Anfang der Woche wurde Martin Schulz, Kanzlerkandidat der SPD, von YouTubern zu verschiedenen Themen befragt. Das ganze war ähnlich langatmig wie das nur kurz zuvor stattgefundene „Kanzlerduell“ mit Schulz und Angela Merkel (CDU). Medienübergreifend war das „Highlight“ der YouTuber-Fragerunde, auf das sich alle stürzten, Schulz’ Aussage, er würde sich als Kanzler dafür einsetzen, dass nach der Wahl die Abgeordneten im Bundestag ohne Rücksicht auf ihre Parteilinie abstimmen könnten, ob die Cannabis-Prohibition aufrecht erhalten bleiben soll oder nicht.

 

Ob er das tatsächlich tun würde, ist dahingestellt – genau wie die Frage, ob solch eine Abstimmung überhaupt die von den Legalisierungsbefürwortern erwünschten Ergebnisse bringen würde. Allein schon eine Kanzlerschaft von Martin Schulz ist nach den aktuellen Prognosen nicht die wahrscheinlichste Variante.

 

Heiße Luft oder nicht – ein Kommentar der deutschen Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU), die erst vor wenigen Tagen vom Deutschen Hanfverband (DHV) erst wieder der Lüge und Lobbyarbeit überführt worden war, ließ nicht lange auf sich warten: „Die Entscheidung über den richtigen Umgang mit Cannabis ist nun wirklich keine Gewissensfrage, Ich habe keine Ahnung, was die SPD beim Thema Cannabis eigentlich will. Manche treten für die Legalisierung ein, andere sind dagegen, und Herr Schulz weiß nicht, wie er entscheiden soll“, zitiert die „Pharmazeutische Zeitung“ Frau Mortler.

 

Na, liebe Leserinnen und Leser – Lust auf noch ein paar Jahre Frau Mortler? Nein, nicht? Dann geht bloß am 24. zur Bundestagswahl und wählt irgendwen außer CDU/CSU. Ihr wisst nicht wen? In der aktuellen Ausgabe von Highway haben wir die größten deutschen Parteien hinsichtlich ihrer Einstellung zu Cannabis überprüft:

 

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Cannabis komplett und vollständig legalisiert? Das einzige Land der Welt, das dies von vorne bis hinten behaupten kann, ist derzeit Uruguay (nächstes Jahr stößt dann auch Kanada hinzu). Doch es war eine schwierige Geburt in Uruguay: Bereits 2013 beschloss der Kongress Uruguays, Cannabis komplett zu legalisieren, um den Schwarzmarkt und seine gesundheitsschädlichen Auswirkungen einzudämmen.

 

Doch es vergingen mehr als drei Jahre, bis die Planungen endlich umgesetzt wurden. Ende 2016 wurde der Verkaufspreis für Marihuana in Uruguay auf umgerechnet etwa 1,20 Euro pro Gramm festgesetzt, bei einem maximalen Monatsbezug von 40 Gramm – übrigens nur für Inländer, Touristen werden leer ausgehen. Auch ein Eigenanbau von bis zu sechs Pflanzen ist nun erlaubt.

 

Nach langer Wartezeit war es am 1. Juli dieses Jahres dann endlich so weit: Der legale Marihuana-Verkauf in Uruguay startete. Potentielle Kunden können die Pflanzenwaren in ganz normalen Apotheken erwerben, die sich für den Verkauf beworben haben. So weit, so gut. Doch nun gibt es riesige Probleme für das legale Cannabusiness in Uruguay:

 

Mehrere Banken des Landes haben angekündigt, die Konten der mit Cannabis handelnden Apotheken zu sperren. Als Grund werden internationale Vereinbarungen gegen Geldwäsche angeführt, die es den Banken verbieten, Konten zu führen, die mit Drogenhandel in Verbindung stehen. Im Inland führt dies zu keinen Problemen für die Banken, allerdings international – vor allem im Zusammenhang mit den USA.

