Marihuana ist Medizin – nun auch in Puerto Rico! Die Nachbarinsel der Dominikanischen Republik, die das größte US-amerikanisches Außengebiet darstellt und daher auch wohl oder übel Donald Trump als Staatsoberhaupt akzeptieren muss, hat immerhin einen etwas intelligenteren Gouverneur.

 

Denn Puerto Ricos republikanischer Gouverneur mit dem schönen Namen Ricky Rosselló ist seit Jahresbeginn im Amt und hat nun ein Gesetz unterzeichnet, dass die medizinische Verwendung von Marihuana und anderen Cannabisprodukten legalisiert. Seine Vorgänger hätten diesen Schritt vermieden, ohne jemals auf die Diskussionen und die Forderungen verschiedener Gruppen und Volksvertreter zu hören, zitiert ihn „Karibik News“. Als Wissenschaftler sehe er die vielen Vorzüge von Marihuana.

 

Zehn Prozent der Erlöse aus dem Verkauf von medizinischem Marihuana gehen an das medizinische Trauma-Zentrum Rio Piedras in San Juan.

Ein Thema, zwei Meinungen und 90 Minuten Zeit um zu überzeugen: Die österreichische Fernsehsendung „Im Namen des Volkes“ mit Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss ging am Wochenende in die dritte Runde. Das Thema war dieses Mal die Legalisierung von Cannabis. Dabei wurden medizinische, psychologische und strafrechtliche Aspekte diskutiert, um den Zuschauern die beste Entscheidungsgrundlage zu liefern. Denn das besondere an diesem TV-Format: die Zuschauer stimmen am Ende der Diskussion darüber ab, welche der beiden vortragenden Parteien sie überzeugt (oder ihre bereits bestehende Meinung bestätigt) hat.

 

Das „Ja“-Lager, die Befürworter einer Cannabis-Legalisierung, wurden von Toni Straka, dem Obmann des Hanfinstituts angeführt. Er war jahrelang Finanz-Journalist und -Analyst, wurde dann wegen Cannabisbesitz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Cannabis-Rauchen ist für ihn eine opferlose Tätigkeit und harmlos im Vergleich zu Alkohol. Er bekam Unterstützung von Anwalt Gottfried Hudl und der Ärztin Dagmar Zidek.

 

Das „Nein“-Lager wurde angeführt von Eleonore Hübner, Assistenz-Professorin am Institut für Strafrecht der Uni Salzburg und Co-Autorin des Berichts „Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs“. Sie hält Cannabis-Konsum für wesentlich gefährlicher als dargestellt. Ihre Experten sind der Richter Helmut Wlasak und der Psychiater und Autor Kurosh Yazdi, der vor Kurzem das unsägliche Buch „Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient“ veröffentlicht hat, das völlig zu Recht bei Amazon auf ziemlich knappe 2 von 5 Sternen Durchschnittsbewertung kommt (hier klicken, um das Buch zu bestellen oder zu bewerten).

 

Ex-OGH-Präsidentin und Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss führte durch den Wettkampf der Argumente. Mit Hilfe von Experten, Kreuzverhören und Video-Zuspielern versuchen Straka und Hübner die Zuschauer von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Das von OGM repräsentativ ausgewählte Österreich-Panel entschied am Ende darüber, welche Seite die besseren Argumente hatte. Und per Social Media und Telefon-Hotline konnte ganz Österreich seine Meinung kundtun.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

Wer sich nicht die ganze Sendung oder nur Auszüge anschauen möchte, kann im Folgenden auch unsere Zusammenfassung sowie die Ergebnisse der Zuschauerabstimmung erfahren (Achtung Spoiler).

 

Die beiden Parteien wurden hauptsächlich von den „Anführern“ Toni Straka und Eleonore Hübner vertreten, die einzelne Fragen der Moderatorin beantworteten und sich redlich bemühten, sich nicht gegenseitig ins Wort zu fallen. Toni Straka gebührt an dieser Stelle das weitaus größere Lob, denn er musste sich den ganzen alten Quatsch anhören, den selbst unsere Großmütter nicht mehr glauben.

