Wird das Weiße Haus unter Donald Trump zum Angriff auf die in von verschiedenen Bundesstaaten legalisierte Cannabis-Industrie blasen? Trumps Sprecher Sean Spicer kündigte genau das Donnerstagabend an.

 

Viele Amerikaner dachten, Trump hätte bei dem ganzen rassistischen Verhalten, Lügen und Grabschen gar keine Zeit sich um Kleinigkeiten wie Gras wieder zu verbieten zu kümmern.

 

Aber das ist offenbar falsch: Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag sprach sein Presse-Sprecher Sean Spicer schockierende Worte für die amerikanische Cannabisindustrie. Zwar im üblichen Trump-Duktus, also drohend, lügend und reichlich unkonkret, sodass noch Platz für Hoffnungen bleibt, aber dennoch sind dies äußerst schlechte Nachrichten.

 

Lange Zeit war unklar, welche Position Donald Trump als Präsident zu Cannabis einnehmen wird. Zwar ließ sein sonstiges Verhalten und die Wahl seiner Berater und Untergebenen nichts Gutes erwarten, allerdings war Trump schon einmal positiv bezüglich medizinischem Marihuana zitiert worden und Anfang der 1990er-Jahre hatte er sogar öffentlich die Legalisierung sämtlicher Drogen gefordert.

 

Zudem sorgt legales Marihuana für hohe Steuereinnahmen und erschafft neue Arbeitsplätze, während es praktisch keinerlei Probleme verursacht. Eigentlich alles Dinge, die jemandem wie Trump gefallen sollten.

 

Aber von wegen. Trumps Sprecher Sean Spicer kündigte nun an, dass mit umfassenden Razzien gegen die Freizeit-Cannabis-Industrie gerechnet werden müsse. „Recreational marijuana“ sei im Gegensatz zu medizinischem Marihuana vom Weißen Haus unerwünscht und man könne von Maßnahmen durch die Drogenbehörde DEA und das Justizministerium der USA ausgehen, auch wenn die letzte Entscheidung dort gefällt werden soll.

 

Der neue Justizminister Jeff Sessions, der seit dem 9. Februar im Amt ist, ist allerdings ein Wunschkandidat Trumps, der in letzter Zeit mit unangenehmen Äußerungen aufgefallen ist, so etwa: „Gute Menschen rauchen kein Marihuana.“ oder aber „Wir brauchen in Washington endlich Erwachsene, die sagen: Marihuana ist nichts, was legalisiert werden sollte, sondern ist in Wirklichkeit etwas sehr Gefährliches.“ Traurige Berühmtheit erlangte Jeff Sessions mit dieser Aussage: „Ich dachte der Ku-Klux-Klan wäre okay, bis ich herausgefunden habe, dass sie Marihuana rauchen.“

 

Der Hintergrund ist, dass auch wenn Cannabis – teilweise bereits seit 2014 – in acht der fünfzig amerikanischen Bundesstaaten sowie in der Bundeshauptstadt Washington, D.C. vollständig legalisiert wurde, dies auf Bundesebene nicht geschehen ist. Und die Bundesebene der Vereinigten Staaten von Amerika sticht in diesem Fall sozusagen die Entscheidungen der einzelnen Staaten. Theoretisch könnte (und konnte auch in der Vergangenheit) die Bundesdrogenbehörde DEA jederzeit in alle Unternehmen, die in direktem Zusammenhang mit der Produktion und dem Verkauf von Marihuana stehen, einfallen, alles konfiszieren und zerstören und damit das Experiment von legalem Cannabis in den USA um viele, viele Schritte zurückwerfen.

 

Dies wäre im Bereich des medizinischen Marihuanas nicht so ohne Weiteres möglich, allerdings trennte Spicer hier auch scharf und machte deutlich, dass seine Drohungen nicht das Thema medizinisches Marihuana betreffen würden. Das macht seine Aussagen aber kaum besser.

 

Im Gegenteil – es kam sogar noch schlimmer. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz behauptete er, dass Marihuana schuld an der derzeitigen landesweiten Heroin-Epidemie sei. Nicht die Industrie-finanzierte Ärzteschaft, die viel zu viele Opiate verschreibt, wird dafür verantwortlich gemacht, sondern Marihuana sei verantwortlich dafür, dass die Menschen ihre Schmerzmittel überdosierten und in die Heroin-Sucht rutschten. Solche Aussagen im 21. Jahrhundert sind wirklich zum Verzweifeln.

 

Eigentlich wäre unsere heutige Meldung auch gewesen, dass die Cannabis-Industrie in den Vereinigten Staaten neuesten Berechnungen zufolge in den nächsten drei Jahren 300.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wird. Aber Donald Trump, der ankündigte zuhauf neue Arbeitsplätze zu schaffen, scheint diese lieber serienweise zerstören zu wollen.

