Österreich ist Deutschland gegenüber einen Schritt weiter, denn dort dürfen Cannabis-Stecklinge gehandelt werden – offiziell nur zu Zierzwecken, aber dennoch werden jede Woche Zehntausende verkauft. Und sicher nicht zu Zierzwecken. Ein Unternehmen, dass mitverantwortlich dafür ist, dass die Gesetzeslage dies inzwischen erlaubt, ist Flowery Field mit Sitz in Wien.

 

Deren Geschäftsführer Alexander Kristen zog dieses Jahr vors Verfassungsgericht, denn er möchte auch in das Geschäft mit THC-haltigen Blüten einsteigen – nicht solchen zum Freizeitspaß, sondern allein zu medizinischen Zwecken. Doch THC-haltiges Cannabis darf in Österreich nur die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) anbauen. Im Schnitt produziert die AGES 90 Kilogramm pro Jahr. Diese Agentur, übrigens eine rein gewinnorientierte GmbH, stellt eine Gemeinschaftskooperation von Landwirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium dar. Zweck: Cannabis anbauen und nach Deutschland an die Bionorica AG (unter anderem Hersteller von Sinupret und Bronchipret) verticken, die daraus dann überteuertes Dronabinol herstellt. Das wird von Österreich (und auch anderen Ländern) dann wieder eingekauft und an Cannabispatienten weitergegeben (oder auch nicht, da es sich die meisten nicht leisten können).

 

Da die Bionorica AG, ein Unternehmen mit 244,3 Millionen Euro Umsatz in 2015, durch diese Deals mit der AGES als privates Unternehmen ordentliche Gewinne erwirtschaftet, hat das Cannabis-Monopol des österreichischen Staates keinerlei Berechtigung, findet Alexander Kristen. Wie „Der Standard“ im März 2016 berichtete, bedeutet dies nach seiner Ansicht den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Sinne des Kartellgesetzes: Theoretisch wäre es der AGES laut dem österreichischen Suchtmittelgesetz erlaubt, eine Tochtergesellschaft zu gründen, an der sich dann Private wie etwa Flowery Field beteiligen könnten. Dies möchte die AGES allerdings auch nicht. Und so stellt die AGES ein Unternehmen dar, das keinerlei Wettbewerb ausgesetzt ist. So kann es außerdem Mengen und Preise frei bestimmen, was sogar gegen das öffentliche Interesse an einer ausreichenden medizinischen Versorgung verstoße.

 

Ende vergangener Woche sprach das österreichische Verfassungsgericht nun sein Urteil – dabei folgt es den Ansichten Kristens allerdings nicht. Laut dem Verfassungsgericht dient die Alleinstellung der AGES bei Medizinalcannabis der Missbrauchsprävention: „Die Einschränkung des erlaubten Anbaus der Cannabispflanze auf eine im Eigentum der Republik Österreich stehende Gesellschaft gewährleistet in verfassungsrechtlich vertretbarer Weise die zur Hintanhaltung des Missbrauches und damit die zum Schutz der Gesundheit erforderliche Kontrolle.“ Es werde weder der rechtspolitische Gestaltungsspielraum überschritten, noch sei die Alleinstellung mit einem „Eingriff in das Grundrecht auf Erwerbsfreiheit und auf Unversehrtheit des Eigentums“ gleichzusetzen. Behauptet das Verfassungsgericht.

Colorado verkauft 2016 Weed im Wert von 1,3 Milliarden Dollar. Steuereinnahmen von über 150 Millionen Dollar für den Staat – 50 Millionen gehen an die Schulen, knapp 20 Millionen an Obdachlose und Schlechtergestellte.

 

Ja in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Welt noch in Ordnung: Jedes Jahr werden Millionen und Abermillionen dafür ausgegeben, kleine Cannabiskonsumenten zu verfolgen, zu durchsuchen, einzusperren, zu verklagen und zu verurteilen. Alles im Namen des Volkes. Komisches Volk, dass angeblich möchte, dass friedliche Mitbürger drangsaliert werden – querfinanziert durch die eigenen Steuerzahlungen.

