Viele junge Männer arbeiten in ihrem ersten Job als Pizzabote. Und viele junge Männer machen ihre ersten Berufserfahrungen auch mit dem An- und Verkauf von Cannabisprodukten. Was liegt da näher, als diese beiden Jobs zu verbinden?

 

Auch in Deutschland und Österreich gibt es in Großstädten gelegentlich einen Lieferservice für Gras und Hasch, den sich die Lieferanten in der Regel allerdings teuer bezahlen lassen. Dies ist aber auch kein Wunder, denn wird der Lieferjunge geschnappt, kann er sich unter Umständen auf einen Aufenthalt im Gefängnis einstellen.

 

Den europäischen Arbeitssuchenden und Lauffaulen bleibt auch in dieser Beziehung nur, neidisch über den großen Teich zu blicken: Im amerikanischen Bundesstaat Colorado nähert sich die erste Cannabis-Liefer-Lizenz der Zulassung, berichtet CBS.

 

Zwar existieren bereits ein Dutzend Lieferservice in Colorado, die Marihuana von Plantagen zu Verkaufsstellen transportieren dürfen, allerdings sind sie strengen Auflagen ausgesetzt. So müssen diese Transportunternehmen derzeit beispielsweise wieder zurück zum Absender fahren, wenn sie aus welchen Gründen auch immer nicht innerhalb der angepeilten Zeit beim Empfänger eintreffen können.

 

Die neuen Lizenzen räumen den Lieferanten neue Rechte und Freiheiten ein, sodass der Transport von Cannabis in Colorado in Zukunft unkompliziert vonstattengehen kann. Der Kostenpunkt wird 7.600 Dollar für eine Drei-Jahres-Lizenz betragen. Es wird mit etwa 25 Bewerbern für die Lizenzen gerechnet.

Geld mit Cannabis verdienen? Ganz legal? Am besten auch noch an der Börse? Easy Money oder High Risk? Finanzexperte Thomas Hohler verrät uns alles Wissenswerte zu Marihuana-Aktien.

 

Der vollständige Artikel ist in Highway 02/2016 enthalten.

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Der im Oktober 2015 neu gewählte Regierungschef Kanadas, Justin Trudeau, möchte dieses Jahr eines seiner Wahlversprechen einlösen: Der Politiker, der nach eigener Aussage selbst schon Erfahrungen mit Cannabis gemacht hat, plant Marihuana – so wie bereits vier liberal regierte US-Staaten vor ihm – in Gänze zu legalisieren. Damit ist der ehemals als recht konservativ eingeschätzte Kontinent jenseits des Atlantiks dem alten Europa weit voraus. Man ist dort im Begriff einen milliardenschweren neuen Wirtschaftszweig zu erschließen, der neue Jobs schafft und von dem der Staat nachhaltig profitieren kann, indem er immense Steuereinnahmen und sinkende Prohibitions- und Strafverfolgungskosten verbuchen kann. Mit der Liberalisierung beteiligt sich Kanada an einem Prozess, der vor knapp zwei Jahren in den USA begann. Damals setzte Colorado als erster Bundesstaat in Amerika seine bereits im Jahr 2012 beschlossene Legalisierung von THC-haltigem Cannabis auch ohne medizinische Indikation durch. Wie bereits in der letzten Ausgabe von Highway (Highway 01/2016) näher erläutert, ist zum heutigen Zeitpunkt sogenanntes „recreational marijuana“ – also Marihuana für Hobbyzwecke – in den Bundesstaaten Colorado, Washington, Alaska, Oregon und im Bezirk Washington D.C. für Konsum und Verkauf freigegeben. Der Erwerb von medizinischem Marihuana ist sogar bereits in 23 Bundesstaaten und der Hauptstadt legal. Seitdem hat sich in den USA eine regelrechte Cannabisindustrie etabliert. Es entstand binnen kürzester Zeit ein Milliardenmarkt mit enormem Wachstumspotential, vertraut man den Prognosen einschlägiger Medien. Gemäß dem kürzlich erschienenen Investor-Network-Bericht der ArcView Group erreichte der Markt 2015 ein Gesamtvolumen von 5,4 Mrd. US-Dollar (USD). Vor allem der Verkauf von „recreational marijuana“ wuchs um satte 184 % auf 998 Mio. USD. Laut dem Bericht handelt es sich bei Cannabis um die am schnellsten wachsende Industrie in den USA. Auch Investoren und risikoaffine Anleger wittern fette Beute und wollen von den Freiheiten und Chancen dieser Neuen Welt profitieren.

