Immer noch Corona überall. Gut also, dass wir Cannabisfreunde immer wissen, wie wir uns die Zeit vertreiben können... mit einer kleinen Tüte vergeht so eine Pandemie doch wie im Flug. Oder?

 

Nun, wir wollen lieber nichts dem Zufall überlassen und haben uns daher entschieden, auch die heute erschienene Highway-Ausgabe als kostenloses E-Paper an unsere treue Leserschaft zu verschenken, damit sowohl Beschaffungsschwierigkeiten als auch andauernder Langeweile vorgebeugt wird!

 

Doch wir haben auch viele Mails und Anrufe von euch erhalten – denn einige von euch sind scheinbar richtiggehend süchtig nach Papier. Wir wollen zukünftig also diese Fraktion nicht weiter enttäuschen und kehren aller Voraussicht nach Ende August mit einem Relaunch an die Kioske zurück! Den genauen Termin könnt ihr spätestens dann hier auf unserer Website erfahren.

 

Direkt hier in diesem Artikel kann jeder Interssierte über den Yumpu-Player gleich mit der Lektüre der Highway-Ausgabe 04/20 starten. Viel Spaß beim Lesen!

Unser Autor und Grow-Experte Mr. José bekommt häufig Mails von Growern, die über ein bestimmtes Aufzuchtsystem meckern, für das sie viel Geld ausgegeben haben und das gar nicht nach ihren Vorstellungen funktioniert. Manche Grower haben gleich mit mehreren Systemen ihre Schwierigkeiten – und das, obwohl die allererste Ernte oft ein großer Erfolg war. Daher beschäftigt sich vorliegender Artikel mit nachlassender Leistung beim Indoor-Grow und was man ihr entgegensetzen kann.

 

Es ist schon fast unglaublich, wie vielen Growern ihre erster Grow sehr gut gelingt. Wie beim Pokern vom Anfängerglück zu sprechen, scheint mir aber nicht die richtige Herangehensweise sein. Denn oft sind die nachfolgenden Ernten schon weniger vielversprechend als die erste und hier dem Glück oder gar auf der anderen Seite dem Pech in Form von schlechten Stecklingen oder Samen die Schuld zu geben, trifft es in der Regel wohl nicht. Fehler, die gemacht werden, werden in den allermeisten Fällen von den Growern selbst begangen. Doch welche sind dies – und warum treten sie auf?

 

Faulheit und Schlamperei

Eine Ursache für Misserfolge ist die Faulheit. Wenn die erste Ernte gut gelungen ist, ruhen sich bereits einige Grower auf ihrem Lorbeer- beziehungsweise Cannabiskranz aus und vermindern ihren Fleiß und Einsatz. Wenn sie das erste Mal von ihren eigenen Blüten kosten und zufrieden sind, denken einige bereits, dass sie zum Experten geworden sind. Doch der erste Erfolg führt oft zur Nachlässigkeit: beim ersten Grow wird in der Regel nichts dem Zufall überlassen. EC- und pH-Werte und die Feuchtigkeit des Mediums werden permanent überprüft, alle vorgeschlagenen Empfehlungen und Anleitungen werden genau eingehalten und dergleichen. Doch bereits bei der zweiten oder dritten Runde wird der EC-Wert nicht mehr so oft gemessen, die Pflanzen werden mehr aus Pflichtgefühl anstatt aus Interesse kontrolliert und automatischen Prozessen wird mehr und mehr vertraut, anstatt persönlich nach dem Rechten zu sehen. Das Ergebnis lässt dann nicht lange auf sich warten: schlecht gedüngte Pflanzen, eine zu heftige Bewässerung und zu viel Feuchtigkeit, große Temperaturunterschiede und eventuell sogar übersehene Schädlinge. Wenn also plötzlich Probleme beim Growen auftreten, lautet mein erster Rat: Man sollte wieder mit mehr Sorgfalt arbeiten und sich vor allem der richtigen Bewässerung und dem richtigen Klima widmen.

 

„Verbesserungen“

Wenn einem beim ersten Mal etwas gut gelingt, hat man das Gefühl, dass es beim nächsten Mal noch besser sein sollte. Einige Grower beginnen mit dieser Begründung zu experimentieren. Dies ist auch gar nicht verwerflich, denn so kommen neue Erkenntnisse zustande, allerdings wird oft dort angefangen zu experimentieren, wo es weniger Sinn macht. Typisch ist beispielsweise das Herumdoktern an der Bewässerung – der Häufigkeit des Gießens und der Menge an Wasser. Manche denken etwa, wenn man mehr gießt, wachsen auch größere Pflanzen, was natürlich nicht stimmt. Ein weiteres grundlegendes Problem vieler Grower ist auch der vollständige Verzicht auf Aufzeichnungen. Wer notiert schon jeden Tag die EC- und pH-Werte der Nährlösung oder mehrfach in der Woche die Temperatur und Feuchtigkeit der Erde? Und wer notiert schon, an welchem Tag er wie viel Wasser gegeben hat, falls er doch mit dem Gießen herumexperimentiert? Viele Grower werden dies lästig finden, aber wie soll man einen Anfangserfolg wiederholen oder sogar übertreffen, wenn man nicht genau weiß, wie man ihn erreicht hat? Wenn man alle Veränderungen hinsichtlich Belüftung, Bewässerung, Lampenhöhen und Nährwerten notiert, wird man in Zukunft deutlich einfacher die Unterschiede zwischen einer erfolgreichen und einer nicht erfolgreichen Ernte erkennen können.

Hüten sollte man sich vor individuellen Verbesserungsvorschlägen aus diversen Internet-Foren. Viele Grower scheinen zu glauben, dass bestimmte Individuallösungen von manchen Forenteilnehmern unglaubliche Entdeckungen darstellen, die noch niemand anderes kennt oder ausprobiert hat. Doch nur, weil ein Grower eine hervorragende Ernte eingefahren hat und davon berichtet, muss dies nicht zwangsläufig mit dem von ihm besonders hervorgehobenen Umstand zusammenhängen. Die Ernte kann auch aus ganz anderen Gründen besonders gut ausgefallen sein – und dennoch halten dann einige Leser die vorgestellte Idee für den rettenden Einfall, um ihre eigene Zucht voranzutreiben. Dabei reicht es, sich an hinlänglich bekannte und überprüfte Verfahren zu halten. Niemand verheimlicht das riesige Geheimnis, wie man seine Ernte verdoppeln kann, vor den kleinen Homegrowern. Im Gegenteil – all die sensationellen Internet-Entdeckungen sind gewöhnlich Unsinn, die mehr Schaden als Nutzen verursachen können.

