Die mit Spannung erwarteten Untersuchungsergebnisse der beschlagnahmten CBD-Hanfblüten aus der Hanfbar (Mühlenpfordtstraße) in Braunschweig wurden nun gestern endlich veröffentlicht. Highway berichtete bereits vergangene Woche über die Razzien in den beiden Filialen des Hanf- und CBD-Ladens „Hanfbar“, wo bis letzte Woche unter anderem nicht berauschende CBD-Blüten als Tee verkauft wurden. Was in Anbetracht der teilweise sehr rückständigen und ignoranten deutschen Haltung bezüglich Cannabis leider wenig überrascht, ist das vorläufige Untersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die das konfiszierte Material nun als illegal einstuft.

 

Warum? Zuerst einmal enthielt etwa die Hälfte der untersuchten Blüten einen THC-Gehalt von 0,57 Prozent und damit in etwa dreimal so viel wie es der kritische Grenzwert von 0,2 Prozent zuließe. Dazu muss allerdings auch ganz klar festgehalten werden: beide Konzentrationen sind keinesfalls berauschend, auch für unerfahrene Konsumenten. Es ist physisch nicht möglich, davon „bekifft“ zu werden. Das weiß wohl auch der Staatsanwalt, denn er führt außerdem an, dass es letztlich gar nicht auf die THC-Menge ankäme, sondern zu welchem Zweck das Produkt verkauft und wie es vermarktet würde. Ein (versuchter) Missbrauch zu Rauschzwecken müsse klar ausgeschlossen werden. Dies sei jedoch nur dann der Fall, wenn auch auf der Käuferseite eine derartige Nutzung ausgeschlossen werden könne, was allerdings nur bei gewerblichen oder wissenschaftlichen Einsatzzwecken gegeben sei. Diese Auslegung dürfte bei den zahlreichen CBD-Händlern, die inzwischen auch in Deutschland nach dem Vorbild Österreichs und der Schweiz immer mutiger wurden, auf reges Interesse stoßen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Gericht (endgültig) die Frage klärt, wie man denn Hanfblüten, die aufgrund von so gut wie nicht vorhandenem THC gar nicht berauschend sein können, zu Rauschzwecken nutzen kann...

Vor etwa eineinhalb Wochen erst berichteten wir über die Maßnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Braunschweiger Hanfbar, die legale Hanfblüten zwecks Teegewinnung verkauft, welche natürlich einen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent aufweisen – so wie es der deutsche Staat gerne hat.

 

Doch der deutsche Staat hat es auch gerne, seine Bürger so richtig fertigzumachen, sobald sie sich nicht in Reih und Glied aufstellen. Schlimmer noch, wenn irgendwelche Hanf-Freaks sich erlauben, Geschäfte aufzumachen oder diese sogar öffentlichkeitswirksam bewerben.

 

Also wurde Anfang des Monats bereits die Hauptfiliale der Braunschweiger Hanfbars durchsucht, drei Kilo mega-bösen Tees (mit unter 0,2 Prozent THC natürlich) wurden einkassiert. Welch Erfolg gegen die Drogenkriminalität! Welch Sieg für den Jugendschutz! Für mehr Sicherheit wäre nur gesorgt gewesen, hätte man „versehentlich“ Personal und Kundschaft der Hanfbar in den Hinterkopf geschossen.

 

Da Polizisten allerdings nur in Bayern Kiffer hinterrücks erschießen dürfen, war dies wohl keine Möglichkeit. Und so wartete die Polizei die Eröffnung der zweiten Braunschweiger Filiale am Samstag ab und marschierte kurz danach auch dort ein. Denn man hat beim ersten Raid noch nichts dazugelernt (der Tee wurde also vermutlich noch nicht als Tee identifiziert, wahrscheinlich muss erst ein Tee-Sommelier aus der chinesischen Sichuan-Region zurate gezogen werden).

 

Daher galt auch am Samstag wieder: „Die verkaufen Gras! In einem angemieteten Geschäft! Mitten in der Braunschweiger Innenstadt! Auch noch versteuert! So blöde Dealer haben wir ja noch nie gesehen! Da gehen wir hin und konfiszieren alles!“

 

Aber gut, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland sonst nichts zu tun haben, dann wird wohl auch diese zweite Aktion dem Wohle der Menschheit dienen. Die Menschheit freute sich übrigens gar nicht über den Polizei-Einsatz und protestierte zu Hunderten vor der neuen Hanfbar-Filiale, wie dieses Video zeigt.

