Die Anbaulizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis auf deutschem Boden sind vergeben. Laut dem Handelsblatt haben jeweils die deutschen Ableger der kanadischen Produzenten Aphria und Aurora sowie das Berliner Unternehmen Demecan die Zuschläge erhalten. Insgesamt 13 Lose wurden unter den drei Firmen aufgeteilt.

 

Drei davon gingen nach Berlin, der Rest wurde zu gleichen Teilen an die Kanadier vergeben. Aphria wird den Anbau durch seine Tochter Nuuvera in einem riesigen 8000-Quadratmeter- Gewächshaus in Neumünster durchführen, wo derzeit noch medizinisches Chili die Hallen füllt. Insgesamt hatten sich 79 Firmen für die Lizenzen beworben. Näheres zu den Spezifikationen der Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es hier.

 

Da nun aber theoretisch noch 10 Tage Zeit bleiben, um gegen die Vergabeentscheidung zu klagen, äußert sich das BfArM bisher noch nicht zu der Lizenzvergabe.

 

Branchenkenner gehen davon aus, dass trotz Anbaus in Deutschland auch weiterhin Cannabisimporte, zum Beispiel aus Kanada, nötig sein werden, um den Bedarf der deutschen Patienten decken zu können.

Der kanadische Cannabisaktivist Dana Larsen verfolgt ein großes Ziel: der Cannabispflanze endlich ihr Stigma nehmen. Denn auch, wenn Cannabis in Larsens Heimat mittlerweile legal ist und sich auch global so langsam aber sicher eine echte Trendwende vollzieht, kursieren noch immer zahlreiche Vorurteile und viel Negativpropaganda über die vielseitige Heil- und Nutzpflanze.

 

Die Art und Weise, mit der Larsen dieses Ziel erreichen will, ist ebenso einfach wie großzügig: auf seiner Website www.overgrowcanada.com verschenkt der 56-jährige Hanfsamen. Und zwar 100 Stück pro Anmeldung, die, wenn es nach Larsen geht, einfach willkürlich an öffentlichen Plätzen in Kanada verstreut werden sollen. Der Aktivist rät allerdings dazu, die Samen zunächst zuhause zum Keimen zu bringen und erst die Setzlinge an die frische Luft zu lassen, da dies die Überlebenschancen der Pflanzen natürlich enorm steigert. Zwischen 2016 und 2018 hat overgrow.com insgesamt stolze 9 Millionen Samen auf ganz Kanada verteilt. Im Jahr 2019 wird es Samen der Sorte Freedom Dream CBD geben, ein nicht feminisierter, CBD-reicher Strain.

 

Wäre doch schön, wenn auch hierzulande jemand dafür sorgen würde, dass  Deutschland bald von wilden Cannabispflanzen nur so überwuchert wird! Nicht nur das Stadtbild würde auf jeden Fall enorm profitieren.

Na, das ist ja ein Ding! Ein ehemaliger Vizekanzler der BRD als Cannabis-Lobbyist? Schön, dass so etwas heutzutage möglich ist! Die Rede ist von Joschka Fischer, der unter der rot-grünen Regierung ab 1998 als Außenminister und Vizekanzler hinter Gerhard Schröder tätig war.

 

Fischer kann auf eine bewegte politische Karriere zurückblicken, die ihn vom linksradikalen Straßenkampf in den 70er-Jahren zum Anzugträger mit Bundestagsmandat führte, der half, die Hartz-IV-Gesetzgebung und die deutsche Beteiligung am Kosovokrieg durchzusetzen. Unvergessen seine Vereidigung im Bundestag 1985, zu der er in Turnschuhen erschien und damit einen Eklat auslöste. Doch das flotte Schuhwerk wich mit der Zeit der Uniform des „Establishments“, Anzug und Krawatte. Passend dazu arbeitete Fischer nach seiner Zeit im Bundestag als Lobbyist, unter anderem für Firmen wie Siemens, BMW und RWE, was ihm nicht wenige übelnehmen.

