„Nur weil Alkohol gefährlich ist (...), ist Cannabis kein Brokkoli. Okay?“

 

Bundesdrogenbeauftragte Ludwig – die deutsche Cannabiscommunity hat sie spätestens seit diesem Statement gegenüber Journalist Tilo Jung so richtig ins Herz geschlossen – verwies kürzlich gemeinsam mit Heidrun Thaiss von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einer Pressekonferenz auf ein Informationsportal, das ihre neue „Kiffen ist nicht cool“-Kampagne unterstützen soll: www.cannabis-fakten.de.

 

Ein „Informationsportal“ über Cannabis aus der „Feder“ einer CSU-Drogenbeauftragten? Da schrillen nicht nur bei erfahrenen Legalisierungsbefürwortern und –aktivisten zurecht sämtliche Alarmglocken. Das beste, was dabei herauskommen kann, ist, dass sich die CSU bei den Ü-50-Jährigen (einmal mehr) komplett blamiert. Im schlimmsten Fall jedoch ensteht hier eine professionelle Des-Informationsplattform voller Negativpropaganda und Halbwahrheiten, die die Klippen des Trashs gerade noch so umschiffen kann.

 

Am besten erst gar kein Risiko eingehen, dachte sich da wohl der Deutsche Hanfverband (DHV) und hat kurzerhand selbst ein Info-Portal aus dem Boden gestampft, das im Gegensatz zu Ludwigs Seite nicht nur längst online steht (wie war das nochmal mit den antriebslosen Kiffern?), sondern auch tatsächlich sachliche und neutrale Fakten zum Thema Cannabis präsentiert. Umso besser ist, dass www.cannabisfakten.de auch noch mit einem cleanen Design fernab von Rasta-Klischees und dicken Tüten punkten kann. Da kann man nur gratulieren und den CDU/CSU-Abgeordneten empfehlen, diekt mal einen Blick auf die neue Website zu werfen. Und wer weiß, vielleicht lässt sich ja selbst Drogen-Dani von dem ein oder anderen, DHV-geprüften Cannabisfakt inspirieren.

 

Begleitet wird das neue DHV-Projekt übrigens von einer Großplakat-Kampagne, die im Oktober startet. Also Cannabisfreunde – Augen offen halten und allen Interessierten (und Uninteressierten) von „cannabisfakten.de“ erzählen!

Daniela Ludwig war fleißig und strebsam, quatschte jeden CSU-Quatsch nach, den man von ihr verlangte. Alle Wege schienen ihr offenzustehen – die Eltern sahen für ihre Tochter eine Karriere als Hopfenbäuerin voraus. „Sie war ein Sonnenkind“, erinnert sich Mama Laura. Doch vergangenes Jahr aus der Traum: die 44-Jährige kommt nicht mehr regelmäßig zum Schlafen nach Hause, ist im Deutschen Bundestag auffällig und überdreht, wirkt in ihren immer merkwürdiger werdenden Tweets und Insta-Stories teils bedrohlich…

 

Die Ferndiagnose von Twitter-Nutzern ein Schock für Danielas Eltern: schizophrene Psychose im Zusammenhang mit regelmäßigem Konsum von Cannabis-Tweets bei Twitter! Eine Social-Media-App, die gemeinhin als harmlos gilt, aber bei Politikern irreversible Schäden anrichten und das Leben der Bürger auf den Kopf stellen kann. „Ich war verzweifelt“, sagt Mama Laura, die wie ihr Mann, Papa Stefan, nie zuvor mit dem Thema in Berührung gekommen war.

 

Diverse Studien zeigen: Politiker lügen noch mehr als normale Menschen es tun. Gerade Drogenbeauftragte haben es schwer – viele haben keine anständige Ausbildung in diese Richtung genossen und werden von ihren Mit-Politikern nur als ausführende Objekte angesehen, die beliebig ersetzbar sind. „Das Gehirn ist da eine Großbaustelle und besonders irritierbar und leicht aus der Balance zu bringen“, sagte der Vizepräsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte zu einem völlig anderen Thema.

Niemand weiß, ob Daniela Ludwig zuerst mit Twitter in Berührung kam oder zuerst eine Karriere als Schaumschlägerin anvisierte. Nicht nur, dass sie rechtspopulistischen „Zeitungen“ wie der Bild Interviews gibt, auch quatscht sie – obwohl Drogenbeauftragte der Bundesregierung – geistlose Anti-Cannabis-Lügen in die ihr hingestellten (wenn nicht gleich von ihr beorderten) Mikrophone.

