Und der nächste Promi steigt ins Cannabusiness ein: Ex-Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson möchte auch am legalen Cannabis-Boom partizipieren und sicherte sich in Kalifornien, wo seit gestern die Legalisierung von Marihuana und Haschisch in die Tat umgesetzt wurde, eine Anbaufläche in der Größe von 35 Football-Feldern. Dort soll in Zukunft Marihuana angebaut werden, wie „sport.de“ berichtete. Außerdem soll auf dem Gelände auch eine Art Cannabis-Uni mit Anbau-Kursen ins Leben gerufen werden. Berührungsängste mit dem Thema Betäubungsmittel scheint der Ex-Boxer, der nach wie vor den Rekord als jüngster Schwergewichts-Weltmeister hält, sowieso nicht zu haben: In seiner Autobiografie gesteht Iron Mike, einige Profikämpfe unter dem Einfluss von Kokain und Marihuana bestritten zu haben.

An irgendeinen verrauchten Abend auf dem Sofa hat vermutlich jeder schon einmal den Entschluss gesfasst: irgendwann, irgendwie mache ich einen Coffeeshop auf! Doch wie ist es, wenn man tatsächlich Chef eines niederländischen Coffeeshops ist? Wir haben einen Shop-Besitzer aufgetrieben, der uns Rede und Antwort stand und aus seinem Leben berichtet.

 

Im Folgenden präsentieren wir einen Auszug aus der Titelstory von Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 – die komplette Story lest ihr in unserem Printmagazin, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann.

 

Aus dem Alltag eines Coffeshop-Chefs: Zwischen guten Geschäften und der Sorge vor dem Aus (Teaser aus dem neuen Heft)

Welcher leidenschaftliche Cannabiskonsument hat nicht schon einmal (oder mehrfach) davon geträumt, einen Coffeeshop aufzumachen und so das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden? Legal ist dies in den Niederlanden möglich und so führte uns unsere Reportage nach Südholland, denn wir wollten uns gerne einmal mit einem Coffeshop-Besitzer über seinen Beruf unterhalten und herausfinden, ob dies wirklich ein solch erstrebenswertes Berufsbild ist, wie man im ersten Moment vielleicht vermutet. Unser Autor Dr. Dope hat sich für Highway auf den Weg gemacht und das Interview geführt.

 

[...]

 

Wie löst ihr denn überhaupt das Problem der Lagerung und des ständigen Zuflusses?“, möchte ich wissen. „Ich kann da nur generell und nicht für mich antworten. Die niederländischen Logistik-Fähigkeiten sind beachtlich. Es gibt Fälle, in denen alles in einem Auto in einer Garage gebunkert wird. Das ist sozusagen ein bewegbarer Stash. In manchen Städten nimmt die Polizei die Problematik mit den 500 Gramm, die jeder Coffeeshop ,legal‘ besitzen darf, nicht so genau. In anderen hingegen wieder sehr. Manchmal drücken sie auch alle Augen zu, obwohl sie genau wissen, dass ein Coffeeshop-Besitzer einen Großteil der Ware über seinem Shop bunkert. Und dann gibt es da noch die geniale Lösung einer Art Terminwarengeschäft. Ich kaufe eine Ernte beziehungsweise Lieferung, aber sie bleibt in den Händen der Zulieferer, bis ich sie benötige. Damit bleibe ich legal und auf der sicheren Seite. Das ist etwas teurer und erfordert gegenseitiges Vertrauen. Manchmal lassen niederländische Richter Coffeeshop-Besitzer mit einer geringfügigen Strafe davon kommen, wenn sie mit 50 oder 100 Kilogramm erwischt werden. Es kann aber auch sein, dass man dafür ein paar Jahre in den Knast einfährt.“

 