 

In den Vereinigten Staaten gibt es auch ein sehr ähnliches Problem: in den amerikanischen Bundesstaaten, in denen der Verkauf von (medizinischem) Marihuana legalisiert wurde, können die Händler all ihre Geschäfte nur mit Bargeld abwickeln. Sogar das Zahlen der Steuern muss mit Bargeld erfolgen, sodass viele Dispensary-Besitzer immer wieder nervenaufreibende Fahrten zum Finanzamt mit riesigen Bargeldsummen bestreiten müssen (siehe untenstehendes Video).

 

Auch in Uruguay ist es jetzt so, dass die Banken die Apotheken, in denen man auch Cannabis erwerben kann, nicht mehr als Kunden akzeptieren. Da die Apotheken dort aber ansonsten ganz normale Apotheken sind, können sie sich dies nicht erlauben. Wenn keine Lösung gefunden werden wird, bedeutet dies für die Apotheken das Ende des Cannabis-Vertriebs. Die Regierung möchte sich daher in den nächsten Tagen mit den Apotheken zusammensetzen, um eine Lösung zu suchen.

 

Ebenfalls unerfreulich: Der aktuelle Präsident Urugays, Tabaré Vázquez, steht der Legalisierung weitaus kritischer gegenüber, als der alte Präsident José Pepe Mujica, unter dem die Cannabislegalisierung beschlossen wurde, und kündigte an, „nicht zu zögern, die notwendigen Korrekturen vorzunehmen“, falls die Legalisierung negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben sollte.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Spezial: BHO und Rosin Dabbing erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch es gibt verschiedene Wege, um an das begehrte Extrakt zu gelangen. Wir haben uns mit Ambrosia Extracts in Amsterdam getroffen und uns über BHO unterhalten. Autor Light Addict hat währenddessen die Rosin-Technologie genauer unter die Lupe genommen.

 

 

Bundestagswahl 2017 Parteienvergleich – Am 24. September wird in Deutschland zur Bundestagswahl gebeten. Vieles spricht dafür, dass Merkel in eine weitere Runde geht. Gerade aus Sicht von Cannabiskonsumenten ist dies jedoch die schlechteste Wahl überhaupt. Doch wen denn wählen? Ein Parteienvergleich hinsichtlich der Cannabispolitik.

 

 

Interview Dr. Harald Terpe – Anlässlich der anstehenden Wahl haben wir uns mit dem drogen- und suchtpolitischen Sprecher sowie Obmann im Gesundheitsausschuss der grünen Bundestagsfraktion, Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen), getroffen und ihn zu den Themen Cannabis, Legalisierung und Wahlversprechen befragt.

 

 

Growing Der richtige Erntezeitpunkt – Das Ende des Sommers macht viele Leute traurig – meist wegen der Aussicht auf einen nasskalten Herbst und Winter. Cannabiszüchter, vor allem Outdoor-Züchter, verbinden den Herbst jedoch auch mit einem frohen Ereignis – es wird geerntet! Doch wann exakt sollte die Ernte am besten stattfinden?

 

 

Recht „Nur“ Geldstrafe trotz sieben Kilo Marihuana – Unser Rechtsanwalt Steffen Dietrich betrachtet einen interessanten Fall, bei dem ein Angeklagter zwar sieben Kilo Marihuana anbaute, dies aber von dermaßen schlechter Qualität waren, dass er in der Revision mit einer Geld- statt Gefängnisstrafe davonkam.

 

 

Growing Hitze in der Grow-BoxDurch hohe Umgebungstemperaturen kann man als Indoor-Grower Schwierigkeiten mit der Hitze in der Growbox bekommen. Gerade bei Grows mit einer Metallhalogen- oder Natriumdampflampe können die Temperaturen sehr schnell zu stark ansteigen und die Pflanze schädigen. Wir zeigen Lösungen auf.

 

 

High School Achtung Streckmittel – Der größte Nachteil der Illegalität von Marihuana und Haschisch ist neben der Strafverfolgung die Unsicherheit, ob man „sauberes“ Cannabis erworben hat oder ob man sich durch den Konsum die Gesundheit ruiniert. Wir zeigen, wie die gängigsten Streckstoffe von Marihuana erkannt werden können.

 

 

 

Weitere Artikel Film: Savages +++ Sortenportrait: Crown Royale +++ Kiffertypen: Der High-Tech-Kiffer +++ High Five: Marihuana als Medizin +++ Messe-Bericht: Mary Jane Berlin 2017 +++ Cannabusiness: „High Times“ verkauft +++ und vieles mehr...