Im Schweizer CBD-Business wird anscheinend mit harten Bandagen gekämpft, nichts anderes lässt diese unschöne Meldung vermuten: wie nun bekannt wurde, wurde bereits vor etwa einer Woche ein komplettes Hanffeld des CBD-Hanf-Produzenten Tell Hemp zerstört. „Es wurden über 4.000 Hanfpflanzen ausgerissen und auf der Erde liegen gelassen“, so Geschäftsführer Tony Peruzzo. Schlimm genug, doch das ist leider längst nicht alles. Auf dem betroffenem Feld, das etwa ein Drittel der unternehmenseigenen Anbaufläche ausmacht, wurden außerdem unzählige Samen männlicher Hanfpflanzen gesät. Wer sich ein wenig mit dem Thema Growing auskennt, weiß, dass nur weibliche Pflanzen die begehrten Blüten ausbilden, die aber durch eine Befruchtung durch die männlichen Pflanzen letztlich genau so unbrauchbar werden, wie die Männchen selbst. Seit Peruzzo, der erst Hanfgegner im Verdacht hatte, die nachwachsenden männlichen Pflanzen entdeckt hat, ist er sich sicher, dass nur seine Konkurrenz für die Sabotage verantwortlich sein kann. Seine Theorie ist angesichts des Umstands, dass die Luft auf dem CBD-Markt nach dem ersten großen Boom so langsam dünner wird, nicht ganz von der Hand zu weisen. Interessant: auf sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen, setzt Tell Hemp eine Belohnung von 10.000 Schweizer Franken aus.

 

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Ein aufregender Tag für die Polizei Braunschweig: da sind doch tatsächlich ein paar Typen, die seit einem Jahr ein legales Hanfgeschäft betreiben – die Hanfbar – und nun, endlich, oh endlich, der Beweis: dort wird illegales Psychosen und Flug-Halluzinationen auslösendes Marihuana verkauft.

 

Die Staatsanwaltschaft hatte glaubhafte Hinweise erhalten, dass man in der Hanfbar Marihuana zum Rauschkonsum erwerben könne. Deshalb wurde beim Amtsgericht ein schriftlicher Durchsuchungsbeschluss beantragt“, so Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der „Braunschweiger Zeitung“. War doch klar, dass die Hanf-Heinis es nicht lassen können! Wo Hanf draufsteht, da werden Drogen verkauft.

 

Also schnell sieben Polizisten in den Bus und ab, das Ladengeschäft in Braunschweig kontrollieren. Die beiden Betreiber zeigten sich der „Braunschweiger Zeitung“ gegenüber überrascht über die Aktion. Denn natürlich werden in der Hanfbar nur legale CBD-Blüten, zur Tee-Zubereitung empfohlen, verkauft.

 

Es wäre wohl auch eine selten dämliche Idee, einen CBD-Laden aufzumachen und dort dann THC-haltiges Marihuana zu verkaufen. Dämlicher eigentlich nur, davon auszugehen, dass jemand genau dies tun würde. Von dieser Idee abzubringen ist die Staatsanwaltschaft trotz vorgelegter Dokumente über den legalen THC-Gehalt der Blüten von unter 0,2 Prozent jedoch nur durch eigene Tests.

 

Und so kassierte die Polizei drei Kilogramm Hanf-Tee aus dem Lager, für das noch schnell ein nachträglicher Durchsuchungsbeschluss per Telefon organisiert wurde. Auch die Privaträume der Hanfbar-Chefs wurden anschließend durchsucht, wie das Braunschweiger Portal „news38“ berichtet. Für den Moment bleibt unklar, ob und wann die Ware zurückgegeben wird – eine äußerst unbefriedigende Situation für das junge Start-up, das übernächste Woche eine zweite Filiale in Braunschweig eröffnen will.

 

Dies wäre insgesamt schon die dritte Filiale, denn im Mai wurde auch in Berlin eine Hanfbar eröffnet. Zu zusätzlicher Bekanntheit kam das Unternehmen kürzlich durch die Kooperation mit dem Berliner Rapper Marvin Game, der seine Cannabissorte Obstsalat über die Hanfbar auf den Markt gebracht hat.

