Amsterdam – die Hauptstadt der Niederlande zieht seit jeher Cannabisfreunde aus aller Welt in ihren Bann und in ihre einzigartigen Coffeeshops. Ganz stressfrei aus verschiedenen Sorten wählen und unbehelligt in angenehmer Atmosphäre mit Gleichgesinnten konsumieren – das lockt natürlich nicht nur den Otto-Normal-Kiffer, sondern auch die Stars und Sternchen dieser Welt.

 

So unter anderem auch MMA-Star und Mediensau Conor McGregor, der vor Kurzem dem Coffeshop Prix d'Ami einen Besuch abstattete. Es wurde zwar nicht kolportiert, ob und was der Kampfsportler dort möglicherweise gekauft oder genossen hat, sein verträumter Blick zur Menükarte lädt aber mindestens zu Spekulationen ein.

 

Eine Doping-Strafe hat McGregor von der UFC so oder so nicht zu befürchten: der Verband lockerte seine Regeln hinsichtlich des Cannabiskonsums, mit dem Ergebnis, dass den Athleten außerhalb der Wettkämpfe der Konsum von THC- und CBD-haltigen Genussmitteln gestattet wird.

An irgendeinen verrauchten Abend auf dem Sofa hat vermutlich jeder schon einmal den Entschluss gesfasst: irgendwann, irgendwie mache ich einen Coffeeshop auf! Doch wie ist es, wenn man tatsächlich Chef eines niederländischen Coffeeshops ist? Wir haben einen Shop-Besitzer aufgetrieben, der uns Rede und Antwort stand und aus seinem Leben berichtet.

 

Im Folgenden präsentieren wir einen Auszug aus der Titelstory von Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 – die komplette Story lest ihr in unserem Printmagazin, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann.

 

Aus dem Alltag eines Coffeshop-Chefs: Zwischen guten Geschäften und der Sorge vor dem Aus (Teaser aus dem neuen Heft)

Welcher leidenschaftliche Cannabiskonsument hat nicht schon einmal (oder mehrfach) davon geträumt, einen Coffeeshop aufzumachen und so das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden? Legal ist dies in den Niederlanden möglich und so führte uns unsere Reportage nach Südholland, denn wir wollten uns gerne einmal mit einem Coffeshop-Besitzer über seinen Beruf unterhalten und herausfinden, ob dies wirklich ein solch erstrebenswertes Berufsbild ist, wie man im ersten Moment vielleicht vermutet. Unser Autor Dr. Dope hat sich für Highway auf den Weg gemacht und das Interview geführt.

 

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Wie löst ihr denn überhaupt das Problem der Lagerung und des ständigen Zuflusses?“, möchte ich wissen. „Ich kann da nur generell und nicht für mich antworten. Die niederländischen Logistik-Fähigkeiten sind beachtlich. Es gibt Fälle, in denen alles in einem Auto in einer Garage gebunkert wird. Das ist sozusagen ein bewegbarer Stash. In manchen Städten nimmt die Polizei die Problematik mit den 500 Gramm, die jeder Coffeeshop ,legal‘ besitzen darf, nicht so genau. In anderen hingegen wieder sehr. Manchmal drücken sie auch alle Augen zu, obwohl sie genau wissen, dass ein Coffeeshop-Besitzer einen Großteil der Ware über seinem Shop bunkert. Und dann gibt es da noch die geniale Lösung einer Art Terminwarengeschäft. Ich kaufe eine Ernte beziehungsweise Lieferung, aber sie bleibt in den Händen der Zulieferer, bis ich sie benötige. Damit bleibe ich legal und auf der sicheren Seite. Das ist etwas teurer und erfordert gegenseitiges Vertrauen. Manchmal lassen niederländische Richter Coffeeshop-Besitzer mit einer geringfügigen Strafe davon kommen, wenn sie mit 50 oder 100 Kilogramm erwischt werden. Es kann aber auch sein, dass man dafür ein paar Jahre in den Knast einfährt.“

 