 

Wider besseren Wissens phantasiert sie etwa Erzählungen wie diese herbei: „Cannabis tötet nicht direkt, aber... bla bla... Psychosen... bla“, die an das Lieblings-Bonmot eines jeden Rassisten erinnern: „Ich bin zwar kein Rassist, aber...“

 

Psychosen, wie auch manche Leute unterstellen, dass Daniela sie hat, sind Störungen der Wahrnehmung: Betroffene glauben, sich in einem Film zu befinden oder dass kiffen impotent machen würde. In schlimmen Fällen glauben selbst erwachsene Menschen, dass Cannabiskonsum sogar für fehlende Urinkontrolle sorgen würde. Diesen Wahrnehmungen ist eines gemeinsam: sie haben mit der Realität nichts zu tun. Daniela, ein pudeliger Typ, meint etwa, solche Aussagen entsprächen der Realität. Niemand kann sie von dem Gegenteil überzeugen.

 

 

Nach Ansicht des Reporters Gregor Fröhlich ist der Fall daher klar: „Daniela Ludwig fehlen meiner Meinung nach gewisse kognitive Fähigkeiten. Ihren Aussagen nach vermute ich, dass sie mindestens sechs bis zehn IQ-Punkte unter dem IQ von Marlene Mortler liegt. Das ist schon traurig.“

 

Dieser Artikel ist keine Auftragsarbeit von dpa. (Weitere Informationen hier.)

„Kiffen ist nicht cool. Es ist cool, nicht zu kiffen!“ – Arbeitet Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) etwa gerade daran, ihr eigenes Bonmot zu kreieren, also ganz nach dem Vorbild ihrer mittlerweile schon fast legendären Vorgängerin Marlene Mortler („Cannabis ist verboten, weil es eine illegale Droge ist.“)? Nicht ganz, Ludwig hat der Öffentlichkeit lediglich ihre neue Cannabis-Aufklärungskampagne in einer Pressekonferenz vorgestellt. Doch worum geht es genau? Die Maßnahmen sollen der Prävention dienen und sind ganz darauf ausgelegt, bei Jugendlichen Neugier zu wecken und ihnen Angebote zur Recherche an die Hand zu geben, damit sie sich selbstständig zu dem Thema informieren können.

 

„Mach dich schlau!“: der Claim der Kampagne appelliert an die Eigeninitiative und versucht so den „erhobenen Zeigefinger“ zu umschiffen, der Jugendliche verständlicherweise abschreckt und, wenn überhaupt, nichts als taube Ohren zur Folge hat. Die Zielgruppe soll auf sozialen Medien wie Instagram und Tik Tok mit kurzen Clips abgeholt werden, zudem sollen für die Generation Z relevante Testimonials eingebunden werden. Schade und bezeichnend ist, dass der Themenkomplex Legalisierung in der Pressekonferenz nicht zur Sprache kommt bzw. der vermeintliche Kausal-Zusammenhang zwischen Freigabe und Konsumprävalenz nicht angetastet wird. Erst vor einigen Wochen stellte selbst der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags fest, dass ein solcher nämlich gar nicht nachweisbar sei. In einer Debatte, die von Seiten Ludwigs nur allzu gern auf dem Rücken der Jugendlichen ausgetragen wird, wäre eine Auseinandersetzung mit dieser Frage aber mehr als wünschenswert gewesen. Auch keiner der (offenbar handverlesenen) anwesenden Journalisten hielt es für nötig, Daniela Ludwig mit der den Jugendschutz fördernden Seite einer Legalisierung zu konfrontieren. Daniela Ludwig selbst wird im Verlauf der Konferenz nicht müde zu betonen, dass Prävention im Fall von Tabak und Alkohol schon große Erfolge bei Jugendlichen gezeigt hätten. Dass dieser Erfolg auch etwas mit dem legalen Status der beiden Alltagsdrogen zu tun haben könnte, auf diesen Gedanken kommt sie leider nicht. Natürlich kommen auch belastbare Zahlen, die etwa Frankreich (mit die restriktivsten Cannabisgesetze in Europa) einen deutlich höheren Jugendkonsum als (den etwa auf einem Level liegenden) Deutschland und Holland bescheinigen, nicht zur Sprache.

