Alle Jahre wieder – im Dezember Weihnachten und im Mai natürlich Global Marijuana March (GMM). Denn wenn das Gras immer noch nicht legal ist, muss man halt weiterhin auf die Straße gehen und sich lautstark dafür einsetzen. Der GMM wird dieses Jahr sozusagen volljährig – zum bereits 18. Mal gehen die Menschen in Hunderten Städten dieser Erde auf die Straße. Wenn eine baldige Legalisierung da nicht mal ein schönes Geburtstagsgeschenk wäre.

 

Alle Cannabiskonsumenten sind daher aufgerufen, sich mit den Gleichgesinnten ihrer Stadt (oder der nächstgelegenen) zusammenzutun und beim GMM friedlich und eine riesige Rauchwolke hinterlassend durch die Straßen zu ziehen, um allen übrigen Bürgern zu zeigen, dass wir uns nicht kriminalisieren lassen möchten. Das diesjährige Motto: Legalisierung macht Sinn! Deutschland ist mit über 20 Städten und Österreich mit der Hauptstadt Wien vertreten.

 

Stichtag ist Samstag, der 6. Mai. In der Regel geht es um 14 Uhr los. Nur drei deutsche Städte weichen von diesem Datum ab und veranstalten die Demo eine Woche später. Vergangenes Jahr gab es noch deutlich mehr Termin-Abweichungen, die von einigen Organisatoren nicht ganz so gerne gesehen werden, etwa weil es die Berichterstattung für die unparteiische Presse erschwert. Die teilnehmenden Städte sowie abweichende Daten könnt ihr unserer Übersichtskarte entnehmen.

 

Bei vielen GMMs wird kostenlos Highway – Das Cannabismagazin verteilt werden, also haltet die Augen auf!

Toll eingefangene Eindrücke vom Global Marijuana March (GMM) aus der ganzen Welt – am 7. Mai haben nicht nur 23 deutsche Städte den GMM abgehalten (zum Beispiel Köln – wir berichteten), sondern über 300 Städte weltweit, beispielsweise Kapstadt, Kingston, Prag, Ketama oder Madrid. Am nächsten Samstag werden übrigens auch noch einige Märsche stattfinden, so auch der Wiener Hanfwandertag (mehr dazu in unserer Terminübersicht).

 

In diesem Video findet ihr einen Zusammenschnitt verschiedener Aufzeichnungen vom 7. Mai 2016 aus der ganzen Welt:

Unseriös? Neben der Spur? Enttäuschend? Harte Worte, die hier zwischendurch in der Beurteilung des Global Marijuana Marchs 2016 durch Cannabis-YouTuber Stuermer fallen. Doch seine Meinung ist durchaus plausibel begründet und nicht aus der Luft gegriffen. Denn mit Sicherheit kann man sagen, dass die Global Marijuana Marchs in Deutschland auf verschiedenen Wegen noch ein gutes Stück optimiert werden könnten.

 

Schaut euch Stuermers untenstehendes Video zum Global Marijuana March an und teilt uns eure Meinung zu den GMMs auf unserer Facebook-Seite mit. Unsere eigene Beurteilung des Kölner GMMs könnt ihr hier nachlesen.

Das waren ideale Bedingungen für den Global Marijuana March (GMM) 2016 in Deutschland: Feinstes Wetter in allen Städten sorgte für gute Laune und auch bestimmt für den ein oder anderen Besucher, der sich den Marsch bei Regen gespart hätte. In 23 deutschen Städten wurden GMMs abgehalten – die Österreicher und vereinzelte deutsche Städte ziehen am kommenden Samstag noch nach (schaut euch hier die Termine auf unserer Karte an).

 

Insgesamt gingen am Samstag Tausende für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße. Teilnehmende Städte waren Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Dresden, Duisburg, Erfurt, Erlangen, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Kempten, Köln, München, Osnabrück, Rostock, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Viersen.

 

Die meisten Veranstaltungen starteten gegen 14 Uhr und die Redaktion von Highway war für euch in Köln unterwegs, um die Stimmung einzufangen: Treffpunkt war der Heumarkt direkt in der Innenstadt. Dort warteten eine Bühne sowie Infostände, etwa von Cannabis Colonia e.V. oder der Piratenpartei auf die Interessierten, aber auch auf eine Menge Passanten.

 

Anzumerken ist, das bereits eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn der Veranstaltung und somit auch noch ein gutes Stück bevor sich der Marsch überhaupt in Bewegung setzte, viele Mitarbeiter diverser Presseorgane bereits verschwunden waren. 30 Minuten vor Ort, ein Foto und ein Zitat abgreifen und schnell in die Sonne legen – ganz ehrlich: so lesen sich viele Artikel zum Thema Cannabis auch. Eine Kein-Bock-Einstellung scheint also keine Spezialität von Cannabiskonsumenten zu sein. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am späten Samstag meldete, dass in Berlin ein Global Marijuana March stattgefunden habe, Köln hingegen gar nicht erwähnt wird.