Ein häufiges „Experiment“ ist die Erhöhung der Anzahl der Lampen bei gleichzeitiger Einhaltung der Größe der Zuchtfläche. Klar, kaum etwas ist wichtiger als Licht und die Pflanzen sollten davon so viel wie möglich bekommen. Wenn man jedoch einfach eine weitere Lampe zu einem bestehenden System hinzunimmt, müssen auch parallel weitere Faktoren geändert werden, etwa Feuchtigkeit und Temperatur. Kauft man beispielsweise zur bestehenden noch eine zweite 400-Watt-NDL, ist man auf dem besten Weg, sich bald über eine miserable Ernte zu beschweren, wenn man nicht gleichzeitig auch für stärkere Zu- und Abluft sorgt. Denn eine weitere Lampe bedeutet nicht nur zusätzliches Licht, sondern auch zusätzliche Wärme, die zu einer verminderten Feuchtigkeit und einem schnelleren Austrocknen des Zuchtmediums führt. Daher mein zweiter Rat: Man sollte sich sorgfältig Notizen zur Aufzucht machen und wenn man sich für eine Änderung entscheidet, sollte man dabei auch alle Zusammenhänge bedenken. Und mein zweieinhalbster Rat lautet: Internetforen sind gute Helfer, wenn es um allgemeine Probleme geht, die schon von mehreren Personen gelöst wurden. Bezüglich Notfallrettungen und revolutionären Verfahren eignen sie sich eher nicht zur Recherche.

 

Neuheiten

Wer hat nicht schon von dem System gehört, das keinerlei Fürsorge voraussetzt und das dennoch doppelt so hohe Ernten hervorbringt wie andere? Ich habe so etwas schon öfter gehört. Ich habe aber auch gehört, dass ich, wenn ich Ulta Fit'n Slim trinke, zum Abendessen doppelt so viel essen kann wie sonst und trotzdem abnehme. Mir sind Dutzende Fälle bekannt, bei denen Züchter immer wieder etwas Neues ausprobieren, aber niemals an die Erfolge der Anfangszeit, meist mit einem selbst hergestellten Heimsystem, anknüpfen können. NFT (Nutrient Film Technique), Aeroponik, Aquasysteme – das sind alles Systeme, die hervorragend funktionieren, aber deren richtiger Einsatz auch erlernt werden muss. Doch wenn die erste Ernte bereits ein Erfolg war, warum sollte man vorschnell auf ein neues System umsteigen? Ein NFT-Hersteller wird zum Beispiel in seinen Werbematerialien nur auf die Vorteile hinweisen, aber eher nicht darauf, dass solch ein System perfekt ausbalanciert und einige Dinge beachtet werden müssen. NFT-Systeme können natürlich tatsächlich beste Ergebnisse hervorbringen und werden grundsätzlich auch von mir empfohlen, ich möchte nur auf das alte Sprichwort „ohne Fleiß kein Preis“ hinweisen, denn auch beim Anbau bekommt man nichts geschenkt. Mein dritter Rat lautet daher: Wenn ein bestehendes System funktioniert, sollte es nicht ausgetauscht werden. Stattdessen sollte zur Qualitäts- und/oder Ertragssteigerung vermehrt auf die bestmögliche Erfüllung der Bedürfnisse der Pflanzen geachtet werden.

 

Komplexität

Ein weiteres Problem vieler Zuchtsysteme ist ihre Kompliziertheit. Das Growen soll vor allem ein Hobby und eine Unterhaltung sein. Deswegen sollte man es auch so unkompliziert wie möglich halten. Auch der Anschluss von Beleuchtung, Ventilation und eventuell Bewässerung sollte daher so übersichtlich wie möglich geschehen. Der gewählte Dünger sollte so leicht wie möglich dosiert werden können und so wenige Bestandteile wie möglich enthalten. Wenn man sich mal in einem Growshop umsieht, könnte man den Eindruck bekommen, dass der Cannabisanbau etwas mit Alchemie zu tun hat, wenn man die ganzen angebotenen Präparate sieht. Doch es geht auch mit einem Minimum an Zusätzen und Elektronik. Die Auswahl der angebotenen Produkte wächst ständig, doch die Anbauergebnisse bleiben im Allgemeinen auf dem gleichen Niveau. Mein vierter Rat lautet daher: Je weniger Elektrogeräte und Fläschchen im Growroom zu finden sind, desto übersichtlicher und einfacher ist die Zucht selbst.

 

Übertriebene Erwartungen

In einem Punkt ähneln viele Grower begeisterten Anglern – ihre Ernte ist in den Erzählungen ihren Freunden und Bekannten gegenüber meist viel größer ausgefallen als in der Realität. Dadurch bekommen andere Grower allerdings das Gefühl, dass sie schlechtere Ernten einfahren würden als die Allgemeinheit. Doch in Wirklichkeit gelingt auch sehr erfahrenen Growern mal eine Ernte so gut, dass sie selbst ins Staunen geraten, die ein oder andere dafür aber nur unterdurchschnittlich. Schwankungen bei der Ernte sind normal und das Ziel sollte sein, diese Schwankungen so gering wie möglich zu halten. Dabei ist es immer besser, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Dies gilt bereits bei der Auswahl der Cannabissorte. Die Versprechungen der Verkäufer und Samenproduzenten sind, vorsichtig ausgedrückt, oft recht optimistisch, aber viele Grower denken, dass die angegebene Erntemenge realistisch sei. Die oftmals angegebene Erntemenge pro Quadratmeter ist von sehr vielen Faktoren abhängig und kann wohl in der Regel als die absolut zu erreichende Obergrenze angesehen werden. Jeder vernünftige Samenproduzent wird bestätigen, dass man diese Zahlen nicht für bare Münze nehmen sollte und diese aber dennoch oft auf Kundenwunsch hin angegeben werden. Mein fünfter Rat lautet also: Jeder Grower sollte auf sich selbst vertrauen, aber immer mit eher schlechteren Ergebnissen rechnen. So werden Enttäuschungen vermieden, aber angenehme Überraschungen ermöglicht.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 06/2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 03/2017. Do-it-yourself-Experte Chuck Lore präsentiert in diesem, wie man ein kleines Low-Budget-Pflanzenzelt für unter 50 Euro zusammenzimmert und wie mit wenig Aufwand eine einzelne oder einige wenige Cannabispflanzen aufgezogen werden können. Im Fokus stehen geringe Kosten und ein marginaler Arbeitsaufwand bei der Aufzucht, nicht die Maximierung der Ernte. Selbst wenn nur eine einzelne Pflanze aufgezogen wird, betragen die Stromkosten weniger als drei Euro je Gramm. Zu den Energiekosten kommen lediglich die Ausgaben für das Saatgut und die benötigte Ausrüstung, wobei sich diese schnell amortisieren wird.

