Es ist natürlich zu begrüßen, wenn sich Menschen im sogenannten „besten Alter“ (das mit Sicherheit nicht das beste Alter ist, aber das nur am Rande), denen ja häufig eine gewisse Festgefahrenheit nachgesagt wird, mal trauen, was ganz Neues ausprobieren. Eine Truppe von zwölf Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren sah das offenbar ganz ähnlich und veranstaltete in Lünen eine kleine Garten-Party. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge hatte die fröhliche Runde vor, gemeinsam die ihnen mehr oder weniger unbekannte Wirkung von Marihuana zu ergründen. Und dafür ist es ja schließlich nie zu spät, oder?

 

Leider schien sich im Vorfeld niemand so richtig informiert zu haben und so kam es, wie es kommen musste, der Abend endete für die Damen in einem Fiasko. Man hatte sich dafür entschieden, das Marihuana oral, ganz klassisch in Brownies eingebacken, einzunehmen. Einerseits verständlich, wenn man nicht gewohnt ist, zu rauchen. Andererseits aber auch ein Risiko, das erfahrenere Cannabisfreunde einzuschätzen wissen. Eine gleichmäßige Dosierung gestaltet sich schwierig, die Wirkung ist, verglichen mit dem Rauchen, um ein Vielfaches stärker. Zu allem Überfluss wurde in der Runde auch noch Alkohol getrunken, der möglicherweise auch die Hemmschwelle bezüglich des besonderen Gebäcks sinken ließ und sich ja bekanntlich sowieso nicht so gut mit Cannabis verträgt.

 

Und so kam es nun, dass gegen neun Uhr vier Frauen aus der Runde mit Symptomen wie Schwindel und Übelkeit vom Notarzt ins Krankenhaus begleitet wurden. Gut, im Grunde kann man so einen Absturz auch einfach zuhause durchstehen, aber wer will es den Betroffenen verdenken, lieber auf Nummer sicher zu gehen. Und als wäre der Vorfall an sich nicht schon Strafe genug, schaltet sich nun auch noch die Kriminalpolizei unnötigerweise in den „Fall“ ein. Also, beim nächsten Mal im Vorfeld am besten einen Vaporisierer besorgen und sich behutsam herantasten.

Als CBD-Händler hat man es in Deutschland nicht leicht, so viel dürfte sich mittlerweile bis in die letzte Reihe der Cannabis-Entrepreneure herumgesprochen haben: Razzien, Beschlagnahmungen und Drangsalierungen gehören leider fast schon zur Tagesordnung. Viel war von Händlerseite schon zu hören über die unnötig raue Gangart von Polizei und Staatsanwaltschaft, von konfiszierten Chargen, die weit über das Haltbarkeitsdatum hinaus einbehalten und damit quasi wertlos wurden, von einem überaus martialischen Auftritt der eingesetzten Sondereinsatzkommandos.

 

Man muss sich selbst nicht einmal als Cannabisfreund geschweige denn als Legalisierungsaktivist bezeichnen, um zu merken, dass hier etwas gehörig falsch läuft. Wenn ein solcher Aufwand betrieben wird, um den Handel mit einem Stoff zu unterbinden, der nachgewiesenermaßen vollkommen unberauschend wirkt und dem von der Weltgesundheitsorganisation WHO die völlige gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigt wird, dann entsteht eine Kluft zwischen staatlicher Agenda und der Lebenswirklichkeit vieler Menschen, die viele verdrossen und misstrauisch zurücklässt.

 

Nun könnte man entgegnen, dass man als CBD-Händler von Anfang an über die unklare gesetzliche Regelung und das daraus resultierende Risiko Bescheid wusste; dass man durch die bewusste Inkaufnahme dessen sich gar als einer der wenigen Player eine einträgliche Postion auf einem jungen, boomenden Markt einnehmen konnte; dass freilich niemand dazu gezwungen wird, CBD-Produkte zu verkaufen. Dabei geht es im Kern aber mal wieder um die grundlegende Frage, in welcher Weise sich der Staat in den Alltag seiner Bürger einmischen sollte.

