Die deutsche Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ erfreut sich beim Streaming-Dienst Netflix großer Beliebtheit. Was einige bisher vielleicht nicht wußten: die Erlebnisse der jugendlichen Hauptfigur beruhen auf dem spektakulären „Shiny-Flakes“-Fall, in dem es um einen florierenden Drogen-Shop im Darknet ging. 

 

Nun sorgt der Drogenverkauf im dunklen Teil des Netzes erneut für Schlagzeilen: der Gerichtsprozess gegen die Betreiber des Cannabis-Shops „Lenas Bioladen“ startete am vergangenen Montag mit dem Verlesen der Anklageschrift. Den drei mutmaßlichen Tätern, zwei Männer und eine Frau im mittleren Alter wird vorgeworfen, im Zeitraum zwischen 2017 und 2020 mehr als 51 Kilogramm Marihuana in knapp 9.000 Einzelverkäufen an den Mann gebracht zu haben.

 

Täglich sollen zwischen 16 und 48 Marihuana-Sendungen vom Lager aus versendet worden sein. Insgesamt sollen die Darknet-Dealer über 740.000 Euro eingenommen haben, so die Staatsanwaltschaft Bamberg, die in enger Zusammenarbeit mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern (siehe Bild) ermittelte. Die zwei männlichen Hauptverdächtigen befinden sich seit Sommer letzten Jahres in Untersuchungshaft, es drohen hohe Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren.

In Zeiten der globalen Corona-Pandemie müssen viele Unternehmen (und deren Angestellte) um ihre Existenz kämpfen. Doch die Lasten der Maßnahmen sind ungleich verteilt: denn neben den Verlieren gibt es doch auch einige Branchen, die 2020 große Gewinnzuwächse verzeichnen konnten. Zu diesen Gewinnern zählen zweifellos auch große Teile der legalen Cannabisindustrie.  

 

Klar, Lockdown und Kiffen, das passt eben gut zusammen. Diese Vermutung belegen nun erste Zahlen aus den USA: im (ersten) Krisenjahr 2020 kauften amerikanische Konsumenten stolze 67 % Prozent mehr Cannabisprodukte als noch 2019, wie Leafly berichtet. Nach einem kleinen Einbruch im März vergangenen Jahres kam der heftige Ausbruch im April, worauf eine Stagnation auf sehr hohem Niveau folgte, die mehr oder weniger bis heute anhält.  

 

Möglich wurde dieser geschäftliche Erfolg vor allem durch die Entscheidung der staatlichen Behörden, Cannabis als systemrelevant einzustufen und den Shopbetreibern dementsprechend eine durchgehende Öffnung zu erlauben. Tja, so kann´s gehen – nach einem Jahrhundert teils erbitterter Dämonisierung ist Weed nun also auf einmal eine der tragenden Säulen der US-Gesellschaft.  

 

Nicht nur in den USA hatte man sich dazu entschieden, das Cannabusiness laufen zu lassen, auch etwa in den Niederlanden hatte man schnell erkannt, dass es Vorteile haben könnte, die Coffeeshops von den Beschränkungen auszunehmen.

Ein ungewöhnliches Vehikel wählte ein Mann aus Lana, Südtirol, um der Polizei zu entkommen.

 

Der bereits wegen mehrerer Drogendelikte vorbestrafte Mann bekam Panik, als Polizeibeamte Zutritt zu seiner Wohnung forderten und rannte zunächst in Richtung Stadtzentrum.Dort fiel die Wahl seines Fluchtfahrzeugs, möglicherweise in Ermangelung an Alternativen, ausgerechnet auf den Traktor seines Bruders. Und tatsächlich konnte der Flüchtige den Beamten fürs erste ein Schnippchen schlagen und davontuckern, tauchte am folgenden Tag aber freiwillig wieder auf und konnte sich seine Anzeige(n) abholen.

 

Die gab es nicht nur für etwa 800 Gramm Marihuana und Haschisch sowie mehrere Cannabispflanzen,  die in der Wohnung des Mannes gefunden wurden, sondern auch wegen des Besitzes einer Armbrust sowie zweier Luftgewehre. Übrigens waren es mal wieder die lieben Nachbarn, die die Polizei überhaupt erst auf die Spur des Ausreißers gebracht hatten...

In Langenfeld, NRW, sah sich die Polizei am vergangenen Donnerstag offenbar gezwungen, schwere Geschütze aufzufahren.

 

Mehrere massive Stahltüren mussten aufgerammt werden, um Zugang zu einer Cannabis-Anlage zu erhalten, die sich auf dem Gelände einer KFZ-Mietwerkstatt befand. Knapp 740 Pflanzen, nach Presseangaben kurz vor der Ernte stehend, umfasste die professionell aufgezogene Pflanzung.

