Gras und Hasch im Knast – das ist Alltag in deutschen Gefängnissen (und vermutlich auch in vielen anderen Ländern). Wege in den Bau gibt es dabei viele. In Dresden steht nun ein Pärchen vor Gericht, weil die 36-jährige Mandy M. ihrem 40-jährigen Freund Maik S. in neun Fällen Cannabis und einmal Crystal Meth ins Gefängnis mitgebracht haben soll. Versteckt hatte sie pro Besuch jeweils zwei Gramm Cannabis in jeweils zwei Labellos, berichtet „tag24.de“. Dies funktionierte zwischen dem 15. März und dem 31. Mai neunmal reibungslos und Maik S. nutzte die Schmuggelware wohl, um sie gegen Tabak, SD-Karten und ähnliches einzutauschen.

 

Allerdings wurden die Telefonate von Maik S abgehört, da die Polizei wegen einer anderen Sache – Bestechlichkeit im Dresdner Gefängnis – ermittelte. Dabei erfuhr sie von Mandys Mitbringseln und entdeckte bei der Zellendurchsuchung am 31. Mai ein Handy und drei Gramm Cannabis. Nun wird gegen die beiden verhandelt – ihr Anwalt Michael Sturm moniert dabei die Zulässigkeit der Telefonüberwachung: Da aus den Telefonaten keine Verkaufsabsicht hervorgehen würde, läge keine Straftat vor und damit wäre die Überwachung als Beweismittel unzulässig.

Vor dem Klever Landgericht wurde diese Woche ein interessanter Fall verhandelt: ein 52-Jähriger Mann aus Goch wurde wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, wie „RP Online“ berichtete.

 

Seit Anfang 2015 hatte der Angeklagte gemeinsam mit anderen in einem Wohnhaus mit Nebengebäuden eine professionelle Marihuana-Aufzucht betrieben, die dieses Jahr nach einem Hinweis des BKA entdeckt wurde. Das Interessante an dem Fall ist aber die Story des Angeklagten, von der aus der Ferne nicht gesagt werden kann, ob es sich wohl um eine vermeintlich clevere Schutzbehauptung oder tatsächlich um die Realität handelt.

 

Vor Gericht legte er direkt zu Beginn ein Geständnis ab, wollte aber keine weiteren Personen nennen: „Ich sitze lieber ein oder zwei Jahre länger, als den Rest meines Lebens in Angst leben zu müssen“, äußerte er sich vor Gericht. Denn die Mittäter hätten ihn auch schon während des laufenden Geschäfts mit Waffen bedroht und ihn sogar im Streit verprügelt. Kennengelernt habe er seine späteren Komplizen in den Niederlanden – allerdings nicht bei Drogengeschäften, sondern beim Pokern. An nur einem einzigen Abend will er 38.000 Euro verloren haben, die er allerdings nicht zahlen konnte.

 

Daher hätten ihn die Niederländer gezwungen, eine Marihuana-Aufzucht anzulegen und zu betreiben. Dafür seien ihm die Pokerschulden erlassen und auch ein „Gehalt“ in Höhe von 5.000 Euro monatlich, von denen allerdings auch die Betriebskosten gezahlt werden mussten, ausgehändigt worden.

 

Bei der Durchsuchung wurden 7,1 Kilogramm Marihuana vorgefunden, beim Urteil wurde jedoch von sechs Ernten mit jeweils 1.100 Cannabispflanzen ausgegangen – daher auch das hohe Strafmaß: sechs Jahre und neun Monate Haft, zudem wurden die angeblichen 120.000 Euro „Gehalt“ eingezogen. Das Gericht äußerte zwar keine Zweifel an der Geschichte des Angeklagten, zeigte aber dennoch keine Milde, was der Vorsitzende Richter derart begründete: „Der Angeklagte hätte sich an die Polizei wenden können, hat aber trotzdem mitgemacht und zwei Jahre lang mehr schlecht als recht von dem Betrieb der Plantage gelebt.

Verräter und Denunzianten gibt es überall – auch im Oberhausener Grillopark. Zwei junge Menschen sprachen dort Donnerstag Nachmittag einen 20-Jährigen auf der Suche nach Weed an, was von einem Passanten bemerkt wurde. Anstatt sich um seinen eigenen Scheiß zu kümmern, wählte dieser die 110.

