Update: Diese Meldung, die auf die entsprechende Nachricht in der „Zeit“ zurückgeht, stellt sich – wie wir auch bereits in unserem Fazit haben anklingen lassen (siehe unten) – als in dieser Form unrichtig heraus. Für weitere diesbezügliche Informationen haben wir ein entsprechendes Video vom Deutschen Hanfverband unter den Artikel gestellt.

 

Cannabis auf Rezept: Seit fünf Tagen ist dies die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland. Doch die Widerstände häufen sich nicht nur auf Seiten der oft schlecht informierten und uninteressierten Ärzte, nein: Auch die Krankenkassen wollen nun die Kosten für Cannabis nicht übernehmen, obwohl sie jetzt gesetzlich dazu verpflichtet sind.

 

Man hat es einfach nicht leicht als Cannabiskonsument. Der größte Teil der Herrschenden dieser Welt kaut seit Jahren nur längst widerlegte Lügen über eine Jahrtausende alte Heilpflanze wieder, während Alkohol, Tabak und Pillen legal verkauft und beworben werden dürfen. Noch schlimmer geht es da den Cannabispatienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, oftmals in Form getrockneter Blüten, Marihuana.

 

Denn diesen wurden (bis auf ein paar Ausnahmen) in Deutschland (und in vielen anderen Ländern natürlich auch) ihr Medikament vorenthalten und wenn nicht, dann mussten sie es selbst zahlen. Wie wir berichteten, existiert das neue, seit diesem Monat gültige Gesetz mehr oder weniger aufgrund der Tatsache, dass Patienten erfolgreich einen Selbstanbau von Cannabis letztinstanzlich eingeklagt haben.

 

Durch das neue Medizin-Gesetz werden ihnen die Anbau-Lizenzen nun wieder entzogen, da die Rechtfertigung für diese auf dem zu teuren, selbst zu bezahlenden Medikament (Cannabis) beruhte. Und die Krankenkassen sind nun eigentlich verpflichtet in solchen schweren Fällen, die Kosten von Cannabis bzw. Marihuana zu übernehmen.

 

Aber die Krankenkassen wollen nicht. Wie soeben von der „Zeit“ gemeldet wurde, möchten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Cannabistherapien nicht übernehmen. Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung sagte: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“

 

Die Krankenkassen setzen nun auf die von der Bundesopiumstelle in Auftrag gegebene Studie, durch die Cannabis und Cannabiswirkungen weiter untersucht werden sollen. Auf Basis dieser Studie – als gäbe es keine anderen – soll sich dann in einigen Jahren zeigen, „ob die Cannabistherapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört“.

 

Was bedeutet dies nun konkret? Das wird sich zeigen. Nach fünf Tagen zeichnet sich aber bislang ab, dass weder Krankenkassen noch die meisten Ärzte oder Apotheker besonders große Lust auf oder auch nur ein Interesse an Cannabis als Medizin haben.

Das neue Heft ist da! Die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin ist ab sofort für schlappe 2,60 Euro an jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk, Head- und Growshop in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.

 

Und was ist das für eine Ausgabe! Eines der Highlights: Wir haben zusammen mit Moritz Bleibtreu in einem Hamburger Hotel gekifft und uns mit ihm und Lucas Gregorowicz über ihre neue Kiffer-Komödie Lommbock unterhalten, die ab März im Kino läuft.

Eine Übersicht der deutschen Kioske, die Highway führen findet ihr bei mykiosk.com – alternativ könnt ihr Highway auch preisgünstig als E-Paper erwerben.

 

Inhalte von Highway 02/2017 (Auswahl):

 

Titelstory Cannabis auf Rezept Derzeit beschäftigt ein Thema ganz Deutschland: Cannabis auf Rezept! Der Bundestag bereitete Ende Januar den Weg für vom Arzt verschriebenes Cannabis – mit Start in diesem Frühling! Wir präsentieren die wichtigsten Fakten und zudem einige der offenen Fragen, die bislang noch nicht beantwortet wurden.