 

Benötigt wird allein Folgendes:

1 Rettungsfolie gold/silber für etwa einen Euro das Stück

1 Pflanzkübel für 20 Liter mit Unterschale für etwa fünf Euro

1 Dachlatte mit den Maßen 4 cm x 2 cm x 200 cm für etwa drei Euro

1 Zeitschaltuhr für etwa fünf Euro

1 100-Watt-Werkstattstrahler mit LED oder Energiesparlampen (kaltweiß!) für etwa dreißig Euro

1 Sack Pflanzenerde mittlerer Qualität für rund drei Euro

1 Flasche biologischer Blumendünger für etwa zwei Euro

Kleinmaterial wie Schrauben, Nägel, Leim oder Paketschnur

 

Damit ist die Grundausrüstung für noch nicht einmal fünfzig Euro zusammengestellt. Allerdings ist das wirklich nur das Allernötigste, um den Betrieb aufzunehmen. Das Wichtigste der Ausrüstung ist übrigens die Lampe. Mit ihr steht und fällt das Endergebnis, weil die Pflanzen viel Licht benötigen, um zufriedenstellend zu wachsen. Die Leistung von 100 Watt sollte nicht unterschritten werden, weil der Ertrag sonst zu kümmerlich wird. Spezielle LED-Lampen, die genau das benötigte Lichtspektrum abgeben, sind derzeit noch deutlich teurer als gewöhnliche Baustrahler.

 

Der Aufbau des Growzelts ist denkbar einfach. Von der Dachlatte wird ein Stück von etwa 50 Zentimetern Länge abgesägt. Dieses wird mittig im rechten Winkel an einem Ende der Latte festgeschraubt, festgenagelt, festgeleimt oder mit einer Schnur festgebunden. Dann wird die Latte mit der langen Seite auf einen Schrank gelegt und mit einem schweren Gegenstand gesichert. An dem freien Ende mit dem rechten Winkel wird das Elektrokabel des Strahlers so angebunden, dass dieser frei hängt und in der Höhe verstellbar ist. Unter den Strahler kommt der Pflanzkübel mit der Erde und dem Steckling beziehungsweise Samenkorn und über die gesamte Konstruktion die Rettungsfolie, mit der Silberseite nach innen. Der Abstand des Strahlers zur Pflanze sollte zehn Zentimeter nicht unterschreiten.

 

Die Zeitschaltuhr ist bei jungen Pflanzen auf 18 Stunden Licht pro Tag zu stellen. Das ist für die Wachstumsphase optimal. Handelt es sich bei der Pflanze um eine selbstblühende Sorte, was ich einem Anfänger ans Herz legen würde, dann wird diese Zeiteinstellung einfach während des gesamten Lebenszyklus der Pflanze beibehalten. Ansonsten wird nach rund drei Monaten Wachstum die Blüte eingeleitet, indem die Beleuchtungszeit auf 12 Stunden pro Tag reduziert wird. Die Dauern der Vegetations- und Blütephasen sind sortenabhängig und können stark variieren. Selbstblühende Pflanzen sind in der Regel zehn Wochen nach der Keimung erntebereit.

 

Die Erde ist bei Stecklingen oder nach dem Keimen nur mäßig feucht zu halten – viele angehende Züchter ertränken ihre Pflanzen. Cannabis kann Trockenheit relativ gut verkraften, Nässe hingegen nicht. Die Erde soll sich nicht trocken anfühlen, aber auch nicht nass. Idealerweise wird die Pflanze von unten bewässert, so kann die benötigte Menge Wasser durch die Kapillarwirkung nach oben zu den Wurzeln ziehen. Selbstverständlich braucht die Pflanze neben Licht und Wasser auch ausreichend Dünger. Ein biologisch hergestelltes Produkt bietet der Pflanze alle nötigen Nährstoffe und hat den Vorteil, dass ein Überdüngen der Pflanze praktisch ausgeschlossen ist. Es wird einfach nach Anweisung des Herstellers verfahren und gut ist.

 

Ein wirkliches Problem kann der Geruch darstellen. Cannabispflanzen riechen mitunter sehr intensiv und viele Hobbyzüchter verraten sich durch den typischen Duft der Pflanze, der besonders beim indischen Hanf (Cannabis indica) ausgeprägt ist. Der gewöhnliche Hanf (Cannabis sativa) riecht weniger stark und der selbstblühende Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis) ist auch eher unauffällig. Darum sind Automatik-Sorten mit Sativa-Einschlag, eventuell vorsichtig mit einer Indica kombiniert, besonders geeignet. Mittlerweile bieten alle namhaften Hersteller geeignete, schwach riechende Sorten an.

