Erst kürzlich machte der US-Eiskremproduzent „Ben & Jerry's“ mit einer 420-Petiton auf sich aufmerksam, in der eine Amnestie für Häftlinge gefordert wurde, die sich wegen des bloßen Besitzes von Cannabis in Haft befinden. Eine sympathische Aktion, die nicht nur zehntausende von Unterschriften gebracht hat, sondern eben auch eine ganze Menge mediale Aufmerksamkeit.

 

Nun zeigt sich erneut, dass das Unternehmen mit Sitz in Vermont ein Herz für Cannabisfreunde hat. Auf der eigenen Website ließ man verlauten, dass man vorhabe, eine CBD-Sorte herauszubringen, sobald die amerikanische Federal Drug Enforcement Agency (FDA) eine landesweite Zulassung des Cannabinoids erteilt habe. Angesichts der fortschreitenden Legalisierungswelle in den USA, dem gigantischen Marktpotenzial von CBD-Produkten und einer von der Weltgesundheitsorganisation bescheinigten Unbedenklichkeit, gilt es als relativ wahrscheinlich, dass es schon in näherer Zukunft so weit sein könnte.

 

Die Cannabisaffinität des Unternehmens ist durchaus bemerkenswert: selbst Firmen, die weniger familienfreundliche Produkte produzieren als quietschbunt verpackte Eiskrem, hadern aus Angst vor Imageschäden noch mit dem CBD-Boom (so zum Beispiel Coca-Cola). Es bleibt zu hoffen, dass die Freigabe durch die FDA schnell erteilt wird und dass „Ben & Jerry's“ mit der CBD-Dosis genauso großzügig umgehen wird wie mit den Zusätzen und Toppings (wie etwa Keksteig, Schokosplitter etc.) der anderen Sorten.

 

Der 1. Juli 2019 wird ein ganz besonderer Tag. Insbesondere Cannabisfreunde und Prohibitionsgegner sollten sich diesen Montag ganz dick im Kalender anstreichen. An diesem Tag wird die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) offiziell ihr Amt niederlegen und als Agrarexpertin ins Europaparlament einziehen.

 

Wow, das muss man erst mal sacken lassen! Die ultimative Hassfigur all derer, die seit Jahren für eine progressive Drogen- und Suchtpolitik plädieren, nimmt ihren Hut. Und was bleibt ist gähnende Leere: denn wer Mortlers Platz einnehmen wird, ist bisher unklar. Ebenso, wer die Sozialarbeiter, Suchtexperten und Aktivisten des Landes in Zukunft mit heuchlerischen Argumenten, mangelndem Fachwissen und entwaffnender Ignoranz bei Laune halten soll. Ja, irgendwie gehörten sie mittlerweile schon fast dazu, die haarsträubenden Statements der gelernten Hauswirtschaftsmeisterin aus dem Freistaat. Mit Gaga-Sprüchen wie „Cannabis ist verboten, weil es illegal ist.“ oder „Äh, was für eine portugiesische Erfahrung? Meinen Sie Fussball?“ gelang es Mortler immer wieder, Cannabisfreunde und Satiriker im ganzen Land zu erheitern und zum leidenschaftlichen Widerspruch herauszufordern.

 

Schon geht die Angst um, mit Mortlers NacholgerIn könnte ein deutlich kompetenterer Widersacher das Amt des Drogenbeauftragten übernehmen, mit dem die Legalisierungsfraktion weniger leichtes Spiel haben wird. Doch wer wird gleich alles schwarzmalen wollen? Bekanntlich sind CDU/CSU ein natürliches Habitat für herzlose Karrieristen, aalglatte Lobbyisten und rückgratlose Emporkömmlinge aller Couleur. Da wird sich schon jemand finden, der der Hopfenbauern-Tochter Paroli bieten kann, ganz sicher. Doch genug der Spekulation. Jetzt ist erst einmal Zeit den Moment mit all seinen sich bietenden Chancen zu genießen und einen dicken Joint auf Marlene Mortlers Rücktritt zu rauchen!

 

Die Führerschein-Problematik zählt zu den drängendsten Ungerechtigkeiten, wenn es um die möglichen Konsequenzen des Cannabiskonsums geht. Da Deutschland in dieser Sache nur wenige Fortschritte macht und noch immer geradezu lachhaft geringe THC-Konzentrationen im Blut zum Führerscheinentzug führen können, muss man wie so oft darauf hoffen, dass cannabisfreundlichere Länder mit gutem Beispiel vorangehen und alternative Möglichkeiten zum Nachweis der Fahruntauglichkeit entwickeln, die dann von anderen Ländern adaptiert werden.