 

Es bleibt zu hoffen, dass dies ein leeres Versprechen bleibt, auch wenn die Zeichen schlecht zu stehen scheinen. Die Marihuana-Industrie ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Industriezweig der USA und produziert Millionen über Abermillionen an Steuereinnahmen. Auch gibt es Millionen von Cannabisrauchern, die sich dies mit Sicherheit nicht bieten lassen möchten. Und einige aus der Cannabis-Industrie würden mit Sicherheit vor die Gerichte ziehen, was zusammen mit zu erwartenden Protesten für einige längere Medienaufmerksamkeit sorgen könnte.

 

Umfragen zufolge sind 71 Prozent der Amerikaner für eine vollständige Legalisierung von Marihuana. Dies bedeutet, dass auch mindestens 40 Prozent der Trump-Wähler für eine Cannabislegalisierung sind. Und da die Zustimmungswerte des Präsidenten zuletzt bei mageren 41 Prozent standen, bleibt die Hoffnung, dass er diese durch solch wahnsinnigen Schritte nicht noch weiter senken lassen möchte.

 

Quellen:

Hightimes.com – White House Warns: Fed Crackdown on Recreational Marijuana Coming

Merryjane.com – Trump Administration Signals a Crackdown on Recreational Marijuana

Marijuana.com – Sean Spicer: Expect Greater Enforcement on Recreational Marijuana

Klar, als regelmäßige/r und langjährige/r Cannabiskonsument/in kennt man das Problem vermutlich im Grundsatz: Man hat gerade einen superdicken Joint geraucht und dann – das Telefon klingelt, jemand steht vor der Tür, der Briefkasten quillt über. Irgendjemand möchte etwas von einem, aber man selbst ist da gegenteiliger Meinung. Also: Klingel Klingel sein lassen, Telefon auf lautlos und am Briefkasten mit gesenktem Blick vorbeigeschlichen. Keine dauerhafte Lösung, aber für den Moment total praktisch.

 

Manch einer ignoriert sogar die Steuerbehörden auf diese Art. Doch das ist eine ziemlich schlechte Idee, wie ein aktuelles Beispiel aus dem US-Bundesstaat Washington zeigt: Eines der 955 Unternehmen, die eine Cannabisanbau-Lizenz erhalten haben, namentlich Nine Point Growth Industries, startete 2014 mit der Produktion von Marihuana. Es war erst die zweite Firma mit einer Lizenz zum Anbau von Cannabis in Washington und verdiente in der Anfangszeit ab 2014 einiges Geld mit dem Verkauf von Marihuana an die Dispensaries.

 

Auch bis letzten Monat liefen die Geschäfte bei Nine Point Growth Industries eigentlich gut. Aber ans Steuern zahlen hat sich dort anscheinend niemand gewöhnt: Laut der Zeitung „Kitsap Sun“ hatte die Firma insgesamt Schulden von 112.000 Dollar aus dem Verkauf von Marihuana im Wert von knapp einer Million Dollar. Man zahlte immer nur ein kleines bisschen davon und lies den Schuldenberg ansteigen – insgesamt gab es acht Verwarnungen für das Unternehmen von der Steuerbehörde.

 

Im Januar gab es dann eine vorletzte Verwarnung: 29.000 Dollar her oder der Laden wird dicht gemacht. Und? Genau... keine Reaktion von Nine Point Growth Industries. Also wurde die allerletzte Warnung verschickt: Verkauft alles, was ihr auf Lager habt und gebt uns das Geld. Aber auch das geschah nicht.

 

Also marschierten nun die Beamten in dem Unternehmen ein und nahmen 2.000 Cannabispflanzen mit, die anschließend wie in den besten Zeiten des Kriegs gegen die Drogen verbrannt wurden. Und die Moral von der Geschicht? Bist du dicht – zahl trotzdem.

 

Wir haben zwar kein Video von der Verbrennungs-Aktion aus Washington am Start, aber dafür können wir euch vielleicht mit diesem Video erheitern: der Grasberg, der verbrannt wird, ist zwar um einiges kleiner, aber dem Bullen fliegt trotzdem der Hut vom Kopf...

Mit dem Kiffen lässt sich gerade so richtig viel Geld verdienen – zumindest, wenn man in Amerika tätig ist. Am besten natürlich durch den Verkauf der Cannabisprodukte Marihuana, Haschisch, Extrakt und Edibles, aber auch mit dem Drumherum kann man viel Geld machen: Cannabis-Bustouren, Cannabis-Anbaukurse, Cannabis-Diplome, lange Blättchen mit Blattgold, was auch immer. Und natürlich mit Vaporizern – Verdampfer wie auch Händler der selbigen sprießen allenthalben aus dem Boden.

 

Nun ist ein Patent veröffentlicht worden, das für viel Spekulationen sorgt: Denn die weltberühmte Firma Apple hat ein Patent für einen Vaporizer angemeldet (Link zum Patent), also für so ein Gerät, das nicht zuletzt gerne für das Verdampfen von Marihuana eingesetzt wird. Im Patent selbst steht natürlich nicht, dass der Vaporizer für den Konsum von Cannabis gedacht ist, aber mit so einem Vaporizer kann man nicht nur kiffen, sondern natürlich auch so ziemlich jedes andere Kraut verdampfen. Aber auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Apple-Vaporizer gar nicht zum Cannabiskonsum gedacht ist, sondern etwa zu Kühlzwecken eingesetzt werden soll. Natürlich ist auch eine „normale“ E-Zigarette (die aber im Endeffekt auch zum Konsum von Cannabisprodukten genutzt werden kann) denkbar.