 

Nun zur Ernte. Die erste Frage ist die, wann die Pflanze erntebereit ist. Das ist an der Farbe der Trichome (den Harzdrüsen der Cannabispflanze) erkennbar. Mit einer starken Lupe oder einem Mikroskop werden diese untersucht und anhand der Farbe kann bestimmt werden, in welchem Stadium die Pflanze ist. Die meisten der Drüsenköpfe sollten milchig sein und einige wenige sollten bernsteinfarben schimmern. Sind die Trichome klar, dann ist die Pflanze noch nicht so weit. Ist kein Mikroskop und auch keine ausreichend starke Lupe vorhanden, wird geerntet, sobald sich die Narben der Blüten deutlich verfärbt haben. Als Faustregel gilt, dass rund 40 bis 50 Prozent der Blütenhärchen bräunlich verfärbt sein sollten. Sind die Narben bereits zum Teil verdorrt, wurde der optimale Zeitpunkt zur Ernte verpasst.

 

Die zweite Frage ist die, wie geerntet werden soll. Dazu werden die einzelnen Äste nach und nach herausgeschnitten und direkt manikürt. Das heißt, dass alle Blätter um die Blüten herum weggeschnitten werden. Die Blüten werden dann an den Stängeln zum Trocknen aufgehangen, das kann je nach Dichte der Blüten bis zu zwei Wochen dauern. Wichtig ist hier, dass die Blüten durchgetrocknet sind, weil sonst Schimmelbefall droht. Pflanzenteile, die sichtbare Trichome haben, werden separat gesammelt und später weiter verarbeitet. Der Rest kommt auf den Kompost, in den Ofen oder in die Toilette.

 

Das ist auch schon die komplette Schnellanleitung für den praktischen Anbau für Hobbyzüchter. Sicher fragen sich jetzt einige Leserinnen und Leser, warum viele Grower einen deutlich höheren Aufwand betreiben. Sie messen den pH-Wert des Bodens, verwenden spezielle Lampen, düngen je nach Wachstumsphase unterschiedlich und sind mit der Pflege ihren Pflanzen völlig ausgelastet. Die Frage ist einfach zu beantworten. Durch all diese Maßnahmen wird der Ertrag gesteigert. Und wer viel Marihuana braucht, entweder weil er krank ist oder tagtäglich konsumiert, für den kommt es auf jedes Gramm an. Darum abschließend noch ein paar Tipps, wie der Ertrag am effektivsten gesteigert werden kann.

 

Eine Ertragssteigerung ohne den Arbeitsaufwand zu erhöhen wird durch eine stärkere Lampe erzielt. Mit einer 150 Watt starken Weißlichtlampe werden runde 50 Prozent mehr Ertrag erzielt und mit einer speziellen Lampe, die nur das benötigte Lichtspektrum abdeckt, sogar noch einmal so viel. Auch ein größerer Pflanzentopf erhöht den Ertrag, wenn auch nicht so maßgeblich. Eine weitere Steigerung bringt der Verzicht auf selbstblühende Sorten. Der Aufwand und die Anforderungen an die Geduld und das Fachwissen des Züchters steigen allerdings im gleichen Maß an.

 

Wer den Ertrag weiter steigern möchte, kultiviert mehrere Pflanzen gleichzeitig und steigt von Samen auf Stecklinge um. Dies ist allerdings mit noch mehr Aufwand verbunden und erfordert explizite Fachkenntnisse. Dazu steigen auch die Ansprüche an die Anbaubedingungen. Wegen des Geruchs und der Notwendigkeit, Stecklinge und Mutterpflanzen getrennt zu ziehen, ist dann bei Indoorzucht die Anschaffung einer professionellen Growbox mit Luftreinigung unabdingbar.

Die Bewohner des 6.000-Seelen Dorfs Snowflake im US-Bundesstaat Arizona dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie vergangenen Freitagmorgen gen Nacht- bzw. Morgenhimmel blickten. Ein violettes Leuchten färbte das Firmament in geradezu psychedelischer Art und Weise. Ein ebenso faszinierender wie apokalpyptischer Anblick, der selbstverständlich viele Fragen aufwarf. Ist das der Klimawandel? Kommen jetzt die Aliens? Hab ich gestern vielleicht doch etwas zu viel geraucht?

 

Dabei bestand, wie sich inzwischen herausstellte, überhaupt kein Grund zur Aufregung. Denn auch wenn Cannabis-Hater und „Suchtexperte“ (hüstel) Rainer Thomasius neuerdings gerne von Turbo-Cannabis schwadroniert, das eine halluzinogene Wirkung vergleichbar der von LSD entfalte, handelte es sich bei dem Spekatakel keineswegs um eine drogeninduzierte Wahnvorstellung. Und doch hat das Phänomen in der Tat etwas mit Cannabis zu tun. Genauer gesagt mit dem Cannabisanbau. Denn das spektakuläre Leuchten wurde durch die Grow-LEDs einer Farm für medizinisches Marihuana ausgelöst, die sich am Rand des Städtchens befindet. Aufgrund spezieller Wetterverhältnisse reflektierte der nebelige Winterhimmel das Licht der ultravioletten Gewächshausbeleuchtung und so kam es zu dem frühmorgendlichen Schauspiel.

Unser Do-it-yourself- und Anbau-Experte Chuck Lore schraubt nicht nur gerne selbst Dinge zusammen, sondern prüft auch die Arbeiten anderer auf Herz und Nieren. Dieses Mal stand ein Test der neuen LED „Rail 120“ der Firma Growking an, die nach einer intensiven Entwicklungsphase nun zur Marktreife gelangt ist.

 

