Millionen Menschen in Deutschland sehnen die Cannabis-Legalisierung herbei, viele jedoch nur im stillen Kämmerlein. Es gibt jedoch auch einige Vorkämpfer, die sich offensiv und vor allem öffentlich für die Legalisierung einsetzen – teilweise auch in Gruppierungen und Vereinen wie dem Schildower Kreis odeLaw Enforcement Against Prohibition Deutschland (LEAP) organisiert. Besonders bekannt unter deutschen Cannabisfreunden ist natürlich auch der Deutsche Hanfverband (DHV), der auch ursprünglich im Jahr 2002 eher als Wirtschaftsvertretung konzipiert war, aber sich auch entschloss, private Mitglieder aufzunehmen und zu vertreten – und das auch immer intensiver.
 
 
So fuhr der DHV also bislang zweigleisig und versuchte die Interessen von Cannabiskonsumenten und zu Straftätern abgestempelten Menschen, die sich für die harmloseste aller illegalen Drogen interessieren, zusammen mit den Interessen der aufstrebenden deutschen Cannabisindustrie unter einen Hut zu bringen. Der Spagat, Anti-Prohibitionisten und Unternehmer zu vereinen und zu repräsentieren, wurde immer schwieriger und aufwendiger und so will sich der Deutsche Hanfverband nun vorrangig auf die Belange von Konsumenten konzentrieren.
 
 
Ausschließlich für Unternehmen wurde also nun ganz frisch in Berlin der Branchenverband Cannabiswirtschaft e.V. (BvCW) gegründet. Dieser will sich als kommende Stimme der Cannabisbranche in Deutschland positionieren, versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Cannabiswirtschaft in Deutschland und wird als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien fungieren.
 
 
Die Gründung des Bundesverbands Cannabiswirtschaft ist ein längst überfälliger Schritt, mit dem beide Interessensgruppen ihr Profil schärfen. Der neue Verband wird die Vertretung der Branche übernehmen, während sich der Hanfverband vor allem als Bürgerrechtsbewegung versteht“, so DHV-Chef Georg Wurth.
 
 
Vertreten im Bundesverband Cannabiswirtschaft sind alle Bereiche der aufstrebenden Branche: Medizinalcannabis, Nutzhanf, CBD, Import, Dienstleistungen, Handel und Technik. 14 Unternehmen aus der Cannabiswirtschaft nahmen an der Gründungsversammlung teil und initiierten den Verein, beitreten kann jedes Cannabisunternehmen.
 
 
Die Jahresbeiträge (wie auch Anzahl der Vertreter in der Mitgliederversammlung) sind nach Anzahl der Mitarbeiter gestaffelt und beginnen bei jährlich 2.000 Euro für bis zu fünf Mitarbeiter und enden bei 20.000 Euro per annum für Unternehmen mit mehr als Hundert Mitarbeitern.
 
 
Als Präsident des BvCW wurde Stefan Meyer von der Neo-Livia GmbH gewählt. Für den Bereich Medizinalcannabis wurde Armin Prasch von der Fidelio Healthcare GmbH & Co. KG zum Vizepräsidenten ernannt, für den Bereich Nutzhanf Marijn Roersch van der Hoogte von der Hanffaser Uckermark eG. Als Geschäftsführer wurde der zuletzt beim Deutschen Hanfverband tätige Jürgen Neumeyer bestimmt.
 
 
Als weitere Präsidiumsmitglieder wurden gewählt: Lisa Haag (MJ Universe GmbH), Michael Greif (Drapalin Pharmaceuticals GmbH), Sven Kallies (Thankyoujane GmbH), Benjamin Patock (Bovida Inc.), Philipp Weber (Cannamigo GmbH), Joscha Krauß (MH medical hemp GmbH), Maximilian Moosbrugger (Cannamigo GmbH) und Ulrich Thibaut (TherCanni GmbH)
 
