Wird das Weiße Haus unter Donald Trump zum Angriff auf die in von verschiedenen Bundesstaaten legalisierte Cannabis-Industrie blasen? Trumps Sprecher Sean Spicer kündigte genau das Donnerstagabend an.

 

Viele Amerikaner dachten, Trump hätte bei dem ganzen rassistischen Verhalten, Lügen und Grabschen gar keine Zeit sich um Kleinigkeiten wie Gras wieder zu verbieten zu kümmern.

 

Aber das ist offenbar falsch: Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag sprach sein Presse-Sprecher Sean Spicer schockierende Worte für die amerikanische Cannabisindustrie. Zwar im üblichen Trump-Duktus, also drohend, lügend und reichlich unkonkret, sodass noch Platz für Hoffnungen bleibt, aber dennoch sind dies äußerst schlechte Nachrichten.

 

Lange Zeit war unklar, welche Position Donald Trump als Präsident zu Cannabis einnehmen wird. Zwar ließ sein sonstiges Verhalten und die Wahl seiner Berater und Untergebenen nichts Gutes erwarten, allerdings war Trump schon einmal positiv bezüglich medizinischem Marihuana zitiert worden und Anfang der 1990er-Jahre hatte er sogar öffentlich die Legalisierung sämtlicher Drogen gefordert.

 

Zudem sorgt legales Marihuana für hohe Steuereinnahmen und erschafft neue Arbeitsplätze, während es praktisch keinerlei Probleme verursacht. Eigentlich alles Dinge, die jemandem wie Trump gefallen sollten.

 

Aber von wegen. Trumps Sprecher Sean Spicer kündigte nun an, dass mit umfassenden Razzien gegen die Freizeit-Cannabis-Industrie gerechnet werden müsse. „Recreational marijuana“ sei im Gegensatz zu medizinischem Marihuana vom Weißen Haus unerwünscht und man könne von Maßnahmen durch die Drogenbehörde DEA und das Justizministerium der USA ausgehen, auch wenn die letzte Entscheidung dort gefällt werden soll.

 

Der neue Justizminister Jeff Sessions, der seit dem 9. Februar im Amt ist, ist allerdings ein Wunschkandidat Trumps, der in letzter Zeit mit unangenehmen Äußerungen aufgefallen ist, so etwa: „Gute Menschen rauchen kein Marihuana.“ oder aber „Wir brauchen in Washington endlich Erwachsene, die sagen: Marihuana ist nichts, was legalisiert werden sollte, sondern ist in Wirklichkeit etwas sehr Gefährliches.“ Traurige Berühmtheit erlangte Jeff Sessions mit dieser Aussage: „Ich dachte der Ku-Klux-Klan wäre okay, bis ich herausgefunden habe, dass sie Marihuana rauchen.“

 

Der Hintergrund ist, dass auch wenn Cannabis – teilweise bereits seit 2014 – in acht der fünfzig amerikanischen Bundesstaaten sowie in der Bundeshauptstadt Washington, D.C. vollständig legalisiert wurde, dies auf Bundesebene nicht geschehen ist. Und die Bundesebene der Vereinigten Staaten von Amerika sticht in diesem Fall sozusagen die Entscheidungen der einzelnen Staaten. Theoretisch könnte (und konnte auch in der Vergangenheit) die Bundesdrogenbehörde DEA jederzeit in alle Unternehmen, die in direktem Zusammenhang mit der Produktion und dem Verkauf von Marihuana stehen, einfallen, alles konfiszieren und zerstören und damit das Experiment von legalem Cannabis in den USA um viele, viele Schritte zurückwerfen.

 

Dies wäre im Bereich des medizinischen Marihuanas nicht so ohne Weiteres möglich, allerdings trennte Spicer hier auch scharf und machte deutlich, dass seine Drohungen nicht das Thema medizinisches Marihuana betreffen würden. Das macht seine Aussagen aber kaum besser.

 

Im Gegenteil – es kam sogar noch schlimmer. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz behauptete er, dass Marihuana schuld an der derzeitigen landesweiten Heroin-Epidemie sei. Nicht die Industrie-finanzierte Ärzteschaft, die viel zu viele Opiate verschreibt, wird dafür verantwortlich gemacht, sondern Marihuana sei verantwortlich dafür, dass die Menschen ihre Schmerzmittel überdosierten und in die Heroin-Sucht rutschten. Solche Aussagen im 21. Jahrhundert sind wirklich zum Verzweifeln.