 

Eleonore Hübner kramte so tief wie möglich in der Schwachsinnskiste und präsentierte halt den üblichen Schmarrn, den man ansonsten von Alkohol- und Pharma-Lobbyisten hört: Cannabis löst überall und dauern Psychosen aus, Cannabis ist eine Einstiegsdroge und der Jugendschutz kann nur durch ein Verbot aufrecht erhalten „bleiben“. Jeder, der sich anständig mit dieser Thematik beschäftigt, kann bei diesen Passagen nur müde lächeln – oder aber auch herzergreifend weinen.

 

Doch es kam noch schlimmer: Sogar das Flashback-Argument, das wir eigentlich seit Mitte der Neunzigerjahre für ausgestorben hielten, wurde angeführt (und wie auch in den Neunzigern, wurde gerne mal von Flashback, mal von Backflash geschwafelt). Lächerlich bis zum geht nicht mehr. Aber was soll man von einer Person erwarten, die des Weiteren ernsthaft behauptete, dass man nicht arbeiten gehen könne, wenn man ein Kiffer ist oder von Cannabis als „das Gift, das das Leben zerstört“ faselt.

 

Toni Straka entgegnete eigentlich schon zu Beginn alles, was man dazu sagen müsste, wenn ein guter Teil der Menschheit nicht seit Anfang des letzten Jahrhunderts durch solch miese Gehirnwäsche schon auf dumm gepolt worden wäre. Denn er führte an, dass sich die Cannabis-Prohibition auf Jahrzehnte alte Gesetze stützt, deren Grundlagen seit Mitte des letzten Jahrhunderts nicht mehr überprüft wurden – beziehungsweise nicht vom Gesetzgeber überprüft wurden, denn die Gegenargumente Strakas trafen alle ins Schwarze.

 

Und so sah Eleonore Hübner nur noch eine Möglichkeit, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen: den Rest der Sendung darauf hinweisen, dass Tausende Leben von Jugendlichen durch Cannabis zerstört würden – immer und immer wieder. So wurde die Diskussion leider kaputt gemacht, aber Frau Hübner konnte so vermutlich noch einige Stimmen aus der nicht zu vernachlässigenden Gruppe der Eltern auf ihre Seite ziehen. Alle anderen, die nicht emotional an die Sache herangingen, konnten sehen, dass sie keinerlei stichhaltigen Argumente hatte, die gegen eine Cannabislegalisierung sprechen würden.

 

Das Ergebnis fiel dann interessant aus: Nur Sekunden, nachdem ein Moderator verkündete, dass im äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die Abstimmung der Österreicher über die Cannabis-Frage 50 zu 50 ausgehen würde, die Nein-Fraktion gewonnen hätte, da die Befürworter einer Gesetzesänderung die Mehrheit der Bevölkerung überzeugen müssten, wurde das Ergebnis bekanntgegeben: 50 zu 50!

 

Auch wenn es nach dem Reglement die denkbar knappste Niederlage für die Cannabis-Befürworter war, war es im Endeffekt doch ein riesiger Erfolg: dass 50 Prozent der Österreicher für eine Cannabislegalisierung stimmen würden, wurde von großen Teilen beider Seiten wohl nicht unbedingt vermutet.