 
Der Präsident des BvCW, Stefan Meyer, erklärte zur Gründung: „Eine Interessenvertretung für die Cannabiswirtschaft in Deutschland war überfällig. Der BvCW will die starke Stimme für alle in Deutschland bereits aktiven Unternehmen im Bereich Cannabis werden. Viele regulatorische Fragen müssen besprochen und vernünftig gestaltet werden. Im internationalen Vergleich muss Deutschland im Bereich Forschung, Gesetzgebung und in marktkonformen Regularien aufholen. Wir werden als Cannabiswirtschaft dabei helfen!“
 
 
Für den Bereich Medizinalhanf erklärt der Vizepräsident des BvCW, Dr. Amin Prasch: „Das 2017 beschlossene ,Cannabis als Medizin‘-Gesetz eröffnet gute Voraussetzungen für medizinisch angewendetes Cannabis in Deutschland. Hierzu erscheint es erforderlich, dass sowohl geltende Regulierungen und Qualitätsstandards eingehalten werden als auch, dass diese, beispielsweise durch Standardisierung und Zertifizierung, durchaus neu definiert und angepasst werden können. Dies mit dem Ziel, einerseits die Produktsicherheit zu erhöhen und sicherzustellen und andererseits, derzeit noch bestehende Vorurteile und Bedenken bei allen Beteiligten zu korrigieren und abzubauen.“
 
 
Für den Bereich Nutzhanf erklärt der Vizepräsident des BvCW, Marijn Roersch van der Hoogte: „Hanf wird als nachwachsender Rohstoff und als Lebensmittel in Deutschland und Europa eine wichtige Rolle spielen. Überholte Grenzwerte und offene Fragen in der vielfältigen Anwendung von Cannabis als Rohstoff, als Lebensmittel und als Nahrungsergänzungsmittel werden von uns gegenüber der Politik angesprochen. Wir haben viel Aufklärungsarbeit vor uns und sollten uns auf einen internationalen Wettbewerb sinnvoll vorbereiten.“
 
 
So ist also davon auszugehen, dass wir in Zukunft noch häufig vom BvCW hören werden. Interessierte können sich auf der Website www.cannabiswirtschaft.de informieren oder gleich alle Unterlagen herunterladen, um ihr eigenes Cannabisunternehmen anzumelden.

Selbst dort, wo Cannabis bereits vollständig legalisiert worden ist, muss man sich noch mit den hässlichen kleinen Rückständen der Prohibtionsideologie abmühen, die sich über Jahre und Jahrzehnte in den Fugen und Ritzen der Gesellschaft festgesetzt haben wie Schimmel. Dabei könnte doch inzwischen alles so einfach sein in Las Vegas, Nevada, USA. In der Glücksspiel-Metropole ist Cannabis inzwischen legal und natürlich verdient sich die Stadt dumm und dämlich an den zahlreichen Dispensaries und der größten Cannabis-Ausstellung der Welt. An den Organisatoren der Consumer Electronics Show (CES), einer der größten Tech-Messen der Welt, ist diese Entwicklung aber scheinbar vorbeigegangen.

 

Dabei sah zunächst alles rosig aus für die Cannabisbranche: erstmals wurde im Rahmen der Messe-Awards ein für den Umgang mit Cannabis konzipiertes Produkt ausgezeichnet. Ein toller Erfolg für die Cannabisszene im Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz. Der Keep Smart Storage, eine Art smarter Humidor voller nützlicher Sensoren, überzeugte die Jury mit seinem eleganten Design und der innovativen Funktionalität und konnte den ersten Preis in der Kategorie „Innovation“ einheimsen. Allerdings sollte der Hersteller-Firma nichtsdestotrotz eine Art Maulkorb angelegt werden, denn auf der Preisverleihung inklusive Produktpräsentation sollte unter keinen Umständen das Wort Cannabis auch nur fallen und befüllt werden sollte die Box damit natürlich erst recht nicht.