 

Eigentlich wäre unsere heutige Meldung auch gewesen, dass die Cannabis-Industrie in den Vereinigten Staaten neuesten Berechnungen zufolge in den nächsten drei Jahren 300.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wird. Aber Donald Trump, der ankündigte zuhauf neue Arbeitsplätze zu schaffen, scheint diese lieber serienweise zerstören zu wollen.

 

Es bleibt zu hoffen, dass dies ein leeres Versprechen bleibt, auch wenn die Zeichen schlecht zu stehen scheinen. Die Marihuana-Industrie ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Industriezweig der USA und produziert Millionen über Abermillionen an Steuereinnahmen. Auch gibt es Millionen von Cannabisrauchern, die sich dies mit Sicherheit nicht bieten lassen möchten. Und einige aus der Cannabis-Industrie würden mit Sicherheit vor die Gerichte ziehen, was zusammen mit zu erwartenden Protesten für einige längere Medienaufmerksamkeit sorgen könnte.

 

Umfragen zufolge sind 71 Prozent der Amerikaner für eine vollständige Legalisierung von Marihuana. Dies bedeutet, dass auch mindestens 40 Prozent der Trump-Wähler für eine Cannabislegalisierung sind. Und da die Zustimmungswerte des Präsidenten zuletzt bei mageren 41 Prozent standen, bleibt die Hoffnung, dass er diese durch solch wahnsinnigen Schritte nicht noch weiter senken lassen möchte.

 

Quellen:

Hightimes.com – White House Warns: Fed Crackdown on Recreational Marijuana Coming

Merryjane.com – Trump Administration Signals a Crackdown on Recreational Marijuana

Marijuana.com – Sean Spicer: Expect Greater Enforcement on Recreational Marijuana

In den Niederlanden geht es in den letzten Jahren hin und her – die Cannabispolitik macht zwei Schritte zurück, drei vor, einen zurück und so weiter. Doch schon im November meldeten wir gute Neuigkeiten aus Holland: Die Regierungspartei VVD stimmte intern mit über 86 Prozent für eine Legalisierung von Cannabis. Auch 70 Prozent der niederländischen Bevölkerung sind für die vollständige Legalisierung von Marihuana und Haschisch in Holland.

 

Gestern gab es nun eine Abstimmung im niederländischen Unterhaus. Wie die „Deutsche Welle“ berichtete, wurde dort gestern über einen Gesetzesentwurf der Partei D66 um Vera Bergkampf abgestimmt. Dieser Entwurf sieht vor, dass in den Niederlanden der großflächige Anbau von Cannabis legalisiert werden soll – also praktisch der Weg für einen legalen, gewerblichen Cannabishandel geöffnet wird.

 

Der Kauf und Besitz von 5 Gramm für den Eigenbedarf sind in Holland zwar seit 1976 entkriminalisiert und Coffeeshops unter strengen Auflagen geduldet, aber das war es auch schon mit dem vermeintlichen Cannabisparadies Niederlande. Vor allem der Anbau, der ja nun mal nötig ist, ist abseits von kleinen privaten Züchtungen bis zu fünf Pflanzen illegal. Dennoch gibt es schätzungsweise etwa 30.000 gewerbliche Cannabisplantagen in den Niederlanden.

 

Nicht nur der Anbau ist illegal, sondern auch der Verkauf an die Coffeeshops, die dann das illegal gekaufte Gras an der Vordertheke unter strengen Bedingungen an die Konsumenten verkaufen dürfen – die sogenannte Hintertürregelung. Und dass diese Hintertürregelung ziemlicher Schwachsinn ist, ist schon lange bekannt: Produzenten und Verkäufer werden kriminalisiert, Qualitätskontrolle ist nicht vorhanden und ein Großteil der Einnahmen landet steuerfrei in den Händen der illegalen Produzenten.

 

Und nun stimmte das niederländische Unterhaus also gestern mit 77 Stimmen (bei 72 Gegenstimmen) für das vorgeschlagene Gesetz, dass eine Legalisierung des großflächigen Cannabisanbaus bringen soll. Allerdings muss das Gesetz auch noch im Oberhaus besprochen werden und auch dort könnte es eine sehr knappe Entscheidung werden.

