Und da ist Deutschlands erster Cannabisautomat leider auch schon wieder Geschichte! Zumindest vorerst. Mit ganzen zehn Beamten verteilt auf drei Einsatzfahrzeuge rückte die Polizei am vergangenen Donnerstag an der Jüdemerstraße in Trier an, um den Automaten der Grow- und Headshop-KetteThe Jeffrey“ zu beschlagnahmen und abzutransportieren.

 

Grund waren die im Automaten enthaltenen CBD-Blüten, die laut Staatsanwaltschaft Trier klar zu Konsumzwecken angeboten wurden. Die verschiedenen Standorte der Jeffrey-Läden in Trier, Heidelberg, Kassel und Bonn bekamen dann auch gleich noch Besuch von der Staatsmacht. Auch dort wurden Produkte beschlagnahmt, in denen die Polizei Cannabispflanzenmaterial vermutet. Das Team um „The Jeffrey“ gibt sich auf seinem Instagram-Account kämpferisch und kündigt nichtsdestotrotz weitere Automaten an. Die Hoffnung, wenigstens ihren gelehrten Automaten wieder zurückzubekommen, haben sie allerdings bis auf Weiteres aufgegeben.

 

Die deutsche Polizei geht immer wieder gegen vereinzelte CBD-Anbieter vor, vor allem Lebensmittel, die das nicht berauschende Cannabinoid enthalten, sowie das Blütenmaterial selbst sind den Behörden ein Dorn im Auge. Das bekamen zum Beispiel auch die Betreiber der „Hanfbar“ aus Braunschweig zu spüren, die sich anschließend einen erbitterten medialen Schlagabtausch mit Polizei und Staatsanwaltschaft lieferten.

 

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage auf lange Sicht wieder beruhigen wird. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), CBD zukünftig nicht mehr als Droge zu klassifizieren, könnte sich diesbezüglich wie ein Befreiungsschlag für das globale Cannabusiness auswirken. Bis die UN-Mitglieder allerdings über die Empfehlung der WHO abstimmen werden dürfte allerdings noch mindestens ein Jahr vergehen

Die Anbaulizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis auf deutschem Boden sind vergeben. Laut dem Handelsblatt haben jeweils die deutschen Ableger der kanadischen Produzenten Aphria und Aurora sowie das Berliner Unternehmen Demecan die Zuschläge erhalten. Insgesamt 13 Lose wurden unter den drei Firmen aufgeteilt.

 

Drei davon gingen nach Berlin, der Rest wurde zu gleichen Teilen an die Kanadier vergeben. Aphria wird den Anbau durch seine Tochter Nuuvera in einem riesigen 8000-Quadratmeter- Gewächshaus in Neumünster durchführen, wo derzeit noch medizinisches Chili die Hallen füllt. Insgesamt hatten sich 79 Firmen für die Lizenzen beworben. Näheres zu den Spezifikationen der Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es hier.

 

Da nun aber theoretisch noch 10 Tage Zeit bleiben, um gegen die Vergabeentscheidung zu klagen, äußert sich das BfArM bisher noch nicht zu der Lizenzvergabe.

 

Branchenkenner gehen davon aus, dass trotz Anbaus in Deutschland auch weiterhin Cannabisimporte, zum Beispiel aus Kanada, nötig sein werden, um den Bedarf der deutschen Patienten decken zu können.

Der Chef des kanadischen Cannabisproduzenten Tilray, Brendan Kennedy, hat es mit dem Börsengang seiner Firma zum Milliardär gebracht. Kennedy gilt mittlerweile nicht nur als reichster Mann im legalen Marihuanabusiness, er wird auch für seine Marktprognosen geschätzt.

