Seit dem 10. März ist Cannabis offizielle Medizin in Deutschland – die bisherigen Ausnahmegenehmigungen sollen nun durch Rezepte ausgetauscht werden, zudem steht jetzt theoretisch einer größeren Bevölkerungsgruppe medizinisches Cannabis zur Verfügung. Doch die Verwirrung ist noch groß, bei Patienten, Ärzten, Krankenkassen. Und auch diejenigen, die nicht schwer krank sind, aber ihre alltäglichen Leiden gerne und erfolgreich mit Cannabis anstelle von Tabletten lindern, sind natürlich grundsätzlich an einem Apotheken-Bezug von Marihuana interessiert. Doch kann man mit seinen Zipperlein einfach so zum nächstbesten Arzt und sich etwas verschreiben lassen? Wir haben den Selbstversuch gemacht – und zwar direkt in der ersten Woche nach der Gesetzesänderung. Unser neuer Autor Dr. Dope hat in seiner Heimatstadt die Ärzte abgeklappert...

 

Es rauscht so gehörig im deutschen Blätterwald wie schon lange nicht mehr. Und das betrifft beileibe nicht nur die einschlägigen Szene-Magazine. Einige aktuelle Überschriften bekannter Tageszeitungen von links nach rechts seien hier stellvertretend für Dutzende zur Auswahl gestellt: „So funktioniert das Kiffen auf Rezept“, „Für Schwerkranke – Bundestag erlaubt Kiffen auf Rezept“ oder „Auf Rezept: Wer bekommt Cannabis aus der Apotheke?“. Bei so viel medialer Präsenz in den deutschen Mainstream-Medien könnte doch nicht nur den wirklich Kranken, also der ursprünglichen Zielgruppe der Gesetzesänderung, sondern auch den gewöhnlichen Cannabiskonsumenten das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und aus den USA ist ja bestens bekannt, wie der Hase auch höppeln kann. Denn Kiffen auf Rezept ist in einigen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika dermaßen einfach und chillig, dass es beinahe schon absurd ist. Das Marihuana-Rezept kann dort – im richtigen Bundesstaat – online oder per Telefon beantragt werden, die medizinischen Gründe sind kaum in irgendwelche Richtungen eingegrenzt. Von Schlaflosigkeit, Stress bis hin zu Ermüdungssymptomen lassen die Ärzte alles gelten, um die heiß begehrten Rezepte auszustellen. Werden diese paradiesisch anmutenden Zustände jetzt auch nach Deutschland „exportiert“? Kann nun jeder, der ein wenig Einschlafprobleme hat oder der Stress verspürt – und wer tut das nicht? –, Cannabis auf Rezept bestellen? In der Theorie müsste diese Frage vorsichtig mit ja beantwortet werden. Denn das Gesetz, das im Januar den Bundestag passiert hat, erlaubt es deutschen Ärzten, Cannabis als Medizin ohne weitere Auflagen und auch ohne Einschränkung, das heißt nicht nur bei bestimmten Krankheitsbildern, zu verschreiben. Im Gegensatz zu früher muss in Deutschland auch nicht mehr nachgewiesen werden, dass andere Medikamente nicht oder nicht mehr wirken. Und der Gesetzgeber hat den Anwendungsbereich von Cannabis auf Rezept nun mal offen gehalten.

 

Nach der neuen Gesetzeslage ist es deutschen Ärzten 2017 also theoretisch möglich, nicht nur Schwerstkranken Cannabis zur Linderung zu verschreiben. Vielmehr könnte nach meinem Verständnis der Lage nun auch Cannabis bei den oben genannten Indikationen wie Schlaflosigkeit, mangelndem Appetit, Kopfschmerzen und so weiter verordnet werden. Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als ob wir (und damit meine ich auch ausdrücklich die aufs Vergnügen ausgerichtete Cannabis-Community) rosigen Zeiten entgegen gehen, denn eine dieser Indikationen kann beinahe jeder Mensch ohne valide medizinisch-empirische Überprüfbarkeit für sich geltend machen. Und es bleibt ernsthaft zu hoffen, dass dies nur ein erster Schritt in Richtung einer vollständigen Legalisierung von Marihuana und Co. ist, welche die Entscheidung in die Eigenverantwortlichkeit eines jeden erwachsenen Menschen legt, ob er nun kiffen möchte oder aber eben auch nicht.