 

Das Patent zeigt nur die Technik, sozusagen das Innenleben des Vaporizers – ein passendes Design gibt es noch nicht und würde auch bei Apple an anderer Stelle entworfen werden. Daher ist noch unklar, ob wir irgendwann mit sündhaft teuren Apple-Vaporizern unser Monsanto-Marihuana konsumieren werden. Komplett unwahrscheinlich ist es nicht. Auch das große Apple-Idol Steve Jobs kiffte gerne und sogar große Player wie Microsoft machen erste Gehversuche auf dem legalen Cannabismarkt.

 

Mindestens einen dürfte die Einführung eines Apple-Vaporizers jedoch gewaltig stören: Mark Williams, den Erfinder des hochpreisigen Vaporizers „Firefly“. Williams war selbst einige Jahre bei Apple in der Entwicklung angestellt, trennte sich dann aber von der Firma, um das „iPhone unter den Vaporizern“ zu entwickeln – den Vaporizer Firefly und dessen Nachfolger Firefly 2.

 

In der aktuellen Ausgabe unseres Print-Magazins Highway – Das Cannabismagazin, die an allen gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosken und Growshops erhältlich ist, haben wir den Firefly 2 vorgestellt und ein ausführliches Interview mit Mark Williams geführt. Auch präsentiert unser Do-it-yourself-Experte Chuck Lore in ebendieser Ausgabe die verschiedenen Vaporizer-Typen und zeigt eine Bauanleitung für einen praktisch kostenlosen Vaporizer auf (hier zur Textvorschau).

 

Außerdem findest du in Highway – Das Cannabismagazin weitere Infos über den Cannabis-Anbau, News und Entertainment. Die neue Ausgabe (01/2017) ist jetzt für schlappe 2,60 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich.

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Nach Jahrzehnten der Prohibition hat die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Oregon eine Goldgräberstimmung ausgelöst. Der Unternehmer Jeremy Plumb kifft seit seiner Jugend. Nun will er die Droge neu erfinden und damit weltweit eine medizinische Revolution auslösen. Eine Reportage von Dominik Wurnig.

 

Jeremy Plumb wandert mit schnellen Schritten zwischen den kleinen Tischen der Little-T-Bäckerei im Südosten von Portland hin und her. Am Handy spricht er hektisch mit seinem Geschäftspartner – es gilt, schnell Entscheidungen zu treffen. Mit seiner engen Hose, dem lockeren Hemd und der großen Hornbrille sieht er aus wie einer der vielen Hipster hier in Portland. Als er endlich das Telefon zur Seite legt und mich – den Journalisten aus Deutschland – begrüßt, wird er noch aufgeregter. Er will mich von seiner Vision überzeugen: der Neuerfindung von Cannabis. Wie ein Wasserfall strömen die Modeworte über mich (start healing yourself, enhancement drug, re-shaping the conversation, organic, sustainable, craft revolution, cannabis culture, once in a lifetime opportunity).

 

Während mein Eistee ausgetrunken und mein Mohnkuchen längst aufgegessen ist, hat Plumb sein Getränk noch nicht mal angerührt. Zu beschäftigt ist er damit, mir von seinem Plan zu erzählen. Jeremy Plumb ist kein 08/15-Unternehmer – er ist legaler Grasdealer, betreibt ein Cannabis-Labor, und ein hochmodernes Glashaus zum Marihuana-Anbau wird demnächst gebaut. Plumb hat als Start-up-Gründer gelernt, innerhalb kurzer Zeit sein Gegenüber von seinen Plänen zu überzeugen. „Ich habe alles andere aufgegeben, um an dieser Innovation zu arbeiten“, sagt Plumb. „Dieses Modell der kleinen, handwerklichen Marihuana-Bauern, das wir in Oregon erschaffen wollen, kann weltweit wiederholt und exportiert werden.“ Nach einer Stunde greift er schließlich wieder zum Telefon, um die eingegangen Nachrichten abzuarbeiten. Zu viel steht auf dem Spiel, um sich aufhalten zu lassen.

 

Kiffen ist in Oregon erlaubt

Nach der Legalisierung von medizinischem Marihuana dürfen seit Oktober 2015 Erwachsene im Westküsten-Bundesstaat Oregon Gras auch für die Freizeitnutzung (Englisch: recreational use) anbauen, verkaufen und konsumieren. Obwohl nun erlaubt, ist der Kampf aber noch nicht gewonnen. Denn was hier legal ist, bringt einen in den meisten Bundesstaaten der USA noch immer ins Gefängnis. Die Bundesregierung könnte auch theoretisch jederzeit ihre Haltung ändern und den Grasbauern und -dealern durch die Bundesdrogenpolizei DEA die Geschäftsgrundlage zerstören. Denn nach dem Bundesgesetz ist Marihuana nach wie vor strafbar. Die Cannabis-Verkaufsläden in Oregon sind mit enormen bürokratischen und steuerlichen Hürden konfrontiert, da die Bundesregierung sich weiter gegen die Freigabe von Marihuana stellt. Wie die Entwicklung im Jahr 2017 unter dem neuen Präsidenten Donald Trump weitergeht, wird sich noch zeigen. Parallel zu seiner Wahl wurde am 8. November in vielen weiteren Staaten Cannabis zu freizeitlichen und medizinischen Zwecken legalisiert (wir berichten in der aktuellen Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin ausführlich darüber), was den Druck auf die neue Regierung unter Trump, Marihuana flächendeckend zu legalisieren, erhöhen dürfte, beziehungsweise ihm diese Entscheidung leichter machen könnte.