 

Die Abstimmung mit 50 Prozent Ja- und 50 Prozent Nein-Stimmen schlüsselte sich im Detail unter anderem so auf:

 

Frauen: 46 % JA, 54 % NEIN

Männer: 56 % JA, 44 % NEIN

16 – 29 Jahre alt: 54 % JA, 46 % NEIN

30 – 49 Jahre alt: 47 % JA, 53 % NEIN

Über 50 Jahre alt: 51 % JA, 49 % NEIN

Eltern mit Kindern bis 18 Jahren: 42 % JA, 58 % NEIN

Städte über 50.000 Einwohner: 46 % JA, 54 % NEIN

Gemeinden bis 2.000 Einwohner: 70 % JA, 30 % NEIN

 

Damit stach einzig das Abstimmungsergebnis der Gemeinden bis 2.000 Einwohner heraus, alle anderen Werte pendelten grob in der Mitte. Von den Moderatoren befragt, wie dies wohl zustande kommen könne, antwortete Toni Straka, dass man sich in so kleinen Dörfern halt besser gegenseitig kenne als in den Städten und daher auch genauer wisse, dass die Kiffer auch nicht dümmer oder fauler sind als die Nicht-Kiffer.

 

Auf der Facebook-Seite des Senders Puls 4 war die Entscheidung übrigens noch deutlich deutlicher: 86 Prozent stimmten hier für eine Legalisierung von Cannabis, nur 14 Prozent störten sich an dem Gedanken.

 

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Seit Monatsbeginn sind Cannabisprodukte im amerikanischen Bundesstaat Nevada, in dem auch die Zockermetropole Las Vegas liegt, legal. Marihuana und Haschisch können nun in einem der 47 lizenzierten Shops, den sogenannten Dispensaries, erworben werden.

 

Doch die Freude war wohl zu groß: Über das Wochenende wurden praktisch alle Dispensaries – vor denen die Käufer stundenlang anstanden – leergekauft, wie „USA Today“ meldete. Nun plant man in Nevada bereits eine neue Regelung, die weiteren Geschäften den Verkauf von Marihuana erlauben soll und über die bereits am Donnerstag abgestimmt werden wird.

 

Ersten Berechnungen der Nevada Dispensary Association zufolge nahm der Staat Nevada allein in den ersten vier Tagen zwischen Samstag und Dienstag über eine Million Dollar an Steuereinnahmen ein. Offizielle Zahlen werden allerdings erst Ende September erstmals präsentiert.

 

Die Einnahmen der Anbausteuer (15 Prozent) gehen an die Schulen des Staates, die Einnahmen der Verkaufssteuer (10 Prozent) werden im sogenannten „Rainy day fund“ eingespeist und können für beliebige Zwecke genutzt werden.

 

Auch ein Hochzeitspaar nutzte den 1. Juli – sogleich Hochzeitstag und erster Tag der Legalisierung von Cannabis in Nevada – auf eine interessante Weise und heiratete in einem Growroom, wie das untenstehende Video zeigt:

 

 

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Diese Meldung hat es in sich: Die Vereinten Nationen (UN) sowie die Weltgesundheitsbehörde (WHO) haben sich nun öffentlich dafür ausgesprochen, jegliche Strafverfolgung von Drogenkonsumenten einzustellen!

 

Die Begründung: durch die Strafverfolgung von Drogenkonsumenten entstehen ausschließlich negative Folgen für die Gesundheit der Betroffenen – anstatt dass ihnen damit in irgendeiner Form geholfen sei.

 

Besonders pikant: Sowohl UN als auch WHO sagen, dass inzwischen durch die Faktenlage erwiesen ist, dass die seit 1961 im Strafrecht verankerte Drogenpolitik mehr Schaden als Nutzen erbracht hat.

 

Theoretisch sind nun alle Mitgliedstaaten verpflichtet, ihre Drogenpolitik neu zu überdenken und auch dementsprechende Änderungen umzusetzen. Schauen wir einmal, was die Zukunft bringt...

 

Weblink: Original-Statement der WHO

 

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Cannabis Social Clubs gibt es in Spanien inzwischen bereits etwa 1.200 Mal, gut 200 davon in Barcelona und Umgebung. Der erste „moderne“ Cannabis Social Club in Spanien wurde 2001 eröffnet. In diesen Clubs kann praktisch jeder Volljährige Cannabisprodukte wie Marihuana oder Haschisch erwerben – zwar ist dies eigentlich illegal, aber Spanien hat den Konsum von Haschisch (und in den letzten Jahren natürlich auch Marihuana) eigentlich immer schon geduldet. Eine feine Sache, dass auch die Cannabis-Clubs bislang geduldet werden.

