Cannabis kills Corona! – Dass derartige (Fake-)News, gerne anonym über irgendwelche Messenger-Dienste unters Volk gebracht, immer mit Vorsicht zu genießen sind, dürfte klar sein. Aber auch wenn es so einfach ganz bestimmt nicht ist, so könnte doch ein Funken Wahrheit darin stecken. So zumindest lassen aktuelle Meldungen aus Israel vermuten.

 

Israel gehört bekanntlich zur globalen Avantgarde, wenn es darum geht, die potentiellen Wirkungen von Cannabis-basierten Mitteln und Therapien zu erforschen. Vor allem die Nutzung von Cannabis zur Linderung von geriartrischen Beschwerden sorgte in der Vergangenheit für internationale Schlagzeilen.

 

Nun hat das israelische Unternehmen Stero Biotechs klinische Studien angekündigt, im Rahmen derer eine CBD-Behandlung bei Covid-19-Patienten erprobt werden soll. Das Unternehmen, das auf die Forschung mit CBD spezialisiert ist, gab bekannt, dass wohl noch im April eine zweiteilige klinische Studie an einer kleinen Anzahl von zehn Probanden gestartet werden könne. Im Falle vielversprechender Ergebnisse solle dann in einer weiteren Runde die Teilnehmerzahl auf immerhin 40 Patienten erhöht werden.

 

Wer jetzt aber schon den hoffnungsvollen Plan gefasst hat, sich auf dem heimischen Sofa mit fetten Blunts in die Immunität zu paffen, um dann in ein paar Wochen seelenruhig nach Italien in den Sommerurlaub zu jetten, der wird zwangsläufig enttäuscht werden. Die Forscher hoffen, mithilfe des Einsatzes von CBD die Effekte der Steroid-Therapie verstärken zu können, mit der Corona-Patienten im Krankenhaus zur Zeit üblicherweise behandelt werden. Das Ziel der kombinierten CBD-Steroid-Therapie ist insbesondere eine bessere Behandlungsmöglichkeit von schweren Verläufen des Corona-Virus.

Spätestens seit in den USA in den 1990er-Jahren die ersten Bundesstaaten Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert haben, läuft die Forschung an der Pflanze auf Hochtouren – und ging mit den ersten vollständigen Freigaben Mitte der 2010er-Jahre geradewegs durch die Decke. Dutzende Cannabinoide wurden seitdem identifiziert und erforscht, das wohl bekannteste (und wohl auch beliebteste) ist natürlich Tetrahydrocannbinol (THC). Italienische Forscher haben nun zum Jahreswechsel aufsehenerregendes verkündet, das eine ganze Menge von dem, was wir über die Cannabispflanze zu wissen glauben, auf den Kopf stellen könnte.

 

Bisher galt als gesichert, das in erster Linie THC für den Rausch beim Konsum von Cannabisprodukten verantwortlich zu machen ist. Die beiden neuen Cannabinoide, die entdeckt wurden, heißen Tetrahydrocannabiphorol (THCP) und Cannabidiphorol (CBDP). Besonders erstaunlich an der Entdeckung: THCP soll etwa 30 mal stärker wirken als THC, erste Tests an Mäusen scheinen dies zu bestätigen. Eine geringe THCP-Dosis löste bei den Nagetieren die gleichen Rauschzustände aus wie eine weitaus größere Dosis THC. Eine Erklärung dafür könnte eine höhere Bindungsaffinität von THCP an die entsprechenden Rezeptoren sein. Wenn sich die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen sollten, dann dürfen Cannabisliebhaber und Patienten sich wohl auf eine ganz neue Generation von Cannabis einstellen. Und die Breeder bekämen eine ganz neue Spielwiese, auf der sie sich austoben können. Auf jeden Fall darf man gespannt sein!

Es ist noch gar nicht so lange her, da schockte der wahrscheinlich bekannteste Unternehmer der Welt, Elon Musk, seine Investoren und Aktionäre, indem er zusammen mit US-Moderator Joe Rogan vor laufender Kamera einen Blunt rauchte. Anscheinend ein wahrhaft ungeheuerlicher Vorgang, der die Tesla-Aktien auch prompt auf Talfahrt schickte. Was dagegen zu sagen ist, dass jemand in einem Bundesstaat, in dem Cannabis vollständig legalisiert wurde, mal ein paar Züge nimmt, ist allerdings nach wie vor unklar. Möglich, dass die Riege der Empörten gerade kurz vor dem Herzinfarkt steht, nachdem nun bekannt gemacht wurde, dass Elon Musk vorhat, Cannabis auf die Internationale Raumstation (ISS) zu transportieren.


 
Musks Luft -und Raumfahrtunternehmen SpaceX, das sich nach anfänglichen Fehlschlägen in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Versorger der ISS gemausert hat, erhofft sich durch die Aktion eine Antwort auf die Frage, wie sich die Pflanzen unter dem Einfluss von kosmischer Strahlung und Schwerelosigkeit entwickeln und ob eventuell auftretende Mutationen nach einer Rückkehr auf die Erde bestehen bleiben. Neben Cannabis gehört übrigens auch Kaffee zum Reisegepäck der SpaceX-Rakete, theoretisch wäre für eine gute Zeit auf der ISS also gesorgt. Spaß beiseite, bei den Hanf- und Kaffeeproben, die von der Firma Front Range Biosciences (FRB) bereitgestellt werden, handelt es sich (aus Sicht der Astronauten muss man wohl sagen: leider) nur um Zellkulturen der beiden Pflanzengattungen.