 

Noch fehlt es an klaren Regeln, denn die ersten Erfahrungen im Umgang mit erlaubtem Cannabis werden nach Jahrzehnten der Prohibition gerade erst gemacht. Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob die liberale Drogenpolitik einiger Bundesstaaten (neben Oregon auch Colorado, Alaska und Washington State sowie die Hauptstadt Washington, D.C.) erfolgreich ist und womöglich für die ganzen USA, aber auch Deutschland zum Vorbild werden könnte. Seit dem 8. November 2016 steht nun fest, dass auch Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada Cannabis für Erwachsene freigeben. Wenn allerdings das liberale Experiment Probleme schaffen sollte, statt sie zu lösen, könnte es auch schnell wieder vorbei sein. Die Protagonisten der Cannabis-Szene in Portland sind sich des engen Zeitfensters bewusst: Jetzt oder nie gilt es, die Grundlagen zu schaffen für einen modernen Umgang mit der Droge. Ein biologisches, nachhaltiges und lokal produziertes Qualitätsprodukt schwebt Jeremy Plumb und seinen Partnern vor. Das Feld soll weder den großen Pharmakonzernen noch der Tabakindustrie überlassen werden. In der Hipster-Hauptstadt Portland, wo jeder Craftbeer trinkt, es zum guten Ton gehört, seine eigenen Bio-Hühner zu halten, wo Vintage-Kleidung sowie Bärte schick sind, da wird Gras wie ein guter Wein verkauft: Weg vom Kiffer-Image hin zum Lifestyle-Produkt, das die Gemütslage steuert und Spaß macht.

 

Gras aus der Edelboutique

Ein grün leuchtendes Kreuz im Schaufenster und ein kleines rotes Schild: Man könnte leicht an Farma“ vorbeifahren, denn das Understatement ist Programm. Die Dispensary (so heißen die lizenzierten Gras-Läden in den Vereinigten Staaten) von Plumb und seinen drei Partnern ist das Herzstück ihres Plans, Cannabis neu zu erfinden. Das Geschäft sieht anders aus, als es sich jemand ohne Berührungspunkte, aber dafür mit den gängigen Klischees im Kopf, vorstellen würde: Bob-Marley-Poster, Kiffer-Devotionalien, Reggaemusik und verruchte Atmosphäre sucht man hier vergeblich. Stattdessen weiße Wände, blitzblankes Glas, dunkles Holz, elektronische Musik: Farma erinnert eher an einen Apple-Laden. Die Verkäufer sind kompetent, redegewandt, freundlich, und nebenbei sehen sie auch noch ziemlich gut aus: bemalte Haut, getrimmte Bärte, gepiercte Haut. Die Wochenzeitung „Williamette Week“ beschreibt Farma so: Bring deine Babyboomer-Eltern an diesen Ort, dann verstehen sie, dass Cannabis tatsächlich eine Medizin ist – und werden es lieben.

 

Ziel all dieser Bemühungen ist es, das Image von Cannabis zu ändern. Im Narrativ der Prohibition war Cannabis etwas Trauriges, Gefährliches und Negatives, sagt der Mitbegründer von Farma, Sam Heywood: „Wir haben viel Zeit damit verbracht, den Schaden wieder gutzumachen.“ Dass es nun nicht mehr verboten und verpönt ist, macht Cannabis nur für kurze Zeit interessant. Aber Gras soll nicht darüber definiert werden, was es nicht ist. „Aber was ist Cannabis?“, fragt Heywood und gibt die Antwort direkt selbst: „Ein Werkzeug, um das Leben der Leute zu verbessern. Es soll helfen, ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.“ Das neue Branding von Cannabis soll auch Spaß vermitteln. Und romantisch sein. „Cannabis bringt Leute zusammen, liefert tolle Erkenntnisse über sich und andere, Musik klingt damit besser. Es gibt viele Arten, wie Cannabis eine wunderbare Erfahrung hervorruft. Das ist der andere Teil des Narrativs“, sagt Heywood.

