Ende August startet auf Netflix die neue Stoner-Sitcom Disjointed mit Oscar-Gewinnerin Kathy Bates in der Hauptrolle. Bates spielt eine langjährige Cannabisaktivistin, die beschließt, mit Hilfe ihres Sohnes in Los Angeles eine Cannabis-Dispensary zu eröffnen.

 

 

Produziert wird das Format von den Machern der Comedy-Hits Two and a Half Men und The Big Bang Theory. Die erste Staffel besteht aus zwanzig halbstündigen Episoden und startet am 25. August, bei Erfolg geht’s natürlich weiter. Im ersten Trailer könnt ihr euch jetzt einen Eindruck von dem überdrehten Treiben machen:

Seit Monatsbeginn sind Cannabisprodukte im amerikanischen Bundesstaat Nevada, in dem auch die Zockermetropole Las Vegas liegt, legal. Marihuana und Haschisch können nun in einem der 47 lizenzierten Shops, den sogenannten Dispensaries, erworben werden.

 

Doch die Freude war wohl zu groß: Über das Wochenende wurden praktisch alle Dispensaries – vor denen die Käufer stundenlang anstanden – leergekauft, wie „USA Today“ meldete. Nun plant man in Nevada bereits eine neue Regelung, die weiteren Geschäften den Verkauf von Marihuana erlauben soll und über die bereits am Donnerstag abgestimmt werden wird.

 

Ersten Berechnungen der Nevada Dispensary Association zufolge nahm der Staat Nevada allein in den ersten vier Tagen zwischen Samstag und Dienstag über eine Million Dollar an Steuereinnahmen ein. Offizielle Zahlen werden allerdings erst Ende September erstmals präsentiert.

 

Die Einnahmen der Anbausteuer (15 Prozent) gehen an die Schulen des Staates, die Einnahmen der Verkaufssteuer (10 Prozent) werden im sogenannten „Rainy day fund“ eingespeist und können für beliebige Zwecke genutzt werden.

 

Auch ein Hochzeitspaar nutzte den 1. Juli – sogleich Hochzeitstag und erster Tag der Legalisierung von Cannabis in Nevada – auf eine interessante Weise und heiratete in einem Growroom, wie das untenstehende Video zeigt:

 

 

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Nach Jahrzehnten der Prohibition hat die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Oregon eine Goldgräberstimmung ausgelöst. Der Unternehmer Jeremy Plumb kifft seit seiner Jugend. Nun will er die Droge neu erfinden und damit weltweit eine medizinische Revolution auslösen. Eine Reportage von Dominik Wurnig.

 

Jeremy Plumb wandert mit schnellen Schritten zwischen den kleinen Tischen der Little-T-Bäckerei im Südosten von Portland hin und her. Am Handy spricht er hektisch mit seinem Geschäftspartner – es gilt, schnell Entscheidungen zu treffen. Mit seiner engen Hose, dem lockeren Hemd und der großen Hornbrille sieht er aus wie einer der vielen Hipster hier in Portland. Als er endlich das Telefon zur Seite legt und mich – den Journalisten aus Deutschland – begrüßt, wird er noch aufgeregter. Er will mich von seiner Vision überzeugen: der Neuerfindung von Cannabis. Wie ein Wasserfall strömen die Modeworte über mich (start healing yourself, enhancement drug, re-shaping the conversation, organic, sustainable, craft revolution, cannabis culture, once in a lifetime opportunity).

 

Während mein Eistee ausgetrunken und mein Mohnkuchen längst aufgegessen ist, hat Plumb sein Getränk noch nicht mal angerührt. Zu beschäftigt ist er damit, mir von seinem Plan zu erzählen. Jeremy Plumb ist kein 08/15-Unternehmer – er ist legaler Grasdealer, betreibt ein Cannabis-Labor, und ein hochmodernes Glashaus zum Marihuana-Anbau wird demnächst gebaut. Plumb hat als Start-up-Gründer gelernt, innerhalb kurzer Zeit sein Gegenüber von seinen Plänen zu überzeugen. „Ich habe alles andere aufgegeben, um an dieser Innovation zu arbeiten“, sagt Plumb. „Dieses Modell der kleinen, handwerklichen Marihuana-Bauern, das wir in Oregon erschaffen wollen, kann weltweit wiederholt und exportiert werden.“ Nach einer Stunde greift er schließlich wieder zum Telefon, um die eingegangen Nachrichten abzuarbeiten. Zu viel steht auf dem Spiel, um sich aufhalten zu lassen.