 

Unterkriegen lassen will man sich durch die sinnlose Polizei-Aktion jedenfalls nicht, die Eröffnung der neuen Hanfbar-Filiale soll nicht verschoben werden. Wir drücken die Daumen, dass alles reibungslos gelingt.

 

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Erst vor ein paar Tagen berichteten wir über eine cannabisaffine 72-jährige Rentnerin, die in ihrer Wohnung kleine Portionen Marihuana verkaufte. Nun erreichen uns aus Süddeutschland, genauer gesagt aus Füssen, erneut Nachrichten über eine betagte, allerdings ungewollte Cannabisliebhaberin.

 

Doch der Reihe nach: Polizeibeamten fiel während einer Streife ein Balkon auf, auf dem ohne jeden Sichtschutz oder dergleichen ein paar Cannabispflanzen seelenruhig vor sich hin wuchsen. Erstaunt über den Leichtsinn des Growers, klingelten die Beamten in der entsprechenden Wohnung und staunten nicht schlecht, wer ihnen da die Tür öffnete. Eine 72-jährige Seniorin nämlich, die so gar nicht nicht die Erwartungen der Gesetzeshüter erfüllen konnte. Doch dem Anschein nach lag der Dame nichts ferner, als Profit aus ihrer Ernte zu schlagen, vielmehr war sie sich gar nicht darüber bewußt, was da in ihren Blumenkübeln heranwuchs. Die Frau hatte lediglich die Gewohnheit, Reste von Vogelfutter, das Nutzhanfsamen enthalten kann, in ihrer Blumenerde zu entsorgen.

 

Dementsprechend hatte das gefundene Cannabis auch keine berauschende Wirkung und die Polizisten konnten sich mit der Entsorgung der Pflanzen begnügen. Die rüstige Rentnerin kam mit dem Schrecken davon.

Gestern noch berichtete Highway darüber, dass Lidl Schweiz jetzt CBD-Cannabis in das Produktsortiment aufnimmt. Nun bedient sich ein weiterer renommierter deutschsprachiger Konzern der Cannabis-Thematik und sorgt damit in der Mainstream-Presse für großes Aufsehen.

 

Pünktlich zum Weltkiffertag am 20. April brachte Ritter Sport eine auf 100.000 Stück limitierte Sondersorte für Cannabis-Freunde (und alle, die es werden wollen) heraus: „Schoko & Gras“. THC oder CBD enthält die Süßigkeit zwar natürlich nicht, aber dafür crunchy Hanfsamen aus kontrolliert biologischem Anbau. Auf der Verpackung bedient man sich eines Drogenvokabulars (wie originell), um die Sorte zu umschreiben: da befinden sich beispielsweise „Hanfsamen im Vollmilchrausch“, von einem „einzigartigen Schokotrip“ ist gar die Rede.

 

Worüber ernsthafte Cannabis-Liebhaber, Patienten und Aktivisten vielleicht eher die Augen verdrehen, kann durchaus als gutes Zeichen für die Legalisierungsbewegung gewertet werden. Wenn große, namhafte Unternehmen wie Lidl oder nun eben die Alfred Ritter GmbH & Co. KG. die Berührungsangst vor dem Thema Cannabis verlieren und zu diesem Zweck auch den Four-Twenty-Day aufgreifen und damit bekannter machen, dann könnte das in Sachen gesellschaftlicher Akzeptanz mehr bringen als jeder Global Marijuana March.

 

Wer sich noch eine Tafel sichern will, muss leider kreativ werden oder finanziell schmerzfrei sein: im Online-Shop von Ritter Sport ist die Tafel in der grasgrünen Verpackung bereits ausverkauft, auf eBay wird sie schon zu völlig überteuerten Preisen angeboten. Falls es jemandem die Kaufentscheidung erleichtern kann: rein geschmacklich lohnt sich der Aufpreis jedenfalls nicht...

Ach, die Schweizer! Sie bekommen einfach nicht genug vom CBD-Weed.

 

Nun setzt auch die Supermarktkette Lidl auf das rauschfreie Cannabis und bringt in Kooperation mit dem Thurgauer CBD-Start-Up „The Botanicals“ zwei Cannabisprodukte (fast) ohne THC in die (schweizer) Regale. Lidl bezeichnet die Hanfblüten, die seit dem 19. April zum Preis von 17,99 (für 1,5 Gramm Indoor-Hanf) beziehungsweise 19,99 Franken (für drei Gramm Gewächshaus-Hanf) angeboten werden, als Tabakersatz. Gemeinsam haben beide Produkte, dass sie ausschließlich aus in der Schweiz angebautem Hanf bestehen und wohl den ein oder anderen deutschen Lidl-Kunden neidisch machen werden.