 

Soweit die schön und verlockend klingende Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Funktioniert es tatsächlich auch so, wie ich und viele andere es sich wünschen? Hier werden schnell erste Zweifel laut, wenn man diesbezüglich im Netz nachforscht. Eine Schreckensnachricht jagt die andere. Um einige Betroffene direkt zu Wort kommen zu lassen, haben wir in den Randspalten rund um diesen Artikel einige Stimmen von unserer Facebook-Seite sowie denjenigen von DHV und ACM gesammelt, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt und ihre ersten Erfahrungen mit den Ärzten und Krankenkassen gemacht haben.

 

Glaubt man einigen der Meldungen im Internet, dann stellen sich die Ärzte stur und die Krankenkassen legen einem hinsichtlich einer Kostenübernahme einige Steine in den Weg – und das selbst dann schon, wenn man tatsächlich und dauerhaft erkrankt ist. Alles klar, das war ja beinahe nicht anders zu erwarten. Denn Cannabis ist für die Pharmaindustrie und den Krankheits- – oder politisch korrekter: – Gesundheitskomplex aus Ärzten, Krankenkassen, Arzneimittelherstellern, Zulieferern von chemischen Rohstoffen und so weiter ein Schreckgespenst ohnegleichen, denn sie befürchten, dass die Verschreibung von Marihuana viele andere Medikamente (zumindest in den Augen der Nutzer) überflüssig machen könnte.

 

Wie sieht es aber konkret in diesen ersten Tagen nach der Gesetzesverabschiedung aus? Ist es überhaupt möglich, sich ohne Weiteres Marihuana auf Rezept verschreiben zu lassen? Logisch, von den teilweise paradiesischen Zuständen in den USA sind wir meilenweit entfernt, das liegt schon alleine an der deutschen Klein-Klein- und Beamten-Mentalität. Highway – Das Cannabismagazin hat deshalb die Probe aufs Exempel gemacht. Und zwar in einer deutschen Großstadt, wo die Chancen, auf verständnisvolle, offene Ärzte zu treffen, doch eigentlich höher sein sollten als auf dem platten Land. Eins vorneweg: ich habe allen Ärzten, mit denen ich gesprochen habe, Anonymität zugesichert und keiner hat mir diesbezüglich widersprochen und auf einer namentlichen Nennung bestanden. Ich denke, die Anonymität war ein notwendiger Schritt, um die Ärzte zur Offenheit und überhaupt zum Reden zu bringen. Zumindest in dieser Hinsicht war ich erfolgreich – so viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten.

 

Der erste Arzt, den ich aufsuche, ist dafür bekannt, dass er auf alternative Medizin setzt. Er verschreibt gerne homöopathische Globuli und setzt auf Extrakte von Rinderleber und anderes Zeug zur Stärkung des Immunsystems. Dass der Doc bereits die 60 Jahre überschritten hat, dürfte doch bei solch einem positiv-ganzheitlichen Gesundheits- und Heilmittelverständnis kaum erschwerend ins Gewicht fallen. Als ich in seiner Praxis sitze, taste ich mich vorsichtig an das heikle Thema heran. Ich bin bei ihm ab und an wegen Kopfschmerzen in Behandlung und seit Jahren verschreibt er mir – entgegen seiner äußeren Fassade – ein Codein- und Paracetamol-Gemisch dagegen. Cheers! Wohl bekomms, denn was Paracetamol mit der Leber anrichtet, ist ja allgemein bekannt. Und dass Codein als Opiatderivat auch nicht unbedingt unter die Rubrik „sanfte und ganzheitliche Medizin“ fällt, ist auch jedem intuitiv klar. Ich setze ihm die neue Gesetzeslage vor und frage dann: „Könnten wir hier nicht einen Präparat-Wechsel anstreben? Zufällig weiß ich, dass Marihuana gegen starke Kopfschmerzen hilft.“ Als das Wort Marihuana fällt...