 

Wie kann ich an diesem Boom teilhaben?

Als Privatanleger an diesem Boom zu partizipieren ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Zum einen impliziert alleine die Legalisierung von Cannabis nicht zwangsläufig profitable Geschäftsmodelle, zum anderen gibt es schlicht und ergreifend keine passablen Anlagevehikel, um sein Geld am Markt breit diversifiziert zu platzieren. Außer klassische Investments in Aktien gibt es bisher kaum Möglichkeiten, am Aufschwung der amerikanischen Cannabisbranche teilzuhaben, denn es existieren weder Publikumsfonds noch ETFs (börsengehandelte Fonds), die sich dem Thema Cannabis widmen. Neben den ausländischen Aktien und wenigen Crowdfunding-Plattformen (z. B. CannaFundr) gibt es in Deutschland lediglich ein börsengelistetes Unternehmen, das sich auf diese junge Branche spezialisiert hat, später mehr dazu.

 

Die „PotBong“-Blase

Zu Beginn des Jahres 2014 löste die Legalisierungs-Euphorie in Amerika einen regelrechten Run auf Aktien hochspekulativer Start-ups aus und es flossen in kürzester Zeit Milliardenbeträge in dieses neue Marktsegment. Die enthusiastische Reaktion der Kapitalanleger auf die politischen Veränderungen war im Nachhinein eine logische Konsequenz und erinnert stark an den immensen Hype des Neuen Marktes im Jahr 2000 (die sogenannte „DotCom“-Blase). Auf breiter Front herrschte Goldgräberstimmung und viele junge Unternehmen fluteten den Markt, um am augenscheinlichen Boom zu partizipieren. Sie deckten bald sämtliche Aspekte der Cannabisindustrie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ab: Von Beleuchtungs- und Belüftungssystemen, Edibles und Smartphone-Apps über Verpackungen mit Kindersicherungen bis hin zu Gras aus Automaten. Aktien mit einschlägigen Namensbestandteilen wie „Canna“, „Marijuana“ oder „Hemp“ wurden von der Anlegerschaft offenbar blind und ohne vorherige Recherche gekauft. Denn im ersten Quartal 2014 verzehnfachten sich in Windeseile viele der bis dato am Markt notierten Werte. Doch wie in der Vergangenheit so oft tendiert der Markt zur Blasenbildung, wenn in einem illiquiden Segment viele Handelsteilnehmer gleichzeitig durch ein und dieselbe Türe wollen.

 

Beispielhaft für den Wahnsinn des Marktes ist die Aktie CannaVest Corporation, die Anfang 2014 binnen kürzester Zeit von 5 USD auf über 200 US-Dollar anstieg, was am Hochpunkt einer Marktbewertung von 2,57 Mrd. USD entsprach. CannaVest ist ein Hersteller und Vertreiber von Hanf- und Cannabidiol-basierten Produkten und entwickelt, vermarktet und vertreibt unter anderem Hanf-Öle und Kosmetika aus Industriehanf mit Focus auf dem legalen Inhaltsstoff CBD. Das Unternehmen hat mehrere Tochtergesellschaften, die unter anderem mit dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf-Samen betraut sind oder Spezial-Verarbeitungstechniken und Produktentwicklung im Zusammenhang mit hanfbasierten Produkten bieten. Zwei Jahre nach dem Auftritt des Unternehmens am Markt ist von der anfänglichen Euphorie nicht viel übrig geblieben, im Gegenteil: mit einem Kurs von 0,123 USD (11.2.2016) verfügt die Aktie heute lediglich noch (oder immer noch) über eine Marktkapitalisierung von aktuell 4,31 Mio. US-Dollar. Es wurden also bis dato alleine mit dieser Investition knapp 2,56 Mrd. USD verbrannt.

 

 

...Wollt ihr mehr über Cannabis-Aktien und die Möglichkeiten, die sie bieten, erfahren? In Highway 02/2016 (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) findet ihr auf acht Seiten die Fortsetzung dieses Artikels und könnt euch über deutsche und internationale Cannabis-Aktiengeschäfte sowie die Chancen und Risiken informieren.

 

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Weblink: marihuana-aktien.de von Thomas Hohler (für fortgeschrittene Interessierte)

Die Europäer gaben im Jahr 2013 über 24 Milliarden Euro für illegale Drogen aus, ein Großteil (38 %) entfiel dabei auf Cannabis (9,3 Milliarden Euro). Dies geht aus einem heute vorgestellten Bericht von Europol und der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle hervor, der keinen Zweifel daran lässt, dass die aktuelle europäische Drogenpolitik weitaus besser laufen könnte.

