Die US-Bundesstaaten, in denen Cannabis bereits legalisiert wurde, fungieren für den Rest der Welt (und der USA) so ein wenig als groß angelegtes Sozialexperiment mit dem Thema: Was geschieht innerhalb einer Gesellschaft, wenn die Cannabisprohibition aufgehoben wird und Gras auf einmal legal und omnipräsent ist?

 

Kürzlich berichteten wir anhand solcher Erhebungen über die heimlichen Verlierer der Legalisierung, aber es gibt natürlich auch heimliche Gewinner (also jetzt mal abgesehen von der Cannabisindustrie, den Cannabiskonsumenten, den Kranken, der Strafverfolgung und der Gesellschaft als Ganzes). Professoren der Universität von Connecticut und der Georgia State University haben nun anhand der Auswertung von Scannerdaten aus den Jahren 2006 bis 2016 herausgefunden, wer da insgeheim noch so vom Cannabisboom profitiert. Eine wirkliche Überraschung ist es nicht: insbesondere Kartoffelchips (5,3 %), Kekse (4,1 %) und Eiscreme (3,1 %) erlebten statistisch und ökonomisch gesehen signifikante Absatzsteigerungen dort, wo Kiffen legal ist.

 

Also, liebe Süßigkeiten- und Junkfood-Produzenten, schickt doch mal ein paar Cannabislobbyisten in den Bundestag oder, noch besser, spendet dem Deutschen Hanfverband (DHV) ein paar Milliönchen, das wird sich über kurz oder lang auszahlen!

Dass Patienten in Deutschland seit März 2017 endlich die Möglichkeit haben, ihre Leiden legal mit medizinischem Marihuana zu lindern, ist natürlich per se eine gute Sache und war lange überfällig. Und natürlich kann es in der Anfangszeit einer medizinischen Legalisierung auch zu Problemen kommen – selbst im cannabisfreundlichen Kanada läuft nach der vollständigen Legalisierung noch bei weitem nicht alles rund. Einen schwarzen Markt weiß zu waschen ist eben eine ziemlich komplexe Aufgabe – sowohl juristisch, gesellschaftspolitisch als auch logistisch.

 

Leider gab es in Deutschland auch im Jahr 2018 noch immer gehörige Probleme mit der Cannabismedizin. Nachdem sich endlich immer mehr Ärzte dazu bereit erklärt hatten, Cannabis zu verschreiben, zeigte sich, dass es einfach viel zu wenig davon gibt bzw. viel zu wenig importiert wird. Vom Anbau in Deutschland ganz zu schweigen. Für die Kranken bedeutet das vor allem zusätzlichen Stress und Aufwand. Ein Patient aus Bayreuth, der seit vielen Jahren an Fibromyalgie und Borreliose leidet und Cannabis gegen seine chronischen Schmerzen verschrieben bekommt, musste erst kürzlich eine 200-Kilometer lange Fahrt auf sich nehmen, um seine verordnete 10-Gramm-Portion Medizinalblüten zu ergattern. Daraufhin fing der Mann an, selbst anzubauen, um sich unabhängig von Apotheken mit Marihuana versorgen zu können. 13 THC-arme Pflanzen (Gehalt: 1 %) zog er hoch – und wurde dabei erwischt.

 

Was diesen Fall nun so interessant macht ist, dass die zuständige Staatsanwaltschaft Bayreuth davon absieht, eine Strafverfolgung einzuleiten. Eigenmedikation ist hier das Stichwort, dass auch für andere Patienten durchaus bedeutsam werden könnte. Nach Wissen des Deutschen Hanfverbandes (DHV) ist dies der erste Fall, „in dem der Lieferengpass als Begründung für die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens“ genannt wird.

Was in Deutschland seit Jahren immer wieder debattiert wird, könnte in der Schweiz nun endlich Realität werden. Cannabis-Modellprojekte wurden in beiden Ländern bisher zwar immer wieder mit hartnäckiger Regelmäßigkeit auf die politische Agenda gesetzt (die letzte derartige Forderung kam erst vor ein paar Tagen aus Düsseldorf), letztlich scheiterten die Bemühungen in beiden Parlamenten aber immer wieder an den schnöden Realitäten des Betäubungsmittelgesetzes.

