Ein Thema, zwei Meinungen und 90 Minuten Zeit um zu überzeugen: Die österreichische Fernsehsendung „Im Namen des Volkes“ mit Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss ging am Wochenende in die dritte Runde. Das Thema war dieses Mal die Legalisierung von Cannabis. Dabei wurden medizinische, psychologische und strafrechtliche Aspekte diskutiert, um den Zuschauern die beste Entscheidungsgrundlage zu liefern. Denn das besondere an diesem TV-Format: die Zuschauer stimmen am Ende der Diskussion darüber ab, welche der beiden vortragenden Parteien sie überzeugt (oder ihre bereits bestehende Meinung bestätigt) hat.

 

Das „Ja“-Lager, die Befürworter einer Cannabis-Legalisierung, wurden von Toni Straka, dem Obmann des Hanfinstituts angeführt. Er war jahrelang Finanz-Journalist und -Analyst, wurde dann wegen Cannabisbesitz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Cannabis-Rauchen ist für ihn eine opferlose Tätigkeit und harmlos im Vergleich zu Alkohol. Er bekam Unterstützung von Anwalt Gottfried Hudl und der Ärztin Dagmar Zidek.

 

Das „Nein“-Lager wurde angeführt von Eleonore Hübner, Assistenz-Professorin am Institut für Strafrecht der Uni Salzburg und Co-Autorin des Berichts „Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs“. Sie hält Cannabis-Konsum für wesentlich gefährlicher als dargestellt. Ihre Experten sind der Richter Helmut Wlasak und der Psychiater und Autor Kurosh Yazdi, der vor Kurzem das unsägliche Buch „Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient“ veröffentlicht hat, das völlig zu Recht bei Amazon auf ziemlich knappe 2 von 5 Sternen Durchschnittsbewertung kommt (hier klicken, um das Buch zu bestellen oder zu bewerten).

 

Ex-OGH-Präsidentin und Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss führte durch den Wettkampf der Argumente. Mit Hilfe von Experten, Kreuzverhören und Video-Zuspielern versuchen Straka und Hübner die Zuschauer von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Das von OGM repräsentativ ausgewählte Österreich-Panel entschied am Ende darüber, welche Seite die besseren Argumente hatte. Und per Social Media und Telefon-Hotline konnte ganz Österreich seine Meinung kundtun.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

Wer sich nicht die ganze Sendung oder nur Auszüge anschauen möchte, kann im Folgenden auch unsere Zusammenfassung sowie die Ergebnisse der Zuschauerabstimmung erfahren (Achtung Spoiler).

 

Die beiden Parteien wurden hauptsächlich von den „Anführern“ Toni Straka und Eleonore Hübner vertreten, die einzelne Fragen der Moderatorin beantworteten und sich redlich bemühten, sich nicht gegenseitig ins Wort zu fallen. Toni Straka gebührt an dieser Stelle das weitaus größere Lob, denn er musste sich den ganzen alten Quatsch anhören, den selbst unsere Großmütter nicht mehr glauben.

 

Eleonore Hübner kramte so tief wie möglich in der Schwachsinnskiste und präsentierte halt den üblichen Schmarrn, den man ansonsten von Alkohol- und Pharma-Lobbyisten hört: Cannabis löst überall und dauern Psychosen aus, Cannabis ist eine Einstiegsdroge und der Jugendschutz kann nur durch ein Verbot aufrecht erhalten „bleiben“. Jeder, der sich anständig mit dieser Thematik beschäftigt, kann bei diesen Passagen nur müde lächeln – oder aber auch herzergreifend weinen.

 

Doch es kam noch schlimmer: Sogar das Flashback-Argument, das wir eigentlich seit Mitte der Neunzigerjahre für ausgestorben hielten, wurde angeführt (und wie auch in den Neunzigern, wurde gerne mal von Flashback, mal von Backflash geschwafelt). Lächerlich bis zum geht nicht mehr. Aber was soll man von einer Person erwarten, die des Weiteren ernsthaft behauptete, dass man nicht arbeiten gehen könne, wenn man ein Kiffer ist oder von Cannabis als „das Gift, das das Leben zerstört“ faselt.