 

Aber zwischen Duldung und einem legalen Geschäft liegen immer noch Welten. Daher freuen sich die Spanier in Katalonien nun umso mehr, dass die autonome Gemeinschaft nun gestern ganz offiziell die Cannabis Social Clubs legalisierte: mit überwältigender Mehrheit stimmte das Regionalparlament dafür. Dies kann als großer Erfolg für die Club-Betreiber wie die Kunden verbucht werden. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen hinsichtlich Cannabis in Spanien.

 

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Cannabis macht dumm, doof, müde? Cannabis macht antriebsschwach, impotent und blöde? Schon gemerkt? Es ist 2017, die Zeiten als man auch abseits von bayrischen Stammtischen Cannabiskonsumenten solchen Unsinn ankreiden wollte, sind zu großen Teilen vorbei.

 

Jeder kennt ein Dutzend Kiffer, die sich nicht von Cannabis runterziehen lassen, sondern erfolgreich Beruf und Familie bewältigen. Oft sogar erfolgreicher als andere Menschen, natürlich besonders im Gegensatz zu regelmäßigen Alkoholkonsumenten.

 

Und das dies nicht nur gefühlt so ist, wurde nun durch eine Studie aus Kalifornien und Colorado in den USA, wo Cannabis komplett legalisiert wurde, wissenschaftlich untermauert: BDS Analytics befragte 2.000 Teilnehmer, die grundsätzlich in Konsumenten und Nichtkonsumenten unterschieden wurden.

 

Und siehe da: die Cannabiskonsumenten lagen in allen untersuchten Bereichen vorne. 20 Prozent der Kiffer hatten einen Master-Abschluss, bei den Nichtkonsumenten waren es nur 12 Prozent. Auch das durchschnittliche Einkommen von Cannabisfreunden lag deutlich über dem Durchschnittseinkommen der Nichtkiffer – letztere verdienen durchschnittlich exakt 70.000 Dollar jährlich, wohingegen die Konsumenten von Cannabis ein durchschnittliches Einkommen von 93.800 Dollar vorweisen konnten.

 

Von den Cannabis konsumierenden Beschäftigten, waren 64 Prozent in Vollzeit angestellt, von den nicht Cannabis konsumierenden Beschäftigten hingegen nur 55 Prozent. Aber auch die allgemeine Zufriedenheit war unter den sogenannten Kiffern höher: fünf von zehn Befragten waren zufriedener als ein Jahr zuvor, von den Cannabis-Verweigerern nur vier von zehn.

 

Und um das Paket rund zu machen: die Studie belegt auch deutlich, dass Cannabiskonsumenten die sozialeren Menschen sind: 38 Prozent der Cannabisfreunde in Kalifornien betreiben in irgendeiner Form ehrenamtliche Arbeit, bei den Nichtkonsumenten sind es bloß 25 Prozent.

 

36 Prozent der Grasraucher schätzen sich selbst als „sehr sozial“ ein, bei den Nichtrauchern waren es nur 28 Prozent. So wundert auch nicht, dass 64 Prozent der Cannabis rauchenden Befragten Eltern sind, während die Nichtkiffer nur zu 55 Prozent Kinder bekommen haben.

 

Die Moral von der Geschichte: Schluss mit den Lügen über Cannabis! Es ist Zeit für die Legalisierung!

Na ist schon wieder Weihnachten – oder Wahlkampf? Cem Özdemir (Grüne) fordert heute öffentlichkeitswirksam in einem offenen Brief an die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) die kontrollierte Freigabe von Cannabis an Volljährige. Die Politik von Marlene Mortler sei fehlgeschlagen, gar „krachend gescheitert“.