 

Als einer der ganz wenigen sah er beispielsweise die medizinische Legalisierung in Südkorea, einem Staat mit traditionell restriktiver Drogen- und Cannabispolitik, voraus. Seine aktuelle Prognose betrifft die landesweite Cannabisfreigabe in den USA. Kennedy ist überzeugt davon, dass die bald kommt und er nennt auch eine konkrete Jahreszahl: 2021 soll die inzwischen fast ein Jahrhundert alte Prohibitionspolitik in den Vereinigten Staaten endgültig ein Ende finden. Weiterhin geht er davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 70 Nationen rund um den Globus Cannabis als Medizin erlaubt haben werden.

Was für ein Paukenschlag für die Cannabisszene in Europa! Die Hightimes Holding Corp., Mutterkonzern des weltweit größten Cannabismagazins (nach Highway) High Times, hat bereits am Dienstag angekündigt, die „Spannabis“ aufkaufen zu wollen.

 

Die Übernahme von Europas größter Cannabismesse, die dieses Jahr vom 15. bis 17. März in Barcelona stattfinden wird, erweitert das ohnehin schon beeindruckende Portfolio der Holding, das zum Beispiel auch den Cannabis Cup umfasst, um ein echtes Schwergewicht der Cannabisszene. Der Geschäftsführer der Spannabis, Carlos Palomino, bezeichnet den Deal als „game-changer“ und freut sich, darauf, gemeinsam mit dem nordamerikanischen Medienkonzern, die globale Legalisierungsbewegung weiter voranzutreiben.

 

Noch innerhalb des ersten Quartals 2019 soll der „Deal“ zum Abschluss gebracht werden und die Führungsriege des spanischen Cannabisevents um drei Millionen Dollar Bargeld, Hightimes-Aktien im Wert von vier Millionen Dollar und zwei nicht näher bezifferte Einzelzahlungen in den Jahren 2020 und 2021 reicher sein.

 

In Deutschland werden dieses Jahr zwei Cannabismessen stattfinden: die vierte Ausgabe der Mary Jane Berlin (21.-23. Juni, Berlin) und erstmalig die Cannafair (23.-25. August, Düsseldorf).

Das Jahr 2019 hat schon begonnen und wird wieder viel Veränderung in die Welt von Cannabis, Hanf, Weed, Marihuana, Haschisch – wie auch immer man es nutzen oder auch nur nennen möchte – bringen. Bereits das zurückliegende Jahr war wieder sehr aufregend für Cannabis-Befürworter auf der ganzen Welt, so auch in Deutschland, wo immer mehr Cannabis-Unternehmen entstehen und die ersten weiterführenden Schritte im Bereich CBD unternommen wurden. Cannabis-Patienten stehen zwar immer noch vor großen Problemen, aber es sind nochmals mehr geworden, und die Cannabis-Lobby findet immer mehr Gehör – und immer mehr Anhänger und Unterstützer. Und mit dem wachsenden Interesse und den wachsenden Umsätzen hat inzwischen fast jedes europäische Land auch seine eigene Cannabis-Messe. In Deutschland ist dies seit drei Jahren die Cannabis-Expo Mary Jane Berlin gewesen, die auch im Juni 2019 wieder in der Arena Berlin stattfindet.

 

Aber Deutschland ist mehr als groß genug für zwei Hanf-Messen, vor allem wenn das größte Bundesland NRW, direkt neben Holland gelegen, doch 500 Kilometer von Berlin entfernt ist. Und so findet nun am Wochenende vom 23. bis 25. August 2019 die Cannabis-Messe Cannafair 2019 in Düsseldorf statt. Veranstaltungsort ist die Mitsubishi Electric Halle, die nur fünf Minuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt liegt und über eine eigene U- und S-Bahn-Station verfügt und somit für alle Besucher perfekt zu erreichen ist. Der Freitag ist auf der Cannafair 2019 von 11 bis 15 Uhr ausschließlich für Fachbesucher zugänglich, also Menschen aus dem Cannabis-Business, die B2B-Geschäften frönen wollen – ab Freitagnachmittag wird dann für den Rest des Wochenendes für alle Messebesucher zu günstigen Eintrittspreisen geöffnet. Erste Infos und Aussteller sind unter www.cannafair.nrw zu finden, Tickets sind ab Frühsommer erhältlich.