 

Toni Straka entgegnete eigentlich schon zu Beginn alles, was man dazu sagen müsste, wenn ein guter Teil der Menschheit nicht seit Anfang des letzten Jahrhunderts durch solch miese Gehirnwäsche schon auf dumm gepolt worden wäre. Denn er führte an, dass sich die Cannabis-Prohibition auf Jahrzehnte alte Gesetze stützt, deren Grundlagen seit Mitte des letzten Jahrhunderts nicht mehr überprüft wurden – beziehungsweise nicht vom Gesetzgeber überprüft wurden, denn die Gegenargumente Strakas trafen alle ins Schwarze.

 

Und so sah Eleonore Hübner nur noch eine Möglichkeit, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen: den Rest der Sendung darauf hinweisen, dass Tausende Leben von Jugendlichen durch Cannabis zerstört würden – immer und immer wieder. So wurde die Diskussion leider kaputt gemacht, aber Frau Hübner konnte so vermutlich noch einige Stimmen aus der nicht zu vernachlässigenden Gruppe der Eltern auf ihre Seite ziehen. Alle anderen, die nicht emotional an die Sache herangingen, konnten sehen, dass sie keinerlei stichhaltigen Argumente hatte, die gegen eine Cannabislegalisierung sprechen würden.

 

Das Ergebnis fiel dann interessant aus: Nur Sekunden, nachdem ein Moderator verkündete, dass im äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die Abstimmung der Österreicher über die Cannabis-Frage 50 zu 50 ausgehen würde, die Nein-Fraktion gewonnen hätte, da die Befürworter einer Gesetzesänderung die Mehrheit der Bevölkerung überzeugen müssten, wurde das Ergebnis bekanntgegeben: 50 zu 50!

 

Auch wenn es nach dem Reglement die denkbar knappste Niederlage für die Cannabis-Befürworter war, war es im Endeffekt doch ein riesiger Erfolg: dass 50 Prozent der Österreicher für eine Cannabislegalisierung stimmen würden, wurde von großen Teilen beider Seiten wohl nicht unbedingt vermutet.

 

Die Abstimmung mit 50 Prozent Ja- und 50 Prozent Nein-Stimmen schlüsselte sich im Detail unter anderem so auf:

 

Frauen: 46 % JA, 54 % NEIN

Männer: 56 % JA, 44 % NEIN

16 – 29 Jahre alt: 54 % JA, 46 % NEIN

30 – 49 Jahre alt: 47 % JA, 53 % NEIN

Über 50 Jahre alt: 51 % JA, 49 % NEIN

Eltern mit Kindern bis 18 Jahren: 42 % JA, 58 % NEIN

Städte über 50.000 Einwohner: 46 % JA, 54 % NEIN

Gemeinden bis 2.000 Einwohner: 70 % JA, 30 % NEIN

 

Damit stach einzig das Abstimmungsergebnis der Gemeinden bis 2.000 Einwohner heraus, alle anderen Werte pendelten grob in der Mitte. Von den Moderatoren befragt, wie dies wohl zustande kommen könne, antwortete Toni Straka, dass man sich in so kleinen Dörfern halt besser gegenseitig kenne als in den Städten und daher auch genauer wisse, dass die Kiffer auch nicht dümmer oder fauler sind als die Nicht-Kiffer.

 

Auf der Facebook-Seite des Senders Puls 4 war die Entscheidung übrigens noch deutlich deutlicher: 86 Prozent stimmten hier für eine Legalisierung von Cannabis, nur 14 Prozent störten sich an dem Gedanken.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk in Deutschland, Österreich und der Schweiz kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

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Ja zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland als Medizin, Genussmittel und Rohstoff! Das ist eine beliebte Forderung – nur Leute, die dies fordern sind leider zu selten. Doch der Cannabis-Verband Bayern (CVB) um Vaclav „Wenzel“ Cerveny tut dies nun stellvertretend für alle Einwohner Deutschlands:

 

>>> Hier könnt ihr in nur 20 Sekunden online eure Unterschrift abgeben <<< – auf Wunsch auch so anonymisiert, dass niemand außer dem Empfänger der Petition eure Unterschrift sehen kann.

