Das geltende Cannabis-Verbot ist dumm und widersinnig. Und teuer in jeder Hinsicht, vor allem für die Steuerzahler: nicht nur werden durch die Prohibition keine Steuereinnahmen eingenommen, schlimmer noch – allein durch die Strafverfolgung werden jedes Jahr viele Millionen Euro sinnlos verplempert.

 

Das müssten selbst eingefleischte Prohibitionisten eigentlich anerkennen, richten sich doch praktisch alle Maßnahmen der Polizei gegen Endkonsumenten. Zwar werden deren Leben dadurch teilweise zerstört, aber der Konsum von Marihuana und Haschisch kann durch solche Aktionen dennoch nicht im Ansatz unterbunden werden.

 

Ein besonders peinliches Exempel für den sinnlosen Kampf gegen Drogen im Allgemeinen und Cannabis im Speziellen wurde zum Jahresbeginn, genauer gesagt am 4. Januar, von der Dresdner Polizei statuiert: pünktlich um 12 Uhr rückten insgesamt 40 Beamte zum Großeinsatz zur „Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität“ aus. Jeder der Beamten war laut der Pressestelle der Polizei Sachsen acht Stunden lang im Dienst.

 

Interessanterweise schafften die 40 Beamten in acht Stunden jedoch bloß, 14 Personen zu kontrollieren. Dabei wurden bei fünf Personen insgesamt 12 Gramm Cannabisprodukte konfisziert. Die „Huffington Post“ rechnete aus, dass dieser Einsatz den Steuerzahler vermutlich 17.000 Euro gekostet hat. Sollten gegen die fünf Personen Gerichtsverfahren eröffnet werden, kommen noch einige weitere Tausend Euro dazu.

 

Wir sagen: schämt euch. 17.000 Euro ausgeben, um 12 Gramm Cannabis zu beschlagnahmen. Was ist los mit euch?

Seit zehn Monaten gibt es in Deutschland bereits offiziell und legal Cannabis aus der Apotheke, auch wenn das Ganze immer noch mit größeren Schwierigkeiten verbunden ist. Die Nachfrage selbst ist jedenfalls riesig und so gingen seit März 2017 insgesamt 13.000 Anträge auf Cannabis auf Rezept bei den Krankenkassen ein.

 

Bewilligt wurden jedoch nicht einmal zwei Drittel der bei den Krankenkassen eingereichten Anträge auf die Kostenübernahme von medizinischem Cannabis: AOK und TK bewilligten 64 Prozent der Anträge, die Barmer 62 Prozent. Die Krankenkassen sagten, dass die abgelehnten Einträge oft auch auf Formfehler zurückzuführen sein.

 

Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands, lies dazu verlautbaren: „Zu viele Anträge werden nicht genehmigt, und immer wieder setzen sich Patienten erst vor Gericht gegenüber den Kassen durch.“

 

Die gesteigerte Nachfrage bedeutet für die Patienten leider immer wieder Lieferengpässe. Das derzeit in deutschen Apotheken ausgegebene Cannabis wird aus den Niederlanden und Kanada importiert. Noch immer ist nicht geklärt, wer und wann in Deutschland legal Marihuana anbauen werden darf.

Zum Jahresanfang hat gerade erst der größte Bundesstaat der USA, Kalifornien, die komplette Legalisierung von Cannabis für alle Volljährigen umgesetzt (wir berichteten) – ein eigentlich tolles Signal für die gesamte Legalisierungsbewegung weltweit, wäre doch Kalifornien nach den USA im Ganzen, China, Japan und Deutschland die fünftstärkste Wirtschaftsmacht der Erde, wenn es ein eigenes Land wäre.

 

Doch im Laufe des gestrigen Tages gab es wirklich schlechte Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zu vermelden. Wie wir kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der USA im Februar 2017 berichteten, kündigte dieser beziehungsweise seiner damaliger Sprecher Sean Spicer an, gegen den Verkauf von Freizeit-Cannabis im Land vorzugehen. Seitdem gab es allerdings keine Schritte gegen die blühende Cannabis-Legalisierung und weitere Bundesstaaten haben in der Zwischenzeit Legalisierungen beschlossen oder umgesetzt.

