Schlimme Bilder gehen derzeit von den USA aus um die Welt. In vielen Teilen des Landes herrschen gerade schon fast bürgerkriegsähnliche Zustände: brennende Straßen, Plünderungen und gewalttätige Aufstände überziehen amerikanische Großstädte mit Chaos. Nachdem unmenschlichste Polizeigewalt erneut einen Afroamerikaner, George Floyd, das Leben gekostet hatte, brach der in Amerika schon lange schwelende Rassenkonflikt in Minneapolis erneut auf und dass in einer lange nicht gesehenen Heftigkeit. Die Corona-Krise, die die USA nicht zuletzt aufgrund ihres maroden Sozialsystems, härter getroffen hat (und nach wie vor trifft) als andere Länder, dürfte ebenfalls ihren Teil zur apokalyptischen Stimmung beitragen haben.

 

Im Zuge der Plünderungen hat es auch die Cannabis-Shops schlimm erwischt, wenig überraschend gehören sie zur der Art Geschäft, das man nur allzu gern mitnimmt, wenn man sich denn schon gerade einmal auf Plünderzug befindet. Social-Media-Posts zeigen verwüstete Stores, zerbrochene Scheiben und leere Regale, so etwa im Falle einer MedMen-Dispensary in Los Angeles. Wie man es jedoch von Cannabisfreunden gewohnt ist, reagieren viele Betreiber angesichts der zerstörten Ladenlokale gelassen und verweisen auf die generelle Notwendigkeit der Proteste. „Wir können unsere Stores wieder aufbauen, aber ein Menschenleben kann man nicht so einfach zurückbringen“, so etwa Berner, seines Zeichens Rapper und Chef der beliebten Cannabis-Kette „Cookies“. Bleibt zu hoffen, dass die vielen Kilos an gestohlenen Cannabis-Produkten nun wenigstens dazu beitragen können, die Lage zu beruhigen und wieder in friedlichere Bahnen zu lenken.

Wer vom ganzen Corona-Bingewatchen inzwischen noch nicht genug hat (und mal ehrlich, das dürfte eher die Minderheit der Cannabisfreunde sein), der sollte der neuen Simpsons-Folge vielleicht mal eine Chance geben. Ja, die Simpsons, das Adult-Cartoon-Urgestein hält sich nach wie vor tapfer in der Gunst der Zuschauer und geht mittlerweile in die 31. Staffel. Besonders interessant ist die neue Folge „Highway to Well“ für Cannabisenthusiasten vor allem deshalb, weil das Thema Cannabis-Legalisierung erstmals in Folgenlänge aufgegriffen wird. Sicher, Seitenhiebe zum Thema Marihuana und Kiffen mag es schon in früheren Geschichten rund um die gelbe Familie gegeben haben, außerdem sei an eine (immer wieder gern gesehene) Folge aus Staffel 13 erinnert, in der sich Homer medizinisches Marihuana verschreiben lässt.

 

Doch in „Highway to Well“ geht es nun erstmals direkt in die Untiefen des legalen Cannabusiness: Marge wird „Budtender“ in einer schicken Dispensary und verkauft Buds, Edibles, Extrakte und Tinkturen an das Who´s who der Kiffer-Szene Springfields. Homer ist von der Abgabestelle, die von den Kunden aufgrund ihres cleanen Looks immer wieder mit einem Apple-Store verwechselt wird, allerdings weniger begeistert und zieht zusammen mit Bartender Moe eine Art Coffeeshop für die Oldschool-Konsumenten im altbewährten Schmuddel-Look auf, sozusagen ganz klassisch mit abgeranzter Couch und Spielkonsole. Neben Busfahrer Otto, der natürlich in jeder Episode mit Cannabisbezug seinen Auftritt haben muss, gibt es übrigens auch ein Wiedersehen mit einem populären Ex-Boxchampion mit Tribal-Gesichtstattoo, der mit einer Wellness-Ranch ganz groß ins legale Cannabusiness einsteigen will. Inhaltlich steht ganz klar der holprige Weg der Cannabis-Branche aus der Illegalität und der daraus resultierende Konflikt zwischen Professionalität und Authentizität im Mittelpunkt.