 

Zumindest die Eidgenossen sind nun aber scheinbar gewillt, diese Hürde ein für allemal durch eine Gesetzesänderung aus dem Weg zu räumen. Der für die Änderungen zuständige Bundesrat stellt zu diesem Zweck einige Rahmenbedingungen für die Cannabis-Experimente auf:

- Erlaubt ist demnach nur eine örtlich begrenzte Freigabe auf Zeit mit limitierter Teilnehmerzahl
-
Die jeweilige Gemeinde muss ihre Zustimmung geben
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Die Versuche müssen hohen wissenschaftliche Standards genügen, Minderjährige sind ausgeschlossen.



Es ist wahrscheinlich, dass eine Abgabe von Cannabisblüten über das Apothekennetz und unter der wissenschaftlichen Begleitung von Universitäten stattfinden wird. Wie auch immer es letztlich im Einzelnen ausgestaltet werden wird, am Ende steht hoffentlich die vollständige Legalisierung.

Schöne neue Welt? US-Forschern der University of California, Berkeley ist es gelungen, die Cannabinoide THC und CBD künstlich herzustellen. Geschafft haben die Wissenschaftler das, indem sie Hefepilze – für Laien ausgedrückt – zu einer Cannabinoid-Fabrik gemacht haben.

 

Durch Bioengineering gelang es, den in der Hefe enthaltenen Zucker in bestimmte Chemikalien umzuwandeln, die wiederum mit zugesetzten Enzymen reagieren, wobei im Ergebnis Cannabinoide wie THC, CBD, THCV und CBDV entstehen. Um Missverständnissen vorzubeugen: das Ganze hat absolut nichts mit so genanntem synthetischen Marihuana wie etwa Spice zu tun, das die Wirkung der Cannabinoide bloß unter Verwendung vollkommen anderer Inhaltsstoffe zu imitieren versucht. Und wer jetzt an Dronabinol denkt – die Herstellung des Medikaments kommt nicht ohne Pflanzenzucht (Hanf- oder Citruspflanzen) aus.

 

In der Vergangenheit hatten bereits andere Forscherteams mit der Möglichkeit experimentiert, THC aus Hefe zu synthetisieren. Die praktische Umsetzbarkeit steht und fällt allerdings mit der Skalierbarkeit des verwendeten Verfahrens. Gerade hier sieht das Team aus Berkely die Stärke der eigenen Methode. Bioengineering-Professor Jay Keasling stellt vor allem die ökomonischen und ökologischen Vorteile seiner Cannabinoide aus dem Reagenzglas in den Vordergrund: die aufwendige und oft kostenintensive Pflanzenzucht und das darauffolgende Extraktionsverfahren, um natürliches THC- oder CBD-Extrakt zu erhalten, wäre komplett hinfällig. Unreine Extrakte oder mit berauschendem THC kontaminiertes CBD-Extrakt würden damit ebenso der Vergangenheit angehören. Außerdem stellen die Wissenschaftler in Aussicht, mithilfe des von ihnen entwickelten Verfahrens, auch Cannabinoide herstellen zu können, die man der Pflanze auf natürlichem Wege kaum entlocken könne. Sogar von vollkommen neuen, unnatürlichen Cannabinoiden, die in der Cannabispflanze überhaupt nicht vorkommen, ist die Rede.

 

Den durchschnittlichen Joint-Raucher von nebenan dürfte das Ganze eher weniger tangieren, den Forschern aber schweben bereits neuartige Therapien für den medizinischen Einsatz vor. Während Pharma-Konzerne also längst die Ohren gespitzt und den Geldbeutel gezückt haben dürften, wird die auf Natur(-medizin) bestehende globale Hanfcommunity an der Entdeckung wohl kaum ein gutes Haar lassen…

Nach dem Amtsantritt von Präsident Erdoğan im Jahr 2014 besann sich die Türkei, die international eine wichtige Rolle als Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten darstellt, zuletzt immer stärker auf konservative Werte und probte die Abgrenzung vom Westen.

 

Zumindest im Bereich Cannabis weicht diese Haltung gerade einer euphorischen Goldgräberstimmung. Denn um der kriselnden türkischen Wirtschaft neues Leben einzuhauchen, plant Erdoğan, der jahrzehntelangen Stigmatisierung ein Ende zu setzen. Regierungstreue Medien stimmen bereits auf das Loblied des „grünen Schatzes“ ein, der so wunderbar vielseitig einsetzbar und in der türkischen Kultur schließlich auch fest verankert sei. In der Tat besaß die Türkei einst eine florierende Hanfindustrie, auch der Konsum von berauschenden Cannabisprodukten war in den Kaffeehäusern und in bestimmten muslimischen Orden an der Tagesordnung. Das Agrarministerium stellt nun Unterstützungen für zukünftige Hanfbauern in Aussicht, um den landwirtschaftlichen Umschwung zu befeuern.

