Unser Autor und Grow-Experte Mr. José bekommt häufig Mails von Growern, die über ein bestimmtes Aufzuchtsystem meckern, für das sie viel Geld ausgegeben haben und das gar nicht nach ihren Vorstellungen funktioniert. Manche Grower haben gleich mit mehreren Systemen ihre Schwierigkeiten – und das, obwohl die allererste Ernte oft ein großer Erfolg war. Daher beschäftigt sich vorliegender Artikel mit nachlassender Leistung beim Indoor-Grow und was man ihr entgegensetzen kann.

 

Es ist schon fast unglaublich, wie vielen Growern ihre erster Grow sehr gut gelingt. Wie beim Pokern vom Anfängerglück zu sprechen, scheint mir aber nicht die richtige Herangehensweise sein. Denn oft sind die nachfolgenden Ernten schon weniger vielversprechend als die erste und hier dem Glück oder gar auf der anderen Seite dem Pech in Form von schlechten Stecklingen oder Samen die Schuld zu geben, trifft es in der Regel wohl nicht. Fehler, die gemacht werden, werden in den allermeisten Fällen von den Growern selbst begangen. Doch welche sind dies – und warum treten sie auf?

 

Faulheit und Schlamperei

Eine Ursache für Misserfolge ist die Faulheit. Wenn die erste Ernte gut gelungen ist, ruhen sich bereits einige Grower auf ihrem Lorbeer- beziehungsweise Cannabiskranz aus und vermindern ihren Fleiß und Einsatz. Wenn sie das erste Mal von ihren eigenen Blüten kosten und zufrieden sind, denken einige bereits, dass sie zum Experten geworden sind. Doch der erste Erfolg führt oft zur Nachlässigkeit: beim ersten Grow wird in der Regel nichts dem Zufall überlassen. EC- und pH-Werte und die Feuchtigkeit des Mediums werden permanent überprüft, alle vorgeschlagenen Empfehlungen und Anleitungen werden genau eingehalten und dergleichen. Doch bereits bei der zweiten oder dritten Runde wird der EC-Wert nicht mehr so oft gemessen, die Pflanzen werden mehr aus Pflichtgefühl anstatt aus Interesse kontrolliert und automatischen Prozessen wird mehr und mehr vertraut, anstatt persönlich nach dem Rechten zu sehen. Das Ergebnis lässt dann nicht lange auf sich warten: schlecht gedüngte Pflanzen, eine zu heftige Bewässerung und zu viel Feuchtigkeit, große Temperaturunterschiede und eventuell sogar übersehene Schädlinge. Wenn also plötzlich Probleme beim Growen auftreten, lautet mein erster Rat: Man sollte wieder mit mehr Sorgfalt arbeiten und sich vor allem der richtigen Bewässerung und dem richtigen Klima widmen.

 

„Verbesserungen“

Wenn einem beim ersten Mal etwas gut gelingt, hat man das Gefühl, dass es beim nächsten Mal noch besser sein sollte. Einige Grower beginnen mit dieser Begründung zu experimentieren. Dies ist auch gar nicht verwerflich, denn so kommen neue Erkenntnisse zustande, allerdings wird oft dort angefangen zu experimentieren, wo es weniger Sinn macht. Typisch ist beispielsweise das Herumdoktern an der Bewässerung – der Häufigkeit des Gießens und der Menge an Wasser. Manche denken etwa, wenn man mehr gießt, wachsen auch größere Pflanzen, was natürlich nicht stimmt. Ein weiteres grundlegendes Problem vieler Grower ist auch der vollständige Verzicht auf Aufzeichnungen. Wer notiert schon jeden Tag die EC- und pH-Werte der Nährlösung oder mehrfach in der Woche die Temperatur und Feuchtigkeit der Erde? Und wer notiert schon, an welchem Tag er wie viel Wasser gegeben hat, falls er doch mit dem Gießen herumexperimentiert? Viele Grower werden dies lästig finden, aber wie soll man einen Anfangserfolg wiederholen oder sogar übertreffen, wenn man nicht genau weiß, wie man ihn erreicht hat? Wenn man alle Veränderungen hinsichtlich Belüftung, Bewässerung, Lampenhöhen und Nährwerten notiert, wird man in Zukunft deutlich einfacher die Unterschiede zwischen einer erfolgreichen und einer nicht erfolgreichen Ernte erkennen können.