 

Im US-Bundesstaat Michigan arbeitet man gerade genau daran. Eine sechsköpfige Kommission, unter anderem zusammengesetzt aus Cannabispatienten, Toxikologen und Verkehrsicherheitexperten, wurde von Ex-Gouverneur Snyder damit beauftragt, eine Studie zum Effekt von Cannabis auf die Fahrtauglichkeit zu erstellen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass von der THC-Konzentration im Blut allein nur geringe Rückschlüsse auf die individuelle Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, zulässig sind. Nicht infrage gestellt wurde, dass Cannabiskonsum sich auf die Fahrleistung auswirkt, aber sich bei der Beurteilung allein einzig auf den jeweiligen THC-Gehalt im Blut des Fahrers einzuschießen, gehe an der Realität vorbei. Zum einen zeigten erfahrene Konsumenten trotz hohem THC-Blutwert weniger Beeinträchtigung als Gelegenheits-Kiffer bei niedrigeren Blutwerten. Zum anderen können bestimmte Konsumformen dazu führen, dass der THC-Gehalt im Blut erst rapide ansteigt, um dann in kurzer Zeit wieder stark abzufallen. Gängige Testmethoden seien zu unflexibel, zu wenig akkurat für eine solche Fluktuation. Von der bekannten Tatsache, dass der THC-Gehalt auch lange Zeit nach dem letzten Konsum noch erhöht sein kann, einmal abgesehen.

 

„Interessanterweise fahren in den meisten Simulator- und Fahrzeugstudien Cannabiskonsumenten typischerweise langsamer, halten größeren Abstand zum Vordermann ein und gehen weniger Risiken ein als nüchtern“, schrieb die Kommission. „Das scheint darauf hinzudeuten, dass die Fahrer versuchen, die subjektiven Auswirkungen des Cannabiskonsums zu kompensieren. Im Gegensatz dazu stehen angetrunkene Fahrer, die typischerweise schneller fahren und mehr Risiken eingehen als nüchtern.“

 

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern vielmehr wann THC-haltiges Cannabis in der Schweiz legalisiert wird. So sieht es zumindest die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen (EKSF), ein Experten-Gremium, das die Aufgabe hat, den Schweizer Bundesrat in Fragen der Sucht- und Betäubungsmittelpolitik zu beraten. Die Experten betonen dabei, dass man durch die Forschung der letzten Jahre viel Positives über die zahlreichen Anwendungsgebiete der einst geächteten Pflanze gelernt habe. Außerdem habe auch international ein Paradigmenwechsel stattgefunden, zum Beispiel durch die Legalisierungen in den USA und Kanada.

 

Der Zeitpunkt der Empfehlung durch die Kommission geht mit einer Diskussion um Anpassungen im Betäubungsmittelgesetz einher, die weitere Forschung zum Thema Cannabiskonsum (zum Beispiel auch Modellprojekte) ermöglichen sollen. Die Schweiz müsse sich die Erfahrungen der beiden Nationen zunutze machen und einen eigenen Weg zur Freigabe ausarbeiten. CBD-Cannabis ist, im Gegensatz zum hiesigen Kuddelmuddel, bei den Eidgenossen schon länger komplett legal, unzählige Unternehmen drängten in den letzten Jahren auf den jungen Markt. Es liegt nahe, dass durch die positiven Erfahrungen mit CBD Berührungsängste in der Bevölkerung beim Thema Cannabis abgebaut wurden.

 

Der US-Amerikanische Eiskrem-Hersteller Ben & Jerry’s erfreut sich auch hierzulande seit einigen Jahren sehr großer Beliebtheit. Trotz des nicht gerade günstigen Preises konnte sich die Marke in den Herzen der Speiseeis-Fans einen festen Platz erobern. Mit einer besonderen Aktion zum diesjährigen 420-Day dürfte das Unternehmen auch unter Cannabisfreunden einige neue Fans hinzugewonnen haben.