Als ich von der Existenz der zu testenden Leuchte erfuhr, war ich zunächst ein wenig gelangweilt. Ich fragte mich, warum es schon wieder eine neue Speziallampe geben sollte, zahlreiche Modelle warten ja bereits auf Käufer und ihren Einsatzzweck. Doch das Datenblatt, das mir vorab via E-Mail zugesandt wurde, ließ mich neugierig werden. Das Messprotokoll zeigte Leistungsmerkmale, die erstaunlich gut waren. Die Messwerte waren im Prüflabor eines namhaften Herstellers ermittelt worden, also mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt. Dennoch hatte ich Zweifel und unterdrückte meine Vorfreude. Wenige Tage später war dann ein Paket für mich in der Post. Ordentlich verpackt, mit einer durchdachten Aufhängevorrichtung und allem nötigen Zubehör ausgestattet, lag die optisch ansprechende Lampe vor mir. Sogleich nahm ich sie in Betrieb, weil ich zumindest die Werte, die ich selbst messen konnte, überprüfen wollte. Und tatsächlich hielten die Fakten des Datenblatts der Kontrolle stand, mein Vertrauen in die neue Lampe war deutlich gestärkt. Bevor ich in Folge die Leistungsmerkmale der LED-Spezialleuchte erörtere, möchte ich zum besseren Verständnis noch etwas zu den Maßeinheiten anmerken. Der Lichtstrom, der von dem menschlichen Auge wahrgenommen wird, hat als Einheit Lumen. Dieser Wert sagt aus, wie hell oder dunkel eine Leuchte uns Menschen erscheint beziehungsweise wie viel Licht sie emittiert. Die Angabe bezieht sich auf ein gewichtetes Spektrum, weil die grün-gelben Anteile im Licht verstärkt wahrgenommen werden. Für Pflanzen ist dieser Wert weniger wichtig, weil diese hauptsächlich die roten und blauen Spektren des Lichts für die Photosynthese benötigen. Darum wird der verwertbare photosynthetisch aktive Photonenfluss, der in µmol/s angegeben wird, gemessen. Dabei werden die Lichtanteile auch gewichtet, sodass die für die Photosynthese nutzbaren Photonen aufgeführt sind.

 


Auch ist es wichtig zu wissen, wie viel Licht auf eine bestimmte Fläche projiziert wird, weil dies für das Lichtempfinden beziehungsweise das Wachstum der Pflanzen entscheidend ist. Daher wird für normales Licht die Beleuchtungsstärke in Lux angegeben. Ein Lux entspricht genau einem Lumen, das eine Fläche von einem Quadratmeter erleuchtet. Analog dazu wird bei Pflanzen die photosynthetisch aktive Photonenstromdichte verwendet, die in µmol/(m²s) angegeben wird. Wenn also eine Leuchte, die 500 µmol/s emittiert, eine Fläche von zwei Quadratmeter erhellt, dann können die dort stehenden Pflanzen sich auf 250 µmol/(m²s) photosynthetisch verwertbare Photonenstromdichte freuen. Natürlich gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Lumen bzw. Lux und µmol/s bzw. µmol/(m²s). Für LED-Pflanzlampen gilt ganz grob folgender Zusammenhang:

1.000 Lumen entsprechen etwa 30,30 µmol/s
1.000 Lux entsprechen etwa 30,30 µmol/(m²s)

Die Umrechnung ist allerdings nur annähernd möglich. Das liegt daran, dass das genaue Spektrum der photosynthetisch aktiven Strahlung nicht endgültig bestimmt werden kann. Es weicht in der Literatur von Quelle zu Quelle, manchmal sogar im Laufe der Jahre verändert, ab. Dazu kommen die Unterschiede, die je nach Alter und Nährmittelversorgung sogar bei Pflanzen gleicher Art auftreten. Darum ist es wichtig, dass das emittierte Spektrum möglichst gut zu den Pflanzen passt, die damit bestrahlt werden. Harmoniert es nicht, wird das Licht trotz guter Messwerte nicht optimal verwertet.

 

 


Doch genug der allgemeinen Erklärungen, zurück zur neuen LED-Pflanzleuchte. Diese weist bei einer Leistungsaufnahme von etwa 120 Watt einen Lichtstrom von rund 6.800 Lumen auf. Dies sind errechnete 206 µmol/s, ein sehr guter Wert. Gemessen wurde gemäß DIN 5031-10 (2000) ein nur unwesentlich geringerer Photonenfluss von 203 µmol/s. Wird das Ergebnis auf die aufgenommene Leistung umgerechnet, ergeben sich 1,80 µmol/s je Watt. Gute Konkurrenzprodukte liefern immerhin 1,50 µmol/s je aufgenommenes Watt, andere LED-Pflanzleuchten kommen zum Teil lediglich auf 1,00 µmol/s pro Watt. Somit setzt die Rail 120 mit diesem tatsächlich gemessenen Wert neue Maßstäbe, zumal schon mit einer bestrahlten Fläche von nur 0,80 x 0,30 Metern die Lichtsättigung von Cannabispflanzen erreicht ist. Aus diesem Grund muss die LED-Lampe auch mindestens 25 Zentimeter über den Pflanzen hängen, sonst kann es wegen Überschreitung des Lichtsättigungspunkts zu Sauerstoffstress kommen, der dann die oberen Blätter zerstört. Neben den hervorragenden Lichtwerten bietet diese Lampe ein Spektrum, das die Bedürfnisse der Pflanze gut abbildet. Ein starkes, tiefes Rotlicht ist besonders für blühende Sorten geeignet und der Blauanteil, der ein Viertel des Rotanteils ausmacht, sorgt für stämmiges Wachstum. Kurz gesagt: Die neue Rail 120 ist eine Wucht. Sicher wird sie vielen Züchtern große Freude bereiten. Ihr Aufbau ist stabil und jedes Detail wirkt professionell. Die angegebenen Werte entsprechen den Tatsachen und ich konnte keinen technischen Mangel feststellen.

 

Weitere Informationen zur Rail 120 gibt es beim Hersteller unter www.growking.de/rail

Am Dienstag ist die neueste Print-Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin erschienen und kann ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops für schlappe 2,60 Euro erworben werden.

 

Die aktuelle Titelstory „LED IT SHINE! – Das große LED-Spezial“ besteht aus zwei Artikeln aus den Federn zweier unserer besten Anbau-Experten. Wir möchten an dieser Stelle Auszüge aus beiden Artikeln liefern und euch auf die Möglichkeit hinweisen, beide Artikel (und viel mehr) in voller Länge in der aktuellen Ausgabe 06/2017 zu lesen.

 

Chuck Lore: Darum sind LED-Leuchten heutzutage in den meisten Fällen zu bevorzugen

 

Do-it-yourself-Experte Chuck Lore

 

Eine Cannabispflanze benötigt, wie jede andere Pflanze auch, Nährstoffe, Feuchtigkeit, eine bestimmte Temperatur, Kohlendioxid aus der Atmosphäre und Licht zum Wachstum. Dabei ist jeder der einzelnen Faktoren wichtig und bedeutsam. Aber am allerbesten kann der Ertrag über eine Optimierung der Lichtmenge gesteigert werden, das gilt besonders für den Innenraumanbau (Indoor-Growing). Unser Allrounder Chuck Lore beschäftigt sich in unserer Titelstory mit der richtigen Beleuchtung für Cannabispflanzen und gibt hilfreiche Informationen und Anmerkungen.