 

Da am 15. März in den Niederlanden landesweit gewählt wird – was auch die politische Zusammensetzung der Regierung noch einmal ein wenig durcheinanderwirbeln könnte –, kommt es vermutlich erst nach der Wahl zu dieser Abstimmung. Wir berichten, sobald sich etwas ergibt.

 

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Was macht man, wenn das eigene Kind krank ist, sehr krank – etwa unter Epilepsie leidet? Und das einzige wirksame Medikament gegen die Epilepsie Cannabis ist? Dann gibt man seinem Kind vermutlich Cannabis, solange es hilft und wenn es die Beschwerden lindert. Und das ganz egal, ob man in Europa oder Südamerika sitzt – und erst recht egal, ob Cannabis legal oder illegal ist.

 

So dachten es sich auch insgesamt 80 Eltern aus Peru, die gemeinsam eine Marihuana-Aufzucht in einem Haus in San Miguel (Lima) betrieben. Dort wurden Cannabispflanzen großgezogen und weiterverarbeitet – das Ganze einzig mit dem Zweck, die kranken Kinder der beteiligten Familien, die unter Epilepsie und anderen Krankheiten leiden, mit wirksamer Cannabismedizin zu versorgen.

 

Doch auch in Peru hat die Polizei ein größeres Interesse daran, Marihuana-Anbau zu verhindern als kranken Kindern und ihren Familien zu helfen. Und so wurde das Cannabis-Haus auseinandergenommen und eine Anklage wegen Drogenproduktion gegen die Eltern vorbereitet. Diese bauten nicht nur Cannabis an, sondern stellten auch etwa Cannabisextrakt her, das unter anderem sehr wirksam gegen Epilepsie hilft.

 

Bis hierhin sind das eigentlich keine guten Neuigkeiten. Aber etwas Positives ist der Geschichte doch abzugewinnen, denn Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski kündigte laut „Independent“ nach dem Polizei-Überfall auf das Cannabis-Haus an, kurzfristig Gesetze entwickeln zu wollen, die einen medizinischen Gebrauch von Cannabis bei schweren Krankheiten zulassen.

 

Hoffen wir, dass er sein Versprechen schon bald in die Tat umsetzt – und außerdem, dass die Eltern der kranken Kinder nicht hart bestraft werden und vor allem, dass es für die Kinder in der Übergangsphase auch weiterhin eine Möglichkeit gibt, an ihre Medizin zu kommen.

Ja zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland als Medizin, Genussmittel und Rohstoff! Das ist eine beliebte Forderung – nur Leute, die dies fordern sind leider zu selten. Doch der Cannabis-Verband Bayern (CVB) um Vaclav „Wenzel“ Cerveny tut dies nun stellvertretend für alle Einwohner Deutschlands:

 

>>> Hier könnt ihr in nur 20 Sekunden online eure Unterschrift abgeben <<< – auf Wunsch auch so anonymisiert, dass niemand außer dem Empfänger der Petition eure Unterschrift sehen kann.

 

Auf der Plattform OpenPetition.org möchte der CVB so bis Anfang des nächsten Jahres 110.000 Unterschriften sammeln, die für eine vollständige Legalisierung von Cannabis für Personen ab 18 Jahren in Deutschland eintreten. Ist diese Grenze erreicht, wird OpenPetition.org von den zuständigen gewählten Vertretern eine Stellungnahme zur Petition einholt. Aber auch unabhängig davon, wird die Petition dann hoffentlich für viel Wirbel sorgen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Der Themenblock „Cannabis als Medizin“ ist seit Tagen rund um die Uhr in allen Medien zu finden. Petitions-Organisator Wenzel Cerveny ist schon seit Jahren sehr aktiv, was Cannabis und vor allem die dazugehörige Pressearbeit angeht. Letztes Jahr waren sein Antrag auf eine 600-Quadratmeter-Plantage in Bayern und das Volksbegehren „Ja zu Cannabis in Bayern!“ zwar beide erfolglos – aber auch von den klassischen Medien beachtet, sodass das Thema legales Cannabis dadurch immer wieder in den Nachrichten auftauchte.