Hüten sollte man sich vor individuellen Verbesserungsvorschlägen aus diversen Internet-Foren. Viele Grower scheinen zu glauben, dass bestimmte Individuallösungen von manchen Forenteilnehmern unglaubliche Entdeckungen darstellen, die noch niemand anderes kennt oder ausprobiert hat. Doch nur, weil ein Grower eine hervorragende Ernte eingefahren hat und davon berichtet, muss dies nicht zwangsläufig mit dem von ihm besonders hervorgehobenen Umstand zusammenhängen. Die Ernte kann auch aus ganz anderen Gründen besonders gut ausgefallen sein – und dennoch halten dann einige Leser die vorgestellte Idee für den rettenden Einfall, um ihre eigene Zucht voranzutreiben. Dabei reicht es, sich an hinlänglich bekannte und überprüfte Verfahren zu halten. Niemand verheimlicht das riesige Geheimnis, wie man seine Ernte verdoppeln kann, vor den kleinen Homegrowern. Im Gegenteil – all die sensationellen Internet-Entdeckungen sind gewöhnlich Unsinn, die mehr Schaden als Nutzen verursachen können.

Ein häufiges „Experiment“ ist die Erhöhung der Anzahl der Lampen bei gleichzeitiger Einhaltung der Größe der Zuchtfläche. Klar, kaum etwas ist wichtiger als Licht und die Pflanzen sollten davon so viel wie möglich bekommen. Wenn man jedoch einfach eine weitere Lampe zu einem bestehenden System hinzunimmt, müssen auch parallel weitere Faktoren geändert werden, etwa Feuchtigkeit und Temperatur. Kauft man beispielsweise zur bestehenden noch eine zweite 400-Watt-NDL, ist man auf dem besten Weg, sich bald über eine miserable Ernte zu beschweren, wenn man nicht gleichzeitig auch für stärkere Zu- und Abluft sorgt. Denn eine weitere Lampe bedeutet nicht nur zusätzliches Licht, sondern auch zusätzliche Wärme, die zu einer verminderten Feuchtigkeit und einem schnelleren Austrocknen des Zuchtmediums führt. Daher mein zweiter Rat: Man sollte sich sorgfältig Notizen zur Aufzucht machen und wenn man sich für eine Änderung entscheidet, sollte man dabei auch alle Zusammenhänge bedenken. Und mein zweieinhalbster Rat lautet: Internetforen sind gute Helfer, wenn es um allgemeine Probleme geht, die schon von mehreren Personen gelöst wurden. Bezüglich Notfallrettungen und revolutionären Verfahren eignen sie sich eher nicht zur Recherche.

 

Neuheiten

Wer hat nicht schon von dem System gehört, das keinerlei Fürsorge voraussetzt und das dennoch doppelt so hohe Ernten hervorbringt wie andere? Ich habe so etwas schon öfter gehört. Ich habe aber auch gehört, dass ich, wenn ich Ulta Fit'n Slim trinke, zum Abendessen doppelt so viel essen kann wie sonst und trotzdem abnehme. Mir sind Dutzende Fälle bekannt, bei denen Züchter immer wieder etwas Neues ausprobieren, aber niemals an die Erfolge der Anfangszeit, meist mit einem selbst hergestellten Heimsystem, anknüpfen können. NFT (Nutrient Film Technique), Aeroponik, Aquasysteme – das sind alles Systeme, die hervorragend funktionieren, aber deren richtiger Einsatz auch erlernt werden muss. Doch wenn die erste Ernte bereits ein Erfolg war, warum sollte man vorschnell auf ein neues System umsteigen? Ein NFT-Hersteller wird zum Beispiel in seinen Werbematerialien nur auf die Vorteile hinweisen, aber eher nicht darauf, dass solch ein System perfekt ausbalanciert und einige Dinge beachtet werden müssen. NFT-Systeme können natürlich tatsächlich beste Ergebnisse hervorbringen und werden grundsätzlich auch von mir empfohlen, ich möchte nur auf das alte Sprichwort „ohne Fleiß kein Preis“ hinweisen, denn auch beim Anbau bekommt man nichts geschenkt. Mein dritter Rat lautet daher: Wenn ein bestehendes System funktioniert, sollte es nicht ausgetauscht werden. Stattdessen sollte zur Qualitäts- und/oder Ertragssteigerung vermehrt auf die bestmögliche Erfüllung der Bedürfnisse der Pflanzen geachtet werden.