 

Und auch wenn die Simpsons ihre besten Zeiten wohl so langsam aber sicher hinter sich haben, dürfte man sich von der neuen Folge nur allzu gern für eine knappe halbe Stunde an die Couch fesseln lassen. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich die Folge (in englischer Originalfassung) über untenstehende YouTube-Playlist direkt ansehen.

Was Cannabisfreunde hierzulande schon seit Jahrzehnten herbeisehnen, ist in vielen Bundesstaaten der USA bekanntlich bereits Realität. Zuletzt wurde im Bundesstaat Michigan vollständig legalisiert. Was sich traumhaft anhört, läuft allerdings nur, gelinde gesagt, schleppend an: aufgrund bürokratischer Prozesse wird es Expertenschätzungen zufolge noch bis zum Frühjahr 2020 dauern, bis die ersten Dispensaries endlich ihre Pforten öffnen dürfen.

 

Alle Freizeit-Konsumenten, also die, die nicht im Besitz eine Medical Marihuana Card sind, werden bis dahin wohl oder übel mit dem Vorlieb nehmen müssen, was ihnen der Schwarzmarkt anbietet. Wären da nicht findige Unternehmer wir Brandon Anthony, Betreiber eines Online-Shops namens onhighroad.com. Anthony macht sich in Absprache mit seinem Anwalt ein Schlupfloch in der Gesetzgebung zu Nutze, nach dem das Verschenken von bis zu 2,5 Unzen (entspricht gut 70 Gramm) Marihuana bereits zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen legal ist. Und so bestellen die Interessenten online sogenannte „munchie bags“, Beutel voller Süßigkeiten, zum stolzen Preis von 55 bis 120 US-Dollar und bekommen ihr Marihuana sozusagen als Bonus dazu. Damit auch jeder das Geschäftsmodell auf Anhieb versteht, kommen die Werbe-Claims sympathischerweise auch direkt auf den Punkt: Buy some chocolate, get some weed.

 

Expertenmeinungen ist diese Praxis in juristischer Hinsicht tatsächlich unbedenklich, solange darauf geachtet wird, dass nicht mehr Weed als gesetzlich erlaubt verschenkt wird und das nur Volljährige in den Genuss der „Schenkungen“ kommen. Wer jetzt auf Ideen kommt, der sei aber gewarnt: der Onlineshop liefert natürlich nur an Kunden aus dem Raum Michigan.

Cannabiskonsumenten gelten ja gemeinhin als friedliche und entspannte Zeitgenossen. Doch wenn es darum geht, ihren Stash zu verteidigen, können sie sich ganz schnell in bongschwingende Rambos verwandeln. Das demonstrierte nun der Mitarbeiter eines Shops für Paraphernalia und Cannabisprodukte in Ontario, Kanada, auf eindrucksvolle Weise. Als nämlich drei vermummte Angreifer den Recreational Cannabis Farmers Market stürmten und wie wild mit Anti-Bären-Spray umhersprühten, zögerte einer der beiden Angestellten nicht lange, schnappte sich die nächstbeste Bong aus dem Regal und stellte sich den konsternierten Räubern mit dem Mut der Verzweiflung entgegen. Die zeigten sich von der Entschlossenheit und der gläsernen Schlagwaffe des Manns sichtlich beeindruckt und zogen sich nach kurzem Scharmützel zurück. Bis auf ein paar hastig eingesteckte Kleinigkeiten ergriffen die Angreifer, die ganz offensichtlich keine Profis waren, mit leeren Händen die Flucht und werden seitdem von der Polizei gesucht. Die Überwachungskamera des Shops hat den Überfall und die heldenhafte Reaktion des Verkäufers aufgezeichnet, den Clip könnt ihr euch weiter unten auf dieser Seite ansehen (etwa bei 0:50 beginnt der Überfall).