 

In dieser Hinsicht sind die meisten Amerikaner tatsächlich weniger komisch. Dort wird das Volk aber neuerdings auch tatsächlich gefragt, wie es denn gerne mit Cannabis umgehen möchte – inzwischen ist in etwa der Hälfte aller Bundesstaaten medizinisches Cannabis und in acht Bundesstaaten auch „freizeitliches“ Cannabis legalisiert. Auf den Wunsch der Bürger hin (wir berichteten).

 

Und so werden im Amerika des Jahres 2016 viele Millionen an Steuergeldern generiert, nur durch den Verkauf von Cannabis. Alleine in Colorado, wo seit dem 1. Januar 2014 legal Gras und Hasch verkauft werden dürfen, sind bloß in den zehn Monaten zwischen Januar 2016 und Oktober 2016 über 151,4 Millionen Dollar an Steuereinnahmen zusammengekommen. Bis Ende des Jahres wird alleine im Bundesstaat Colorado mit etwa 1,3 Milliarden Dollar Umsatz durch Cannabisverkauf gerechnet. Die Einnahmen der Cannabissteuer in Colorado könnten bis Jahresende also zusammen so viel Geld in die Kassen spülen, wie in den beiden Jahren 2014 und 2015 zusammen.

 

Die Cannabissteuer in Colorado setzt sich derart zusammen: 2,9 Prozent „normale“ Verkaufssteuer sowie eine „Spezial“-Verkaufssteuer von 10 Prozent. Großhandels-Transaktionen werden mit 15 Prozent Steuer belegt, wovon jährlich die ersten 40 Millionen komplett an Schulen und Schul-Projekte weitergeleitet werden.

 

Und da die Einnahmen durch die Großhandelssteuer Ende Oktober schon knapp 50 Millionen betrugen, ist dies auch problemlos möglich: 40 Millionen gingen an die Schulen selbst, zehn Millionen landeten bis jetzt im staatlichen Schul-Fond. Da nicht nur die Grasverkäufe in Colorado 2016 stiegen, sondern auch die Obdachlosigkeit (nein, es besteht kein Zusammenhang – Schuld sind, wie meistens, andere Drogen: in der Hauptsache Alkohol und Opiate), hat der Gouverneur angekündigt, 12,3 Millionen der Grassteuereinnahmen 2016 für Wohnprojekte für Obdachlose und weitere 6 Millionen für Wohnprojekte für finanziell schlechter Gestellte auszugeben.

Die Deutsche Cannabis AG ist die erste europäische Private-Equity-Gesellschaft für die Cannabisindustrie und hat in ihrer jungen Geschichte schon für einiges Aufsehen gesorgt – allerdings leider nicht nur durch positive Meldungen. Nun reiht sich eine neue Nachricht in diese Linie ein: Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat dem börsengelisteten Unternehmen Deutsche Cannabis AG ein Zwangsgeld von 140.000 Euro aufgebrummt, was einen recht außergewöhnlichen Vorgang darstellt. Grund ist die nicht eingereichte Jahresbilanz, die innerhalb von vier Monaten nach Abschluss eines Geschäftsjahrs veröffentlicht werden muss. Es geht um die Bilanz für 2015, die immer noch nicht veröffentlicht wurde.

 

Der Firma gelingt es auch abseits solcher Meldungen nicht, erfolgreich auf den Cannabis-Zug, der Nordamerikas Finanzwelt im Griff hat, aufzuspringen. Bereits Anfang des Jahres warnte Highway-Autor Thomas Hohler in Highway – Das Cannabismagazin 02/2016:

Highway-Finanzexperte Thomas Hohler

 