 

Im Eingangsbereich bei der Ausweiskontrolle – nur wer über 21 Jahre alt ist, darf in den Laden – kommt es an diesem Mittwochnachmittag bei Farma es immer wieder zu Warteschlangen. Nacheinander: Ein junges Touristenpärchen, ein einbeiniger Rollstuhlfahrer, ein bärtiger Mann in den Zwanzigern, zwei ältere Frauen mit Gehstock, ein Paar mit Hund. Die Kunden lassen sich grob in zwei Gruppen teilen: die Jungen, die Spaß suchen, und jene, die das Gras brauchen, weil sie Schmerzen haben, zum Beispiel, weil sie gerade eine Chemotherapie durchlaufen. „Was für ein Erlebnis suchst du?“, fragen die Farma-Verkäufer üblicherweise am Anfang des Verkaufsgesprächs. Die meisten Kunden wollen eine Sorte Gras, welches sie lustig stimmt, glücklich macht und zum Kichern anregt. Wichtig ist den Kunden auch, dass das Kraut keine Angstzustände hervorruft. „Purple Kush ist mein persönlicher Favorit. Es entspannt ein bisschen, zieht dich aber nicht zu sehr runter. Auch im Kopf macht es dich ein klein wenig high“, sagt der Verkäufer Sean Mager zu dem Kunden Joshua Justice, während er nie den Augenkontakt verliert. Drei Qualifikationen müssen die Verkäufer mitbringen: Menschen lieben, einen Bezug zu Marihuana haben und neugierig sein, mehr über die Pflanzen zu lernen. Jede Woche gibt es Fortbildungen, die Verkäufer sollen zu „Weed-Ninjas“ ausgebildet werden, wie es Heywood schmunzelnd nennt...

 

...dies stellt nur den Einstieg der kompletten Reportage dar. In Highway – Das Cannabismagazin 01/2017 berichten wir auf 10 Seiten ausführlichst und mit vielen Fotos über die Farma-Dispensary. Außerdem findest du in Highway – Das Cannabismagazin weitere Infos über den Cannabis-Anbau, News und Entertainment. Die neue Ausgabe (01/2017) ist seit vorgestern für schlappe 2,60 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich.

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Österreich ist Deutschland gegenüber einen Schritt weiter, denn dort dürfen Cannabis-Stecklinge gehandelt werden – offiziell nur zu Zierzwecken, aber dennoch werden jede Woche Zehntausende verkauft. Und sicher nicht zu Zierzwecken. Ein Unternehmen, dass mitverantwortlich dafür ist, dass die Gesetzeslage dies inzwischen erlaubt, ist Flowery Field mit Sitz in Wien.

 

Deren Geschäftsführer Alexander Kristen zog dieses Jahr vors Verfassungsgericht, denn er möchte auch in das Geschäft mit THC-haltigen Blüten einsteigen – nicht solchen zum Freizeitspaß, sondern allein zu medizinischen Zwecken. Doch THC-haltiges Cannabis darf in Österreich nur die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) anbauen. Im Schnitt produziert die AGES 90 Kilogramm pro Jahr. Diese Agentur, übrigens eine rein gewinnorientierte GmbH, stellt eine Gemeinschaftskooperation von Landwirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium dar. Zweck: Cannabis anbauen und nach Deutschland an die Bionorica AG (unter anderem Hersteller von Sinupret und Bronchipret) verticken, die daraus dann überteuertes Dronabinol herstellt. Das wird von Österreich (und auch anderen Ländern) dann wieder eingekauft und an Cannabispatienten weitergegeben (oder auch nicht, da es sich die meisten nicht leisten können).

 

Da die Bionorica AG, ein Unternehmen mit 244,3 Millionen Euro Umsatz in 2015, durch diese Deals mit der AGES als privates Unternehmen ordentliche Gewinne erwirtschaftet, hat das Cannabis-Monopol des österreichischen Staates keinerlei Berechtigung, findet Alexander Kristen. Wie „Der Standard“ im März 2016 berichtete, bedeutet dies nach seiner Ansicht den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Sinne des Kartellgesetzes: Theoretisch wäre es der AGES laut dem österreichischen Suchtmittelgesetz erlaubt, eine Tochtergesellschaft zu gründen, an der sich dann Private wie etwa Flowery Field beteiligen könnten. Dies möchte die AGES allerdings auch nicht. Und so stellt die AGES ein Unternehmen dar, das keinerlei Wettbewerb ausgesetzt ist. So kann es außerdem Mengen und Preise frei bestimmen, was sogar gegen das öffentliche Interesse an einer ausreichenden medizinischen Versorgung verstoße.

 

Ende vergangener Woche sprach das österreichische Verfassungsgericht nun sein Urteil – dabei folgt es den Ansichten Kristens allerdings nicht. Laut dem Verfassungsgericht dient die Alleinstellung der AGES bei Medizinalcannabis der Missbrauchsprävention: „Die Einschränkung des erlaubten Anbaus der Cannabispflanze auf eine im Eigentum der Republik Österreich stehende Gesellschaft gewährleistet in verfassungsrechtlich vertretbarer Weise die zur Hintanhaltung des Missbrauches und damit die zum Schutz der Gesundheit erforderliche Kontrolle.“ Es werde weder der rechtspolitische Gestaltungsspielraum überschritten, noch sei die Alleinstellung mit einem „Eingriff in das Grundrecht auf Erwerbsfreiheit und auf Unversehrtheit des Eigentums“ gleichzusetzen. Behauptet das Verfassungsgericht.