Oh, welch Verschwendung! Im Zuge einer rückwirkend zum 1. Juli greifenden Regel müssen in Kalifornien Schätzungen zufolge Cannabisblüten-und Produkte im Wert von 350 Millionen Dollar vernichtet werden. Der Vorgang, von Dispensary-Betreibern auch „Marihuanapocalypse of 2018" genannt, war aufgrund einer Regelung nötig geworden, die zukünftig bestimmte Qualität- und Fertigungsstandards für kalifornisches Cannabis sichern soll. Ein „Seed to Sale" genannter Trackingstandard soll für bestmögliche und sauberste Qualität sorgen. Ein gutes halbes Jahr ab dem Stichtag der kompletten Legalisierung (1. Januar 2018) ließen die kalifornischen Behörden den Cannabis-Unternehmern Zeit, sich darauf einzustellen. Währenddessen durften auch Cannabisprodukte verkauft werden, die nicht dem „Seed to Sale"-Goldstandard entsprachen. Mit dem 1. Juli endete schließlich die Übergangsfrist und alles, was nicht bis zu diesem Termin verkauft wurde, muss nun systematisch vernichtet werden. Dementsprechend lieferten sich die Ausgabstellen zur Freude ihrer Kundschaft im Vorfeld der Deadline regelrechte Rabattschlachten.

In Colorado, dem ersten US-Bundestaat, der neben der medizinischen Nutzung auch den Genusskonsum legalisiert hat, sind die Preise für ein amerikanisches Pfund (etwa 450 Gramm) Marihuana-Blüten erstmals auf unter 1.000 Dollar gesunken. Und zwar deutlich drunter: zum 1. Juli wird der Großhandelspreis bei 846 Dollar liegen. Zum Vergleich: in den Anfangstagen der freizeitlichen Legalisierung im Januar 2014 lag er noch bei 1.876 Dollar pro Pfund. Steve Ackermann, Dispensary-Besitzer, sieht darin eine Folge von Überproduktion aufgrund einer zu hohen Zahl an Marktteilnehmern und erwartet eine Marktbereinigung durch die fallenden Preise, die nur die am effizientesten wirtschaftenden Unternehmen der Branche überleben werden. Die genaue Preisentwicklung seit der Legalisierung zeigt unterstehende Tabelle. Beeindruckende Notiz am Rande: die Legalisierung hat der Cannabisbranche in Colorado von 2014 bis heute einen Umsatz von insgesamt knapp fünf Milliarden Dollar beschert.

Preisentwicklung von Marihuana-Blüten in Colorado von 2014 bis Juli 2018:

Januar 2014: 1.876 Dollar
Juli 2014: 1.876 Dollar
Januar 2015: 2.007 Dollar
Juli 2015: 1.868 Dollar
Januar 2016: 1.948 Dollar
Juli 2016: 1.816 Dollar
Januar 2017: 1.471 Dollar
Juli 2017: 1.298 Dollar
Januar 2018: 1.265 Dollar
Juli 2018: 846 Dollar

 

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Girl Scout Cookies – so heißt eine der berühmtesten Cannabis-Sorten der Welt, die vor allem in den Vereinigten Staaten besonders beliebt ist. Die USA, das ist auch der Ort, wo die „echten“ Girl Scout Cookies herkommen. Das sind nämlich ins Deutsche übersetzt eigentlich nichts anderes als Pfadfinderinnen-Kekse. Und in Übersee ist es seit 1917 Tradition, dass die Pfadfinderinnen zu bestimmten Terminen massenweise durchs Land ziehen und ihre Kekse verkaufen, um ihren Verband zu unterstützen und Preise für die fleißigsten Verkäuferinnen einzuheimsen.

 

Und solch einen Preis wollte eine kleine Pfadfinderin aus der Nähe von San Diego wohl dringend gewinnen. Normalerweise ziehen die Girl Scouts von Haus zu Haus, um ihre Ware an den Mann und die Frau zu bringen. Doch offenbar überlegte sich das Mädchen genau, wie man die Umsätze steigern kann – ihre Idee: dort hingehen, wo die Kiffer sind und diesen die Kekse anbieten. Denn Kiffer sind hungrig, Kiffer sind freundlich und Kiffer lieben Girl Scout Cookies und Wortspiele.

