Wer in der Vergangenheit mal wieder Lust verspürte, in einem Coffeeshop zu entspannen, dem blieb bisher nichts anderes übrig, als sich auf den Weg in die Niederlande zu machen. Anstatt wieder einmal gen Amsterdam aufzubrechen, hat man seit diesem Oktober die Möglichkeit, den ersten Coffeeshop in den Vereinigten Staaten zu besuchen. Der befindet sich mitten in West Hollywood, Los Angeles, und dürfte aus dem Stand eine der glamurösesten Cannabis-Adressen der Welt geworden sein.

 

Der Freizeitkonsum von Cannabis ist in Kalifornien zwar schon seit 2017 erlaubt, aber in den Dispensarys ist der Konsum ausdrücklich verboten. Cannabisproduzent Lowell Farms hat sich nicht lumpen lassen und hat nun für genau diesen Zweck eine „Erlebnisgastronomie“ geschaffen, die die meisten holländischen Coffeeshops in den Schatten stellen dürfte. Schummrige Ausleuchtung und abgewetztes Mobiliar sucht man hier vergeblich, das Interieur ist blitzsauber, (sonnen-)lichtdurchflutet und stylisch.

 

Alkohol wird nicht ausgeschenkt, denn wie auch in den Niederlanden ist Mischkonsum durch den Gesetzgeber nicht gestattet. Dafür gibt es aber nicht nur die üblichen Snacks zum Joint, nein, stattdessen erwartet den Gast eine reichhaltige Speisekarte mit hochwertigen Gerichten aus dem Topf von Spitzenköchin Andrea Drummer. Anstelle von Sommeliers steht dem unerfahrenen Besucher der sogenannte „tableside flower service“ zur Verfügung, der dabei hilft, die richtige Strain-Wahl zu treffen.

 

Man merkt schon, die ganze Angelegenheit ist gutes Stück exklusiver als Chocomel und Haschisch-Joint, aber das ist wohl einfach Hollywood. Und wo sonst kann man schon Pop-Star Miley Cyrus und Produzent Mark Ronson (die bei der Eröffnung gesichtet wurden) auf einen Gute-Nacht-Joint treffen? Na ja, wenn man es mal genauer bedenkt, so ein bisschen was Abgeranztes, das kann ja hin und wieder auch ganz gemütlich sein

In Großbritannien sorgt gerade ein neues, zweiteiliges Doku-Format für Gesprächsstoff. Die Sendung mit dem vielsagenden Titel „High Society: Cannabis Café“ ist für Cannabisenthusiasten besonders interessant. Das Konzept besteht darin, Cannabisneulinge in einem Coffeeshop in Amsterdam ganz in Ruhe einen rauchen zu lassen und sie dabei mit der Kamera zu beobachten und ihre Gespräche und Erfahrungen aufzuzeichnen. Ein besonderes Schmankerl bietet gleich die erste Folge, die mit zwei ganz besonderen Teilnehmern aufwarten kann: Ronnie und Des, zwei ehemalige Drogenfahnder haben beschlossen, selbst einmal das „Teufelszeug“ auszuprobieren, wofür sie andere jahrelang verfolgen mussten. Während der eine der beiden sich sicher ist, das Marihuana niemals legalisiert werden darf, hat der andere, Des, einen etwas offeneren Ansatz, und ist erst einmal einfach gespannt darauf, wie sich der Rausch anfühlt. Schade, dass seine Neugier nicht belohnt wurde und auch die leichten Anflüge von Toleranz nicht lange anhielten.

 

Denn Des, man kann es leider nicht anders sagen, erleidet vor laufender Kamera einen klassichen Abscheißer, im englischsprachigen Raum und neudeutsch auch „Whitey“ genannt. Nach ein paar Zügen wird die Gesichtsafrbe merklich blasser, der Mann wird immer schweigsamer, bis er schließlich seinen Kopf auf der Tischplatte abstützt und sich übergibt. Ob das wohl dieses Karma ist, das nun, nach unzähligen Verhaftungen kleiner Kiffer, mit aller Kraft zurückschlägt? Oder liegt es doch einfach nur an der berühmt-berüchtigten Amsterdamer-Coffeeshop-Hecke, die schon weitaus erfahrenere Stoner in die Knie gezwungen hat (der Autor, weiß, wovon er redet)? Wie dem auch sei, nachdem sich der Rentner wieder einigermaßen gefangen hat, ist sein Urteil ebenso unvernünftig wie klar: „Niemandem sollte es erlaubt sein fünf Gramm von diesem Zeug zu kaufen“. Hier könnt ihr euch das Video in Ruhe anschauen und eurer Schadenfreude freien Lauf lassen.

