Die sechs Angreifer waren als Polizisten verkleidet, setzten Störsender ein und schossen mit einer Schrotflinte auf die beiden Aufpasser einer Cannabisplantage mit knapp 10.000 Cannabispflanzen in Altstätten in der Schweiz: Wie wir berichteten, überfielen am 6. Februar 2015 sechs Männer im Alter zwischen 22 und 39 Jahren eine ebenso professionelle wie illegale Cannabisplantage – der ursprüngliche Plan sah vor, die Wachen zu fesseln, was auch geschah, und Geld und Gras von ihnen zu verlangen. Als die Angreifer aber bemerkten, dass einer der beiden Angeschossenen mit dem Tod kämpfte, zogen sie sich ohne Beute zurück und alarmierten den Notarzt.

 

Daraufhin ermittelte die Polizei sowohl wegen des Überfalls als auch wegen der riesigen Cannabisplantage. Nach der Tat gab es 28 Verhaftungen und 38 Hausdurchsuchungen. Auch wurden sechs weitere Anlagen zur Produktion von Cannabis ausgehoben. Die vier Hauptbetreiber der Riesenplantage mussten sich bislang noch nicht vor Gericht verantworten, sind aber bereits angeklagt. Drei Arbeiter der Plantage, unter anderem die Wache, die lebensgefährlich verletzt wurde, sind bereits verurteilt worden.

 

Am Montag startet nun nach fast zwei Jahren der Prozess gegen die sechs Beteiligten, die den Überfall ausgeübt haben. Diese müssen sich unter anderem wegen Raub, Freiheitsberaubung und mehrfach versuchter Körperverletzung verantworten. Unter den Angeklagten ist auch einer der Haupttäter des spektakulären Postraubs in Zürich aus dem Jahr 1997. Dieser ist wohl auch der Schütze der Schrotflinte.

 

Der Prozess ist auf sechs Tage angelegt, wir berichten hier an dieser Stelle, wenn die Urteile verkündet wurden.

Cannabis legal geerntet – und das in Deutschland! Ein großer Schritt für Michael F. und ein noch größerer Schritt für die deutsche Bevölkerung. Vor wenigen Tagen war es so weit: Die erste Cannabisernte Deutschlands, für die der 54-jährige Medizinpatient Michael F. aus Mannheim im September 2016 als bisher einziger Mensch in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten hatte (wir berichteten), stand an:

 

Wie im Blog von Sensi Seeds berichtet wurde, wurden 240 Gramm der Sorte Jorge’s Diamonds #1 von der Samenbank Dutch Passion geerntet. Dies ist eine indicalastige Sorte mit einem THC-Gehalt von durchschnittlich 17 Prozent. Aber auch alle anderen Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Tetrahydrocannabivarin (THCV) sind bei dieser Cannabissorte stark vertreten.

 

Der an Multipler Sklerose erkrankte, 54-jährige Michael F. hatte sich insgesamt 16 Jahre durch sämtliche Instanzen geklagt, um seine Medizin – Cannabis – selbst anbauen zu dürfen. Wie wir berichteten, kann er nur durch den Konsum von Cannabis die Symptome seiner Krankheit bekämpfen. Nach seinen Angaben und nach Ansicht seiner Ärzte, gibt es für ihn keine Alternative zur Therapie mit Marihuana. Der Tagesbedarf des Klägers liegt bei etwa drei bis vier Gramm pro Tag.

 

Zwar hat der Mann auch eine Ausnahmeerlaubnis für den Erwerb von Cannabisblüten in Apotheken, doch ist dies bei Preisen ab 15 Euro für ein Gramm Marihuana für ihn nicht bezahlbar, da die Krankenkassen (noch) nicht zahlen (müssen). Vermutlich aus diesem Grund ist die Ausnahmegenehmigung des 54-jährigen Mannheimers, die für den Anbau von 20 Cannabispflanzen gilt, auch vorerst bis zum 30. Juni 2017 befristet.

 

Denn wie wir berichteten, könnte unter Umständen bis zu diesem Zeitpunkt eine Kostenübernahme von medizinischem Cannabis durch die Krankenkassen auf den Weg gebracht werden, was eine Ausnahmegenehmigung zum Selbstanbau von Cannabis – aus Sicht der Bundesregierung – überflüssig machen würde. Dies würde übrigens allein den Pharma-Firmen und Apotheken nutzen, die medizinisches Marihuana zum Zehn- bis Fünfzehnfachen des Produktionspreises verkaufen.