Colorado verkauft 2016 Weed im Wert von 1,3 Milliarden Dollar. Steuereinnahmen von über 150 Millionen Dollar für den Staat – 50 Millionen gehen an die Schulen, knapp 20 Millionen an Obdachlose und Schlechtergestellte.

 

Ja in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Welt noch in Ordnung: Jedes Jahr werden Millionen und Abermillionen dafür ausgegeben, kleine Cannabiskonsumenten zu verfolgen, zu durchsuchen, einzusperren, zu verklagen und zu verurteilen. Alles im Namen des Volkes. Komisches Volk, dass angeblich möchte, dass friedliche Mitbürger drangsaliert werden – querfinanziert durch die eigenen Steuerzahlungen.

 

In dieser Hinsicht sind die meisten Amerikaner tatsächlich weniger komisch. Dort wird das Volk aber neuerdings auch tatsächlich gefragt, wie es denn gerne mit Cannabis umgehen möchte – inzwischen ist in etwa der Hälfte aller Bundesstaaten medizinisches Cannabis und in acht Bundesstaaten auch „freizeitliches“ Cannabis legalisiert. Auf den Wunsch der Bürger hin (wir berichteten).

 

Und so werden im Amerika des Jahres 2016 viele Millionen an Steuergeldern generiert, nur durch den Verkauf von Cannabis. Alleine in Colorado, wo seit dem 1. Januar 2014 legal Gras und Hasch verkauft werden dürfen, sind bloß in den zehn Monaten zwischen Januar 2016 und Oktober 2016 über 151,4 Millionen Dollar an Steuereinnahmen zusammengekommen. Bis Ende des Jahres wird alleine im Bundesstaat Colorado mit etwa 1,3 Milliarden Dollar Umsatz durch Cannabisverkauf gerechnet. Die Einnahmen der Cannabissteuer in Colorado könnten bis Jahresende also zusammen so viel Geld in die Kassen spülen, wie in den beiden Jahren 2014 und 2015 zusammen.

 

Die Cannabissteuer in Colorado setzt sich derart zusammen: 2,9 Prozent „normale“ Verkaufssteuer sowie eine „Spezial“-Verkaufssteuer von 10 Prozent. Großhandels-Transaktionen werden mit 15 Prozent Steuer belegt, wovon jährlich die ersten 40 Millionen komplett an Schulen und Schul-Projekte weitergeleitet werden.

 

Und da die Einnahmen durch die Großhandelssteuer Ende Oktober schon knapp 50 Millionen betrugen, ist dies auch problemlos möglich: 40 Millionen gingen an die Schulen selbst, zehn Millionen landeten bis jetzt im staatlichen Schul-Fond. Da nicht nur die Grasverkäufe in Colorado 2016 stiegen, sondern auch die Obdachlosigkeit (nein, es besteht kein Zusammenhang – Schuld sind, wie meistens, andere Drogen: in der Hauptsache Alkohol und Opiate), hat der Gouverneur angekündigt, 12,3 Millionen der Grassteuereinnahmen 2016 für Wohnprojekte für Obdachlose und weitere 6 Millionen für Wohnprojekte für finanziell schlechter Gestellte auszugeben.

Die Deutsche Cannabis AG ist die erste europäische Private-Equity-Gesellschaft für die Cannabisindustrie und hat in ihrer jungen Geschichte schon für einiges Aufsehen gesorgt – allerdings leider nicht nur durch positive Meldungen. Nun reiht sich eine neue Nachricht in diese Linie ein: Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat dem börsengelisteten Unternehmen Deutsche Cannabis AG ein Zwangsgeld von 140.000 Euro aufgebrummt, was einen recht außergewöhnlichen Vorgang darstellt. Grund ist die nicht eingereichte Jahresbilanz, die innerhalb von vier Monaten nach Abschluss eines Geschäftsjahrs veröffentlicht werden muss. Es geht um die Bilanz für 2015, die immer noch nicht veröffentlicht wurde.

 

Der Firma gelingt es auch abseits solcher Meldungen nicht, erfolgreich auf den Cannabis-Zug, der Nordamerikas Finanzwelt im Griff hat, aufzuspringen. Bereits Anfang des Jahres warnte Highway-Autor Thomas Hohler in Highway – Das Cannabismagazin 02/2016:

Highway-Finanzexperte Thomas Hohler

 

