Hawaii hat nun entschieden, wer die acht heißbegehrten Lizenzen für die Eröffnung von Ausgabestellen für medizinisches Marihuana (Dispensaries) bekommt. Wer eine Lizenz ergattern konnte, darf zwei Produktionsstätten und zwei Verkaufsstellen errichten. Inzwischen haben über die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, so auch kürzlich Hawaii. Einer der über 60 Bewerber auf eine solche Lizenz ist niemand anderes als Schauspieler Woody Harrelson höchstpersönlich gewesen (wir berichteten).

 

Doch die Lizenzen wurden nun vergeben und Woody ging leer aus, wie auch der Videospiel-Entrepeneur Henk Rogers, Mitgründer von The Tetris Company. Ein vierköpfiges Gremium entschied über die Lizenz-Vergabe, kommentierte die Entscheidungen aber nicht.

 

Die Bewerber für die Dispensary-Plätze mussten vorweisen, über eine Millionen Dollar in bar zu verfügen, plus noch einmal 100.000 Dollar für jede zu eröffnende Filiale. Alle lizenzierten Betreiber müssen zudem innerhalb von sieben Tagen die Lizenzgebühr von 75.000 Dollar an das Gesundheitsministerium Hawaiis überweisen. Das Ministerium inspiziert zudem alle Geschäfte vor Eröffnung.

 

Experten erwarten einige Schwierigkeiten für die Grower Hawaiis, da die Elektrizitätskosten auf Hawaii so hoch sind wie nirgends sonst in Amerika und auch weil der Transport von Marihuana zwischen den Inseln eigentlich nicht erlaubt ist. Sechs Dispensaries werden auf Oahu eröffnet, vier auf Hawaii Island, zwei auf Kauai und vier auf Maui – apropos, kennt ihr schon unser Sortenportrait von Maui Waui? Startschuss für die Ausgabestellen ist bereits der 15. Juli.

 

Wir in der Redaktion bedauern Woody. Er hätte es verdient, denn Harrelson ist nicht nur bekennender Cannabiskonsument, sondern auch Cannabisaktivist und Mitglied der amerikanischen Legalisierungsbewegung NORML. Bereits vor zwanzig Jahren setzte er sich öffentlichkeitswirksam für Hanf und Cannabis ein.

 

Wollt ihr mehr über Woody Harrelson, seine Aktivitäten und sein Faible für Cannabis erfahren? In der aktuellen Ausgabe von Highway (Highway 02/2016) beleuchten wir Woody in unserer Rubrik „High Society“ ganz genau.

 

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Cannabis auf Rezept! In Deutschland! Schon nächstes Jahr! Wer hätte das gedacht – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte an, dass bereits im kommenden Jahr Cannabis auf Kassenrezept in Deutschland verfügbar sein soll. So sagte Gröhe heute der „Welt“: „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann.“

 

    

 

Vor etwa einem Jahr gab es die ersten Ankündigungen in diese Richtung durch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), seitdem wurde ein Gesetzesentwurf verfasst, der schon im Bundeskabinett und auch im Zuge eines EU-Notifizierungsverfahrens in Brüssel durchgesprochen wurde. Morgen soll das Gesetz dann im Bundestag tatsächlich verabschiedet werden – wie von Gröhe angekündigt aller Voraussicht nach mit Erfolg.

 

Besonders erfreulich ist diese Nachricht für all diejenigen Patienten, die zwar Gras in der Apotheke beziehen dürften, aber nicht für die Kosten aufkommen können. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, äußerte sich Gröhe weiter in der „Welt“.

 

Langfristig soll der Bedarf an Medizinalhanf durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland erfolgen. Bis dieser allerdings in die Wege geleitet wurde, sollen Importe für die Versorgung der Kranken zuständig sein. Bislang bekommen nur etwa 5.000 deutsche Patienten THC-Präparate und nur grob 500 Personen verfügen über eine Ausnahmeerlaubnis für den Konsum von Cannabisblüten. Experten rechnen nun aber mit bis zu 800.000 Patienten, die jährlich auf Medizinalhanf zurückgreifen möchten.

 

Auch wenn sich die Patienten über die aktuelle Entwicklung grundsätzlich natürlich sehr freuen können, bleibt allerdings anzumerken, dass der abzusehende Versorgungsnotstand durch eine Erlaubnis des Selbstanbaus problemlos gelöst werden könnte. Dies möchten Gröhe und Mortler aber nach wie vor auf jeden Fall unterbinden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt... die letzten Gesinnungsänderungen kamen jedenfalls schnell.

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