 

...Ja, wir wissen es ist gemein, den Artikel an dieser Stelle abzubrechen, aber immerhin handelt es sich um die Titelstory der neuen Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin, die derzeit für schlappe 2,60 Euro in jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop erhältlich ist. Unser Autor Dr. Dope hat verschiedenste Ärzte in seiner Heimatstadt mit verschiedenen Geschichten aufgesucht und versucht, sich Marihuana auf Rezept verschreiben zu lassen. Ob das funtkioniert hat – und wenn ja, wie – könnt ihr selbst im aktuellen Magazin nachlesen. Weitere Cannabis-News und Cannabis-Entertainment sowie viele Informationen zum Anbau und zur Verarbeitung von Cannabis, Marihuana und Haschisch sind ebenfalls wie in jeder Ausgabe enthalten.

 

Weblink: Highway am Kiosk finden

Alle Jahre wieder – im Dezember Weihnachten und im Mai natürlich Global Marijuana March (GMM). Denn wenn das Gras immer noch nicht legal ist, muss man halt weiterhin auf die Straße gehen und sich lautstark dafür einsetzen. Der GMM wird dieses Jahr sozusagen volljährig – zum bereits 18. Mal gehen die Menschen in Hunderten Städten dieser Erde auf die Straße. Wenn eine baldige Legalisierung da nicht mal ein schönes Geburtstagsgeschenk wäre.

 

Alle Cannabiskonsumenten sind daher aufgerufen, sich mit den Gleichgesinnten ihrer Stadt (oder der nächstgelegenen) zusammenzutun und beim GMM friedlich und eine riesige Rauchwolke hinterlassend durch die Straßen zu ziehen, um allen übrigen Bürgern zu zeigen, dass wir uns nicht kriminalisieren lassen möchten. Das diesjährige Motto: Legalisierung macht Sinn! Deutschland ist mit über 20 Städten und Österreich mit der Hauptstadt Wien vertreten.

 

Stichtag ist Samstag, der 6. Mai. In der Regel geht es um 14 Uhr los. Nur drei deutsche Städte weichen von diesem Datum ab und veranstalten die Demo eine Woche später. Vergangenes Jahr gab es noch deutlich mehr Termin-Abweichungen, die von einigen Organisatoren nicht ganz so gerne gesehen werden, etwa weil es die Berichterstattung für die unparteiische Presse erschwert. Die teilnehmenden Städte sowie abweichende Daten könnt ihr unserer Übersichtskarte entnehmen.

 

Bei vielen GMMs wird kostenlos Highway – Das Cannabismagazin verteilt werden, also haltet die Augen auf!

Cannabis auf dem Bauernhof. Ja, seit Menschengedenken gang und gäbe, nur in der Neuzeit verboten. Ebenfalls auf Bauernhöfen beliebt: sogenannte Hofladen-Boxen. In diesen Boxen werden Äpfel, Möhren, Blumen und dergleichen vom Bauer deponiert und die vorbeikommende Kundschaft kann sich selbst daraus bedienen und auf Vertrauensbasis Ware abwiegen und die Bezahlung in der fest installierten Kasse hinterlassen.

 

Solch ein System nutzten nun in der Schweiz auch ein paar Jugendliche, um Marihuana zu verkaufen. Genau wie beim legalen Vorbild wurde die Ware an einer für mehrere Personen zugänglichen Box deponiert und die Käufer konnten sich auf Vertrauensbasis selbst bedienen. Die Kundschaft soll aus Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren bestanden haben.

 

Die drei Beschuldigten „Box-Dealer“ waren allesamt noch minderjährig, sollen mit diesem System aber immerhin Marihuana im einstelligen Kilobereich verkauft haben, wie „Blick“ berichtet. Die Polizei machte dem Ganzen allerdings ein Ende. Der entsprechende Artikel in „Blick“ hat übrigens nur einen Leserkommentar, der eigentlich alles zu diesem Thema sagt, und der auch bereits 117 positive Reaktionen (gegenüber sechs lumpigen Daumen nach unten) einholen konnte:

 

Sollten wir nun der Polizei für die grandiose Ermittlungsarbeit und der Festnahme dieser gefährlichen Jugendlichen gratulieren?“

Haze rauchende Liebhaber von Lemon-Aromen kommen bei diesem Strain voll auf ihre Kosten. Aber nicht nur sie, sondern praktisch jeder Cannabisraucher, der gerne Sativa-Sorten raucht. Die mehrfach preisgekrönte Super Lemon Haze von der Green House Seed Company ist nicht zu unrecht eine äußerst bekannte Cannabisvarietät.

