Wer in der Vergangenheit mal wieder Lust verspürte, in einem Coffeeshop zu entspannen, dem blieb bisher nichts anderes übrig, als sich auf den Weg in die Niederlande zu machen. Anstatt wieder einmal gen Amsterdam aufzubrechen, hat man seit diesem Oktober die Möglichkeit, den ersten Coffeeshop in den Vereinigten Staaten zu besuchen. Der befindet sich mitten in West Hollywood, Los Angeles, und dürfte aus dem Stand eine der glamurösesten Cannabis-Adressen der Welt geworden sein.

 

Der Freizeitkonsum von Cannabis ist in Kalifornien zwar schon seit 2017 erlaubt, aber in den Dispensarys ist der Konsum ausdrücklich verboten. Cannabisproduzent Lowell Farms hat sich nicht lumpen lassen und hat nun für genau diesen Zweck eine „Erlebnisgastronomie“ geschaffen, die die meisten holländischen Coffeeshops in den Schatten stellen dürfte. Schummrige Ausleuchtung und abgewetztes Mobiliar sucht man hier vergeblich, das Interieur ist blitzsauber, (sonnen-)lichtdurchflutet und stylisch.

 

Alkohol wird nicht ausgeschenkt, denn wie auch in den Niederlanden ist Mischkonsum durch den Gesetzgeber nicht gestattet. Dafür gibt es aber nicht nur die üblichen Snacks zum Joint, nein, stattdessen erwartet den Gast eine reichhaltige Speisekarte mit hochwertigen Gerichten aus dem Topf von Spitzenköchin Andrea Drummer. Anstelle von Sommeliers steht dem unerfahrenen Besucher der sogenannte „tableside flower service“ zur Verfügung, der dabei hilft, die richtige Strain-Wahl zu treffen.

 

Man merkt schon, die ganze Angelegenheit ist gutes Stück exklusiver als Chocomel und Haschisch-Joint, aber das ist wohl einfach Hollywood. Und wo sonst kann man schon Pop-Star Miley Cyrus und Produzent Mark Ronson (die bei der Eröffnung gesichtet wurden) auf einen Gute-Nacht-Joint treffen? Na ja, wenn man es mal genauer bedenkt, so ein bisschen was Abgeranztes, das kann ja hin und wieder auch ganz gemütlich sein

Vape-Pens und E-Zigaretten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gerade Cannabis-Neulinge, die im Zuge gestiegener sozialer Akzeptanz ihre ersten Erfahrungen machen, interessieren sich fürs Vaporisieren. Ähnliches gilt für die zahlreichen Patienten, die selbstverständlich nach einem gesunden Weg suchen, ihre Medizin zu konsumieren. Für die Mehrzahl dieser Nutzer ergibt es einfach keinen Sinn, ihr Arzneimittel auf eine gesundheitsschädliche Art und Weise (z.B. im Joint) einzunehmen und damit die heilsame Wirkung des Cannabis ad absurdum zu führen.

 

Leider gibt es nun Besorgnis erregende Nachrichten aus Kalifornien zum Thema Vaporisieren. Im Rahmen verschärfter Regularien, Kontrollen und Tests, denen sich die legale Cannabisindustrie bzw. ihre Produkte in steigendem Maße zu unterziehen hat, kommen derzeit einige unangenehme Wahrheiten ans Licht. Da aufgrund steigender Konkurrenz möglichst billig produziert werden muss, lassen viele US-Firmen ihre Vape-Pens in China zusammensetzen oder nutzen zumindest Einzelteile aus Fernost. Die Folgen: ein erhöhter Blei-Anteil in den Kartuschen und im schlimmsten Fall Bleidämpfe in den Lungen der Konsumenten. Selbst hochpreisige und vermeintlich hochwertige Kartuschen sind von den Verunreinigungen nicht ausgenommen, von obskuren Billig-Geräten vom Grabbeltisch einmal ganz zu schweigen.

 

Problematisch ist außerdem, dass nicht wenige Prüflabors der Cannabisbranche noch gar nicht ausreichend ausgerüstet sind, um die erweiterten Tests korrekt durchführen zu können. John Myers, Verkaufsleiter des Händlers für Cannabiszubehör Calico Group, berichtet von kalifornischen Cannabisfirmen, die ihre Cartridges von unabhängigen Laboren testen ließen: demnach waren fünf Prozent der eingereichten Proben mit Bleirückständen kontaminiert. Der Gründer der Testeinrichtung SC Labs Josh Wurzer räumt in einem offiziellen Statement gegenüber der Presse zwar Probleme ein, sprach aber nur von etwa 0,5 Prozent positiver Blei-Tests durch sein Unternehmen.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen der Branche ihre Veranwortung gegenüber der Gesundheit ihrer Kunden ernst nehmen und nicht der Profitgier opfern.

Hat er etwa ein Angebot bekommen, dass er nicht ablehnen konnte? Wahrscheinlich ist es eher die Liebe von Regie-Legende Francis Ford Coppola zu gutem kalifornischen Wein, die ihn auch dem Weed näherbrachte. Der Regisseur, der mit den absoluten Filmklassikern „Der Pate“ und „Apokalypse Now“ auf ewig in die Hall Of Fame der Filmregisseure eingetreten ist, sieht in beiden Genussmitteln ein besonderes Geschenk der Natur, dass es zu hegen und zu pflegen gilt. Der vierfache Oscar-Preisträger, der sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr aus dem Filmbusiness verabschiedet hat, kann bereits auf eine erfolgreiche Karriere als Winzer zurückblicken. In Kooperation mit dem Unternehmen „The Herb Somm“, dass sich auf die Kreation hochpreisiger Gourmet-Cannabis-Marken spezialisiert hat, wagte Coppola (übrigens der Onkel von Nicolas Cage) nun den Sprung ins Cannabusiness. Seine sogenannte „Grower’s Series“ enthält je ein Gramm dreier biologisch angebauter Gourmet-Strains, die die verschiedenen Mikroklimata des Humboldt County repräsentieren und für Marihuana von höchster Qualität stehen.

In Kalifornien sind Waldbrände eine alljährlich wiederkehrende Gefahr. Bei durchschnittlichen Tagestemperaturen von 30 Grad und ausbleibendem Regen breiten sich die Feuersbrünste rasend schnell aus und hinterlassen auf ihrem Weg bloß Zerstörung, Ruß und Asche. Im Norden des Bundesstaats, der übrigens Anfang des Jahres Cannabis legalisierte, wütete gerade ein Brand riesigen Ausmaßes, als die verdutzten Feuerwehrmänner, mitten in der evakuierten Zone, auf drei Männer trafen, die sich weigerten, ihre Cannabisplantage zu verlassen und verzweifelt versuchten, ihre Pflanzen zu kühlen. Die Outdoor-Grower, die sich in der Zone eigentlich gar nicht hätten aufhalten dürfen, befanden sich gerade einmal 18 Meter von der Feuerlinie entfernt. Den Feuerwehrmännern blieb nichts anderes übrig, als die Cannabisfreunde zu ihrem eigenen Glück zu zwingen und die Polizei zu Hilfe zu rufen, um die Männer abtransportieren zu lassen. Sie wurden aufgrund der Behinderung von Löscharbeiten und des Aufenthaltes in einer Evakuierungszone vorläufig festgenommen.