Anschließend führt er noch einmal aus, was das Einmaleins im Coffeeshop-Business ist: Vertrauen, Respekt und keine Gier. Das gelte auch für die Angestellten seines Shops. Mohammed bezahlt ihnen mehr als nötig, damit er eine vertrauensvolle Basis mit ihnen herstellen kann. Dennoch gibt es hin und wieder Probleme mit dem Personal und dieses wechselt auch recht häufig. Zum Glück für ihn gibt es in seiner Stadt relativ wenige Coffeeshops, sodass die Konkurrenz untereinander recht gering ist und niemand dem anderen Steine in den Weg legt. Auf meine Frage hin, wen er mehr fürchte, die Polizei oder Kriminelle, schüttelt er den Kopf. „Weder noch. Was mir Sorgen und Angst bereitet, sind die oberen Offiziellen – Politiker, Staatsanwälte, Richter, hohe Polizeibeamte. Die können von einem Tag auf den anderen die Entscheidung treffen, jeden beliebigen Coffeeshop zu schließen, wenn sie wollen. Da reicht als Begründung aus, dass mein Gehweg schmutzig sei. Also gilt für mich die überlebenswichtige Devise: Ich muss zu allen Seiten freundlich und politisch äußerst korrekt sein.“ – „Bestechung?“, möchte ich wissen. Mohammed winkt ab: „Keine Chance. Das gibt es hier nicht. Ich weiß nicht, ob es so etwas bei den Zollbehörden gibt. Vielleicht, aber dann im ganz großen Stil. Eventuell gibt es auf den ganz oberen Ebenen so etwas wie ,Old-Boys-Netzwerke‘. Die kennen sich vom Studium von den Elite-Universitäten. Und die sind einander schon mal einen Gefallen schuldig. Sowas könnte hier laufen. Aber in solche Kreise kommt man gar nicht rein. Und dazu sind die Niederlande so klein und überschaubar, dass wirklich beinahe jeder alles von jedem anderen weiß. Das ist der Nachteil von solch einem kleinen und flachen Land mit wenigen Einwohnern (lacht). Jemand wie ich sollte nicht einmal im Traum daran denken. Was viel mehr hilft als jegliche Bestechung, ist quasi ein Diplom in Public Relations. Ich bemühe mich, hohe diplomatische Qualitäten an den Tag zu legen und bisher hat das immer gut funktioniert.“

 

Auch wenn Mohammed sich weitaus größere Sorgen über Funktionäre als Kriminelle macht, berichtet er dennoch von einer Geschichte, die er erlebt hat und auf die er sicher auch gerne verzichtet hätte. Denn diese Schilderung hört sich so gar nicht nach Traumberuf oder Berufung an. Aber sie ist bittere Realität. Und zwar nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo so etwas zum Alltag gehören soll, sondern mitten in Europa, ja sogar in einem der reichsten Länder Europas, den Niederlanden: „Sie kamen am frühen Abend. Ich war mit meiner Freundin allein zu Hause. Es ist nicht selbstverständlich, dass man schon mit Ende zwanzig ein eigenes Haus besitzt, aber es ist auch nichts Ungewöhnliches. Normalerweise mache ich kein Geheimnis aus meinem Beruf. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Aber ich annonciere auch nicht, wo ich wohne. Für Leute, die rauskriegen wollen, wo ich wohne, dürfte das aber dennoch kein Problem sein. Kriminelle Elemente haben ja genug Zeit und Energie, um so etwas herauszufinden. Als wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben, hat es an der Haustüre geklingelt. Da wir noch Besuch erwartet haben, hat meine Freundin geöffnet, ohne durch den Spion zu sehen. Und da standen dann vier Typen, furchteinflößende Schränke in schwarzen Anzügen und mit Sturmhauben an. Sie drängten meine Freundin ins Wohnzimmer und als ich ihr zur Hilfe eilen wollte, schlugen sie mich mit Brecheisen und Baseballknüppeln zusammen. Beinahe bewusstlos musste ich mit anschauen, wie die Kriminellen meine Freundin auf einem Stuhl brutal fesselten. Immer wieder habe ich versucht mich zu wehren, aber es waren zu viele und sie hatten Schlagwerkzeuge. „Wo hast du das Zeug gebunkert?“, wollte der Anführer wissen. Kein ausländischer Akzent. Perfektes Niederländisch. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich weder Gras noch Hasch im Hause hatte. Das glaubten sie mir aber nicht. So hagelte es immer wieder Schläge. Ich blutete an verschiedenen Stellen und drohte immer wieder ohnmächtig zu werden. Den Typen gelang es aber, mich bei Bewusstsein zu halten. Zwei gingen systematisch vor und durchsuchten unser Haus, während zwei uns martialisch bewachten. Das schlimmste war, dass ich meiner Freundin nicht zu Hilfe eilen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen die Typen zurück und schüttelten den Kopf. Kein gutes Zeichen. Aber was sollte ich machen? Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich ihnen nichts anbieten können. Dann gingen die Schläge wieder los. Einer zückte ein Messer und drohte, mir zuerst mein Gesicht zu zerschneiden und sich dann zum Hals vorzuarbeiten. Aber das zog nicht. Als sie erkannten, dass sie mich umbringen mussten, versuchten sie es mit einer anderen Strategie. Sie drohten jetzt, meine Freundin zu vergewaltigen. Plötzlich stand ich Todesängste aus. Solange nur das eigene Leben betroffen ist, kann man das aushalten. Wenn es aber um das Leben eines geliebten Menschen geht, ist das eine andere Sache. Ich habe keinerlei Zweifel, dass sie ihre Drohung wahrgemacht hätten. Und dann passierte das Wunder, das uns rettete. Die Türklingel ertönte. Unser erwarteter Besuch war da. Und da es ein wichtiger Termin war, ließ er sich nicht abwimmeln und klingelte Sturm, da er wusste, dass wir zu Hause sein mussten. Das entmutigte dieses kriminelle Pack. Sie bekamen es mit der Angst zu tun. Und dann flüchteten sie durch die Balkontür zum Garten hinaus. Ich bin überzeugt, dass sie mich umgebracht hätten, wenn sie nicht gestört worden wären. Das waren wirklich die furchtbarsten Minuten in meinem Leben.“ Mein Gegenüber atmet tief durch und nimmt genussvoll einen Schluck Kaffee. Dennoch ist zu klar zu erkennen, wie sehr in diese Geschichte immer noch mitnimmt.