 

Doch es kam noch besser: mit einem weiteren Passanten als Unterstützung stürzte er sich auf den vermeintlichen Dealer und hielt diesen so lange fest, bis die Polizei eintraf. Diese wurde dann auch tatsächlich fündig: sage und schreibe „ein Tütchen mit Marihuana“ konnte die Polizei beim dem 20-Jährigen vorfinden.

 

Anstatt, den Denunzianten wegen der Verschwendung von Zeit und Steuergeldern anzuzeigen, bedankte sich die Polizei Oberhausen auch noch bei diesem für das „aufmerksame und couragierte Verhalten“...

Marihuana für 10.000 Dollar zu kaufen ist auch nach wie vor in Florida illegal, auch wenn dort neuerdings ein legaler Markt für medizinisches Cannabis existiert. Daneben floriert aber auch weiterhin der Schwarzmarkt, denn nicht jeder kann ein Rezept vorweisen. Und daher wollten zwei Männer in der Stadt Aurora Marihuana für 10.000 Dollar erwerben.

 

Dazu knüpften sie Kontakt mit Tercell D., mit dem sie sich auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums trafen. Dieser bekam die 10.000 Dollar... und die beiden bekamen eine schöne große Tüte randvoll mit Brokkoli. Als sie dies bemerkten, war es allerdings bereits zu spät. Um ihr Geld wieder einzufordern, vereinbarten sie später unter neuem Namen erneut ein Treffen mit Tercell D., der gemeinsam mit seinem Kollegen Sababu C. anrückte – wieder mit einer großen Tüte Brokkoli im Gepäck.

 

Es kam, wie es kommen musste: der Streit eskalierte. Doch die beiden Brokkoli-Dealer waren so voller Vitamine, dass sie zu allem Überfluss gleich elfmal auf die beiden Opfer schossen (und immerhin einen der beiden mit einer Kugel in den Körper trafen). Sababu C. wurde dafür nun bereits zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt, Tercell D. wird kommende Woche sein Urteil erwarten.

 

„Dies ist wahrscheinlich das erste Mal, dass Brokkoli die Gesundheit eines Menschen gefährdet hat“, sagte Staatsanwalt George Brauchler.

Die deutsche Cannabispolitik ist mehr als weltfremd und so sind es praktisch von Berufs wegen auch viele deutsche Richter. Dieser Umstand kam nun am Dienstag einen 28-jährigen Mann teuer zu stehen, der vor Gericht angeklagt war, im Landkreis Aichach-Friedberg Marihuana und Haschisch verkauft zu haben.

 

Wie bei der „Augsburger Allgemeinen“ zu lesen war, gab es um die Größe seiner Einkäufe wohl keine Zweifel (dreimal 50 Gramm Marihuana, je einmal 150 und 180 Gramm Marihuana sowie zweimal 100 Gramm Haschisch). Dies wurde wohl vom Angeklagten, der angab etwa drei Joints täglich zu rauchen, auch eingeräumt.

 

Doch die Staatsanwaltschaft wollte ihm Dealerei unterstellen, während er auf Eigenbedarf plädierte. Und mal ganz im ernst: viele Leute, die ein halbwegs passables Einkommen haben, kaufen sich 50 oder 100 Gramm zum Eigenbedarf. Es geht ja auch niemand jeden Tag in den Supermarkt (okay – niemand unter 70 Jahren), um sich mit Lebensmitteln für nur einen einzigen Tag einzudecken. Ganz davon abgesehen, dass der Kurs für Marihuana und Haschisch sich schon mal um das Doppelte unterscheiden kann, abhängig davon, ob man sich nun ein oder hundert Gramm kauft.

 

Doch einen riesigen Fehler hat der Angeklagte gemacht: er wohnt in Bayern! Hier wird nicht die Realität verhandelt, sondern unerträgliche Sinnlosigkeiten. Der junge Cannabiskonsument verstaute, wie so viele, sein Gras in einer Box. Und das wurde ihm zum Verhängnis.