 

 

Film Lommbock – Über 15 Jahre mussten Millionen Kinofans auf den Nachfolger von „Lammbock“ mit Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz warten. Wir waren als einziges Cannabismagazin zum Pressescreening eingeladen und besprechen ausführlich die neue und langersehnte Kifferkomödie, die am 23. März in die deutschsprachigen Kinos kommt.

 

 

Interview Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz – „Ich rauche gerne mal einen Joint“, sprach Moritz Bleibtreu und tat es auch: Wir haben uns mit ihm und Lucas in Hamburg auf einen Joint getroffen und über die Vor- und Nachteile des Kiffens, eine mögliche Cannabislegalisierung und natürlich ihren neuen Film „Lommbock“ gesprochen.

 

 

High School Cannabis richtig bewässern Cannabis bewässern – klingt eigentlich wie ein einfaches Thema: Wasser rein und fertig Nicht ganz! Um am Ende eine gesunde und kräftige Cannabispflanze großgezogen zu haben, muss ein Grower bei der Bewässerung einige Dinge beachten. Unser Grow-Guru Junior Gong zeigt auf, welche Dinge dies sind.

 

 

Nachruf Franco Loja – Eine der absoluten Größen der weltweiten Cannabisbranche, Franco Loja, verstarb im Januar mit nur 42 Jahren an den Folgen einer Malariainfektion. Wir werfen einen Blick auf das Leben des Züchters, Growers und Strain Hunters und befassen uns in einem Portrait mit einer seiner Cannabis-Kreationen – der Hawaiian Snow.

 

 

Growing Frühlingserdwachen – Die ersten zarten Sonnenstrahlen lassen sich blicken. Da juckt es den ein oder anderen Hobbygärtner bereits in den grünen Daumen. Auch wenn es noch ein paar Wochen bis zum Start der Outdoor-Saison sind, kann man bereits jetzt schon erste Vorbereitungen treffen – etwa die Erde für das Frühjahr vorbereiten.

 

 

Do-it-yourself Fermentation – Cannabis-Humidor selbst gemacht – Was ist eigentlich Fermentation? Und was kann die so genau? Außerdem: eine Bauanleitung von unserem Do-it-yourself-Experten Chuck Lore für einen einfachen und leicht umzusetzenden Cannabis-Humidor, der Marihuana je nach Bedarf an- beziehungsweise befeuchtet.

 

 

Weitere Artikel Growing: Schimmelprophylaxe +++ Recht: Ist der Cannabisanbau durch Patienten Notstand? +++ Galerie: Die neuen Cannabissorten von Kannabia Seeds +++ Kiffertypen: Der Esoteriker +++ Sortenportrait: Lambo OG +++ und viel mehr...

 

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Heute Mittag war es soweit: Das Gesetz zu Cannabis als Medizin wurde vom Deutschen Bundestag einstimmig angenommen!

 

Das Wichtigste zuerst: Die Ausnahmegenehmigung wird hinfällig, Ärzte dürfen nun Cannabis als Medizin verschreiben. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen wird allerdings nur gewährleistet, wenn Cannabis als Medizin von Kassenärzten verschrieben wird. Das Gesetz wird ab aller Vorraussicht nach im März oder April 2017 in Kraft treten.

 

Die Fakten:

 

- Das neue Cannabis-Gesetz wird im März oder April 2017 in Kraft treten.

 

- Es gibt keine Ausnahmegenehmigung zum Cannabiskonsum mehr. Jeder, der bislang eine der knapp über Tausend erteilten Ausnahmegenehmigungen besitzt, kann jedoch davon ausgehen, dass ihm weiterhin das Recht erteilt wird, Cannabis zu konsumieren.

 

- Im Gegenteil gibt es sogar Vorteile für die Patienten, die bislang eine Ausnahmegenehmigung zum Erwerb und Konsum von Cannabis hatten: Denn bislang zahlten die Krankenkassen die Medikamente nicht, nun sind sie dazu aber verpflichtet.