Anschließend führt er noch einmal aus, was das Einmaleins im Coffeeshop-Business ist: Vertrauen, Respekt und keine Gier. Das gelte auch für die Angestellten seines Shops. Mohammed bezahlt ihnen mehr als nötig, damit er eine vertrauensvolle Basis mit ihnen herstellen kann. Dennoch gibt es hin und wieder Probleme mit dem Personal und dieses wechselt auch recht häufig. Zum Glück für ihn gibt es in seiner Stadt relativ wenige Coffeeshops, sodass die Konkurrenz untereinander recht gering ist und niemand dem anderen Steine in den Weg legt. Auf meine Frage hin, wen er mehr fürchte, die Polizei oder Kriminelle, schüttelt er den Kopf. „Weder noch. Was mir Sorgen und Angst bereitet, sind die oberen Offiziellen – Politiker, Staatsanwälte, Richter, hohe Polizeibeamte. Die können von einem Tag auf den anderen die Entscheidung treffen, jeden beliebigen Coffeeshop zu schließen, wenn sie wollen. Da reicht als Begründung aus, dass mein Gehweg schmutzig sei. Also gilt für mich die überlebenswichtige Devise: Ich muss zu allen Seiten freundlich und politisch äußerst korrekt sein.“ – „Bestechung?“, möchte ich wissen. Mohammed winkt ab: „Keine Chance. Das gibt es hier nicht. Ich weiß nicht, ob es so etwas bei den Zollbehörden gibt. Vielleicht, aber dann im ganz großen Stil. Eventuell gibt es auf den ganz oberen Ebenen so etwas wie ,Old-Boys-Netzwerke‘. Die kennen sich vom Studium von den Elite-Universitäten. Und die sind einander schon mal einen Gefallen schuldig. Sowas könnte hier laufen. Aber in solche Kreise kommt man gar nicht rein. Und dazu sind die Niederlande so klein und überschaubar, dass wirklich beinahe jeder alles von jedem anderen weiß. Das ist der Nachteil von solch einem kleinen und flachen Land mit wenigen Einwohnern (lacht). Jemand wie ich sollte nicht einmal im Traum daran denken. Was viel mehr hilft als jegliche Bestechung, ist quasi ein Diplom in Public Relations. Ich bemühe mich, hohe diplomatische Qualitäten an den Tag zu legen und bisher hat das immer gut funktioniert.“

 

Auch wenn Mohammed sich weitaus größere Sorgen über Funktionäre als Kriminelle macht, berichtet er dennoch von einer Geschichte, die er erlebt hat und auf die er sicher auch gerne verzichtet hätte. Denn diese Schilderung hört sich so gar nicht nach Traumberuf oder Berufung an. Aber sie ist bittere Realität. Und zwar nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo so etwas zum Alltag gehören soll, sondern mitten in Europa, ja sogar in einem der reichsten Länder Europas, den Niederlanden: „Sie kamen am frühen Abend. Ich war mit meiner Freundin allein zu Hause. Es ist nicht selbstverständlich, dass man schon mit Ende zwanzig ein eigenes Haus besitzt, aber es ist auch nichts Ungewöhnliches. Normalerweise mache ich kein Geheimnis aus meinem Beruf. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Aber ich annonciere auch nicht, wo ich wohne. Für Leute, die rauskriegen wollen, wo ich wohne, dürfte das aber dennoch kein Problem sein. Kriminelle Elemente haben ja genug Zeit und Energie, um so etwas herauszufinden. Als wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben, hat es an der Haustüre geklingelt. Da wir noch Besuch erwartet haben, hat meine Freundin geöffnet, ohne durch den Spion zu sehen. Und da standen dann vier Typen, furchteinflößende Schränke in schwarzen Anzügen und mit Sturmhauben an. Sie drängten meine Freundin ins Wohnzimmer und als ich ihr zur Hilfe eilen wollte, schlugen sie mich mit Brecheisen und Baseballknüppeln zusammen. Beinahe bewusstlos musste ich mit anschauen, wie die Kriminellen meine Freundin auf einem Stuhl brutal fesselten. Immer wieder habe ich versucht mich zu wehren, aber es waren zu viele und sie hatten Schlagwerkzeuge. „Wo hast du das Zeug gebunkert?“, wollte der Anführer wissen. Kein ausländischer Akzent. Perfektes Niederländisch. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich weder Gras noch Hasch im Hause hatte. Das glaubten sie mir aber nicht. So hagelte es immer wieder Schläge. Ich blutete an verschiedenen Stellen und drohte immer wieder ohnmächtig zu werden. Den Typen gelang es aber, mich bei Bewusstsein zu halten. Zwei gingen systematisch vor und durchsuchten unser Haus, während zwei uns martialisch bewachten. Das schlimmste war, dass ich meiner Freundin nicht zu Hilfe eilen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen die Typen zurück und schüttelten den Kopf. Kein gutes Zeichen. Aber was sollte ich machen? Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich ihnen nichts anbieten können. Dann gingen die Schläge wieder los. Einer zückte ein Messer und drohte, mir zuerst mein Gesicht zu zerschneiden und sich dann zum Hals vorzuarbeiten. Aber das zog nicht. Als sie erkannten, dass sie mich umbringen mussten, versuchten sie es mit einer anderen Strategie. Sie drohten jetzt, meine Freundin zu vergewaltigen. Plötzlich stand ich Todesängste aus. Solange nur das eigene Leben betroffen ist, kann man das aushalten. Wenn es aber um das Leben eines geliebten Menschen geht, ist das eine andere Sache. Ich habe keinerlei Zweifel, dass sie ihre Drohung wahrgemacht hätten. Und dann passierte das Wunder, das uns rettete. Die Türklingel ertönte. Unser erwarteter Besuch war da. Und da es ein wichtiger Termin war, ließ er sich nicht abwimmeln und klingelte Sturm, da er wusste, dass wir zu Hause sein mussten. Das entmutigte dieses kriminelle Pack. Sie bekamen es mit der Angst zu tun. Und dann flüchteten sie durch die Balkontür zum Garten hinaus. Ich bin überzeugt, dass sie mich umgebracht hätten, wenn sie nicht gestört worden wären. Das waren wirklich die furchtbarsten Minuten in meinem Leben.“ Mein Gegenüber atmet tief durch und nimmt genussvoll einen Schluck Kaffee. Dennoch ist zu klar zu erkennen, wie sehr in diese Geschichte immer noch mitnimmt.