„[...] Seit Anfang 2015 hat man nun ein komplett anderes Geschäftsmodell aufgetan: Cannabis. […] Trotz dieses ambitionierten Konzepts und dem vielversprechenden Namen war die Kriegskasse nach der Neuausrichtung leer und somit eine Kapitalerhöhung zwingend erforderlich. Diese sollte im Februar 2015 stattfinden, scheiterte im ersten Schritt jedoch daran, dass die für die Kapitalerhöhung erforderliche Mindestsumme nicht rechtzeitig eingesammelt werden konnte […] Kurz darauf verkündete die Firma im Mai 2015 ihre erste Beteiligung an dem in Florida ansässigen Manhattan Fund LLC, ohne jedoch die konkrete Beteiligungshöhe offenzulegen. Dieser positiven Nachricht folgte kurz darauf, die überraschende Offenbarung, dass plötzlich offene Forderungen aufgetaucht seien, die ihrer Höhe nach geeignet sein könnten, bestandsgefährdende Auswirkungen zu haben. Das Unternehmen schweigt sich bis heute über die Höhe dieser Forderungen aus. Wenig später las man in den Medien, dass eine Tochtergesellschaft […] Insolvenz beantragen musste. […] Jedenfalls sind solche Meldungen, gepaart mit der intransparenten Informationspolitik der Firma Gift für deren Aktienkurs und das Vertrauen potenzieller Anleger. Dies spiegelt die Entwicklung des Aktienkurses wider – die Aktie wird heute lediglich als Pennystock ohne nennenswerte Volumina an deutschen Börsenplätzen gehandelt, von ihrem Hoch ist man mittlerweile wieder weit entfernt und handelt in der Nähe der Kurse vor der Neuausrichtung.“

 

Du möchtest noch mehr Neuigkeiten über Cannabis? Vor Kurzem ist Highway – Das Cannabismagazin 04/2016 erschienen. Das Magazin ist für schlappe 2,30 Euro jedem gut sortierten Kiosk und Growshop in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich:


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Das hat Signalwirkung für die ganze Cannabis-Branche weltweit – und darüber hinaus. Der Software-Gigant und Global Player Microsoft steigt mit kleinen Schritten ins legale Cannabusiness ein, finanziell kleinen Schritten. Die Außenwirkung hingegen ist riesig – nachdem die „New York Times“ über diese Entscheidung Microsofts berichtete, gab es ein riesiges Medienecho aus allen Teilen der Erde.

 

Eins der größten und anerkanntesten Unternehmen überhaupt macht nun in Gras? Eigentlich nur ein logischer Schritt für eine gewinnorientierte Firma, denn in der gerade in Amerika entstehenden legalen Cannabis-Branche sind Millionen und Milliarden zu holen. Dennoch sind größere Unternehmen ziemlich einheitlich nicht bereit, sich mit dieser Branche in Verbindung zu stellen, denn es werden statt Gewinnen Umsatzeinbrüche befürchtet. Das liegt daran, dass Cannabis leider von vielen Menschen fälschlicherweise immer noch als schlimme Droge, die die Menschen verdirbt, angesehen wird. Große, etablierte Firmen gehen hier kein Risiko ein und warten auf eine flächendeckende Legalisierung, bis sie sich auf den Markt wagen.

 

Dies ist aber natürlich auch eine Chance für viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich gerade in Amerika ihr Netzwerk aufbauen. Ein weiteres Problem ist aber, dass das legale amerikanische Weed-Geschäft auf Bargeld basiert, da die Banken aufgrund der amerikanischen Bundesgesetze, die Marihuana als illegale Droge einstufen, ebenfalls keine Risiken eingehen möchten und den Shops beispielsweise erst gar keine Konten einräumen. (Die deutschen Sparkassen eröffnen übrigens auch keine Konten für deutsche Cannabis-konnotierte Unternehmen – vermutlich befürchtet man, die Sparstrümpfe diverser Omas zu verlieren.)

 

Microsoft hat schon einmal rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und übernimmt nun wieder eine Vorreiterrolle. Praktisch natürlich, dass der Firmensitz im Bundesstaat Washington liegt, wo Cannabis neben drei weiteren Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington (nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat) vollständig legalisiert ist. Mindestens fünf amerikanische Bundesstaaten stimmen dieses Jahr noch über eine komplette Legalisierung ab, medizinisches Cannabis ist sogar bereits in über der Hälfte aller US-Staaten erlaubt und an der Tagesordnung.

 

Allerdings ist es nicht so, dass Microsoft nun Weed statt Windows vertickt. Die ersten Schritte im Cannabusiness gestalten sich im Zuge einer Kooperation mit dem Start-up Kind aus Los Angeles. Kind offeriert viele verschiedene Produkte für den legalen Weed-Markt, etwa kleine Geldautomaten-ähnliche Marihuana-Ausgabeboxen. Microsoft wird zusammen mit Kind aber an einem Produkt für die Regierung feilen: Mithilfe der Microsoft-Cloud „Azure“ sollen Cannabissamen getaggt werden und ihre Lieferkette vom Einpflanzen bis zum Verkauf des Cannabis-Endprodukts überwacht werden können. So soll sichergestellt werden, dass die Samen, die Pflanzen und die Produkte dieser alle im Rahmen der legalen Bedingungen verarbeitet und konsumiert werden.

Nur noch eine Woche, dann öffnen die Pforten der ersten Berliner Cannabismesse seit über zehn Jahren. Die „Mary Jane Berlin“ findet vom 27. bis 29. Mai im Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof statt. An drei Tagen wird auf der Messe über alle Facetten der Cannabispflanze informiert, etwa einhundert Aussteller aus den verschiedensten Bereichen präsentieren sich zu diesem Zweck.