 

Kiffen ist in Oregon erlaubt

Nach der Legalisierung von medizinischem Marihuana dürfen seit Oktober 2015 Erwachsene im Westküsten-Bundesstaat Oregon Gras auch für die Freizeitnutzung (Englisch: recreational use) anbauen, verkaufen und konsumieren. Obwohl nun erlaubt, ist der Kampf aber noch nicht gewonnen. Denn was hier legal ist, bringt einen in den meisten Bundesstaaten der USA noch immer ins Gefängnis. Die Bundesregierung könnte auch theoretisch jederzeit ihre Haltung ändern und den Grasbauern und -dealern durch die Bundesdrogenpolizei DEA die Geschäftsgrundlage zerstören. Denn nach dem Bundesgesetz ist Marihuana nach wie vor strafbar. Die Cannabis-Verkaufsläden in Oregon sind mit enormen bürokratischen und steuerlichen Hürden konfrontiert, da die Bundesregierung sich weiter gegen die Freigabe von Marihuana stellt. Wie die Entwicklung im Jahr 2017 unter dem neuen Präsidenten Donald Trump weitergeht, wird sich noch zeigen. Parallel zu seiner Wahl wurde am 8. November in vielen weiteren Staaten Cannabis zu freizeitlichen und medizinischen Zwecken legalisiert (wir berichten in der aktuellen Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin ausführlich darüber), was den Druck auf die neue Regierung unter Trump, Marihuana flächendeckend zu legalisieren, erhöhen dürfte, beziehungsweise ihm diese Entscheidung leichter machen könnte.

 

Noch fehlt es an klaren Regeln, denn die ersten Erfahrungen im Umgang mit erlaubtem Cannabis werden nach Jahrzehnten der Prohibition gerade erst gemacht. Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob die liberale Drogenpolitik einiger Bundesstaaten (neben Oregon auch Colorado, Alaska und Washington State sowie die Hauptstadt Washington, D.C.) erfolgreich ist und womöglich für die ganzen USA, aber auch Deutschland zum Vorbild werden könnte. Seit dem 8. November 2016 steht nun fest, dass auch Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada Cannabis für Erwachsene freigeben. Wenn allerdings das liberale Experiment Probleme schaffen sollte, statt sie zu lösen, könnte es auch schnell wieder vorbei sein. Die Protagonisten der Cannabis-Szene in Portland sind sich des engen Zeitfensters bewusst: Jetzt oder nie gilt es, die Grundlagen zu schaffen für einen modernen Umgang mit der Droge. Ein biologisches, nachhaltiges und lokal produziertes Qualitätsprodukt schwebt Jeremy Plumb und seinen Partnern vor. Das Feld soll weder den großen Pharmakonzernen noch der Tabakindustrie überlassen werden. In der Hipster-Hauptstadt Portland, wo jeder Craftbeer trinkt, es zum guten Ton gehört, seine eigenen Bio-Hühner zu halten, wo Vintage-Kleidung sowie Bärte schick sind, da wird Gras wie ein guter Wein verkauft: Weg vom Kiffer-Image hin zum Lifestyle-Produkt, das die Gemütslage steuert und Spaß macht.

 

Gras aus der Edelboutique

Ein grün leuchtendes Kreuz im Schaufenster und ein kleines rotes Schild: Man könnte leicht an Farma“ vorbeifahren, denn das Understatement ist Programm. Die Dispensary (so heißen die lizenzierten Gras-Läden in den Vereinigten Staaten) von Plumb und seinen drei Partnern ist das Herzstück ihres Plans, Cannabis neu zu erfinden. Das Geschäft sieht anders aus, als es sich jemand ohne Berührungspunkte, aber dafür mit den gängigen Klischees im Kopf, vorstellen würde: Bob-Marley-Poster, Kiffer-Devotionalien, Reggaemusik und verruchte Atmosphäre sucht man hier vergeblich. Stattdessen weiße Wände, blitzblankes Glas, dunkles Holz, elektronische Musik: Farma erinnert eher an einen Apple-Laden. Die Verkäufer sind kompetent, redegewandt, freundlich, und nebenbei sehen sie auch noch ziemlich gut aus: bemalte Haut, getrimmte Bärte, gepiercte Haut. Die Wochenzeitung „Williamette Week“ beschreibt Farma so: Bring deine Babyboomer-Eltern an diesen Ort, dann verstehen sie, dass Cannabis tatsächlich eine Medizin ist – und werden es lieben.