 

In den Jahren 2008 und 2009 gelang der Super Lemon Haze der zweifache Sieg beim High Times Cannabis Cup. 2010 kam ein zweiter Platz hinzu, weitere Preise auf anderen Messen und Cups runden die Erfolge ab. Und so ist es kein Wunder, dass beim immer noch grasierenden Haze-Hype in Deutschland Super Lemon Haze besonders oft angefragt und angeboten wird.

 

 

Das High kommt schnell und manifestiert sich nach dem Rauchen auch erst einmal. Da die Super Lemon Haze nicht nur ein Sativa-lastiger Hybrid ist (70 Prozent Sativa, 30 Prozent Indica) und dazu durchschnittlich knapp 20 Prozent THC bei praktisch kaum vorhandenem CBD aufweist, schlägt sie vor allem im Kopf an.

 

Der Körper bleibt allerdings vergleichsweise unangetastet, sodass sich (entsprechendes „Training“ vorausgesetzt) Super Lemon Haze durchaus auch als Strain erweist, der genug Energie mitliefert, um aktiv seinem Tagewerk nachzugehen. Allerdings gibt es auf der anderen Seite auch genügend Konsumenten, die nach einem Super-Lemon-Haze-Joint nicht mehr das Sofa verlassen können.

 

Die Elternpflanzen der Super Lemon Haze sind zwei wohlbekannte Strains, die ebenfalls beide bei Green House Seeds kreiert wurden – einmal Lemon Skunk (hier bei Highway besprochen) sowie die weltberühmte Super Silver Haze.

 

Der Anbau von Super Lemon Haze ist wie heutzutage üblich drinnen und draußen möglich, die Samen sind bei Green House Seeds in vier verschiedenen Varianten erhältlich: feminisiert, automatisch, CBD (jeweils etwa 10 Prozent THC und CBD) und Auto-CBD.

 

Update: Die Drogen-Demo des grünen Abgeordneten Thomas Schremmer (Grüne) im Landtag bleibt ohne strafrechtliche Folgen. Der Politiker vermutet: „Draußen wäre das mit Sicherheit anders ausgegangen.“ (Quelle: neuepresse.de)

 

Cannabis ist überall zu finden – sogar in deutschen Landtagen. In Niedersachsen gab es dort am Donnerstag eine Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Cannabis. Die Anhörung wurde von der niedersächsischen FDP mit der Forderung nach einem kontrollierten Verkauf von Marihuana und Haschisch an Volljährige beantragt.

 

Der Grünen-Politiker Thomas Schremmer geht mit dieser Forderung d’accord und hatte daher eine richtig gute Idee, um dem Landtag die nicht funktionierende Cannabis-Prohibition vor Augen zu führen. Zu diesem Zweck ging er vor der Landtagssitzung auf den Straßen Hannovers ein knappes Gramm Marihuana kaufen, dass er im Landtag auch vorzeigte.

 

„Ich habe eine Dreiviertelstunde gebraucht – obwohl ich in der Szene niemanden kenne“, äußerte sich der 56-jährige Thomas Schremmer. Obwohl dies eine äußerst gelungene Untermauerung seiner Forderung nach einem legalen und kontrollierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene darstellt, gab es unverständlicherweise Kritik an seiner Methode.

 

Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Sylvia Bruns (FDP), beschwerte sich: „Das führt nicht zu einer Versachlichung der Diskussion.“ Christian Pantazis von der SPD blies ins gleiche Horn, wie bei der „Neuen Presse“ zu lesen war: „Wir wollen sachlich über Cannabis diskutieren. Das war dem Thema nicht angemessen.“

 

Soll vermutlich heißen, man will also lieber weiter im Kämmerchen seine Sprüchlein aufsagen und sich nicht mit der Realität konfrontieren lassen. Aus diesem Grund möchte die niedersächsische SPD auch weiterhin eine Freigabe von Marihuana verhindern.

 

Die CDU lebt sowieso in ihrer eigenen Welt, was deren Mitglied Max Matthiesen auch aufzeigte, der Schremmers Marihuana-Provokation so kommentierte: „Das ist eine Verharmlosung. Das ist nicht richtig.“

Marihuana ohne Ende: Serbien und die umliegenden Länder haben in den letzten Jahren öfter mal für Schlagzeilen gesorgt, da es dort anscheinend ganze Dörfer gibt, die sich auf die Indoor- und Outdoor-Produktion von Cannabis spezialisiert haben.