 

 

CBD-Verbot in Köln?


In das Klima der allgemeinen Unsicherheit stößt nun eine Meldung deren vermeintliche Sprengkraft deutsche CBD-Händler aufhorchen ließ – und die reißerische Überschrift einer gestrigen Meldung des WDR ließ tatsächlich Schlimmstes erahnen: „Hanf im Visier: Köln verbietet CBD-Produkte“, so hieß es. Verbietet nun etwa jede deutsche Stadt CBD auf eigene Faust? Wieso ist so ein Alleingang überhaupt möglich?

 

Nun, die Antwort ist überraschend einfach: es gibt keinen Alleingang der Stadt Köln und auch werden nicht alle CBD-Produkte verboten. Offenbar entspricht die Meldung des WDR nicht ganz den Tatsachen. Dafür spricht auch, dass kein einziges anderes Medium diese Nachricht seit gestern aufgegriffen hat. Ebenfalls für unsaubere Arbeit spricht, dass das Bild, mit dem der WDR seine Nachricht geschmückt hat, anscheinend ohne zu fragen von der Website der Kölner Hanfbar entnommen wurde, ohne sich um die Bildrechte zu scheren, wie die Hanfbar unter einem DHV-Post von heute öffentlich machte.

 

Im städtischen Amtsblatt Kölns wurde die vom WDR gemeinte Maßnahme, die ab dem 18. Juni in Kraft tritt, öffentlich angekündigt: und zwar die (Neu-)einstufung von CBD-Produkten als sogenanntes „Novel Food“ und der (damit einhergehende) Mangel an Lebensmittelzulassungen seitens der Händler. An diese Stelle soll nicht vertieft werden, inwieweit die neue Kategorisierung für CBD-Produkte gerechtfertigt oder bürokratischer Blödsinn ist. Die EIHA (European Industrial Hemp Association) stellte nach mehrfacher Konsultation mit dem Bundesamt für Lebenmittelsicherheit (BVL) jedenfalls fest, dass die Einordnung nur für CBD-Isolate oder Anreicherungen gelten könne, nicht aber für Vollspektrum-Produkte.

 

Vor allem aber, und das bestätigte das Kölner Presseamt heute Mittag telefonisch gegenüber Highway, habe die „Novel Food“ nur Auswirkungen auf CBD-Produkte, die auch ausdrücklich als Lebensmittel eingetragen und verkauft werden. „Aromaöle“, „Mundpflegeöle“ etc. seien von der Regelung ausdrücklich nicht betroffen. Auch die Verkehrsfähigkeit von CBD-Blüten sollte somit eigentlich nicht durch die Novel-Food-Verordnung geregelt werden, wenn diese nicht als Lebensmittel angeboten werden.

 

Ebenfalls war zu erfahren, dass es sich mitnichten um einen alleinigen Vorstoß der Stadt Köln handelt (wie der WDR in seiner Nachricht nahelegt), sondern um ein Vorgehen, das ganz Nordrhein-Westfalen betrifft. Aus Juristen-Kreisen heißt es nichtsdestotrotz, dass ein derartiges Vertriebsverbot per Allgemeinverfügung absolut unüblich und ungewöhnlich sei.

 

Update 17:16: Vor wenigen Minuten hat die Stadt Köln eine Pressemitteilung herausgegeben, die das Obenstehende bestätigt und die Meldung des WDR somit als nicht faktenbasiert zurückweist. Der Wortlaut:

 

Verkaufsverbot von Lebensmitteln mit CBD-Zusätzen: Städtische Allgemeinverfügung setzt bestehende EU-Regelung für Köln um

Die am 17.Juni 2020 im Amtsblatt der Stadt Köln veröffentlichte Allgemeinverfügung untersagt den Verkauf von Lebensmitteln, denen Cannabidiol (CBD), also als Cannabidiol-Isolate oder mit Cannabidiol angereicherte Hanf-Extrakte, zugesetzt wurden.