 

Fragt sich noch, warum man anstatt dem 19. April dann nicht konsequenterweise direkt den Four-Twenty-Day für die offizielle Produkteinführung gewählt hat.

Dass die Cannabispflanze nicht nur eine hervorragende Heilpflanze ist, sondern auch ein vielseitig einsetzbarer, umweltfreundlicher Rohstoff, ist unter Hanffreunden längst bekannt.



Schon 1941 präsentierte der Autobauer Henry Ford der Öffentlichkeit ein voll funktionsfähiges „Hemp Car“, ein Auto, in dem ausschließlich Materialien aus Hanf und Soja verbaut wurden und das mit einem aus Hanf gewonnen Alkohol angetrieben wurde.



Das kanadische Cannabisunternehmen Hempearth ist nun noch einen Schritt weiter gegangen und hat gleich ein ganzes Kleinflugzeug gebaut. Von den Sitzen über die Flügel bis zum Kraftstoff: alles wird aus Hanf gewonnen. Das Flugzeug hat eine Flügelspannweite von knapp elf Metern und ist ohne Abstriche für einen Piloten und vier Passagiere nutzbar. Es verbraucht dank des geringen Gewichts auch noch vergleichsweise wenig (Hanf-)Sprit. CEO Derek Kesek will mit seinem Flieger auf das riesige Potenzial von Hanf als Baumaterial hinweisen und ist sich sicher: „Das ist die Art von Zukunft, die wir hier auf der Erde haben wollen.“

„Mortler verteufelt Cannabis und bringt Schande über Deutschland“ – mit diesem Titel machte hanfjournal.de am 21. August 2017 auf und servierte seiner Leserschaft eine Polemik, die nicht mit Angriffen auf die deutsche Drogenbeauftrage Marlene Mortler geizte.

 

Marlene Mortler ist jedem, der sich in Deutschland mit Drogen beschäftigt, bekannt und im gleichen Zug ein Dorn im Auge. Ihr Kreuzzug gegen Cannabis nimmt teilweise sehr merkwürdige Züge an und ihre Argumentationen gegen Cannabis und eine Legalisierung scheinen in der Regel gut und gerne 80 Jahre alt zu sein – und dementsprechend auf alten Lügen und Märchen zu basieren.

 

Das sieht man wenig überraschend auch bei der in Berlin herausgegebenen Zeitung „Hanf Journal“ so, die etwa in Head- und Growshops kostenlos verteilt wird. Daher beschwert man sich beim „Hanf Journal“ (so wie auch wir bei Highway und bei anderen Magazinen und Legalisierungsbefürwortern) immer wieder über Drogen-Mortler.

 

Nun gab es allerdings einen Strafantrag wegen Beleidigung gegen das „Hanf Journal“, wie heute auf dessen Website bekanntgegeben wurde. Auslöser war der oben genannte Artikel „Mortler verteufelt Cannabis und bringt Schande über Deutschland“, der tatsächlich nicht mit deutlichen Worten gegenüber Frau Mortler geizt:

 

„Das kriegslüsterne Flintenweib“, „Seehofers Mädchen“, „ein bis ins Mark verdorbener und böser Mensch“ wird sie im Artikel genannt und als Lügnerin charakterisiert, die „mehr Blut und Tote“ sehen möchte. Zum Abschluss fallen dann noch einmal weitere deutliche Worte: „Sie hat in nur vier Jahren so viel Schuld auf ihre schwarze Seele geladen wie sonst nur Berufsverbrecher. Es wäre nur gerecht, wenn die Vollstreckerin des Bösen für all ihre Missetaten zu einer hohen Haftstrafe und Aberkennung der Bürgerrechte verurteilt würde.“

 

Ein köstlicher Artikel vom „Hanf Journal“, der sicherlich vielen Menschen ein Lachen entlockt hat. Bloß bei Frau Mortler kam er nicht so gut an. Daher wurden gegen den Autor des als Polemik gekennzeichneten Artikels, Sadhu von Hemp, der laut „Hanf Journal“ auch für das Satiremagazin „Eulenspiegel“ schreibt, ein Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Herausgeber Emanuel Kotzian wurde zudem aufgefordert, den entsprechenden Artikel aus dem Netz zu nehmen. Doch dieser ließ die Frist verstreichen, sodass der Strafantrag wegen Beleidigung nun auch auf ihn ausgeweitet wurde.

