Spätestens seit in den USA in den 1990er-Jahren die ersten Bundesstaaten Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert haben, läuft die Forschung an der Pflanze auf Hochtouren – und ging mit den ersten vollständigen Freigaben Mitte der 2010er-Jahre geradewegs durch die Decke. Dutzende Cannabinoide wurden seitdem identifiziert und erforscht, das wohl bekannteste (und wohl auch beliebteste) ist natürlich Tetrahydrocannbinol (THC). Italienische Forscher haben nun zum Jahreswechsel aufsehenerregendes verkündet, das eine ganze Menge von dem, was wir über die Cannabispflanze zu wissen glauben, auf den Kopf stellen könnte.

 

Bisher galt als gesichert, das in erster Linie THC für den Rausch beim Konsum von Cannabisprodukten verantwortlich zu machen ist. Die beiden neuen Cannabinoide, die entdeckt wurden, heißen Tetrahydrocannabiphorol (THCP) und Cannabidiphorol (CBDP). Besonders erstaunlich an der Entdeckung: THCP soll etwa 30 mal stärker wirken als THC, erste Tests an Mäusen scheinen dies zu bestätigen. Eine geringe THCP-Dosis löste bei den Nagetieren die gleichen Rauschzustände aus wie eine weitaus größere Dosis THC. Eine Erklärung dafür könnte eine höhere Bindungsaffinität von THCP an die entsprechenden Rezeptoren sein. Wenn sich die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen sollten, dann dürfen Cannabisliebhaber und Patienten sich wohl auf eine ganz neue Generation von Cannabis einstellen. Und die Breeder bekämen eine ganz neue Spielwiese, auf der sie sich austoben können. Auf jeden Fall darf man gespannt sein!

Es ist noch gar nicht so lange her, da schockte der wahrscheinlich bekannteste Unternehmer der Welt, Elon Musk, seine Investoren und Aktionäre, indem er zusammen mit US-Moderator Joe Rogan vor laufender Kamera einen Blunt rauchte. Anscheinend ein wahrhaft ungeheuerlicher Vorgang, der die Tesla-Aktien auch prompt auf Talfahrt schickte. Was dagegen zu sagen ist, dass jemand in einem Bundesstaat, in dem Cannabis vollständig legalisiert wurde, mal ein paar Züge nimmt, ist allerdings nach wie vor unklar. Möglich, dass die Riege der Empörten gerade kurz vor dem Herzinfarkt steht, nachdem nun bekannt gemacht wurde, dass Elon Musk vorhat, Cannabis auf die Internationale Raumstation (ISS) zu transportieren.


 
Musks Luft -und Raumfahrtunternehmen SpaceX, das sich nach anfänglichen Fehlschlägen in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Versorger der ISS gemausert hat, erhofft sich durch die Aktion eine Antwort auf die Frage, wie sich die Pflanzen unter dem Einfluss von kosmischer Strahlung und Schwerelosigkeit entwickeln und ob eventuell auftretende Mutationen nach einer Rückkehr auf die Erde bestehen bleiben. Neben Cannabis gehört übrigens auch Kaffee zum Reisegepäck der SpaceX-Rakete, theoretisch wäre für eine gute Zeit auf der ISS also gesorgt. Spaß beiseite, bei den Hanf- und Kaffeeproben, die von der Firma Front Range Biosciences (FRB) bereitgestellt werden, handelt es sich (aus Sicht der Astronauten muss man wohl sagen: leider) nur um Zellkulturen der beiden Pflanzengattungen.