 

Zahl und Situation der Konsumenten sind stabil. Drahtzieher hinter den illegalen Drogengeschäften sind internationale und organisierte Banden, die Beamte schmieren und die Gelder waschen können. Der Bericht spricht von einer Globalisierung des Drogenhandels, Fachwissen und Kapital würden unter den Kriminellen weltweit ausgetauscht. Auch einige Hinweise auf Verbindungen zwischen Drogenhändlern und Terrornetzwerken seien vorhanden, wie „derStandard.at“ berichtet.

 

„Der Bericht zeigt deutlich die Auswirkungen der Drogenmärkte, wie sie mit anderen kriminellen Aktivitäten in Verbindung stehen, eine Belastung für Regierungsbehörden darstellen und schwere Auswirkungen auf die legale Wirtschaftstätigkeit und die Makroökonomie abseits der Auswirkungen auf Nachbarschaft, Familien und Personen haben“, heißt es im Vorwort des Berichts.

 

Bezüglich der Versorgungslage mit Cannabisprodukten in Europa wird gemeldet, dass in Europa konsumiertes Gras auch in der Regel in europäischen Indoor-Zuchtanlagen gegrowt wird. Haschisch komme aber nach wie vor überwiegend aus Marokko. Ein Prozent aller volljährigen Europäer soll laut dem Bericht zu den täglichen Cannabiskonsumenten gehören. Mindestens einmal im Leben sollen über 80 Millionen volljährige Europäer Cannabis konsumiert haben, im vergangen Jahr sollen 22 Millionen Erwachsene Gras und Haschisch genutzt haben.

Der berühmte Herausgeber des Porno-Magazins „Hustler“, Larry Flint, steigt ins legale Cannabusiness ein. Porno-Legende Flint ist schon lange ein öffentlicher Verfechter der Legalisierung und investierte nun die Summe von 100.000 Dollar in die Firma Pineapple Express, die den gleichen Namen trägt wie die berühmte Grassorte. Vize-Präsidentin der Akquise-Abteilung des Unternehmens ist Flints Tochter Theresa. Zum Portfolio der Firma gehört die Website www.thc.com, das Trademark „THC®“ sowie der Weed-Themenpark „Pineapple Park“ in Kalifornien. Geplant ist zudem die Eröffnung der ersten landesweiten Kette von Marihuana-Ausgabestellen. Das Design dieser Kette soll von den Designern stammen, die auch die „Margaritaville“-Kette von Jimmy Buffet ausgestattet haben.

 

 

Dem Magazin „Forbes“ gegenüber sagte Theresa Flint, das das Pornobusiness viel mit dem Weedgeschäft gemeinsam habe: „Glauben Sie es oder nicht, aber die Herausforderungen in der Cannabisindustrie sind ähnlich wie in der Branche für Erwachsenenunterhaltung. Die Cannabisindustrie sieht sich mit Problemen konfrontiert wie sie die Pornoindustrie vor ein paar Jahrzehnten hatte. Die Gesetze ändern sich permanent, daher ist es von höchster Wichtigkeit ständig die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen und informiert zu bleiben.“

Der Umsatz der legalen amerikanischen Cannabisindustrie lag im letzten Jahr bei etwa 13 Milliarden Dollar. Auf die Verkäufe von legalem Weed entfielen davon grob 4 Milliarden Dollar. Bereits im Jahr 2020 sollen sich bei einer weiterhin Cannabis-freundlichen Entwicklung die Umsätze der Industrie zwischen einem Jahresumsatz von 25 und 44 Milliarden Dollar einpendeln, wie „Yahoo! Finance“ berichtet.

 

Diese Zahlen beziehen sich allerdings nicht nur auf die Verkäufe von medizinischem Cannabis und Freizeit-Marihuana (sowie alle Weiterverarbeitungsformen wie Konzentrate oder Lebensmittel), sondern auch auf die anhängigen Geschäfte wie etwa Hersteller von Growzubehör und dergleichen. Dafür seien allerdings für jeden umgesetzten Marihuana-Dollar noch weitere drei Dollar zu berechnen, die auf anderen Wegen in die amerikanische Wirtschaft gelangen würden. Welche Wirtschaftszweige dies sind, wird nicht genauer aufgeschlüsselt, wir tippen allerdings unter anderem auf Süßigkeitengeschäfte, Kinos und Taxiunternehmen.

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