Die Niederlande werden ja häufig als Positivbesipiel ins Feld geführt, wenn es darum geht, die Vorteile einer toleranten Cannabispolitik zu benennen. Was viele jedoch nicht wissen: zwar ist der Marihuana-Verkauf in den sogenannten Coffeeshops legal, doch das, was da in den Plastiktütchen über die Ladentheke in die Taschen der Gäste wandert, wurde im Vorfeld illegal produziert bzw. angebaut (Stichwort: Hintertürregelung). Anders ist das zurzeit aber auch gar nicht möglich, was schlicht und einfach daran liegt, dass Cannabisanbau auch in Holland illegal ist, von bis zu fünf Pflanzen für den privaten, (medizinischen) Eigenanbau einmal abgesehen.

 

Doch endlich bewegt sich was bei den Nachbarn: in insgesamt 79 Coffeeshops (von etwa 500 im ganzen Land) soll ab 2021 vier Jahre lang ausschließlich lizenziertes Blütenmaterial verkauft werden, dass in den Niederlanden gegrowt und geerntet wurde. Die Politik verspricht sich von dem "Staatsmarihuana" weniger Verunreinigungen und bessere Kontrollmöglichkeiten. Wer sich von der Qualität des neuen Marihuanas selbst überzeugen will, braucht leider noch etwas Geduld und sollte sich ab 2021 an folgende Teilnehmerstädte halten: Arnheim, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad.

Alle Cannabisfreunde mit Netflix-Account aufgemerkt! Gestern startete mal wieder eine neue Serie auf dem beliebten Streaming-Dienst, das allein ist bei der aktuellen Film- und Serienflut natürlich noch nichts Besonderes. Bei „Joint Venture“ handelt es sich aber, wie das Wortspiel im Titel schon unsubtil preisgibt, um eine Comedyserie mit Cannabis-Hintergrund. Was das ganze für viele noch interessanter machen dürfte, ist die Tatsache, dass es sich um eine französische Produktion handelt. Und die sind bekanntlich nicht nur bei den Zuschauern in Deutschland extrem beliebt. Komödien stellen in der Tat einen der größten Exportschlager Frankreichs dar, man denke etwa an den riesigen Erfolg von Filmen wie „Willkommen bei den Schtis“ und „Ziemlich beste Freunde“, um nur zwei Bespiele aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen.

 

„Joint Venture“ dreht sich um einen frisch gescheiterten App-Entwickler, der die familieneigene koschere Fleischerei in Frankreichs ersten Coffeeshop verwandeln will, nachdem er aus sicherer Quelle erfahren haben will, dass die Cannabislegalisierung kurz bevorsteht. Die Familie reagiert zunächst perplex, rauft sich letztendlich aber doch zusammen.

 

Der Trailer (siehe unten) macht mit seinem ungewöhnlichen Setting und vielen frischen Gesichtern auf jeden Fall schon einmal eindeutig Lust auf mehr. Fraglich ist allerdings die Qualität der deutschen Übersetzung und Synchronisierung. Im Gegensatz zu englischsprachigen Produktionen dürften nur die wenigsten Zuschauer Lust haben, die Serie im französischen Original zu schauen. Cannabisfreunde sollten der Produktion und sei es aus Ermangelung an Alternativen, dennoch unbedingt mal eine Chance geben.