 

Also, hier soll bestimmt nicht gegen Präventionsmaßnahmen per se gewettert werden, aber wäre es nicht langsam angebracht, teure Kampagnen wie „Mach dich schlau!“, die ja immerhin mithilfe von Steuergeldern finanziert werden, mit einer Legalisierung im Rücken zu unterstützen, als sie durch die Prohibition ins Leere laufen zu lassen?

 

Pünktlich zum Weltkiffertag am 20. April meldete sich Drogenbeauftragte Daniela Ludwig mit einer Botschaft an alle Cannabiskonsumenten zurück. Der Inhalt dieser Botschaft hatte einmal mehr das Zeug dazu, nicht nur allen Cannabisfreuden, sondern auch denen, die sich aus anderen Gründen mit der Materie auskennen, die Stimmung gründlich zu vermiesen. Mit Rücksicht auf den gestrigen 420-Day berichten wir deshalb erst heute über diese Äußerungen.

 

Im Grunde handelt es sich mal wieder um ein Potpourri von altbekannten Prohibitionsargumenten, gemixt mit der ein oder anderen Respektlosigkeit und veredelt mit dem Extra-Schuss Ignoranz. Da wird die Frage nach der Chance auf eine zukünftige Legalisierung mit einem süffisanten „Ich muss die Szene leider enttäuschen“ abgeschmettert, ganz so als handle es sich bei der Gesamtheit der deutschen Cannabiskonsumenten um ein kleines Häufchen Verwirrter. Wir wollen nicht abstreiten, dass diese Verwirrten existieren, in Anbetracht einer geschätzten Konsumentenzahl von etwa vier bis fünf Millionen Bundesbürgern (die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen) und der Tatsache, dass auch die Cannabispatienten mindestens auf indirektem Wege von einer Freigabe profitieren könnten, hinterlässt der verwendete Begriff „Szene“ hier einen mehr als faden Beigeschmack.

 

Das Ziel solcher Äußerungen ist klar: dem unbedarften Leser soll klar gemacht werden, dass man eine handvoll Spinner nicht so ernstnehmen muss. Leider versäumt es Interviewer Hasso Suliak (nicht nur an dieser Stelle) kritisch nachzuhaken, sondern leitet einfach zur nächsten Frage über. Im weiteren Verlauf diskreditiert sich der Möchtegern-Journalist vollends, indem er im Zusammenhang erhöhter THC-Gehalte davon spricht, dass beim „medizinischen Cannabis der THC-Gehalt wesentlich geringer“ sei. Diese völlig aus der Luft gegriffene Äußerung, die jeder faktischen Grundlage entbehrt, bleibt seitens Ludwig vollkommen unkommentiert und offenbart eklatante fachliche Wissenslücken. Auch der Zusammenhang zwischen Legalisierung, sozialer Akzeptanz und Prävention wird ignoriert, stattdessen wird einmal mehr das Modell aus Repression und Vorbeugung, das schon die letzten Hundert Jahre nicht besonders gut funktioniert hat, propagiert.

 

Ludwig lässt es sich natürlich auch nicht nehmen, auf ihr neues Lieblingsthema, die im Vergleich zum Bundesdurchschnitt erhöhte „Geringe Menge“ in Berlin, einzugehen: eine Regelung, die bei den Bürgern offenbar zu einer Verkennung der bundesdeutschen Gesetzeslage führe. Ludwig spricht es nicht aus, doch der mitschwingende Subtext ist klar. Ihr Rundumschlag endet beim Thema Kanada, dessen Freigabemodell genutzt wird, um gegen eine Legalisierung an sich zu wettern, schließlich kauften noch immer viele Kanadier ihr Weed auf der Straße. Dass andererseits eine große Zahl von Konsumenten dies aber nicht mehr tut, davon schweigt Ludwig lieber. Davon, dass ein derart ausufernder Eingriff in eine Volkswirschaft auch einfach Zeit braucht, um sich einzuspielen, hört man ebenfalls kein Wort. Auch, dass Holland mit seinem, (ganz sicher nicht optimalen) Freigabe-System schon vor Jahrzehnten den Straßenhandel deutlich in den Hintergrund drängen konnte, bleibt unerwähnt.