 

Die neue Petition, die 110.000 Unterstützer in ungefähr einem Jahr generieren sollte, hat bereits nach den ersten paar Tagen knapp 10.000 Unterschriften. Somit sollte das Ziel viel schneller erreicht, beziehungsweise langfristig deutlich übertroffen werden. Daher unsere Bitte:

 

Unterschreibt die Petition. Dies dauert nur 20 Sekunden und tut nicht weh. Und teilt bitte diesen Beitrag bei Facebook und Twitter – je mehr Leute mitmachen und öffentlich für Cannabis eintreten, desto schneller bekommen wir eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Auch die Cannabisfreunde aus Österreich, der Schweiz und anderwo sind herzlich eingeladen, ihre Unterschriften abzugeben. Diese zählen zwar nicht zu den 110.000 benötigten Unterschriften, verstärken aber dennoch das Bild in der Öffentlichkeit deutlich!

 

Die Petition fordert im Klartext Folgendes:

Nach den internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte ist die Politik verpflichtet die Regulierung von Cannabis neu zu bemessen.

Der Deutsche Bundestag möge eine Gesetzesinitiative beschließen, die folgendes zum Inhalt hat:

1. Hanf (Cannabis) wird aus den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG) herausgenommen und §24a BtmG gestrichen. Damit soll Hanf grundsätzlich als landwirtschaftliches Produkt bzw. Lebensmittel betrachtet werden.

2. Das Jugendschutzgesetz (JuSchuG) wird dahingehend erweitert, dass der Verkauf und Erwerb von Hanfprodukten mit einem THC-Gehalt über 0,2% analog zu §9 Absatz 1 Ziffer 1 JuSchuG geregelt wird. (Erwerb erst ab 18 Jahre)

 

Die Begründung ist auf der Website der Petition einsehbar. Hier geht es noch einmal zu Petition:

>>> Unterschreibt hier die Petition zu legalem Cannabis – auf Wunsch auch anonymisiert! Es dauert nur 20 Sekunden! <<<

Cannabis sollte auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz schnellstens legalisiert werden – mindestens für medizinische Zwecke. Morgen wird es im deutschen Bundestag eine Abstimmung zu Cannabis als Medizin geben. Ab dem frühen Nachmittag werden wir euch direkt hier auf unserer Website über diese Cannabis-Entscheidung informieren.

 

In den USA ist Cannabis schon in einigen Bundesstaaten legalisiert, medizinisches Cannabis steht sogar grob der Hälfte der Bevölkerung zur Verfügung. Dies führt nicht nur zu schönen Gefühlen und Erlebnissen, sondern auch zu schönen Statistiken:

 

Forscher der Universität von Iowa untersuchten den Cannabiskonsum der über 50-jährigen Amerikaner. Dabei kam heraus, dass während im Jahr 2000 bloß ein Prozent der über 50-Jährigen Marihuana und Haschisch konsumierte, waren 2012 bereits 3,9 Prozent der älteren Semester Cannabiskonsumenten. Eine Umfrage des „National survey of drug use and health“ ergab, dass sogar 5 Prozent der Ü50-Generation Cannabis konsumieren würden.

 

Dass die aktuelle Generation der Menschen über 50 Jahren sozusagen schon von Haus aus eine lockerere Einstellung zu Hasch und Marihuana hat (etwa durch die Hippiezeit), soll aber nicht der einzige Grund für den großen Zuwachs an Cannabisfreunden unter älteren Menschen sein. Da Cannabis in Amerika als Medizin für die verschiedensten Einsatzzwecke anerkannt ist, sollen über 10 Prozent der Konsumenten Cannabis auf ärztlichen Rat nutzen. Über die Hälfte der älteren Menschen nutzen Marihuana und Haschisch hingegen ausschließlich zur Entspannung. Die meisten der Cannabiskonsumenten über 50 Jahren gebrauchen Cannabis übrigens nicht öfter als jeden zehnten Tag.

Marihuana gratis! Und zwar nicht zu knapp! Mindestens ein Kilo des edlen Krauts der Cannabispflanze wird am Tag der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten (am 20. Januar) verschenkt. Aus diesem Kilo werden exakt 4.200 Joints gedreht, die dann durch die Legalisierungs-Initiative DCMJ auf dem Dupont Circle, einem Platz in der Innenstadt von Washington, D.C. kostenlos verteilt werden.

