Das ist Mist! Gestern haben wir darüber berichtet, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen darüber beraten hat, ob der im Straßenverkehr erlaubte Grenzwert von unter 1 Nanogramm THC pro Milliliter Blut auf unter 3 Nanogramm THC pro Milliliter Blut angehoben werden sollte. Und nein: Das Gericht sieht – aus juristischer Perspektive – keinerlei Veranlassung für eine solche Anhebung des Grenzwertes. Alle fünf Kläger, die bei erreichten Werten zwischen einem und drei Nanogramm THC ihren Führerschein entzogen bekommen hatten, mussten demnach vor dem Gericht eine Niederlage einstecken. In Amerika fährt man übrigens mit der 5-Nanogramm-Grenze im doppelten Wortsinn sehr gut.

 

Heute wird vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein äußerst spannender Sachverhalt verhandelt. Fünf Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen, denen die Führerscheine wegen zu hoher THC-Werte im Blut entzogen wurden, klagen heute dagegen. Ihre THC-Werte lagen über einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut – in Deutschland bekanntermaßen Grund genug, jemandem den Führerschein für mindestens ein Jahr zu entziehen und ihn zum Idiotentest zu schicken. In nordamerikanischen Legalisierungs-Staaten gilt man erst ab der fünffachen Menge als zu berauscht, um als fahruntüchtig zu gelten.

 

Dass der Grenzwert von einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut komplett an der Realität vorbeigeht, ist den meisten Menschen klar, die sich damit tatsächlich beschäftigt haben. Im vergangenen September hat sich nun auch die sogenannte Grenzwertkommission, die Empfehlungen für solche Grenzwerte ausspricht, dafür stark gemacht, den Grenzwert auf das Dreifache anzuheben. Der Vorsitzende der Kommission, Prof. Thomas Daldrup vom Universitätsklinikum Düsseldorf, wird daher heute als Sachverständiger befragt.

 

Jede Änderung der aktuell geltenden, unsäglichen Gesetze wäre schwer wünschenswert, da bislang schon zigtausende von Leben durch die teilweise katastrophalen Folgen eines Führerscheinentzugs ruiniert worden sind.