 

- Die Krankenkassen dürfen eine Kostenübernahme nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern – dies gilt natürlich nur für Menschen, die aufgrund einer „schwerwiegenden Erkrankung“ tatsächliche medizinisch auf den Einsatz von Cannabis angewiesen sind.

 

- Was eine „schwerwiegenden Erkrankung“ und damit Grundvoraussetzung für eine Kostenerstattung von Cannabis außerhalb einer gegebenfalls vorhandenen Indikation ist, ist noch unklar.

 

- Auch gibt es eine weitere wichtige Änderung im Gegensatz zur bisherigen Regelung zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Erwerb von Cannabis: Die Gesundheitsstaatssekretärin Ingrid Fischbach (CDU) erklärte dazu, dass Schwerkranke nicht austherapiert sein müssen, bevor ein Arzt Cannabis verschreibt. Der Arzt könne entscheiden, wann er den Schritt für notwendig erachtet.

 

- In Ausnahmefällen sollen Patienten auch Anspruch auf im Ausland zugelassene THC-Fertigarzneimittel (etwa Dronabinol oder Nabilon) statt auf natürliche Cannabisprodukte erhalten.

 

- Cannabis verschreiben darf zwar jeder Arzt, eine Kostenübernahme ist aber nur nach Überprüfung durch einen Kassenarzt möglich.

 

- Ein Rezept vom Arzt schützt die Konsumenten vor Anzeige wegen illegalem Cannabisbesitz.

 

- Ein Eigenanbau für Patienten (und auch für sonst niemanden) ist nicht vorgesehen. Die Bundesregierung vertritt die Ansicht, das ansonsten ein unkontrollierbares Produkt entstehen würde, das mit den Qualitätsansprüchen von Apotheken-Cannabis nicht vereinbar wäre.

 

- Die Versorgung Deutschlands mit Cannabisblüten soll durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland durch die sogenannte „Cannabisagentur“ erfolgen. Bis dies in die Wege geleitet wurde, soll der Vertrieb von Apotheken-Cannabis durch Importe gedeckt werden. Die Einrichtung dieser Cannabisagentur soll durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) umgesetzt werden.

 

- Zusammen mit der Gesetzesänderung im März, wird es eine umfangreiche Begleitstudie zum Thema Cannabis als Medizin geben. Dazu übermitteln die Ärzte Daten zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen anonymisiert an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

 

- Im Palliativbereich muss ein Antrag auf medizinisches Cannabis laut dem heute verabschiedeten Gesetz innerhalb von drei Tagen zugelassen werden.

 

- Frank Tempel (Die Linke) forderte, im Zusammenhang mit der Cannabis-Medizin nun auch die Führerscheinpraxis zu überprüfen, da Cannabispatienten Gefahr liefen, bei Polizeikontrollen ihre Fahrerlaubnis zu verlieren.

 

- Eine generelle Legalisierung von Cannabis wird von der Bundesregierung weiterhin abgelehnt.

 

Weiterführende Links:

Spiegel.de – Bundestag lässt Cannabis auf Rezept zu

Sueddeutsche.de – Bundestag beschließt Freigabe von Cannabis auf Rezept

Bundestag.de – Informationen und Link zum heute verabschiedeten Cannabis-Gesetz

AlternativeDrogenpolitik.de – Fragen und Antworten zum Cannabis als Medizin-Gesetz

 

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Cannabis legal geerntet – und das in Deutschland! Ein großer Schritt für Michael F. und ein noch größerer Schritt für die deutsche Bevölkerung. Vor wenigen Tagen war es so weit: Die erste Cannabisernte Deutschlands, für die der 54-jährige Medizinpatient Michael F. aus Mannheim im September 2016 als bisher einziger Mensch in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten hatte (wir berichteten), stand an:

 

Wie im Blog von Sensi Seeds berichtet wurde, wurden 240 Gramm der Sorte Jorge’s Diamonds #1 von der Samenbank Dutch Passion geerntet. Dies ist eine indicalastige Sorte mit einem THC-Gehalt von durchschnittlich 17 Prozent. Aber auch alle anderen Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Tetrahydrocannabivarin (THCV) sind bei dieser Cannabissorte stark vertreten.