 

Der Hersteller weigerte sich standhaft bei dem seltsamen Spiel mitzuspielen und sagte seine Teilnahme an der Preisverleihung kurzerhand ab. Stattdessen nutzte man die mediale Aufmerksamkeit für eine spontane Crowdfunding-Aktion, an deren Erfolg nach jetzigem Stand (97 % funded) glücklicherweise kein Zweifel mehr besteht. Einer Massenproduktion und einem baldigen Testbericht im Highway steht nun also (so gut wie) nichts mehr im Wege.

Vor einigen Jahren machte in den deutschen Medien das sogenannte „Komasaufen“ die Runde: gemeint war natürlich das exzessive Trinken bis zum Totalabsturz, das gerade bei Jugendlichen beliebt ist. Die Reaktion der Politik kam prompt, es folgte ein Verbot von schnapshaltigen Limonaden, den „Alkopops“, die als Wurzel allen Übels identifiziert worden waren. Symbolpolitik vom Feinsten, schließlich kann sich jeder seinen Alkopop auch einfach selbst mixen. Das ist nicht nur günstiger, man kann auch ganz nach eigenem Geschmack dosieren.

 

Eine aufwändige neue Studie, die mithilfe von Datensätzen von einer Million Teilnehmern über einen Zeitraum von 2008 bis 2018 erstellt wurde, beschäftigt sich erneut mit dem Thema „binge drinking“ (englisch für Komasaufen). Unter der Leitung von Dr. Zoe Alley wurde anhand des Berges an Datenmaterial versucht herauszufinden, ob und in welcher Art sich eine vollständige Cannabislegalisierung bei College-Studenten auf den Konsum von anderen berauschenden Substanzen wie zum Beispiel Alkohol auswirkt. Das Resultat: um durchschnittlich sechs Prozent ging das Rauschtrinken unter volljährigen College-Studenten (21+) nach einer Cannabislegalisierung zurück.

 

Dr. Alley vertritt die These, dass die Studenten tendenziell lieber zu Cannabisprodukten als zu Alkoholika greifen, wenn der Staat ihnen die Wahl lässt und ist der Meinung, dass ihre Studienergebnisse dies unterstützen. „Der wichtigste Punkt, den wir mit unserer Arbeit feststellen konnten, ist, dass sich eine vollständige Legalisierung von Cannabis auf die Praxis des Komasaufens unter volljährigen Studenten auswirkt“, fasst Alley die Studienergebnisse zusammen. Und zwar durchaus in positiver Weise, wie Highway an dieser Stelle unterstreichen möchte.

Als damals am ersten Tag des neuen Jahres 2014 in Colorado die ersten legalen Cannabis-Shops ihre Pforten öffneten, war das öffentliche Interesse riesengroß. Journalisten und Politiker aus aller Welt schauten auf den US-Bundesstaat, der sich auf unbekanntes Terrain wagte und Cannabis auch für den Freizeitkonsum zuließ. Am Ende des Verkaufstags waren Cannabisprodukte im Wert von einer Million US-Dollar umgesetzt worden.

 

Nun ist auch Bundesstaat Illinois den Schritt gegangen, seit dem ersten Januar 2020 darf man auch hier Cannabis kaufen, um es zu Genusszwecken zu konsumieren. Und die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 3,2 Millionen Dollar wurden allein am ersten Verkaufstag umgesetzt, verteilt auf stolze 77.128 Transaktionen. Lange Warteschlangen wie auf dem Bild oben (ein Post eines US-Hanfaktivisten) waren keine Seltenheit im neujährlichen Stadtbild. Illinois ist der elfte US-Bundesstaat (Regierungssitz Washington D.C. einmal ausgenommen), der die vollständige Legalisierung umsetzt. Dem geneigten Bürger ist damit nun erlaubt, bis zu 30 Gramm Blütenmaterial und fünf Gramm Konzentrate zu besitzen.

 

In einer schönen Aktion, die der Legalisierung an Silvester vorausging, wurden außerdem gut 11.000 Menschen begnadigt, die aufgrund leichterer Cannabis-Delikte verurteilt worden waren.

