Zum 12. Mal fand am vergangenen Wochenende die Hanfmesse Cultiva vor den Toren Wiens statt. Die Messe in der Event-Pyramide ist ein echter Klassiker unter den europäischen Cannabismessen. Auch diesmal fanden sich wieder viele interessante Aussteller zusammen, um den Besuchern ihre Produkte zu präsentieren und B2B-Netzwerke zu knüpfen. Leider wurde das ansonsten gelungene Event von dem großen Polizeiaufkommen rund um die Halle überschattet. Was sich schon im letzten Jahr abgezeichnet hatte, erwischte viele Cultiva-Interessenten und auch zahlreiche Aussteller diesmal mit voller Wucht. Die Polizei hatte sich sowohl mit Uniformierten als auch Zivilbeamten rund um das Gelände positioniert, auch Drogenspürhunde waren im Einsatz.


Insgesamt wurden ganze 184 Fahrer aus dem Verkehr zu gezogen, 161 Führerscheine wurden einkassiert, 710 Gramm Marihuana und 36 vorgedrehte Joints wurden konfisziert. Das Interesse der Polizei an der österreichischen Hanfmesse ist mit dem parlamentarischen Rechtsruck der letzten Zeit neu aufgeflammt, nachdem in den Jahren zuvor am Veranstaltungswochenende vergleichsweise wenig von den Ordnungshütern zu sehen gewesen war. Für den Normalbürger mag die Aufregung in der Cannabisbranche darüber nicht nachzuvollziehen sein, schließlich setzt man sich ja nicht berauscht hinters Steuer, ganz einfache Sache. Wie Betroffene wissen, ist die Sache so einfach dann aber doch nicht, schließlich reicht es unter Umständen, vor Wochen am Joint gezogen zu haben, um das Testgerät zum Ausschlag zu bringen und damit vor dem Gesetz als akut bekifft zu gelten. Und zack, da ist der Lappen erst mal weg.

 

Die Annahme, dass auch die sinkenden Besucherzahlen der Messe mit dem ausuferndem Polizeiaufgebot zu tun haben, liegt natürlich nahe. Ein Paradebeispiel, welche Drangsalierungen sich Cannabisfreunde auch im Jahre 2019 gefallen lassen müssen und mit welch rigiden Mitteln die Polizei noch immer gegen das Cannabusiness vorgeht. Glücklicherweise haben die deutschen Cannabismessen momentan weniger Probleme mit Polizeikontrollen. Sowohl auf der Mary Jane in Berlin als auch der Cannafair in Düsseldorf gab es 2019 von staatlicher Seite glücklicherweise nur ein sehr zurückhaltendes Auftreten zu verzeichnen.

Was für ein Paukenschlag für die Cannabisszene in Europa! Die Hightimes Holding Corp., Mutterkonzern des weltweit größten Cannabismagazins (nach Highway) High Times, hat bereits am Dienstag angekündigt, die „Spannabis“ aufkaufen zu wollen.

 

Die Übernahme von Europas größter Cannabismesse, die dieses Jahr vom 15. bis 17. März in Barcelona stattfinden wird, erweitert das ohnehin schon beeindruckende Portfolio der Holding, das zum Beispiel auch den Cannabis Cup umfasst, um ein echtes Schwergewicht der Cannabisszene. Der Geschäftsführer der Spannabis, Carlos Palomino, bezeichnet den Deal als „game-changer“ und freut sich, darauf, gemeinsam mit dem nordamerikanischen Medienkonzern, die globale Legalisierungsbewegung weiter voranzutreiben.

 

Noch innerhalb des ersten Quartals 2019 soll der „Deal“ zum Abschluss gebracht werden und die Führungsriege des spanischen Cannabisevents um drei Millionen Dollar Bargeld, Hightimes-Aktien im Wert von vier Millionen Dollar und zwei nicht näher bezifferte Einzelzahlungen in den Jahren 2020 und 2021 reicher sein.

 

In Deutschland werden dieses Jahr zwei Cannabismessen stattfinden: die vierte Ausgabe der Mary Jane Berlin (21.-23. Juni, Berlin) und erstmalig die Cannafair (23.-25. August, Düsseldorf).

Das Jahr 2019 hat schon begonnen und wird wieder viel Veränderung in die Welt von Cannabis, Hanf, Weed, Marihuana, Haschisch – wie auch immer man es nutzen oder auch nur nennen möchte – bringen. Bereits das zurückliegende Jahr war wieder sehr aufregend für Cannabis-Befürworter auf der ganzen Welt, so auch in Deutschland, wo immer mehr Cannabis-Unternehmen entstehen und die ersten weiterführenden Schritte im Bereich CBD unternommen wurden. Cannabis-Patienten stehen zwar immer noch vor großen Problemen, aber es sind nochmals mehr geworden, und die Cannabis-Lobby findet immer mehr Gehör – und immer mehr Anhänger und Unterstützer. Und mit dem wachsenden Interesse und den wachsenden Umsätzen hat inzwischen fast jedes europäische Land auch seine eigene Cannabis-Messe. In Deutschland ist dies seit drei Jahren die Cannabis-Expo Mary Jane Berlin gewesen, die auch im Juni 2019 wieder in der Arena Berlin stattfindet.

 

Aber Deutschland ist mehr als groß genug für zwei Hanf-Messen, vor allem wenn das größte Bundesland NRW, direkt neben Holland gelegen, doch 500 Kilometer von Berlin entfernt ist. Und so findet nun am Wochenende vom 23. bis 25. August 2019 die Cannabis-Messe Cannafair 2019 in Düsseldorf statt. Veranstaltungsort ist die Mitsubishi Electric Halle, die nur fünf Minuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt liegt und über eine eigene U- und S-Bahn-Station verfügt und somit für alle Besucher perfekt zu erreichen ist. Der Freitag ist auf der Cannafair 2019 von 11 bis 15 Uhr ausschließlich für Fachbesucher zugänglich, also Menschen aus dem Cannabis-Business, die B2B-Geschäften frönen wollen – ab Freitagnachmittag wird dann für den Rest des Wochenendes für alle Messebesucher zu günstigen Eintrittspreisen geöffnet. Erste Infos und Aussteller sind unter www.cannafair.nrw zu finden, Tickets sind ab Frühsommer erhältlich.

 Cannafair 2019 – die Cannabismesse in Düsseldorf, NRW, Deutschland