 

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Anfang vergangenen Jahres berichteten wir über die Planungen einiger Schweizer Städte, Cannabis zu Studienzwecken für eine Anzahl von wenigen Tausend Probanden sozusagen zu legalisieren, um die Auswirkungen dieses Schritts wissenschaftlich ermitteln zu können.

 

Nun wird gemeldet, dass auch die Stadt Luzern beschlossen hat, das von der Stadt und der Uni Bern getragene Experiment zu wagen: 700 Luzerner sollen aus bereits kiffenden Menschen per Los ausgewählt werden. Über eine Haarprobe muss nachgewiesen werden, dass man bereits Cannabiskonsument ist. Die Luzerner Testpersonen müssen zudem über 18 Jahre alt sein und dürfen nicht schwanger oder in psychiatrischer Behandlung sein oder Psychopharmaka zu sich nehmen.

 

Für die Dauer der vermutlich auf vier Jahre angelegten Studie, deren genauer Startschuss noch nicht bekannt (da noch nicht gesichert) ist, der aber in naher Zukunft erfolgen soll, wird den Teilnehmern erlaubt, im Privaten legal Cannabis zu konsumieren. Das Cannabis dürfen und sollen sie dabei zu am Schwarzmarkt orientierten Preisen in dafür eingesetzten Apotheken erwerben. Umsonst gibt es dabei nichts – die Bezahlung müssen die Probanden selbst übernehmen, um möglichst realistische Bedingungen für die Studie zu schaffen. Maximal dürfen bis zu 24 Gramm pro Monat erworben werden. Der THC-Gehalt der angebotenen Ware soll bei zwölf Prozent liegen, der Anbau würde in der Schweiz stattfinden.

 

Einziger Wermutstropfen: Noch fehlt die Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für die Studie. Der Entscheid wird in den nächsten Monaten erwartet.

Immer weniger Jugendliche rauchen und trinken Alkohol – der Cannabiskonsum steigt bei jungen Deutschen allerdings. Anstatt sich darüber zu freuen, dass die Jugendlichen von den beiden tödlichsten Drogen der Menschheitsgeschichte ablassen und stattdessen zu einer Droge greifen, die erwiesenermaßen noch nie jemanden getötet hat und im Gegensatz zu Alkohol in keinster Weise dumm, aggressiv oder sonst wie gemeingefährlich macht, hetzt die deutsche Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) mit ihren üblichen Lügenmärchen gegen Cannabiskonsumenten.

 

Anlässlich des Erscheinens des neuen Drogen- und Suchtberichts tauchte Mortler gestern in diversen Zeitungen auf und sagte sinngemäß: „Cannabis ist böse, bla, bla, Einstiegsdroge, bla, bla, junge Gehirne, bla, Gras ist tausendmal krasser als noch 3.000 vor Christus, bla, bla, Schnaps ist viel gesünder für kleine Kinder als kiffen, bla, bla, bla.“

 

Wir warnen daher eindringlich vor Marlene Mortler, denn ihr Wirkstoffgehalt (Schnaps) ist heutzutage fünfmal höher als noch vor 30 Jahren! Und wenn wieder keine intelligenten Menschen zur Bundestagswahl am 24. September gehen, dann haben wir den Quatsch für fünf weitere Jahre an der Backe. Wollt ihr das? Nein? Dann geht um Himmels Willen nächsten Monat wählen – irgendwen, bloß nur nicht CDU/CSU. Euch ist die Legalisierung aber egal? Dann bedenkt wenigstens, dass der Umgang mit Cannabiskonsumenten in Deutschland nicht nur besser, sondern auch wieder schlimmer werden kann!

Cannabis in aller Munde – sei es als gerollter Joint oder auch doch nur im Gespräch. Eins ist jedenfalls klar: das Thema lässt niemanden kalt, auch in der Schweiz nicht. Und auch in der Schweiz ist die Bevölkerung weitaus fortschrittlicher als die Regierenden. Während am 30. November 2008 bei einer Volksabstimmung noch 63 Prozent der Bevölkerung gegen die Cannabis-Legalisierung stimmten, würde bei einer Neuauflage heutzutage wohl eher ein gedrehtes Ergebnis zu erwarten sein.