 

Da ist es doch schön, dass der Mann sich nun wieder seiner Wurzeln besinnt und seine Fähigkeiten und Kontakte als Lobbyist nun für die Legalisierung einsetzt. Im internationalen Beirat des kanadischen Cannabisproduzenten Tilray soll Fischer nun helfen, die „offensive weltweiten Wachstumsstrategie“ umzusetzen. Der 70-Jährige hat aus seiner Einstellung zu Cannabis nie einen Hehl gemacht und sorgte in den 90er-Jahren einmal mehr für Schlagzeilen, als er angab, „mit durchaus positiver Wirkung Haschisch geraucht zu haben“.

Wer gerne Highway liest, hat schon mitbekommen, dass die kanadische Legalisierung mit kleineren und auch größeren Startschwierigkeiten zu kämpfen hat. Kinderkrankheiten sozusagen. Was sich momentan in Kamloops, British Columbia abspielt, dürfte sich, um bei dem Vergleich zu bleiben, etwa im Bereich einer ausgewachsenen Lungenentzündung einordnen. Es handelt sich demnach um einen ziemlich unangenehmen Vorfall, der Legalisierungskritikern in die Hände spielt und leicht zu Schlimmerem hätte führen können.

 

Betroffen ist der Cannabisproduktdistributor Hexo, genauer gesagt ein Produkt aus dessen Sortiment, nämlich ein (vermeintliches) CBD-Mundspray namens Elixir. Wie eine Konsumentin am eigenen Leib herausfinden musste, wäre die Deklaration als THC-Mundspray passender gewesen. Denn während in dem Spray laut Packungsangabe 51,6 mg CBD und 2,1 mg THC enthalten sein sollten, war es in der Realität, da ist sich die Studentin mittlerweile sicher, eher umgekehrt. Also die volle Dröhnung THC bei im Verhältnis verschwindend geringen CBD-Anteil. Was eine derartige Verwechslung beim Konsumenten bewirken kann, dürfte jedem cannabiserfahrenen Leser klar sein. Für alle anderen: anstelle der erwarteten sanften Entspannung ist man auf einmal hackedicht. Für unerfahrene Konsumenten kann das ein psychoaktiver Albtraum werden, mit allem, was dazugehört: Paranoia, Wahrnehmungskapriolen, Zittern, Herzrasen. Im Falle der jungen Frau, die inzwischen Klage eingereicht hat, ist genau das eingetreten. Zum Glück blieb es aber dabei und weder sie selbst noch Unbeteiligte kamen ernsthaft zu Schaden.

 

Distributor Hexo ließ mittlerweile verlauten, dass tatsächlich eine Charge von CBD-Mundspray versandt wurde, zwischen die sich sechs falsch etikettierte, mit THC „kontaminierte“ Flaschen gemischt hatten. Diese seien jedoch keinesfalls in den Handel gelangt, sondern vorher abgefangen worden. Die Entscheidung, ob dem wirklich so war, obliegt nun dem Gericht.

Die kanadische Legalisierung kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Der Verkauf von Cannabis ist dort zwar erst seit knapp eineinhalb Monaten legal, doch die schlechten Nachrichten häufen sich. Nachdem es bereits in den ersten Tagen und Wochen zu massiven Lieferengpässen gekommen war, da die Nachfrage der Konsumenten offenbar sträflich unterschätzt wurde, gibt es nun neuen Ärger an der Cannabis-Front.

 

Denn während zu wenig legales Cannabis zwar ärgerlich, aber wenigstens nicht gesundheitsschädlich ist (zumindest für Freizeitkonsumenten), gibt das, was kanadische Reddit-User in den letzten Tagen publik machten, Cannabisfreunden so richtig zu denken: Käufer hatten in verschiedenen Cannabissorten (u. a. God Bud, Shark Shock, White Shark, Wappa) der Marke RedeCan Schimmel und Milben entdeckt. Nach kurzer Zeit wurde Reddit mit unzähligen Videos und Fotos und Mikroskopien von Buds, die mit Milben (teilweise tot, teilweise lebendig) und Milbendreck kontaminiert waren, überschwemmt. Noch pikanter wird die ganze Angelegenheit, da Cannabis aus dem Hause RedeCan über den Ontario Cannabis Store (OCS), die einzige Anlaufstelle für legales Marihuana in ganz Ontario, vertrieben wird.