 Cannafair 2019 – die Cannabismesse in Düsseldorf, NRW, Deutschland

Na, das ist ja ein Ding! Ein ehemaliger Vizekanzler der BRD als Cannabis-Lobbyist? Schön, dass so etwas heutzutage möglich ist! Die Rede ist von Joschka Fischer, der unter der rot-grünen Regierung ab 1998 als Außenminister und Vizekanzler hinter Gerhard Schröder tätig war.

 

Fischer kann auf eine bewegte politische Karriere zurückblicken, die ihn vom linksradikalen Straßenkampf in den 70er-Jahren zum Anzugträger mit Bundestagsmandat führte, der half, die Hartz-IV-Gesetzgebung und die deutsche Beteiligung am Kosovokrieg durchzusetzen. Unvergessen seine Vereidigung im Bundestag 1985, zu der er in Turnschuhen erschien und damit einen Eklat auslöste. Doch das flotte Schuhwerk wich mit der Zeit der Uniform des „Establishments“, Anzug und Krawatte. Passend dazu arbeitete Fischer nach seiner Zeit im Bundestag als Lobbyist, unter anderem für Firmen wie Siemens, BMW und RWE, was ihm nicht wenige übelnehmen.

 

Da ist es doch schön, dass der Mann sich nun wieder seiner Wurzeln besinnt und seine Fähigkeiten und Kontakte als Lobbyist nun für die Legalisierung einsetzt. Im internationalen Beirat des kanadischen Cannabisproduzenten Tilray soll Fischer nun helfen, die „offensive weltweiten Wachstumsstrategie“ umzusetzen. Der 70-Jährige hat aus seiner Einstellung zu Cannabis nie einen Hehl gemacht und sorgte in den 90er-Jahren einmal mehr für Schlagzeilen, als er angab, „mit durchaus positiver Wirkung Haschisch geraucht zu haben“.

Im nordamerikanischen Cannabissektor bahnt sich eine weitere millionenschwere Kooperation an: Der kanadische Cannabisproduzent Tilray und das weltgrößte Brauunternehmen der Welt, Anhäuse-Busch InBev tun sich zusammen, um gemeinsam an THC- und CBD-haltigen Getränken ohne Alkohol zu forschen. Ein gemeinsames Budget von 100 Millionen Dollar wird für Zusammenarbeit vorgesehen, es gibt allerdings bisher keine konkreten Pläne etwaige Resultate des Projekts zu kommerzialisieren. AB InBev ist auf dem Feld der alkoholischen Getränke weltweit führend und umfasst mehr als 500 Marken, darunter auch Schwergewichte wie Budweiser und Stella Artois. Auch hierzulande bekannte und beliebte Biere wie Beck’s, Hasseröder und Diebels gehören zum Portfolio des Konzerns. Es handelt sich nicht um die erste Verflechtung zwischen Alkoholindustrie und Cannabissektor: erst im Oktober 2017 sicherte sich Constellation Brands, weltgrößter Weinbrand-Hersteller knapp zehn Prozent des kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth.

Angesichts der unaufhaltsam näher rückenden vollständigen Cannabis-Legalisierung in Kanada und des immer weiter um sich greifenden Umschwungs in den USA kristallisieren sich Edibles als das große Ding heraus. Innerhalb dieses Bereichs weist immer mehr darauf hin, dass Cannabisgetränke zum veritablen Trend werden könnten. Namhafte Lebensmittel-, Getränkekonzerne und Bierbrauer wie Constellation Brands und Heineken haben bereits Vorstöße in diese Richtung getätigt. Nun klopft ein weiterer Riese an die Tür der Cannabisbranche: die Coca-Cola Company.