 

Komplexität

Ein weiteres Problem vieler Zuchtsysteme ist ihre Kompliziertheit. Das Growen soll vor allem ein Hobby und eine Unterhaltung sein. Deswegen sollte man es auch so unkompliziert wie möglich halten. Auch der Anschluss von Beleuchtung, Ventilation und eventuell Bewässerung sollte daher so übersichtlich wie möglich geschehen. Der gewählte Dünger sollte so leicht wie möglich dosiert werden können und so wenige Bestandteile wie möglich enthalten. Wenn man sich mal in einem Growshop umsieht, könnte man den Eindruck bekommen, dass der Cannabisanbau etwas mit Alchemie zu tun hat, wenn man die ganzen angebotenen Präparate sieht. Doch es geht auch mit einem Minimum an Zusätzen und Elektronik. Die Auswahl der angebotenen Produkte wächst ständig, doch die Anbauergebnisse bleiben im Allgemeinen auf dem gleichen Niveau. Mein vierter Rat lautet daher: Je weniger Elektrogeräte und Fläschchen im Growroom zu finden sind, desto übersichtlicher und einfacher ist die Zucht selbst.

 

Übertriebene Erwartungen

In einem Punkt ähneln viele Grower begeisterten Anglern – ihre Ernte ist in den Erzählungen ihren Freunden und Bekannten gegenüber meist viel größer ausgefallen als in der Realität. Dadurch bekommen andere Grower allerdings das Gefühl, dass sie schlechtere Ernten einfahren würden als die Allgemeinheit. Doch in Wirklichkeit gelingt auch sehr erfahrenen Growern mal eine Ernte so gut, dass sie selbst ins Staunen geraten, die ein oder andere dafür aber nur unterdurchschnittlich. Schwankungen bei der Ernte sind normal und das Ziel sollte sein, diese Schwankungen so gering wie möglich zu halten. Dabei ist es immer besser, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Dies gilt bereits bei der Auswahl der Cannabissorte. Die Versprechungen der Verkäufer und Samenproduzenten sind, vorsichtig ausgedrückt, oft recht optimistisch, aber viele Grower denken, dass die angegebene Erntemenge realistisch sei. Die oftmals angegebene Erntemenge pro Quadratmeter ist von sehr vielen Faktoren abhängig und kann wohl in der Regel als die absolut zu erreichende Obergrenze angesehen werden. Jeder vernünftige Samenproduzent wird bestätigen, dass man diese Zahlen nicht für bare Münze nehmen sollte und diese aber dennoch oft auf Kundenwunsch hin angegeben werden. Mein fünfter Rat lautet also: Jeder Grower sollte auf sich selbst vertrauen, aber immer mit eher schlechteren Ergebnissen rechnen. So werden Enttäuschungen vermieden, aber angenehme Überraschungen ermöglicht.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 06/2017

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Titelstory Mehr ernten Fast alle Pflanzenliebhaber haben eines gemeinsam: sie sind auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Ernten in die Höhe zu treiben. Und das gilt besonders für Cannabis-Grower. In diesem Doppel-Feature lassen wir zwei Profis zu Wort kommen, die hilfreiche Tipps für größere und qualitativere Ernten liefern.

 

 

Reisebericht BarcelonaGroße Stadt in Europa mit vielen Shops, die alle Weed verticken, mit neun Buchstaben. Amsterdam? Ja, auch – aber seit einiger Zeit nun auch Barcelona. Doch wie läuft das da überhaupt mit dem Kiffen? Dr. Dope hat sich auf den Weg in die Hauptstadt Kataloniens gemacht und kann viel Positives berichten.

 

 

Reisebericht Amsterdam – Barcelona ist jedoch nicht um die Ecke. Daher haben wir zum Vergleich unseren Autoren Mr. Haze Amaze nach Amsterdam geschickt, wo er die Coffeeshop-Kette Boerejongens unter die Lupe genommen hat, die gleich mehrere Shops in der niederländischen Hauptstadt betreiben.

