Nach Hinweisen und mit einem ausgestelltem richterlichem Beschluss ausgestattet, drangen Polizeibeamte vergangenen Freitagmorgen in die Wohnung eines 63-jährigen Manns und seiner 66-jährigen Ehefrau in Moers ein. Dort fand sich neben verschiedenen Waffen auch eine Cannabis-Aufzucht im Keller. Des Weiteren war in der Wohnung über ein Kilo Marihuana, teilweise verkaufsbereit portioniert. Der Mann wurde verhaftet. Seine Ehefrau erschreckte sich laut „Rheinischer Post“ bei dem Einsatz so sehr, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

 

Währenddessen wurde nach fast zweijähriger Verhandlung am Wieder Landgericht ein 61-jähriger Mann zu 15 Jahren Haft verurteilt, da er als führendes Mitglied einer kriminellen Organisation seit 2004 mehr als 500 Kilogramm Cannabisprodukte von Spanien nach Österreich geschmuggelt haben soll.

Der Cannabisverkauf ist zwar tendenziell eher eine Männerdomäne, doch dieser spektakuläre Fall aus Burgenland zeigt, dass es auch anders geht. Durch Hinweise gelangte die Polizei auf die Spur einer Cannabishändlerin, einer erst 16-jährigen Handelsschülerin aus Eisenstadt. Stilecht gelang der Polizei der Zugriff im Klassenzimmer (!), wo das Mädchen mit etwa fünf Gramm Cannabis, einer Feinwaage und 1.400 Euro in kleinen Scheinen dingfest gemacht wurde. Ein aufgegriffener Kunde hatte die Gesetzeshüter auf die Spur der Heranwachsenden gebracht.



In ihrem Kinderzimmer fand man dann doch tatsächlich eine Abnehmerliste mit mehr als 50 Kunden, alle zwischen 16 und 20 Jahre alt, weitere Drogen und dazugehöriges Verpackungsmaterial. Mit dem Verkauf von Cannabis, Amphetaminen und Ecstasy soll die junge Frau im Sommer 2017 rund 200.000 Euro verdient haben. Besonders pikant macht den Fall aber eine brisante Entdeckung am Rande: auf der beschlagnahmten Kundenliste fanden sich Angaben zufolge auch die Namen von Kindern bekannter österreichischer Politiker. Wer weiß, vielleicht wird dieser Fall noch größere Kreise ziehen als auf den ersten Blick vermutet

So eine Hausdurchsuchung ist nichts Schönes – erst recht, wenn man in der heimischen Garage 70 Kilogramm Cannabisprodukte lagert. Wie die Kantonspolizei Bern erst jetzt bekanntgab, hatte sie bereits im September 2017 bei einer Hausdurchsuchung in Madiswil rund 70 Kilo Haschisch und Marihuana aufgefunden.

 

Wie etwa die „Aargauer Zeitung“ berichtete, gerieten zwei Männer durch ein anderes Ermittlungsverfahren in den Verdacht, sich als Cannabis-Dealer zu betätigen. Mehrmonatige Ermittlungen bestätigten dies und führten zu der Durchsuchung und der Beschlagnahmung der Ware. Die beiden Männer im Alter von 46 sowie 48 Jahren wurden in Untersuchungshaft genommen und sind geständig beziehungsweise teilweise geständig, in der Region Bern kiloweise Cannabis verkauft zu haben. Inzwischen wurden die beiden wieder aus der U-Haft entlassen und warten auf ihre Verhandlung.

Immer wieder berichten wir von den unmöglichsten Arten, sich selbst mit der Polizei in Zusammenhang zu bringen und Ärger für kleinere oder auch größere Mengen Weed zu bekommen. Interessanterweise werden oft Cannabis-Vorräte oder -Grows bei Personen entdeckt, die sinnlos Dinge aus dem Fenster werfen. Aber auch mangelnde Belüftungsanlagen oder andere Varianten von „Gehirn aus“ sorgen immer wieder für fast schon nicht mehr unfreiwillig zu nennende Weed-Funde.

 

Aber warum so viel Mühe machen und nicht einfach direkt selbst zur Polizei gehen? So geschehen vorgestern in Rostock: ein 43-Jähriger ging zur Polizeiwache und zeigte dort seinen Weed-Dealer an, weil dieser ihm bloß ein Tütchen mit Grünschnitt statt des vereinbarten Marihuanas überreichte. Dafür hatte der 43-Jährige immerhin mit seiner Smartwatch bezahlt.

 

Da die deutsche Polizei sehr gründlich ist, wurde die Anzeige natürlich aufgenommen und gegen den Dealer, von dem allerdings bislang nur der Vorname bekannt ist, wird nun wegen Betrugs ermittelt. Aber auch der Betrogene bekommt nun selbstverständlich seine eigene Ermittlung wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes.