 

Ja, das Zeugnis für Frau Mortler fällt nicht gut aus – so Özdemir weiter: „Es fehlen jegliche Impulse für eine grundlegende Reform der Drogenpolitik in Deutschland. Ja, es fehlt sogar der Wille, ehrlich der Frage nachzugehen, ob die heutige Drogenpolitik überhaupt ihre Ziele erreicht.“

 

Der komplette offene Brief Özdemirs an Frau Mortler kann übrigens auf der Website von „Zeit Online“ eingesehen werden: interactive.zeit.de/2017/pdfs/brief_cem_oezdemir_frau_mortler.pdf

 

Mit Auslöser für den Brief ist sicherlich die heute im Bundestag stattfindende Abstimmung über den Gesetzesentwurf der Grünen zu einem Cannabiskontrollgesetz, das eine regulierte Abgabe an Erwachsene vorsieht und so laut Özdemir den Schwarzmarkt zerstören und den Jugendschutz dadurch verbessern würde.

 

Vielleicht waren wir einfach zu lange auf dem Schwarzmarkt, aber wir sehen für die Abstimmung jedenfalls CSU-schwarz: dass heute Cannabis legalisiert wird, ist so unwahrscheinlich wie eine sachliche, ehrlich am Wohl der Bürger interessierte Frau Mortler.

Cannabisbesitz ist auch in der Schweiz derzeit noch illegal. Doch dies könnte sich nun ändern – dank einem jungen Jura-Studenten, über den wir erst im vergangenen September berichteten, als er in Zürich vor Gericht einen Freispruch für einen Freund erwirkte, der mit acht Gramm Marihuana von der Polizei erwischt wurde.

 

Damals war der Jura-Student (oder Jus-Student wie es in der Schweiz heißt) im ersten Semester und wurde vor Gericht zunächst noch belächelt. Doch am Ende seiner Ausführungen gratulierte ihm der Richter sogar: Acht Gramm Cannabis seien eine geringe Menge und demnach nicht strafbar. Die Ordnungsbuße, die sein Freund ursprünglich zahlen sollte, sei demnach nicht zu zahlen. Besonders schön: die Stadtpolizei Zürich musste sich vom Gericht anhören, ungesetzlich gehandelt zu haben.

 

Und darauf will der Student namens Till Eigenheer, der inzwischen bei der Rechtsanwaltskanzlei Bühlmann & Fritschi in Zürich arbeitet, nun aufbauen, wie „watson.ch“ berichtet: denn seine erfolgreiche Argumentation vor Gericht stützte sich vergangenes Jahr auf Artikel 19b im schweizerischen Betäubungsmittelgesetz. Dieser Artikel besagt, dass geringe Mengen für die „Vorbereitung“ von Eigenkonsum straffrei bleiben. Unklar ist jedoch, was diese Vorbereitung genau darstellen soll, und auch, was eine geringe Menge ist.

 

Derzeit ist es in der Schweiz so, dass jeder, der mit Cannabis unter zehn Gramm aufgegriffen wird, eine Ordnungsbuße von 100 Franken zahlen muss – dies ist sogar bei legalem CBD-Gras aus der Schweiz immer wieder vorgekommen, wie wir berichtet haben. Doch diesen Umstand möchte Eigenheer nun ändern. Er vertritt nun einen Mandanten, der zweimal von der Stadtpolizei Zürich mit Cannabismengen unter zehn Gramm erwischt wurde.

 

Wie bei „watson.ch“ zu lesen ist, sieht der Plan des jungen Anwalts vor, dass das Bezirksgericht sein Urteil von 2016 bestätigt und das Stadtrichteramt daraufhin Einspruch einlegt. Dies würde zu einem Grundsatzentscheid des Obergerichts des Kantons Zürich führen. Dass das Stadtrichteramt mitspielt ist wahrscheinlich, da der Gemeinderat ebenfalls an einem Grundsatzentscheid interessiert ist.