 

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Das war ein kleiner Teil unserer umfangreichen Titelstory. Den Anfang und das Ende könnt ihr in unserem Printmagazin Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 durchlesen, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann:

 

 

 

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Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Aus dem Alltag eines Coffeeshop-Chefs Viele Cannabiskonsumenten haben eines Abends auf dem Sofa schon einmal beschlossen: „Ich mache einen Coffeeshop auf!“ Aber wie ist es, wenn man tatsächlich Chef eines solchen ist? Wir haben einen Shop-Besitzer aufgetrieben, der uns Rede und Antwort stand und aus seinem Leben berichtet.

 

 

Vor Ort Cannabis Normal! – Die Konferenz – Der Deutsche Hanfverband veranstaltete seine erste Konferenz und viele namhafte Experten in Form von Politikern, Kriminalbeamten, Juristen, Aktivisten, Wissenschaftlern und Medizinern kamen nach Berlin, um die Legalisierung und die Professionalisierung der Szene voranzutreiben.

 

 

Interview André Schulz, Bundesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter – André Schulz ist Vorsitzender einer der drei deutschen Polizei-Gewerkschaften und spricht sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aus. Wir haben ein aufschlussreiches Interview mit ihm geführt und auch etwas über Marihuana in Polizeikasernen gelernt.

 

 

Growing One Woman Show – Uns erreichte interessante Post, die wir niemandem vorenthalten möchten: Einer unserer Leser hat ein System entwickelt, mit dem eine einzelne Cannabispflanze ganz einfach selbst aufgezogen werden kann – und das mithilfe einer halben Stunde Bastelarbeit anstelle von dreistelligen Investitionen in Grow-Zubehör.

 

 

Story Die Weed-Insel im Schilf – Donald Denzler berichtet erneut aus seiner Zeit in den Niederlanden. Die holländische Polizei verlangte in einem Jahr ausnahmsweise, sich an das erlaubte Anbau-Maximum von fünf Cannabispflanzen zu halten und gab Donald eine Woche, die überschüssigen verschwinden zu lassen. Die Lösung: eine schwimmende Insel.

 

 

Growing Gefahr im Garten – In unserer neuen Serie beschäftigt sich Grow-Guru Mr José mit den Plagegeistern des Cannabisgartens: Schädlinge und Krankheiten werden betrachtet und Hinweise gegeben, wie man sich (im Vorfeld und bei akutem Befall) gegenüber diesen Ärgernissen wehrt. Die Serie startet mit einem Dauergast in vielen Gärten – der Blattlaus.

 

 

Recht Haschisch an Bord – Ein Haschisch-Kurier muss regelmäßig davon ausgehen, dass ihm mehr Haschisch zum Transport übergeben wird als behauptet – sagt der Bundesgerichtshof. Rechtsanwalt Steffen Dietrich aus Berlin schaut sich den Sachverhalt für Highway anhand eines Fallbeispiels genauer an und klärt auf, was das bedeutet.

 

 

Weitere Artikel Film: Beim ersten Mal +++ Sortenportrait: Kosher Kush +++ Goodies: Rauch-Ringe +++ Kiffertypen: Der Medizinalhanf-Kiffer +++ Growing: Verschiedene Wege, Samen keimen zu lassen +++ High Five: Dichte Weihnachten +++ u. v. m.

 

 

 

 

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In Deutschland wurde erst kürzlich gewählt und die Koalitionsverhandlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Die „Süddeutsche“ meldete heute, dass eine Cannabislegalisierung durch die vermutlich ins Haus stehende Jamaika-Koalition durchaus möglich wäre.

 

Mit etwa anderthalbmal soviel Stimmen für die Union aus CDU und CSU halten wir von Highway das allerdings für äußerst unrealistisch. Vor nichts hat die Union mehr Angst als vor Weed und Hasch und erst recht vor dem Anbau von Cannabis – und den Grünen und der FDP kann auch nicht über den Weg getraut werden, wenn es darum geht, die Legalisierung von Cannabis mit allen Mitteln einzufordern und nicht etwa gegen einen schönen Ministerposten einzutauschen. Mit größter Freude würden wir uns aber natürlich bei dieser Einschätzung eines Besseren belehren lassen.