Die Niederlande sind gerade für westdeutsche Cannabisfreunde immer mal wieder eine Reise wert. Einfach im Coffeeshop legal Marihuana kaufen, mit Gleichgesinnten bei einem leckeren Chocomel genießen und das ganz ohne Stress, schlechtes Gewissen oder Angst vor Strafverfolgung. Kein Wunder, dass gerade Westdeutsche immer wieder gerne von dieser Gelegenheit Gebrauch machen und den grenznahen Städten wie Roermond oder Venlo einen Besuch abstatten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, eine schöne Auswahl verschiedenster Cannabis- und Haschischsorten vor sich zu haben und zu wissen wie viel THC und CBD darin enthalten ist.


Das Trimbos-Institut (Netherlands Institute of Mental Health and Addiction) hat eine Coffeshop-Studie angefertigt, die anhand statistischer Erhebungen einige interessante Fragen beantwortet. Der geneigte Leser kann auf diesem Wege zum Beispiel erfahren, dass der Cannabis-Klassiker White Widow die unter den Coffeshop-Kunden mit Abstand beliebteste Grassorte ist, und das konstant über den Zeitraum der grob letzten 15 Jahre (von 2004 bis 2018). Das Power Plant im Durchschnitt die günstigste Sorte ist (mal abgesehen von dem häufig unter dem Namen Gruis verkauften Reste-Mix), das Marihuana bei den Kunden beliebter ist als Haschisch (ok, das ist jetzt keine wirkliche Überraschung) und dass der Strain Jack Herer im Durchschnitt den höchsten THC-Gehalt hat (nämlich stolze 18,2 Prozent). Und das der höchste im oben erwähnten Zeitraum überhaupt gemessene THC-Wert bei 29,4 Prozent lag und der Sorte Bubble Gum zuzuschreiben ist.

 

Wer jetzt neugierig geworden ist und vor seinem nächsten Coffeshop-Besuch etwas recherchieren möchte, kann sich die Daten hier einmal genauer ansehen.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Madame Kush Weed und Instagram: nicht immer eine versöhnliche Geschichte. Dennoch sprießen die Cannabis-Accounts und Millionen von Weed-Bildern strömen täglich durch Instagram, ob es Mutterfirma Facebook passt oder nicht. Wir trafen madame.kush, eine der bekanntesten deutschen Weed-Influencerinnen, zum Interview.

 

 

Bericht Coffeeshop der Stars – Für die lose Artikelreihe über Coffeeshops in Holland wurde Spezialist Dr. Dope diesmal in die Hauptstadt geschickt, um einen der bekanntesten Shops der Stadt zu besuchen, in dem schon George Clooney und Brad Pitt chillten. Ob sich ein Besuch im „Dampkring“ im Jahr 2018 nach wie vor lohnt? Bericht und Interview.

 

 

Gesellschaft Cannabis in der Schule – Jugendschutz mangelhaft! Den meisten Kindern und Jugendlichen tut Drogenkonsum während der Schulzeit nicht gut. Übermäßiger und deplatzierter Konsum sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Probleme, die durch die ständige Verfügbarkeit von Cannabis an weiterführenden Schulen auftreten.

 

 

 

Growing Experimente mit Licht – Wenn auch ansonsten viel diskutiert wird, in einem sind sich eigentlich alle Cannabisgrower einig: Anfangs gibt es 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) für die Pflänzchen, später 12/12. Light Addict zeigt innovative Alternativen zu diesen klassischen Beleuchtungsplänen auf, von 13/11 bis hin zu 20/12.

 

 

Recht Führerschein – Rechtsanwalt Steffen Dietrich klärt in Highway über das Betäubungsmittelgesetz auf. Dieses Mal wird die Frage des länger zurückliegenden Cannabiskonsums untersucht. Dies betrifft alle Autofahrer, die Freitagsabend einen Joint rauchen, aber nicht deswegen am Montag ihren Führerschein verlieren möchten.

 

 

Grow-Report Blue Cheese Auto – Die Vorräte des letzten Grows, über den in Highway 02/2018 berichtet wurde, waren schnell aufgebraucht, also stand das nächste Projekt an. Dieses Mal sollte es eine selbstblühende Sorte werden – und zwar eine Blue Cheese Auto von Dinafem. Doch auch dieses Mal sollte nicht alles reibungslos ablaufen...