 

Auf der US-Website wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, die eine Amnestie für alle Gefängnisinsassen fordert, die wegen des bloßen Besitzes von Cannabis zu Haftstrafen verurteilt wurden. Unter dem Motto „Legalisierung ohne Gerechtigkeit ist halbgar“, (im Original „Legalization without justice is half baked“, in Anspielung auf eine beliebte Sorte im Sortiment) soll außerdem auf einen gravierenden Missstand im amerikanischen Justizsystem aufmerksam gemacht werden: trotz ähnlicher Konsumraten ist es für schwarze Menschen deutlich wahrscheinlicher aufgrund von Cannabisdelikten Probleme mit der Polizei zu bekommen als für weiße. In New York City beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit einer Verhaftung etwa um das Achtfache höher. Bisher wurden knapp 33.000 Unterschriften gesammelt, das entsprechende Formular kann hier, allerdings nur von US-Bürgern, unterzeichnet werden. 

 

Ben & Jerry’s ist schon länger für sein soziales Engagement bekannt. Aktionen wie das „Cimate Change College" oder das „Caring-Dairy“-Programm, das sich für nachhaltige Milchwirtschaft einsetzt, sind nur zwei Beispiele für entsprechende Aktionen, die auch nach der Übernahme durch den Unilever-Konzern im Jahr 2000 nach wie vor zum Markenkern gehören.

 

 

Legalisierungsbefürworter müssen sich so einiges anhören: Cannabis mache dumm und faul, schon ein Joint löse eine Psychose aus (überhaupt konnte bis heute trotz umfangreicher Forschungen kein Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen belegt werden) – die Liste der Vorurteile ist lang und soll an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergekäut werden. Jede/r Leser/in dieser Seite dürfte solche Aussagen zur Genüge kennen. Genauso wie die befürchtete Zunahme der Verkehrstoten nach einer Cannabis-Freigabe, die insbesondere von CDU-Politikern nur allzu gerne prophezeit werden.

 

Die Partei „Die Linke“ hat sich nun des Themas Cannabis und Verkehrsunfälle angenommen und eine sogenannte kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet. Denn schließlich ist mit der medizinischen Legalisierung im März 2017 die legale Zubereitung und Abgabe von Cannabis um das 50-fache gestiegen. Das müsste sich ja dementsprechend in den Unfallstatistiken widerspiegeln, so die Annahme. Pustekuchen! Aus der Antwort der Regierung ging hervor, dass lediglich 0,6 Prozent aller schwereren Unfälle (mit Verletzten und Toten) von Personen verursacht wurden, die unter dem Einfluss von Cannabis oder irgendeiner (!) aller anderen Drogen abseits von Alkohol standen. Der Wert ist damit gerade mal um 0,1 Prozent höher als noch im Jahr 2012. Eine ganz andere „Hausnummer" zum Vergleich: betrunkene Fahrer waren im Jahr 2017 für 11,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden oder Verlust von Leben verantwortlich.

 

Einen interessantes Experiment zum Thema „bekifft fahren“ gab es in der Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“, das Video könnt ihr euch hier ansehen.

 

 

Eigentlich ist es ja schon lange überfällig. US-Schauspieler Seth Rogen gilt als einer der größten prominenten Cannabis-Enthusiasten überhaupt. Doch nicht nur privat macht der Star keinen Hehl aus seiner Vorliebe, er zeichnet als Darsteller und Autor für einige moderne Kifferfilmklassiker wie „Ananas Express“ oder „This Is The End“ verantwortlich.

 

Es war also nur eine Frage der Zeit, wann der gebürtige Kanadier selbst ins Cannabusiness einsteigen würde. Nun kam raus, dass er schon seit rund fünf Jahren an einer eigenen Linie von Strains werkelt, die unter dem Namen Houseplant (Zimmerpflanze) vertrieben werden sollen. Die ersten drei Sorten, die schon auf der Website www.houseplant.com veröffentlicht wurden, tragen die schlichten Namen „Houseplant Sativa“, „Houseplant Indica“ und „Houseplant Hybrid“. Houseplant haben sich auf die Fahnen geschrieben nicht nur hochqualitatives Cannabis zu produzieren, ihr Ziel ist es auch, gerade für unerfahrenere Konsumenten Aufklärungsarbeit in puncto Cannabis zu leisten.

 

Hinter der Unternehmung steht übrigens Branchenriese Canopy Growth. Der Cannabisproduzent hatte erst kürzlich Kooperationen mit Rapper Snoop Dogg und Fernsehköchin Martha Stewart bekannt gegeben.