 

Die emotionale Seite der Debatte bespielt der Präsident natürlich selbst, mit Hanf-Anekdoten aus seiner Kindheit und der Verteufelung der USA, die die internationale Cannabisprohibition zu ihrem eigenen Vorteil international durchgesetzt hätten. Doch bekanntlich stellen die Vereinigten Staaten die Welt momentan mal wieder auf den Kopf und so überrascht es nicht, dass die erneute türkische Hanfbegeisterung Gerüchten zufolge wohl auch mit einem Fingerzeig der US-Beratungsfirma McKinsey zu tun hat...

Mike Tyson scheint sich in der Cannabis-Branche rundherum wohl zu fühlen (sieh Bild). Wie Highway bereits berichtete, plant der ehemalige Schwergewichtsboxer, der sich nach wie vor enormer Popularität erfreut, den Bau eines riesigen Wellness- und Vergnügungskomplexes mit Schwerpunkt auf Cannabisprodukten und -lifestyle in Desert Hot Springs. Um noch mehr Aufmerksamkeit für dieses millionenschwere Projekt zu gewinnen, veranstaltete der ehemalige Champion nun ein Cannabis-Musikfestival namens „Kind“ auf dem (noch unbebauten) Grundstück der „Tyson Farm“.

 

Das Ein-Tages-Festival mit Headlinern wie „Miguel“ und „Ferg“ zog mehrere Tausend Feierlustige an, die auf dem Gelände zwar keine Cannabisprodukte kaufen konnten, aber dafür selbst mitgebrachtes in Ruhe konsumieren durften. Weitere Bilder der Veranstaltung gibt es hier. Wie man sieht, ist das ganze in Sachen Line-up und Andrang zwar (noch) keine Konkurrenz für das weltberühmte Coachella-Festival, das jedes Jahr auf der anderen Seite des Valley, in Palm Springs, stattfindet, aber ein Anfang ist gemacht.

Auch die Halbgötter in Weiß sind vor Fehlern nicht gefeit – das musste nun auch eine Frau feststellen, die wegen ihrer epileptischen Anfälle medizinische Hilfe gesucht hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann waren die beiden bei der Recherche auf Cannabis als Medikament gestoßen. Von vielen positiven Erfahrungsberichten ermutigt, wendeten sie sich an die Uniklinik Freiburg, wo man bereit war, die alternative Therapie mithilfe von Cannabinoiden anzutesten.



Dronabinol (isoliertes THC), oral aufgenommen sollte die erwünschte Linderung bringen. Nach den ersten Anwendungen fühlte sich die Patientin gut, wenn auch etwas müde. In der Apotheke aber, wo die unerfahrene Cannabispatientin einen Nachschub an Dronabinol abholen wollte, war man ob der Dosis, die die Ärzte auf dem Rezept angegeben hatten, höchst erstaunt. Die war nämlich deutlich höher als normal – und tatsächlich: es stellte sich etwas später heraus, dass man in der Uniklinik einen dicken Bock geschossen hatte. Denn die Dronabinol-Dosis war in Millilitern und nicht in Milligramm, wie es korrekt gewesen wäre, angegeben worden. Das Resultat war (wenn man den Details der Badischen Zeitung Glauben schenken kann): die gute Frau hat sich auf Verordnung der Ärzte am Tag ein Vielfaches der Normaldosierung an reinem THC eingenommen. Und das als Cannabisneuling!



Zur Wiedergutmachung bot die Uniklinik der Patientin einen alternativen Behandlungsversuch mit CBD an, doch das Ehepaar gab an, dass das Vertrauen in die Klinik doch sehr gelitten habe. Ein Glück, dass die Überdosierung von Cannabisprodukten in der Regel zwar unangenehm, aber, im Gegensatz zu „bewährteren“ Arzneimitteln keinesfalls zu schweren organischen Schäden oder gar zu Lebensgefahr führt!