 

Die Initiative DCMJ ist maßgeblich für die Legalisierung in der Bundeshauptstadt Washington, D.C. (nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat Washington, wo Cannabis ebenfalls legalisiert wurde) verantwortlich. Allerdings ist in Washington, D.C. der Verkauf immer noch nicht gestattet – der Anbau und das Verschenken allerdings schon, sodass die Aktion bis zu dieser Stelle komplett legal ist.

 

Allerdings wird auf der oben verlinkten Website von DCMJ dazu aufgefordert, genau wenn die Rede des neuen Präsidenten Trump bei 4 Minuten und 20 Sekunden angelangt ist, die Joints dann auch anzuzünden (übrigens um etwa 10 Uhr morgens). Dies ist dann allerdings illegal, da der Konsum von Cannabis in der Öffentlichkeit verboten ist.

 

Sinn und Zweck dieser Aktion ist das Aufmerksammachen auf den schweren Stand, den Cannabis trotz vieler Erfolge in den letzten paar Jahren in Amerika immer noch hat. Denn auch wie Trumps Meinung zu Cannabis aussieht, ist noch unklar – medizinisches Marihuana scheint er in Ordnung zu finden, Cannabis zum Freizeitspaß ist ihm aber anscheinend doch nicht so geheuer. Auch die Benennung von Jeff Sessions zum Justizminister ist ein schlechtes Zeichen für Cannabis in den USA.

 

In der aktuellen und gerade erschienenen Print-Ausgabe unseres Magazins Highway – Das Cannabismagazin widmen wir uns zu großen Teilen den neuen Cannabis betreffenden Entwicklungen in den USA, etwa mit den Ergebnissen der Volksabstimmungen aus dem November, den neuen Legalisierungsstaaten, die 2017 Cannabis legalisieren, oder wie man sich in einer amerikanischen Cannabis-Dispensary benimmt (und wie besser nicht). Eine solche Dispensary haben wir auch in Oregon für euch besucht und berichten im aktuellen Magazin ausführlich für euch darüber. Dies und vieles mehr findet ihr hier:

 

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Cannabis ist Medizin! Und zwar eine die wirkt – sogar indirekt: denn eine Studie der New Yorker Columbia-Universität zeigt nun auf, dass in den amerikanischen Bundesstaaten, in denen medizinisches Marihuana legalisiert wurde, die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Durchschnitt um 11 Prozent sinkt.

 

Wie die „Washington Post“ berichtet, ist der größte Rückgang unter den Verkehrstoten in der Altersgruppe zwischen 15 und 44 Jahren auszumachen. Silvia Martins – eine der Autorinnen der Studie – vermutet, dass durch die Legalisierung von medizinischem Cannabis der allgemeine Gebrauch von Alkohol zurückgeht, was sich wiederum positiv auf die Zahl der Verkehrsunfälle auswirkt.

 

Die Studie wertete Daten der Jahre 1985 bis 2014 aus und berücksichtigte zahlreiche Faktoren wie Geschwindigkeitsgrenzen, Handy-Verbote, gesetzliche Regelungen zum Anschnallen und dergleichen. Die Abweichungen zwischen den verschiedenen Legalisierungs-Staaten sind teilweise recht hoch – in manchen der 23 Staaten plus Washington, D.C. ist kein Rückgang der Verkehrstoten zu vermelden, wohingegen in Kalifornien die Anzahl um 16 und in New Mexico sogar um 17,5 Prozent sank.

 

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Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Georgien: Das georgische Verfassungsgericht beschloss laut der Website „Grusija Online“ nun, dass gerichtliche Strafen für Aufbewahrung, Herstellung und Konsum von Cannabismengen bis zu 70 Gramm nicht mehr zulässig seien. Die entsprechenden Gesetze wurden als „inhuman“ bezeichnet und abgeschafft. Der Handel mit Cannabis ist allerdings immer noch illegal und wird verfolgt.

 

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Colorado verkauft 2016 Weed im Wert von 1,3 Milliarden Dollar. Steuereinnahmen von über 150 Millionen Dollar für den Staat – 50 Millionen gehen an die Schulen, knapp 20 Millionen an Obdachlose und Schlechtergestellte.