 

Zum Hintergrund: CBD und CBD-Extrakte werden gemäß Novel-Food-Katalog der Europäischen Union als neuartig eingestuft. Nachzulesen im Internet mit dem Eintrag „Cannabinoids“ auf der Seite https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/index.cfm. Neuartige Lebensmittel dürfen gemäß einer EU-Verordnung (Nummer 2015/2283) in der Europäischen Union jedoch nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie eine Zulassung besitzen.

 

Da für CBD keine Zulassung vorliegt, dürfen solche Extrakte nicht als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Das gilt auch, wenn diese Extrakte Lebensmitteln zugesetzt werden. Die städtische Allgemeinverfügung setzt damit die ohnehin in der Europäischen Union geltenden Regelungen um, die sich aus der erwähnten EU-Verordnung über neuartige Lebensmittel ergeben.

 

Nicht erlaubt sind damit so genannte CBD-Öle (also Öle, denen CBD-reiche Hanf-Extrakte zugesetzt werden), sofern sie als Lebensmittel (und dazu zählen auch Nahrungsergänzungsmittel) in den Verkehr gebracht werden.

 

Weiterhin erlaubt bleiben beispielsweise Hanfsamenöl, Hanfsamenmehl oder Hanfsamenprotein, die aus Nutzhanfpflanzen gewonnen werden. Produkte, die keine Lebensmittel sind, sind von der Allgemeinverfügung ebenfalls nicht betroffen, beispielsweise Produkte, die von Tier-Heilpraktikern eingesetzt werden.

 

Zusätzlich zur Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Köln erfolgt durch die Stadt eine aktive Information der Betriebe, die nach Kenntnis der städtischen Lebensmittelüberwachung mit solchen Produkten handeln.

Mit Edibles ist wahrlich nicht zu spaßen. Die mit Haschisch oder Marihuana versetzten Leckereien können selbst erfahrene, langjährige Cannabisfreunde mit ihrer starken Wirkung überfordern - zumal das Dosieren eben nicht so einfach ist wie mit Joint oder Vaporizer. Das einzig richtige Weg wäre es, sich vorsichtig ranzutasten, mal ein kleines Stückchen zu probieren, etwas abzuwarten und dann später vielleicht noch ein Eckchen zu naschen.

 

Denn ganz unangenehm kann es werden, wenn Cannabisneulinge diese Vorsichtsmaßnahmen in den Wind schießen, noch schlimmer gar, wenn die Cannabis-Unerfahrenen gar nicht erst wissen, dass in dem Törtchen oder dem Cookie auf ihrem Teller überhaupt Cannabis enthalten ist. Schon einige Male hat Highway über verhängnisvolle Kuchenverwechslungen und Partygäste nahe des Deliriums berichtet, doch diesmal kam es wirklich knüppeldicke. Das liegt zu einem großen Teil wohl auch daran, dass es sich nicht um eine Geburtstags- oder Weihnachtsfeier oder irgendeinen sonstigen freudigen Anlass handelte, sondern um eine Trauerfeier. Zahlreiche Gäste meldeten sich mit plötzlich auftauchenden, rätselhaften Beschwerden wie Übelkeit oder Schwindel noch im Laufe des Tages im Krankenhaus. Nach Angaben von Augenzeugen erwischte es ausgerechnet die trauernde Witwe am schlimmsten, Presseangaben zufolge wurde sie über mehrere Tage hinweg stationär behandelt.

 

Wie der Kuchen überhaupt auf den Tisch des eigentlich völlig unverdächtigen Gasthauses kam, wurde inzwischen aufgeklärt: eine Angestellte hatte zur Trauerfeier einen Kuchen mitgebracht, den sie in ihrem Gefrierschrank gefunden hatte. Hätte sie lieber noch einmal ihre Tochter nach dem Backwerk gefragt. Die 18-Jährige hatte den Kuchen mit Cannabis verfeinert – für die Trauerfeier war er aber ganz sicher nicht bestimmt gewesen. Nichtsdestotrotz wird sich die junge Frau nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.