 

Und so verwundert es auch nicht, dass die Kollegen von High Times nun melden, dass vorgestern in Serbien über eine Tonne Marihuana von der Polizei beschlagnahmt wurde. Die Ladung war auf mehrere Tanklaster verteilt, die über Geheimkammern verfügten, in denen das Marihuana gelagert wurde.

 

Im Zuge der Aktion in Nord-Serbien wurden sechs Personen festgenommen. Das Marihuana soll aus dem Kosovo stammen und für den Verkauf in West-Europa vorgesehen worden sein.

Marihuana rauchen macht friedlich und freundlich. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Weed rauchende Menschen mit gutem Einkommen spenden mit Sicherheit auch zumindest nicht weniger als Menschen, die kein Marihuana konsumieren.

 

Aber die folgende Geschichte, ist doch recht merkwürdig: Als Mitarbeiter einer Sozialeinrichtung im amerikanischen Bundeststaat Washington am Montag die eingegangen Sachspenden der letzten Zeit durchgingen, machten sie einen interessanten Fund. Jemand hatte eine Kühlbox abgegeben, in der sich 1,7 Kilo Marihuana befanden.

 

Wie SWR3 berichtete, riefen die Mitarbeiter der Organisation „Goodwill“ umgehend die Polizei, die das Marihuana an sich nahm und nun nach dem netten Spender sucht. Dieser sollte sich aber tunlichst nicht bei ihnen melden – denn mehr als 28 Gramm Marihuana sind für eine Einzelperson auch in Washington nicht erlaubt.

Wären wir kein Cannabismagazin, würden wir jetzt zu naheliegenden Einleitungen greifen, etwa das Kiffen vergesslich mache oder dergleichen. Aber wer hat noch nicht seine Mütze, sein Handy oder den Koffer mit sämtlichen Bankunterlagen mal irgendwo liegen lassen?

 

Dennoch sollte man nicht für möglich halten, was aller Wahrscheinlichkeit nach einem 30-jährigen Österreicher passiert ist (auch wenn er dies gegenüber den Behörden abstreitet): Bereits im Oktober vergangenen Jahres vergaß jemand (vermutlich der 30-jährige Student) in einem Zug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eine Tasche mit einem Inhalt von mehr als zwei Kilogramm Marihuana, wie „heute.at“ berichtet.

 

Und was macht man dann später, wenn einem dieses Mißgeschick aufgefallen ist? Na klar: Man ruft seinen Kollegen an – in diesem Fall den 32-jährigen Tomas J. –, ob dieser nicht mal bei den ÖBB nach einer verlorenen Tasche fragen könnte.

 

Die war aber natürlich schon längst von der Polizei geöffnet worden.

 

Ergebnis: Anzeige gegen Tomas J. Doch dieser schob alles auf den 30-jährigen Studenten. Dieser habe ihn gebeten, sich nach der Tasche zu erkundigen. Also Freispruch für Tomas J. und Anklage gegen den 30-Jährigen. Doch auch dieser wird vor Gericht freigesprochen – keine Beweise.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind (zum Beispiel an Hasch-Kuchen), dann leben sie noch heute.

Update: Diese Meldung, die auf die entsprechende Nachricht in der „Zeit“ zurückgeht, stellt sich – wie wir auch bereits in unserem Fazit haben anklingen lassen (siehe unten) – als in dieser Form unrichtig heraus. Für weitere diesbezügliche Informationen haben wir ein entsprechendes Video vom Deutschen Hanfverband unter den Artikel gestellt.

 

Cannabis auf Rezept: Seit fünf Tagen ist dies die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland. Doch die Widerstände häufen sich nicht nur auf Seiten der oft schlecht informierten und uninteressierten Ärzte, nein: Auch die Krankenkassen wollen nun die Kosten für Cannabis nicht übernehmen, obwohl sie jetzt gesetzlich dazu verpflichtet sind.

 

Man hat es einfach nicht leicht als Cannabiskonsument. Der größte Teil der Herrschenden dieser Welt kaut seit Jahren nur längst widerlegte Lügen über eine Jahrtausende alte Heilpflanze wieder, während Alkohol, Tabak und Pillen legal verkauft und beworben werden dürfen. Noch schlimmer geht es da den Cannabispatienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, oftmals in Form getrockneter Blüten, Marihuana.

