen Eigenschaften, die ein solches Gerät auszeichnet. Verdampfer beziehungsweise Vaporizer werden in zahlreichen Ausführungen angeboten. Für den Freund des Rauschhanfs kommen vorwiegend drei Arten in Betracht.

 

Verdampfer mit direkter Heizung  

Bei diesen Verdampfern wird das Cannabis in einer Heizkammer erwärmt und ist im direkten Kontakt mit dem Heizelement. Das einfache Prinzip ist zusammen mit dem simplen Aufbau der Grund dafür, dass besonders viele günstige Varianten mit Direktheizung arbeiten. Vorteilhaft ist, dass die gewünschte Temperatur schnell erreicht wird, meist binnen weniger Sekunden. Von Nachteil ist, dass die Temperatur nicht gleichmäßig ist und es im schlimmsten Fall zu Verkohlungen kommt. Dennoch sind Verdampfer dieser Art weit verbreitet. Sie sind klein, portabel und für die Besitzer einer E-Zigarette gibt es günstige Erweiterungen. Auch der Verdampfer zum Eigenbau arbeitet nach diesem Prinzip.  

 

Liquid-Verdampfer  

Mit der Verbreitung elektrischer Zigaretten ist dieser Typ mittlerweile auch den meisten Menschen bekannt. Ein Trägermedium, meist eine Mischung aus Glyzerin und Propylenglykol, wird verkocht und inhaliert. Die Inhaltsstoffe dieser Lösung befinden sich auch in dem Dampf und werden bei der Inhalation mit aufgenommen. Für elektrische Zigaretten gibt es käufliche Liquids, die lediglich das Cannabinoid CBD enthalten. In Europa ist man für Komplettextrakte auf den Schwarzmarkt angewiesen oder muss sie selbst herstellen.

 

Verdampfer mit indirekter Heizung  

Die dritte Variante der hier besprochenen Geräte arbeitet aufwendiger. Bei dieser Spielart wird die Luft, die später durch die Kammer mit dem Cannabis geleitet wird, in einer separaten Kammer erhitzt. Dies ermöglicht eine präzisere Temperatureinstellung, ist aber mit deutlich mehr Aufwand bei der Herstellung verbunden. Geräte dieser Art sind teuer und werden bevorzugt von Menschen genutzt, die aus medizinischen Gründen auf eine genaue Dosierung angewiesen sind. Die Herstellung in der eigenen Werkstatt ist nur mit semiprofessioneller Ausrüstung möglich.     Neben den unterschiedlichen Bauarten gibt es noch andere Unterschiede. Die Beheizung kann elektrisch oder mittels einer offenen Flamme erfolgen, es gibt mobile und stationäre Geräte und auch in der Größe gibt es deutliche Unterschiede. Kleine Geräte, die oft in Stiftform mit Akkumulator angeboten werden, können einfach in die Hosentasche gesteckt werden. Noch kleinere Geräte werden mit der Flamme eines Feuerzeugs oder einer Kerze betrieben. Größere Verdampfer beziehen hingegen ihre Energie in der Regel aus dem elektrischen Netz.    

 

Außer den gesundheitlichen Vorzügen sprechen noch andere Gründe für den Einsatz eines Verdampfers. Zu dem Plus des gesünderen Genusses gesellt sich die enorme Ersparnis, die der Einsatz eines solchen Gerätes mit sich bringt. Im Vergleich mit einem Joint, einer Pfeife oder einer Bong werden bis zu dreißig Prozent Pflanzenmaterial gespart. Selbst bei gelegentlichem Konsum gewinnt der Anwender im Laufe eines Jahres viel Geld, die Anschaffungskosten eines einfachen Verdampfers werden meist binnen weniger Wochen gedeckt. Zusätzlich kann auch das Budget für das begehrte Cannabis aufgestockt werden, was für die Genießer eine wirkliche Bereicherung darstellt. Gutes Marihuana schmeckt und wirkt deutlich besser als die übliche Straßenqualität, besonders, wenn es schonend verdampft wird. Dazu kommt das verbesserte Raumklima, durch das der Konsum unauffälliger wird. Und in der Öffentlichkeit ist durch den Einsatz eines Stiftverdampfers oder durch den Genuss von E-Liquid auch mehr Diskretion gewahrt.    

 

Sogar die gewünschte Wirkung kann manipuliert werden. THC verdampft bei etwa 155 Grad Celsius und CBD bei rund 180 Grad Celsius. Unterschiedliche Temperatureinstellungen sorgen deshalb dafür, dass der Dampf vorwiegend die gewünschten Wirkstoffe enthält. Eine geringere Temperatur begünstigt ein geistig-zerebrales Hochgefühl, eine höhere einen körperlich-dämpfenden Rausch, der einen an das Sofa kettet. Wer ein geselliges Miteinander schätzt, wird mit einem Verdampfer auch aus altem, überlagertem Cannabis das THC herausbekommen, das er für ein solches Zusammensein gerne hätte.   