 

[…]

 

Das war ein kleiner Teil unserer umfangreichen Titelstory. Den Anfang und das Ende könnt ihr in unserem Printmagazin Highway – Das Cannabismagazin 01/2018 durchlesen, das gerade frisch erschienen ist und ab sofort in allen gut sortierten Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen und Head- und Growshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro, 4,20 SFr) erworben werden kann:

 

 

 

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Bier und Gras – passt eigentlich ganz gut, kann man sagen. Auch auf geschäftlicher Ebene: mit diesen beiden Drogen kann unendlich viel Geld verdient werden. Mit Cannabis neuerdings auch immer häufiger ganz legal, sei es mit medizinischem Marihuana oder auch in den entsprechenden US-Staaten mit legalem Gras für den Freizeitgebrauch.

 

Eigentlich kämpfen die Alkohol-Hersteller, genau wie praktisch alle großen Pharmakonzerne, gegen Marihuana und dessen Legalisierung, denn legales Cannabis ist eine große Gefahr für die Verkaufszahlen von Schnaps und Pillen. Doch ein Alkohol-Konzern unternahm nun den einzig wirklich logischen Schritt: Da die Legalisierung von Cannabis eh nicht aufzuhalten ist, wie der Chef des Unternehmens Constellation Brands, das unter anderem mit der bekannten Biermarke Corona sein Geld verdient, sagt, setzt man nun halt parallel auch auf Marihuana.

 

Damit ist Constellation tatsächlich das erste Alkohol-Unternehmen, dass nun auf zwei Drogen setzt. Dazu wurden 191 Millionen Dollar investiert, um 10 Prozent der Anteile am kanadischen Cannabis-Produzenten Canopy Growth zu erwerben.

 

Doch Constellation will nicht nur stiller Partner sein, sondern auch aktiv neue Produkte entwickeln. Wenn Konsumenten die Wahl hätten zwischen einem Bier, einem Glas Wein oder Schnaps und einem mit Marihuana versetzten Getränk, dann wolle man auch in der Lage sein, alle vier anzubieten, so Constellation-Chef Rob Sands. Ins US-Geschäft möchte der Konzern allerdings erst nach einer erwarteten landesweiten Legalisierung einsteigen und sich solange auf den kanadischen Markt konzentrieren.