 

Doch nun machte Jeff Sessions, amtierender Justizminister der USA und bekannt für noch moderate Aussagen wie „gute Menschen rauchen kein Marihuana“, am gestrigen Tag eine Direktive der Obama-Regierung (das „Cole Memo“) aus dem Jahr 2013 rückgängig, die alle Angestellten des Justizministeriums, also die Staatsanwälte im ganzen Land, anhielt, nicht gegen Cannabis-Unternehmen vorzugehen. Denn wie bekannt ist, ist Cannabis in den USA auf Bundesebene nicht legal – sondern nur von den jeweiligen Bundesstaaten legalisiert. Dieser Widerspruch wurde bislang durch die Direktive gelöst: jeder (Bundesstaat) durfte machen, was er wollte.

 

Doch ab sofort darf theoretisch das FBI oder die DEA wieder jederzeit in jedem Cannabis-Unternehmen einfallen, Gras und Gelder beschlagnahmen und die Angestellten in den Knast stecken. Ob und in welchen Ausmaßen das passieren wird, muss die nächste Zeit zeigen. Das negative Änderungen anstehen, möchte aber scheinbar niemand so recht glauben: der Cannabis Stock Index, der die Preise von 75 börsennotierten Cannabis-Unternehmen zusammenfasst, fiel nach der Schreckensnachricht bloß um 13,3 Prozent.

Wie wir alle wissen, ist der Freistaat Bayern nicht das beste Pflaster, wenn es um Cannabis geht. Und was für den Otto-Normal-Bayern gilt, gilt erst recht für die Kicker des FC Bayern.

 

Steuerhinterziehung und Weißbier zum Frühstück (na gut, vielleicht nicht für die Spieler) ist okay, aber kiffen geht natürlich gar nicht. Umso erstaunlicher, in welchem Aufzug der langjährige Stammspieler David Alaba in die Öffentlichkeit trat: Auf einem Hip-Hop-Konzert zeigte sich der österreichische Nationalspieler mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem auf Brusthöhe der unmissverständliche Schriftzug „Legalize it“ prangte. Ob sich der Starspieler jetzt nur den Gepflogenheiten der Hip-Hop-Szene anpassen wollte oder tatsächlich einem persönlichen Anliegen Ausdruck verleihen wollte, ist nicht ganz klar. Jedoch ist davon auszugehen, dass ein mediengeschulter Fußballprofi ganz genau einschätzen kann, wie man sich vor den Augen der Öffentlichkeit zu präsentieren hat, um aufzufallen oder eben nicht.

 

Und da sich (seriöse) deutschsprachige Promis mit Pro-Cannabis-Aktivismus generell eher zurückhalten: danke David!

Wie es bis Jahresanfang schien, ist der Vormarsch von Cannabis in den USA nicht mehr aufzuhalten (nun gab es jedoch nach wenigen Tagen im Jahr doch auch schlechte Nachrichten zu vermelden). Seit dem 1. Januar dürfen jedenfalls auch die Bürger des größten US-Bundesstaats Kaliforniens ganz legal ihrer Vorliebe für Marihuana frönen. Wie zu erwarten war, ist der Andrang riesig und Tausende neue Arbeitsplätze (sind im Begriff zu) entstehen. Unzählige Stars und Promis haben in den letzten Jahren Flagge gezeigt und kräftig mitgeholfen, das durch konservative Propaganda angekratzt Image der vielfältigen Nutz- und Heilpflanze Hanf wieder geradezurücken.

