Eine große Menge Marihuana fand in Freiburg einen ungewöhnlichen Weg in die Hände der Polizei. Bereits Ende Mai war die Mieterin eines Mehrfamilienhauses in Freiburg-Weinhausen im Gemeinschaftskeller auf einige große Müllsäcke in einem leeren Kellerraum gestoßen. Da auch im Keller eines deutschen Mietshauses natürlich stets Ordnung herrschen muss, unterzog die Frau die Säcke einer genaueren Überprüfung. Der Inhalt kam ihr verdächtig vor und so wurde schnell die Polizei alarmiert.

 

Und tatsächlich, Müll befand sich in den Tüten keiner, ganz im Gegenteil: die Beamten fanden stattdessen stolze 60 Kilogramm Marihuanablüten. Die sich anschließenden Ermittlungen führten zu einem 45-jährigen Mann, der als mutmaßlicher Besitzer der Cannabisvorräte vergangene Woche festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

 

Update vom 11.5.: Der unten kritisierte Text auf „fudder.de“ wurde nachträglich auf den Druck der Leserschaft in der Kommentarfunktion und per Mail deutlich geändert. Die ganzen Beleidigungen, mit denen die Cannabiskonsumenten zuvor beschimpft wurden, fehlen nun und auch die Unwahrheiten wurden gegen Allgemeinplätze ausgetauscht. Den ganzen Spuk kommentiert die „fudder.de“-Redaktion wie folgt:

 

Liebe Fudder-Leser,

wie ihr seht, haben wir obigen Text überarbeitet. In der Tat hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen, die so nicht hätten passieren sollen. Die haben wir korrigiert. Unsere noch sehr junge Mitarbeiterin hat einen (wie wir finden) unterhaltsamen Text geschrieben - leider wurde der an manchen Stellen als "diffamierend" verstanden, was weder ihre noch unsere Absicht war.

Zu der Thematik lest ihr morgen außerdem ein Meinungsstück - aus Sicht eines Demonstranten, der Cannabis legalisieren möchte.

Ansonsten raten wir aber zu Gelassenheit - noch selten fühlte sich gleich eine ganze Gruppe Menschen von einem doch eigentlich harmlosen Text auf Fudder so verunglimpft. Und wahrscheinlich noch nie wurde eine Mitarbeiterin von uns auf ihren privaten Profilen mit Nachrichten überschwemmt, sie hätte ihren Job verfehlt, ganz abgesehen von Beleidigungen aller Art.

Fehler passieren!

Liebe Grüße,
die Redaktion“

 

Die ursprüngliche Meldung: Meinung. Unfassbar, dass im Jahr 2016 noch solche Artikel verfasst werden und auch unfassbar, dass die Autorin vermutlich auch noch Geld für diesen bekommen hat. Oder ist der Artikel der Grund, dass das Freiburger Online-Portal „fudder.de“ gestern eine Stellenanzeige für einen Redakteursposten veröffentlicht hat?

 

Denn die hauseigenen Regeln des Portals sehen vor: „Verleumdungen, üble Nachrede und Provokationen werden von uns gelöscht.“ Demnach dürfte der Artikel über den Samstag abgehaltenen Global Marijuana March in Freiburg eigentlich gar nicht mehr auf der Seite zu finden sein. Die Autorin feiert in diesem „Artikel“ 50 Jahre alte Klischees, macht sich dabei selbst zu einem und ihr Plan, andere Menschen als lächerlich darzustellen, schlägt ins Gegenteil um.

 

Die ersten Zeilen sind eigentlich Einstimmung genug: „Sie bewegen sich immer langsamer, lassen ihre Arme baumeln und schlurfen barfuß die Pflastersteine entlang. Manchen ist die strahlende Sonne zu heiß, das Stehen zu anstrengend - sie müssen sich jetzt setzen.“ Wer sich noch ein wenig weiter vorarbeitet, darf auch noch erfahren: „Der Großteil der Demonstranten haben (sic!) ihre Haare zu Braids geflochten oder tragen Dreads.“

 

Zu diesen beiden Behauptungen liefert die Gute 26 Fotos, auf den eindeutig zu sehen ist, dass die Menschen mit Braids oder Dreads hoffnungslos in der Unterzahl sind. Und nicht einmal eine Handvoll Leute läuft barfuß über die Straße. Möchte die Autorin auf diesem Weg darauf hinweisen, dass sie im Text nur Lügen verbreitet? Damit niemand auf die Idee kommt, den Rest zu glauben? Denn auch dort lauern nur ausgedachte Unwahrheiten. Entgegen der Behauptungen der Verfasserin endete die Demo beispielsweise gar nicht auf dem Rathausplatz.

 

Der Artikel ist mehr oder weniger komplett ausgedacht und bildet die Realität kaum ab. Hier wird einfach nur Hetze gegen Cannabiskonsumenten betrieben. Besonders dreist etwa solche Passagen: „Ein Reggae-Song tönt aus den Boxen: "Bushman – Legalize it". Dass immer wieder der gleiche Song abgespielt wird, fällt den Kiffern gar nicht auf.“ Entweder handelt es sich bei dieser Aussage einfach nur um eine dreiste Lüge, um die Cannabisfreunde möglichst schlecht zu machen, oder die Autorin ist akustisch derart inkompetent oder unwillig, dass sie tatsächlich nicht fähig ist, verschiedene Reggae-Lieder auseinanderzuhalten. Denn kein einziges Lied lief auch nur ein zweites Mal.