Bei nicht wenigen Cannabisfreunden war die Erleichterung und die Hoffnung groß, als Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig im Spätsommer dieses Jahres die Nachfolge der unsäglichen Marlene Mortler antrat. Ungeachtet dessen, dass auch Ludwig Mitglied der erzkonservativen CSU ist, neigten viele Legalisierungsbefürworter dazu, „der Neuen“ erst mal eine faire Chance einzuräumen, bevor vorschnelle Urteile gefällt würden. Und tatsächlich, die ersten Statements von einem „Neuanfang“, von einem Blick nach Portugal und in die Niederlande ließen endlich den langersehnten Richtungswechsel in greifbare Nähe rücken. Highway betrachtete die Entwicklung von Anfang an mit einer gesunden Portion Skepsis, nicht zu Unrecht, wie sich nun immer mehr herauskristallisiert.

 

In einem Interview mit „Business Insider“ packt Ludwig erstmals die konkreteren Formulierungen aus, was endgültig zu vielen langen Gesichtern führen dürfte. Auf die interessante Frage, wie die Drogenpolitik der Bundesrepublik hinsichtlich Cannabis in zehn Jahren aussehen werde, antwortet Daniela Ludwig unumwunden: „Ich glaube, es wird weiter eine Droge sein, die viele interessiert, die aber weiter verboten ist. Und ich befürchte, wir werden 2030 immer noch ziemlich ähnliche Debatten führen wie heute.“ Mal abgesehen davon, dass man Frau Ludwig wohl kaum zutrauen kann, zu wissen, wie die deutsche Politik 2030 im Detail aussehen wird, liegt nahe, dass hier der Wunsch (der CDU/CSU) Vater des Gedankens war. Ansonsten fallen in dem Interview die üblichen Floskeln vom Jugendschutz und von der Drogenverharmlosung, es fehlt eigentlich nur noch das Gefasel vom viel beschworenen „fatalen Signal“. Hat hier jemand Neuanfang gesagt?

 

Aber ein Gutes hat das Ganze auch: endlich herrscht Klarheit über die (konservative) Agenda der nächsten Jahre. Also, falls es da tatsächlich bei dem ein oder anderen noch Zweifel gegeben hat: CDU/CSU sind unwählbar!

Auf den Schultern der Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) lasten die Hoffnungen von Millionen deutscher Cannabisfreunde. Die Befürchtungen aber auch, denn das Trauma Mortler sitzt nach wie vor tief. Erste Äußerungen Ludwigs nach ihrem Amtsantritt im Spätsommer dieses Jahres wollten optimistische Legalisierungsbefürworter schon als Paradigmenwechsel deuten, doch wirklich Aussagekräftiges zum Thema gab es von ihr eigentlich gar nicht zu hören.

 

Nun meldet sich die Politikerin gegenüber der Funke Mediengruppe erneut zum Thema Cannabis zu Wort, genauer gesagt zur Frage der sogenannten geringen Menge. Wie die meisten Highway-Leser wohl wissen, hat jedes Bundesland seine eigenen Cannabis-Grenzwerte, während in Bayern alles bis zu sechs Gramm als geringe Menge gilt, sind es in Berlin hingegen 15 Gramm. Geht es nach Daniela Ludwig ist das ein großes Problem, das angegangen werden muss, denn ansonsten bestünde die Gefahr, dass Berlin von Cannabistouristen überrannt würde. Na klar, welcher Cannabisliebhaber fährt nicht in erster Linie in die Hauptstadt (die international übrigens den Ruf als Party-Hauptstadt der Welt genießt), um sich am gestrecktem Kleinzeug der Straßendealer gütlich zu tun? Aber zu wissen, dass dieses laut Ludwig so unwiderstehliche Gemisch aus kleingehackten Cannabisblättern und -Stängeln, Fäkalbakterien sowie Haze-Spray so viel mit gutem Marihuana zu tun hat wie abgelaufenes Hansa Pils mit preisgekröntem Craft Beer, kann man von einer CSU-Ministerin, und sei sie auch Bundesdrogenbeauftragte, wohl nicht verlangen.