 

So ließ sich die Pfadfinderin laut „San Diego Union-Tribune“ von ihrem Vater vor die Dispensary „Urbn Leaf“ in San Diego fahren und bot vor der Tür ihre Ware feil. Mit extremen Erfolg: 312 Boxen mit den Pfadfinderinnen-Keksen konnte sie dort verkaufen. Doch ob sie nun einen Preis für fleißiges Verkaufen bekommen wird oder nicht, hängt von der derzeitigen Untersuchung des Pfadfinderinnen-Verbandes ab – denn sollte sie sich auf dem Gelände der Dispensary aufgehalten haben, und nicht auf der davorliegenden Straße, hätte sie gegen die Verkaufsregeln verstoßen.

Seit heute ist der zweite Teil der ersten Staffel der Weed-Sitcom Disjointed von Comedy-Mastermind Chuck Lorre (u.a. Two and a Half Men, The Big Bang Theory) auf Netflix verfügbar. Zehn weitere Folgen von je 30 Minuten Länge warten nun auf Zuschauer aus aller Welt.


In der Serie geht es um die Erlebnisse von Cannabis-Aktivistin Ruth (Kathy Bates), die mit ihrem Sohn eine Marihuana-Dispensary in Los Angeles betreibt. Am Ende der ersten zehn Folgen schließt die DEA das Geschäft, doch mit der ersten neuen Folge 4/20 Fantasy sind Ruth und ihre Budtender wieder am Start und nehmen die Geschäfte erneut auf.


Die Reaktion auf die ersten zehn Folgen war durchwachsen, mit gerade einmal 21 % positiven Reviews bei Rotten Tomatoes lässt sich definitiv schon mal nicht von einem Kritikerliebling sprechen. Zudem wurden auch aus den Reihen der Zuschauer verärgerte Stimmen laut, die der Serie eine veraltete Stereotypisierung von Cannabiskonsumenten vorwarfen.

Medizinisches Cannabis auf Hawaii – dies ist zwar bereits seit dem Jahr 2000 legal, doch gab es bislang keine Dispensaries auf der Insel und man musste sich mit dem Selbstanbau weiterhelfen. Doch kürzlich wurden nun Lizenzen für Geschäfte für medizinisches Marihuana erteilt und vergangenen Monat sind auch die ersten beiden Dispensaries eröffnet worden: Maui Grown Therapies und Oahu’s Aloha Green Apothecary. Auch Woody Harrelson bemühte sich um eine Lizenz, ging aber leer aus.

 

Nun sind die Zahlen des ersten Monats der legalen medizinischen Cannabisverkäufe bekanntgegeben worden: die beiden Shops konnten in dieser kurzen Zeit einen Umsatz von 426.000 US-Dollar generieren. Diese Summe schlüsselt sich auf 7.845 Cannabispatienten auf (bei 18.600 insgesamt registrierten), die durchschnittlich 54,33 US-Dollar ausgaben und dafür durchschnittlich 3,3 Gramm Marihuana oder andere Cannabisprodukte erhielten.

 

Der Durchschnittspreis von 16,45 US-Dollar pro Gramm ist sehr hoch, aber mit in Zukunft dazustoßenden weiteren Dispensaries wird dieser wohl fallen. Derzeit dürfen nur Cannabispatienten aus Hawaii die Shops nutzen, aber dies soll demnächst auf alle amerikanischen Bürger ausgeweitet werden. In Sachen Bezahlung will Hawaii besonders progressiv vorgehen und den Dispensaries ein bargeldloses Zahlungssystem ermöglichen – dies ist aufgrund der geltenden Bundesgesetze gegen Geldwäsche von Drogengeldern bislang in keinem einzigen Staat möglich.

Ende August startet auf Netflix die neue Stoner-Sitcom Disjointed mit Oscar-Gewinnerin Kathy Bates in der Hauptrolle. Bates spielt eine langjährige Cannabisaktivistin, die beschließt, mit Hilfe ihres Sohnes in Los Angeles eine Cannabis-Dispensary zu eröffnen.

 

 

Produziert wird das Format von den Machern der Comedy-Hits Two and a Half Men und The Big Bang Theory. Die erste Staffel besteht aus zwanzig halbstündigen Episoden und startet am 25. August, bei Erfolg geht’s natürlich weiter. Im ersten Trailer könnt ihr euch jetzt einen Eindruck von dem überdrehten Treiben machen:

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