 

 

Biografie Odyssee ins Rif-Gebirge Teil 3 – Immer noch befindet Donald sich, von der deutschen Polizei gesucht, in Amsterdam und hat sich in der dortigen Kraaker-Bewegung eingebracht. Doch der übliche Kraaker-Lifestyle ist nicht einhundert Prozent mit Donald Denzler kompatibel und daher stehen in der ersten Zeit einige Umzüge an...

 

 

Weitere Artikel Film: Bube, Dame, König, grAS +++ Gefahr im Garten Teil 5: Weiße Fliegen +++ Kiffertypen: Der Abscheißer +++ Goodies: The Frost Pipe +++ High Five: Die schlimmsten Weed-Tattoos +++ und vieles mehr...

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

 

  Link: Highway am Kiosk finden (Deutschland) Link: Highway 05/2018 als E-Paper (PDF) kaufen Link: Highway 05/2018 für Kindle bei Amazon kaufen Link: Inhaltsvorschau von Highway 05/2018

Unter allen europäischen Ländern hat Frankreich eine der rigidesten Cannabis-Gesetzgebungen. Da es aber gleichzeitig zu den Ländern mit den höchsten Konsumentenzahlen überhaupt zählt, war es nur eine Frage der Zeit, bis findige Cannabis-Unternehmer das THC-freie CBD-Weed für sich entdecken würden. Im elften Arrondissement in Paris hat nun der sogenannte „Cofyshop“ seine Pforten geöffnet. In den Regalen finden sich allerlei Cannabis-Produkte wie Öle, Tinkturen, Salben und eben auch Blütenmaterial – alles ohne THC. Und wie das Artikelfoto deutlich macht, war der Andrang am Eröffnungstag ziemlich stark. Dass es überhaupt zu einer Eröffnung kam, liegt auch an den versöhnlicheren Tönen, die Frankreichs Gesundheitsminister Buzyn in letzter Zeit anschlägt. Vergangenen November verkündete der Minister, dass der Verkauf und Konsum von CBD-Cannabis unter zwei Bedingungen legal sei: die Produkte dürfen erstens unter keinen Umständen mehr als 0,2 Prozent THC enthalten und zweitens nicht mit einem Gesundheitsversprechen beworben werden. Trotz allen Entgegenkommens muss Shop-Betreibern wie auch Käufern und Konsumenten eines klar sein: die französische Strafverfolgung wird mit Argusaugen darüber wachen, dass niemand auf die Idee kommt, die Shops für den Verkauf illegaler Produkte zu nutzen…

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Cannabis Trainieren: Power für die Pflanzen Super Cropping – SCROG – Branching – Mainlining – Topping – Fimming etc. Unser Grow-Experte Light Addict aus England zeigt verschiedene Wege auf, um Cannabispflanzen zu neuen Höhen (oder Tiefen – dann aber natürlich dennoch mit dem Ziel der Ertragsoptimierung) zu führen!

 

 

Gesellschaft Cannabis und Arbeit – Der Cannabispflanze wird unter anderem nachgesagt, dass sie ihre Konsumenten faul und arbeitsscheu mache. Doch wie sieht es in der Realität aus? Kommen Konsumenten überhaupt noch aus dem Bett oder sind sie von fortgeschrittener Aufschieberitis betroffen?

 

 

Coffeeshop Ibiza Amsterdam – Viele Leser haben uns geschrieben und um weitere Coffeeshop-Berichte gebeten. Daher haben wir erneut Dr. Dope auf den Weg geschickt, der dieses Mal den Shop „Ibiza“ in Amsterdam aufsuchte, um dessen Besitzer zu interviewen – und natürlich auch, um die dort angebotene Ware einmal genauer zu betrachten...

 

 

Grow-Report Royal Dwarf – Selbst ist der Mann! Für wen gilt dieser Spruch, wenn nicht für unseren Highways Do-it-yourself-Master Chuck Lore. Dieser zog eine einzelne Pflanze der Sorte Royal Dwarf Autoflowering auf und berichtet in diesem Artikel, ob sich das Unternehmen einigen Schwierigkeiten zum Trotz erfolgreich gestaltete.