Cannabis ist nicht nur ein Heilmittel und dazu noch ein großer Spaß – nein, auch eine Gelddruckmaschine. Seit den diversen Gesetzeslockerungen der letzten Jahre über den ganzen Globus, vor allem in den Vereinigten Staaten, ist es auch von legaler Seite her ein einträgliches Geschäft geworden. Nicht nur Weed und Hasch selbst werden verkauft, auch Dienstleistungen und Waren aller Art, die mit Cannabis zu tun haben, stehen hoch im Kurs.

 

Wir in der Redaktion von Highway – Das Cannabismagazin waren schon recht erstaunt, als wir letztens angerufen wurden und man uns die – grundsätzlich nicht cannabiskonnotierte – Domain highway.de für 15.000 Euro zum Kauf angeboten hat – für das Geld bekommt man aber locker drei Kilo Gras. Wie könnten wir es da so sinnlos verplempern, damit ihr, liebe Leserinnen und Leser, ein paar Buchstaben weniger in die Adressleiste eures Browers eintippen müsst? Nein, das steht in keinem Verhältnis.

 

Auch Snoop Dogg, Rap-Star und nicht zuletzt Chef der amerikanischen Cannabis-Website merryjane.com, erhielt kürzlich einen ähnlichen Anruf – im wurde allerdings die Domain kush.com angeboten. Der geforderte Preis: stolze 3 Millionen US-Dollar auf Verhandlungsbasis.

 

Einiges spricht für die Domain: sie besteht nur aus vier Buchstaben, was sie schon einmal grundsätzlich recht wertvoll macht. Außerdem ist es in den USA so, dass das Wort Kush von vielen Menschen synonym für Weed gebraucht wird, obwohl es ja eigentlich nur einige indicalastige Sorten umfasst. Dennoch: für diesen Betrag kann man (legal versteuert) mehr als eine Vierteltonne Blackberry Kush kaufen. Und so schlug auch Snoop Doog nicht zu.

 

Sergio Stephano, einer der führenden Domainhändler Amerikas, äußerte sich auch dahingehend, dass der Preis deutlich übertrieben wäre: 2011 kaufte Weedmaps die Domain marijuana.com für 4,2 Millionen US-Dollar (ja genau: 4.200.000), somit könnte ein Wort das weitaus seltener genutzt würde, nicht fast genau so viel wert sein – er schätzte einen realistischen, für alle Seiten befriedigenden Preis auf allerhöchstens 500.000 US-Dollar.

 

Kush.com wurde übrigens vor längerer Zeit von einer Immobilienhändler-Familie gekauft, die mit Nachnamen Kush heißt – ein Zufall, der der Familie sicherlich irgendwann einen ordentlichen Betrag einbringen wird.

In Deutschland wurde erst kürzlich gewählt und die Koalitionsverhandlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Die „Süddeutsche“ meldete heute, dass eine Cannabislegalisierung durch die vermutlich ins Haus stehende Jamaika-Koalition durchaus möglich wäre.

 

Mit etwa anderthalbmal soviel Stimmen für die Union aus CDU und CSU halten wir von Highway das allerdings für äußerst unrealistisch. Vor nichts hat die Union mehr Angst als vor Weed und Hasch und erst recht vor dem Anbau von Cannabis – und den Grünen und der FDP kann auch nicht über den Weg getraut werden, wenn es darum geht, die Legalisierung von Cannabis mit allen Mitteln einzufordern und nicht etwa gegen einen schönen Ministerposten einzutauschen. Mit größter Freude würden wir uns aber natürlich bei dieser Einschätzung eines Besseren belehren lassen.

 

Auch in den Niederlanden wurde gewählt – allerdings bereits im März. Nicht zuletzt, da sich vier Parteien zusammenraufen mussten, um eine Regierung bilden zu können, dauerten die Koalitionsverhandlungen nun tatsächlich sieben Monate lang. Die Regierung aus rechtsliberaler VVD, den Christdemokraten des CDA, der linksliberalen D66 und der calvinistischen ChristenUnie hat im Parlament nur einen einzigen Sitz Mehrheit.