 

Ja in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Welt noch in Ordnung: Jedes Jahr werden Millionen und Abermillionen dafür ausgegeben, kleine Cannabiskonsumenten zu verfolgen, zu durchsuchen, einzusperren, zu verklagen und zu verurteilen. Alles im Namen des Volkes. Komisches Volk, dass angeblich möchte, dass friedliche Mitbürger drangsaliert werden – querfinanziert durch die eigenen Steuerzahlungen.

 

In dieser Hinsicht sind die meisten Amerikaner tatsächlich weniger komisch. Dort wird das Volk aber neuerdings auch tatsächlich gefragt, wie es denn gerne mit Cannabis umgehen möchte – inzwischen ist in etwa der Hälfte aller Bundesstaaten medizinisches Cannabis und in acht Bundesstaaten auch „freizeitliches“ Cannabis legalisiert. Auf den Wunsch der Bürger hin (wir berichteten).

 

Und so werden im Amerika des Jahres 2016 viele Millionen an Steuergeldern generiert, nur durch den Verkauf von Cannabis. Alleine in Colorado, wo seit dem 1. Januar 2014 legal Gras und Hasch verkauft werden dürfen, sind bloß in den zehn Monaten zwischen Januar 2016 und Oktober 2016 über 151,4 Millionen Dollar an Steuereinnahmen zusammengekommen. Bis Ende des Jahres wird alleine im Bundesstaat Colorado mit etwa 1,3 Milliarden Dollar Umsatz durch Cannabisverkauf gerechnet. Die Einnahmen der Cannabissteuer in Colorado könnten bis Jahresende also zusammen so viel Geld in die Kassen spülen, wie in den beiden Jahren 2014 und 2015 zusammen.

 

Die Cannabissteuer in Colorado setzt sich derart zusammen: 2,9 Prozent „normale“ Verkaufssteuer sowie eine „Spezial“-Verkaufssteuer von 10 Prozent. Großhandels-Transaktionen werden mit 15 Prozent Steuer belegt, wovon jährlich die ersten 40 Millionen komplett an Schulen und Schul-Projekte weitergeleitet werden.

 

Und da die Einnahmen durch die Großhandelssteuer Ende Oktober schon knapp 50 Millionen betrugen, ist dies auch problemlos möglich: 40 Millionen gingen an die Schulen selbst, zehn Millionen landeten bis jetzt im staatlichen Schul-Fond. Da nicht nur die Grasverkäufe in Colorado 2016 stiegen, sondern auch die Obdachlosigkeit (nein, es besteht kein Zusammenhang – Schuld sind, wie meistens, andere Drogen: in der Hauptsache Alkohol und Opiate), hat der Gouverneur angekündigt, 12,3 Millionen der Grassteuereinnahmen 2016 für Wohnprojekte für Obdachlose und weitere 6 Millionen für Wohnprojekte für finanziell schlechter Gestellte auszugeben.

Wie in den vergangenen Wochen zu hören war, hat nicht nur die Pharma-Industrie die Kampagnen gegen Cannabis-Legalisierungen, über die am 8. November in den USA abgestimmt wurden, unterstützt, sondern auch die Alkohol-Industrie hat sich nicht lumpen lassen und Kohle in den Topf geworfen. Doch wie wir wissen, hat es kaum etwas gebracht: die Amerikaner wollen endlich legal kiffen und die vielen Vorzüge (nicht zuletzt die gewaltigen Steuereinnahmen) genießen.

 

Doch wie nun von den Finanzanalysten von Cowen & Company Anfang Dezember berichtet wurde, hat die Alkohol-Industrie natürlich recht mit ihrer Panik (die Pharma-Industrie übrigens auch, wie wir mehrfach berichtet haben): In den US-Staaten Oregon, Colorado und Washington, wo überall Gras zu Freizeitzwecken legal gekauft und konsumiert werden darf, wurden die Bierverkäufe des Jahres 2016 mit dem landesweiten Durchschnitt verglichen – und siehe da: In diesen Staaten liegen die Bierverkäufe tatsächlich 2,6 Prozent hinter dem Durchschnitt. In der Region um Denver liegen die Verkäufe sogar um 6,4 Prozent seit Jahresbeginn zurück.

 

Dennoch sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, die Daten werden gerade einmal seit Jahresbeginn erhoben, auch der Zufall kann hier durchaus noch mit reinspielen. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.