 

Sicher, eine Legalisierung funktioniert nur so gut wie das im Einzelfall verwendete Modell, doch ist das natürlich kein stichhaltiges Argument gegen das Anliegen selbst. Insgesamt wird einmal mehr deutlich: es findet überhaupt keine Diskussion statt, hier wird lediglich der CSU-Politikerin eine Plattform geboten, um Werbung für ihre veralteten Standpunkte zu machen.

Bei nicht wenigen Cannabisfreunden war die Erleichterung und die Hoffnung groß, als Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig im Spätsommer dieses Jahres die Nachfolge der unsäglichen Marlene Mortler antrat. Ungeachtet dessen, dass auch Ludwig Mitglied der erzkonservativen CSU ist, neigten viele Legalisierungsbefürworter dazu, „der Neuen“ erst mal eine faire Chance einzuräumen, bevor vorschnelle Urteile gefällt würden. Und tatsächlich, die ersten Statements von einem „Neuanfang“, von einem Blick nach Portugal und in die Niederlande ließen endlich den langersehnten Richtungswechsel in greifbare Nähe rücken. Highway betrachtete die Entwicklung von Anfang an mit einer gesunden Portion Skepsis, nicht zu Unrecht, wie sich nun immer mehr herauskristallisiert.

 

In einem Interview mit „Business Insider“ packt Ludwig erstmals die konkreteren Formulierungen aus, was endgültig zu vielen langen Gesichtern führen dürfte. Auf die interessante Frage, wie die Drogenpolitik der Bundesrepublik hinsichtlich Cannabis in zehn Jahren aussehen werde, antwortet Daniela Ludwig unumwunden: „Ich glaube, es wird weiter eine Droge sein, die viele interessiert, die aber weiter verboten ist. Und ich befürchte, wir werden 2030 immer noch ziemlich ähnliche Debatten führen wie heute.“ Mal abgesehen davon, dass man Frau Ludwig wohl kaum zutrauen kann, zu wissen, wie die deutsche Politik 2030 im Detail aussehen wird, liegt nahe, dass hier der Wunsch (der CDU/CSU) Vater des Gedankens war. Ansonsten fallen in dem Interview die üblichen Floskeln vom Jugendschutz und von der Drogenverharmlosung, es fehlt eigentlich nur noch das Gefasel vom viel beschworenen „fatalen Signal“. Hat hier jemand Neuanfang gesagt?

 

Aber ein Gutes hat das Ganze auch: endlich herrscht Klarheit über die (konservative) Agenda der nächsten Jahre. Also, falls es da tatsächlich bei dem ein oder anderen noch Zweifel gegeben hat: CDU/CSU sind unwählbar!

Habemus Drogenbeauftragte! Der weiße Rauch, der in den heimischen Wohnzimmern der deutschen Cannabisfreunde aufsteigt, hat damit allerdings nix zu tun. Höchstens könnte es sein, das der ein oder andere Cannabisfreund nach der Bekanntgabe den starken Drang verspürte, einen Beruhigungs-Joint zu rauchen. Denn ein Fortschritt in der hiesigen Drogenpolitik hin zu mehr Pragmatismus und Toleranz ist auch unter Daniela Ludwig, so der Name der Nachfolgerin Marlene Mortlers, nicht zu erwarten. Ludwig ist vielmehr aus demselben bajuwarischen Holz geschnitzt wie ihre viel gehasste Vorgängerin: mit zarten 19 Jahren trat sie in die CSU ein, Rebellion und kritisches Denken waren also wohl noch nie ihr Ding.

 

Als studierte Juristin kann sie sich ja jetzt zunächst mal mit der Justizkampagne des Deutschen Hanfverbands (DHV) und Richter Andreas Müller auseinandersetzen, das nötige Fachwissen müsste sie ja eigentlich mitbringen. Nur mit dem Thema Drogen(-politik) hatte Frau Ludwig leider bisher so gut wie keine Berührungspunkte, was sich auch in Aussprüchen wie dem folgenden aus dem Jahr 2015 zeigt: „Darüber hinaus gilt Cannabis auch weiterhin als Einstiegsdroge für viele Kinder und Jugendliche, die später auf weitere, härtere Drogen umsteigen.“ Für ihre kommende Amtszeit plant sie, das Thema „Alltagssüchte“ in den Vordergrund zu stellen, insbesondere Nikotin und Alkohol als gesellschaftlich akzeptierte, legale Drogen sollen in den Fokus der Debatte gerückt werden.