 

Für Cannabis-Interessierte und vor allem diejenigen Niederländer, die im legalen oder illegalen Cannabusiness tätig sind, sieht die Koalition eine wichtige Änderung für 2018 vor. Bislang ist es in der Niederlanden bekanntermaßen so, dass die Coffeeshops und ihre Kundschaft toleriert werden, solange nicht mehr als fünf Gramm Cannabis pro Tag und Kunde abgegeben und weitere Regeln eingehalten werden.

 

Die Belieferung der Coffeeshops geschieht jedoch durch die „Hintertür“, das bedeutet, dass der komplette Anbau von Marihuana und die Belieferung der Shops illegal ist. Große Grower aus den Niederlanden kommen zwar gelegentlich äußerst glimpflich davon, wenn sie erwischt werden, andere haben aber wenig Glück und müssen für einige Jahre ins Gefängnis. Auch für die Konsumenten ist diese Regelung nicht befriedigend, weil keine Cannabis-Standards herrschen und die Qualität daher sehr leiden kann, was eventuell auch gesundheitliche Nachteile mit sich bringt.

 

Wie unter anderem „Spiegel Online“ berichtete, soll ab dem kommenden Jahr nun in einigen niederländischen Gemeinden die offizielle, legale und staatlich geprüfte Herstellung von Marihuana und der Vertrieb dieses Materials an die Coffeeshops getestet werden.

In Nordkalifornien wüten die schlimmsten Waldbrände seit langer Zeit – es wurden bereits 1.500 Gebäude, Tausende Bäume und 500 Quadratkilometer Land zerstört, auch kam es bereits zu mindestens 31 Todesfällen, weitere Opfer werden befürchtet. 30.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

 

All das betrifft auch die Cannabisindustrie. Kalifornien steuert nach der kürzlichen Legalisierung derzeit auf die erste legale Cannabisernte des Staats zu. Laut „High Times“ werden für das erste Jahr der Legalisierung in Kalifornien Ernten von insgesamt 6.500 Tonnen erwartet – von denen allerdings 80 Prozent in andere Staaten weiterverkauft werden sollen.

 

Doch nun sind viele Grower in Sorge, denn die Feuer bedrohen auch Cannabisfarmen. Züchter nördlich von San Francisco haben bereits Evakuierungs-Aufforderungen erhalten, doch die Pflanzen sich selbst oder gar dem Feuer zu überlassen, könnte insgesamt Millionen über Millionen Dollar Verlust für die Produzenten bedeuten. Insgesamt könnten bis zu 9.000 Farmen bedroht sein.

 

Die Grower machen sich jedoch nicht nur wegen des Feuers Sorgen, auch der Rauch bereitet ihnen Kummer. Denn sollten die Cannabispflanzen vom Feuer direkt verschont bleiben, besteht immer noch die Gefahr, dass das Marihuana unverkäuflich wird, wenn der starke Rauch sich in den Blüten festsetzt. Dadurch können Konsumenten abgeschreckt werden, aber so steigt auch die Anfälligkeit der Cannabispflanzen gegenüber Schimmel, Mehltau und Pilzen.

 

Auch davon abgesehen, wird es noch spannend werden, wie viel der ersten legalen kalifornischen Outdoor-Ernte durch die harten Testkontrollen kommt, die durchlaufen werden müssen, um das Cannabis verkaufen zu dürfen.

Raiders heißt jetzt Twix! Und der weltberühmte Cannabis-Strain Gorilla Glue 4 heißt nun Original Glue. Doch wie kommt es dazu? Der Samenhersteller GG Strains wurde von dem Kleber-Hersteller Gorilla Glue Co. verklagt, da deren Produktname rechtlich geschützt ist.

 

Nun einigte man sich – sehr zu Ungunsten der Weed-Produzenten: GG Strains wird innerhalb der nächsten 12 Monate alle Strain-Namen abändern und darauf achten müssen, dass das Wort Gorilla oder Abbildungen von Gorillas nirgendwo auftauchen. Ab Dezember muss GG Strains die Worte „formerly known as“ nutzen, wenn sie im Rahmen der zugestandenen Zeitperiode noch von Gorilla Glue sprechen möchten. Immerhin musste GG Strains im Zuge dieser Vereinbarung keine Geldzahlungen vornehmen. Dennoch meldete Ross Johnson, einer der Gründer von GG Strains, dass der Disput und das Rebranding die Firma etwa 250.000 US-Dollar kostet.

