Unter allen europäischen Ländern hat Frankreich eine der rigidesten Cannabis-Gesetzgebungen. Da es aber gleichzeitig zu den Ländern mit den höchsten Konsumentenzahlen überhaupt zählt, war es nur eine Frage der Zeit, bis findige Cannabis-Unternehmer das THC-freie CBD-Weed für sich entdecken würden. Im elften Arrondissement in Paris hat nun der sogenannte „Cofyshop“ seine Pforten geöffnet. In den Regalen finden sich allerlei Cannabis-Produkte wie Öle, Tinkturen, Salben und eben auch Blütenmaterial – alles ohne THC. Und wie das Artikelfoto deutlich macht, war der Andrang am Eröffnungstag ziemlich stark. Dass es überhaupt zu einer Eröffnung kam, liegt auch an den versöhnlicheren Tönen, die Frankreichs Gesundheitsminister Buzyn in letzter Zeit anschlägt. Vergangenen November verkündete der Minister, dass der Verkauf und Konsum von CBD-Cannabis unter zwei Bedingungen legal sei: die Produkte dürfen erstens unter keinen Umständen mehr als 0,2 Prozent THC enthalten und zweitens nicht mit einem Gesundheitsversprechen beworben werden. Trotz allen Entgegenkommens muss Shop-Betreibern wie auch Käufern und Konsumenten eines klar sein: die französische Strafverfolgung wird mit Argusaugen darüber wachen, dass niemand auf die Idee kommt, die Shops für den Verkauf illegaler Produkte zu nutzen…

Ein 67-Jähriger aus Bornheim musste sich wegen Anbaus von Cannabis vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Der Mann hatte auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses eine Cannabisaufzucht mit 400 Pflanzen angelegt. Zu seinem Pech erspähte der Vermieter des Hauses zufällig durch ein kleines Loch in der Wand das andauernd brennende Licht und das satte Grün. Er alarmierte die Polizei, die kurz darauf gut 2,5 Kilogramm Marihuana beschlagnahmte. Besonders pikant: bei dem Täter handelt es sich um einen Ex-Polizisten, der in Geldnot geraten war. Durch ein umfassendes Geständnis, das auch vorherige Ernten, die das Gericht niemals hätte nachweisen können, beinhaltete, versuchte der Angeklagte verzweifelt sein Strafmaß zu verringern. Doch es half alles nichts, das Gericht ließ sich nicht erweichen: den dreifachen Familienvater erwartet nun eine Gefängnisstrafe von drei Jahren ohne Bewährung.

Ein Priester in einem Hyundai. Erst einmal nichts ungewöhnliches. Aber auch der wird bei einer Routinekontrolle mal kontrolliert – so vor Kurzem geschehen auf der Strecke zwischen Ponta Porã und Dorados in Brasilien. Doch der katholische Priester, der nach Angaben der Polizei äußerst höflich behandelt wurde, wurde immer nervöser und hatte Probleme, die Fragen, wo er hinwolle und wo er herkomme, richtig zu beantworten.

 

Daraufhin wurde das Auto des angeblich Geistlichen durchsucht. Darin befanden sich zwei Taschen randvoll mit Marihuana – insgesamt 101 Kilogramm. Wie das „Wochenblatt“ aus Paraguay berichtet, gab der falsche Priester an, das Marihuana aus Paraguay geholt zu haben, um Schulden zu begleichen, die seine Freundin bei einem mächtigen brasilianischen Drogenhändler habe. Die Verkleidung als Geistlicher habe er gewählt, um nicht kontrolliert zu werden...