 

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Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Georgien: Das georgische Verfassungsgericht beschloss laut der Website „Grusija Online“ nun, dass gerichtliche Strafen für Aufbewahrung, Herstellung und Konsum von Cannabismengen bis zu 70 Gramm nicht mehr zulässig seien. Die entsprechenden Gesetze wurden als „inhuman“ bezeichnet und abgeschafft. Der Handel mit Cannabis ist allerdings immer noch illegal und wird verfolgt.

 

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Seltsames aus Bayern: Ein Bekannter von zwei Schwestern im Alter von 17 und 19 Jahren, der gelegentlich einen Joint mit den beiden rauchte, fragte die jüngere Schwester, ob sie nicht Gras für 3.000 Euro klarmachen könnte. Auf die Schnelle vom Gedanken an einen schönen Schnapp angefixt, sagten die beiden Schwestern zu und setzten einen 19-jährigen Nachbarsjungen an, einen Verkäufer ausfindig zu machen. Das tat er auch und so wurden Zeit und Ort der Übergabe ausgemacht.

 

Der Schwätzer, der die Bestellung bei den beiden Mädels aufgegeben hatte, sagte vor lauter Schreck, dass das Ganze plötzlich tatsächlich funktioniert, aber ab. Und was machen brave Mädels? Nicht ebenfalls absagen, nein: Sondern Privatkredite aufnehmen und das Sparschwein plündern, um den noch nie getroffenen Dealer nicht zu verärgern. Gesagt, getan.

 

Die Übergabe, zu der der Nachbarsjunge die ältere Schwester zum Schutz begleitete, funktionierte reibungslos und der jungen Frau wurde ein Plastikeimer mit dem Gras übergeben, dass sie ohne die Menge zu überprüfen entgegennahm. Jetzt stand ein Plastikeimer voll Gras in ihrem Kleiderschrank und das gute Geld war in Weed investiert. Also ging sie auf Kundensuche und fand einen Abnehmer, dem sie zwei Gramm verkaufte. Natürlich nicht ohne ihm vorher den Eimer voll Gras zu zeigen.

 

Na klar: Die Gelegenheit ließ sich der junge Mann nicht nehmen und drang später unerlaubt in die Wohnung ein, um den ganzen Graseimer zu stehlen. Also Geld und Drogen weg. Was tun also die beiden Schwestern? Natürlich: Die Bullen anrufen. Wenn man einem Dealer einen Kauf zusagt, dann nimmt man einen Privatkredit auf, und wenn man etwas gestohlen bekommt, dann ruft man die Polizei an. In Bayern ist die Welt halt noch in Ordnung.

 

Und die Polizei zwar blöd, aber nicht dumm: Daher kam ziemlich schnell raus, dass es sich bei dem Diebesgut um Marihuana handelte. Der Dieb wurde inzwischen sogar vor Gericht gestellt und (noch nicht rechtskräftig) verurteilt. Die beiden Mädels hingegen durften sich nun Anfang der Woche zusammen mit ihrem Nachbarn vor dem Jugendrichter einfinden, wie „OVB online“ meldete. Dort konnten sie glaubhaft machen, das Gras nach der Absage des ursprünglichen Käufers nur aus Angst vor dem unbekannten Verkäufer trotzdem gekauft zu haben. Des Weiteren gab es ein umfassendes Geständnis aller Beteiligten. Alle waren sich daher einig, dass solche Spezialisten nicht nach Erwachsenenrecht verurteilt werden dürften. In Bayern sieht eine angeblich milde Jugendstrafe dann so aus: 500 Euro Bußgeld und eine Woche Arrest für die 19-Jährige, acht Tage gemeinnützige Arbeit und Wochenendarrest für die jüngere Schwester und 500 Euro Bußgeld für den nachbarlichen Unterstützer.

 

Und da wir in Bayern sind, sorgt die Gesellschaft noch für die Zusatzstrafe: Die Schwestern haben nicht nur das Geld beziehungsweise Gras verloren, nein, im Zuge der Entdeckung ihrer Aktivitäten wurden sie auch noch aus ihrer Wohnung geschmissen und ihre Arbeitsstellen wurden gekündigt. So macht man die Leute fertig! Ein Prosit auf Bayern!