 

Das sind die neuen Namen der altbekannten Strains:

 

Gorilla Glue 1 – GG1 und/oder Sister Glue

Gorilla Glue 4 – GG4 und/oder Original Glue

Gorilla Glue 5 – GG5 und/oder New Glue

 

Andere Strains der Firma sind nicht von Umbenennungen betroffen.

Medizinisches Cannabis auf Hawaii – dies ist zwar bereits seit dem Jahr 2000 legal, doch gab es bislang keine Dispensaries auf der Insel und man musste sich mit dem Selbstanbau weiterhelfen. Doch kürzlich wurden nun Lizenzen für Geschäfte für medizinisches Marihuana erteilt und vergangenen Monat sind auch die ersten beiden Dispensaries eröffnet worden: Maui Grown Therapies und Oahu’s Aloha Green Apothecary. Auch Woody Harrelson bemühte sich um eine Lizenz, ging aber leer aus.

 

Nun sind die Zahlen des ersten Monats der legalen medizinischen Cannabisverkäufe bekanntgegeben worden: die beiden Shops konnten in dieser kurzen Zeit einen Umsatz von 426.000 US-Dollar generieren. Diese Summe schlüsselt sich auf 7.845 Cannabispatienten auf (bei 18.600 insgesamt registrierten), die durchschnittlich 54,33 US-Dollar ausgaben und dafür durchschnittlich 3,3 Gramm Marihuana oder andere Cannabisprodukte erhielten.

 

Der Durchschnittspreis von 16,45 US-Dollar pro Gramm ist sehr hoch, aber mit in Zukunft dazustoßenden weiteren Dispensaries wird dieser wohl fallen. Derzeit dürfen nur Cannabispatienten aus Hawaii die Shops nutzen, aber dies soll demnächst auf alle amerikanischen Bürger ausgeweitet werden. In Sachen Bezahlung will Hawaii besonders progressiv vorgehen und den Dispensaries ein bargeldloses Zahlungssystem ermöglichen – dies ist aufgrund der geltenden Bundesgesetze gegen Geldwäsche von Drogengeldern bislang in keinem einzigen Staat möglich.

Cannabis aus Kanada – jetzt auch in der EU: Das Unternehmen Tilray, weltweit ganz vorne mit dabei, wenn es um die Erforschung und Entwicklung (und den Verkauf) von medizinischem Cannabis geht, wird eine 25.000 Quadratmeter große Cannabisplantage (mit zusätzlichen 3.000 Quadratmetern Produktionsfläche) in Portugal errichten, um den wachsenden Bedarf an medizinischem Cannabis in Europa zu decken. Die portugiesische Regierung hatte Tilray zuvor nationale Lizenzen für den Import und Anbau von Cannabis erteilt.

 

Rund 20 Millionen Euro wird Tilray nun in die Errichtung seiner Anlage in Cantanhede in Portugal investieren, bereits diesen Monat beginnen die Bauarbeiten. Nach Fertigstellung werden mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen sein. Die erste Phase des Projekts wird Tilrays weltweite Gesamtproduktion auf 62 Tonnen Cannabis jährlich erhöhen.

 

Brendan Kennedy, der CEO von Tilray, erklärte: „Der neue EU-Campus in Portugal ist ein weiterer strategischer Meilenstein auf unserem Weg, die führende Marke für medizinisches Cannabis weltweit zu werden. Zwei Jahre lang haben wir intensiv nach einem passenden Standort in Europa gesucht, von dem aus wir den stark wachsenden europäischen Markt für qualitativ hochwertige, streng geprüfte medizinische Cannabis-Produkte bedienen können. Portugal besitzt ein ideales Klima für den Anbau von Cannabis, eine Vielzahl qualifizierter Fachkräfte und eine große wissenschaftliche Community.“

 

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Das „Dabbing“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit, insbesondere in den USA, wo der Trend seinen Anfang fand. Begriffe wie Dab, Torch, Nail und viele andere verwirren jedoch jeden unwissenden Konsumenten und dabei ist dies nur ein Bruchteil des Fachchinesisch. Die wichtigsten Begriffe und Informationen liefert daher an dieser Stelle Mr. Haze Amaze, der für seine Recherche zum Thema Dabbing bei den Experten des niederländischen Extraktionsteams Ambrosia Extracts genauer nachgefragt hat.