„[...] Seit Anfang 2015 hat man nun ein komplett anderes Geschäftsmodell aufgetan: Cannabis. […] Trotz dieses ambitionierten Konzepts und dem vielversprechenden Namen war die Kriegskasse nach der Neuausrichtung leer und somit eine Kapitalerhöhung zwingend erforderlich. Diese sollte im Februar 2015 stattfinden, scheiterte im ersten Schritt jedoch daran, dass die für die Kapitalerhöhung erforderliche Mindestsumme nicht rechtzeitig eingesammelt werden konnte […] Kurz darauf verkündete die Firma im Mai 2015 ihre erste Beteiligung an dem in Florida ansässigen Manhattan Fund LLC, ohne jedoch die konkrete Beteiligungshöhe offenzulegen. Dieser positiven Nachricht folgte kurz darauf, die überraschende Offenbarung, dass plötzlich offene Forderungen aufgetaucht seien, die ihrer Höhe nach geeignet sein könnten, bestandsgefährdende Auswirkungen zu haben. Das Unternehmen schweigt sich bis heute über die Höhe dieser Forderungen aus. Wenig später las man in den Medien, dass eine Tochtergesellschaft […] Insolvenz beantragen musste. […] Jedenfalls sind solche Meldungen, gepaart mit der intransparenten Informationspolitik der Firma Gift für deren Aktienkurs und das Vertrauen potenzieller Anleger. Dies spiegelt die Entwicklung des Aktienkurses wider – die Aktie wird heute lediglich als Pennystock ohne nennenswerte Volumina an deutschen Börsenplätzen gehandelt, von ihrem Hoch ist man mittlerweile wieder weit entfernt und handelt in der Nähe der Kurse vor der Neuausrichtung.“

 

Du möchtest noch mehr Neuigkeiten über Cannabis? Vor Kurzem ist Highway – Das Cannabismagazin 04/2016 erschienen. Das Magazin ist für schlappe 2,30 Euro jedem gut sortierten Kiosk und Growshop in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich:


Weblink: Highway am Kiosk finden

Weblink: Highway 04/2016 als E-Paper kaufen

Das hat Signalwirkung für die ganze Cannabis-Branche weltweit – und darüber hinaus. Der Software-Gigant und Global Player Microsoft steigt mit kleinen Schritten ins legale Cannabusiness ein, finanziell kleinen Schritten. Die Außenwirkung hingegen ist riesig – nachdem die „New York Times“ über diese Entscheidung Microsofts berichtete, gab es ein riesiges Medienecho aus allen Teilen der Erde.

 

Eins der größten und anerkanntesten Unternehmen überhaupt macht nun in Gras? Eigentlich nur ein logischer Schritt für eine gewinnorientierte Firma, denn in der gerade in Amerika entstehenden legalen Cannabis-Branche sind Millionen und Milliarden zu holen. Dennoch sind größere Unternehmen ziemlich einheitlich nicht bereit, sich mit dieser Branche in Verbindung zu stellen, denn es werden statt Gewinnen Umsatzeinbrüche befürchtet. Das liegt daran, dass Cannabis leider von vielen Menschen fälschlicherweise immer noch als schlimme Droge, die die Menschen verdirbt, angesehen wird. Große, etablierte Firmen gehen hier kein Risiko ein und warten auf eine flächendeckende Legalisierung, bis sie sich auf den Markt wagen.

 

Dies ist aber natürlich auch eine Chance für viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich gerade in Amerika ihr Netzwerk aufbauen. Ein weiteres Problem ist aber, dass das legale amerikanische Weed-Geschäft auf Bargeld basiert, da die Banken aufgrund der amerikanischen Bundesgesetze, die Marihuana als illegale Droge einstufen, ebenfalls keine Risiken eingehen möchten und den Shops beispielsweise erst gar keine Konten einräumen. (Die deutschen Sparkassen eröffnen übrigens auch keine Konten für deutsche Cannabis-konnotierte Unternehmen – vermutlich befürchtet man, die Sparstrümpfe diverser Omas zu verlieren.)