 

Wie versprochen nun die Beschreibung eines einfachen, aber dennoch hervorragend arbeitenden Verdampfers. Folgende Dinge werden benötigt: Für den Verdampfer werden zwei Stück Aluminiumfolie, rund acht mal acht Zentimeter groß, eine Küchentuchhülse aus Pappe und etwas Klebeband gebraucht. An Werkzeug reichen ein Messer und eine Schere aus. Um den Verdampfer in Betrieb zu nehmen, werden eine brennende Kerze und Kräuter der Wahl bereitgehalten.   

 

 

Als Erstes werden die Aluminiumfolien achteckig geschnitten, dazu einfach die Spitzen abschneiden. Mit den beiden Folien (einfach beide Folien übereinander legen) wird eine der Öffnungen der Papprolle abgedeckt, die Ecken werden hochgefaltet und mit dem Klebeband verklebt. Nun wird ein Luftschlitz in die Röhre geschnitten. Ein bis zwei Zentimeter über dem Rand wird dazu ein etwas verbreiteter Schlitz mit der Länge von etwa einem Fünftel des Durchmessers der Papprolle angelegt. Schon ist der Verdampfer fertig!    

 

Um ihn zu testen, wird etwas Pflanzenmaterial fein zerkleinert in die Röhre gegeben. Dann hält man die Seite mit der Aluminiumfolie im Abstand von circa fünf Zentimetern über die brennende Kerze. Vorsicht ist geboten, damit das Pflanzenmaterial nicht zu schwelen beginnt. Sehr bald steigt in der Röhre Dampf auf. Der kann entweder gleich inhaliert oder durch das Abdecken der Öffnung mit der Hand gesammelt werden. Doch Vorsicht! Der Dampf ist deutlich stärker als das, was für gewöhnlich in Rauchform aufgenommen wird. Die Wirkung setzt zeitverzögert ein und der übliche Kick, den Tabak-Jointraucher nach der Inhalation von Rauch aus einer Mischung von Cannabis und Tabak durch das Nikotin erleben, fehlt völlig. Unerfahrene Konsumenten laufen Gefahr, zu viel zu konsumieren. Darum am besten mit kleinen Mengen beginnen und sich langsam an die gewünschte Dosis heran tasten.    

 

Der einzige Makel des hier vorgestellten Gerätes ist die fehlende Temperaturkontrolle, diese wird aber durch aufmerksame Beobachtung ausgeglichen. Zuerst steigt der in der Kräutermischung enthaltene Wasserdampf auf, unmittelbar darauf das THC. Später folgen Dämpfe mit höheren CBD-Anteilen und weniger psychoaktiven Substanzen. Sobald sich das Pflanzenmaterial dunkel verfärbt, ist der Prozess abgeschlossen und das Material kann getrost entsorgt werden.

Zwei mutmaßliche Cannabis-Händler müssen sich bald in Wien vor Gericht verantworten. Die Polizei hatte bei den Verdächtigen eine größere Menge Cannabis im Kilobereich sowie 15.000 Euro Bargeld gefunden. Auf deren Spur kamen die Beamten dank eines Zufalls und dem leichtsinnigen Verhalten der Männer: im Zuge einer Corona-Streife hielten die Polizisten Anfang April in Wien an einer roten Ampel und warfen bei der Gelegenheit einen Blick in das neben ihnen zum Stehen kommende Fahrzeug, in dem gerade der Beifahrer dem Fahrer ein gefülltes (Marihuana-)Baggy zur Geruchsprobe vor die Nase hielt. Die Beamten entschlossen sich, nicht gleich zuzuschlagen, sondern dem verdächtigen Fahrzeug erst einmal weiter zu folgen. Vor den Augen der uniformierten Beobachter holten die Verdächtigen tatsächlich kurze Zeit später eine größere Menge Cannabis aus dem Kofferraum – und der Zugriff erfolgte prompt.

 

Trotz erdrückender Indizienlage gaben sich die Verdächtigen auf der Wache nicht nur äußerst wortkarg, auch ein weiteres Detail an dem Fall dürfte die Ermittler zur Weißglut treiben: denn bei den Smartphones der mutmaßlichen Dealer handelte es sich um speziell „getunte“ Handys, die es jedem unregistrierten Nutzer extrem schwer machen, auf seinen Inhalt zuzugreifen. Handelsübliche Telefonie soll mit diesen Geräten gar nicht möglich gewesen sein, so ergaben Recherchen der Nachrichtenseite Heute.at, die außerdem als Herkunft der Geräte die Niederlande nannte. Stattdessen bleibe nur die Kommunikation über Chat-Nachrichten mithilfe eines speziell angepassten Messenger-Programms. Werde aber der Entsperr-Code dreimal falsch eingegeben, so würden alle Daten unwiderruflich von der Festplatte des Smartphones gelöscht. Auch ein nachträglicher Zugriff auf die Server falle dann weg, denn die befänden sich außerhalb der Reichweite der österreichischen Justiz. Somit haben die Beamten in diesem Fall, der bald vor Gericht landen wird, wohl keine Chance an die wahrscheinlich höchst sensiblen Daten heranzukommen. Hätten die Verdächtigen am Steuer ihres Wagens doch mal genau so eine Vorsicht walten lassen wie mit ihrer Kommunikationstechnik...

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