 

Ziel all dieser Bemühungen ist es, das Image von Cannabis zu ändern. Im Narrativ der Prohibition war Cannabis etwas Trauriges, Gefährliches und Negatives, sagt der Mitbegründer von Farma, Sam Heywood: „Wir haben viel Zeit damit verbracht, den Schaden wieder gutzumachen.“ Dass es nun nicht mehr verboten und verpönt ist, macht Cannabis nur für kurze Zeit interessant. Aber Gras soll nicht darüber definiert werden, was es nicht ist. „Aber was ist Cannabis?“, fragt Heywood und gibt die Antwort direkt selbst: „Ein Werkzeug, um das Leben der Leute zu verbessern. Es soll helfen, ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.“ Das neue Branding von Cannabis soll auch Spaß vermitteln. Und romantisch sein. „Cannabis bringt Leute zusammen, liefert tolle Erkenntnisse über sich und andere, Musik klingt damit besser. Es gibt viele Arten, wie Cannabis eine wunderbare Erfahrung hervorruft. Das ist der andere Teil des Narrativs“, sagt Heywood.

 

Im Eingangsbereich bei der Ausweiskontrolle – nur wer über 21 Jahre alt ist, darf in den Laden – kommt es an diesem Mittwochnachmittag bei Farma es immer wieder zu Warteschlangen. Nacheinander: Ein junges Touristenpärchen, ein einbeiniger Rollstuhlfahrer, ein bärtiger Mann in den Zwanzigern, zwei ältere Frauen mit Gehstock, ein Paar mit Hund. Die Kunden lassen sich grob in zwei Gruppen teilen: die Jungen, die Spaß suchen, und jene, die das Gras brauchen, weil sie Schmerzen haben, zum Beispiel, weil sie gerade eine Chemotherapie durchlaufen. „Was für ein Erlebnis suchst du?“, fragen die Farma-Verkäufer üblicherweise am Anfang des Verkaufsgesprächs. Die meisten Kunden wollen eine Sorte Gras, welches sie lustig stimmt, glücklich macht und zum Kichern anregt. Wichtig ist den Kunden auch, dass das Kraut keine Angstzustände hervorruft. „Purple Kush ist mein persönlicher Favorit. Es entspannt ein bisschen, zieht dich aber nicht zu sehr runter. Auch im Kopf macht es dich ein klein wenig high“, sagt der Verkäufer Sean Mager zu dem Kunden Joshua Justice, während er nie den Augenkontakt verliert. Drei Qualifikationen müssen die Verkäufer mitbringen: Menschen lieben, einen Bezug zu Marihuana haben und neugierig sein, mehr über die Pflanzen zu lernen. Jede Woche gibt es Fortbildungen, die Verkäufer sollen zu „Weed-Ninjas“ ausgebildet werden, wie es Heywood schmunzelnd nennt...

 

...dies stellt nur den Einstieg der kompletten Reportage dar. In Highway – Das Cannabismagazin 01/2017 berichten wir auf 10 Seiten ausführlichst und mit vielen Fotos über die Farma-Dispensary. Außerdem findest du in Highway – Das Cannabismagazin weitere Infos über den Cannabis-Anbau, News und Entertainment. Die neue Ausgabe (01/2017) ist seit vorgestern für schlappe 2,60 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich.

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Hawaii hat nun entschieden, wer die acht heißbegehrten Lizenzen für die Eröffnung von Ausgabestellen für medizinisches Marihuana (Dispensaries) bekommt. Wer eine Lizenz ergattern konnte, darf zwei Produktionsstätten und zwei Verkaufsstellen errichten. Inzwischen haben über die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, so auch kürzlich Hawaii. Einer der über 60 Bewerber auf eine solche Lizenz ist niemand anderes als Schauspieler Woody Harrelson höchstpersönlich gewesen (wir berichteten).

