Die noch junge CBD-Branche hat mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, auf regionaler, nationaler und auch internationaler Ebene. In allen Belangen gibt es diverse Stolpersteine und Fallstricke für junge CBD-Unternehmer, nicht zuletzt da die Gesetzeslage oft nicht ganz eindeutig ist bzw. unterschiedlich interpretiert wird.

 

Große Sorge machte die Europäische Union den CBD-Befürwortern, da sie sich dieses Jahr dazu verstieg, natürlich hergestellte CBD-Produkte als Betäubungsmittel ansehen zu wollen. Nach dieser Auffassung wäre dies vermutlich das Ende für den Großteil des seit Jahren wachsenden Marktes für CBD-Öle, CBD-Nahrungsergänzungsmittel und CBD-Lebensmittel.

 

Denn nach diversen Uneinigkeiten, wurde Anfang 2019 von der EU-Kommission beschlossen, CBD-Produkte unter die Novel-Food-Verordnung zu fassen. Dies bedeutete, dass einige der CBD-Produkte auf dem Markt plötzlich de facto illegal vertrieben wurden, weil diese unter die Novel-Food-Verordnung der EU fielen, aber keine Zulassung dafür hatten.

 

Doch entsprechend eingereichte Zulassungsanträge Dutzender Anbieter wurden vor wenigen Monaten dann auf Eis gelegt: in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschloss die EU-Kommission, sich nun auf das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel der Vereinten Nationen von 1961 zu berufen und CBD als Betäubungsmittel anzusehen.

 

Klar, wenig sinnvoll, nicht zuletzt da CBD weder als Betäubungs- noch Rauschmittel eingesetzt werden kann, aber solche Mätzchen kennt man ja von der EU zur Genüge. Die handelt damit übrigens ganz entgegen der aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Cannabis als weniger gefährlich klassifizieren möchte als nach den Maßstäben des UN-Abkommens von 1961, wo Cannabis, also THC aber auch CBD, mit Heroin und Kokain gleichgesetzt wird.

 

Die EU-Kommision vertrat also nun neuerdings die Ansicht, dass wenn CBD als Betäubungsmittel eingestuft wird, es nicht gleichzeitig ein Nahrungsmittel und damit auch kein Novel Food sein kann. Somit war plötzlich die gesamte europäische CBD-Branche in Gefahr – und in heller Aufregung.

 

Doch ein CBD-Unternehmer, Antonin Cohen, Gründer der bekannten CBD-Firma Harmony, prozessierte seit bereits sechs Jahren mit einer anderen von ihm gegründeten Firma, KanaVape, vor französischen und europäischen Gerichten, da die französischen Behörden ihm den Verkauf von aus der Tschechischen Republik importiertem CBD-Öl verbieten wollten.

 

Prozesse, die ihn über 200.000 Euro kosteten und die nun diese Woche in einem grandiosen Urteil für die europäische CBD-Branche mündeten: der Europäische Gerichtshof wertet CBD nicht als Betäubungsmittel und stellt fest, dass aus Cannabis gewonnenes CBD nicht als Suchtstoff im Sinne des Einheitsübereinkommens von 1961 einzustufen ist. Urteile des Europäischen Gerichtshof werden in aller Regel von allen Seiten als letztes Wort akzeptiert.

 

Somit ist der Zulassung von CBD als Novel Food also der Weg geebnet. Eine großartige Nachricht für alle CBD-Unternehmer und CBD-Liebhaber. Bleibt zu hoffen, dass die Europäische Union nicht weitere Gemeinheiten und Pseudo-Regularien im Sinne der Pharmalobby gegen die CBD-Branche plant...

Der Kiffer-Code 420 ist in den USA schon weitaus länger ein „Ding“ als hier in Deutschland, wo nach wie vor eher wenige darüber Bescheid wissen. In Übersee hat sich längst ein veritabler Kult um die Ziffernkombination gebildet. Dementsprechend sind bei US-Cannabisfreunden institutionelle Abbildungen der Zahl äußerst beliebt. Egal ob Meilenschilder auf dem Highway (mittlerweile wurden die besonders begehrten „Mile-420“-Marker tatsächlich durch „Mile 419,99“ ersetzt) oder die Zimmernummern im Hotel – bei nordamerikanischen Kiffern sind sie als eine Art Souvenir sehr beliebt. 