 

Microsoft hat schon einmal rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und übernimmt nun wieder eine Vorreiterrolle. Praktisch natürlich, dass der Firmensitz im Bundesstaat Washington liegt, wo Cannabis neben drei weiteren Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington (nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat) vollständig legalisiert ist. Mindestens fünf amerikanische Bundesstaaten stimmen dieses Jahr noch über eine komplette Legalisierung ab, medizinisches Cannabis ist sogar bereits in über der Hälfte aller US-Staaten erlaubt und an der Tagesordnung.

 

Allerdings ist es nicht so, dass Microsoft nun Weed statt Windows vertickt. Die ersten Schritte im Cannabusiness gestalten sich im Zuge einer Kooperation mit dem Start-up Kind aus Los Angeles. Kind offeriert viele verschiedene Produkte für den legalen Weed-Markt, etwa kleine Geldautomaten-ähnliche Marihuana-Ausgabeboxen. Microsoft wird zusammen mit Kind aber an einem Produkt für die Regierung feilen: Mithilfe der Microsoft-Cloud „Azure“ sollen Cannabissamen getaggt werden und ihre Lieferkette vom Einpflanzen bis zum Verkauf des Cannabis-Endprodukts überwacht werden können. So soll sichergestellt werden, dass die Samen, die Pflanzen und die Produkte dieser alle im Rahmen der legalen Bedingungen verarbeitet und konsumiert werden.

Nur noch eine Woche, dann öffnen die Pforten der ersten Berliner Cannabismesse seit über zehn Jahren. Die „Mary Jane Berlin“ findet vom 27. bis 29. Mai im Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof statt. An drei Tagen wird auf der Messe über alle Facetten der Cannabispflanze informiert, etwa einhundert Aussteller aus den verschiedensten Bereichen präsentieren sich zu diesem Zweck.

 

Viele der Messestände kommen aus den unmittelbaren Bereichen rund um Cannabis, sozusagen eine Auswahl der verschiedenen Unternehmen, deren Produkte in Head- und Growshops vertreten sind. Erfreulicherweise hat sich sogar eine Handvoll Samenbanken (zum Beispiel Barney’s Farm und Royal Queen Seeds) angekündigt – und das, obwohl sie in Berlin ihre Waren nur in der Theorie präsentieren dürfen, denn die Samen, aus denen später Cannabis gewonnen werden kann, sind in Deutschland nach wie vor illegal.

 

Aber auch aus dem medizinischen und dem aufstrebenden CBD-Bereich sind viele Aussteller auf der Messe anzutreffen. Neben diversen Medienvertretern sind außerdem auch verschiedene Organisationen auf der Mary Jane zugegen: Für Hanfparade und den Deutschen Hanfverband ist das Ganze natürlich ein Heimspiel, was man von der Wiener Hemp Embassy nicht gerade behaupten kann – um so schöner, dass sich die Hanfbotschaft auch in Berlin präsentiert. Weitere Aussteller aus diesem Bereich sind beispielsweise der Cannabis Social Club Plauen, die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin oder die Grüne Hilfe, die seit über zwanzig Jahren bei rechtlichen Problemen weiterhilft.

 

Über die drei Tage des Messewochenendes verteilt finden mehr als zwanzig Vorträge und Redebeiträge zu allen Bereichen des Konsums und Anbaus von Cannabis statt. Unter anderem spricht „Deutschlands härtester Jugendrichter“ Andreas Müller über die Kriminalisierung, Deutschlands bekanntester Ethnopharmakologe Christian Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin, Deutschlands umtriebigster Cannabismediziner Franjo Grotenhermen über die Wirkung von Cannabis als Medizin und Deutschlands beliebtester Grow-Autor Mr. José über die Vor- und Nachteile automatischer Bewässerungssysteme.

 

So wie es aussieht, scheint die Cannabismesse mitten in Berlin ein großer Erfolg zu werden. Aussteller sind reichlich vertreten und es darf auch mit einem relativ großen Besucheransturm gerechnet werden. Über Facebook haben sich bereits 5.000 Besucher angekündigt und mehr als 15.000 interessiert an der Veranstaltung gezeigt. Highway wird natürlich an allen drei Tagen auf unserer Website und unserer Facebook-Seite live von der Messe berichten!