 

 

Grow-Report White Widow AutomaticDer Coffeeshop-Klassiker ist seit vielen Jahren ein Garant fürs Dichtwerden. Klar, dass neben unzähligen anderen Varianten auch eine selbstblühende Version angeboten wird (und das wiederum von vielen unterschiedlichen Samenbanken). Wir haben einen White-Widow-Automatic-Samen keimen lassen...

 

 

Gesellschaft High Society II – Auch die Stars und Sternchen aus Hollywood und dem Musik-Business greifen gerne mal auf und neben der Bühne zum Joint... wer könnte es ihnen verdenken? Wir jedenfalls nicht – Dr. Dope hat sich für Highway mit dem Thema der Promi-Potheads auseinandergesetzt... zweiter und letzter Teil.

 

 

Brettspiel-Test Dealer’s Cup Klar, wer hat noch nicht vom eigenen Coffeeshop geträumt? Aber auch der Traum vom eigenen Brettspiel ist weiter verbreitet, als man denkt. Mit Dealer’s Cup liegt nun ein solches in Eigenregie erstelltes Brettspiel vor, das sich ganz um das Anbauen, Kaufen und Verkaufen sowie Stehlen von (fiktivem) Cannabis dreht...

 

 

Gesellschaft Meinung eines besorgten Vaters – Unser Heimwerkerkönig Chuck Lore ist nicht nur in der Pflanzenaufzucht bewandert, sondern auch in der Kinderaufzucht. In seiner Funktion als Vater hat er einen offenen Brief an die Drogenbeauftragte der Bundesrepublik Deutschland verfasst, in dem er die Legalisierung von Cannabis fordert.

 

 

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Spätestens im Juni soll es endlich so weit sein: die Zuschläge für das (erneute) Ausschreibungsverfahren der deutschen Cannabisagentur sollen erteilt werden. Diesmal aber wirklich.

Das Interesse an den Anbaulizenzen ist wieder groß: wie Anfang der Woche bekanntgegeben wurde, nehmen 79 Unternehmen bzw. Bieter am Bewerbungsverfahren teil, mit dem Ziel, Ende des Jahres 2020 die erste legale medizinische Cannabisernte auf deutschem Boden einzufahren. Nachdem sich mehr und mehr gezeigt hatte, dass die benötigte Menge an Marihuana von staatlicher Seite stark unterschätzt wurde, umfasst die Ausschreibung nun 10,4 statt 6,6 Tonnen Cannabis, wie es in der ersten Runde noch der Fall war. Diese 10,4 Tonnen sollen nach Meinung der Cannabisagentur den Vorrat für vier Jahre abdecken. Das entspricht einer Menge von 2,6 Tonnen pro Jahr, die auf 13 Lose zu je 200 Kilogramm aufgesplittet werden. Mehr zum Thema Anbaulizenzen gibt es hier.

Noch ist fraglich, ob im zweiten Versuch endlich alles rund läuft und die Lizenzen auch tatsächlich vergeben werden. Falls nicht, immer mehr fortschrittliche Länder (wie zum Beispiel Kanada und neuerdings auch Israel) warten nur darauf, ihr Cannabis zu exportieren. In etwa 80.000 Fällen hatten deutsche Ärzte ihren Patienten in der ersten Hälfte des Jahres 2018 Cannabis verschrieben.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Spezial: BHO und Rosin Dabbing erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch es gibt verschiedene Wege, um an das begehrte Extrakt zu gelangen. Wir haben uns mit Ambrosia Extracts in Amsterdam getroffen und uns über BHO unterhalten. Autor Light Addict hat währenddessen die Rosin-Technologie genauer unter die Lupe genommen.

 

 

Bundestagswahl 2017 Parteienvergleich – Am 24. September wird in Deutschland zur Bundestagswahl gebeten. Vieles spricht dafür, dass Merkel in eine weitere Runde geht. Gerade aus Sicht von Cannabiskonsumenten ist dies jedoch die schlechteste Wahl überhaupt. Doch wen denn wählen? Ein Parteienvergleich hinsichtlich der Cannabispolitik.