 

Der vorsitzende Richter Walter Hell verurteilte ihn, obwohl laut dem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ ansonsten keinerlei Beweise dafür vorlagen, wegen einer angeblichen Tätigkeit als Dealer und nicht etwa als vorausschauenden Cannabisraucher. Begründung: „Größere Mengen Marihuana gehören in den Kühlschrank oder in den Tiefkühlschrank, so was weiß man. Es sei denn, man verkauft es gleich wieder weiter.“ Für diese völlig abstruse Behauptung gab es dann 2 Jahre und 6 Monate Haft – ohne Bewährung.

 

Der gleiche Richter verurteilte übrigens im März einen 33-Jährigen, der einem 15-jährigen Mädchen Masturbationsvideos und Ähnliches schickte zu 16 Monaten auf Bewährung – und vergangenen Monat ließ er einen 34-Jährigen, der mit 2,3 Promille zwei Autos anfuhr und versuchte, eine komplette Polizeiwache auseinanderzunehmen, zu einer lächerlichen Geldstrafe von 3.900 Euro – und das, obwohl der Richter selbst anmerkte, dass es bei seiner Aktion durchaus Tote hätte geben können.

 

Also alles wie gehabt in Bayern: Sexuelle Kontakte mit Kindern und Leute fast totfahren – nicht so schlimm, ein bisschen Gras kaufen – Knast!

Cannabis aus dem World Wide Web? Wie lange wird es wohl noch dauern, bis auch Amazon Weed und Hasch versendet – am besten mit ordentlich Rabatt am Prime Day? Bis dahin muss man sich noch auf andere Quellen aus dem Netz verlassen, doch auch diese scheinen teilweise recht zuverlässig zu liefern, sogar bei größeren Mengen Cannabiskraut.

 

Die Kriminalpolizei Würzburg überwachten Ende vergangener Woche aufgrund von „vorliegenden Ermittlungserkenntnissen“ einen Paketautomaten an der Rottendorfer Straße. Als ein 21-Jähriger zwei große Pakete aus der Paketstation entnahm, gaben sich die Polizisten als solche zu erkennen. Nach einem kurzen Fluchtversuch ließ sich der junge Mann widerstandslos festnehmen.

 

Die Pakete enthielten anderthalb Kilogramm Weed, die anschließende Wohnungsdurchsuchung brachte noch ein bisschen Gras, 2.000 Euro und „umfangreiche Unterlagen“ über seine Geschäfte zutage, wie die „Fränkischen Nachrichten“ berichteten. Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann schon seit Jahren derartige Weed-Sendungen empfangen hat – es wurde Haftbefehl erlassen.

 

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Die moderne Technik – Fluch und Segen zugleich. Dies wurde nun mehreren jungen Männern aus Wales zum Verhängnis. Im Gefängnis wären sie so oder so gelandet, doch vielleicht nicht ganz so lange.

 

Der Waliser Liam Wall (Foto oben) und drei seiner Freunde betrieben den größten Drogenlieferdienst Cardifs, die sogenannte „Lewis Line“, wo sie nicht nur das Heilkraut Marihuana sondern auch gefährliche Drogen wie Amphetamin und Kokain anboten und verkauften. Der Tagesumsatz soll dabei durchschnittlich bei umgerechnet 7.000 Euro gelegen haben, wie bei „Wales Online“ berichtet wurde.

 

Erstmals ins Visier der Ermittler geriet Liam Wall, als er an einem Automaten versuchte 2.000 Pfund in Münzen in Scheine umzutauschen. Doch erst als die Polizei im November 2016 sein Auto durchsuchte, fanden sie Drogen im Wert von weit über 10.000 Euro. Der Aussage, dass er und seine Freunde sich damit ein nettes Wochenende in den Bergen machen wollten, kaufte die Polizei ihm nicht ab.

 

Bei der anschließenden Durchsuchung seines Mobiltelefons tauchten dann einige Bilder auf, die Wall lieber gar nicht erst geschossen hätte, etwa das oben abgebildete Foto, das ihn mit 20.000 Pfund und einem Joint zeigt, oder das seines Kollegen Lee Smith, der gerade mit zwei Kilogramm Kokain hantiert.

 

 

Diese Woche gab es nun die Verhandlung für die insgesamt vier Angeklagten – und die fiel für diese ziemlich ungünstig aus. Der 27-jährige Drahtzieher Wall, dessen Anwalt die Taten unter anderem mit einer Cannabis-Sucht begründen wollte, wurde zu 9 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt, der 28-jährige Smith zu 8 Jahren und die beiden anderen Täter zu 8 Jahren beziehungsweise zu 3 Jahren und 7 Monaten. Alle Beteiligten hatten zusammen bereits über 100 Vorstrafen aller Arten auf ihrem Konto.