 

Mary Jane Berlin

Termin: 27. Mai 2016 bis 29. Mai 2016

Veranstaltungsort: Berlin, Postbahnhof im Ostbahnhof

Preis: Tagesticket 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro regulär; 3-Tagesticket 20 Euro im Vorverkauf, 30 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

Schon wieder Ärger um Stecklinge in Österreich – und zwar richtig großer Ärger, immerhin geht es auch um den Verkauf von 104.000 Stecklingen. Die Polizei im Burgenland ermittelte zwei Jahre lang gegen eine 45-jährige Unternehmerin, die ein eigentlich legales Geschäft betreibt. Erst vergangene Woche berichteten wir im Zuge der Lesetipps über polizeiliche Plünderungen in zwei Henndorfer Stecklingsgeschäften.

 

Wie der „Kurier“ heute berichtet, steht in Kürze eine Geschäftsfrau vor Gericht, da sie mit Cannabisstecklingen handelt. Dank der Gesetzeslage in Österreich dürfen Samen und Jungpflanzen normalerweise frei verkauft werden. Voraussetzung ist, dass die Pflanzen nicht blühen und auch nicht zum Blühen gebracht werden. Laut Oberlandesgericht Wien macht sich ein Stecklingshändler nur dann strafbar, wenn er mit dem Vorsatz veräußert, dass daraus Cannabis gewonnen werden soll. Sie hat daher in ihrem Geschäft Warnhinweise aufgehängt und fügt den verkauften Pflanzen Anleitungen bei, wie diese durch die richtige (bzw. falsche) Beleuchtung an der Blüte gehindert werden. Um ihr also den unterstellten Vorsatz der Beihilfe zur Herstellung von rauchbaren Cannabisprodukten zu beweisen, investierte die Polizei zwei Jahre Ermittlungsarbeit, inklusive Telefonüberwachungen, Hausdurchsuchungen und der Befragung von 180 Zeugen.

 

Von diesen 180 Zeugen hat allerdings laut „Kurier“ nur ein einziger angegeben, dass er von der Unternehmerin ihn hinsichtlich der Pflanzenaufzucht beraten hätte. Zudem behauptet noch ein verdeckter Ermittler das Gleiche. Würde sie schuldig gesprochen werden, wäre damit ein Präzedenzfall geschaffen, der die ganze Österreichische Stecklings-Industrie gefährden könnte. Verhandelt wird das Ganze im Juni. Die bisherige Rechtsprechung gibt der Geschäftsfrau allerdings recht, immerhin existieren auch knapp achtzig Fachgeschäfte für Stecklinge in Österreich. Alleine ihr Betrieb soll laut den Ermittlungen zwischen 2012 und 2014 insgesamt 104.000 Stecklinge verkauft haben. Der Bedarf in Österreich ist also zweifelsohne riesig.

Jeder kennt das Problem: Überall wird zu viel Gras angeboten. Permanent machen neue Coffeeshops in der Nachbarschaft auf. Nein? Nicht jeder kennt das Problem? Das sind dann wohl doch nur die Einwohner von Denver.

 

Am Montag beschloss die Stadtverwaltung von Denver, Hauptstadt Amerikas derzeitiger Cannabis-Hauptregion Colorado, dass vorerst keine neuen Marihuana-Shops und Grow-Läden eröffnen dürfen. Warum? Weil es zu viele gibt!

 

Interessierte, die dennoch einen cannabiskonnotierten Shop eröffnen möchten, können sich nun in einer Warteliste eintragen lassen. Neue Lizenzen werden allerdings nur vergeben, wenn ein bestehender Shop sein Geschäft aufgibt. Aber die Stadtverwaltung behält sich in diesem Fall vor, den neuen Shops ein bestimmtes Gebiet zuzuweisen, wo ein Laden eröffnet werden darf. Denn zwar ist Cannabis in Denver allgegenwärtig – allerdings gibt es bestimmte Stadtteile, in denen Weed wirklich das Leben aller mitbestimmt, wie die amerikanischen Kollegen von „High Times“ berichten. Daher sollen die Grasshops zukünftig ein wenig besser verteilt werden. Dadurch soll außerdem verhindert werden, dass sich die Weed-Geschäfte vor allem in den einkommensschwachen Wohngebieten ausbreiten, wie man es in Denver von den Schnaps- und Tabakläden gewohnt ist.