 

Doch auch in Deutschland wird vergleichbares Schindluder getrieben, auch wenn die 420 hierbei weniger eine Rolle spielt: im nordrhein-westfälischen Hennef gibt es nämlich tatsächlich einen Ortsteil mit dem klingenden Namen „Hanf“. Schon seit Jahren hat die Stadtverwaltung dort mit Schilder-Diebstahl zu kämpfen, sodass man mittlerweile gezwungenermaßen dazu übergegangen ist, das begehrte Gut nicht mehr nur mit seinem Rahmen zu verschrauben, sondern extra zu verschweißen.  

 

Doch selbst diese Maßnahme scheint nicht wirklich zu helfen. Nachdem „Hanf“-Schilder in diesem Jahr bereits zweimal verschwanden, schlugen Diebe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion kürzlich wieder zu und das gleich fünf Mal. Dabei gingen sie alles andere als vorsichtig vor: die Pfähle wurden gleich komplett aus dem Boden gerissen, woraufhin das beliebte gelbe Schild in aller Ruhe aus dem Rahmen gelöst werden konnte. 

 

Nachdem laut offizieller Seite bereits seit Jahrzehnten jedes Jahr eine Handvoll Hanf-Schilder abhanden kommt, dürfte man wohl von behördlicher Seite so langsam darüber nachdenken, inwieweit man die Beschriftung so anpassen kann, dass Deutschlands Cannabisfreunde sich weniger angesprochen fühlen...

Auf einer Landstraße in Molalla, Oregon bot sich Polizeibeamten am Dienstag ein kurioser Anblick: mitten in der Nacht, gegen halb vier Uhr, erblickten sie vier mit Matsch beschmierte Gestalten, die, am Straßenrand hintereinander aufgereiht, ganz offensichtlich große Teile von Cannabispflanzen „spazieren führten“. Einer der Jungs trug einen dicken Sack, aus dem das Kraut nur so herausplatzte, die anderen hatten sich das Cannabis wie von Sinnen in alle erdenklichen Hosen- und Jackentaschen gestopft.

 

Die Bande hatte das Cannabis kurz zuvor von einer nahe gelegenen, legalen Grow-Anlage entwendet. Mit etwa 30 bis 40 Kilogramm Beute machten sich die Tatverdächtigen auf den Heimweg. Wahrscheinlich freuten sie sich schon darauf, zuhause erst mal mit einem dicken Joint die halbgefrorenen Glieder wiederaufzuwärmen. Doch selbst, wenn sie von der Polizei, die von misstrauischen Anwohnern alarmiert worden war, nicht auf halbem Wege erwischt worden wären: früher oder später hätten sie auf jeden Fall eine böse Überraschung erlebt, denn bei den gestohlenen Pflanzenteilen handelt es sich laut Presseberichten bloß um THC-freien Industriehanf im Wert von gerade einmal etwa 2.000 Euro.

 

Trotz der unberauschenden Natur des Diebesguts haben die vier Cannabis-Diebe, die zwischen 19 und 22 Jahre alt sind, dennoch etwas von ihrer aufregenden Nachtwanderung: eine handvoll Anzeigen wegen Diebstahls und Einbruchs.

Na, wer von euch hat denn auch schon wieder so richtig Bock auf Weihnachten?

 

Okay, okay, wahrscheinlich eher die Minderheit, schließlich ist erstens noch fast Sommer und zweitens ist das familiäre Fressfest auch immer ganz schön anstrengend, zumindest, wenn man seine Familie anstrengend findet. Und trifft das nicht auf uns alle irgendwie zu?

 

Aber Weihnachten hat natürlich auch seine guten Seiten, die Ferien zum Beispiel oder den obligatorischen Adventskalender. Jeden Morgen erst mal ein kleines Geschenk, das macht Laune und erleichtert das frühe Aufstehen bzw. überhaupt irgendwann mal aufzustehen. Vor allem, wenn der Kalender so randvoll steckt mit den verschiedensten Hanf-Produkten, wie die neuen Adventskalender des Hanf Magazins. Ja, ihr habt richtig gelesen, in diesem Jahr wird es gleich mehrere Kalender geben, da wird bestimmt jeder Typ Cannabisfreund fündig. Egal ob Stoner, Grower oder Hanf- und CBD-Enthusiast, hier ist für alle etwas dabei.