 

Auch einen Gang bis vors Bundesgericht möchten Eigenheer und sein Mandant nicht ausschließen – dann müsste allerdings ein Kollege mithelfen, denn als Jus-Student kann Eigenheer nicht zur Verteidigung zugelassen werden. Eine Entscheidung des Bundesgerichts würde allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Kanton Zürich, sondern die ganze Schweiz haben – die über 19.000 Ordnungsbußen für Cannabisbesitz, die 2016 in der Schweiz verhangen wurden, könnten sich dann in Zukunft auf null reduzieren.

 

Bis es so weit wäre, müssen allerdings noch ein oder zwei Jahre ins Land ziehen – zunächst einmal wird vor dem Bezirksgericht Zürich verhandelt werden, was im kommenden Monat der Fall ist.

Im zurückliegenden Jahr 2016 starben über 1.300 Menschen an Drogen, wie die Bundesregierung nun meldete. Damit stieg diese Zahl bereits das vierte Jahr in Folge. Diese Zahl hätte auch noch ein paar Nullen mehr, wenn die jährlich produzierten Alkohol- und Tabaktoten ebenfalls Eingang in diese Statistik finden würden. Dennoch ist das Ganze natürlich sehr traurig und teilweise auch vermeidbar: denn 98 dieser Drogentode wurden durch die sogenannten Legal Highs hervorgerufen, die durch rechtliche Tricksereien verkauft werden dürfen.

 

Diese Legal Highs zielen vor allem auf Cannabiskonsumenten, die aus verschiedenen Gründen kein Cannabis konsumieren wollen oder können – allesamt Gründe, die mit der herrschenden Gesetzgebung aus dunkleren Zeiten zusammenhängen: Angst vor dem Führerscheinverlust, Angst vor Polizeirepressalien, Angst vor Ärger im Job – oder aber keine Möglichkeit, ungestrecktes Marihuana kaufen zu können. All diese Faktoren würden bei einer Legalisierung von Cannabis hinfällig werden.

 

Böse Zungen werden diese 98 Drogentoten der deutschen Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) und ihrer heiß gebliebten Cannabis-Prohibition ankreiden. Dass ihre teils Jahrzehnte alten „Argumente“ keinerlei Bestand haben, ist nun in vielen Fällen auch endlich durch die amerikanischen Cannabislegalisierungen schwarz auf weiß belegt: Cannabis schadet nicht – im Gegenteil! Mehr Jobs, mehr Steuern, weniger Verkehrstote, weniger kiffende Jugendliche, weniger verschreibungspflichtige Medikamente. Dies ist das bisherige Fazit der US-Legalisierungen.

Cannabis ist schädlich, schlecht, böse und eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland, Österreich und der Schweiz würde das Ende der Welt bedeuten. So die herrschenden Politik-Verbrecher hierzulande. Dass die ganze Anti-Cannabis-Propaganda reine Lüge ist, ist vielen Menschen schon lange bewusst. Durch die Legalisierungswellen in den USA werden die Verantwortlichen aber in den letzten Jahren immer wieder ganz offiziell Lügen gestraft.

 

Nun gibt es auch wieder eine äußerst positive Meldung aus Colorado, wo die Steuereinnahmen, die aus Verkäufen von legalem Cannabis generiert wurden, seit Beginn im Jahr 2014 immer wieder sinnvoll eingesetzt werden (wir berichteten mehrfach). In 2017 sollen 475.000 Dollar, von denen 425.000 Dollar aus Cannabisverkäufen stammen, an finanziell benachteiligte Studenten vergeben werden, wie „Boston 25 News“ meldet. 300 bis 400 Studenten bekommen 1.000 Dollar, Überschüsse werden nach den Nöten und Noten verteilt. So werden auch junge Menschen studieren können, die ansonsten keine Möglichkeit dazu hätten.

 

Das müssen sie also sein, die schlimmen Effekte der Cannabis-Legalisierung – vermutlich wachsen so weitere schlaue und mündige Bürger heran, die keinen Sinn in einer Kriminalisierung von Cannabis sehen. So wie inzwischen bereits 68 Prozent aller Amerikaner.