 

 

Das gute Wetter, das auch in Köln herrschte, hatte jedenfalls etwa fünfhundert Leute angelockt, die sich für eine baldige Cannabislegalisierung stark machen wollten. Zum Auftakt gab es verschiedene Redebeiträge von beispielsweise Cannabis Colonia, den Piraten, den jungen Liberalen, der Linken oder vom Deutschen Hanfverband (DHV). Zuletzt stieg Kai Langenberger, der auch im Anschluss den Marsch anleitete, auf die Bühne und beschalte den Heumarkt mit deutschsprachigen Cannabis-Songs, etwa zu den Melodien von Kölner Karnevalsliedern, Halleluja oder O Tannenbaum. Auch wenn diese Musikauswahl vielleicht nicht jedermann zu hundert Prozent zusagte, konnte er zumindest alle Teilnehmer des GMM charmant um den Finger wickeln. So lag es auch an ihm, die Stimmung des kurz vor vier Uhr gestarteten Marschs anzuheizen. Diesen Job erledigte er vom vorausfahrenden Wagen aus mit Bravour. Die Teilnehmer des Marschs wurden zum Skandieren diverser Parolen angeleitet und konnten dementsprechend viel Aufmerksamkeit beim Zug durch die Kölner Innenstadt erfahren. Dabei gab es je nach Standort kleine Anekdoten zu erfahren, vor einer Bank etwa, dass 30 Prozent eines Geldscheins aus Hanf bestehen. Natürlich wurde auch die Breite Straße besonders gewürdigt, als der Zug diese passierte. Immer wiederkehrendes Mantra der Truppe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut!“

 

 

Die Polizei ließ das Treiben praktisch ungestört zu. Zu Beginn am Heumarkt waren nur vereinzelt Beamte anzutreffen, die sich auch sehr schnell in den Hintergrund zurückzogen. Der Zug selbst wurde durch voranfahrende Polizisten begleitet, die aber zum Zweck eines reibungslosen Ablaufes eingeteilt waren, und nicht etwa, um die Teilnehmer zu schikanieren. Daher und dank der Sonne waren viele Demonstrationsteilnehmer auch schon recht angedichtet, als der Zug startete. Die Energie des Anheizers ließ sich aufgrund dessen nicht kontinuierlich auf die Masse der Marschierenden übertragen. So wurden die Rufe während der zweiten Hälfte des Marschs etwas schwächer und beim großen Finale direkt am Kölner Dom zeigten sich doch bei dem ein oder anderen sowohl leichte Ermüdungs- als auch Einschüchterungserscheinungen, sodass das Motto „Wir sind hier, wir sind laut“ teilweise nicht mehr ganz passen wollte.

 

 

Allerdings muss man sagen, dass der Demonstrationszug von den Passanten durchgehend äußerst freundlich begrüßt wurde. Jeder schien Sympathien für die Cannabisfreunde aufzubringen, Kritik am Zug konnte nicht ausgemacht werden. Es folgten sogar einige Bürger den Aufrufen aus den Lautsprechern, sich dem Zug anzuschließen. Allerdings wurden auch umstehende Jugendliche mit Hanfblatt-Kappen ausgemacht, die sich über die ganze Veranstaltung lustig gemacht haben – es bleibt also noch viel Aufklärungsarbeit zu betreiben.

 

 

Der Zug endete wieder am Heumarkt, wo THC-freie Hanf-Joints verteilt wurden. Dies nahm die Polizei zum Anlass, doch noch einmal darum zu bitten, keine „richtigen“ Joints zu rauchen und anzukündigen, bei Verstößen nun gegen diese vorzugehen. Diese Nachricht läutete dann auch gleich sozusagen das inoffizielle Ende des Kölner GMMs ein, da einige sie zum Anlass nahmen aufzubrechen.

 

Spätestens in den Abendstunden endeten dann die Märsche überall in Deutschland und erfreulicherweise gab es nichts Negatives zu berichten, etwa aus Reihen der Polizei. Der DHV meldete Samstagabend 400 Demonstranten in Rostock, jeweils über 300 in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Ulm, etwa je 200 in Frankfurt und Tübingen, 150 in Osnabrück und 100 in Kempten. Die sowohl erstmals in Viersen als auch in Flensburg abgehaltenen GMMs kamen beide jeweils auf immerhin 25 Marschierende. Spitzenreiter waren die Dresdner mit circa 750 Teilnehmern, gefolgt von Bremen mit grob 700 und Freiburg mit über 600 Demonstranten.

Update vom 6.5.2016: Liebe Leute, denkt daran, morgen ist der Global Marijuana March! Schaut in unserer Karte, welche Stadt in eurer Nähe zum Mitmachen einlädt. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

 

Rund um den 7. Mai ist es wieder soweit – auf der ganzen Welt wird der Global Marijuana March (GMM) abgehalten. Seit 1999 der erste Million Marijuana March (wie einer der vielen alternativen Namen des GMM lautet) vom amerikanischen Cannabisaktivisten Dana Beal ins Leben gerufen wurde, findet jedes Jahr am oder um den ersten Samstag im Mai herum der GMM statt. Gemeinsam soll für eine Legalisierung und gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten demonstriert werden, das diesjährige Motto lautet in vielen deutschen Städten „Die Zeiten ändern sich!“. Alle Österreicher treffen sich wieder gesammelt in Wien, um den Hanfwandertag zu begehen. Allerdings erst eine Woche später, am 14. Mai. Denn wie bereits in den Jahren zuvor findet der GMM nicht überall am gleichen Tag statt, auch wenn dies nach wie vor ein wünschenswertes Ziel wäre, nicht zuletzt um eine Berichterstattung abseits der Fachpresse zu erleichtern, wie der Deutsche Hanfverband (DHV) anmerkt.

 

Auch ihr seid herzlich eingeladen, euch an einem GMM in eurer Nähe zu beteiligen und für die (baldige) Legalisierung von Marihuana auf die Straße zu gehen! Um den nächsten GMM zu finden, müsste ihr nur einen Blick auf unsere Karte werfen. Beachtet bitte die unterschiedlichen Daten und Uhrzeiten.