 

In der Regel sind die Aufzuchtbedingungen in den eigenen vier Wänden nahezu perfekt. Die Temperatur im Aufzuchtschrank (Growbox) wird meist etwas höher als die Raumtemperatur sein. Das ist nahe am Optimum, das bei rund 24 Grad Celsius liegt. Von ausreichender Feuchtigkeit kann auch ausgegangen werden. Stehen die Pflanzen im Erdreich, sollte dieses feucht, aber nicht nass sein. Bei Hydrokultur ist das natürlich anders, da sind die Wurzeln in einem lockeren Medium direkt mit der Nährlösung umspült. In der Nährlösung beziehungsweise im Erdreich gelöst befinden sich die Nährstoffe, die von der Pflanze zum Wachstum benötigt werden. Professionelle Züchter haben diese Nährstoffe samt den nötigen Testverfahren einzeln vorrätig und können diese individuell zugeben. Von Hobbyzüchtern wird dieser enorme Aufwand zu Recht gescheut. Diese greifen auf Kompaktdünger zurück oder nehmen einen durch Kompostierung gewonnenen Dünger, der in der Regel sogar biologisch ist. Darüber hinaus sind im Handel etliche Düngesets vorhanden, die den Ertrag sicherstellen werden. Auch die vorhandene Menge des in der Atmosphäre vorhandenen Kohlendioxids wird nur selten beeinflusst. Eine Begasung ist aufwändig, mit Gefahren verbunden und ist nur bei sehr leistungsfähiger Beleuchtung sinnvoll. Wird den Basisanforderungen an Nährstoffe, Feuchtigkeit, Temperatur und Kohlendioxid genüge getan, was in der Regel sehr einfach ist, bleibt das zugeführte Licht als zentrales Kriterium übrig. Das geerntete Volumen hängt in den meisten Fällen hauptsächlich von der zugeführten Lichtmenge ab, nur selten spielt der verwendete Dünger oder ein anderer Faktor eine maßgebliche Rolle.

 

Nun ist es so, dass Pflanzen zum Wachstum ein Lichtspektrum benötigen, das von dem für uns Menschen sichtbaren Bereich abweichend ist...

 

[…]

 

... Nun zur Effizienz von Pflanzenleuchten. In der Regel wird der Lichtstrom, also die „Lichtleistung“ einer Leuchte, in Lumen angegeben. Diese Einheit gibt an, wie viel für den Menschen sichtbares Licht die Lampe abgibt. Die tatsächlich aufgenommene Leistung wird in Watt gemessen und dann eine Effizienz in der Art „Lumen pro Watt“ angegeben. Jetzt könnte der Grower denken, dass ein hohes Verhältnis grundsätzlich sinnvoll ist. Natriumdampf-Hochdrucklampen (NDL) liefern zum Beispiel bis zu 150 Lumen pro Watt, das ist eine stolze Leistung. Leider ist ein Großteil des abgestrahlten Lichtes allerdings für die Pflanze nicht verwertbar, weil diese Lampen zum Großteil im gelb-grünen Spektrum leuchten. Um dieser Misere zu entgehen, wurde der Begriff der photosynthetisch aktiven Strahlung (PAR) eingeführt. Diese gibt an, wie viel Licht der abgegebenen Strahlung tatsächlich von der Pflanze verwertet werden kann. Diese Strahlung wird als photosynthetischer Photonenfluss (PPF) mit der Einheit µmol/s angegeben. Auch die Angabe der photosynthetischen Photonenstromdichte (englisch Photosynthetically Active Photon Flux Density, PPFD oder kurz PFD) in µmol/(m²s), ist zu finden. Ein Hersteller, der ehrliche Angaben zu seinen Pflanzenleuchten macht, wird die Leistung also nicht in Lumen oder Lux, sondern in PPF oder PPFD angeben. Leider kann kaum ein Anwender, der verschiedene Leuchten vergleichen möchte, mit dieser Angabe etwas anfangen. Denn die meisten Anbieter geben die Leistung in Lumen oder Lux an. Zum Glück können die Einheiten relativ leicht, wenn auch nur annäherungsweise, umgerechnet werden.

 

Bei Sonnenlicht kann ein µmol/(m²s) mit etwa 50 Lux und ein µmol/s mit etwa 50 Lumen gleichgesetzt werden. Bei Kunstlicht, insbesondere Metalldampflampen, Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstoffröhren (Energiesparlampen), wird ein µmol/(m²s) mit etwa 75 Lux und ein µmol/s mit etwa 75 Lumen gleichgesetzt. Das ist natürlich nur ein Annäherungswert, weil ja für jede Pflanzensorte ein anderes Spektrum optimal ist und die Strahlung der Lampen je nach Ausführung variiert. Sind die Angaben einerseits in Lumen oder anderseits in Lux bekannt, hilft das Wissen, dass ein Lichtstrom von einem Lumen, der auf eine Fläche von einem Quadratmeter projiziert wird, einer Helligkeit von einem Lux entspricht. Analog dazu verhalten sich PPF und PPFD.