 

Auch in den Niederlanden wurde gewählt – allerdings bereits im März. Nicht zuletzt, da sich vier Parteien zusammenraufen mussten, um eine Regierung bilden zu können, dauerten die Koalitionsverhandlungen nun tatsächlich sieben Monate lang. Die Regierung aus rechtsliberaler VVD, den Christdemokraten des CDA, der linksliberalen D66 und der calvinistischen ChristenUnie hat im Parlament nur einen einzigen Sitz Mehrheit.

 

Für Cannabis-Interessierte und vor allem diejenigen Niederländer, die im legalen oder illegalen Cannabusiness tätig sind, sieht die Koalition eine wichtige Änderung für 2018 vor. Bislang ist es in der Niederlanden bekanntermaßen so, dass die Coffeeshops und ihre Kundschaft toleriert werden, solange nicht mehr als fünf Gramm Cannabis pro Tag und Kunde abgegeben und weitere Regeln eingehalten werden.

 

Die Belieferung der Coffeeshops geschieht jedoch durch die „Hintertür“, das bedeutet, dass der komplette Anbau von Marihuana und die Belieferung der Shops illegal ist. Große Grower aus den Niederlanden kommen zwar gelegentlich äußerst glimpflich davon, wenn sie erwischt werden, andere haben aber wenig Glück und müssen für einige Jahre ins Gefängnis. Auch für die Konsumenten ist diese Regelung nicht befriedigend, weil keine Cannabis-Standards herrschen und die Qualität daher sehr leiden kann, was eventuell auch gesundheitliche Nachteile mit sich bringt.

 

Wie unter anderem „Spiegel Online“ berichtete, soll ab dem kommenden Jahr nun in einigen niederländischen Gemeinden die offizielle, legale und staatlich geprüfte Herstellung von Marihuana und der Vertrieb dieses Materials an die Coffeeshops getestet werden.

Kein legales Weed im Görlitzer Park! In Berlin-Kreuzberg herrscht Resignation – und zwar keine cannabisinduzierte, sondern ganz klassische Politikverdrossenheit, ausgelöst durch schwache finanzielle Mittel. Aber wer kann es den Zuständigen verübeln? Kein Geld, keine Chance.

 

Obwohl die Mehrheit der Berliner für ein legales Coffeeshop-Modell ist, sieht das der Gesetzgeber natürlich nicht so und denkt gar nicht daran, das Betäubungsmittelgesetz in diesem Sinne anzupassen. Wie wir vor zwei Wochen berichteten, lässt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nicht mit sich reden und händigte eine Ablehnung für das Modellprojekt „Coffeeshops in Kreuzberg“ aus. Nun wurde von Seiten der Initiatoren überlegt, gegen diesen Bescheid zu klagen, was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre. Und dieses Geld fehlt leider. Damit ist der Plan von legalen Dealern am Görlitzer Park vorerst gestorben.

 

Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband (DHV) ruft in der gestrigen Pressemitteilung des DHV allerdings dazu auf, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern weiterzumachen und appelliert an andere Kommunen, die ähnliche Projekte in der Pipeline haben: „Friedrichshain/Kreuzberg hat einen starken politischen Impuls gegeben. Der Bezirk ist als Vorreiter gestartet, überall wird in den Städten über Modellprojekte zur Cannabisabgabe diskutiert. Die Debatte ist damit nicht beendet, sondern fängt gerade erst an. (…) Das Projekt ist in Kreuzberg auch an den finanziellen Mitteln des Bezirks gescheitert. Bremen, Düsseldorf und Münster könnten jetzt eine deutlich aufwändigere Begleitforschung vorlegen. Und sie können gemeinsam mehr politischen Druck machen.

Legal, illegal, scheißegal? Dies dachten sich wohl zwei 17 und 20 Jahre alte Jungs, die sich seit November in Wien aufhalten. Stolze Statistik seitdem: Der Ältere wurde nun zum vierten, der Jüngere nun zum fünften Mal verhaftet – immer mit Drogen im Gepäck. Das hat die beiden allerdings nicht daran gehindert, in einem Wiener Callshop in der Lerchenfelder Straße derart ungeniert Gras zu verkaufen, dass gleich mehrere Zeugen die Polizei informierten. Die beiden Dealer wurden nun am Sonntag mit insgesamt über 300 fertig abgepackten Weed-Baggies aufgegriffen. Der 20-Jährige ist nun in Untersuchungshaft, wie mit dem Jüngeren verfahren wird, ist noch nicht entschieden, meldete der „Kurier“.