 

Doch die Lizenzen wurden nun vergeben und Woody ging leer aus, wie auch der Videospiel-Entrepeneur Henk Rogers, Mitgründer von The Tetris Company. Ein vierköpfiges Gremium entschied über die Lizenz-Vergabe, kommentierte die Entscheidungen aber nicht.

 

Die Bewerber für die Dispensary-Plätze mussten vorweisen, über eine Millionen Dollar in bar zu verfügen, plus noch einmal 100.000 Dollar für jede zu eröffnende Filiale. Alle lizenzierten Betreiber müssen zudem innerhalb von sieben Tagen die Lizenzgebühr von 75.000 Dollar an das Gesundheitsministerium Hawaiis überweisen. Das Ministerium inspiziert zudem alle Geschäfte vor Eröffnung.

 

Experten erwarten einige Schwierigkeiten für die Grower Hawaiis, da die Elektrizitätskosten auf Hawaii so hoch sind wie nirgends sonst in Amerika und auch weil der Transport von Marihuana zwischen den Inseln eigentlich nicht erlaubt ist. Sechs Dispensaries werden auf Oahu eröffnet, vier auf Hawaii Island, zwei auf Kauai und vier auf Maui – apropos, kennt ihr schon unser Sortenportrait von Maui Waui? Startschuss für die Ausgabestellen ist bereits der 15. Juli.

 

Wir in der Redaktion bedauern Woody. Er hätte es verdient, denn Harrelson ist nicht nur bekennender Cannabiskonsument, sondern auch Cannabisaktivist und Mitglied der amerikanischen Legalisierungsbewegung NORML. Bereits vor zwanzig Jahren setzte er sich öffentlichkeitswirksam für Hanf und Cannabis ein.

 

Wollt ihr mehr über Woody Harrelson, seine Aktivitäten und sein Faible für Cannabis erfahren? In der aktuellen Ausgabe von Highway (Highway 02/2016) beleuchten wir Woody in unserer Rubrik „High Society“ ganz genau.

 

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Cannabis auf Rezept! In Deutschland! Schon nächstes Jahr! Wer hätte das gedacht – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte an, dass bereits im kommenden Jahr Cannabis auf Kassenrezept in Deutschland verfügbar sein soll. So sagte Gröhe heute der „Welt“: „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann.“

 

    

 

Vor etwa einem Jahr gab es die ersten Ankündigungen in diese Richtung durch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), seitdem wurde ein Gesetzesentwurf verfasst, der schon im Bundeskabinett und auch im Zuge eines EU-Notifizierungsverfahrens in Brüssel durchgesprochen wurde. Morgen soll das Gesetz dann im Bundestag tatsächlich verabschiedet werden – wie von Gröhe angekündigt aller Voraussicht nach mit Erfolg.

 

Besonders erfreulich ist diese Nachricht für all diejenigen Patienten, die zwar Gras in der Apotheke beziehen dürften, aber nicht für die Kosten aufkommen können. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, äußerte sich Gröhe weiter in der „Welt“.

 

Langfristig soll der Bedarf an Medizinalhanf durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland erfolgen. Bis dieser allerdings in die Wege geleitet wurde, sollen Importe für die Versorgung der Kranken zuständig sein. Bislang bekommen nur etwa 5.000 deutsche Patienten THC-Präparate und nur grob 500 Personen verfügen über eine Ausnahmeerlaubnis für den Konsum von Cannabisblüten. Experten rechnen nun aber mit bis zu 800.000 Patienten, die jährlich auf Medizinalhanf zurückgreifen möchten.

 

Auch wenn sich die Patienten über die aktuelle Entwicklung grundsätzlich natürlich sehr freuen können, bleibt allerdings anzumerken, dass der abzusehende Versorgungsnotstand durch eine Erlaubnis des Selbstanbaus problemlos gelöst werden könnte. Dies möchten Gröhe und Mortler aber nach wie vor auf jeden Fall unterbinden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt... die letzten Gesinnungsänderungen kamen jedenfalls schnell.