 

Ein einfaches Beispiel aus der Praxis: Die Growbox eines Züchters soll mit einer 200 Watt starken Leuchte betrieben werden. Er vergleicht verschiedene Angebote und findet in einem Fachgeschäft die Angabe, dass eine Lampe mit dieser Leistungsaufnahme 320 µmol/s PAR liefert. Dagegen steht das Angebot einer Halogen-Metalldampflampe, die einen Lichtstrom von 22.000 Lumen hat. Er errechnet, dass die Metalldampflampe nur rund 293 µmol/s PAR (22.000/75) liefern wird. Das sind zwar lediglich knapp zehn Prozent Unterschied, aber diese Differenz kann wegen der relativ geringen Lichtleistung direkt in einen Mehrgewinn an Pflanzenmasse umgerechnet werden. Weil die meisten verwendeten Lampen eine reale Lebensdauer von rund 20.000 Stunden haben, das sind mehr als drei Jahre mit je 16 Stunden Brenndauer pro Tag, kann der Vor- oder Nachteil leicht berechnet werden. Wird zum Beispiel nur eine minimale Ernte von rund 30 Gramm alle sechs Wochen angenommen, werden mit der besseren Lampe in ihrer gesamten Lebenszeit fast 90 Gramm mehr Marihuana gewonnen. Beispielrechnung: 20.000 Stunden bei 16 Stunden pro Tag sind 1250 Tage, das sind 178 Wochen. Es können also 29 Ernten in dieser Zeit gemacht werden. Bei der Lampe aus dem Fachgeschäft ergibt dies also 29 Ernten * 33 Gramm = 957 Gramm. Bei der Lampe aus dem regulären Handel ergibt dies 29 Ernten * 30 Gramm = 870 Gramm. Rechnet man jedes Gramm Marihuana mit fünf Euro, lohnt sich beim Kauf eine Preisdifferenz von bis zu 435 Euro (87 Gramm * 5 Euro). Genau berechnet ergeben sich leicht andere Werte. Aber für einen groben Vergleich sollte die Berechnung ausreichen, zumal die angenommenen 30 Gramm wirklich an der unteren Grenze der zu erwartenden Erntemenge liegen. In dem gewählten Beispiel schneiden übrigens die vielgepriesenen Natrium-Hochdruckdampflampen besonders schlecht ab. Mit dem exakten Wert für diesen Leuchtentyp ergibt sich ein Unterschied von 17,8 Prozent PAR, das wären dann schon 154 Gramm, die weniger geerntet würden. Die Lampe aus dem Fachgeschäft könnte dann also tatsächlich 770 Euro mehr kosten.

 

Das Verhältnis von zugeführter Lichtmenge und Zuwachs an Pflanzenmasse ist über einen weiten Bereich linear. Erst wenn die zugeführte Lichtmenge etwa zwei Drittel der Lichtsättigung erreicht hat, verändert sich dieser Zusammenhang. Das liegt daran, dass...

 

[…]

 

Den vollständigen und umfassenden Artikel könnt ihr in Highway – Das Cannabismagazin 06/2017 lesen. Im Folgenden gibt es an dieser Stelle auch noch einen Auszug des zweiten Teils des LED-Spezials:

 

Light Addict: LED – Die Technik der Zukunft? Überblick und Ausblick.

 

Grow-Experte Light Addict

 

Inzwischen sind LED-Growlampen bereits seit einiger Zeit erhältlich. Von Anfang an war die Technologie recht vielversprechend, doch die Cannabisindustrie schien sich einige Jahre lang nicht richtig davon überzeugen zu lassen. Dann, als sich sowohl die Technologie als auch das Verständnis für diese weiterentwickelten, baute sich auch die Akzeptanz von LED-Lampen in der Cannabis-Community langsam auf. Im folgenden Artikel soll sich daher dem Thema LED angenähert werden, ohne zu sehr in die technischen Details zu gehen. Zudem soll die Frage beantwortet werden, ob LED-Growlampen die Zukunft der Cannabisindustrie sind.

 

Schon von Beginn an haben die LED-Leuchtmittel-Hersteller mit verlockenden Aussagen versucht, auf sich aufmerksam zu machen, etwa mit dem Versprechen, für eine sofortige und erhebliche Verringerung der Stromkosten zu sorgen – ausgelöst durch den geringen Energieverbrauch der Lichtquelle selbst, aber auch durch Einsparungen, die etwa durch das Weglassen einer Kühlung durch eine Klimaanlage kommen, die bei herkömmlichen Lampen nötig sein kann. Solche Versprechen sind schon immer klare Kampfansagen an die Natriumdampflampen (NDL) gewesen und ich erwähne es bloß, weil dies die Lampen sind, mit denen LEDs hauptsächlich verglichen werden. Diese Argumente bringen uns auch gleich zum erhöhten Sicherheitsaspekt der LED-Lampen. Denn LEDs haben immer den Vorteil, dass sie nicht die extrem hohen Betriebstemperaturen von NDL-Lampen aufweisen. Dies ist ein klarer Pluspunkt hinsichtlich der Feuersicherheit und allein dieser Grund hat vielen Growern schon genügt, über den Wechsel auf LEDs nachzudenken oder ihn gleich zu vollziehen.

 

In den Anfangstagen der LED-Growlampen schien es allerdings so, als ob viele der getätigten Aussagen nicht der Realität entsprächen: viele frühe Growberichte zeigten einen Mangel der Lichtdurchdringung oder eine schlechte Deckkraft der LED-Lampen. In manchen Fällen wurde nicht mal das Versprechen der Hitze-Reduzierung richtig oder gleich gar nicht umgesetzt. Auch wurden in der Anfangszeit häufig noch zusätzliche Leuchten benötigt, um mit LEDs die gleichen Ergebnisse wie mit NDLs zu erzielen. Kombiniert mit den (im Gegensatz zu einem NDL-Setup) oft deutlich höheren Anschaffungskosten für LEDs, waren die angeblichen Einsparungen so nicht gerade einfach zu erreichen.

 