 

 

High School Microdosing – In den USA, wo es bei einigen Leuten inzwischen bereits zum Alltag gehört, sich die Dabs gleich grammweise reinzuschaufeln, etabliert sich momentan ein Trend, der wohl eher das genaue Gegenteil des üblichen Größenwahns darstellt: es handelt sich um das Minimieren der konsumierten Mengen an THC – das Microdosing.

 

 

Story Auf der Flucht Eine Reise nach Amsterdam ist eigentlich eine schöne Sache, nicht aber unbedingt, wenn einen äußere Umstände dazu zwingen. Exilant Donald Denzler berichtet in dieser Ausgabe von seiner Hals über Kopf erfolgten Flucht aus Deutschland, deren erste Station die niederländische Hauptstadt war.

 

 

Growing Gefahr im Garten Teil 3: Fransenflügler – In dieser Episode werden wir über einen weiteren zunächst unscheinbaren Parasiten sprechen, der sich von Blättern ernährt, sich schnell vermehrt und der, wenn er nicht bekämpft wird, häufig den Wirt tötet. Dieser Parasit wird Fransenflügler genannt – alles zur Identifizierung und Bekämpfung.

 

 

Weitere Artikel Film: Leaves of Grass +++ Sortenportrait: Purple Moby Dick +++ Demos: Global Marijuana March 2016 +++ Recht: Zählt Cannabis als Vermögen? +++ High Five: Todesstrafe für Gras +++ und vieles mehr...

Amsterdam – die Hauptstadt der Niederlande zieht seit jeher Cannabisfreunde aus aller Welt in ihren Bann und in ihre einzigartigen Coffeeshops. Ganz stressfrei aus verschiedenen Sorten wählen und unbehelligt in angenehmer Atmosphäre mit Gleichgesinnten konsumieren – das lockt natürlich nicht nur den Otto-Normal-Kiffer, sondern auch die Stars und Sternchen dieser Welt.

 

So unter anderem auch MMA-Star und Mediensau Conor McGregor, der vor Kurzem dem Coffeshop Prix d'Ami einen Besuch abstattete. Es wurde zwar nicht kolportiert, ob und was der Kampfsportler dort möglicherweise gekauft oder genossen hat, sein verträumter Blick zur Menükarte lädt aber mindestens zu Spekulationen ein.

 

Eine Doping-Strafe hat McGregor von der UFC so oder so nicht zu befürchten: der Verband lockerte seine Regeln hinsichtlich des Cannabiskonsums, mit dem Ergebnis, dass den Athleten außerhalb der Wettkämpfe der Konsum von THC- und CBD-haltigen Genussmitteln gestattet wird.

An irgendeinen verrauchten Abend auf dem Sofa hat vermutlich jeder schon einmal den Entschluss gesfasst: irgendwann, irgendwie mache ich einen Coffeeshop auf! Doch wie ist es, wenn man tatsächlich Chef eines niederländischen Coffeeshops ist? Wir haben einen Shop-Besitzer aufgetrieben, der uns Rede und Antwort stand und aus seinem Leben berichtet.

 

Im Folgenden präsentieren wir einen Auszug aus der Titelstory von Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 – die komplette Story lest ihr in unserem Printmagazin, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann.

 

Aus dem Alltag eines Coffeshop-Chefs: Zwischen guten Geschäften und der Sorge vor dem Aus (Teaser aus dem neuen Heft)

Welcher leidenschaftliche Cannabiskonsument hat nicht schon einmal (oder mehrfach) davon geträumt, einen Coffeeshop aufzumachen und so das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden? Legal ist dies in den Niederlanden möglich und so führte uns unsere Reportage nach Südholland, denn wir wollten uns gerne einmal mit einem Coffeshop-Besitzer über seinen Beruf unterhalten und herausfinden, ob dies wirklich ein solch erstrebenswertes Berufsbild ist, wie man im ersten Moment vielleicht vermutet. Unser Autor Dr. Dope hat sich für Highway auf den Weg gemacht und das Interview geführt.

 

[...]