 

Im Folgenden erhaltet ihr einen Einblick in die Titelstory der gerade frisch erschienenen Ausgabe 05/2017 von Highway – Das Cannabismagazin:

 

Bevor es losgeht, eine kurze Erklärung vorab, damit auch jeder folgen kann: Was ist Dabbing? Ganz grob gesagt, ist es eine spezielle Art, ein Cannabisextrakt zu konsumieren. Dazu wird ein Dab auf einem vorher erhitzen Nail platziert, der auf einer sogenannten Rig thront. Der entstehende Rauch wird inhaliert. Ein Dab (englisch: Klecks oder Tupfen) ist sozusagen eine Portion des Extrakts. Leider kann man da keine pauschale Größenangabe machen. Normalerweise hat ein Dab etwa die Größe einer Erbse, doch die Amerikaner neigen oftmals zur Übertreibung, indem sie die Extrakte fast schon löffelweise auf ihre Nails schmieren. Ein Nail (englisch: Nagel) ist ein Aufsatz für Bongs, üblicherweise mit einem „weiblichen“ Stecker ausgestattet, der auf das „männliche“ Gegenstück der Bong gesetzt wird. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen, manche Nails können auch in das Loch der Bong gesteckt werden. Diese Variante ist die günstigere und passt auch wesentlich besser zum eigentlichen Namen, da sie wie ein dicker Nagel mit einer kleinen Pfanne oben drauf aussieht. Des Weiteren gibt es auch noch sogenannte Swings, also Schaukeln, und Bangers, aber das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ein Nail besteht aus Keramik, Borosilikatglas oder Titan, wobei letzteres am beliebtesten ist. Alle drei Materialien vertragen sehr hohe Temperaturen, was uns direkt zum nächsten Punkt mitsamt der Torch bringt. Eine Torch ist nichts anderes als ein kleiner Bunsenbrenner, wie er auch zum Flambieren oder für Crème brûlée verwendet wird. Mit dieser Torch wird der Nail erhitzt, bis er leicht zu glühen beginnt, denn das Extrakt soll dann auf diesem heißen Nagel platziert werden, um zu verdampfen. Ist der Nagel also erhitzt, wird das Extrakt mittels eines Dabbers, einem Dabbing-Tool, das ein wenig an ein Gerät eines Zahnarztes erinnert, aufgenommen und auf den glühenden Nagel gepackt. Daraufhin beginnt das Extrakt augenblicklich zu verdampfen und einen dichten weißen Rauch zu erzeugen, zeitgleich wird an der Rig gezogen. Eine Rig ist eine Bong mit dem benötigten, oben genannten „männlichen“ Schliff. Meistens sind Rigs etwas kleiner als normale Bongs. Das hat den Grund, dass das Extrakt nach dem Erhitzen und Verdampfen durch die Wasserkühlung der Bong wieder kondensiert. Das bedeutet also, je größer die Rig, desto mehr Extrakt wird auf dem Weg durch das Glaslabyrinth zurückbleiben und als schmieriger Rückstand in der Rig kleben bleiben.

 

Kreationen von Ambrosia Extracts

 