Erst kürzlich machte der US-Eiskremproduzent „Ben & Jerry's“ mit einer 420-Petiton auf sich aufmerksam, in der eine Amnestie für Häftlinge gefordert wurde, die sich wegen des bloßen Besitzes von Cannabis in Haft befinden. Eine sympathische Aktion, die nicht nur zehntausende von Unterschriften gebracht hat, sondern eben auch eine ganze Menge mediale Aufmerksamkeit.

 

Nun zeigt sich erneut, dass das Unternehmen mit Sitz in Vermont ein Herz für Cannabisfreunde hat. Auf der eigenen Website ließ man verlauten, dass man vorhabe, eine CBD-Sorte herauszubringen, sobald die amerikanische Federal Drug Enforcement Agency (FDA) eine landesweite Zulassung des Cannabinoids erteilt habe. Angesichts der fortschreitenden Legalisierungswelle in den USA, dem gigantischen Marktpotenzial von CBD-Produkten und einer von der Weltgesundheitsorganisation bescheinigten Unbedenklichkeit, gilt es als relativ wahrscheinlich, dass es schon in näherer Zukunft so weit sein könnte.

 

Die Cannabisaffinität des Unternehmens ist durchaus bemerkenswert: selbst Firmen, die weniger familienfreundliche Produkte produzieren als quietschbunt verpackte Eiskrem, hadern aus Angst vor Imageschäden noch mit dem CBD-Boom (so zum Beispiel Coca-Cola). Es bleibt zu hoffen, dass die Freigabe durch die FDA schnell erteilt wird und dass „Ben & Jerry's“ mit der CBD-Dosis genauso großzügig umgehen wird wie mit den Zusätzen und Toppings (wie etwa Keksteig, Schokosplitter etc.) der anderen Sorten.

 

Wenn die diesjährige Verleihung der Academy Awards etwas entspannter ablaufen sollte als sonst, dann könnte das eventuell etwas mit den Goodie-Bags zu tun haben, die traditionell an alle nominierten Künstler und Künstlerinnen verteilt werden.

 

Nachdem Kalifornien Anfang 2018 Cannabis vollständig legalisiert hat, hat man sich nicht lumpen lassen und die teuren Täschchen mit einer ganz besonderen Zutat bestückt: neben einem Reisegutschein und einer Woche in einem exklusiven Spa wird es für die Stars unter anderem handgemachte Cannabis-Schokoladentrüffel geben. Und die sehen nicht nur toll aus und schmecken gut, sie sind mit 10 mg THC-Gehalt pro Stück auch hochpotent.

 

Die Süßigkeiten, die mit dem High Times Cup in der Kategorie Edibles ausgezeichnet wurden, sind aber nicht das einzige Goodie aus der wunderbaren Welt der Cannabisprodukte. Denn dazu gibt es noch eine Gesichtscreme auf Hanfbasis und eine Mitgliedskarte im ersten Cannabis-Social-Club von Los Angeles. Damit sich Bradley Cooper, Christian Bale, Glenn Close und Co. nicht übernehmen, liegt den 100.000-Dollar-Taschen eine Warnung bei, die unerfahrene Konsumenten zur Vorsicht mahnt. Seth Rogen hingegen dürfte sich in diesem Jahr besonders ärgern, dass er keine Nominierung einheimsen konnte...

Mit Edibles ist – gerade als unerfahrener Konsument – nicht zu spaßen, selbst alte Cannabis-Hasen muten sich häufig zu viel zu. Man kann, gerade bei gekauften Produkten, weniger präzise dosieren und die Aufnahme über den Verdauungstrakt wirkt einfach stärker. Wenn man aber in seinem Leben noch gar keine Erfahrung mit Weed gemacht hat, ja dann, sollte man tunlichst die Finger von Edibles lassen.