Das geltende Cannabis-Verbot ist dumm und widersinnig. Und teuer in jeder Hinsicht, vor allem für die Steuerzahler: nicht nur werden durch die Prohibition keine Steuereinnahmen eingenommen, schlimmer noch – allein durch die Strafverfolgung werden jedes Jahr viele Millionen Euro sinnlos verplempert.

 

Das müssten selbst eingefleischte Prohibitionisten eigentlich anerkennen, richten sich doch praktisch alle Maßnahmen der Polizei gegen Endkonsumenten. Zwar werden deren Leben dadurch teilweise zerstört, aber der Konsum von Marihuana und Haschisch kann durch solche Aktionen dennoch nicht im Ansatz unterbunden werden.

 

Ein besonders peinliches Exempel für den sinnlosen Kampf gegen Drogen im Allgemeinen und Cannabis im Speziellen wurde zum Jahresbeginn, genauer gesagt am 4. Januar, von der Dresdner Polizei statuiert: pünktlich um 12 Uhr rückten insgesamt 40 Beamte zum Großeinsatz zur „Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität“ aus. Jeder der Beamten war laut der Pressestelle der Polizei Sachsen acht Stunden lang im Dienst.

 

Interessanterweise schafften die 40 Beamten in acht Stunden jedoch bloß, 14 Personen zu kontrollieren. Dabei wurden bei fünf Personen insgesamt 12 Gramm Cannabisprodukte konfisziert. Die „Huffington Post“ rechnete aus, dass dieser Einsatz den Steuerzahler vermutlich 17.000 Euro gekostet hat. Sollten gegen die fünf Personen Gerichtsverfahren eröffnet werden, kommen noch einige weitere Tausend Euro dazu.

 

Wir sagen: schämt euch. 17.000 Euro ausgeben, um 12 Gramm Cannabis zu beschlagnahmen. Was ist los mit euch?

Blinkendes Licht auf dem Dach? Das muss doch eigentlich ein Taxi sein – so oder so ähnlich muss wohl der Gedankengang eines Cannabishändlers aus Kopenhagen am vergangenen Donnerstag gewesen sein. Doch kaum setzte er sich in den Wagen, stellte er fest, dass dies eine schlechte Idee war: die Polizisten beschäftigten sich direkt näher mit dem Überraschungsgast im Polizeiauto und konnten bei ihm circa 1.000 fertige Joints beschlagnahmen, die wohl für den Cannabismarkt in der Kopenhagener Freistadt Christiania bestimmt waren.

 

Am Tag danach gab es dann mal wieder eine Razzia in Christiania – dabei wurde allerdings für dortige Verhältnisse bloß eine recht kleine Menge Cannabis von der Polizei konfisziert: fünf Kilogramm Haschisch und vier Kilogramm Marihuana werden in Christiania wohl nur kurz vermisst werden.

 

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Ach ja, die Gartenarbeit. Nicht nur unter Cannabis-Freunden ist sie beliebt, auch Nicht-Konsumenten frönen diesem Hobby und ergötzen sich an der Pflanzenvielfalt und dem ein oder anderen selbstgezogenen Gemüse. Doch was, wenn man beim Graben im Garten auf eine Metallkiste stößt? Vermutlich denkt man unter anderem unweigerlich an vergrabene Schätze...

 

...eine Art Schatz gruben am Mittwoch auch die Hauseigentümer eines Reihenhauses in Reutlingen aus: eine Metallkiste mit elf Kilo Marihuana fanden sie bei Renovierungsarbeiten in einer Gartenhütte vergraben, wie bei der „Südwest Presse“ zu lesen war.

 

Die Vermieter brachten die Kiste zur Polizei. Schnell standen auch Verdächtige fest: die neuen Mieter des Wohnhauses, ein 34-jähriger Reutlinger und seine 32-jährige Freundin. Bei den „weiteren Ermittlungen“ ergab sich dann außerdem ein Tatverdacht gegen einen 36-Jährigen, dessen Wohnung anschließend durchsucht wurde, wobei sich unter anderem ein Kilo Marihuana auffand.

 

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Es ist schon selten, dass die deutsche Polizei mal ihre Schusswaffen bemüht – und das ist auch gut so. Aber dennoch werden dann und wann die Pistolen ausgepackt und sogar auch mal auf wegrennende Cannabis-Händler geschossen – eine absolute Unverschämtheit und Frechheit, denn es ist kein Fall bekannt, wo dies jemals nötig gewesen wäre. Ja, in Bayern tötet die Polizei sogar unbewaffnete Cannabis-Händler per Kopfschuss von hinten, behauptet anschließend, man hätte auf die Beine gezielt, und wird dann von den Kollegen beschützt: Verfahren eingestellt. Ekelig!

 

Aber auch die Polizei in Thüringen ballert gerne auf flüchtende Cannabis-Dealer: Am Mittwoch kam es zu einem Einsatz gegen einen mutmaßlichen Weed- und Hasch-Dealer am Erfurter Hauptbahnhof. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, wurden dabei ein 28-jähriger Mann und eine 34-jährige Frau verhaftet. Der Mann riss sich allerdings los und gab Fersengeld – daraufhin gaben die beteiligten Polizisten vier Schüsse ab: drei Warnschüsse und einen Schuss in den Oberkörper des Mannes, der ihn in der Schulter traf. Die Polizei behauptet, vorher per Funk darauf hingewiesen worden zu sein, dass der Mann eine Schusswaffe bei sich trage – das stimmte allerdings nicht.