 

Auf der Plattform OpenPetition.org möchte der CVB so bis Anfang des nächsten Jahres 110.000 Unterschriften sammeln, die für eine vollständige Legalisierung von Cannabis für Personen ab 18 Jahren in Deutschland eintreten. Ist diese Grenze erreicht, wird OpenPetition.org von den zuständigen gewählten Vertretern eine Stellungnahme zur Petition einholt. Aber auch unabhängig davon, wird die Petition dann hoffentlich für viel Wirbel sorgen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Der Themenblock „Cannabis als Medizin“ ist seit Tagen rund um die Uhr in allen Medien zu finden. Petitions-Organisator Wenzel Cerveny ist schon seit Jahren sehr aktiv, was Cannabis und vor allem die dazugehörige Pressearbeit angeht. Letztes Jahr waren sein Antrag auf eine 600-Quadratmeter-Plantage in Bayern und das Volksbegehren „Ja zu Cannabis in Bayern!“ zwar beide erfolglos – aber auch von den klassischen Medien beachtet, sodass das Thema legales Cannabis dadurch immer wieder in den Nachrichten auftauchte.

 

Die neue Petition, die 110.000 Unterstützer in ungefähr einem Jahr generieren sollte, hat bereits nach den ersten paar Tagen knapp 10.000 Unterschriften. Somit sollte das Ziel viel schneller erreicht, beziehungsweise langfristig deutlich übertroffen werden. Daher unsere Bitte:

 

Unterschreibt die Petition. Dies dauert nur 20 Sekunden und tut nicht weh. Und teilt bitte diesen Beitrag bei Facebook und Twitter – je mehr Leute mitmachen und öffentlich für Cannabis eintreten, desto schneller bekommen wir eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Auch die Cannabisfreunde aus Österreich, der Schweiz und anderwo sind herzlich eingeladen, ihre Unterschriften abzugeben. Diese zählen zwar nicht zu den 110.000 benötigten Unterschriften, verstärken aber dennoch das Bild in der Öffentlichkeit deutlich!

 

Die Petition fordert im Klartext Folgendes:

Nach den internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte ist die Politik verpflichtet die Regulierung von Cannabis neu zu bemessen.

Der Deutsche Bundestag möge eine Gesetzesinitiative beschließen, die folgendes zum Inhalt hat:

1. Hanf (Cannabis) wird aus den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG) herausgenommen und §24a BtmG gestrichen. Damit soll Hanf grundsätzlich als landwirtschaftliches Produkt bzw. Lebensmittel betrachtet werden.

2. Das Jugendschutzgesetz (JuSchuG) wird dahingehend erweitert, dass der Verkauf und Erwerb von Hanfprodukten mit einem THC-Gehalt über 0,2% analog zu §9 Absatz 1 Ziffer 1 JuSchuG geregelt wird. (Erwerb erst ab 18 Jahre)

 

Die Begründung ist auf der Website der Petition einsehbar. Hier geht es noch einmal zu Petition:

>>> Unterschreibt hier die Petition zu legalem Cannabis – auf Wunsch auch anonymisiert! Es dauert nur 20 Sekunden! <<<

HEUTE AM 7. DEZEMBER IM ADVENTSKALENDER: Bernard Rappaz’ „Der Pionier“ und ein Kavatza-Pouch

 

