Bier und Gras – passt eigentlich ganz gut, kann man sagen. Auch auf geschäftlicher Ebene: mit diesen beiden Drogen kann unendlich viel Geld verdient werden. Mit Cannabis neuerdings auch immer häufiger ganz legal, sei es mit medizinischem Marihuana oder auch in den entsprechenden US-Staaten mit legalem Gras für den Freizeitgebrauch.

 

Eigentlich kämpfen die Alkohol-Hersteller, genau wie praktisch alle großen Pharmakonzerne, gegen Marihuana und dessen Legalisierung, denn legales Cannabis ist eine große Gefahr für die Verkaufszahlen von Schnaps und Pillen. Doch ein Alkohol-Konzern unternahm nun den einzig wirklich logischen Schritt: Da die Legalisierung von Cannabis eh nicht aufzuhalten ist, wie der Chef des Unternehmens Constellation Brands, das unter anderem mit der bekannten Biermarke Corona sein Geld verdient, sagt, setzt man nun halt parallel auch auf Marihuana.

 

Damit ist Constellation tatsächlich das erste Alkohol-Unternehmen, dass nun auf zwei Drogen setzt. Dazu wurden 191 Millionen Dollar investiert, um 10 Prozent der Anteile am kanadischen Cannabis-Produzenten Canopy Growth zu erwerben.

 

Doch Constellation will nicht nur stiller Partner sein, sondern auch aktiv neue Produkte entwickeln. Wenn Konsumenten die Wahl hätten zwischen einem Bier, einem Glas Wein oder Schnaps und einem mit Marihuana versetzten Getränk, dann wolle man auch in der Lage sein, alle vier anzubieten, so Constellation-Chef Rob Sands. Ins US-Geschäft möchte der Konzern allerdings erst nach einer erwarteten landesweiten Legalisierung einsteigen und sich solange auf den kanadischen Markt konzentrieren.

Marihuana legal – ein Traum, wie ihn inzwischen Millionen von US-Amerikanern leben können. Dieser in der neueren Geschichte mehr oder weniger neue Zustand ruft natürlich auch die verschiedensten Forscher auf den Plan, die die Auswirkungen der Legalisierung untersuchen. Das Forschungsinstitut „Consumer Research Around Cannabis“ widmete sich nun einer interessanten Frage: welche Auswirkungen hat der legale Cannabiskonsum auf die diversen Fast-Food-Ketten des Landes? Basis der Auswertung war eine Onlineumfrage unter 27.500 legalen Cannabiskonsumenten.

 

Erst einmal vorab: Von den amerikanischen Kiffern gehen grundsätzlich (nüchtern oder dicht) 43 % zu McDonald's, 20 % zu Taco Bell und 8,7 % zu Subway. Die hohe Anzahl an McDonald's-Besuchern hat auch sicherlich mit der extremen Verbreitung der Filialen in den Vereinigten Staaten zu tun. Wenn die Befragten jedoch Cannabis konsumieren, ändern sich die Präferenzen: nach einem Joint ist es zu 40 % wahrscheinlicher, dass sie in einer Taco-Bell-Filiale landen, als ohne Konsum. Auch die Wahrscheinlichkeit, bei McDonald's aufzuschlagen, nimmt nach dem Kiffen um 10 % zu. Die Beliebtheit von Subway nimmt im dichten Zustand hingegen noch einmal ab: es wird zu 10 % unwahrscheinlicher, dass die Cannabisfans nach dem Konsum dort etwas zu sich nehmen.

Roseanne Barr, die berühmte Schauspielerin die sich in der TV-Serie „Roseanne“ mehr oder weniger selbst spielte, war dort oft als überforderte Mutter, die sich nicht immer ideal gegenüber ihren Kindern verhält, zu sehen. Roseanne erzählte vergangene Woche in einem Interview in der Late-Night-Show „Conan“ von Conan O’Brien, dass es nun allerdings die 83-jährige Mutter von Roseanne war, die Grund zur Klage über ihre Tochter hatte.

 

Denn Roseanne lagert in ihrem Kühlschrank diverse medizinische Cannabiszubereitungen in Form von Lebensmitteln (Edibles). Sie ist, wie so viele Menschen in Kalifornien, „Medical-Marijuana-Patient“ – und da besteht die Medizin auch schon mal aus einem Cheesecake. Und woher soll die arme Mutter das wissen? Also snackte sich die hungrige 83-Jährige einen kompletten medizinischen THC-Cheesecake und weil ihr der Geschmack nicht passte, versuchte sie, diesen mit einem Schokoriegel wieder loszuwerden. Doch dieser Riegel war leider ebenfalls ein Cannabis-Riegel.

 

Es kam wie es kommen musste: Die arme Dame, die nach eigenen Aussagen in ihrem ganzen Leben bisher nicht einmal Alkohol probiert hatte, musste nun 26 Einheiten THC verdauen. Anfangs war das noch ganz lustig, allerdings war das doch deutlich zu viel und die arme Comedian-Mutter musste sich übergeben und ihr Bluthochdruck schoss in die Höhe. Daher endete der Trip für den Cannabis-Neuling dann leider im Krankenhaus, wo man sie wieder aufpeppelte.

 

Roseanne, die sich schon lange für Cannabis einsetzt, lässt sich von diesem Erlebnis aber nicht beirren und plant weiterhin die Eröffnung ihres eigenen Weed-Shops, der noch dieses Jahr eröffnen soll.

 

Das Video mit der Passage aus dem Interview mit Conan O’Brian findet ihr hier:

Die Begeisterung für Edibles – also Lebensmittel, die mit THC versetzt wurden – hält sich hierzulande eher in Grenzen. Das ist aber auch kein Wunder: wo es keinen legalen Markt gibt, ist das Angebot an Spezialitäten natürlich eingeschränkt. Vom Straßendealer möchte man ja schon kaum das Gras rauchen, weil man nicht weiß was drin ist – einen von ihm gebackenen Kuchen möchte man da vermutlich erst recht nicht probieren. Ein weiteres Problem stellt für viele Konsumenten die ungenaue Dosierung dar – selbst dann, wenn man sein THC-Nahrungsmittel selbst herstellt. Auch diese Problematik ist bei legalen Produkten ausgeräumt.

 

Die deutschen Online-Medien rasten heute mal wieder aus und springen auf den „Kiffen-ist-lustig“-Zug auf und berichten alle über eine bloß logische Folgeentwicklung der nordamerikanischen Ereignisse der letzten Zeit: Neu auf dem kanadischen Markt der Edibles ist Chrontella – ein Schoko-Nuss-Aufstrich, der 300 Milligramm Cannabisextrakt enthält und damit für drei Anwendungen herhalten soll. Der Name ist aus der Weedsorte Chronic und dem bekannten Aufstrich Nutella zusammengesetzt, auch der Schriftzug erinnert stark an die Vorlage von Ferrero. Zudem wird eine Erdnussbutter, die sich an eine bekannte amerikanische Marke anlehnt, als THC-Aufstrich angeboten. Diese „Wake’n’Bake“-Brotbeläge kosten umgerechnet 20 Euro.