 

Denn diesen wurden (bis auf ein paar Ausnahmen) in Deutschland (und in vielen anderen Ländern natürlich auch) ihr Medikament vorenthalten und wenn nicht, dann mussten sie es selbst zahlen. Wie wir berichteten, existiert das neue, seit diesem Monat gültige Gesetz mehr oder weniger aufgrund der Tatsache, dass Patienten erfolgreich einen Selbstanbau von Cannabis letztinstanzlich eingeklagt haben.

 

Durch das neue Medizin-Gesetz werden ihnen die Anbau-Lizenzen nun wieder entzogen, da die Rechtfertigung für diese auf dem zu teuren, selbst zu bezahlenden Medikament (Cannabis) beruhte. Und die Krankenkassen sind nun eigentlich verpflichtet in solchen schweren Fällen, die Kosten von Cannabis bzw. Marihuana zu übernehmen.

 

Aber die Krankenkassen wollen nicht. Wie soeben von der „Zeit“ gemeldet wurde, möchten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Cannabistherapien nicht übernehmen. Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung sagte: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“

 

Die Krankenkassen setzen nun auf die von der Bundesopiumstelle in Auftrag gegebene Studie, durch die Cannabis und Cannabiswirkungen weiter untersucht werden sollen. Auf Basis dieser Studie – als gäbe es keine anderen – soll sich dann in einigen Jahren zeigen, „ob die Cannabistherapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört“.

 

Was bedeutet dies nun konkret? Das wird sich zeigen. Nach fünf Tagen zeichnet sich aber bislang ab, dass weder Krankenkassen noch die meisten Ärzte oder Apotheker besonders große Lust auf oder auch nur ein Interesse an Cannabis als Medizin haben.

Jeder weiß es: Cannabis ist ein Milliardengeschäft. Ja sogar Cannabis, das nicht knallt, sorgt für Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Wie wir berichteten, gibt es seit Ende 2016 in der Schweiz legal Cannabis zu kaufen, das nur über äußerst geringe THC-Werte verfügt, dafür aber reich an Cannabidiol (CBD) ist. Dieser Wirkstoff wirkt nicht auf die Psyche, sodass man im Fall von kerngesunden Menschen von „wirkungslosem“ Gras sprechen kann.

 

Ganz stimmt dies aber natürlich auch nicht, denn auch CBD hat beachtliches (therapeutisches) Potential. Außerdem gibt es viel mehr Cannabiskonsumenten, die auch mal aus den verschiedensten Gründen Cannabis ohne THC konsumieren möchten, als man denkt. Und sei es nur, um es statt Tabak mit „herkömmlichen“ Marihuana zu mischen.

 

Diverse Shops, die sich auf den Vertrieb dieser Produkte spezialisiert haben, sprießen daher nun aus dem Boden. Auch gibt es in der Schweiz nun bereits verschiedenste Anbieter und Sorten von Cannabidiol-Cannabis. Und diese werden nach der Tabaksteuer besteuert – mit 25 Prozent. Dieser Satz wird auch für Feinschnitttabak angewandt, anderer Rauchtabak nur mit 12 Prozent.

 

Für das erste Verkaufsjahr rechnet die eidgenössische Zollverwaltung mit Verkäufen von CBD-Marihuana in Höhe von 100 Millionen Schweizer Franken (ca. 93 Millionen Euro) und dementsprechend mit Steuereinnahmen in Höhe von 25 Millionen Franken (ca. 23 Millionen Euro).

 

Seit November nimmt der Umsatz von legalem CBD-Cannabis in der Schweiz jeden Monat um 10 bis 30 Prozent zu, wie „20 Minuten“ berichtet. Wenn man bedenkt, dass Cannabidiol trotz des großen Interesses vermutlich nur etwa jeden zehnten Cannabiskonsumenten interessiert, kann man sich ganz leicht ausrechnen, wie viel Steuereinnahmen mit einer kompletten Legalisierung von jedwedem Cannabis zu machen wären:

 

Der amerikanische Bundesstaat Colorado, der weniger Einwohner als die Schweiz hat, erzielte im Jahr 2016 etwa 180 Millionen Dollar (ca. 168 Millionen Euro) mit den Einnahmen aus THC-haltigen Cannabisverkäufen.

 

Interner Link: Die wichtigsten Cannabinoide auf einen Blick