Ein ungewöhnlicher Cannabis-Fall wird gerade vor dem Landgericht in Chemnitz verhandelt. Dem Angeklagten, einem 49-jährigen Mann, wird vorgeworfen, in den Handel mit kiloweise Marihuana verwickelt gewesen zu sein – und das in elf Fällen. Dabei sei er, eigenen Angaben zufolge, an derartigen illegalen Geschäften eigentlich überhaupt nicht interessiert, er sei nur immer tiefer in die Geschäfte hineingeschlittert. Warum? Sozusagen aus Nächstenliebe – handelt es sich bei dem geständigen Angeklagten doch tatsächlich um einen Pfarrer.



Um einem jungen Mann mit finanziellen Problemen aus der Patsche zu helfen, ließ sich der Mann Gottes immer weiter in die verbotenen Deals hineinziehen, zunächst nur vorsichtig begleitend, später führte er dann geschäftliche Verhandlungen sogar selbst durch. Vor Gericht gab er reumütig an, die ganze Sache vielleicht unterschätzt zu haben und generell zu liberal gegenüber Cannabis eingestellt zu sein – es sei ihm einfach wichtig gewesen, dass keine harten Drogen im Spiel gewesen seien. Außer dem Glas Rotwein zum Feierabend sei er „nicht drogenaffin“, so der Pfarrer. Ob ihm das bei der Festsetzung des Strafmaßes hilft, bleibt vorläufig abzuwarten. Das Urteil wird erst in etwa einer Woche erwartet, ist aber vielleicht gar nicht so wichtig. Denn wir alle wissen ja, dass man sich in letzter Instanz immer vor dem Herrgott selbst verantworten muss...

Ja, tatsächlich, bald ist es schon wieder so weit, die Adventszeit steht vor der Tür. Ob man nun Bock darauf hat oder nicht, dem langsam, aber sicher aufkommenden Weihnachtstrubel kann sich niemand entziehen. Damit alle Weihnachtsmuffel die stark „Last-Christmas“-haltige Zeit bis zum Heiligabend einigermaßen entspannt durchstehen können, bietet sich der Adventskalender der Kollegen des Hanf Magazins an: hinter 25 Türchen warten hochwertige CBD- und Hanfprodukte im Gesamtwert von 400 Euro auf die neugierigen Cannabisfreunde.

 

Damit würde dem ersten beschaulich-ruhigen Weihnachtsfest seit Menschengedenken ja im Prinzip nichts mehr im Wege stehen, vorrausgesetzt man schafft es, sich bis zusammenzureißen und auch wirklich nur ein Türchen pro Tag zu öffnen. Aber moment mal, wieso denn 25 Türchen? Richtig gelesen, denn eine Silvester-Überraschung gibt es auch noch. Den ansprechend gestalteten Kalender, der auf 1.000 Exemplare limitiert ist, kann man für 149,90 Euro (versandkostenfrei) ausschließlich über den Online-Shop des Hanf Magazins bestellen. Ho Ho Ho...äh...High High High!

Ein 35-jähriger Mann aus Österreich, der schon länger im Zentrum polizeilicher Ermittlungen gestanden hatte, wurde vergangene Woche verhaftet und der Justizanstalt Salzburg überstellt. Der junge Mann wurde verdächtigt, rund um den Salzburger Hauptbahnhof große Mengen Marihuana verkauft zu haben, wurde von der Polizei zeitweise beobachtet. Bei einer Personenkontrolle wurden bei ihm dann 500 Gramm Cannabis gefunden.

 

Laut Polizeiangaben kam es zu einer „freiwilligen Nachschau“ in der Wohnung des Mannes, nachdem dieser angegeben hatte, zusätzlich zu dem bereits gefundenen halben Kilo noch weitere zwei Kilos daheim zu lagern. Wie sich vor Ort herausstellte, waren es aber tatsächlich noch ein paar Kilo mehr: ganze 56 Kilo konnten die Beamten insgesamt in der Wohnung finden.