Der Schweizer Hanfpionier Bernard Rappaz wird wegen Hanfanbaus zu einer Gefängnisstrafe von fast sieben Jahren verurteilt. Sein kämpferisches Wesen bringt ihm eine unverhältnismässig hohe Gefängnisstrafe ein, wie sie für politische Gefangene typisch ist. Seine zehn Hungerstreiks hinter Gittern führen zu öffentlichen Kontroversen. Im Jahr 2010 hungert er dreimal hintereinander, das letzte Mal für 120 Tage! Auf der Schweizer Cannatrade wurde die Autobiographie des „Hanfpioniers“ Bernard Rappaz am Stand des Nachtschatten Verlags vorgestellt. Rappaz war auch persönlich vor Ort und stellte sich den Fragen der Besucher. Wer nicht dabei war, ihn aber dennoch kennenlernen möchte, der hat nun die Gelegenheit, sein frisch erschienenes Buch „Der Pionier“ zu gewinnen.

 

Da wir wissen, dass einige unserer Leser Schwierigkeiten mit dem Stillsitzen haben, legen wir obendrauf noch einen Kavatza-Pouch, um sich auf der Liegewiese oder dem Balkon problemlos während des Lesens einen rollen zu können. Der Pouch besteht aus hochwertigem Leder, das natürliche Feuchtigkeit spendet, und kann mittels Druckknopf sicher verschlossen werden. In die kleine Tasche passen Feuerzeug, Filter und King-Size-Blättchen. Zudem ist der Pouch mit einer hölzernen Drehunterlage und einem kleinen Stopfer ausgestattet.

 

Mehr Informationen zu Bernard Rappaz’ „Der Pionier“ findet ihr unter www.nachtschatten.ch

Mehr Informationen zu Kavatza findet ihr unter www.originalkavatza.com

 

Wir verlosen heute im Adventskalender Bernard Rappaz’ „Der Pionier“ und einen Kavatza-Pouch – Der oder die Glückliche des Tages gewinnt beide Preise!

 

Extra-Gewinnchance: Jeder Teilnehmer, der uns seinen Facebook-Namen in der E-Mail mitteilt und unter unserem heutigen Adventskalender-Facebook-Post zwei bis fünf Freunde im Kommentarbereich verlinkt, steigert seine Gewinnchancen um das 2-, 3-, 4- oder sogar 5-fache!

 

Gewinnfrage:

Wie viel Prozent CBD hat OG Kush CBD?

a) 4 %

b) 7 %

c) 10 %

(Tipp: Die richtige Lösung findest du auf unserer Website)

 

Alle richtigen Antworten bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gestern gewonnen (1 Kilo Jah-B-Coffee) hat: Dietmar Z.

 

Viel Glück und eine frohe Weihnachtszeit an alle Leser!

Eure Highway-Redaktion

 

Teilnahmebedingungen: Alle Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem sollten die Teilnehmer im Idealfall direkt ihre Anschrift mitsenden, andernfalls haben sie 48 Stunden Zeit auf die Gewinnbenachrichtigung zu reagieren, sonst geht der Preis an den nächsten. Die Teilnahme ist bis Mitternacht des heutigen Tages möglich.

Dass man aus Hanfpflanzen allerlei Nützliches herstellen kann, dürfte für Cannabis-Liebhaber nichts neues sein. Von Tauwerk über Kleidung bis hin zu Kosmetikprodukten, die Verarbeitungsmöglichkeiten der Cannabispflanze sind vielfältig und in vielen Fällen ökologisch nachhaltiger als die Nutzung handelsüblicher Industrierohstoffe.

 

Das findet auch Bruce Michael Dietzen aus Florida, ehemaliger Verkaufsmanager beim IT-Konzern Dell: „Cannabis/Hanf wird von der US-Regierung immer noch als gefährliche Droge angesehen – auf einem Level mit Kokain und Heroin. Das ist Wahnsinn!“ Dietzen weiß um die Vorteile der Verarbeitung von Hanf, denn er ist Ingenieur des schnittigen Hanf-Flitzers, der zurzeit in den USA für Gesprächsstoff sorgt. Inspiriert vom weltweit ersten „Hemp Car“, das bereits 1941 von Automobil-Pionier Henry Ford erbaut wurde, verarbeitete Dietzen gewobene Hanffasern aus China, die die Karosserie einerseits besonders leicht, aber gleichzeitig auch sehr widerstandsfähig und robust machen.