 

Vor allem bleibt aber die Frage im Raum stehen, und zwar die nach der Konsequenz: sollen die Grenzwerte nun bundesweit auf Berliner Niveau angehoben oder auf das bayrische Level abgesenkt werden? Highway hat so so eine Vermutung...

Hollywood-Schauspieler und Drehbuchautor Seth Rogen ist für seine Vorliebe für Cannabis bekannt. Im Gegensatz zu vielen deutschen Stars, die gerne mal um das Thema herumscharwenzeln, macht Rogen keinen Hehl aus seiner Leidenschaft. Gegenüber dem Magazin „Interview“ gab er unter anderem an, dass er „den ganzen Tag Joints rauche“ und „nichts tue, ohne dabei zu kiffen“. Passend dazu hat er sich nun ein neues Hobby zugelegt, das sich perfekt mit seinem Cannabis-Lifestyle vereinen lässt: dem Töpfern von Aschenbechern.

 

 

Besonderen Wert legt Rogen auf das kleine „Bett“ am oberen Rand des Auffang-Bechers, wo er seine halb gerauchten Joints zwischendurch „zur Ruhe legen“ könne. Wer jetzt schon auf darauf hofft, den Rogenschen Aschenbecher ersteigern oder gar kaufen zu können, der sollte wissen, dass sich Rogens Lebensgefährtin das gute Stück bereits gesichert hat. Aber wer weiß, da Rogen es nach eigenen Angaben sehr genießt, in seiner Freizeit etwas „Greifbares“ zu schaffen, dass man in die Hand nehmen könne, wäre es durchaus möglich, dass in Zukunft ein kleiner Nebenerwerb aus seinem Hobby erwächst. Genug Nachfrage wäre wohl vorhanden, wie ein Blick auf die Kommentare unter dem Instagram-Post des Aschenbechers beweist. Welcher normalsterbliche Cannabisfreund hätte auch nicht gerne einen handgetöpferten Aschenbecher von einem der berühmtesten Kiffer der Welt auf dem heimischen Couchtisch?

In den USA wurde in den letzten Tagen und Wochen mal wieder eine Debatte geführt, die Legalisierungsbefürwortern und Cannabisfreunden mittlerweile zu den Ohren herauskommt. Es ging mal wieder um die gute alte Einstiegsdroge. Schon wieder? Ja, schon wieder.

 

Niemand geringerer als der ehemalige Vizepresident und Präsidentschaftskandidat für 2020 Joe Biden, nach wie vor eine wichtige Stimme in der demokratischen Partei, verstieg sich zu der Aussage, er sei gegen die landesweite Legalisierung, da Marihuana eine Einstiegsdroge sei. Als alter Hase im politischen Geschäft formulierte er das zwar ziemlich schwammig und so aalglatt, dass es schwerfiel ihn darauf festzunageln, doch was er wirklich meinte und welche Botschaft er in der Öffentlichkeit verankert sehen wollte, war ganz klar: Cannabis ist eine Einstiegsdroge. Und auch, wenn die leidige Debatte nun wirklich in die erzkonservative Mottenkiste gehört, so freut es Cannabisliebhaber doch auch immer wieder, wenn Personen, die diesen wissenschaftlich nicht haltbaren Unsinn verbreiten, ordentlich kontra bekommen. Glücklicherweise gab es im Fall Biden einen ordentlichen Shitstorm und siehe da, nun rudert der 77-Jährige zurück. In einem insgesamt unnötig komplizierten und verschwurbelten Statement schließt er mit der klaren glasklaren Feststellung: „Ich glaube nicht, dass es sich um eine Einstiegsdroge handelt. Ich kenne keine Belege, die derartiges nahelegen.“ (Das vollständige Statement gibt es hier).

 


Na, warum nicht gleich so? Jedenfalls wird einmal mehr klar, dass die Cannabislegalisierung eine Generationenfrage ist. Wer in seiner Jugend zu viel Anti-Propaganda abbekommen hat, dem fällt es anscheinend schwer, eine objektive Neubewertung der Frage zuzulassen und Fehler einzugestehen. In diesem Sinne: OK, Boomer!