 

Diese bittere Lektion aus dem Stoner-Handbuch musste der kanadische Polizist V. Dominelli bereits im Januar dieses Jahres auf die harte Tour lernen. Der Ordnungshüter ließ bei einer Razzia in einem Weed-Shop in Toronto unbemerkt ein paar berauschende Schokoriegel mitgehen – um sie einige Stunden später während einer Observation zu snacken. Wie wir damals bereits berichtet hatten, ging die Verköstigung gründlich in die Hose und endete für den unglücklichen Protagonisten mit einem ausgewachsenen Paranoia-Trip. Nun wurden die unrühmlichen Ereignisse vor Gericht aufgearbeitet und einige peinliche Details kamen ans Licht: so war Dominelli nach dem Konsum von Teilen der Riegel fest davon überzeugt, nun sterben zu müssen, und ließ sich auch von einer Kollegin nicht davon abhalten, in „Todesangst“ den Polizeinotruf um Hilfe anzuflehen. Classic!

 

Der Richter fand die ganze Angelegenheit aber weniger lustig und bezeichnete Dominelli als „kompletten Idioten“. Dieser musste sich bereits ein für allemal aus dem Polizeidienst verabschieden und wartet nun auf die Anhörung der bei dem Vorfall anwesenden Kollegin.

Wie kann ich etwas be-, oder schlimmer noch verurteilen, wenn ich überhaupt keine Ahnung von der Materie habe?

Im Vorfeld einer Abstimmung über die Cannabisgesetzgebung im US-Bundesstaat Utah stellte sich der demokratische Senator Jim Dabakis genau diese Frage. Er selbst hatte Cannabis noch nie probiert, weder geraucht, noch gegessen. Um an der Abstimmung dennoch mit gutem Gewissen teilnehmen zu können, tat er etwas, was den meisten anderen Abstimmungsteilnehmer im Parlament nicht einmal im Traum einfallen würde. Er konsumierte Cannabis in Form eines halbierten THC-Gummibärchen.

Dabei ließ Dabakis sich filmen, und zwar gleich zweimal, einmal vor, beziehungsweise beim Testen (siehe unten stehendes Video), und einmal am nächsten Tag, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Er habe durchaus eine leichte psychoaktive Wirkung feststellen können, aber nichts Weltbewegendes. „It’s not that big a deal!“, so sein nüchternes Urteil.

Der Senator rief alle Abstimmungsteilnehmer, insbesondere die aus den Reihen der ultrakonservativen Prohibitionisten, dazu auf, es ihm gleichzutun, und die Abstimmung nicht auf der Basis ideologischer Vorurteile durchzuführen.

Ach, was würden wir dafür geben, ein solches Video auch mal von dem ein oder anderen CDU/CSU-Politiker zu sehen?

Es gibt wenig, dass nach einem anstrengenden Tag so entspannend wirkt, wie ein schöner Joint oder ein tiefer Zug aus dem Vapo. Daran dachte wohl auch eine kanadische Restaurantbesitzerin, die sich auf die Zubereitung von Hummer spezialisiert hat. Nachdem die Geschäftsfrau gelesen hatte, dass es nach neuestem Stand der Wissenschaft höchstwahrscheinlich so sei, dass auch Hummer Schmerzen empfinden, überkam sie vielleicht das schlechte Gewissen. Neugierig informierte sie sich über die Gesetzeslage in der Schweiz, wo es verboten ist, Krustentiere bei lebendigem Leib ins kochende Wasser zu tauchen. Wie also könnte man den Tieren unnötiges Leiden ersparen, ohne gleich ihr Gehirn zerschmettern zu müssen (wie es bei den Eidgenossen inzwischen Pflicht ist)? Die gefundene Lösung erscheint ebenso fragwürdig wie öffentlichkeitswirksam: die Meerestiere werden vor ihrer Reise in die ewigen Jagdgründe zum Hotboxen gezwungen. Ja, richtig gelesen, vor dem Kochen werden die Hummer in eine Box gesteckt, in die dann Marihuana-Qualm gepumpt wird. Nach Angaben des Restaurants wird dadurch nicht nur das Leid gemindert, nein, auch der Geschmack des Fleischs soll stark profitieren. Es ist zwar völlig unklar, ob Hummer Cannabinoidrezeptoren besitzen, das heißt, ob sie überhaupt dicht werden können, aber vielleicht kam es der cleveren Restaurantbesitzerin dann doch eher darauf an, von dem anstehenden Legalisierungs- und Cannabishype in Kanada zu profitieren

