Wenn es Gefangenen in der Regeln an einem nicht mangelt, dann an Weed und Hasch, um sich den tristen Knastalltag schönzueimern. Da dichte Gefangene in der Regel auch ruhigere Gefangene sind, wird gerne schon einmal weggeschaut. Doch auch im Gefängnis ist das Kiffen illegal und die Wege, wie die Rauchware hereingelangen können, sind begrenzt.

 

Doch die moderne Technik hat eine neue Möglichkeit eröffnet. War der Luftraum bislang nur mit einer Zwille zu überbrücken, können heutzutage Drohnen die gewünschten Pakete viel zielgenauer an den Empfänger bringen. Wie der „Tagesspiegel“ heute berichtet, wurden im vergangenen Jahr mindestens zwei Vorfälle in Berliner Gefängnissen aktenkundig, bei denen es zu einer Cannabislieferung mithilfe von Drohnen kam:

 

In der JVA Moabit fielen 6 Gramm Weed und 11 Gramm Haschisch vom Himmel und in der Frauenhaftanstalt Lichtenberg wurde ein Überflug bemerkt.

Ein Gericht in Puerto del Rosario auf Fuerteventura (Spanien) hat ein wegweisendes Urteil gesprochen: nach Razzien hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Personen erhoben, die mit 12 beziehungsweise 9,7 Kilogramm Marihuana erwischt worden waren. Gefordert wurden jeweils bis zu vier Jahre Haft für die Beschuldigten.

 

Die Anwälte der beiden argumentierten jedoch mit Eigenbedarf – das Marihuana sei für die Bekämpfung chronischer Schmerzen gedacht gewesen. Um dies zu untermauern, wurden diverse ärztliche Gutachten vorgelegt, wie „Atlantis FM“ berichtete.

 

Und siehe da: Das Gericht sprach beide Angeklagten frei. Damit stellen 12 Kilogramm Marihuana nun die höchste jemals als Eigenbedarf akzeptierte Menge in Spanien dar.

Na ist schon wieder Weihnachten – oder Wahlkampf? Cem Özdemir (Grüne) fordert heute öffentlichkeitswirksam in einem offenen Brief an die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) die kontrollierte Freigabe von Cannabis an Volljährige. Die Politik von Marlene Mortler sei fehlgeschlagen, gar „krachend gescheitert“.

 

Ja, das Zeugnis für Frau Mortler fällt nicht gut aus – so Özdemir weiter: „Es fehlen jegliche Impulse für eine grundlegende Reform der Drogenpolitik in Deutschland. Ja, es fehlt sogar der Wille, ehrlich der Frage nachzugehen, ob die heutige Drogenpolitik überhaupt ihre Ziele erreicht.“

 

Der komplette offene Brief Özdemirs an Frau Mortler kann übrigens auf der Website von „Zeit Online“ eingesehen werden: interactive.zeit.de/2017/pdfs/brief_cem_oezdemir_frau_mortler.pdf

 

Mit Auslöser für den Brief ist sicherlich die heute im Bundestag stattfindende Abstimmung über den Gesetzesentwurf der Grünen zu einem Cannabiskontrollgesetz, das eine regulierte Abgabe an Erwachsene vorsieht und so laut Özdemir den Schwarzmarkt zerstören und den Jugendschutz dadurch verbessern würde.

 

Vielleicht waren wir einfach zu lange auf dem Schwarzmarkt, aber wir sehen für die Abstimmung jedenfalls CSU-schwarz: dass heute Cannabis legalisiert wird, ist so unwahrscheinlich wie eine sachliche, ehrlich am Wohl der Bürger interessierte Frau Mortler.

Kiffen in Frankreich – wer schon einmal dort war, mag eventuell gar nicht glauben, dass Frankreich eines der härtesten Cannabisgesetze Europas hat. Frankreich ist eines der sechs verbleibenden EU-Länder, die das Kiffen an sich, den Konsum von Cannabis, unter Strafe stellen. Und wie! Die gesetzliche Höchststrafe fürs Kiffen liegt bei einem Bußgeld von 3.750 Euro sowie einer Haft von einem Jahr – nur für das Rauchen eines Joints!