Manchmal kann man echt neidisch werden auf die Amis, zumindest auf die, die in den Legalisierungs-Bundestaaten leben. Einmal mehr schwappt eine kuriose Stellenausschreibung über den großen Teich, die alle deutschsprachigen Cannabisfreunde vor Neid erblassen lassen dürfte.

 

Das Cannabis-Unternehmen mit dem klingenden Namen „American Marijuana“ sucht Leute, deren Passion Cannabis ist und die sich bereiterklären, eine große Bandbreite an Cannabisprodukten aus dem Sortiment zu testen und darüber zu schreiben, zu bloggen, zu filmen. Puh, das klingt ja echt nach einer langweiligen Plackerei! Spaß beiseite, welcher Kiffer wird hier nicht hellhörig, zumal ein Jahresgehalt von bis zu 36.000 US-Dollar im Raum steht? Dafür erhält man einmal im Monat ein fettes Paket mit Cannabisprodukten, die man nach Herzenslust austesten kann. Der „Arbeitsalltag“ besteht dann daraus, die ehrliche Meinung über das jeweilige Testobjekt sowohl in schriftlicher, als auch in Form eines Videoclips zu artikulieren und einzuschicken.

 

Na gut, wenn es weiter nichts ist, wo kann ich mich bewerben? Tja, und da steckt auch leider der Haken, denn es werden wie so oft nur Bewerber mit Wohnsitz in den USA und Kanada akzeptiert. Außerdem fällt beim Blick ins Kleingedruckte auf, dass sich ausgerechnet die Regelung des Gehalts etwas schwammig anhört und sich scheinbar nach der Anzahl der eigenen Social-Media-Follower richtet (speziell hervorgehoben werden die Netzwerke Facebook und Twitter).

 

Wer sich jetzt trotzdem bewerben will oder vielleicht jemanden kennt, der die richtigen Voraussetzungen mitbringt, der sollte noch die, etwas speziellen, Applikationsbedingungen beachten: neben einem regulären Lebenslauf und einem 60-sekündigen Video, das klarmacht, warum man die richtige Person für den Job ist, wird auch noch die Aufzählung von sechs Slang-Begriffen für Marihuana verlangt.

 

Hmm, ok, wie wäre es damit? Ganja, Ott, Mary Jane, Weed, Kraut und Kaya. Also, wann kann ich anfangen? ich zieh auch sofort in die USA...

 
Eine neue Cannabis-Meinungsumfrage des Pew Research Centers unter US-Amerikanern ergab eine neue Rekordunterstützung für die landesweite Legalisierung von Marihuana: Zwei Drittel der amerikanischen Erwachsenen sind inzwischen der Meinung, dass Cannabis bundesweit vollständig legalisiert werden sollte. Stolze 67 Prozent der Amerikaner sind nun bereit für eine Legalisierung - noch einmal fünf Prozent mehr als noch vor einem Jahr und somit erstmals mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung.
 
 
 
Unter den in diesem Jahrtausend geborenen, waren gleich 76 Prozent dafür. Die geringste Zustimmung wurde von Personen über 74 Jahren geteilt, dort waren lediglich 32 Prozent für eine Freigabe. Deutliche Unterschiede waren auch auszumachen, wenn man auf die politische Ausrichtung der Befragten schaute. Anhänger der Demokraten sprachen sich zu stolzen 78 Prozent für eine landesweite Cannabislegalisierung aus, die Anhänger der Republikaner um Donald Trump wollen nur zu 55 Prozent eine Legalisierung.
 
 
 
Den persönlich interessiert das auch herzlich wenig, auf Bundesebene passiert nichts in diese Richtung. Sollte es mit der Amtsenthebung nichts mehr werden, bleibt wohl nur der Blick auf die Präsidentschaftswahlen im November 2020. Denn alle Hauptbewerber der Demokraten haben bereits ihre Unterstützung für eine vollständige und bundesweite Legalisierung zum Ausdruck gebracht. Somit stehen die Chancen für eine baldige, amerikaweite Legalisierung nicht schlecht.