 

Denn rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung möchten nicht weiter am Cannabis-Verbot festhalten. Das Institut GFS-Zürich führte im Auftrag des Fachverbands Sucht eine repräsentative Befragung mit 1.200 Teilnehmern durch, die ergab, dass 66 Prozent der Schweizer für ein Ende der Cannabis-Prohibition wären, wenn gewährleistet ist, dass Minderjährige kein Cannabis konsumieren dürfen und auch das Autofahren im Rauschzustand untersagt bleibt. Die Ergebnisse waren stabil und unterschieden sich kaum zwischen den Altersgruppen oder den Wohnorten (Stadt oder Land).

 

Auch die Schweizer Grünen wollen die Cannabis-Legalisierung und forderten im Mai ein Bundesgesetz zur Hanfregulierung, das eine geregelte Freigabe von Cannabis vorsieht. Zunächst wird sich die nationalrätliche Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit mit dem Vorschlag der Grünen beschäftigen, allerdings frühestens im November oder sogar erst im nächsten Jahr. Die Nationalrätin der Grünen, Maya Graf, ist laut „20min.ch“ zuversichtlich, dass das Parlament die Chance wahrnehmen könnte: „Wenn der politische Wille da ist, kann ein solches Gesetz in zwei bis drei Jahren stehen.“

Der TV-Sender RTL 2 ist nun nicht gerade bekannt für seine informativen und sorgfältig recherchierten Dokumentationen. Wenn es dann auch noch um das Thema Cannabis geht, ahnt der Cannabisfreund Böses. Doch so viel sei an dieser Stelle bereits verraten: so richtig peinlich wird die Sendung mit dem Titel Cannabis – Droge oder Wundermittel zum Glück nicht. Allerdings wird recht schnell deutlich, dass sich die Sendung eher an den Neuling richtet, der mit dem Thema bisher nur wenig Berührungspunkte hatte.

 

So einer ist nämlich auch Reporter Max Williams, der durch die Sendung führt und nach eigenen Angaben noch niemals Cannabis konsumiert hat. In der rund 45-minütigen Reportage trifft sich Max mit Nutzhanfbauern aus Süddeutschland, streift durch den Görlitzer Park, wirft einen Blick auf die Geschichte des Hanfs, beleuchtet die Gesetzeslage in den Niederlanden, den legalen Cannabis-Boom in den USA und die medizinische Nutzung von Cannabis in israelischen Altersheimen. Zwischendurch versucht er sich noch am Bauen einer Tüte (mit Kräutern der Provence) und raucht seinen ersten richtigen Joint über den Grachten von Amsterdam. Und wie der etwas milchgesichtig wirkende Reporter danach, von der Wirkung übermannt, versucht der Kamera zu entkommen und letztendlich benebelt durch die Gassen davon wankt, sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

 

Weblink: Hier könnt ihr euch über die Mediathek die ganze Doku ansehen!

Cannabis in Deutschland? Zeit für die Legalisierung! Die Entwicklungen der letzten Jahre, ob in Europa oder dem Rest der Welt, scheinen sich auch auf den Gemütszustand der Deutschen ausgewirkt haben – oder liegt es daran, dass die ganzen alten Eierköpfe langsam, aber sicher aussterben?

 

Jedenfalls hat eine vom Meinungsinstitut Mafo.de für das Magazin „Playboy“ getätigte und gestern vorab veröffentlichte Umfrage unter der deutschen Bevölkerung ergeben, dass 57 Prozent der Deutschen für eine Legalisierung von Cannabis sind. Neun von zehn Befragten erklärten, dass das Cannabis-Verbot wohl niemanden davon abhalten könne, dennoch Marihuana oder Haschisch zu konsumieren.

Marihuana ist Medizin – nun auch in Puerto Rico! Die Nachbarinsel der Dominikanischen Republik, die das größte US-amerikanisches Außengebiet darstellt und daher auch wohl oder übel Donald Trump als Staatsoberhaupt akzeptieren muss, hat immerhin einen etwas intelligenteren Gouverneur.