 

Dass Franzosen für simples Kiffen in den Knast gesteckt werden können, soll nun geändert werden. Bis Jahresende soll die Haftstrafe als gesetzliche Möglichkeit zur Sanktionierung von Cannabiskonsum abgeschafft werden. Dies war eines der Wahlversprechen des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Christophe Castaner, der Regierungssprecher Frankreichs, äußerte sich allerdings dahingehend, dass niemand eine Entkriminalisierung des Kiffens zu erwarten habe.

 

Immerhin ist die Abschaffung von Haftstrafen für Cannabiskonsum jedoch ein erster Schritt in die richtige Richtung. So sieht dies auch einer der Sprecher der französischen Polizeigewerkschaft, den „euronews.com“ wie folgt zitiert: „Es ist eine gute Idee, die sich an der Realität orientiert. Die meisten Polizisten, die jemanden beim Rauchen von Cannabis erwischen, sagen der Person, sie soll den Joint wegwerfen – aber verfolgen es nicht weiter.

 

Manchmal ziehen die Polizisten sogar vorher noch am Joint, um zu „überprüfen“, ob es sich auch wirklich um Cannabis handelt, wie uns schon mehrfach aus Frankreich berichtet wurde. Dies wurde vom Polizeisprecher allerdings nicht erwähnt...

 

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Cannabis in aller Munde – in der heutigen Zeit raucht gefühlt jeder Marihuana. Leute, die etwas dagegen haben, scheinen uralt zu sein oder aus Bayern oder den Philippinen zu stammen. Doch was sind die schönsten Gefühle gegen klare Fakten? Mit zu diesen beitragen möchte, wie auch bereits in den vergangenen Jahren, die Drogenumfrage von „Zeit Online“, deren 2016er-Ergebnisse gestern präsentiert wurden.

 

Befragt wurden knapp 36.000 Leser von „Zeit Online“ aus Deutschland, die der Redaktion verraten haben, wie oft sie was konsumieren. Voraussetzung war allerdings, dass man auch Drogen nimmt – dazu wurden jedoch auch etwa Viagra oder Energydrinks gezählt. 69 Prozent der Befragten waren männlich, dementsprechend 31 Prozent weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 31 Jahre. Dem „Zeit“-Klientel entsprechend hat fast die Hälfte der Teilnehmer einen Uni-Abschluss, während ein knappes Viertel noch studiert.

 

Wenig überraschend: Alkohol war mal wieder der Gewinner der Veranstaltung. 94 Prozent der Befragten haben 2016 Alkohol konsumiert (jeder siebte Mann und vier Prozent der Frauen kommen dabei auf mindestens monatliche Filmrisse). Auf dem Silbertreppchen findet sich dann aber direkt Cannabis in all seinen Spielformen, das von 51 Prozent der Umfrageteilnehmer im vergangenen Jahr konsumiert wurde. Am häufigsten wurde dabei Marihuana konsumiert, vor allem in Form eines Joints – noch vor Tabak (45 Prozent) oder Energydrinks (40 Prozent).

 

Ein Drittel der Cannabiskonsumenten kiffte dabei mindestens jeden dritten Tag. 0,3 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, den Notruf aufgrund ihrer Cannabiserfahrung gerufen zu haben. Ebenfalls interessant: Angegeben wurde, dass 41 Prozent den ersten Zug am Joint frühestens fünf Stunden nach dem Aufstehen zu sich nehmen – im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass über die Hälfte der Cannabiskonsumenten dies vorher tut. Diese Aussage findet sich jedoch in dieser Form nicht in der Ergebnispräsentation der „Zeit“. Die Hälfte der Befragten raucht den letzten Joint des Tages ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen.

Cannabisbesitz ist auch in der Schweiz derzeit noch illegal. Doch dies könnte sich nun ändern – dank einem jungen Jura-Studenten, über den wir erst im vergangenen September berichteten, als er in Zürich vor Gericht einen Freispruch für einen Freund erwirkte, der mit acht Gramm Marihuana von der Polizei erwischt wurde.