Es soll ja Leute geben, die gerne in einer bayrischen 13.000-Einwohner-Kleinstadt leben würden. Dass unter solchen Leuten aber auch handfeste Kiffer sind, die nach eigenen Angaben den ersten Joint schon vorm Frühstück rauchen, das verwundert doch ein wenig. Davon gibt es aber mindestens einen – und der stand nun vor Gericht. Dass der Bedarf des 41-Jährigen von etwa zwei Gramm am Tag ins Geld geht, ist in Bayern vermutlich noch zutreffender als anderswo. Deswegen lies sich der Mann aus dem Städtchen Poing, inspiriert von YouTube-Videos, Grow-Zubehör ins Haus liefern, dass er im Internet kaufte. Und baute sich fortan sein eigenes Gras an, stolze neun Pflanzen.

 

Zum Glück für alle anständigen Bayern hat er aufmerksame Nachbarn, bei denen allein schon die Anlieferung von größeren Paketen Panik auslöste, und die direkt schon einmal Böses vermuteten. Vollkommen zurecht: Eine Überwachung der Stromzähler im Haus bestätigte den schlimmen Verdacht der Nachbarn – da stimmt etwas nicht. Also schnell eine E-Mail an die Polizei geschrieben, bitte mal eben gucken. Und, na klar, die Polizei kam. Und durchsuchte in Abwesenheit des Manns dessen Wohnung, fand 350 Gramm und die neun Pflanzen.

 

So fand sich der 41-Jährige diese Woche, rund anderthalb Jahre nach der Hausdurchsuchung, vorm Amtsgericht wieder. Angeklagt wegen illegalem Handel mit Betäubungsmitteln. Obwohl in Bayern, konnte er zumindest diesen Vorwurf ausräumen, auch wenn er dafür tief in die Selbstverleugnungskiste greifen musste: Er habe zu viel gekifft, „die Kontrolle verloren“ und sei abhängig gewesen. Der Anbau war zum Eigenbedarf und zur Kostenreduzierung bestimmt. Er legte dem Richter ein Schreiben einer ambulanten Drogentherapie vor, dass seine Drogenfreiheit seit anderthalb Jahren bescheinigt. Auch von Alkohol und Tabletten sei er clean. Ja, er müsse dem anonymen Anzeigenerstatter irgendwie sogar dankbar sein. Für bayrische Verhältnisse hat sich das Ganze wohl sogar gelohnt: Die 14 Monate auf Bewährung und 5.000 Geldstrafe sowie weitere Auflagen wurden vom Richter als Geschenk dargestellt.

 

Der genaue Bericht des Prozesses ist bei der Lokalpresse nachzulesen, die den Mann zu allem Unglück auch noch in der Überschrift verhöhnt: „Cannabis angebaut, Bewährungstrafe geerntet“ – merkur.de

Immer wieder berichten wir in Highway – Das Cannabismagazin und auf unserer Website über die nur spärlich vorhandenen Rechte von Cannabiskonsumenten und Cannabispatienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz (so erst kürzlich wieder, als ein Schwerbehinderter in Deutschland zu acht Monaten Haft verurteilt wurde). Und das ist schlimm, keine Frage.

 

Aber leider geht es immer noch schlimmer: Aus Singapur erreichen uns schreckliche Nachrichten, die fassungslos machen. Ein 38-jähriger Mann aus Nigeria, der 2005 nach Singapur gezogen war, um eine Football-Karriere zu starten, wurde vergangenen Freitag im Auftrag der Regierung durch den Strick getötet.

 

Wie das südafrikanische Newsportal „IOL“ berichtete, wurde der Mann 2007 mit 1,3 Kilo Cannabis von der Drogenpolizei Singapurs verhaftet, in seiner Wohnung fand sich noch einmal die gleiche Menge. In Singapur sind diese Mengen kein Scherz mehr, denn nach dem Gesetz kann ab dem Besitz von 500 Gramm Marihuana oder Haschisch die Todesstrafe verhängt werden.

 

Der gebürtige Nigerianer legte 2010, 2013 und einen Tag vor seiner Tötung erfolglos Gnadengesuche ein, um seine Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Am 18. November wurde ihm wegen ein paar Joints das Leben genommen.