„Solange, bis es jemand schafft, uns davon zu überzeugen, dass es einen vernünftigen Grund dafür gibt, dass Cannabis verboten ist, solange werden wir weiter machen und bis an die Grenze gehen." Mit diesem Mantra zweier Cannabis-Aktivisten aus England können sich sicherlich auch hierzulande viele Legaliesierungskämpfer identifizieren. Die außergewöhnliche Aktion hingegen, die die beiden Aktivisten, von denen einer nur als „Outlaw“ bekannt ist, durchgeführt haben, dürfte den meisten Cannabisfreunden etwas zu waghalsig sein.
 

Mitten in einer der beliebtesten Grünflächen von Manchester, Picadilly Gardens, bezogen „Outlaw“ und sein Mitstreiter, beide komplett vermummt, Position und verteilten kostenlose Marihuanablüten an die interssierten Passanten. Ein Banner mit der Botschaft „FREE BUD“ (etwa: GRATIS BUDS) verkündete die frohe Botschaft und sicherte den beiden schnell die ungeteilte Aufmerksamkeit vieler Parkbesucher. Nach Angaben der Initiatoren wechselten auf diese Weise Cannabisblüten im Wert von insgesamt mindestens 900 Euro die Besitzer.
 

Nach der Aktion, die erwartungsgemäß für ein großes Medienecho sorgte, verkündete Outlaw, dem es im Gegensatz zu seinem Kollegen gelang, sich der staatlichen Autorität zu entziehen, dass die gewagte Aktion „nur der Anfang“ gewesen sei. Man darf also gespannt sein, was da noch kommt!

 

Eine große Menge Marihuana fand in Freiburg einen ungewöhnlichen Weg in die Hände der Polizei. Bereits Ende Mai war die Mieterin eines Mehrfamilienhauses in Freiburg-Weinhausen im Gemeinschaftskeller auf einige große Müllsäcke in einem leeren Kellerraum gestoßen. Da auch im Keller eines deutschen Mietshauses natürlich stets Ordnung herrschen muss, unterzog die Frau die Säcke einer genaueren Überprüfung. Der Inhalt kam ihr verdächtig vor und so wurde schnell die Polizei alarmiert.

 

Und tatsächlich, Müll befand sich in den Tüten keiner, ganz im Gegenteil: die Beamten fanden stattdessen stolze 60 Kilogramm Marihuanablüten. Die sich anschließenden Ermittlungen führten zu einem 45-jährigen Mann, der als mutmaßlicher Besitzer der Cannabisvorräte vergangene Woche festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

 

Cannabisfreunde auf Reisen kennen das Problem: kifferfreundliche Hotels gibt es kaum, Raucherzimmer generell sind Mangelware und wenn es ganz blöd läuft, lassen sich aus Sicherheitsgründen noch nicht einmal die Fenster öffnen. Und dann sind da natürlich noch die Rauchmelder, die teilweise auch bei geringstem Qualmaufkommen stillen Alarm an der Rezeption auslösen.

 

Offenbar vollkommen unbeschwert von derlei Sorgen haben es sich zwei junge Männer im Alter von 21 und 25 in ihrem Hotelzimmer in Gremberghoven gemütlich gemacht. Ob sie in ihrem Zimmer Joints rauchten, ist nicht klar, in Anbetracht des Ausmaßes ihrer Verfehlungen aber auch vollkommen unerheblich. Selbst, wenn sie dort den größten Blunt aller Zeiten angezündet hätten, am weiteren Verlauf der Geschichte hätte das wohl recht wenig geändert. Denn anstatt bloß zu konsumieren, trockneten die beiden Männer ihr Marihuana im Hotelzimmer. Und wir reden hier nicht über ein paar Gramm, nein, stolze 14 Kilogramm Blütenmaterial lagen im ganzen Zimmer ausgebreitet auf dem Boden. Möbel stören in so einer Situation nur, das ist klar, und so wurde kurzerhand alles aus dem Weg geräumt. Das Treiben fiel natürlich auf, denn so eine Menge feuchten Weeds verströmt einen ziemlich intensiven Duft, wie eigentlich jeder, der schon mal einen Krümel Gras in der Hand hatte, wissen müsste.