 

Wie es in einer solchen Marihuana-Ausgabestelle in Denver wohl zugeht, fragt ihr euch? Dann schaut euch einfach das Video vom Deutschen Hanfverband (DHV) an, das unter diesem Artikel zu finden ist. Denn in diesem führt euch Florian Rister vom DHV durch die Dispensary „Ganja Gourmet“ in Denver, Colorado.

Ende Mai findet in Berlin die deutsche Cannabismesse Mary Jane Berlin statt und es wird mit vielen Besuchern gerechnet. Nun hat die Messeleitung bekannt geben, dass die Messe vonseiten der Aussteller komplett ausgebucht worden ist. Die Cannabismesse in der deutschen Bundeshauptstadt findet am Wochenende vom 27. bis zum 29. Mai statt und informiert über alles Wissenswerte zu Cannabis, Hanf, CBD, Headshop-Utensilien oder Zubehör zur Pflanzenzucht.

 

Bis im vergangenen Jahr die Münchner Cannabis XXL erstmals ihre Pforten öffnete, gab es über zehn Jahre keine deutsche Cannabismesse. Umso erstaunter die Reaktionen, als eine weitere deutsche Messe – die Mary Jane Berlin – angekündigt wurde. Doch inzwischen sieht es so aus, als hätte diese Messe das Potential, ein großer Erfolg zu werden. Die Meldung, dass das Messegelände am Postbahnhof im Ostbahnhof nun ausgebucht ist, bestätigt diesen Eindruck.

 

Es haben sich zahlreiche nationale Hersteller, Händler und Szenegrößen angekündigt. Aber auch aus den umliegenden Ländern kommen viele Aussteller und Referenten. Beispielsweise reist aus den Niederlanden Advanced Hydroponics an, Bushplanet macht sich aus Österreich auf den Weg und Mr. José stattet der Hauptstadt einen Besuch aus Tschechien ab. Sogar Samenbanken wie Barney’s Farm und Dinafem sind mit von der Partie, auch wenn diese in Deutschland aufgrund der Gesetzeslage nicht wie aus anderen Ländern gewohnt ihre Ware verschenken und verkaufen können.

 

Mary Jane Berlin

Termin: 27. Mai 2016 bis 29. Mai 2016

Veranstaltungsort: Berlin, Postbahnhof im Ostbahnhof

Preis: Tagesticket 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro regulär; 3-Tagesticket 20 Euro im Vorverkauf, 30 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

 

In der aktuellen Ausgabe von Highway (an jedem gut sortierten Kiosk oder als E-Paper erhältlich) werden bis zum 6. Mai 20 Eintrittskarten für das gesamte Messewochenende verlost.

Viele junge Männer arbeiten in ihrem ersten Job als Pizzabote. Und viele junge Männer machen ihre ersten Berufserfahrungen auch mit dem An- und Verkauf von Cannabisprodukten. Was liegt da näher, als diese beiden Jobs zu verbinden?

 

Auch in Deutschland und Österreich gibt es in Großstädten gelegentlich einen Lieferservice für Gras und Hasch, den sich die Lieferanten in der Regel allerdings teuer bezahlen lassen. Dies ist aber auch kein Wunder, denn wird der Lieferjunge geschnappt, kann er sich unter Umständen auf einen Aufenthalt im Gefängnis einstellen.

 

Den europäischen Arbeitssuchenden und Lauffaulen bleibt auch in dieser Beziehung nur, neidisch über den großen Teich zu blicken: Im amerikanischen Bundesstaat Colorado nähert sich die erste Cannabis-Liefer-Lizenz der Zulassung, berichtet CBS.