 

Im Auto der Frau wurden etwa 25 Kilogramm Marihuana und Haschisch gefunden. Zwei weitere Männer im Alter von 23 und 25 Jahren wurden im Zuge der Ermittlungen ebenfalls festgenommen. Gegen den Polizisten, der den Flüchtenden anschoss, wurde nun ein Ermittlungsverfahren mit dem Anfangsverdacht der Körperverletzung im Amt eingeleitet – aber wie das wohl ausgehen wird, ist nicht schwer zu erraten. Das Ermittlungsverfahren stellt somit genauso eine Steuerverschwendung dar wie Ermittlungen gegen per Gesetz kriminalisierte Cannabis-Händler.

Mal wieder recht herzlich willkommen zu unserer beliebten Rubrik: „Selbst verarscht – mit Cannabis.“ Dieses Mal berichten wir über den 20 Jahre alten Jeffery Kirk aus Milwaukee, USA. Dieser postete über 40 Minuten lang ein Facebook-Live-Video, in dem zu sehen war, wie er mit seinem Auto durch die Gegend fuhr und Weed verkaufte und zwischendurch mit seinen Zuschauern interagierte.

 

Wie die „High Times“ berichtete, zeigte das Video zu allem Überfluss nicht nur seine Gras-Deals, sondern auch direkt am Anfang eine halbautomatische 9-Millimeter, eine Kel-Tec SUB-2000. Über Facebook Live gab er seine Standorte durch, die er mit dem Auto abfuhr, und verkaufte dort mehrere Päckchen mit Marihuana. Nach dem dritten Deal ist zu sehen, wie er eine weibliche Person anruft, die er „Mom“ nennt und die ihm weiteres Weed zum Verkaufen bringen soll.

 

Und ja: jemand meldete den Vorgang an die Polizei. Aber eigentlich kann man nicht anders als zu behaupten, dass die folgende Verhaftung ganz alleine auf die Kappe des 20-Jährigen ging. Diese zog sich übrigens einen ganzen Monat hin, obwohl der Facebook-Account alle Informationen zum Verdächtigen lieferte. Bei der Hausdurchsuchung wurden dann zwei Waffen, 1.400 Dollar und weiteres Marihuana gefunden.

Cannabis ist eine im Verhältnis zu praktisch allen anderen Drogen harmlose Pflanze und völlig zu Recht fordern Millionen Menschen weltweit eine vollständige Legalisierung von Cannabis für erwachsene Konsumenten. Auch viele Polizisten können an ihre Aufgabe, Cannabiskonsumenten zu verfolgen, nicht richtig glauben und führen ihren Job mit einem Magengrummeln aus.

 

Es gibt allerdings auch Polizisten, die noch einen ganzen Schritt weitergehen: Anfang des Jahres berichteten wir bei Highway unter anderem über eine Kleinstadt in Spanien, in der die Hälfte aller angestellten Polizisten wegen dem Schmuggel von Haschisch verhaftet wurden sowie über den Leiter einer Anti-Drogen-Einheit in Finnland, welcher der Einfuhr von 800 Kilo Haschisch überführt wurde – und dies mit einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren bezahlen musste.

 

Jetzt wurde ein Fall publik, der den letzten noch einmal deutlich in den Schatten stellt: Der norwegische Polizist und Star-Ermittler Eirik Jensen wurde vom Bezirksgericht Oslo wegen Schmuggels von knapp 14 Tonnen Haschisch verurteilt – und zwar zu einer Freiheitsstrafe von 21 Jahren. Bitter für einen Mann von 60 Jahren.

 

Eirik Jensen soll in kriminelle Aktivitäten verstrickt gewesen sein, Geld und Geschenke angenommen haben und die Drogenschmuggel-Aktivitäten eines seiner Informanten stillschweigend hingenommen haben. Ein Drogenhändler, der mit Jensen zusammenarbeitete, sagte in seinem Prozess gegen Jensen aus, der seit seiner Festnahme im Februar 2014 suspendiert war und nun verurteilt wurde.

 

Bis zu seiner Verhaftung galt der Polizist als unkonventioneller Ermittler mit hervorragenden Kontakten, wie Spiegel Online berichtet: er klärte etwa einen Einbruch in ein Schloss der norwegischen Königsfamilie auf und wurde dafür mit einem Dankesbrief der Königsfamilie bedacht. Für seine Schmuggelaktivitäten, immerhin dem größten Drogendelikt in der Geschichte Norwegens, hat er jedoch – außer von Tausenden Kiffern, die von seinem durchgewunkenen Haschisch gekostet haben – wohl keinen Dank zu erwarten.

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