 

 

Interview Dr. Harald Terpe – Anlässlich der anstehenden Wahl haben wir uns mit dem drogen- und suchtpolitischen Sprecher sowie Obmann im Gesundheitsausschuss der grünen Bundestagsfraktion, Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen), getroffen und ihn zu den Themen Cannabis, Legalisierung und Wahlversprechen befragt.

 

 

Growing Der richtige Erntezeitpunkt – Das Ende des Sommers macht viele Leute traurig – meist wegen der Aussicht auf einen nasskalten Herbst und Winter. Cannabiszüchter, vor allem Outdoor-Züchter, verbinden den Herbst jedoch auch mit einem frohen Ereignis – es wird geerntet! Doch wann exakt sollte die Ernte am besten stattfinden?

 

 

Recht „Nur“ Geldstrafe trotz sieben Kilo Marihuana – Unser Rechtsanwalt Steffen Dietrich betrachtet einen interessanten Fall, bei dem ein Angeklagter zwar sieben Kilo Marihuana anbaute, dies aber von dermaßen schlechter Qualität waren, dass er in der Revision mit einer Geld- statt Gefängnisstrafe davonkam.

 

 

Growing Hitze in der Grow-BoxDurch hohe Umgebungstemperaturen kann man als Indoor-Grower Schwierigkeiten mit der Hitze in der Growbox bekommen. Gerade bei Grows mit einer Metallhalogen- oder Natriumdampflampe können die Temperaturen sehr schnell zu stark ansteigen und die Pflanze schädigen. Wir zeigen Lösungen auf.

 

 

High School Achtung Streckmittel – Der größte Nachteil der Illegalität von Marihuana und Haschisch ist neben der Strafverfolgung die Unsicherheit, ob man „sauberes“ Cannabis erworben hat oder ob man sich durch den Konsum die Gesundheit ruiniert. Wir zeigen, wie die gängigsten Streckstoffe von Marihuana erkannt werden können.

 

 

 

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Jedes Jahr im Sommer strömen Zehntausende Arbeitsuchende aus den USA und sogar aus dem Ausland nach Nordkalifornien, um in der Cannabisbranche Arbeit zu finden. Die meisten dieserTrimmingrants werden, wie der Name bereits andeutet, als Trimmer eingestellt. Bewaffnet mit kleinen Scheren befreien sie nach der Erntephase einige Wochen lang die noch nicht getrockneten Buds von Blättern und anderem unerwünschten Pflanzenmaterial. Was sich für den ein oder anderen Hobbygrower nach einer gemütlichen Spassveranstaltung anhört, ist in Wahrheit mühevolle Kleinarbeit im Akkord. Schließlich sind die Erntemengen enorm und die Buds müssen zwecks Schimmelvermeidung so schnell wie möglich weiterverarbeitet werden.


Doch wie „Business Insider“ berichtet, könnte sich bald die Anzahl der benötigten Trimmigrants deutlich verringern. Denn auch in der boomenden amerikanischen Cannabiswirtschaft wird zunehmend auf Automatisierung gesetzt. Die Firma Bloom Automation hat nun einen Trimroboter zur Marktreife gebracht, der den bereits seit einiger Zeit erhältlichen maschinellen Trimmern deutlich überlegen sein soll. Diese sind aufgrund ihrer oft unsauberen Arbeit bisher kein adäquater Ersatz für die menschliche Arbeitskraft. Die Trimroboter von Bloom Automation hingegen sollen dem Menschen dank Computervision und künstlicher Intelligenz in puncto Sorgfalt und Geschwindigkeit (ca. ein halbes Kilo am Tag) durchaus ebenbürtig sein. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahren auch einige Arbeitsplätze im als Jobmotor angepriesenen Cannabusiness verloren gehen werden. Bloom Automation selbst gibt an, dass eine einzige menschliche Arbeitskraft ausreichen soll, um eine Anlage von mehreren Roboter-Trimmern zu steuern und zu überwachen.