 

Denn Puerto Ricos republikanischer Gouverneur mit dem schönen Namen Ricky Rosselló ist seit Jahresbeginn im Amt und hat nun ein Gesetz unterzeichnet, dass die medizinische Verwendung von Marihuana und anderen Cannabisprodukten legalisiert. Seine Vorgänger hätten diesen Schritt vermieden, ohne jemals auf die Diskussionen und die Forderungen verschiedener Gruppen und Volksvertreter zu hören, zitiert ihn „Karibik News“. Als Wissenschaftler sehe er die vielen Vorzüge von Marihuana.

 

Zehn Prozent der Erlöse aus dem Verkauf von medizinischem Marihuana gehen an das medizinische Trauma-Zentrum Rio Piedras in San Juan.

Ein Thema, zwei Meinungen und 90 Minuten Zeit um zu überzeugen: Die österreichische Fernsehsendung „Im Namen des Volkes“ mit Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss ging am Wochenende in die dritte Runde. Das Thema war dieses Mal die Legalisierung von Cannabis. Dabei wurden medizinische, psychologische und strafrechtliche Aspekte diskutiert, um den Zuschauern die beste Entscheidungsgrundlage zu liefern. Denn das besondere an diesem TV-Format: die Zuschauer stimmen am Ende der Diskussion darüber ab, welche der beiden vortragenden Parteien sie überzeugt (oder ihre bereits bestehende Meinung bestätigt) hat.

 

Das „Ja“-Lager, die Befürworter einer Cannabis-Legalisierung, wurden von Toni Straka, dem Obmann des Hanfinstituts angeführt. Er war jahrelang Finanz-Journalist und -Analyst, wurde dann wegen Cannabisbesitz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Cannabis-Rauchen ist für ihn eine opferlose Tätigkeit und harmlos im Vergleich zu Alkohol. Er bekam Unterstützung von Anwalt Gottfried Hudl und der Ärztin Dagmar Zidek.

 

Das „Nein“-Lager wurde angeführt von Eleonore Hübner, Assistenz-Professorin am Institut für Strafrecht der Uni Salzburg und Co-Autorin des Berichts „Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs“. Sie hält Cannabis-Konsum für wesentlich gefährlicher als dargestellt. Ihre Experten sind der Richter Helmut Wlasak und der Psychiater und Autor Kurosh Yazdi, der vor Kurzem das unsägliche Buch „Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient“ veröffentlicht hat, das völlig zu Recht bei Amazon auf ziemlich knappe 2 von 5 Sternen Durchschnittsbewertung kommt (hier klicken, um das Buch zu bestellen oder zu bewerten).

 

Ex-OGH-Präsidentin und Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss führte durch den Wettkampf der Argumente. Mit Hilfe von Experten, Kreuzverhören und Video-Zuspielern versuchen Straka und Hübner die Zuschauer von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Das von OGM repräsentativ ausgewählte Österreich-Panel entschied am Ende darüber, welche Seite die besseren Argumente hatte. Und per Social Media und Telefon-Hotline konnte ganz Österreich seine Meinung kundtun.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

Wer sich nicht die ganze Sendung oder nur Auszüge anschauen möchte, kann im Folgenden auch unsere Zusammenfassung sowie die Ergebnisse der Zuschauerabstimmung erfahren (Achtung Spoiler).

 

Die beiden Parteien wurden hauptsächlich von den „Anführern“ Toni Straka und Eleonore Hübner vertreten, die einzelne Fragen der Moderatorin beantworteten und sich redlich bemühten, sich nicht gegenseitig ins Wort zu fallen. Toni Straka gebührt an dieser Stelle das weitaus größere Lob, denn er musste sich den ganzen alten Quatsch anhören, den selbst unsere Großmütter nicht mehr glauben.

 

Eleonore Hübner kramte so tief wie möglich in der Schwachsinnskiste und präsentierte halt den üblichen Schmarrn, den man ansonsten von Alkohol- und Pharma-Lobbyisten hört: Cannabis löst überall und dauern Psychosen aus, Cannabis ist eine Einstiegsdroge und der Jugendschutz kann nur durch ein Verbot aufrecht erhalten „bleiben“. Jeder, der sich anständig mit dieser Thematik beschäftigt, kann bei diesen Passagen nur müde lächeln – oder aber auch herzergreifend weinen.