Noch vor Kurzem durften wir mit Freude darüber berichten, dass die Supermarktkette Lidl in der Schweiz CBD-Cannabis-Produkte in ihr Sortiment aufnimmt. Ohne Frage ein großer und wichtiger Schritt, um Cannabis weiter im Alltag der Bürger zu etablieren und die gesellschaftliche Akzeptanz zu steigern (auch wenn das in Kanada nur begrenzt nötig zu sein scheint). Doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Plänen einer der größten Supermarktketten Kanadas: die Loblaw Companies LTD. plant im Rahmen der für Juli anberaumten landesweiten Legalisierung in den dichter besiedelten Regionen Neufundlands und Labradors Marihuana zum Freizeitkonsum anzubieten. Verkauft werden soll das (natürlich THC-haltige) Blütenmaterial in bereits bestehenden, an die regulären Lebensmittelläden angeschlossenen Kiosken, in denen momentan Tabakprodukte an den Mann gebracht werden. Loblaws (so der Name der Filialen) ist mit über 2.000 Filialen der größte Lebensmittelvertrieb in Kanada und nimmt national einen vergleichbaren Stellenwert ein wie Walmart in den USA.

 

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Ein bisschen Gras verkaufen, da wird schon nichts passieren – das denken sich wohl die meisten Leute, die hier und da mal (oder auch regelmäßig) einen Zehner oder Zwanni verkaufen. Da es gefühlt so viele Dealer wie Konsumenten gibt, geben ihnen die Statistiken ja auch recht: wer steht schon vor Gericht, nur weil er ein paar Freunden etwas Gras mit einem Euro Aufschlag weitergereicht hat? Und selbst wenn? Man kommt ja schon nicht jahrelang in den Knast, in Deutschland doch nicht – das denken wohl auch die meisten Leute.

 

Doch ganz anders sieht die Sache aus, wenn man an Minderjährige verkauft, auch wenn man selbst nicht viel älter ist: denn das sieht das Gericht überhaupt nicht gerne. Auch sind so junge Menschen deutlich einfacher durch die Polizei einzuschüchtern. Beides wurde nun einem 23-Jährigen aus Oppenheim zum Verhängnis. Seine damals 16-jährige Freundin verlor im Mai 2016 im Schulunterricht ein klein bisschen Gras, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet. Die Lehrerin rief die Polizei, die befragte das Mädchen und eine Freundin, die daraufhin verrieten, dass der Oppenheimer regelmäßig Gras verkaufe.

 

Nun stand er wegen 14 Fällen im Gramm-Bereich vor Gericht und wurde in zehn Fällen verurteilt. Allerdings waren die Abnehmer zwischen 15 und 16 Jahren alt. Auch stand er bereits einmal wegen ähnlicher Vergehen vor Gericht. Zudem hatte er seine Freundin angehalten, in der Schule Gras zu verkaufen, sodass diese einmal zwölf und einmal zehn Gramm in der Schule verkaufte. Das Ganze kam den gelernten Metzger nun äußerst teuer zu stehen: fünf Jahre Haft für ein paar Gramm Gras. So wurde durch die Prohibition ein weiteres Leben zerstört, während gleichzeitig das Scheitern des angeblich so gewährleisteten Jugendschutzes aufgezeigt wurde.

 

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In den Zeiten von Social Media ist man es längst gewohnt, dass der mächtigste Mann der Welt seine Politik vornehmlich über den Kurznachrichtendienst Twitter kommuniziert. Genauso gängig ist es mittlerweile, dass Einsatzkräfte der Polizei auf Selfies mit ihrem „Fang“ posieren. Über die moralische Komponente dieser Selbstdarstellung lässt sich freilich streiten, die Fotos jedenfalls zeigen manchmal beeindruckende Mengen beschlagnahmten Materials. Und manchmal auch bärbeißige Testosteronprotze in Polizeiuniform und entschlossener Attitüde, die voller Stolz vor dem illegalen Gut posieren.

 

Diese Art der Ästhetik kann aber auch ganz schön nach hinten losgehen, vor allem, wenn das gebustete Material sich so gar nicht für ein Trophäenbild eignet. Zum Beispiel etwa, wenn es sich um eine ziemlich lächerliche Menge Marihuana handelt, die im Verkauf vielleicht ungefähr ein Zwanzigstel der polizeilichen Einsatzkosten einbrächte. So geschehen nun in Argentinien, als die Prefectura Naval (ein argentinisches Sondereinsatzkommando, deren Leitspruch übrigens „We are here to take care of you“ lautet) obenstehendes Foto mit den Ergebnissen einer Hausdurchsuchung twitterte. Es handelte sich dabei um eine (!) ganze, aber höchstens als mittelgroß zu bezeichnende Cannabispflanze, ein paar Samen und ein kleines Glas mit Blütenmaterial – alles sehr wahrscheinlich für den privaten Eigenbedarf bestimmt. Im Zusammenspiel dieser „Trophäen“ mit den maskierten, gepanzerten Sondereinsatzkräften, das Maschinengewehr im Anschlag, ergibt sich eine absurde Komik. Wenn es nicht so traurig wäre.