 

Zwar existieren bereits ein Dutzend Lieferservice in Colorado, die Marihuana von Plantagen zu Verkaufsstellen transportieren dürfen, allerdings sind sie strengen Auflagen ausgesetzt. So müssen diese Transportunternehmen derzeit beispielsweise wieder zurück zum Absender fahren, wenn sie aus welchen Gründen auch immer nicht innerhalb der angepeilten Zeit beim Empfänger eintreffen können.

 

Die neuen Lizenzen räumen den Lieferanten neue Rechte und Freiheiten ein, sodass der Transport von Cannabis in Colorado in Zukunft unkompliziert vonstattengehen kann. Der Kostenpunkt wird 7.600 Dollar für eine Drei-Jahres-Lizenz betragen. Es wird mit etwa 25 Bewerbern für die Lizenzen gerechnet.

Geld mit Cannabis verdienen? Ganz legal? Am besten auch noch an der Börse? Easy Money oder High Risk? Finanzexperte Thomas Hohler verrät uns alles Wissenswerte zu Marihuana-Aktien.

 

Der vollständige Artikel ist in Highway 02/2016 enthalten.

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Der im Oktober 2015 neu gewählte Regierungschef Kanadas, Justin Trudeau, möchte dieses Jahr eines seiner Wahlversprechen einlösen: Der Politiker, der nach eigener Aussage selbst schon Erfahrungen mit Cannabis gemacht hat, plant Marihuana – so wie bereits vier liberal regierte US-Staaten vor ihm – in Gänze zu legalisieren. Damit ist der ehemals als recht konservativ eingeschätzte Kontinent jenseits des Atlantiks dem alten Europa weit voraus. Man ist dort im Begriff einen milliardenschweren neuen Wirtschaftszweig zu erschließen, der neue Jobs schafft und von dem der Staat nachhaltig profitieren kann, indem er immense Steuereinnahmen und sinkende Prohibitions- und Strafverfolgungskosten verbuchen kann. Mit der Liberalisierung beteiligt sich Kanada an einem Prozess, der vor knapp zwei Jahren in den USA begann. Damals setzte Colorado als erster Bundesstaat in Amerika seine bereits im Jahr 2012 beschlossene Legalisierung von THC-haltigem Cannabis auch ohne medizinische Indikation durch. Wie bereits in der letzten Ausgabe von Highway (Highway 01/2016) näher erläutert, ist zum heutigen Zeitpunkt sogenanntes „recreational marijuana“ – also Marihuana für Hobbyzwecke – in den Bundesstaaten Colorado, Washington, Alaska, Oregon und im Bezirk Washington D.C. für Konsum und Verkauf freigegeben. Der Erwerb von medizinischem Marihuana ist sogar bereits in 23 Bundesstaaten und der Hauptstadt legal. Seitdem hat sich in den USA eine regelrechte Cannabisindustrie etabliert. Es entstand binnen kürzester Zeit ein Milliardenmarkt mit enormem Wachstumspotential, vertraut man den Prognosen einschlägiger Medien. Gemäß dem kürzlich erschienenen Investor-Network-Bericht der ArcView Group erreichte der Markt 2015 ein Gesamtvolumen von 5,4 Mrd. US-Dollar (USD). Vor allem der Verkauf von „recreational marijuana“ wuchs um satte 184 % auf 998 Mio. USD. Laut dem Bericht handelt es sich bei Cannabis um die am schnellsten wachsende Industrie in den USA. Auch Investoren und risikoaffine Anleger wittern fette Beute und wollen von den Freiheiten und Chancen dieser Neuen Welt profitieren.

 

Wie kann ich an diesem Boom teilhaben?