 

Den klassischen Hanf-Kalender, der mit der letztjährigen Ausgabe vergleichbar ist und der von Lebensmitteln bis Kosmetika alles mögliche enthält, wo Hanf oder CBD draufsteht, gibt es übrigens in diesem Jahr in gleich zwei Ausführungen: die große, aufklappbare Gold-Version enthält nach Angaben des Herstellers Produkte im Warenwert von stolzen 700 Euro, die Silber-Variante immer noch für lohnenswerte 230 Euro. Versprochen werden Waren von namhaften Herstellern wie Marry Jane CBD, Vaay, Hans Brainfood, Hempamed und vielen weiteren.

 

Neu sind in diesem Jahr auch die Kalender für Stoner und Grower, die, wie die Bezeichnungen schon charmant unsubtil andeuten, vollgestopft sind mit Head- und Growshop-Artikeln, von Herstellern wie Black Leaf, Lumatek, Piecemaker, Bio Nova und Dipse. Gekrönt wird das Ganze mit einem einzigartigen Verpackungsdesign von Illustrator und Karikaturist Steve Stoned.

 

 Oben der Grower-Kalender, unten der für Stoner

 

Jeder der vier Kalender wird limitiert sein, schnell zuschlagen lohnt sich also. Mit dem Kauf eines Kalenders erhält man außerdem die Möglichkeit, an der großen Silvester-Tombola des Hanf Magazins teilzunehmen, die mit Preisen im Gesamtwert von 30.000 Euro aufwarten kann. Zu den Kalendern wird des Weiteren eine App gehören, mit deren Hilfe man sich über die Verwendungsmöglichkeiten der einzelnen Produkte informieren kann, was natürlich besonders dann Sinn macht, wenn man vor hat, das gute Stück an Freunde oder Verwandte zu verschenken, die bisher nur wenige Berührungspunkte mit dem Thema hatten.

 

Derartig ausgerüstet kann man sich dann im Dezember ganz entspannt zurücklehnen und selbst wenn Großtante Renate wieder einmal etwas zu tief ins Eierlikör-Glas geschaut hat und ihre beste Tom-Jones-Interpretation auspackt, dann gönnt man sich einfach ein paar beruhigende CBD-Tropfen aus dem Hanf-Kalender. Und vielleicht, aber nur vielleicht, schunkelt man ja insgeheim doch ein bisschen mit...

Was für eine starke Aktion! Wer in der letzten Tagen mit dem Flugzeug über den US-Bundesstaat Kansas gedüst ist, konnte mit ein bisschen Glück eine wunderbare Aussicht genießen. Im Rahmen ihrer großangelegten „Trust the Earth“-Kampagne des weltbekannten US-CBD-Unternehmens Charlotte´s Web, die bereits im Oktober 2019 ins Leben gerufen wurde, wurde ein Feld als „Leinwand“ für ein riesiges Cannabis-Kunstwerk umfunktioniert. Es wurden wahrlich keine Kosten und Mühen gescheut: ein Farmer, geleitet von einem GPS-System, hatte eine ganze Woche lang damit zu tun, die gut 30 Hektar große Fläche entsprechend zu mähen.

 

 

Die fertige „Feldkunst“ geriet so groß und beeindruckend, dass eine adäquate Abbildung nur aus dem Flugzeug heraus möglich ist. Jared Stanley, Co-Gründer von „Charlottes Web“ hebt besonders die „Partnerschaft von Erdboden und Mensch“ hervor, die durch das Kunstwerk transportiert wird. Deanie Elsner, CEO, fügt hinzu: „Dieses Feld zelebriert jeden einzelnen Menschen auf diesem Planeten, dessen Lebensqualität durch CBD-Produkte verbessert wurde.“

Es sind Aktionen wie diese, die in dieser Größenordnung zur Zeit so wohl nur in den Vereinigten Staaten möglich sind. Kritische Cannabisfreunde aus dem deutschsprachigen Raum mögen solche Bemühungen vielleicht als „Marketing-Firlefanz“ abtun, doch letztendlich sind es häufig doch genau solche öffentlichkeitswirksamen, bildstarken Aktionen, die ohne viele Worte auskommen und die Kraft haben, den Mainstream zu erreichen und für bestimmte Themen sensibilisieren.

 

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: bei dem gemähten Feld handelte es sich übrigens nicht um eine Hanf-Kultur, sondern um handelsüblichen Weizen.