 

Doch zumindest die Twitter-Community behält einen klaren Kopf und weist die Prefectura Naval auf die Unverhältnismäßigkeit ihres Einsatzes hin. Und darauf, dass viele kranke Menschen dank ihrer kostengünstig selbst angebauten Medizin ein halbwegs beschwerdefreies Leben führen können.

Wie auch im Rest der Welt hat Marihuana in Afrika eine lange Tradition – sowohl zum freizeitlichen als auch zum medizinischen Gebrauch. Aber wie auch auf den anderen Kontinenten (Nordamerika bald ausgenommen) ist die Verwendung von Cannabis in praktisch allen Ländern verboten. Selbst die medizinische Verwendung war bis dato nur in einem afrikanischen Land erlaubt: Lesotho legalisierte medizinisches Cannabis vergangenes Jahr.

 

Nun zieht Simbabwe als zweites Land nach und legalisierte „Dagga“ als Arzneimittel und zu wissenschaftlichen Zwecken. Kiffen zum Spaß bleibt allerdings weiterhin verboten. Obwohl Produktion und Konsum im Rest Afrikas verboten ist, liegt der Kontinent hinsichtlich Produktion und Konsum hinter Nordamerika weltweit an zweiter Stelle. Als weitere afrikanische Kandidaten für eventuelle Gesetzeslockerungen werden derzeit Malawi und Ghana gehandelt.

Von Fällen, in denen sich schwere Alkoholiker durch den Konsum von Cannabis selbst von ihrer Sucht therapieren, hört man immer wieder. Auch die Forschung hat sich dem Thema bereits angenommen: In einer US-Studie wurde ermittelt, dass Cannabiskonsum die gravierenden Schäden des Alkoholismus lindern kann.

 

Eine 47-jährige Mutter aus Süddeutschland hatte von derartigen Erkenntnissen vielleicht gelesen, als sie auf die Idee kam, ihren 15-jährigem Sohn etwa ein Jahr lang mit Marihuana zu versorgen, um ihn vom Alkohol abzubringen. Aus Angst davor, er könne auf die schiefe Bahn geraten, zwackte sie vom Weed-Vorrat ihres Verlobten immer wieder etwas ab, um es ihrem Sorgenkind zu geben. Die Angst um das Kind kam nicht von ungefähr, hatte sich der Alkoholkonsum des Teenagers doch in bedenkliche Höhen geschraubt. Bier und Wodka flossen in rauen Mengen, wenn es ganz schlimm kam, musste der Junge schon mittags in volltrunkenem Zustand von der Schule abgeholt werden. Dass auch die anderen Kinder der insgesamt sechsköpfigen Patchwork-Familie teilweise mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen hatten, hat die Mutter wohl zusätzlich alarmiert und zu ihrer ungewöhnlichen Rettungsaktion getrieben.

 

Nun musste sich die Frau vor Gericht verantworten, nachdem der Sohn mit einigen Freunden und dem Gras der Mutter in Tasche von der Polizei aufgegriffen wurde. „Ich dachte, meinen Sohn mit dem Marihuana bremsen zu können, aber das war ein großer Fehler. Das weiß ich jetzt“, so die Mutter, die bisher nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war und selbst auch kein Marihuana konsumiert. Der zuständige Richter zeigte allerdings wenig Verständnis für die „absurde Logik" der Mutter und sprach eine zweijährige Bewährungsstrafe zuzüglich einer Geldstrafe von 1.500 Euro aus.