 


Dies tat auch CNN-Nachrichtensprecherin Randi Kaye aus Denver in Colorado, als sie während einer Live-Schaltung am Silvesterabend von den Feierlichkeiten berichtete: denn in ihrer Hand hielt die gut gelaunte Moderatorin einen schönen Joint, den sie auch noch demonstrativ in Richtung der Fernsehzuschauer reichte. Wie zu erwarten war, gab es für die Aktion aus rechter Ecke einigen Gegenwind. So verkündete unter anderem beispielsweise Fox-News-Moderatorin Laura Ingraham auf Twitter öffentlich ihren Unmut, was in Anbetracht des zutiefst reaktionären Senderprofils aber keinen überraschen dürfte. Letztendlich sollten sich alle Beteiligten mal wieder etwas beruhigen, schließlich hat Kaye ja noch nicht mal einen Zug genommen.

 

Und wenn doch, hätte sie bestimmt nicht inhaliert…

Und der nächste Promi steigt ins Cannabusiness ein: Ex-Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson möchte auch am legalen Cannabis-Boom partizipieren und sicherte sich in Kalifornien, wo seit gestern die Legalisierung von Marihuana und Haschisch in die Tat umgesetzt wurde, eine Anbaufläche in der Größe von 35 Football-Feldern. Dort soll in Zukunft Marihuana angebaut werden, wie „sport.de“ berichtete. Außerdem soll auf dem Gelände auch eine Art Cannabis-Uni mit Anbau-Kursen ins Leben gerufen werden. Berührungsängste mit dem Thema Betäubungsmittel scheint der Ex-Boxer, der nach wie vor den Rekord als jüngster Schwergewichts-Weltmeister hält, sowieso nicht zu haben: In seiner Autobiografie gesteht Iron Mike, einige Profikämpfe unter dem Einfluss von Kokain und Marihuana bestritten zu haben.

Medizinisches Marihuana in Südamerika: Paraguay ist nun neben Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru und Uruguay der sechste südamerikanische Staat, der medizinisches Cannabis in der ein oder anderen Form legalisiert.

 

Dieses Jahr wurde in Paraguay bereits der Import von Cannabisöl für medizinische Zwecke genehmigt, nun wurde ein Gesetz verabschiedet, dass die Einfuhr von Cannabissamen und die Herstellung von Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt.

Auch wenn viele Stoner es nicht wahrhaben wollen: für den Durchschnittsmenschen sind Cannabis und Alkohol teilweise schon austauschbar. Unumstritten aber natürlich, dass Alkohol die weitaus gefährlichere Droge für Geist und Körper ist. Vom volksgesundheitlichen Standpunkt her ist daher natürlich ein höherer Cannabiskonsum einem höheren Alkoholkonsum vorzuziehen.

 

Bereits 2016 berichteten wir, dass die Legalisierung von Cannabis sich negativ auf Bierverkäufe auswirkt – nun wurde eine Studie veröffentlicht, die den Alkoholverkauf der Jahre 2006 bis 2015 in US-Staaten mit legalisiertem medizinischen Marihuana mit dem Alkoholverkauf in US-Staaten ohne legale Möglichkeiten zum Marihuana-Erwerb vergleicht.

 

Dabei kam heraus, dass sich legales medizinisches Marihuana ungünstig auf die Einnahmen von Alkohol-Produzenten auswirkt: der Verkauf von Bier sank um 13,8 Prozent, der Verkauf von Wein um gar 16,2 Prozent. Die Autoren der Studie schreiben, dass diese Ergebnisse „Besorgnisse über mögliche Auswirkungen der Gesetze zu medizinischem Marihuana auf die Verwendung anderer Substanzen, die zu den negativen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen beitragen könnten, thematisieren. Denn die Beziehung zwischen diesen Substanzen ist ein wichtiges Thema für die öffentliche Gesundheit.“

 

Bier-Hersteller Constellation Brands (Corona) reagierte bereits vor Kurzem und sicherte sich als erster Alkohol-Produzent weltweit eine Beteiligung von 10 Prozent an dem kanadischen Unternehmen Canopy Growth, das Cannabis produziert.