 

Hemp Car von Henry Ford

 

Der Tüftler investierte bis jetzt bereits 200.000 Dollar in die Entwicklung des schicken, mit Biokraftstoff betriebenen Sportwagens und sein Engagement und sein handwerkliches Know-how scheinen sich auszuzahlen: Zur Zeit arbeitet er an einer Doku-Serie namens „Hempsters Cannabis Car Tour“, die unter anderem bereits das Interesse von Netflix, iTunes und Amazon wecken konnte.

Schon wieder Ärger um Stecklinge in Österreich – und zwar richtig großer Ärger, immerhin geht es auch um den Verkauf von 104.000 Stecklingen. Die Polizei im Burgenland ermittelte zwei Jahre lang gegen eine 45-jährige Unternehmerin, die ein eigentlich legales Geschäft betreibt. Erst vergangene Woche berichteten wir im Zuge der Lesetipps über polizeiliche Plünderungen in zwei Henndorfer Stecklingsgeschäften.

 

Wie der „Kurier“ heute berichtet, steht in Kürze eine Geschäftsfrau vor Gericht, da sie mit Cannabisstecklingen handelt. Dank der Gesetzeslage in Österreich dürfen Samen und Jungpflanzen normalerweise frei verkauft werden. Voraussetzung ist, dass die Pflanzen nicht blühen und auch nicht zum Blühen gebracht werden. Laut Oberlandesgericht Wien macht sich ein Stecklingshändler nur dann strafbar, wenn er mit dem Vorsatz veräußert, dass daraus Cannabis gewonnen werden soll. Sie hat daher in ihrem Geschäft Warnhinweise aufgehängt und fügt den verkauften Pflanzen Anleitungen bei, wie diese durch die richtige (bzw. falsche) Beleuchtung an der Blüte gehindert werden. Um ihr also den unterstellten Vorsatz der Beihilfe zur Herstellung von rauchbaren Cannabisprodukten zu beweisen, investierte die Polizei zwei Jahre Ermittlungsarbeit, inklusive Telefonüberwachungen, Hausdurchsuchungen und der Befragung von 180 Zeugen.

 

Von diesen 180 Zeugen hat allerdings laut „Kurier“ nur ein einziger angegeben, dass er von der Unternehmerin ihn hinsichtlich der Pflanzenaufzucht beraten hätte. Zudem behauptet noch ein verdeckter Ermittler das Gleiche. Würde sie schuldig gesprochen werden, wäre damit ein Präzedenzfall geschaffen, der die ganze Österreichische Stecklings-Industrie gefährden könnte. Verhandelt wird das Ganze im Juni. Die bisherige Rechtsprechung gibt der Geschäftsfrau allerdings recht, immerhin existieren auch knapp achtzig Fachgeschäfte für Stecklinge in Österreich. Alleine ihr Betrieb soll laut den Ermittlungen zwischen 2012 und 2014 insgesamt 104.000 Stecklinge verkauft haben. Der Bedarf in Österreich ist also zweifelsohne riesig.

Das waren ideale Bedingungen für den Global Marijuana March (GMM) 2016 in Deutschland: Feinstes Wetter in allen Städten sorgte für gute Laune und auch bestimmt für den ein oder anderen Besucher, der sich den Marsch bei Regen gespart hätte. In 23 deutschen Städten wurden GMMs abgehalten – die Österreicher und vereinzelte deutsche Städte ziehen am kommenden Samstag noch nach (schaut euch hier die Termine auf unserer Karte an).

 

Insgesamt gingen am Samstag Tausende für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße. Teilnehmende Städte waren Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Dresden, Duisburg, Erfurt, Erlangen, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Kempten, Köln, München, Osnabrück, Rostock, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Viersen.