Die LED-Industrie

Die Industrie hat sich in den vergangenen paar Jahren jedoch massiv verändert, nachdem einige der größeren Dioden-Hersteller das Potential dieses speziellen Markts realisierten. Dies führte auch zu einer ausführlichen Forschung, nicht zuletzt mit der Absicht, zielführende und zuverlässigere Dioden für den Gartenbau zu entwickeln. Auch die Qualität der Produktionsprozesse stieg an, was in längeren Lebensspannen der Dioden und geringeren Ausfallzahlen resultierte. Inzwischen gibt es LED-Lampen-Hersteller ohne Ende, die alle versuchen ihr Stück dieses hochlukrativen Kuchens zu ergattern. Dieser Umstand hat zu einem umfassenden und mannigfaltigen Angebot von Beleuchtungsoptionen geführt, das den geplanten Erwerb einer LED-Lampe für die Grower zu einer komplizierten Angelegenheit machen kann, da viele Faktoren berücksichtigt werden können. Dieses große Angebot bedingt auch einen Wettbewerb zwischen den Herstellern, was in den letzten Jahren zu einigen spürbaren Entwicklungen geführt hat, etwa der Abkehr von billigen Dioden mit einem unpräzisen Farbspektrum. In den Anfangstagen der Industrie hat man in Growlampen sogar teilweise die gleichen Dioden wie in Autoscheinwerfern verbaut. Auch kamen damals große Teile der benötigten Materialien aus China, während sich nun viele Lampen-Hersteller lokalen Ressourcen zuwenden, ob für Gehäuse, Treiber oder die Dioden selbst – inzwischen sind die amerikanischen Dioden von Cree oder von Osram aus Deutschland weitverbreitet und genutzt. LEDs werden inzwischen auch in breit gefächerten Anwendungsgebieten der kommerziellen Landwirtschaft eingesetzt, vor allem in den Bereichen der Blumenzucht. Die Verwendung wird sich in der nächsten Zeit noch weiter steigern, da immer mehr Landwirte das kostensparende Potential von LEDs erkennen, sobald sie einmal installiert und in Betrieb genommen wurden.

 

LED: Die Qual der Wahl

Warum ist der Einsatz der LED-Technologie so vielversprechend? Die LED-Technologie an sich ist extrem vielseitig einsetzbar. Ob Chip-On-Board-Technologie (COB) oder Surface-Mounted-Device-LEDs (SMD) – beide teilen sich den Basis-Aufbau der Nutzung vieler kleiner und individueller Dioden, um Licht zu erzeugen. Dies ermöglicht eine Vielseitigkeit, die nur schwer von anderen Licht-Technologien erreicht werden kann. Einfach ausgedrückt ist es möglich, durch Änderungen am Prozentsatz beziehungsweise dem Verhältnis aller verwendeten Dioden die Lichttönung der Lampe zu variieren. Das bedeutet, dass LED-Lampen gezielt auf einen speziellen Bereich eingestellt werden können, was eine deutlich bessere Licht-Effizienz gegenüber anderen Technologien bedeutet. SMD stellt eine sehr flexible LED-Lösung dar. Diese Chips sind viel kleiner als die der älteren Dual-in-line-package-LEDs (DIP), können aber dennoch mehrere Dioden pro Einheit beinhalten. Dadurch haben SMD-Chips den Vorteil, dass sie verschiedene Farben innerhalb einer Einheit betreiben können. In der Theorie bedeutet dies, dass ein SMD-Chip, der mit blauen, grünen und roten Dioden ausgestattet wurde, Licht in jedem Farbton erzeugen kann, indem einfach der Output der Dioden reguliert wird. Für solch einen Einsatz benötigt jede Diode ihren eigenen Schaltkreis. Und dies bedeutet, dass jeder Schaltkreis sein eigenes Kontaktpaar benötigt. Dadurch kann das Design der Lampe ein wenig verkompliziert werden. Bei einer eingeschalteten SMD-LED kann man klar die verschiedenfarbigen Dioden erkennen (siehe Foto). Oft werden bei solch einem Modell zusätzliche Linsen benötigt, um die Abmischungen zwischen den verschiedenfarbigen Dioden zu unterstützen. Solch ein Aufbau ermöglicht oft einen fokussierteren Ausstoß des Lichts und somit eine stärkere Lichtdurchdringung...

 

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Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Warum LED-Leuchten zu bevorzugen sind Der Ertrag einer Cannabispflanze kann am besten über eine Optimierung der Lichtmenge gesteigert werden, das gilt besonders für den Innenraumanbau. Doch hier buhlen verschiedenste Technologien um die Gunst der Käufer – dabei haben inzwischen die LED-Leuchten die Nase vorn. --> hier eine Vorschau des Artikel ansehen

 

 

Titelstory LED-Technologien: Überblick und Ausblick Von Anfang an war die LED-Technologie recht vielversprechend, doch die Cannabisindustrie schien sich lange nicht richtig davon überzeugen zu lassen. Nun sind LED-Lampen weitverbreitet und auch innerhalb des LED-Sektors gibt es die verschiedensten Moden und Entwicklungen. --> hier eine Vorschau des Artikel ansehen

 

 

Offener Brief Dr. Franjo Grotenhermen gegen Rick SimpsonRick Simpson behauptet seit gut 15 Jahren, dass mit Cannabisöl nach seiner Formel Krebs geheilt werden könne. Innerhalb der deutschsprachigen Cannabisszene wird Rick Simpson größtenteils sehr positiv besprochen, dabei gäbe es auch massive Kritikpunkte zu nennen. Ein Offener Brief.

 

 

Hausbesuch Delta 9 Labs – Wie sieht es hinter den Kulissen einer Seedbank aus und welche Arbeit steckt wirklich hinter dem Züchten einer Cannabissorte? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir uns nach Amsterdam begeben, um die Seedbank Delta 9 Labs zu besuchen und ihren Besitzer Ed Borg um Antworten zu bitten.

 

 

Story Wem gehört die Tasche mit den dreieinhalb Kilo Weed?Autor Donald Denzler berichtet in dieser Ausgabe von seiner Zeit als Cannabishändler in Deutschland, als es in der Schweiz so aussah, als hätte die goldene Zeit der Cannabislegalisierung gerade begonnen, und man dort kiloweise Marihuana zu Spottpreisen erwerben konnte.

 

 

Story Die Simpsons und das Kiffen – Dieser Artikel setzt sich mit der bekanntesten Zeichentrickfamilie der Welt auseinander. Denn in den bald 30 Jahren ihres Bestehens sind die Simpsons schon des Öfteren mit Cannabis in Berührung gekommen. Und auch vor den Fernsehern lässt sich das Kiffen ganz gut mit den Simpsons kombinieren...

 

Recht Wie fliegt man am schnellsten von der Schule? – Rechtsanwalt Steffen Dietrich betrachtet einen interessanten Fall, bei dem ein Schüler des Gymnasiums verwiesen wurde, da ihm mehrfach Cannabiskonsum während der Schulzeit nachgewiesen wurde. Gegen diesen Beschloss zog der Neuntklässler vor Gericht.

 

 

 

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