 

Auch wenn erst heute publik geworden, spielte sich das alles bereits im September ab. Doch seitdem ist auch nichts mehr passiert: die Staatsanwaltschaft hat sich bislang nicht um den Fall gekümmert und nicht einmal den Klarnamen des Verfassers der Polemik angefragt. Daher rechnet man Emanuel Kotzian vom „Hanf Journal“ auch mit einer Einstellung des Verfahrens. Ansonsten sei man aber bereit, die Angelegenheit auszufechten und „gerichtlich klären zu lassen, inwiefern im Fall von Frau Mortler die Überzeichnung menschlicher und politischer Schwächen eine Herabwürdigung darstellt.“

 

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Ein Thema, zwei Meinungen und 90 Minuten Zeit um zu überzeugen: Die österreichische Fernsehsendung „Im Namen des Volkes“ mit Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss ging am Wochenende in die dritte Runde. Das Thema war dieses Mal die Legalisierung von Cannabis. Dabei wurden medizinische, psychologische und strafrechtliche Aspekte diskutiert, um den Zuschauern die beste Entscheidungsgrundlage zu liefern. Denn das besondere an diesem TV-Format: die Zuschauer stimmen am Ende der Diskussion darüber ab, welche der beiden vortragenden Parteien sie überzeugt (oder ihre bereits bestehende Meinung bestätigt) hat.

 

Das „Ja“-Lager, die Befürworter einer Cannabis-Legalisierung, wurden von Toni Straka, dem Obmann des Hanfinstituts angeführt. Er war jahrelang Finanz-Journalist und -Analyst, wurde dann wegen Cannabisbesitz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Cannabis-Rauchen ist für ihn eine opferlose Tätigkeit und harmlos im Vergleich zu Alkohol. Er bekam Unterstützung von Anwalt Gottfried Hudl und der Ärztin Dagmar Zidek.

 

Das „Nein“-Lager wurde angeführt von Eleonore Hübner, Assistenz-Professorin am Institut für Strafrecht der Uni Salzburg und Co-Autorin des Berichts „Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs“. Sie hält Cannabis-Konsum für wesentlich gefährlicher als dargestellt. Ihre Experten sind der Richter Helmut Wlasak und der Psychiater und Autor Kurosh Yazdi, der vor Kurzem das unsägliche Buch „Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient“ veröffentlicht hat, das völlig zu Recht bei Amazon auf ziemlich knappe 2 von 5 Sternen Durchschnittsbewertung kommt (hier klicken, um das Buch zu bestellen oder zu bewerten).

 

Ex-OGH-Präsidentin und Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss führte durch den Wettkampf der Argumente. Mit Hilfe von Experten, Kreuzverhören und Video-Zuspielern versuchen Straka und Hübner die Zuschauer von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Das von OGM repräsentativ ausgewählte Österreich-Panel entschied am Ende darüber, welche Seite die besseren Argumente hatte. Und per Social Media und Telefon-Hotline konnte ganz Österreich seine Meinung kundtun.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

Wer sich nicht die ganze Sendung oder nur Auszüge anschauen möchte, kann im Folgenden auch unsere Zusammenfassung sowie die Ergebnisse der Zuschauerabstimmung erfahren (Achtung Spoiler).

 

Die beiden Parteien wurden hauptsächlich von den „Anführern“ Toni Straka und Eleonore Hübner vertreten, die einzelne Fragen der Moderatorin beantworteten und sich redlich bemühten, sich nicht gegenseitig ins Wort zu fallen. Toni Straka gebührt an dieser Stelle das weitaus größere Lob, denn er musste sich den ganzen alten Quatsch anhören, den selbst unsere Großmütter nicht mehr glauben.

 

Eleonore Hübner kramte so tief wie möglich in der Schwachsinnskiste und präsentierte halt den üblichen Schmarrn, den man ansonsten von Alkohol- und Pharma-Lobbyisten hört: Cannabis löst überall und dauern Psychosen aus, Cannabis ist eine Einstiegsdroge und der Jugendschutz kann nur durch ein Verbot aufrecht erhalten „bleiben“. Jeder, der sich anständig mit dieser Thematik beschäftigt, kann bei diesen Passagen nur müde lächeln – oder aber auch herzergreifend weinen.