Österreichs Jung-Kanzler Sebastian Kurz und seine ÖVP haben bezüglich der Legalisierung von Cannabis einen klaren Standpunkt: als waschechte Konservative sprechen sie sich klar dagegen aus. Wie weit die Abneigung tatsächlich geht, macht nun eine kuriose Aktion von Kurz’ PR-Team deutlich.

 

Bei einem Treffen von Kurz mit Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ebenfalls ÖVP) in einem zünftigen Gasthaus entstand ein eigentlich völlig harmloses Pressefoto vom Typ „Mächtige Männer diskutieren beim Essen mit ausladenden Gesten die Geschicke der Nation“, wie man es schon ein Dutzend Mal gesehen hat. Eigentlich. Denn durch ein Detail des Fotos sah das PR-Team des Kanzlers anscheinend das Bild des jungen und dynamischen Weltpolitikers, das man so gern kommuniziert, über alle Maßen gefährdet. Denn an der Wand hinter Sebastian Kurz hing in der Originalversion des Bilds eine Fotografie, die etwas zeigt, das der ÖVP so gar nicht genehm ist und das man nicht anders als einen riesigen Joint bezeichnen kann. Vielleicht hatte man schon den Social-Media-Spott in den Ohren oder wollte kruden Verschwörungstheorien vorgreifen, jedenfalls entschied man sich zu der radikalen Maßnahme, das Foto wieder zurückzuziehen, zu bearbeiten und in einer sauberen Version neu zu veröffentlichen. Auf dem neuen Foto ziert nun ein beschauliches und komplett unverfängliches Alpenpanorama die Wand hinter Kurz.

 

Das unzensierte Original-Bild

 

Nun war das Original aber schon etwa eine Woche online und dementsprechend dauerte es nicht lange, bis ein aufmerksamer Nutzer die Cannabis-Zensur in dem retuschierten Bild bemerkte und der befürchtete Shitstorm letztendlich doch ausbrach. Die Social-Media-Community fühlte sich sogleich in ihrer Kreativität herausgefordert und so dauerte es nicht lange, bis unter dem Hashtag #bastishop noch weitere, natürlich nicht ganz ernstgemeinte Varianten der Abbildung den Weg ins Netz fanden.

Wenn der eigene Stash immer kleiner wird, obwohl man selbst gar nicht so viel gepafft hat, stellt sich natürlich die Frage, welche Naschkatze sich denn da heimlicherweise bedient.

 

Überträgt man diese Ausgangsituation auf die Asservatenkammer einer Polizeistation, ergibt sich natürlich ein reges Interesse seitens Presse und Dienstaufsicht. So geschehen im argentinischen Pilar, einer Provinz bei Buenos Aires. Im Zuge der Inventur im Rahmen der Übergabe einer Polizeistation entdeckte der zuständige Kommissar, dass eine nicht unbeträchtliche Menge Marihuana aus der Asservatenkammer verschwunden war. Die fehlende Menge belief sich auf handfeste 540 Kilogramm Weed. Während der sich entfaltenden Untersuchung des Falls gaben Experten zu bedenken, dass sich die fehlenden Kilos infolge eines Trocknungsprozesses quasi in Luft aufgelöst haben könnten. Andere Mitglieder der Untersuchungskommission halten diesen Hergang in Anbetracht der verschwundenen Menge an Cannabis für äußerst unwahrscheinlich.

 

Allerdings ist diese Theorie wohl immer noch wahrscheinlicher als die unglaubliche, von den Sprechern der betroffenen Polizeiwache tatsächlich im Ernst veröffentlichte Erklärung, dass Ratten das getrocknete Blütenmaterial verspeist hätten. Obwohl die Untersuchung weitergeführt wird, ist zu bezweifeln, dass der Fall jemals zu einer befriedigenden Aufklärung gebracht wird.

 

Update vom 12.4.2018: Es wurden mittlerweile acht der Polizisten entlassen, die behaupteten, dass Ratten das Gras gefressen hätten. Des Weiteren haben Experten der Universität Buenos Aires erklärt, dass Ratten die Drogen nicht mit Nahrung verwechseln würden und dass, wenn eine große Gruppe von Ratten das Cannabis gefressen hätte, eine Menge Kadaver gefunden worden wären.