 

Wie löst ihr denn überhaupt das Problem der Lagerung und des ständigen Zuflusses?“, möchte ich wissen. „Ich kann da nur generell und nicht für mich antworten. Die niederländischen Logistik-Fähigkeiten sind beachtlich. Es gibt Fälle, in denen alles in einem Auto in einer Garage gebunkert wird. Das ist sozusagen ein bewegbarer Stash. In manchen Städten nimmt die Polizei die Problematik mit den 500 Gramm, die jeder Coffeeshop ,legal‘ besitzen darf, nicht so genau. In anderen hingegen wieder sehr. Manchmal drücken sie auch alle Augen zu, obwohl sie genau wissen, dass ein Coffeeshop-Besitzer einen Großteil der Ware über seinem Shop bunkert. Und dann gibt es da noch die geniale Lösung einer Art Terminwarengeschäft. Ich kaufe eine Ernte beziehungsweise Lieferung, aber sie bleibt in den Händen der Zulieferer, bis ich sie benötige. Damit bleibe ich legal und auf der sicheren Seite. Das ist etwas teurer und erfordert gegenseitiges Vertrauen. Manchmal lassen niederländische Richter Coffeeshop-Besitzer mit einer geringfügigen Strafe davon kommen, wenn sie mit 50 oder 100 Kilogramm erwischt werden. Es kann aber auch sein, dass man dafür ein paar Jahre in den Knast einfährt.“

 

Anschließend führt er noch einmal aus, was das Einmaleins im Coffeeshop-Business ist: Vertrauen, Respekt und keine Gier. Das gelte auch für die Angestellten seines Shops. Mohammed bezahlt ihnen mehr als nötig, damit er eine vertrauensvolle Basis mit ihnen herstellen kann. Dennoch gibt es hin und wieder Probleme mit dem Personal und dieses wechselt auch recht häufig. Zum Glück für ihn gibt es in seiner Stadt relativ wenige Coffeeshops, sodass die Konkurrenz untereinander recht gering ist und niemand dem anderen Steine in den Weg legt. Auf meine Frage hin, wen er mehr fürchte, die Polizei oder Kriminelle, schüttelt er den Kopf. „Weder noch. Was mir Sorgen und Angst bereitet, sind die oberen Offiziellen – Politiker, Staatsanwälte, Richter, hohe Polizeibeamte. Die können von einem Tag auf den anderen die Entscheidung treffen, jeden beliebigen Coffeeshop zu schließen, wenn sie wollen. Da reicht als Begründung aus, dass mein Gehweg schmutzig sei. Also gilt für mich die überlebenswichtige Devise: Ich muss zu allen Seiten freundlich und politisch äußerst korrekt sein.“ – „Bestechung?“, möchte ich wissen. Mohammed winkt ab: „Keine Chance. Das gibt es hier nicht. Ich weiß nicht, ob es so etwas bei den Zollbehörden gibt. Vielleicht, aber dann im ganz großen Stil. Eventuell gibt es auf den ganz oberen Ebenen so etwas wie ,Old-Boys-Netzwerke‘. Die kennen sich vom Studium von den Elite-Universitäten. Und die sind einander schon mal einen Gefallen schuldig. Sowas könnte hier laufen. Aber in solche Kreise kommt man gar nicht rein. Und dazu sind die Niederlande so klein und überschaubar, dass wirklich beinahe jeder alles von jedem anderen weiß. Das ist der Nachteil von solch einem kleinen und flachen Land mit wenigen Einwohnern (lacht). Jemand wie ich sollte nicht einmal im Traum daran denken. Was viel mehr hilft als jegliche Bestechung, ist quasi ein Diplom in Public Relations. Ich bemühe mich, hohe diplomatische Qualitäten an den Tag zu legen und bisher hat das immer gut funktioniert.“

 