 

Da seitens der Beamten offenbar mit bewaffneter Gegenwehr gerechnet wurde, kam unter anderem ein 168 PS starker Räumpanzer und ein SEK-Team zum Einsatz. Zu Scharmützeln kam es aber dann zum Glück doch nicht, lediglich ein Verdächtiger wurde vor Ort vorläufig festgenommen.

 

Wie teuer der aufwendige Einsatz den Steuerzahler zu stehen kommt, darüber denkt man als Legalisierungbefürworter besser nicht nach...

Nachdem eine Verschiebung aus Corona-Gründen für Verzögerung sorgte, wird man in Deutschland 2021 erstmals eine Ernteladung Medizinalcannabis einfahren. Im Zuge einer Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten und Legalisierungsbefürworters Wieland Schinnenburg erhält die Öffentlichkeit nun einen Einblick in die Preisgestaltung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das den drei Produzenten Aphria, Aurora und Demecan, die sich den Cannabis-Zuschlag in Deutschland sichern konnten, das medizinische Marihuana zur Verteilung an die Apotheken abkaufen wird.

 

Die Unternehmen werden für ihre Produktion im Durchschnitt 2,20 Euro pro Gramm Marihuana vom BfArM erhalten, so Staatssekretärin Weiss vom Gesundheitsministerium. Welchen Preis die Apotheken zu zahlen haben werden, ist bisher nicht bekannt. Klar ist: dem BfArM soll es nicht darum gehen, Gewinne zu erzielen, reine Kostendeckung ist anvisiert. Dennoch dürften solche Preise bei Selbstzahlern, die ihre Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen bekommen und die ein Vielfaches für ihre Medizin zahen müssen, eventuell für Unmut sorgen.

 

2,6 Tonnen Marihuana pro Jahr wurden von der Behörde für die deutschen Cannabispatienten angefordert. Eine Zahl, die Experten in Anbetracht der hohen Nachfrage für deutlich zu niedrig halten. Anstatt den Restbdedarf der hiesigen Patienten über Exporte aus dem Ausland zu decken, solle lieber direkt die heimische (Land-)Wirtschaft gestärkt werden, so der FDP-Mann. Er forderte Gesundheitsminister Spahn (CDU) auf, „für eine Ausweitung der Produktion zu sorgen“.

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Ein 21-jähriger Kölner musste sich gerade vor dem Jugendgericht verantworten, nachdem die Polizei ihn im Dezember 2019 mit 40 Gramm Cannabis in seinem Fahrzeug erwischt hatte. Der junge Mann, der nun stilecht in Jogginghose und kiffender-Tupac-Sweater vor der Richterin erschien, stimmte zwar zur Abwechslung als Rechtfertigung mal nicht das beliebte Eigenbedarfs-Liedchen an, ein Händler sei er aber trotzdem nicht: er gab an, das Weed stattdessen als Partyvorrat besorgt zu haben.

 

Es handelte sich um eine ganz besondere Party, wie der Angeklagte dem Gericht eröffnete, die in einen luftzugfreien und abgedichteten Raum stattfinden sollte. Kenner wissen jetzt worum es geht, klar, die gute alte „Hotbox“-Session. Der Einfachheit halber normalerweise im Auto durchgeführt, kann man mithilfe einer größeren Menge Marihuana auch weitläufigere Räume zur „heißen Kiste“ umfunktionieren. Der Batzen Marihuana sollte zu diesem Zwecke mithilfe eines Blasebalgs für Luftmatrazen entzündet werden.

 

Dank der Ausführungen des Partyplaners wissen jetzt jedenfalls auch Staatsanwaltschaft und Richterin ganz genau, was es mit dieser besonderen Konsumform auf sich hat. Dank einer guten Sozialprognose kam der 21-Jährige glücklicherweise mit einer verhältnismäßig milden Strafe (30 Sozialstunden, 300 Euro Geldstrafe) davon.

 

Cannabis- und Führerschein – das ist ein Thema für sich. Die gerade im Vergleich zum Alkohol übertrieben rigiden Richtlinien sind eines der größten Ärgernisse für hiesige Cannabisfreunde und machen Cannabiskonsum und Führerscheinbesitz im Prinzip unvereinbar. Ein Schelm, wer darin in erster Linie ein mächtiges Repressionsinstrument (gerade im Autoland Deutschland) anstelle eines verhältnismäßigen, zielgerichteten Sanktionierens von fahrlässigem Verhalten sieht. Was sich am Donnerstag in Kaiserlautern ereignet hat, muss daher, trotz der zur Schadenfreude einladenden Kuriosität des Vorfalls, mit Vorsicht genossen werden.  