Vor Kurzem berichteten wir über den neuen Job von Ex-Vizekanzler Joschka Fischer, der zukünftig als Cannabis-Lobbyist für die kanadische Firma Tilray dafür sorgen soll, dass die Legalisierung in Deutschland vorankommt. Ein prominenter Fürsprecher mit weißer Weste kann im Gerangel um die öffentliche Meinung Wunder bewirken und dazu beitragen, verkrustete Stigmata aufzubrechen. Und wenn es sich bei der Person anstelle eines ergrauten Polit-Dinos um einen veritablen Weltenretter mit Zahnpastalächeln mit abertausenden Fans rund um den Globus handelt, dann stecken wir bereits mitten in einem Paradigmenwechsel.

 

Gemeint ist niemand Geringeres als "Avengers"-Mitglied Captain America! Darsteller Chris Evans wird, so wird gemunkelt, im kommenden "Endgame" zum letzten Mal ins Kostüm des schildschwingenden Weltretters schlüpfen. Doch eine Folgebeschäftigung nicht minderen Ranges wartet bereits auf den politisch engagierten Evans. Der traf sich jetzt mit dem größten Cannabis-Verfechter im US-Kongress, Earl Blumenauer, um sich über diverse Themen der politischen Agenda auszutauschen. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung: die vollständige Legalisierung auf nationaler Ebene. Hollywood-Star Evans, für seine liberalen politischen Ansichten bekannt, hatte sich bereits mit einer ganzen Reihe von Abgeordneten getroffen. Gerüchten zufolge steckt der Schauspieler in den Planungen für eine politisch ambitionierte Medienorganisation. Aber auch ein baldiger Einstieg in die Politik wäre keine völlige Überraschung, war doch bereits sein Onkel Abgeordneter der demokratischen Partei.

Der Chef des kanadischen Cannabisproduzenten Tilray, Brendan Kennedy, hat es mit dem Börsengang seiner Firma zum Milliardär gebracht. Kennedy gilt mittlerweile nicht nur als reichster Mann im legalen Marihuanabusiness, er wird auch für seine Marktprognosen geschätzt.

 

Als einer der ganz wenigen sah er beispielsweise die medizinische Legalisierung in Südkorea, einem Staat mit traditionell restriktiver Drogen- und Cannabispolitik, voraus. Seine aktuelle Prognose betrifft die landesweite Cannabisfreigabe in den USA. Kennedy ist überzeugt davon, dass die bald kommt und er nennt auch eine konkrete Jahreszahl: 2021 soll die inzwischen fast ein Jahrhundert alte Prohibitionspolitik in den Vereinigten Staaten endgültig ein Ende finden. Weiterhin geht er davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 70 Nationen rund um den Globus Cannabis als Medizin erlaubt haben werden.

Die US-Bundesstaaten, in denen Cannabis bereits legalisiert wurde, fungieren für den Rest der Welt (und der USA) so ein wenig als groß angelegtes Sozialexperiment mit dem Thema: Was geschieht innerhalb einer Gesellschaft, wenn die Cannabisprohibition aufgehoben wird und Gras auf einmal legal und omnipräsent ist?

 

Kürzlich berichteten wir anhand solcher Erhebungen über die heimlichen Verlierer der Legalisierung, aber es gibt natürlich auch heimliche Gewinner (also jetzt mal abgesehen von der Cannabisindustrie, den Cannabiskonsumenten, den Kranken, der Strafverfolgung und der Gesellschaft als Ganzes). Professoren der Universität von Connecticut und der Georgia State University haben nun anhand der Auswertung von Scannerdaten aus den Jahren 2006 bis 2016 herausgefunden, wer da insgeheim noch so vom Cannabisboom profitiert. Eine wirkliche Überraschung ist es nicht: insbesondere Kartoffelchips (5,3 %), Kekse (4,1 %) und Eiscreme (3,1 %) erlebten statistisch und ökonomisch gesehen signifikante Absatzsteigerungen dort, wo Kiffen legal ist.

 

Also, liebe Süßigkeiten- und Junkfood-Produzenten, schickt doch mal ein paar Cannabislobbyisten in den Bundestag oder, noch besser, spendet dem Deutschen Hanfverband (DHV) ein paar Milliönchen, das wird sich über kurz oder lang auszahlen!