 

Doch es kam noch schlimmer: Sogar das Flashback-Argument, das wir eigentlich seit Mitte der Neunzigerjahre für ausgestorben hielten, wurde angeführt (und wie auch in den Neunzigern, wurde gerne mal von Flashback, mal von Backflash geschwafelt). Lächerlich bis zum geht nicht mehr. Aber was soll man von einer Person erwarten, die des Weiteren ernsthaft behauptete, dass man nicht arbeiten gehen könne, wenn man ein Kiffer ist oder von Cannabis als „das Gift, das das Leben zerstört“ faselt.

 

Toni Straka entgegnete eigentlich schon zu Beginn alles, was man dazu sagen müsste, wenn ein guter Teil der Menschheit nicht seit Anfang des letzten Jahrhunderts durch solch miese Gehirnwäsche schon auf dumm gepolt worden wäre. Denn er führte an, dass sich die Cannabis-Prohibition auf Jahrzehnte alte Gesetze stützt, deren Grundlagen seit Mitte des letzten Jahrhunderts nicht mehr überprüft wurden – beziehungsweise nicht vom Gesetzgeber überprüft wurden, denn die Gegenargumente Strakas trafen alle ins Schwarze.

 

Und so sah Eleonore Hübner nur noch eine Möglichkeit, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen: den Rest der Sendung darauf hinweisen, dass Tausende Leben von Jugendlichen durch Cannabis zerstört würden – immer und immer wieder. So wurde die Diskussion leider kaputt gemacht, aber Frau Hübner konnte so vermutlich noch einige Stimmen aus der nicht zu vernachlässigenden Gruppe der Eltern auf ihre Seite ziehen. Alle anderen, die nicht emotional an die Sache herangingen, konnten sehen, dass sie keinerlei stichhaltigen Argumente hatte, die gegen eine Cannabislegalisierung sprechen würden.

 

Das Ergebnis fiel dann interessant aus: Nur Sekunden, nachdem ein Moderator verkündete, dass im äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die Abstimmung der Österreicher über die Cannabis-Frage 50 zu 50 ausgehen würde, die Nein-Fraktion gewonnen hätte, da die Befürworter einer Gesetzesänderung die Mehrheit der Bevölkerung überzeugen müssten, wurde das Ergebnis bekanntgegeben: 50 zu 50!

 

Auch wenn es nach dem Reglement die denkbar knappste Niederlage für die Cannabis-Befürworter war, war es im Endeffekt doch ein riesiger Erfolg: dass 50 Prozent der Österreicher für eine Cannabislegalisierung stimmen würden, wurde von großen Teilen beider Seiten wohl nicht unbedingt vermutet.

 

Die Abstimmung mit 50 Prozent Ja- und 50 Prozent Nein-Stimmen schlüsselte sich im Detail unter anderem so auf:

 

Frauen: 46 % JA, 54 % NEIN

Männer: 56 % JA, 44 % NEIN

16 – 29 Jahre alt: 54 % JA, 46 % NEIN

30 – 49 Jahre alt: 47 % JA, 53 % NEIN

Über 50 Jahre alt: 51 % JA, 49 % NEIN

Eltern mit Kindern bis 18 Jahren: 42 % JA, 58 % NEIN

Städte über 50.000 Einwohner: 46 % JA, 54 % NEIN

Gemeinden bis 2.000 Einwohner: 70 % JA, 30 % NEIN

 

Damit stach einzig das Abstimmungsergebnis der Gemeinden bis 2.000 Einwohner heraus, alle anderen Werte pendelten grob in der Mitte. Von den Moderatoren befragt, wie dies wohl zustande kommen könne, antwortete Toni Straka, dass man sich in so kleinen Dörfern halt besser gegenseitig kenne als in den Städten und daher auch genauer wisse, dass die Kiffer auch nicht dümmer oder fauler sind als die Nicht-Kiffer.

 

Auf der Facebook-Seite des Senders Puls 4 war die Entscheidung übrigens noch deutlich deutlicher: 86 Prozent stimmten hier für eine Legalisierung von Cannabis, nur 14 Prozent störten sich an dem Gedanken.

 

Die komplette, 90-minütige Sendung kann auf der Website des Fernsehsenders Puls 4 eingesehen werden (klick!).

 

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