 

Nachdem der OCS in der Vergangenheit bereits RedeCan-Cannabis aufgrund von Schimmel zurückrufen musste, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es aufgrund der neuerlichen Verunreinigungen erneut zu Rückrufaktionen kommen wird. Vorfälle wie dieser sind natürlich Gift für die Legalisierungslobby und zwingen die Leute, wieder auf das Angebot des Schwarzmarkts zurückzugreifen. Der Großteil der deutschen Konsumenten hat da ja leider keine Wahl, aber wenigstens dürfte der ein oder andere nun auch sein hierzulande gekauftes Weed auf derartige Verunreinigungen untersuchen und weiß dank zahlreicher Foto-Beispiele aus Kanada auch genau, wonach er suchen muss.

In Kanada ist Cannabis seit dem 17. Oktober dieses Jahres komplett legal – allerdings kam und kommt es in der Anfangsphase der Umstellung doch immer wieder zu Konflikten mit der Polizei. Gründe hierfür sind häufig formalbürokratische Versäumnisse wie nicht eingehaltene Fristen etc. Es entstehen aber Konflikte grundlegenderer Art: das Compassion House, ein Hanf-Shop in Windsor, Ontario, wurde nach nicht einmal zwei Wochen von der Polizei aufgrund des Verkaufs von Cannabis durchsucht und der weitere Verkauf von Pflanzenmaterial wurde untersagt.

 

Bei der Aktion von Shopbetreiber L. Lucier kam einiges zusammen

 

Das Problem ist nämlich, das Marihuana in Ontario ausschließlich über eine staatliche Website gekauft werden darf, zumindest bis April nächsten Jahres. Shopbetreiber und Aktivist Leo Lucier entschied sich daraufhin zu einer ebenso ungewöhnlichen wie medienwirksamen Aktion: Er beschloss, sein Cannabis einfach zu verschenken, wenn er es nicht verkaufen dürfe. Und zwar an jeden einzelnen Shopbesucher, der im Gegenzug etwas zu Essen oder warme Kleidung an Bedürftigenorganisationen wie die örtliche Tafel spendet. Interessenten, und davon gab es, wenig überraschend, eine ganze Menge, tauschten sozusagen ihre mitgebrachten Konservendosen mit Ravioli und Bohnen gegen Joints. In weiser Voraussicht wurden diese in Massen von den Angestellten des Compassion House vorgerollt, sodass auch wirklich jeder Spender einen schönen Spliff als Dankeschön mit nach Hause nehmen durfte.

Mit Edibles ist – gerade als unerfahrener Konsument – nicht zu spaßen, selbst alte Cannabis-Hasen muten sich häufig zu viel zu. Man kann, gerade bei gekauften Produkten, weniger präzise dosieren und die Aufnahme über den Verdauungstrakt wirkt einfach stärker. Wenn man aber in seinem Leben noch gar keine Erfahrung mit Weed gemacht hat, ja dann, sollte man tunlichst die Finger von Edibles lassen.

 

Diese bittere Lektion aus dem Stoner-Handbuch musste der kanadische Polizist V. Dominelli bereits im Januar dieses Jahres auf die harte Tour lernen. Der Ordnungshüter ließ bei einer Razzia in einem Weed-Shop in Toronto unbemerkt ein paar berauschende Schokoriegel mitgehen – um sie einige Stunden später während einer Observation zu snacken. Wie wir damals bereits berichtet hatten, ging die Verköstigung gründlich in die Hose und endete für den unglücklichen Protagonisten mit einem ausgewachsenen Paranoia-Trip. Nun wurden die unrühmlichen Ereignisse vor Gericht aufgearbeitet und einige peinliche Details kamen ans Licht: so war Dominelli nach dem Konsum von Teilen der Riegel fest davon überzeugt, nun sterben zu müssen, und ließ sich auch von einer Kollegin nicht davon abhalten, in „Todesangst“ den Polizeinotruf um Hilfe anzuflehen. Classic!

 

Der Richter fand die ganze Angelegenheit aber weniger lustig und bezeichnete Dominelli als „kompletten Idioten“. Dieser musste sich bereits ein für allemal aus dem Polizeidienst verabschieden und wartet nun auf die Anhörung der bei dem Vorfall anwesenden Kollegin.