 

Es kam, wie es kommen musste, andere Gäste beschwerten sich über die Geruchsbelästigung und eine Raumpflegerin verschaffte sich schließlich Zutritt zum Zimmer der Männer, um nach dem Rechten zu sehen. Die beiden befanden sich zu dem Zeitpunkt zwar nicht im Zimmer, aber das half ihnen auch nicht mehr. Die Polizei wurde verständigt, die Verdächtigen und ein Komplize, über den die Hotelbuchung lief, dürfen sich nun auf ein Verfahren einstellen.

Green Thumb Industries (GTI), ein Produzent medizinischen Marihuanas aus Illinois, USA, sorgt gerade für großes Aufsehen unter US-Cannabisfreunden. Das Unternehmen hat einen neuen Strain kreiert, der in Sachen THC-Gehalt alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll: „Brownie Scout“, so der Name der Kreuzung aus „Platinum Girl Scout Cookies“ und einer GTI-exklusiven Sorte namens „Great Divide“. Das zuständige Testlabor ACT Laboratories gab an, die Blüten der Neukreation seien mit einem Gehalt von 37,5 Prozent THC (THCa) die potentesten, die man jemals getestet habe. Kate Denton, stellvertretende Marketingchefin von GTI, berichtete, dass die letzten vier Brownie-Scout-Ernten ausnahmslos im Enddreißiger-Bereich lagen.

 

Derartige Messungen sorgen oft für Skepsis, da in Zweifel gezogen wird, ob solch hohe Werte im rohen Blütenmaterial überhaupt möglich seien. Laut „Phylos Bioscience“ aber, einem renommierten Cannabis-Forschungsunternehmen, sind THC-Werte bis knapp unter vierzig Prozent zwar unwahrscheinlich, aber auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Und auch wenn sich mittlerweile in der Branche die Meinung durchgesetzt hat, dass dem THC-Gehalt bei Weitem nicht so viel Bedeutung beigemessen werden sollte und dass andere Cannabinoide und Terpene für die Potenz und Wirkung des Cannabis ebenfalls von zentraler Bedeutung seien: die THC-Bombe namens „Brownie Scout“ dürfte so einige Potheads ziemlich neugierig machen. Erhältlich ist der Strain bisher allerdings nur über die GTI-EigenmarkeRythm“ und in vorgedrehten Joints der Marke „Dogwalkers“.

 

Die Führerschein-Problematik zählt zu den drängendsten Ungerechtigkeiten, wenn es um die möglichen Konsequenzen des Cannabiskonsums geht. Da Deutschland in dieser Sache nur wenige Fortschritte macht und noch immer geradezu lachhaft geringe THC-Konzentrationen im Blut zum Führerscheinentzug führen können, muss man wie so oft darauf hoffen, dass cannabisfreundlichere Länder mit gutem Beispiel vorangehen und alternative Möglichkeiten zum Nachweis der Fahruntauglichkeit entwickeln, die dann von anderen Ländern adaptiert werden.

 

Im US-Bundesstaat Michigan arbeitet man gerade genau daran. Eine sechsköpfige Kommission, unter anderem zusammengesetzt aus Cannabispatienten, Toxikologen und Verkehrsicherheitexperten, wurde von Ex-Gouverneur Snyder damit beauftragt, eine Studie zum Effekt von Cannabis auf die Fahrtauglichkeit zu erstellen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass von der THC-Konzentration im Blut allein nur geringe Rückschlüsse auf die individuelle Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, zulässig sind. Nicht infrage gestellt wurde, dass Cannabiskonsum sich auf die Fahrleistung auswirkt, aber sich bei der Beurteilung allein einzig auf den jeweiligen THC-Gehalt im Blut des Fahrers einzuschießen, gehe an der Realität vorbei. Zum einen zeigten erfahrene Konsumenten trotz hohem THC-Blutwert weniger Beeinträchtigung als Gelegenheits-Kiffer bei niedrigeren Blutwerten. Zum anderen können bestimmte Konsumformen dazu führen, dass der THC-Gehalt im Blut erst rapide ansteigt, um dann in kurzer Zeit wieder stark abzufallen. Gängige Testmethoden seien zu unflexibel, zu wenig akkurat für eine solche Fluktuation. Von der bekannten Tatsache, dass der THC-Gehalt auch lange Zeit nach dem letzten Konsum noch erhöht sein kann, einmal abgesehen.