 

Doch was war überhaupt geschehen? Auf der A6 fiel Polizisten ein junger Mann (20) in einem BMW auf, den sie dementsprechend zur Kontrolle herauszogen. Der durchgeführte Schnelltest signalisierte Cannabis im Körper, weshalb es schnurstracks zum Bluttest auf die Wache ging. Da sich der junge Mann unabhängig vom Ergebnis des zweiten Tests erst einmal nicht mehr hinters Steuer setzen durfte, kam sein 29-Jähriger Cousin zusammen mit einem 23-Jährigen Beifahrer zur Wache, um ihn abzuholen. So weit, so gut.

 

Doch dann kam es knüppeldicke: die Beamten bemerkten bei dem Cousin ebenfalls ein verdächtiges Verhalten und vermuteten Drogenkonsum. Ein weiterer Schnelltest, der ebenfalls Cannabisrückstände fand, bestätigte den Verdacht und führte dazu, dass ein weiterer Führerschein einkassiert wurde. Nun mussten also schon zwei junge Männer nach Hause kutschiert werden. Nur gut, dass auch noch der 23-Jährige Beifahrer des Cousins mit zur Wache gekommen war, könnte man jetzt denken. Doch man ahnt es schon, es kam, wie es kommen musste: ermutigt durch die beiden positiven Tests bei seinen Kumpels wurde nun auch der Dritte im Bunde einem Test unterzogen und auch diesmal war das Resultat positiv, der Führerschein dementsprechend bis auf Weiteres futsch. 

 

Auf die Männer kommt nun wohl ein mehrmonatiges Fahrverbot sowie eine BtmG-Anzeige zu. Wie die drei letztendlich von der Polizeistation nach Hause gekommen sind, oder ob sich inzwischen vielleicht noch weitere ihrer Freunde auf der Wache versammelt haben, ist unklar.

Im Kreis Höxter scheint es in Relation zu den geringen Einwohnerzahlen cannabistechnisch hoch her zu gehen. Ende 2017 machte machte eine etwa 1.000 Pflanzen umfassende Anlage bundesweit Schlagzeilen, vor allem, weil die Betreiber sich einen wenig geschmackvollen Ort für ihr botanisches Unterfangen gesucht hatten – das sogenannte „Horror-Haus“ von Höxter, in dem ein geisteskrankes Pärchen zwei Frauen zu Tode gequält hatte. 

 

Nun wurden zwei weitere Pflanzungen im Kreis Höxter, genauer in Nieheim-Sommersell und Brakel-Hembsen, gefunden, die laut Polizei wohl miteinander in Verbindung standen. Insgesamt zählten die Beamten auch diesmal wieder etwa 1.000 Cannabispflanzen. 

 

Vier tatverdächtige Personen, drei Männer und eine Frau, wurden vorläufig festgenommen. Sie können nur hoffen, dass in ihrem Fall das Strafmaß milder ausfallen wird – die Mitglieder der Bande, die seinerzeit im Horror-Haus angebaut hatte, bekamen jeweils hohe Haftstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren aufgebrummt.

Klar, es ist immer ein riskantes Unterfangen, größere Mengen Marihuana mit dem Auto spazieren zu fahren, ob nun in Grenznähe oder nicht.

 

Man kann sich dabei aber wohl definitv weniger leichtsinnig anstellen als die beiden Männer, die auf der A1 nahe Osnabrück von der Polizei kontrolliert wurden. Kaum hatten die Beamten den Wagen am vergangenen Samstag angehalten, strömte ihnen direkt ein starker Cannabisgeruch in die Nase. Kein Wunder, so befand sich im Innenraum des Vehikels doch ein mit stolzen zwei Kilogramm Marihuana gefüllter Plastikeimer. Mit einem verzweifelten Trick hatte einer der beiden Insassen noch versucht, die Polizisten abzulenken: er überreichte ihnen auf Nachfrage ohne großes Lamentieren eine kleine Menge Marihuana, in der Hoffnung, ihnen so eine ausreichende Erklärung für die süßen Duftschwaden bieten zu können.    

 

Die Beamten konnten alsdann beobachten, wie der 31-jährige Beifahrer versuchte, nach einem Eimer zu greifen, möglicherweise beim Versuch, diesen unauffällig verschwinden zu lassen. Das ging aber gründlich schief, denn stattdessen fiel das Behältnis um und heraus kullerten zwei Kilogramm Marihuanablüten. Warum die Ertappten das Cannabis nicht sowieso wenigstens im Kofferraum transportierten, geschweige denn im Fahrzeug verbauten, bleibt bis auf Weiteres unklar...