 

Das beschauliche Städtchen Langenfeld bei Düsseldorf kommt einfach nicht zur Ruhe. Stadtplaner müssen sich öffentlich rechtfertigen, Klagen und Regressforderungen werden vorbereitet, Ermittlungsbehörden und Stadtverwaltung rotieren – doch was ist überhaupt passiert?

 

Aufmerksame Nachrichtenleser mögen es schon am Rande mitbekommen haben: in dem ländlichen 60.000-Seelen-Ort wurden einige Hanfpflanzen entdeckt und darüber ist die komplette Verwaltung der Gegend in Panik und blinden Aktionismus verfallen. Mitten auf öffentlichem Grund und Boden entdeckte man die Pflanzen entlang eines Getreidefeldes und entfernte diese mit irrsinnigem Verwaltungs- und Personalaufwand. Als wäre die Entdeckung an sich nicht schon ein Grund für die Beamten vor Ort total auszuflippen, stellte sich auch noch heraus, dass besagter Grünstreifen des Anstoßes im Rahmen der städtischen Aktion „Langenfeld summt“ zur Stärkung der Bienenpopulation bepflanzt wurde. Nachdem die Presse auf den Fall aufmerksam wurde, hat man nun den Salat und der Haus- bzw. Stadt-Segen hat sich bereits in eine besorgniserregende Schieflage begeben, sodass sich nun ganze Untersuchungskommissionen mit dem „Fall“ beschäftigen.

 

Dabei weiß doch jeder, der sich auch nur ein wenig mit dem Thema Landwirtschaft auskennt, dass in herkömmlichen Samenmischungen (beispielsweise aus dem Baumarkt) immer mal ein paar Hanfsamen mit dabei sein können. Außerdem ist sonnenklar, dass es sich in so einem Fall dann lediglich um THC-freien Nutzhanf handelt, an dem man sich nicht berauschen kann. Diese Tatsache ist auch den Langenfelder Behörden bekannt, doch anstatt die Kirche einfach mal im Dorf zu lassen, regt man sich nichtsdestotrotz furchtbar über die von der Stadt als ungewollte Drogenplantage“ bezeichneten Pflänzchen auf. „Wir werden dafür den Zulieferer der Saatgut-Mischung in Regress nehmen“, äußerte sich der städtische Chefplaner Ulrich Beul martialisch. Die Firma habe nämlich „nicht nur die Ermittlungsbehörden beschäftigt, sondern auch für einen zusätzlichen Personaleinsatz der Stadtverwaltung gesorgt“.

 

 

Was jetzt überhaupt das Problem an der ganzen Sache sein soll, darauf wird allerdings nicht weiter eingegangen. Befürchten die Stadtoberen etwa, dass die braven Bürger beim Anblick des „Teufelskrauts“ augenblicklich in Anarchie verfallen? Welchen Grund könnte man haben, ein solches Gewese zu veranstalten? Zur Genüge aus der Bundespolitik bekannt, geht es jetzt offenbar darum, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sich in den Amtsstuben gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, schnellstmöglich einen Sündenbock zu finden und ihm den schwarzen Peter unterzujubeln. Die Chancen, den Saatgut-Lieferanten erfolgreich zu verklagen, dürften jedenfalls ziemlich schlecht stehen.

 

Bei all der Aufregung kommt eine Partei definitiv zu kurz: die Bienenvölker, um die es bei der Bepflanzungsaktion ja ursprünglich ging. Man war sich in der Tat nicht zu schade, davon zu sprechen, dass die Hanfpflanzen auf „bienenfreundliche“ (O-Ton Stadtplanung) Weise entfernt wurden. Na dann. Am bienenfreundlichsten wäre es übrigens gewesen, die unerwünschten Pflanzen einfach in Ruhe zu lassen: denn Bienen haben nachgewiesenermaßen eine hohe Affinität zu Hanf, insbesondere zu männlichem. Nicht umsonst empfehlen viele Experten Hanf-Kulturen, um dem grassierenden Bienensterben entgegenzuwirken.

 

Hoffnung auf eine baldige Legalisierung in Deutschland macht das lächerliche, hysterische Treiben in Langenfeld jedenfalls nicht...