 

Damals war der Jura-Student (oder Jus-Student wie es in der Schweiz heißt) im ersten Semester und wurde vor Gericht zunächst noch belächelt. Doch am Ende seiner Ausführungen gratulierte ihm der Richter sogar: Acht Gramm Cannabis seien eine geringe Menge und demnach nicht strafbar. Die Ordnungsbuße, die sein Freund ursprünglich zahlen sollte, sei demnach nicht zu zahlen. Besonders schön: die Stadtpolizei Zürich musste sich vom Gericht anhören, ungesetzlich gehandelt zu haben.

 

Und darauf will der Student namens Till Eigenheer, der inzwischen bei der Rechtsanwaltskanzlei Bühlmann & Fritschi in Zürich arbeitet, nun aufbauen, wie „watson.ch“ berichtet: denn seine erfolgreiche Argumentation vor Gericht stützte sich vergangenes Jahr auf Artikel 19b im schweizerischen Betäubungsmittelgesetz. Dieser Artikel besagt, dass geringe Mengen für die „Vorbereitung“ von Eigenkonsum straffrei bleiben. Unklar ist jedoch, was diese Vorbereitung genau darstellen soll, und auch, was eine geringe Menge ist.

 

Derzeit ist es in der Schweiz so, dass jeder, der mit Cannabis unter zehn Gramm aufgegriffen wird, eine Ordnungsbuße von 100 Franken zahlen muss – dies ist sogar bei legalem CBD-Gras aus der Schweiz immer wieder vorgekommen, wie wir berichtet haben. Doch diesen Umstand möchte Eigenheer nun ändern. Er vertritt nun einen Mandanten, der zweimal von der Stadtpolizei Zürich mit Cannabismengen unter zehn Gramm erwischt wurde.

 

Wie bei „watson.ch“ zu lesen ist, sieht der Plan des jungen Anwalts vor, dass das Bezirksgericht sein Urteil von 2016 bestätigt und das Stadtrichteramt daraufhin Einspruch einlegt. Dies würde zu einem Grundsatzentscheid des Obergerichts des Kantons Zürich führen. Dass das Stadtrichteramt mitspielt ist wahrscheinlich, da der Gemeinderat ebenfalls an einem Grundsatzentscheid interessiert ist.

 

Auch einen Gang bis vors Bundesgericht möchten Eigenheer und sein Mandant nicht ausschließen – dann müsste allerdings ein Kollege mithelfen, denn als Jus-Student kann Eigenheer nicht zur Verteidigung zugelassen werden. Eine Entscheidung des Bundesgerichts würde allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Kanton Zürich, sondern die ganze Schweiz haben – die über 19.000 Ordnungsbußen für Cannabisbesitz, die 2016 in der Schweiz verhangen wurden, könnten sich dann in Zukunft auf null reduzieren.

 

Bis es so weit wäre, müssen allerdings noch ein oder zwei Jahre ins Land ziehen – zunächst einmal wird vor dem Bezirksgericht Zürich verhandelt werden, was im kommenden Monat der Fall ist.

Was die Champions League für die Fußballer ist, das ist die National Joint League (kurz NJL) für Joint-Künstler. Hier treten die fantasievollsten, kreativsten und geschicktesten Bauer gegeneinander an und kämpfen mit Weed und Blättchen um die Gunst der anspruchsvollen Cannabis-Fans. Und trotz des "National" im Namen darf von jedem Land aus teilgenommen werden.

 

Denn im Rahmen eines gut besuchten Instagram-Accounts kann hier jeder durch Kommentieren zum Jury-Mitglied werden und seine Stimme für den favorisierten Joint abgeben. Das Werk, das die meisten Stimmen für sich verbuchen kann, kommt eine Runde weiter und muss sich einem neuen Joint-Gegner stellen. Über 30.000 Fans verfolgen die NJL auf Instagram, an den Abstimmungen beteiligen sich regelmäßig hunderte Joint-Kritiker. Den NJL-Instagram-Account, über den ihr auch an den Abstimmungen teilnehmen könnt, findet ihr hier. (Übrigens hat auch Highway einen Instagram-Account, den ihr hier begutachten könnt.)

 

Vor gut einem Monat wurde übrigens der Gewinner von Saison 7 der National Joint League bekanntgegeben: Eine kunstvoller Iron-Man-Joint von Artist „FlipU4Real“ (siehe unten).