Jetzt kann es ganz schnell gehen! Nicht nur in Nordamerika tut sich was in Sachen Cannabislegalisierung, auch in Mittelamerika rumort es. Bereits im November 2018 berichtete Highway, dass das mexikanische Verfassungsgericht das geltende Cannabis-Verbot für ungültig erklärte. Für Freitag, den 22. Februar, wird von der ersten Kammer des obersten Gerichtshofs nun die Veröffentlichung einer Anweisung erwartet, die alle Richter in Mexiko anweist, den Bürgern den Anbau und den Konsum von Cannabis zu gestatten bzw. ihnen Schutz vor polizeilicher Strafverfolgung zu gewähren. Und zwar unverzüglich.

 

Dies gilt vorerst allerdings nur, solange keine Rechte dritter verletzt werden und keine kommerziellen Ambitionen beim Grower bestehen. Es wird dann der Politik obliegen, die entsprechenden Gesetze schnellstmöglich zu reformieren und das Land in Sachen Cannabis neu auf Kurs zu bringen. Zum Ende der Woche wird es also auf jeden Fall spannend, doch eines scheint jetzt schon klar: Mexiko steht nur einen winzigen Schritt vor der Cannabis-Legalisierung. Wie die dann letztlich genau geregelt sein wird, ist allerdings noch unklar.

Kommissar Rex und Co. könnten bald endgültig ausgedient haben. Auf dem „Europäischen Polizeikongress“ in Berlin-Mitte sorgt momentan eine Idee für Aufsehen, die das Potenzial hat, den klassischen Drogenspürhund in den Vorruhestand zu schicken. Doch wer jetzt an künstliche Intelligenz oder futuristische Roboter denkt, liegt daneben. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (oder in dem Fall schlechte) so nah liegt?


Polizeikommissarin Sonja Kessler, die mit ihrer Bachelor-Arbeit für den „Zukunftspreis Polizeiarbeit 2019“ nominiert ist, hat zusammen mit ihrem Vater einen Ersatz gefunden, der jedem Leser aus dem heimischen Garten bekannt sein dürfte: die Biene, so möchte das Duo beweisen, ist beim Erschnüffeln von beispielsweise Marihuana deutlich effizienter als der vierbeinige Konkurrent mit der kalten Schnauze. Kürzere und deutlich günstigere Ausbildungszeit und höhere Ausdauer zeichnen die geflügelten Detektive aus – zudem sind sie rund um die Uhr einsetzbar und wären geeigneten Hunden zahlenmäßig deutlich überlegen.

 

Mit Hilfe klassischer Konditionierung lassen sich die Polizeibienen – zumindest im Laborversuch – auf jede beliebige Substanz trainieren. Ein Bienenvolk, das etwa 80.000 Mitglieder zählt, wäre in der Lage ein Gebiet von 50 Quadratkilometern zu durchsuchen, Sonja Kessler und ihr Vater, die auf eine langjährige Imker-Erfahrung zurückblicken können, besitzen 25 solcher Völker. Geeigneter Nachwuchs wäre also schon mal kein Problem. Der nächste Schritt wird nun ein großer Praxistest sein, in dem die Bienen ihre Fähigkeiten unter realistischen Einsatzbedingungen anwenden müssen. 

Wenn die diesjährige Verleihung der Academy Awards etwas entspannter ablaufen sollte als sonst, dann könnte das eventuell etwas mit den Goodie-Bags zu tun haben, die traditionell an alle nominierten Künstler und Künstlerinnen verteilt werden.

 

Nachdem Kalifornien Anfang 2018 Cannabis vollständig legalisiert hat, hat man sich nicht lumpen lassen und die teuren Täschchen mit einer ganz besonderen Zutat bestückt: neben einem Reisegutschein und einer Woche in einem exklusiven Spa wird es für die Stars unter anderem handgemachte Cannabis-Schokoladentrüffel geben. Und die sehen nicht nur toll aus und schmecken gut, sie sind mit 10 mg THC-Gehalt pro Stück auch hochpotent.

 

Die Süßigkeiten, die mit dem High Times Cup in der Kategorie Edibles ausgezeichnet wurden, sind aber nicht das einzige Goodie aus der wunderbaren Welt der Cannabisprodukte. Denn dazu gibt es noch eine Gesichtscreme auf Hanfbasis und eine Mitgliedskarte im ersten Cannabis-Social-Club von Los Angeles. Damit sich Bradley Cooper, Christian Bale, Glenn Close und Co. nicht übernehmen, liegt den 100.000-Dollar-Taschen eine Warnung bei, die unerfahrene Konsumenten zur Vorsicht mahnt. Seth Rogen hingegen dürfte sich in diesem Jahr besonders ärgern, dass er keine Nominierung einheimsen konnte...