Als CBD-Händler hat man es in Deutschland nicht leicht, so viel dürfte sich mittlerweile bis in die letzte Reihe der Cannabis-Entrepreneure herumgesprochen haben: Razzien, Beschlagnahmungen und Drangsalierungen gehören leider fast schon zur Tagesordnung. Viel war von Händlerseite schon zu hören über die unnötig raue Gangart von Polizei und Staatsanwaltschaft, von konfiszierten Chargen, die weit über das Haltbarkeitsdatum hinaus einbehalten und damit quasi wertlos wurden, von einem überaus martialischen Auftritt der eingesetzten Sondereinsatzkommandos.

 

Man muss sich selbst nicht einmal als Cannabisfreund geschweige denn als Legalisierungsaktivist bezeichnen, um zu merken, dass hier etwas gehörig falsch läuft. Wenn ein solcher Aufwand betrieben wird, um den Handel mit einem Stoff zu unterbinden, der nachgewiesenermaßen vollkommen unberauschend wirkt und dem von der Weltgesundheitsorganisation WHO die völlige gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigt wird, dann entsteht eine Kluft zwischen staatlicher Agenda und der Lebenswirklichkeit vieler Menschen, die viele verdrossen und misstrauisch zurücklässt.

 

Nun könnte man entgegnen, dass man als CBD-Händler von Anfang an über die unklare gesetzliche Regelung und das daraus resultierende Risiko Bescheid wusste; dass man durch die bewusste Inkaufnahme dessen sich gar als einer der wenigen Player eine einträgliche Postion auf einem jungen, boomenden Markt einnehmen konnte; dass freilich niemand dazu gezwungen wird, CBD-Produkte zu verkaufen. Dabei geht es im Kern aber mal wieder um die grundlegende Frage, in welcher Weise sich der Staat in den Alltag seiner Bürger einmischen sollte.

 

 

CBD-Verbot in Köln?


In das Klima der allgemeinen Unsicherheit stößt nun eine Meldung deren vermeintliche Sprengkraft deutsche CBD-Händler aufhorchen ließ – und die reißerische Überschrift einer gestrigen Meldung des WDR ließ tatsächlich Schlimmstes erahnen: „Hanf im Visier: Köln verbietet CBD-Produkte“, so hieß es. Verbietet nun etwa jede deutsche Stadt CBD auf eigene Faust? Wieso ist so ein Alleingang überhaupt möglich?

 

Nun, die Antwort ist überraschend einfach: es gibt keinen Alleingang der Stadt Köln und auch werden nicht alle CBD-Produkte verboten. Offenbar entspricht die Meldung des WDR nicht ganz den Tatsachen. Dafür spricht auch, dass kein einziges anderes Medium diese Nachricht seit gestern aufgegriffen hat. Ebenfalls für unsaubere Arbeit spricht, dass das Bild, mit dem der WDR seine Nachricht geschmückt hat, anscheinend ohne zu fragen von der Website der Kölner Hanfbar entnommen wurde, ohne sich um die Bildrechte zu scheren, wie die Hanfbar unter einem DHV-Post von heute öffentlich machte.

 

Im städtischen Amtsblatt Kölns wurde die vom WDR gemeinte Maßnahme, die ab dem 18. Juni in Kraft tritt, öffentlich angekündigt: und zwar die (Neu-)einstufung von CBD-Produkten als sogenanntes „Novel Food“ und der (damit einhergehende) Mangel an Lebensmittelzulassungen seitens der Händler. An diese Stelle soll nicht vertieft werden, inwieweit die neue Kategorisierung für CBD-Produkte gerechtfertigt oder bürokratischer Blödsinn ist. Die EIHA (European Industrial Hemp Association) stellte nach mehrfacher Konsultation mit dem Bundesamt für Lebenmittelsicherheit (BVL) jedenfalls fest, dass die Einordnung nur für CBD-Isolate oder Anreicherungen gelten könne, nicht aber für Vollspektrum-Produkte.

 

Vor allem aber, und das bestätigte das Kölner Presseamt heute Mittag telefonisch gegenüber Highway, habe die „Novel Food“ nur Auswirkungen auf CBD-Produkte, die auch ausdrücklich als Lebensmittel eingetragen und verkauft werden. „Aromaöle“, „Mundpflegeöle“ etc. seien von der Regelung ausdrücklich nicht betroffen. Auch die Verkehrsfähigkeit von CBD-Blüten sollte somit eigentlich nicht durch die Novel-Food-Verordnung geregelt werden, wenn diese nicht als Lebensmittel angeboten werden.