 

Doch es kam noch schlimmer: Sogar das Flashback-Argument, das wir eigentlich seit Mitte der Neunzigerjahre für ausgestorben hielten, wurde angeführt (und wie auch in den Neunzigern, wurde gerne mal von Flashback, mal von Backflash geschwafelt). Lächerlich bis zum geht nicht mehr. Aber was soll man von einer Person erwarten, die des Weiteren ernsthaft behauptete, dass man nicht arbeiten gehen könne, wenn man ein Kiffer ist oder von Cannabis als „das Gift, das das Leben zerstört“ faselt.

 

Toni Straka entgegnete eigentlich schon zu Beginn alles, was man dazu sagen müsste, wenn ein guter Teil der Menschheit nicht seit Anfang des letzten Jahrhunderts durch solch miese Gehirnwäsche schon auf dumm gepolt worden wäre. Denn er führte an, dass sich die Cannabis-Prohibition auf Jahrzehnte alte Gesetze stützt, deren Grundlagen seit Mitte des letzten Jahrhunderts nicht mehr überprüft wurden – beziehungsweise nicht vom Gesetzgeber überprüft wurden, denn die Gegenargumente Strakas trafen alle ins Schwarze.

 

Und so sah Eleonore Hübner nur noch eine Möglichkeit, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen: den Rest der Sendung darauf hinweisen, dass Tausende Leben von Jugendlichen durch Cannabis zerstört würden – immer und immer wieder. So wurde die Diskussion leider kaputt gemacht, aber Frau Hübner konnte so vermutlich noch einige Stimmen aus der nicht zu vernachlässigenden Gruppe der Eltern auf ihre Seite ziehen. Alle anderen, die nicht emotional an die Sache herangingen, konnten sehen, dass sie keinerlei stichhaltigen Argumente hatte, die gegen eine Cannabislegalisierung sprechen würden.

 

Das Ergebnis fiel dann interessant aus: Nur Sekunden, nachdem ein Moderator verkündete, dass im äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die Abstimmung der Österreicher über die Cannabis-Frage 50 zu 50 ausgehen würde, die Nein-Fraktion gewonnen hätte, da die Befürworter einer Gesetzesänderung die Mehrheit der Bevölkerung überzeugen müssten, wurde das Ergebnis bekanntgegeben: 50 zu 50!

 

Auch wenn es nach dem Reglement die denkbar knappste Niederlage für die Cannabis-Befürworter war, war es im Endeffekt doch ein riesiger Erfolg: dass 50 Prozent der Österreicher für eine Cannabislegalisierung stimmen würden, wurde von großen Teilen beider Seiten wohl nicht unbedingt vermutet.

 

Die Abstimmung mit 50 Prozent Ja- und 50 Prozent Nein-Stimmen schlüsselte sich im Detail unter anderem so auf:

 

Frauen: 46 % JA, 54 % NEIN

Männer: 56 % JA, 44 % NEIN

16 – 29 Jahre alt: 54 % JA, 46 % NEIN

30 – 49 Jahre alt: 47 % JA, 53 % NEIN

Über 50 Jahre alt: 51 % JA, 49 % NEIN

Eltern mit Kindern bis 18 Jahren: 42 % JA, 58 % NEIN

Städte über 50.000 Einwohner: 46 % JA, 54 % NEIN

Gemeinden bis 2.000 Einwohner: 70 % JA, 30 % NEIN

 

Damit stach einzig das Abstimmungsergebnis der Gemeinden bis 2.000 Einwohner heraus, alle anderen Werte pendelten grob in der Mitte. Von den Moderatoren befragt, wie dies wohl zustande kommen könne, antwortete Toni Straka, dass man sich in so kleinen Dörfern halt besser gegenseitig kenne als in den Städten und daher auch genauer wisse, dass die Kiffer auch nicht dümmer oder fauler sind als die Nicht-Kiffer.

 

Auf der Facebook-Seite des Senders Puls 4 war die Entscheidung übrigens noch deutlich deutlicher: 86 Prozent stimmten hier für eine Legalisierung von Cannabis, nur 14 Prozent störten sich an dem Gedanken.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

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