Auch wenn Mohammed sich weitaus größere Sorgen über Funktionäre als Kriminelle macht, berichtet er dennoch von einer Geschichte, die er erlebt hat und auf die er sicher auch gerne verzichtet hätte. Denn diese Schilderung hört sich so gar nicht nach Traumberuf oder Berufung an. Aber sie ist bittere Realität. Und zwar nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo so etwas zum Alltag gehören soll, sondern mitten in Europa, ja sogar in einem der reichsten Länder Europas, den Niederlanden: „Sie kamen am frühen Abend. Ich war mit meiner Freundin allein zu Hause. Es ist nicht selbstverständlich, dass man schon mit Ende zwanzig ein eigenes Haus besitzt, aber es ist auch nichts Ungewöhnliches. Normalerweise mache ich kein Geheimnis aus meinem Beruf. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Aber ich annonciere auch nicht, wo ich wohne. Für Leute, die rauskriegen wollen, wo ich wohne, dürfte das aber dennoch kein Problem sein. Kriminelle Elemente haben ja genug Zeit und Energie, um so etwas herauszufinden. Als wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben, hat es an der Haustüre geklingelt. Da wir noch Besuch erwartet haben, hat meine Freundin geöffnet, ohne durch den Spion zu sehen. Und da standen dann vier Typen, furchteinflößende Schränke in schwarzen Anzügen und mit Sturmhauben an. Sie drängten meine Freundin ins Wohnzimmer und als ich ihr zur Hilfe eilen wollte, schlugen sie mich mit Brecheisen und Baseballknüppeln zusammen. Beinahe bewusstlos musste ich mit anschauen, wie die Kriminellen meine Freundin auf einem Stuhl brutal fesselten. Immer wieder habe ich versucht mich zu wehren, aber es waren zu viele und sie hatten Schlagwerkzeuge. „Wo hast du das Zeug gebunkert?“, wollte der Anführer wissen. Kein ausländischer Akzent. Perfektes Niederländisch. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich weder Gras noch Hasch im Hause hatte. Das glaubten sie mir aber nicht. So hagelte es immer wieder Schläge. Ich blutete an verschiedenen Stellen und drohte immer wieder ohnmächtig zu werden. Den Typen gelang es aber, mich bei Bewusstsein zu halten. Zwei gingen systematisch vor und durchsuchten unser Haus, während zwei uns martialisch bewachten. Das schlimmste war, dass ich meiner Freundin nicht zu Hilfe eilen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen die Typen zurück und schüttelten den Kopf. Kein gutes Zeichen. Aber was sollte ich machen? Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich ihnen nichts anbieten können. Dann gingen die Schläge wieder los. Einer zückte ein Messer und drohte, mir zuerst mein Gesicht zu zerschneiden und sich dann zum Hals vorzuarbeiten. Aber das zog nicht. Als sie erkannten, dass sie mich umbringen mussten, versuchten sie es mit einer anderen Strategie. Sie drohten jetzt, meine Freundin zu vergewaltigen. Plötzlich stand ich Todesängste aus. Solange nur das eigene Leben betroffen ist, kann man das aushalten. Wenn es aber um das Leben eines geliebten Menschen geht, ist das eine andere Sache. Ich habe keinerlei Zweifel, dass sie ihre Drohung wahrgemacht hätten. Und dann passierte das Wunder, das uns rettete. Die Türklingel ertönte. Unser erwarteter Besuch war da. Und da es ein wichtiger Termin war, ließ er sich nicht abwimmeln und klingelte Sturm, da er wusste, dass wir zu Hause sein mussten. Das entmutigte dieses kriminelle Pack. Sie bekamen es mit der Angst zu tun. Und dann flüchteten sie durch die Balkontür zum Garten hinaus. Ich bin überzeugt, dass sie mich umgebracht hätten, wenn sie nicht gestört worden wären. Das waren wirklich die furchtbarsten Minuten in meinem Leben.“ Mein Gegenüber atmet tief durch und nimmt genussvoll einen Schluck Kaffee. Dennoch ist zu klar zu erkennen, wie sehr in diese Geschichte immer noch mitnimmt.

 

[…]

 

Das war ein kleiner Teil unserer umfangreichen Titelstory. Den Anfang und das Ende könnt ihr in unserem Printmagazin Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 durchlesen, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann:

 

 

 

 Link: Highway am Kiosk finden (Deutschland)  Link: Highway als E-Paper (PDF) kaufen  Link: Highway für Kindle bei Amazon kaufen Link: Inhaltsvorschau von Highway 01/2018

Seite 1 von 2