 

Ebenfalls war zu erfahren, dass es sich mitnichten um einen alleinigen Vorstoß der Stadt Köln handelt (wie der WDR in seiner Nachricht nahelegt), sondern um ein Vorgehen, das ganz Nordrhein-Westfalen betrifft. Aus Juristen-Kreisen heißt es nichtsdestotrotz, dass ein derartiges Vertriebsverbot per Allgemeinverfügung absolut unüblich und ungewöhnlich sei.

 

Update 17:16: Vor wenigen Minuten hat die Stadt Köln eine Pressemitteilung herausgegeben, die das Obenstehende bestätigt und die Meldung des WDR somit als nicht faktenbasiert zurückweist. Der Wortlaut:

 

Verkaufsverbot von Lebensmitteln mit CBD-Zusätzen: Städtische Allgemeinverfügung setzt bestehende EU-Regelung für Köln um

Die am 17.Juni 2020 im Amtsblatt der Stadt Köln veröffentlichte Allgemeinverfügung untersagt den Verkauf von Lebensmitteln, denen Cannabidiol (CBD), also als Cannabidiol-Isolate oder mit Cannabidiol angereicherte Hanf-Extrakte, zugesetzt wurden.

 

Zum Hintergrund: CBD und CBD-Extrakte werden gemäß Novel-Food-Katalog der Europäischen Union als neuartig eingestuft. Nachzulesen im Internet mit dem Eintrag „Cannabinoids“ auf der Seite https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/index.cfm. Neuartige Lebensmittel dürfen gemäß einer EU-Verordnung (Nummer 2015/2283) in der Europäischen Union jedoch nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie eine Zulassung besitzen.

 

Da für CBD keine Zulassung vorliegt, dürfen solche Extrakte nicht als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Das gilt auch, wenn diese Extrakte Lebensmitteln zugesetzt werden. Die städtische Allgemeinverfügung setzt damit die ohnehin in der Europäischen Union geltenden Regelungen um, die sich aus der erwähnten EU-Verordnung über neuartige Lebensmittel ergeben.

 

Nicht erlaubt sind damit so genannte CBD-Öle (also Öle, denen CBD-reiche Hanf-Extrakte zugesetzt werden), sofern sie als Lebensmittel (und dazu zählen auch Nahrungsergänzungsmittel) in den Verkehr gebracht werden.

 

Weiterhin erlaubt bleiben beispielsweise Hanfsamenöl, Hanfsamenmehl oder Hanfsamenprotein, die aus Nutzhanfpflanzen gewonnen werden. Produkte, die keine Lebensmittel sind, sind von der Allgemeinverfügung ebenfalls nicht betroffen, beispielsweise Produkte, die von Tier-Heilpraktikern eingesetzt werden.

 

Zusätzlich zur Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Köln erfolgt durch die Stadt eine aktive Information der Betriebe, die nach Kenntnis der städtischen Lebensmittelüberwachung mit solchen Produkten handeln.

Das Bundesgericht hat ein wegweisendes Urteil für alle CBD-Cannabiskonsumenten und –händler in der Schweiz gefällt: ab sofort dürfen THC-arme Blüten nicht mehr mit der Tabaksteuer belegt werden. Gegen die Steuer von 25 Prozent auf den Endverkaufspreis  hatten drei Schweizer Firmen (Swiss Cannabis, Canway Schweiz und Artemis) Klage eingereicht.

 

Das Gericht stellte fest, dass es sich bei Hanfblüten nicht um Tabakersatzprodukte handele, ein Konsum anstelle von Tabak sei seitens der Konsumenten nicht zu erwarten. Zudem grenze auch der medizinische Einsatz die Blüten von Tabakprodukten ab, die keinesfalls zur Gesundheitsförderung konsumiert werden können. Aus diesen Gründen halten die Richter die Neuerschaffung einer speziellen Steuer für Hanfblüten und der damit einhergehenden gesetzlichen Legitimierung für notwendig.

 

Das Bundesgericht korrigiert mit dem Urteil die Entscheidungen zweier untergeordneter Instanzen: noch 2017 und 2019 hatten die Oberlandesdirektion bzw. das Bundesverwaltungsgericht die Tabaksteuer auf Hanfblüten für angemessen erklärt. Die Kläger begrüßen die Entscheidung und pochen nun auf eine zügige Erneuerung der entsprechenden Cannabis-Gesetzgebung.