 

Viele der Messestände kommen aus den unmittelbaren Bereichen rund um Cannabis, sozusagen eine Auswahl der verschiedenen Unternehmen, deren Produkte in Head- und Growshops vertreten sind. Erfreulicherweise hat sich sogar eine Handvoll Samenbanken (zum Beispiel Barney’s Farm und Royal Queen Seeds) angekündigt – und das, obwohl sie in Berlin ihre Waren nur in der Theorie präsentieren dürfen, denn die Samen, aus denen später Cannabis gewonnen werden kann, sind in Deutschland nach wie vor illegal.

 

Aber auch aus dem medizinischen und dem aufstrebenden CBD-Bereich sind viele Aussteller auf der Messe anzutreffen. Neben diversen Medienvertretern sind außerdem auch verschiedene Organisationen auf der Mary Jane zugegen: Für Hanfparade und den Deutschen Hanfverband ist das Ganze natürlich ein Heimspiel, was man von der Wiener Hemp Embassy nicht gerade behaupten kann – um so schöner, dass sich die Hanfbotschaft auch in Berlin präsentiert. Weitere Aussteller aus diesem Bereich sind beispielsweise der Cannabis Social Club Plauen, die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin oder die Grüne Hilfe, die seit über zwanzig Jahren bei rechtlichen Problemen weiterhilft.

 

Über die drei Tage des Messewochenendes verteilt finden mehr als zwanzig Vorträge und Redebeiträge zu allen Bereichen des Konsums und Anbaus von Cannabis statt. Unter anderem spricht „Deutschlands härtester Jugendrichter“ Andreas Müller über die Kriminalisierung, Deutschlands bekanntester Ethnopharmakologe Christian Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin, Deutschlands umtriebigster Cannabismediziner Franjo Grotenhermen über die Wirkung von Cannabis als Medizin und Deutschlands beliebtester Grow-Autor Mr. José über die Vor- und Nachteile automatischer Bewässerungssysteme.

 

So wie es aussieht, scheint die Cannabismesse mitten in Berlin ein großer Erfolg zu werden. Aussteller sind reichlich vertreten und es darf auch mit einem relativ großen Besucheransturm gerechnet werden. Über Facebook haben sich bereits 5.000 Besucher angekündigt und mehr als 15.000 interessiert an der Veranstaltung gezeigt. Highway wird natürlich an allen drei Tagen auf unserer Website und unserer Facebook-Seite live von der Messe berichten!

 

Mary Jane Berlin

Termin: 27. Mai 2016 bis 29. Mai 2016

Veranstaltungsort: Berlin, Postbahnhof im Ostbahnhof

Preis: Tagesticket 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro regulär; 3-Tagesticket 20 Euro im Vorverkauf, 30 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

Schon wieder Ärger um Stecklinge in Österreich – und zwar richtig großer Ärger, immerhin geht es auch um den Verkauf von 104.000 Stecklingen. Die Polizei im Burgenland ermittelte zwei Jahre lang gegen eine 45-jährige Unternehmerin, die ein eigentlich legales Geschäft betreibt. Erst vergangene Woche berichteten wir im Zuge der Lesetipps über polizeiliche Plünderungen in zwei Henndorfer Stecklingsgeschäften.

 

Wie der „Kurier“ heute berichtet, steht in Kürze eine Geschäftsfrau vor Gericht, da sie mit Cannabisstecklingen handelt. Dank der Gesetzeslage in Österreich dürfen Samen und Jungpflanzen normalerweise frei verkauft werden. Voraussetzung ist, dass die Pflanzen nicht blühen und auch nicht zum Blühen gebracht werden. Laut Oberlandesgericht Wien macht sich ein Stecklingshändler nur dann strafbar, wenn er mit dem Vorsatz veräußert, dass daraus Cannabis gewonnen werden soll. Sie hat daher in ihrem Geschäft Warnhinweise aufgehängt und fügt den verkauften Pflanzen Anleitungen bei, wie diese durch die richtige (bzw. falsche) Beleuchtung an der Blüte gehindert werden. Um ihr also den unterstellten Vorsatz der Beihilfe zur Herstellung von rauchbaren Cannabisprodukten zu beweisen, investierte die Polizei zwei Jahre Ermittlungsarbeit, inklusive Telefonüberwachungen, Hausdurchsuchungen und der Befragung von 180 Zeugen.

 

Von diesen 180 Zeugen hat allerdings laut „Kurier“ nur ein einziger angegeben, dass er von der Unternehmerin ihn hinsichtlich der Pflanzenaufzucht beraten hätte. Zudem behauptet noch ein verdeckter Ermittler das Gleiche. Würde sie schuldig gesprochen werden, wäre damit ein Präzedenzfall geschaffen, der die ganze Österreichische Stecklings-Industrie gefährden könnte. Verhandelt wird das Ganze im Juni. Die bisherige Rechtsprechung gibt der Geschäftsfrau allerdings recht, immerhin existieren auch knapp achtzig Fachgeschäfte für Stecklinge in Österreich. Alleine ihr Betrieb soll laut den Ermittlungen zwischen 2012 und 2014 insgesamt 104.000 Stecklinge verkauft haben. Der Bedarf in Österreich ist also zweifelsohne riesig.

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