 

Cannabis und Coca-Cola? Ein Joint und ein schönes kaltes Glas Cola passen sicherlich gut zusammen. Doch der größte Getränkehersteller der Welt im Geschäft mit Cannabis? Das war noch vor kurzer Zeit völlig undenkbar. Doch die Welt dreht sich schnell und so heißt es heute plötzlich in einer E-Mail von Coca-Cola-Sprecher Kent Landers an die Nachrichtenagentur Bloomberg News, man sei an Getränken mit Cannabidiol (CBD) interessiert:

 

„Wir beobachten intensiv das Wachstum von nicht-psychoaktivem CBD als Bestandteil von funktionellen Wellnessgetränken auf der ganzen Welt. Der Bereich entwickelt sich schnell. Derzeit sind noch keine Entscheidungen getroffen worden.“

 

Wie Bloomberg Television berichtete, ist Coca-Cola momentan in Gesprächen mit dem kanadischen Cannabisproduzenten Aurora Cannabis. Dennoch konnte heute bislang vor allem die Tilray-Aktie von der Meldung profitieren und bereits sieben Prozent steigen (zusätzlich zu den unglaublichen 40 Prozent der Vorwoche).

 

Coca-Cola wäre, wie bereits eingangs erwähnt, nicht das erste Getränke-Unternehmen, das in den Cannabissektor einsteigt. Der weltgrößte Weinproduzent Constellation Brands kaufte sich zu 38 Prozent beim größten kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth ein und plant die Entwicklung sogar THC-haltiger Getränke, viele weitere Firmen haben den Markt ebenfalls im Auge.

 

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William Wrigley Jr II, Urenkel des Wrigley´s-Gründers, hatte sich bereits 2008 aus dem Süßigkeiten-Geschäft verabschiedet, als er den Verkauf des Familienunternehmens an den Mars-Konzern begleitete. Sein erstes Investment im Cannabusiness tätigte der Erbe bereits im September 2017, als er in das Medizinalcannabis-Startup Surterra Wellness aus Kalifornien investierte. „Als ich die enormen Vorteile [der Cannabispflanze] verstand, änderte sich meine Meinung über die Branche. Die Chance, als einer der ersten eine gerade erst entstehende Industrie maßgeblich zu prägen, kommt so schnell nicht wieder“, kommentierte Wrigley seine Entscheidung, sein Investment noch zu forcieren und zukünftig als Aufsichtsratsvorsitzender zu fungieren. Der Unternehmer ist davon überzeugt, dass die Legalisierung in Kanada auch zu einer weiteren Lockerung der Cannabisgesetze in den USA führen werde.

In Colorado, dem ersten US-Bundestaat, der neben der medizinischen Nutzung auch den Genusskonsum legalisiert hat, sind die Preise für ein amerikanisches Pfund (etwa 450 Gramm) Marihuana-Blüten erstmals auf unter 1.000 Dollar gesunken. Und zwar deutlich drunter: zum 1. Juli wird der Großhandelspreis bei 846 Dollar liegen. Zum Vergleich: in den Anfangstagen der freizeitlichen Legalisierung im Januar 2014 lag er noch bei 1.876 Dollar pro Pfund. Steve Ackermann, Dispensary-Besitzer, sieht darin eine Folge von Überproduktion aufgrund einer zu hohen Zahl an Marktteilnehmern und erwartet eine Marktbereinigung durch die fallenden Preise, die nur die am effizientesten wirtschaftenden Unternehmen der Branche überleben werden. Die genaue Preisentwicklung seit der Legalisierung zeigt unterstehende Tabelle. Beeindruckende Notiz am Rande: die Legalisierung hat der Cannabisbranche in Colorado von 2014 bis heute einen Umsatz von insgesamt knapp fünf Milliarden Dollar beschert.

Preisentwicklung von Marihuana-Blüten in Colorado von 2014 bis Juli 2018:

Januar 2014: 1.876 Dollar
Juli 2014: 1.876 Dollar
Januar 2015: 2.007 Dollar
Juli 2015: 1.868 Dollar
Januar 2016: 1.948 Dollar
Juli 2016: 1.816 Dollar
Januar 2017: 1.471 Dollar
Juli 2017: 1.298 Dollar
Januar 2018: 1.265 Dollar
Juli 2018: 846 Dollar

 

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