 

Von links nach rechts: Liam Wall (27), Lee Smith (28), Christopher Elgifari (25), Connor Morse (22)

 

In einem Pressegespräch nach dem Prozess bedankte sich Detective Constable Rod Lewis, der die Ermittlungen gegen die vier Männer leitete, noch einmal für die schönen Fotos, welche die Jungs beim posieren mit verschiedensten Drogen und Bargeldmengen zeigten und für die Polizei so astreines Beweismaterial lieferten.

Die Reutlinger Polizei suchte am Montagabend nach einem 15-jährigen Mädchen, dass als vermisst gemeldet wurde. Im Zuge dessen klingelte die Polizei bei einer Anlaufadresse des Mädchens, bei einer 23-jährigen Reutlingerin und ihrem gleichaltrigen Mitbewohner. In der Wohnung der beiden befand sich nicht nur tatsächlich das vermisste Mädchen, sondern es roch auch stark nach Marihuana, wie die Polizei bemerkte.

 

Und das lag wohl am Marihuana. Denn in der Wohnung befanden sich auch noch ein 17-jähriger Junge und ein 30-Jähriger Mann, wie beim „Schwäbischen Tagblatt“ zu lesen war. Letzterer warf beim Eintreffen der Polizei eine Tasche und einen Rucksack aus dem Fenster, was aber bemerkt wurde. Darin fanden sich über ein Kilogramm Marihuana, mehr als 2.000 Euro und weitere Drogen. Die anschließende Hausdurchsuchung bei dem Mann brachten weitere 100 Gramm Marihuana und eine Indoor-Zuchtanlage für Cannabis zutage.

 

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Na, das ist doch mal ein Schnäppchen! Wie wir Anfang des Monats berichteten, wurde aktuell die Aufzucht von 2,5 Tonnen Marihuana vor Gericht verhandelt, die in Sundern (NRW) und Umgebung in den Jahren 2003 bis 2007 angebaut wurden. Einer der Beteiligten, ein 46-jähriger Familienvater aus Kroatien wurde nun zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt – die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Dafür, dass ihm eine tragende Rolle zugestanden wurde und die Menge für deutsche Verhältnisse enorm war, kann der 46-Jährige damit durchaus zufrieden sein.

 

Unzufrieden wird er allerdings weiterhin mit der Art und Weise sein, wie die Polizei ihm und seinen elf Mitbeschuldigten auf die Schliche kam: Schuld war höhere Gewalt – eine Überschwemmung, durch die eine 3.500 Quadratmeter große Lagerhalle, die den Herrschaften zur Aufzucht des Marihuanas diente, versehentlich aufflog, als sich die Feuerwehr Zutritt verschaffte.

Ja, man muss schon ein ordentliches Arschloch sein, um kleinen Jungs auf der Straße ungefragt Weed anzubieten – zumindest wenn man doppelt so alt ist. Doch genau dies ist nun in Mannheim geschehen. Zwei Verdächtige im Alter von 19 und 25 Jahren boten zwei kleinen Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren auf der Straße Marihuana zum Verkauf an.

 

Daraufhin reagierten die beiden Jungs „vorbildlich, pfiffig und geistesgegenwärtig“, wie die Polizei sie anschließend lobte: Die beiden Angesprochenen sagten zu den Weed-Tickern, dass sie sich etwas Bedenkzeit erbeten und gegebenenfalls gleich wieder auf sie zukommen würden. Anschließend riefen sie heimlich die Polizei und machten diese auf die Dealer aufmerksam, die nun eine Anzeige erwartet.

 

In diesem Fall ist dies noch einmal gut gegangen, aber dank der in Deutschland vorherrschenden Prohibition werden vermutlich jeden Tag aufs neue Minderjährige von Straßendealern angesprochen. Eine sofortige Legalisierung von Cannabis würde das Problem des Jugendschutzes weitestgehend hinfällig machen: für Jugendliche in Deutschland ist es derzeit schwieriger, legalen Alkohol zu kaufen als illegale Cannabisprodukte.