 

Der Gewinner-Joint von Saison 7

 

Ein weiters Kunstwerk von FlipU4Real

 

 

 

Jointbau-Profis bei der Arbeit

Solche Leute braucht das Land! Gestern stand ein 30-Jähriger in Düsseldorf vor Gericht. Nach elf Vorstrafen war er erneut mit einer geringen Menge Haschisch zum Eigenkonsum erwischt worden. Vor Gericht schimpfte er heftig auf die deutsche Justiz: „Ich habe gebettelt, dass ich eine frühere Strafe von drei Monaten endlich absitzen kann. Ich will einen Schlussstrich, alles vom Tisch haben, dann kann ich einen Job und eine Wohnung suchen“, zitiert ihn „RP Online“ heute.

 

„Bewährung bringt mich keinen Schritt weiter!“, verkündete er weiter vor Gericht. Mit der drohenden Inhaftierung, die nach seiner Ansicht sowieso kommen würde, könne er sich derzeit kein Leben aufbauen: „Irgendwann muss ich die Strafe sowieso verbüßen, weil das Haschischrauchen werde ich nicht lassen.“

 

Er habe sogar bereits absichtlich Gerichtsauflagen verletzt, um inhaftiert zu werden, was bislang aber noch nicht geschehen war. Doch die gestrige Richterin zeigte sich einsichtig und erfüllte dem jungen Mann seinen Wunsch: fünf Monate Haft ohne Bewährung!

 

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Cannabis in Deutschland: Alltag? Normalität? Ja! Außer ein paar rechten Dumpfbacken sowie ein paar alten Leutchen jenseits der 70 Jahre gibt es praktisch niemanden mehr, der Cannabiskonsumenten in Deutschland Böses will. Warum auch? Praktisch niemanden?

 

Ja – nur der Staat hat aufgrund seiner Verpflichtungen der Alkohol- und Pharmamafia gegenüber ein berechtigtes Interesse daran, sogenannte Kiffer zu verfolgen und dafür zu bestrafen, dass sie eine friedlich machende Pflanze rauchen. Und wie! Im Jahr 2016 wurden so viele reine Cannabiskonsumenten in Deutschland verfolgt wie niemals zuvor, wie die nun veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 aufzeigt. 182.399 Cannabis-Delikte wurden von der deutschen Polizei vergangenes Jahr aufgenommen – davon entfielen genau 80 Prozent auf reine Konsum-Delikte, also Kleinstmengen.

 

Seit den 1990er-Jahren, in denen vermutlich grob in etwa genau so viel Cannabis konsumiert wurde wie heutzutage, haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. Ein absolutes Armutszeugnis für die deutsche Regierung und Polizei. Pfui!

Jetzt wird es ernst für alle Freunde des aromatisierten Blunts. Ob Banana Split, Cherry Vanilla oder Blueberry – die aromatisierten Tabakblätter in der bunten Verpackung werden ab dem 20. Mai aus den Regalen der Kioske und Head-Shops verschwinden. Bereits am 25. Februar 2016 hatte der Bundestag das neue Tabakgesetz, die Tabakproduktrichtlinie TPD2, mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD verabschiedet. Nun bleiben allen Blunt-Liebhabern noch 17 Tage, um sich mit ihren Lieblingssorten einzudecken. Denn im Gegensatz zum Verkauf wird der Besitz weiterhin straffrei bleiben. Das Aromaverbot betrifft jedoch nicht nur die Blunt-Wraps und Rolling Papers mit Geschmack, auch wurden für aromatisierte Liquids für E-Zigaretten Einschränkungen angekündigt.

 

Während sich die Koalitionsparteien für ihren Beschluss auf die Schulter klopften, gab Frank Tempel (Die Linke) zu bedenken, dass gerade dadurch der eigentliche Präventionsgedanke des Gesetzes konterkariert werden könnte. Tempel befürchtet, dass durch die Einschränkungen in Zukunft weniger Zigarettenraucher aufs (immerhin) gesundheitsschonendere Dampfen umsteigen werden und vermutet dahinter einen Deal mit der Tabakindustrie. Und bedenkt man die jahrzehntelange Dämonisierung von Cannabis durch die Regierungsparteien, klingt das leider tatsächlich alles andere als abwegig. Wer sich für den Gesetzestext im Einzelnen interessiert, findet ihn hier.