 

Bleibt (für die cannabisaffinen Amerikaner) zu hoffen, dass dann auch die Preise von Marihuana für den Endverbraucher in Zukunft deutlich sinken werden…

Die Ernte der Cannabispflanze ist der spannendste Teil eines jeden Grows. Nach all den Wochen mühsamer Arbeit und Pflege bei der Aufzucht der Pflanzen kann endlich Hand angelegt und geerntet werden, sobald die Pflanzen ihren Zenit erreicht haben. Es ist nachvollziehbar, dass dieser aufregende Moment einige Grower, allen voran Anfänger, nervös machen kann. Schließlich will jeder alles richtig machen, um am Ende nicht enttäuscht zu werden. Doch wann ist der perfekte Erntezeitpunkt? Wie wird die Ernte eingeleitet? Sollte man noch düngen? Das sind nur einige der typischen Fragen, die Growern im Kopf rumschwirren.

 

In der aktuellen Ausgabe von Highway (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) befasst sich unser Grow-Guru Junior Gong mit dem perfekten Zeitpunkt der Ernte von Cannabispflanzen. Ein kleiner Ausblick:

 

Die meisten Fragen zur Ernte drehen sich um den perfekten Erntezeitpunkt. Als Eigenversorger hat der Grower den großen Vorteil, dass er der Pflanze genug Zeit geben kann heranzureifen, was beim Gras aus den Coffeeshops (und erst recht von der Straße) nur selten der Fall ist. Ein typischer Anfängerfehler ist eine zu frühe Ernte der Pflanzen. Ist der Grower ungeduldig und erntet zu früh, ist die Konzentration von THC und Terpenen (das sind die Geschmacksstoffe in der Pflanze) in den Buds noch niedrig. Die Folge: Der Geschmack erinnert an Gras oder Heu und es kommt nur zu wenigen oder gar keinen psychoaktiven Effekten. Teilweise sind auch die Angaben der Seedbanks zur Dauer der Blütephase der einzelnen Strains zu niedrig angesetzt, um die Grower zum schnelleren Nachkauf zu animieren.

 

Der besten Indikatoren für den richtigen Zeitpunkt der Ernte sind die Trichome an der Pflanze. Trichome sind die kleinen Harzdrüsen an den Buds und an den Blättern der Pflanze. Dort werden die Cannabiniode gebildet, darunter auch THC und CBD. Wann die Pflanze erntereif ist, kann der Grower bestimmen, indem er die Entwicklung der Trichome mit einem Taschenmikroskop beobachtet. Sie verfärben sich zum Ende der Blütephase von milchig-weiß zu bernsteinfarben-braun.

 

Dazu sei gesagt: Es gibt nicht den perfekten Erntezeitpunkt. Wann man genau erntet, hängt auch von den persönlichen Vorlieben ab. Je nach Fortschritt der THC-Bildung zum Ende der Blütephase werden Pflanzen nach der Ernte beim Rauchen unterschiedlich wirken:

 

Durchsichtige Trichome: Die Pflanze ist noch nicht erntereif. Das psychoaktive THC ist noch kaum ausgebildet.

 

Milchige Trichome: Die THC-Konzentration ist nun am höchsten. Der Grower kann bei der Ernte tendenziell Gras mit einem kopflastigen psychoaktiven High erwarten.

 

Bernsteinfarbene Trichome: THC wird in CBN umgewandelt. Der Grower erhält bei einer Ernte Gras mit einem tendenziell eher körperlastigen und beruhigenden High.

 

Graue/verwelkte Trichome: Die Pflanze stirbt langsam und Cannabinoide werden abgebaut. Psychoaktive Effekte sind nun wieder minimal und der perfekte Erntezeitpunkt ist vorbei.

 

Die meisten Grower bevorzugen in etwa eine 50/50-Mischung aus bernsteinfarbenen und milchigen Trichomen als Erntezeitpunkt. Als Anfänger macht es Sinn, die eigenen Vorlieben herauszufinden, indem einzelne Buds zu verschiedenen Zeitpunkten abgetrennt und gekostet werden...

 

...mehr zum richtigen Erntezeitpunkt in Ausgabe 02/2016 von Highway. Highway 02/2016 ist ab sofort für schlappe 2,30 Euro am Kiosk oder im Head-/Growshop erhältlich. Alternativ kann Highway auch für 1,89 als E-Paper erworben werden.

 

Weblink: Highway am Kiosk finden

Weblink: Highway 02/2016 als E-Paper kaufen

Weblink: www.cannabisanbauen.net von Junior Gong