 

 „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." Dieses alarmierende Zitat, das Albert Einstein zugerechnet wird, hört man in letzter Zeit immer häufiger. Denn weltweit warnen Entomologen, aber auch Wissenschaftler verwandter Fachrichtungen vor einem zunehmenden Insektensterben. Insbesondere bereitet das Verschwinden der Bienen große Sorgen, denn die erfüllen durch den Akt der Bestäubung bekanntermaßen eine besonders wichtige Funktion innerhalb eines Ökosystems.

 

Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden, zunehmende Betonierung, Lichtverschmutzung: das sind nur einige der zahlreichen Faktoren der modernen Agrarwirtschaft, die es den Bienen zunehmend schwerer machen, ihrer Aufgabe nachzugehen.

 

Doch eine neue Studie der Cornell Universität New York, veröffentlicht im wissenschaftlichen Fachmagazin „Environmental Entomology“, sieht Grund zur Hoffnung. Im Zuge der Legalisierung und anschließenden schnellen Verbreitung von Industriehanfkulturen in den Vereinigten Staaten haben Forscher untersucht, wie verschiedene Bienenarten auf Hanfpflanzen reagieren. Zu diesem Zweck wurden im Sommer 2018 elf Hanffarmen unterschiedlicher Größe (vom Acker bis zur zehntausende Quadratmeter umfassenden Plantage) untersucht. Das Ergebnis: Bienen lieben Hanf. Und zwar vor allem männlichen Hanf, der zwar keine Blüten ausbildet, aber eine ganze Menge Pollen produziert. Gleich 16 verschiedene Bienenarten konnten auf den untersuchten Kulturen nachgewiesen werden. Wie beliebt die einzelnen Kulturen bei den Bienen waren, hing vor allem von der Beschaffenheit der umgebenden Landschaft ab (je intensiver die Landschaft agrarwirtschaftlich genutzt wurde, desto weniger attraktiv war sie für die Bienen) und der Größe der Pflanzen ab (je größer, desto mehr Pollen). Die Wirkung der Cannabinoide stellt für die Bienen übrigens keinerlei Beeinträchtigung dar, da Insekten kein Endocannabinoidsystem besitzen.

 

Die federführenden Wissenschaftler warnen Farmer und Politiker davor, sich die aufkeimende Chance zur Regeneration des Bienenvorkommens durch die Entwicklung angepasster Pestizide nicht direkt wieder zu verbauen.

 

Auch wenn die USA in den letzten Jahren von Legalisierungsbefürwortern rund um den Globus verstärkt als Positivbeispiel für einen liberalen Umgang mit Cannabis herangezogen werden und die gesellschaftliche Akzeptanz in vielen Bundesstaaten schon weit fortgeschritten ist, hat auch die dortige Szene immer wieder mit Hindernissen zu kämpfen, die ihnen von der Politik und der Justiz in den Weg gelegt werden.

 

Zuletzt sorgte ein großer Fang der New Yorker Polizei (NYPD) und das dazugehörige Polizeifoto für Ärger in der Cannabisbranche, aber, zugegeben, auch für den ein oder anderen Schmunzler. Auf der Facebook-Seite des NYPD brüstete man sich mit dem Fund und der Beschlagnahmung von knapp 50 Kilogramm Marihuana. Diese Zurschaustellung in den sozialen Netzwerken ist ja leider mittlerweile gängige Praxis, doch diesmal erntete die Truppe vor allem Hohn und Spott. Zu Recht, denn die fetten Baggies, zwischen denen sich vor allem einer der beiden Cops in cooler Pose in Szene setzt, so als sei er die Reinkarnation von Charlie Bronson höchstpersönlich, enthielten gar kein Marihuana, sondern völlig legalen, komplett THC-freien Hanf des lizenzierten Produzenten Fox Holler Farms aus Vermont.

 

Das pikierte Unternehmen ließ mit einer Reaktion nicht lange auf sich warten und verlautete, ebenfalls über Facebook, unter anderem das Folgende: „Dieses Bild frustriert uns und macht uns Sorgen. (…) Warum sind sich die Menschen der Gesetze, mit deren Schutz sie betraut sind, nicht bewusst?“ Tja, eine durchaus berechtigte Frage, zumal die im „Hemp Farming Act“ bundesweit geregelte Legalisierung von Hanf erst vor einigen Monaten prominent durch alle US-Medien ging.