 

Die meisten Veranstaltungen starteten gegen 14 Uhr und die Redaktion von Highway war für euch in Köln unterwegs, um die Stimmung einzufangen: Treffpunkt war der Heumarkt direkt in der Innenstadt. Dort warteten eine Bühne sowie Infostände, etwa von Cannabis Colonia e.V. oder der Piratenpartei auf die Interessierten, aber auch auf eine Menge Passanten.

 

Anzumerken ist, das bereits eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn der Veranstaltung und somit auch noch ein gutes Stück bevor sich der Marsch überhaupt in Bewegung setzte, viele Mitarbeiter diverser Presseorgane bereits verschwunden waren. 30 Minuten vor Ort, ein Foto und ein Zitat abgreifen und schnell in die Sonne legen – ganz ehrlich: so lesen sich viele Artikel zum Thema Cannabis auch. Eine Kein-Bock-Einstellung scheint also keine Spezialität von Cannabiskonsumenten zu sein. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am späten Samstag meldete, dass in Berlin ein Global Marijuana March stattgefunden habe, Köln hingegen gar nicht erwähnt wird.

 

 

Das gute Wetter, das auch in Köln herrschte, hatte jedenfalls etwa fünfhundert Leute angelockt, die sich für eine baldige Cannabislegalisierung stark machen wollten. Zum Auftakt gab es verschiedene Redebeiträge von beispielsweise Cannabis Colonia, den Piraten, den jungen Liberalen, der Linken oder vom Deutschen Hanfverband (DHV). Zuletzt stieg Kai Langenberger, der auch im Anschluss den Marsch anleitete, auf die Bühne und beschalte den Heumarkt mit deutschsprachigen Cannabis-Songs, etwa zu den Melodien von Kölner Karnevalsliedern, Halleluja oder O Tannenbaum. Auch wenn diese Musikauswahl vielleicht nicht jedermann zu hundert Prozent zusagte, konnte er zumindest alle Teilnehmer des GMM charmant um den Finger wickeln. So lag es auch an ihm, die Stimmung des kurz vor vier Uhr gestarteten Marschs anzuheizen. Diesen Job erledigte er vom vorausfahrenden Wagen aus mit Bravour. Die Teilnehmer des Marschs wurden zum Skandieren diverser Parolen angeleitet und konnten dementsprechend viel Aufmerksamkeit beim Zug durch die Kölner Innenstadt erfahren. Dabei gab es je nach Standort kleine Anekdoten zu erfahren, vor einer Bank etwa, dass 30 Prozent eines Geldscheins aus Hanf bestehen. Natürlich wurde auch die Breite Straße besonders gewürdigt, als der Zug diese passierte. Immer wiederkehrendes Mantra der Truppe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut!“

 

 

Die Polizei ließ das Treiben praktisch ungestört zu. Zu Beginn am Heumarkt waren nur vereinzelt Beamte anzutreffen, die sich auch sehr schnell in den Hintergrund zurückzogen. Der Zug selbst wurde durch voranfahrende Polizisten begleitet, die aber zum Zweck eines reibungslosen Ablaufes eingeteilt waren, und nicht etwa, um die Teilnehmer zu schikanieren. Daher und dank der Sonne waren viele Demonstrationsteilnehmer auch schon recht angedichtet, als der Zug startete. Die Energie des Anheizers ließ sich aufgrund dessen nicht kontinuierlich auf die Masse der Marschierenden übertragen. So wurden die Rufe während der zweiten Hälfte des Marschs etwas schwächer und beim großen Finale direkt am Kölner Dom zeigten sich doch bei dem ein oder anderen sowohl leichte Ermüdungs- als auch Einschüchterungserscheinungen, sodass das Motto „Wir sind hier, wir sind laut“ teilweise nicht mehr ganz passen wollte.