Um dem Ganzen noch etwas weiter auf den Grund zu gehen, habe ich mich mit Godsnectar420 (so sein Instagram-Nickname) von Ambrosia Extracts getroffen. Die Mitglieder der Gruppe Ambrosia Extracts stellen nun seit einigen Jahren dabbares Material – BHO – selbst her und haben bereits viel Wissen zu diesem Thema gesammelt. Ich sitze gerade noch im Amsterdamer Coffeeshop 1eHulp in der Marnixstraat und unterhalte mich mit ein paar Einheimischen darüber, welcher Coffeeshop denn nun der beste ist, da bekomme ich eine Nachricht, dass Godsnectar420 auch schon dort sitzt und auf mich wartet. Da die Jungs gerne anonym bleiben möchten, ist es natürlich schier unmöglich, ihn zu erkennen. Nach einem kurzen Hin und Her finden wir uns doch und setzen uns in den unteren Teil des Coffeeshops. Godsnectar420 ist ein gewöhnlicher junger Mann in Hip-Hop-Klamotten. Wir kommen direkt ins Gespräch über Dabs und Cannabis, während wir einen Joint rauchen. Er fragt mich, ob ich schon häufiger gedabbt habt, was ich verneinen muss, da ich bisher nur einmal auf einer Dabbing-Veranstaltung, der Dab-A-Doo, war. Für das Interview wechseln wir den Standort, da die Musik etwas stört. In einer kleinen Bar angekommen, setzen wir uns nach draußen. Als erstes möchte ich direkt von ihm wissen, was denn BHO jetzt eigentlich genau ist. „BHO ist eine Abkürzung für Butan Honey Oil. Es ist ein Produkt, das durch die Extraktion von THC mittels Butangas gewonnen wird. Theoretisch kann man sagen, dass es eines der reinsten und stärksten Extrakte in Bezug auf die Potenz ist, da durch die Butanextraktion nur die Cannabinoide von der Pflanze gelöst werden. Bei einer ordentlichen Extraktion geht die Masse des im Extrakt enthaltenen pflanzlichen Materials gegen null.“ Er holt einige kleine beschriftete Gläschen aus einer Tasche und stellt sie vor mich hin: „Mach sie ruhig mal auf und riech dran.“

 

In den Gläschen kleben gelbliche Klumpen, die mich rein äußerlich ein wenig an einen Schwamm erinnern, denn Öl ist es nicht, sondern es hat eine eher solide Form. „Butan Honey Oil ist ja auch sozusagen die Vorstufe. Direkt nach der Extraktion ist es noch flüssig, da das Butan ja auch in flüssiger Form durch das Cannabis geleitet wird. Danach ist die wichtigste Aufgabe, so viel Butan wie möglich aus dem Extrakt zu entfernen, denn niemand hat Lust auf ein brennendes, gesundheitsschädliches Extrakt.” Das Entfernen des Butans geschieht durch das sogenannte „Purging“ beziehungsweise Reinigen, auf das wir gleich noch zu sprechen kommen werden. Der Geruch ist jedenfalls unglaublich penetrant, aber zugleich auch frisch, zitronig und süßlich – einfach umwerfend. „Bei der Butangas-Extraktion gehen durch die extreme Kälte auch keine Terpene verloren, die für Geruch und Geschmack zuständig sind”, erklärt mir Godsnectar420 lächelnd, als er den begeisterten Ausdruck auf meinem Gesicht sieht. Schnell drehe ich die Döschen zu und gebe sie ihrem Besitzer zurück, der nun merklich seine Stimme senkt: „Man muss leider immer noch sehr vorsichtig sein, es ist schließlich illegal.“ Er verstaut die Behälter wieder in seiner Tasche und ich schaue ihn verwundert an. Illegal? Aber das ist doch auch nur Cannabis. „Das stimmt zwar, aber aufgrund der Konzentration wird es hier in den Niederlanden offiziell als harte Droge eingestuft. Es gibt aber auch noch andere Gründe dafür. Einer davon ist beispielsweise die Gefahr bei der Herstellung. Du machst nur einen unüberlegten Schritt, etwa dir eine Kippe oder einen Joint während der Extraktion anzuzünden, und schon reißt es dir die Hauswand weg. Butan ist schließlich ein sehr reaktives Gas, leicht entzündlich und hochexplosiv. Wäre es legal, gäbe es sicher mehr Leute, die versuchen würden, BHO herzustellen – und das steigert die Wahrscheinlichkeit für solche Unfälle. Zudem habe ich die Vermutung, dass die Niederlande sich nicht mehr als Mekka für Cannabis sehen wollen. Die Legalisierung von starken Extrakten wie BHO hätte zur Folge, dass noch mehr Leute in die Niederlande kommen würden, einfach nur, um hochprozentige Cannabisextrakte zu kaufen.“...

 

...an dieser Stelle müssen wir leider abbrechen, aber keine Sorge: den vollständigen Artikel, den Begleitartikel zur Rosin-Technologie sowie viele weitere Inhalte und News rund ums Kiffen und den Cannabisanbau findet ihr in der aktuellen Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin:

 

 

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