Angesichts der unaufhaltsam näher rückenden vollständigen Cannabis-Legalisierung in Kanada und des immer weiter um sich greifenden Umschwungs in den USA kristallisieren sich Edibles als das große Ding heraus. Innerhalb dieses Bereichs weist immer mehr darauf hin, dass Cannabisgetränke zum veritablen Trend werden könnten. Namhafte Lebensmittel-, Getränkekonzerne und Bierbrauer wie Constellation Brands und Heineken haben bereits Vorstöße in diese Richtung getätigt. Nun klopft ein weiterer Riese an die Tür der Cannabisbranche: die Coca-Cola Company.

 

Cannabis und Coca-Cola? Ein Joint und ein schönes kaltes Glas Cola passen sicherlich gut zusammen. Doch der größte Getränkehersteller der Welt im Geschäft mit Cannabis? Das war noch vor kurzer Zeit völlig undenkbar. Doch die Welt dreht sich schnell und so heißt es heute plötzlich in einer E-Mail von Coca-Cola-Sprecher Kent Landers an die Nachrichtenagentur Bloomberg News, man sei an Getränken mit Cannabidiol (CBD) interessiert:

 

„Wir beobachten intensiv das Wachstum von nicht-psychoaktivem CBD als Bestandteil von funktionellen Wellnessgetränken auf der ganzen Welt. Der Bereich entwickelt sich schnell. Derzeit sind noch keine Entscheidungen getroffen worden.“

 

Wie Bloomberg Television berichtete, ist Coca-Cola momentan in Gesprächen mit dem kanadischen Cannabisproduzenten Aurora Cannabis. Dennoch konnte heute bislang vor allem die Tilray-Aktie von der Meldung profitieren und bereits sieben Prozent steigen (zusätzlich zu den unglaublichen 40 Prozent der Vorwoche).

 

Coca-Cola wäre, wie bereits eingangs erwähnt, nicht das erste Getränke-Unternehmen, das in den Cannabissektor einsteigt. Der weltgrößte Weinproduzent Constellation Brands kaufte sich zu 38 Prozent beim größten kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth ein und plant die Entwicklung sogar THC-haltiger Getränke, viele weitere Firmen haben den Markt ebenfalls im Auge.

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

 

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Die traditionsreiche österreichische Konditorei Aida versorgt die Wiener schon seit über 100 Jahren mit erlesenen Torten und Kuchen. Nun sorgt eine überraschende Erweiterung des Naschwaren-Sortiments für Aufsehen, mit der das Unternehmen nach eigenen Angaben „mit der Zeit gehen will“. Ab dem 8. September werden in den Wiener Filialen CBD-Brownies über die Theke gehen (siehe Bild). Klar ist, dass der Käufer von dem Gebäck keinen Rauschzustand zu erwarten hat, da der THC-Gehalt des Schokoküchleins unter 0,2 Prozent liegen wird. Nichtsdestotrotz wird bei der Vermarktung des Produkts mit Hanfblatt-Symbol und bekannten Marihuana-Sortenbezeichnungen natürlich voll und ganz auf den „Schock-und-Schumzel“-Faktor von Cannabis gesetzt, damit auch die Turngruppe von Tante Erika sich beim wöchentlichen Treffen mal so richtig „bekifft“ vorkommen kann. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum die sogenannten „Orange-Kush“-Brownies nur an Kunden ab 16 Jahren verkauft werden.