 

 

Allerdings muss man sagen, dass der Demonstrationszug von den Passanten durchgehend äußerst freundlich begrüßt wurde. Jeder schien Sympathien für die Cannabisfreunde aufzubringen, Kritik am Zug konnte nicht ausgemacht werden. Es folgten sogar einige Bürger den Aufrufen aus den Lautsprechern, sich dem Zug anzuschließen. Allerdings wurden auch umstehende Jugendliche mit Hanfblatt-Kappen ausgemacht, die sich über die ganze Veranstaltung lustig gemacht haben – es bleibt also noch viel Aufklärungsarbeit zu betreiben.

 

 

Der Zug endete wieder am Heumarkt, wo THC-freie Hanf-Joints verteilt wurden. Dies nahm die Polizei zum Anlass, doch noch einmal darum zu bitten, keine „richtigen“ Joints zu rauchen und anzukündigen, bei Verstößen nun gegen diese vorzugehen. Diese Nachricht läutete dann auch gleich sozusagen das inoffizielle Ende des Kölner GMMs ein, da einige sie zum Anlass nahmen aufzubrechen.

 

Spätestens in den Abendstunden endeten dann die Märsche überall in Deutschland und erfreulicherweise gab es nichts Negatives zu berichten, etwa aus Reihen der Polizei. Der DHV meldete Samstagabend 400 Demonstranten in Rostock, jeweils über 300 in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Ulm, etwa je 200 in Frankfurt und Tübingen, 150 in Osnabrück und 100 in Kempten. Die sowohl erstmals in Viersen als auch in Flensburg abgehaltenen GMMs kamen beide jeweils auf immerhin 25 Marschierende. Spitzenreiter waren die Dresdner mit circa 750 Teilnehmern, gefolgt von Bremen mit grob 700 und Freiburg mit über 600 Demonstranten.

Update vom 6.5.2016: Liebe Leute, denkt daran, morgen ist der Global Marijuana March! Schaut in unserer Karte, welche Stadt in eurer Nähe zum Mitmachen einlädt. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

 

Rund um den 7. Mai ist es wieder soweit – auf der ganzen Welt wird der Global Marijuana March (GMM) abgehalten. Seit 1999 der erste Million Marijuana March (wie einer der vielen alternativen Namen des GMM lautet) vom amerikanischen Cannabisaktivisten Dana Beal ins Leben gerufen wurde, findet jedes Jahr am oder um den ersten Samstag im Mai herum der GMM statt. Gemeinsam soll für eine Legalisierung und gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten demonstriert werden, das diesjährige Motto lautet in vielen deutschen Städten „Die Zeiten ändern sich!“. Alle Österreicher treffen sich wieder gesammelt in Wien, um den Hanfwandertag zu begehen. Allerdings erst eine Woche später, am 14. Mai. Denn wie bereits in den Jahren zuvor findet der GMM nicht überall am gleichen Tag statt, auch wenn dies nach wie vor ein wünschenswertes Ziel wäre, nicht zuletzt um eine Berichterstattung abseits der Fachpresse zu erleichtern, wie der Deutsche Hanfverband (DHV) anmerkt.

 

Auch ihr seid herzlich eingeladen, euch an einem GMM in eurer Nähe zu beteiligen und für die (baldige) Legalisierung von Marihuana auf die Straße zu gehen! Um den nächsten GMM zu finden, müsste ihr nur einen Blick auf unsere Karte werfen. Beachtet bitte die unterschiedlichen Daten und Uhrzeiten.

Ende Mai findet in Berlin die deutsche Cannabismesse Mary Jane Berlin statt und es wird mit vielen Besuchern gerechnet. Nun hat die Messeleitung bekannt geben, dass die Messe vonseiten der Aussteller komplett ausgebucht worden ist. Die Cannabismesse in der deutschen Bundeshauptstadt findet am Wochenende vom 27. bis zum 29. Mai statt und informiert über alles Wissenswerte zu Cannabis, Hanf, CBD, Headshop-Utensilien oder Zubehör zur Pflanzenzucht.