Die kanadische Legalisierung ist noch jung, doch schon ist das eingetreten, was Branchenkenner längst prognostiziert hatten. Gras ist fast überall ausverkauft!

Aufgrund der großen Nachfrage kam es vielerorts zu Lieferengpässen, in Montreal warteten Cannabis-Enthusaisten bis zu sieben Stunden vor den Geschäften in der Kälte, bevor sie mit leeren Händen wieder abziehen mussten. Auch die staatlichen Online-Shops warnen vor Wartezeiten von bis zu fünf Tagen. In der Provinz Quebec beispielsweise gingen nach Angaben der Regierung allein in den ersten Stunden nach der Legalisierung 42.000 Bestellungen ein. Von den staatlichen Stellen vernahm man die kleinlaute Erklärung, dass das Interesse der Bevölkerung weit über den Erwartungen liege und man die Nachfrage unterschätzt habe.

Momentan wechselt ein Gramm legales kanadisches Marihuana für umgerechnet etwa 6,70 Euro (10,00 CAD) den Besitzer.

 

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Nachdem in Kanada am gestrigen Mittwoch die Cannabislegalisierung in Kraft getreten ist –  eigentlich schon seit dem Tag, an dem das entsprechende Gesetz das Parlament passiert hatte – stellt sich eine Frage: wie soll mit den Menschen umgegangen werden, die in der Vergangenheit wegen Cannabisbesitz verurteilt wurden? Denn wenige sind das nicht, man spricht von etwa 500.000 Kanadiern, die betroffen sind.

 

Die Liberale Partei unter Führung von Justin Trudeau, der sich seit seiner Ernennung zum Premierminister maßgeblich für die Legalisierung eingesetzt hatte, stellte nun Amnestien und die Löschung von Führungszeugnissen in Aussicht. So weit, so gut – doch leider blieben die Äußerungen mit Verweis auf einen baldigen Gesetzentwurf bisher recht vage und detailarm.

 

Die wichtigste Frage ist dabei wohl, ob die Straftaten gänzlich aus den Akten gestrichen ("expungement") werden und somit keinerlei Hinweis auf Straftaten übrig bleiben oder ob die Regierung sich bloß auf das Aussprechen eines sogenannten "pardon" beschränken wird, nach denen der Betroffene immer noch als in der Vergangenheit verurteilter Krimineller gilt. Vieles ist also noch im Unklaren, das wissen auch Aktivisten und Strafverteidiger. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist die Ankündigung aber in jedem Fall.

 

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Ian Power ist einer der ersten Menschen, die in Kanada legal Cannabis erworben haben. Kurz nach Mitternacht war es für den Neufundländer, der seit etwa acht Uhr des gestrigen Abends in der Warteschlange gestanden hatte, soweit: Die mit dem Firmenlogo des Cannabisproduzenten Tweed bedruckte Papiertüte mit dem begehrten Inhalt ging über die Theke und wechselte ganz legal den Besitzer. Doch Power, der kernige Mittvierziger mit dem karierten Flanellhemd, denkt gar nicht daran, das gerade gekaufte Weed zu rauchen. Nein, viel lieber will er es sich als Andenken an 50 Jahre Legalisierungsaktivismus einrahmen und an die Wand hängen, damit er sich immer an diesen bemerkenswerten Tag erinnern wird. Für den Konsum kann der Kanadier sich ja dann ganz einfach jederzeit noch eine weitere Portion besorgen.

 

 

So zumindest die Theorie, in der Praxis startet der noch sehr junge Cannabisverkauf durchaus holperig, vor allem bezüglich Nachfrage und Angebot. Noch gibt es nämlich noch schlicht und einfach zu wenig von dem begehrten Kraut, je nachdem in welchem Teil Kanadas man sich befindet. In der Pazifik-Provinz British Columbia wird es beispielsweise zum heutigen Stichtag nur eine einzige staatliche Dispensary geben.

Mehr zur Cannabislegalisierung in Kanada erfahrt ihr im neuen Highway, der ab dem 23. Oktober im gut sortierten Kiosk erhältlich ist.

 

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