 

„Interessanterweise fahren in den meisten Simulator- und Fahrzeugstudien Cannabiskonsumenten typischerweise langsamer, halten größeren Abstand zum Vordermann ein und gehen weniger Risiken ein als nüchtern“, schrieb die Kommission. „Das scheint darauf hinzudeuten, dass die Fahrer versuchen, die subjektiven Auswirkungen des Cannabiskonsums zu kompensieren. Im Gegensatz dazu stehen angetrunkene Fahrer, die typischerweise schneller fahren und mehr Risiken eingehen als nüchtern.“

 

In Illertissen im Raum Augsburg hat sich mal wieder Merkwürdiges zugetragen. Am Dienstagabend meldete sich eine Frau telefonisch auf der Polizeistation und teilte dem abnehmenden Beamten mit, dass sie gerade einen Joint geraucht habe. Wo die Polizei in Berlin oder NRW wohl höchstens belustigt mit dem Kopf schütteln würde, wurde in Süddeutschland stattdessen der richterliche Beschluss bemüht, um die Wohnung durchsuchen zu dürfen.

 

Dort fand die Polizei die „merklich berauschte“ (O-Ton Polizei) 50-jährige Anruferin vor und außerdem eine geringe Menge Marihuana und eine nicht unbeträchtliche Menge einer nicht genauer spezifizierten Kräutermischung, bei der bisher unklar ist, ob sie überhaupt unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Genauso fraglich ist nach wie vor, warum die Frau bei der Polizei angerufen hat, beziehungsweise was sie eigentlich mit ihrem Anruf bezwecken wollte.

 

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist Deutschland für die Zulassung von Medikamenten und damit auch für Medizinalcannabis zuständig. Der Präsident der Behörde, Karl Broich, selbst Arzt und Psychiater, ließ nun in einem Interview mit dem Handelsblatt durchblicken, dass er die Ausgabe von Cannabisblüten nur für eine Übergangslösung halte und vielmehr Fertigarzneimittel, die (synthetische) Cannabinoide enthalten, als Weg der Zukunft sehe.

 

„Unser Ziel ist es, dass wir mehr cannabisbasierte Fertigarzneimittel bekommen“, so Broich. Dass er Cannabis als Medizin sowieso für überschätzt halte, verschleiert der Professor gar nicht erst: „Jedes regulär zugelassene Arzneimittel, das solche Nebenwirkungen zeigt, würden wir sofort vom Markt nehmen.“ Starker Tobak und unseres Erachtens nach die reinste Lüge! Gerade für jemanden wie Broich, der erst 2017 in das äußerst dubiose Zulassungsverfahren des Antidepressivums Zoloft verwickelt war. Die Linkspartei wirft Broich vor, als Gutachter zu einer Verschleierung möglicher Nebenwirkungen beigetragen zu haben, um einer möglichst schnellen Zulassung des Medikaments nicht im Wege zu stehen. Konkret ging es darum, inwiefern die Gabe des Medikaments Zoloft mit einer erhöhten Suizidrate unter den Patienten einhergehe und ob die zuständigen Gutachter (u. a. Broich) entsprechende Hinweise darauf in ihrer Bewertung gezielt übersehen hätten.

 

Broich selbst macht aus seiner eigentlichen Aufgabe aber eh keinen Hehl, betonte er doch auf einer Veranstaltung des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA): „Wir sehen uns als Partner der pharmazeutischen Industrie.“ Sinngemäß fügte er hinzu: was für die Pharmaindustrie gut ist, kommt auch dem Patienten zugute. Und da es der Pharmaindustrie leider nicht zugutekommt, wenn beispielsweise Epileptiker ihr eigenes Cannabis anbauen dürften, kann das für die Patienten natürlich auch nicht gut sein…

 

Da fragt man sich, wer ist hier eigentlich krank?