Als Privatanleger an diesem Boom zu partizipieren ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Zum einen impliziert alleine die Legalisierung von Cannabis nicht zwangsläufig profitable Geschäftsmodelle, zum anderen gibt es schlicht und ergreifend keine passablen Anlagevehikel, um sein Geld am Markt breit diversifiziert zu platzieren. Außer klassische Investments in Aktien gibt es bisher kaum Möglichkeiten, am Aufschwung der amerikanischen Cannabisbranche teilzuhaben, denn es existieren weder Publikumsfonds noch ETFs (börsengehandelte Fonds), die sich dem Thema Cannabis widmen. Neben den ausländischen Aktien und wenigen Crowdfunding-Plattformen (z. B. CannaFundr) gibt es in Deutschland lediglich ein börsengelistetes Unternehmen, das sich auf diese junge Branche spezialisiert hat, später mehr dazu.

 

Die „PotBong“-Blase

Zu Beginn des Jahres 2014 löste die Legalisierungs-Euphorie in Amerika einen regelrechten Run auf Aktien hochspekulativer Start-ups aus und es flossen in kürzester Zeit Milliardenbeträge in dieses neue Marktsegment. Die enthusiastische Reaktion der Kapitalanleger auf die politischen Veränderungen war im Nachhinein eine logische Konsequenz und erinnert stark an den immensen Hype des Neuen Marktes im Jahr 2000 (die sogenannte „DotCom“-Blase). Auf breiter Front herrschte Goldgräberstimmung und viele junge Unternehmen fluteten den Markt, um am augenscheinlichen Boom zu partizipieren. Sie deckten bald sämtliche Aspekte der Cannabisindustrie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ab: Von Beleuchtungs- und Belüftungssystemen, Edibles und Smartphone-Apps über Verpackungen mit Kindersicherungen bis hin zu Gras aus Automaten. Aktien mit einschlägigen Namensbestandteilen wie „Canna“, „Marijuana“ oder „Hemp“ wurden von der Anlegerschaft offenbar blind und ohne vorherige Recherche gekauft. Denn im ersten Quartal 2014 verzehnfachten sich in Windeseile viele der bis dato am Markt notierten Werte. Doch wie in der Vergangenheit so oft tendiert der Markt zur Blasenbildung, wenn in einem illiquiden Segment viele Handelsteilnehmer gleichzeitig durch ein und dieselbe Türe wollen.

 

Beispielhaft für den Wahnsinn des Marktes ist die Aktie CannaVest Corporation, die Anfang 2014 binnen kürzester Zeit von 5 USD auf über 200 US-Dollar anstieg, was am Hochpunkt einer Marktbewertung von 2,57 Mrd. USD entsprach. CannaVest ist ein Hersteller und Vertreiber von Hanf- und Cannabidiol-basierten Produkten und entwickelt, vermarktet und vertreibt unter anderem Hanf-Öle und Kosmetika aus Industriehanf mit Focus auf dem legalen Inhaltsstoff CBD. Das Unternehmen hat mehrere Tochtergesellschaften, die unter anderem mit dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf-Samen betraut sind oder Spezial-Verarbeitungstechniken und Produktentwicklung im Zusammenhang mit hanfbasierten Produkten bieten. Zwei Jahre nach dem Auftritt des Unternehmens am Markt ist von der anfänglichen Euphorie nicht viel übrig geblieben, im Gegenteil: mit einem Kurs von 0,123 USD (11.2.2016) verfügt die Aktie heute lediglich noch (oder immer noch) über eine Marktkapitalisierung von aktuell 4,31 Mio. US-Dollar. Es wurden also bis dato alleine mit dieser Investition knapp 2,56 Mrd. USD verbrannt.

 

 

...Wollt ihr mehr über Cannabis-Aktien und die Möglichkeiten, die sie bieten, erfahren? In Highway 02/2016 (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) findet ihr auf acht Seiten die Fortsetzung dieses Artikels und könnt euch über deutsche und internationale Cannabis-Aktiengeschäfte sowie die Chancen und Risiken informieren.

 

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Weblink: marihuana-aktien.de von Thomas Hohler (für fortgeschrittene Interessierte)

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