 

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Die beiden Männer, die nun des Anbaus von 2.400 Cannabispflanzen beschuldigt werden, fanden die Idee, in dem Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts Magdeburg Marihuana anzupflanzen, vermutlich witzig – das Karma tat dies leider nicht. Zwar ist das Amtsgericht nicht mehr in Betrieb, allerdings wird das Gebäude immer wieder mal von staatlicher Seite aus genutzt, etwa für etwaige Übungen. Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete, war zuletzt die Bereitschaftspolizei zu Trainingszwecken in dem Gebäude und entdeckte die Pflanzen. Zwei Männer aus Schönbeck im Alter von 29 und 55 Jahren wurden gestern festgenommen und sitzen seitdem in U-Haft.

 

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Entwarnung aus Österreich. Im Juni berichteten wir an dieser Stelle vom Prozess gegen 13 Cannabishändler, denen in Wien der Prozess gemacht wurde. Laut Anklage hatten sie 2014 und 2015 an verschiedenen Orten in Österreich diverse Cannabis-Aufzuchtanlagen betrieben. Beim Zugriff durch die Polizei wurden unter anderem 81 Kilo Gras, 2.258 Pflanzen, 542 Lampen, 492 Vorschaltgeräte und 44 Großfilter sowie drei Autos beschlagnahmt.

 

Das Besondere an dem Prozess war die Forderung der Staatsanwaltschaft für die beiden Hauptangeklagten: Lebenslänglich! In Absatz Nr. 5 des Paragrafen 28a des österreichischen Suchtmittelgesetzes steht, dass wer gemeinsam mit „einer größeren Anzahl Menschen“ Drogengeschäfte begeht, zu zehn bis zwanzig Jahren bzw. lebenslanger Haft verurteilt werden kann.

 

Wie beim „Kurier“ zu lesen ist, formulierte einer der Verteidiger seinen Unmut über die Forderung der Staatsanwaltschaft so: „Der Staatsanwalt hat nicht mit einer Kanone auf Spatzen geschossen. Er hat eine Atombombe verwendet.“ – Doch das Gericht hat beim Prozess, der nach sieben Tagen in der Nacht zum Samstag abgeschlossen wurde, die Staatsanwaltschaft schön in ihre Grenzen verwiesen: Zwölf der 13 Angeklagten wurden zu Strafen zwischen 22 Monaten bedingt (auf Bewährung) und vier Jahren unbedingt (Haft) verurteilt.

 

Der angebliche Boss der ganzen Operation durfte den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Der unbedingte Teil seiner Haftstrafe von 24 Monaten wurde schon durch die Untersuchungshaft abgedeckt. Im Zuge des Prozesses wurde auch seine an Multipler Sklerose erkrankte Freundin angehört, die er mit Cannabis-Öl versorgt hatte – ein Auftritt, der dem „Kurier“ nach die Geschworenen in seinem Sinn überzeugt hatte.

Schon wieder ekelerregende Nachrichten aus Bayern. Im Rest von Deutschland kann man sich nur die Augen reiben und mit den Ohren schlackern, will den ganzen Scheiß am liebsten gar nicht glauben. Die Rechte der Bundesbürger werden in Bayern andauernd mit Füßen getreten, es scheint, als würden sich immer wieder Richter mit Staatsanwälten und Polizisten zu asozialen Verbindungen zusammenschließen, um jeden zu schikanieren, der nicht CSU wählt.

 

Aus Bayern wurde auch diese Woche wieder schier Unglaubliches berichtet, eine Story wie sie in einem demokratischen Staat gar nicht vorkommen dürfte: Vergangenes Jahr suchte die Polizei im Inntal nach einer Person und klingelte zu diesem Zweck bei einem 38-Jährigen, um nach der vermissten Person zu fragen. Diese war nicht dort, aber der klingelnde Polizist meinte, er hätte den Geruch von Haschisch wahrgenommen, wie bei „OVB Online“ zu lesen war: Daraufhin wollte er Zutritt zu der Wohnung haben, in der sich neben dem Mieter auch dessen Bruder sowie Vermieter aufhielten. Man beschied dem Polizisten, der seinen Fuß nicht aus der Tür nehmen wollte, dass er ohne Durchsuchungsbeschluss auf keinen Fall hereinkommen dürfe.

 

Das ließ dieser nicht auf sich sitzen und beantragte einen. Schließlich sei er schon einmal undercover für die Drogenfahndung im Einsatz gewesen und habe voll den Plan etc. Drei Wochen später bekam er dann den Durchsuchungsbeschluss und so wurde die Wohnung des 38-Jährigen inspiziert. Ergebnislos, keine Drogen, nichts.