 

Bis im vergangenen Jahr die Münchner Cannabis XXL erstmals ihre Pforten öffnete, gab es über zehn Jahre keine deutsche Cannabismesse. Umso erstaunter die Reaktionen, als eine weitere deutsche Messe – die Mary Jane Berlin – angekündigt wurde. Doch inzwischen sieht es so aus, als hätte diese Messe das Potential, ein großer Erfolg zu werden. Die Meldung, dass das Messegelände am Postbahnhof im Ostbahnhof nun ausgebucht ist, bestätigt diesen Eindruck.

 

Es haben sich zahlreiche nationale Hersteller, Händler und Szenegrößen angekündigt. Aber auch aus den umliegenden Ländern kommen viele Aussteller und Referenten. Beispielsweise reist aus den Niederlanden Advanced Hydroponics an, Bushplanet macht sich aus Österreich auf den Weg und Mr. José stattet der Hauptstadt einen Besuch aus Tschechien ab. Sogar Samenbanken wie Barney’s Farm und Dinafem sind mit von der Partie, auch wenn diese in Deutschland aufgrund der Gesetzeslage nicht wie aus anderen Ländern gewohnt ihre Ware verschenken und verkaufen können.

 

Mary Jane Berlin

Termin: 27. Mai 2016 bis 29. Mai 2016

Veranstaltungsort: Berlin, Postbahnhof im Ostbahnhof

Preis: Tagesticket 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro regulär; 3-Tagesticket 20 Euro im Vorverkauf, 30 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

 

In der aktuellen Ausgabe von Highway (an jedem gut sortierten Kiosk oder als E-Paper erhältlich) werden bis zum 6. Mai 20 Eintrittskarten für das gesamte Messewochenende verlost.

Viele Mitglieder der Partei Piraten setzen sich für eine Legalisierung von Cannabis ein. Immer wieder werden Aktionen gestartet, die sich mit dem Anbau von Hanf und Cannabis beschäftigen. Vergangenes Jahr etwa ließen die Piraten in Berlin 700 Nutzhanf-Pflanzen ohne THC auf einer Verkehrsinsel erblühen. In Chemnitz verteilten sie im Sommer 2015 Nutzhanf-Samen, die sie legal als Vogelfutter erworben hatten. Jedoch wurden die Samen in kleine Portionen abgepackt und verteilt – zwar mit dem Hinweis versehen, „sie dürfen nicht zum Zwecke des Anbaus eingepflanzt werden“, allerdings mit dem Nachtrag, die Samen auch mal ruhig in die Erde zu drücken.

 

Irgendwo hatte jemand einen schlechten Tag oder es war einfach zu langweilig, jedenfalls rückte die Polizei in der Geschäftsstelle der Chemnitzer Piraten zur Hausdurchsuchung an – die Aktion sei krimineller Natur, Strafe insgesamt: 1.500 Euro. Eine Analyse habe zudem ergeben, dass die verteilten Samen Hanf mit einem THC-Gehalt von etwa einem Prozent hervorbringen könnten. Bezugsquelle der Samen war ein 5-Kilo-Paket eines Tierfutterhändlers bei Ebay.

 

Hanf darf in Deutschland von Privatpersonen gar nicht angebaut werden (um nicht den Anbau von THC-haltigem Hanf verschleiern zu können) und von Landwirten nur, wenn die anzubauende Sorte genehmigt wurde, was einen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent voraussetzt. Die Samen für solchen Hanf dürfen frei gehandelt werden, beispielsweise als Tierfutter. Psychoaktives Cannabis hat in der Regel mindestens ein paar Prozent THC vorzuweisen, sodass legal anzubauender Hanf daher nicht als Rauschmittel einsetzbar ist.

 

Der Bezichtigte Pirat Mark Neis hat dem Strafbefehl allerdings nicht zugestimmt, sodass nun ein Prozess ins Haus steht. Alles weitere erfahrt ihr aus erster Hand auf der Website der Piraten Chemnitz: www.piraten-chemnitz.de