 

Der an Multipler Sklerose erkrankte, 54-jährige Michael F. hatte sich insgesamt 16 Jahre durch sämtliche Instanzen geklagt, um seine Medizin – Cannabis – selbst anbauen zu dürfen. Wie wir berichteten, kann er nur durch den Konsum von Cannabis die Symptome seiner Krankheit bekämpfen. Nach seinen Angaben und nach Ansicht seiner Ärzte, gibt es für ihn keine Alternative zur Therapie mit Marihuana. Der Tagesbedarf des Klägers liegt bei etwa drei bis vier Gramm pro Tag.

 

Zwar hat der Mann auch eine Ausnahmeerlaubnis für den Erwerb von Cannabisblüten in Apotheken, doch ist dies bei Preisen ab 15 Euro für ein Gramm Marihuana für ihn nicht bezahlbar, da die Krankenkassen (noch) nicht zahlen (müssen). Vermutlich aus diesem Grund ist die Ausnahmegenehmigung des 54-jährigen Mannheimers, die für den Anbau von 20 Cannabispflanzen gilt, auch vorerst bis zum 30. Juni 2017 befristet.

 

Denn wie wir berichteten, könnte unter Umständen bis zu diesem Zeitpunkt eine Kostenübernahme von medizinischem Cannabis durch die Krankenkassen auf den Weg gebracht werden, was eine Ausnahmegenehmigung zum Selbstanbau von Cannabis – aus Sicht der Bundesregierung – überflüssig machen würde. Dies würde übrigens allein den Pharma-Firmen und Apotheken nutzen, die medizinisches Marihuana zum Zehn- bis Fünfzehnfachen des Produktionspreises verkaufen.

 

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Immerhin: Auch wenn Krankenkassen in Deutschland bislang nicht grundsätzlich verpflichtet werden können, die Kosten für eine Behandlung mit Cannabis zu übernehmen, liegt nun eine interessante Entscheidung des Sozialgerichts Dortmund vor: Krankenkassen sind verpflichtet, die Kosten für Cannabisblüten zur Schmerztherapie zu tragen, wenn sie über einen entsprechenden Leistungsantrag des Versicherten verspätet entscheiden. So heißt es in der gestrigen Pressemitteilung der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Im konkreten Fall ging es um einen Schmerzpatienten aus Witten, der über eine betäubungsmittelrechtliche Sondergenehmigung zum Erwerb von Medizinal-Cannabisblüten verfügt. Der Antrag auf eine Kostenübernahme durch seine Krankenkasse Barmer GEK wurde mit der Begründung abgelehnt, bei Marihuana handele es sich weder um Arzneimittel noch um eine Rezepturvorbereitung. Auch stünden weitere wirksame Medikamente zur Verfügung.

 

Nun verurteilte das Sozialgericht Dortmund allerdings die Barmer GEK, die anfallenden Kosten für den Bedarf von monatlich 56 Gramm Cannabisblüten des Klägers zu übernehmen. Begründet wurde dies allerdings leider nicht etwa durch die plötzliche Erkenntnis, Cannabis sei ein ausgezeichnetes Medikament, sondern mit deutscher Gründlichkeit: Die Barmer GEK habe die gesetzliche 5-Wochenfrist des § 13 Abs. 3a SGB V zur Entscheidung über den Leistungsantrag des Klägers nicht eingehalten und ihn nicht über die Gründe hierfür rechtzeitig schriftlich informiert. Damit trete eine Genehmigungsfiktion ein, unabhängig davon, ob die Krankenkasse tatsächlich leistungspflichtig sei.

 

In den letzten Wochen ist Cannabis auf Rezept wieder ein deutliches Thema in der deutschen Öffentlichkeit geworden. So veröffentlichte gestern etwa Heike Le Ker auf „Spiegel Online“ einen vieldiskutierten Kommentar zu dieser Thematik.