Der Kampf hat sich gelohnt: vor wenigen Tagen wurde durch die Unterschrift des Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski in Peru die medizinische Legalisierung von Cannabisprodukten im Gesetz verankert. „Wir brechen hier mit einigen Mythen“, sagte er hinsichtlich dem in manchen Kreisen immer noch verbreiteten Ruf von Marihuana als gefährlicher Droge – und weiter: „Peru macht mehrere Schritte auf einmal in Richtung Modernität.“ Der Peruanische Kongress hat nun bis Mitte Januar Zeit, um die neuen Regelungen auszuarbeiten.

 

Besonders gratulierte Präsident Kuczynski den Kongressmitgliedern, die hart für das neue Gesetz gekämpft hatten. Auch waren bei der Unterzeichnung des Gesetzes einige Mitglieder der Eltern-Initiative Buscando Esperanza (zu deutsch: „Auf der Suche nach Hoffnung“) zugegen, die ebenfalls mitverantwortlich für die medizinische Legalisierung sind: wie wir auf unserer Website berichteten, schlossen sich 80 Eltern in Peru zusammen, um Cannabis anzubauen und damit ihre Kinder, die unter Epilepsie und anderen Krankheiten leiden, zu versorgen. Da dies aber bis zum neuen Gesetz noch illegal war, kam es im Februar zu einem Polizei-Zugriff, bei dem die Cannabis-Aufzucht der Elterninitiative auseinandergenommen wurde. Präsident Kuczynski kündigte unmittelbar nach dieser Aktion die neuen Gesetze an, die nun umgesetzt wurden. Dennoch sehen sich drei Mitglieder der Initiative nach der alten Gesetzgebung noch möglichen Gefängnisstrafen gegenüber.

Legales Gras in der Schweiz – das ist seit dem Sommer 2016 wieder möglich. Gut, zugegeben, der THC-Gehalt darf ein Prozent nicht übersteigen, aber dennoch ist das Schweizer CBD-Weed ein riesiger Verkaufserfolg und das rauschfreie Kraut konnte viele Fans gewinnen. Unter den Produzenten tobt eine wahre Schlacht – Dutzende Unternehmen drängen auf den Markt. Der richtige Zeitpunkt also, um eine Schweizer Institution wiederzubeleben, die die letzten Jahre repressionsbedingt im Dornröschenschlaf verweilte: gemeint ist der CannaSwissCup.

 

Der CannaSwissCup geht zurück bis ins Jahr 1998. Damals waren in der Schweiz die Zeiten in Bezug auf Gras noch deutlich rosiger: „Duftkissen“ mit THC-haltiger Cannabisfüllung konnten frei ver- und gekauft werden und auch die Ausrichtung eines Wettbewerbs der besten Sorten war anfangs problemlos möglich. Doch das änderte sich schnell wieder und nach einigen Jahren musste der Cup pausiert werden – um nun, dank des CBD-Booms, mit leicht veränderten Vorzeichen wiederzukehren.

 

Am 1. Dezember startet der Vorverkauf für die Jury-Boxen des CannaSwissCups. Jede und jeder Volljährige kann zum Preis von 245 Schweizer Franken die Jury-Box anfordern und mitentscheiden, welche der Weed-Sorten eine Auszeichnung gewinnen sollen. Die Bestellung der Jury-Box ist über die Website des Cups, die unter cannaswisscup.ch zu erreichen ist, möglich. Allerdings wird eine Postanschrift in der Schweiz vorausgesetzt, da die Boxen ansonsten aus rechtlichen Gründen nicht zugestellt werden können.

 

In den Jury-Boxen sind insgesamt jeweils ein Gramm von 35 verschiedenen Cannabissorten von 18 verschiedenen Produzenten enthalten, die sich auf die Kategorien Indoor (15 Sorten), Outdoor (10 Sorten) und Treibhaus (10 Sorten) verteilen. Mit enthalten sind zwei Eintrittskarten für die Cannabismesse CannaTrade, die vom 27. bis 29. April 2018 in Zürich stattfindet und wo auch die Preisverleihung des CannaSwissCups abgehalten werden wird.

 

Weitere Informationen und Kauf der Jury-Box unter: cannaswisscup.ch