 

Aber wir sind ja in Bayern. Also gibt es einfach trotzdem einen Strafbefehl! Und zwar wegen nicht zu beweisendem Besitz von Haschisch, na klar! Der Herr Polizist hat es doch gerochen. Es ist ja nicht so, dass dem 38-jährigen angeblichen Haschischkonsumenten nicht auch noch die zwei oben genannten Zeugen, die sich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Befragung ebenfalls in der Wohnung aufhielten, bestätigten, dass auf keinen Fall Haschisch geraucht wurde.

 

Also zog der 38-Jährige vor Gericht, um Widerspruch gegen die Strafe einzulegen. Der Fall schien ihm klar, er nahm sich nicht mal einen Anwalt. Wozu auch? Hausdurchsuchung: keine Drogen. Zeugen: zwei. Der Geruch: sei durch Räucherstäbchen entstanden. Diese wurden dem Gericht auch vorgelegt. Das Gericht verzichtete aber auf die Überprüfung, ein bayrisches Polizistenwort zählt schließlich mehr als die Aussagen zweier Bürger und deren Vermieter, einem anerkannten Mediziner, der vor Gericht aussagte, er kenne in dieser Funktion sehr wohl den Geruch von Haschisch und es sei kein Haschisch zugegen gewesen. Aber scheiß drauf, wir sind in CSU-Asi-Land – also verkündete das Gericht, niemandem außer dem Polizisten zu glauben und verurteilte den Angeklagten zu 1.200 Euro Strafe. Wofür noch mal? Für nichts, genau.

 

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Am Ende gratulierte der Richter dem Jura-Studenten: Dessen Freund, ein Jugendlicher aus Zürich, der größten Stadt in der Schweiz, wurde dort kürzlich mit acht Gramm Marihuana von der Polizei aufgegriffen. Dafür gab es eine Ordnungsbuße von 100 Franken für den Besitz und obendrauf noch 150 Franken für Gebühren, so berichteten es die „Südtirol News“.

 

Aber war da nicht was? Steht nicht im Schweizer Betäubungsmittelgesetz vom 1. Oktober 2013, dass nicht strafbar ist, wer nur eine geringfügige Menge eines Betäubungsmittels für den eigenen Konsum vorbereitet? Und studiert nicht eigentlich der eine Kollege Rechtswissenschaft an der Universität Zürich? Warum den nicht mal anrufen... und so kam es, dass dieser gemeinsam mit seinem mit acht Gramm Gras erwischten Freund vor Gericht zog.

 

Und dort wurde er zunächst noch belächelt, doch am Ende seiner Ausführungen, gratulierte ihm der Richter sogar: Acht Gramm Cannabis seien eine geringe Menge und demnach nicht strafbar. Die Ordnungsbuße und Gebühren seien demnach nicht zu zahlen. Besonders nett obendrauf: die Stadtpolizei Zürich musste sich vom Gericht anhören, ungesetzlich gehandelt zu haben.

 

Doch was bedeutet dies für die Zukunft? Das Magazin „watson“ hat sich Thomas Hansjakob, den ersten Staatsanwalt des Kantons St. Gallen, geschnappt und dazu befragt. Auf den ersten Blick sind seine Antworten für Cannabisfreunde eher frustrierend. Auf den zweiten aber auch nicht, denn wer weiß schon wohin die Reise geht und ob nicht einfach nur heiße Luft hinter seinen Aussagen steht.

 

So fragte „watson“ unter anderem, ob sich nun nicht jeder Schweizer Cannabisfreund, der mit weniger als zehn Gramm Marihuana erwischt würde, vor Gericht gegen seine Ordnungsbuße vorgehen könne. Die Antwort des Staatsanwalts lautet, dass jedes Gericht jederzeit anders entscheiden könne und man dann am Ende noch mehr Kosten als die Ordnungsbuße und Gebühren übernehmen müsse. Wir von Highway – Das Cannabismagazin sind der Meinung, da könnte der ein oder andere es doch einfach mal drauf ankommen lassen und sich im Zweifel bei anderslautenden Urteilen durch die Instanzen klagen.

 

Die Entwicklungen in der Schweiz werden wir jedenfalls weiterhin mit großem Interesse verfolgen und darüber berichten. Erst vergangenes Wochenende waren wir bei Zürich auf der Fachmesse Cannatrade, um dort unsere neue Ausgabe Highway 04/2016 vorzustellen. Diese ist seit vergangener Woche an jedem gut sortierten Kiosk und Growshop erhältlich:

 

 

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