Gute Nachrichten für alle Cannabispatienten, die sich bereits Tickets für die baldige Fußballweltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli 2018) gesichert haben.

 

Das Organisationskomitee der WM hat angekündigt, die Einfuhr und den Konsum von Cannabis in den Spielstätten und drumherum zu gestatten, solange ein entsprechendes medizinisches Dokument, das Auskunft über die mitgebrachte Menge gibt, vorliegt. Dieses Papier muss entweder in russischer oder englischer Sprache geschrieben sein. Polizisten werden rund um die Stadien die Authentizität der Papiere überprüfen.

 

Die Maßnahmen überraschen umso mehr, da Russland nicht gerade als tolerant gegenüber Drogendelikten gilt: der Besitz von gerade einmal sechs Gramm Marihuana beispielsweise kann in Russland schon zu einer Freiheitsstrafe führen. Wer weiß, vielleicht erhofft sich die WM-Organisation von der temporären Lockerung insgeheim ein niedrigeres Aggressionspotenzial in den Stadien und Austragungsorten.

 

Die Liste der erlaubten Substanzen beinhaltet neben Cannabis übrigens auch Kodein, Morphium, Kokain, Amphetamin und Heroin – wobei zumindest fraglich ist, welcher Arzt Kokain verschreibt…

Dass man sich als Cannabisfreund in Deutschland so einiges an Vorurteilen und Halbwahrheiten in Bezug auf das bevorzugte Genussmittel anhören muss, daran haben sich die meisten Kiffer mittlerweile gewöhnt. Im sicheren Bewusstsein, die besseren Argumente auf ihrer Seite zu haben, wird inzwischen vieles mit Humor genommen, um die Gegenseite und ihre veralteten Ansichten der Lächerlichkeit preiszugeben. Mit einer Drogenbeauftragten wie Marlene Mortler, CSU, hat die Szene in dieser Hinsicht natürlich auch einen dankbaren, weil erstaunlich ahnungslosen, Gegenpart.

 

Doch auch in einem Land, dass in Sachen Cannabispolitik und –akzeptanz schon deutlich weiter ist, ja, wo sogar noch dieses Jahr die vollständige Legalisierung in Kraft treten wird, halten sich selbst ziemlich abwegige Vorurteile scheinbar hartnäckig. Wir sprechen hier natürlich von Kanada und im Speziellen von einem Vorfall, der sich auf einer Schulversammlung im Bezirk York ereignete. Ein speziell dafür ausgebildeteter Polizeibeamter sprach dort vor der interessierten, katholischen Schülerschaft angesichts der nahenden Freigabe über die Gefahren von Cannabis.

 

Der gute Mann ließ es sich im Rahmen dieser Veranstaltung doch tatsächlich nicht nehmen auf eine Studie zu verweisen, nach der „(…) Marihuana das Testosteronlevel senkt (…)“ und als Folge dessen rund 60 % der jugendlichen Konsumenten „Männerbrüste“ entwickeln würden. „Doobies make boobies“, so die eindringliche Warnung des polizeilichen Drogenbeauftragten. Dumm nur, dass es Studien mit derartigen Ergebnissen niemals gegeben hat und es sich viel mehr um eine Art „Urban legend“ handelt, wie Experten korrigieren.

 

Das ist mittlerweile wohl auch der Polizei von York klar geworden, die sich kurze Zeit später mit einem viel beachteten Tweet für die misslungene Aufklärungsveranstaltung entschuldigte.

Zwar sind Umfragen in Deutschland oft gefälscht und so gar nicht zuverlässig, wie „Der Spiegel“ kürzlich ermittelte, aber dennoch sind dies immer wieder gern gebrachte Meldungen, zeigen sie doch angeblich, wie die Bevölkerung tickt. Heute wurde eine Yougov-Umfrage in diversen Medien veröffentlicht, die recht interessant ausfällt. Das Thema: Cannabis und Kiffen.

 

68 Prozent der Befragten (und sogar 71 Prozent der befragten Frauen) gaben an, dass sie noch niemals gekifft hätten. Bei solchen Ergebnissen fragt man sich als rechtschaffener Kiffer schon, ob man vielleicht doch in einer Blase lebt... aber es kommt noch besser: zwei von drei Bürgern behaupten angeblich, dass sie nicht glauben, dass irgendjemand in ihrem Freundeskreis Marihuana oder Haschisch konsumieren würde. Besonders süß: 82 Prozent der befragten Eltern berichteten, dass Cannabis im Alltag ihrer Kinder unter 18 Jahren keine größere Rolle spiele – auch nicht durch Freunde, Medien oder Musik.

 

Auch die Frage nach einer Legalisierung von Cannabisprodukten wurde mal wieder gestellt – dieses Mal kam dabei Folgendes heraus: 35 Prozent dafür, 33 Prozent dagegen, 22 Prozent egal. Na dann bis zur nächsten Umfrage!

Highway-Leser und Cannabis-Interessierte wissen es schon länger: Cannabis mit seinen Cannabinoiden, allen voran das psychoaktive THC und das nicht psychoaktive CBD, ist in vielen Fällen ein wirksames Mittel, wenn es darum geht, Leiden verschiedener Art zu lindern.

 

Die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA), ein einzigartiges neues wissenschaftliches Netzwerk mit höchster Kompetenz im Bereich pflanzlicher Arzneimittel und Naturstoffforschung, das 2006 gegründet wurde, kürte nun die Arzneipflanze des Jahres 2018: Cannabis. Auswahlkriterien waren etwa der Bezug zu Österreich, neue Studienlagen und die wirtschaftliche Bedeutung.

Glücklich der, der ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter hat und immer auf ihre Unterstützung zählen kann. So auch, zumindest bis vor Kurzem, ein 36-jähriger Mann aus der Steiermark. Dieser hatte hohe Kreditschulden und wollte diese vorzeitig tilgen. Die 57-jährige Mama hätte vermutlich auch gerne mit Geld ausgeholfen, wenn möglich, bot aber stattdessen andere Dienste an: sie stellte ihren Garten und ein Zimmer ihrer Wohnung in Leibnitz zur Verfügung, um dort Marihuana anzubauen.

 

So soll das Mutter-Sohn-Duo laut „heute.at“ innerhalb von drei Jahren 11,3 Kilogramm Weed produziert und teilweise verkauft haben. Dazu bedienten sie sich zweier Sub-Dealer, die das Gras klein-klein im Grazer Stadtpark verkauften. Alle vier Personen wurden nach monatelangen Ermittlungen der Polizei festgenommen, nach Geständnissen aber vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Zudem wurden etwa 20 Abnehmer der Ware ermittelt.

So eine Hausdurchsuchung ist nichts Schönes – erst recht, wenn man in der heimischen Garage 70 Kilogramm Cannabisprodukte lagert. Wie die Kantonspolizei Bern erst jetzt bekanntgab, hatte sie bereits im September 2017 bei einer Hausdurchsuchung in Madiswil rund 70 Kilo Haschisch und Marihuana aufgefunden.

 

Wie etwa die „Aargauer Zeitung“ berichtete, gerieten zwei Männer durch ein anderes Ermittlungsverfahren in den Verdacht, sich als Cannabis-Dealer zu betätigen. Mehrmonatige Ermittlungen bestätigten dies und führten zu der Durchsuchung und der Beschlagnahmung der Ware. Die beiden Männer im Alter von 46 sowie 48 Jahren wurden in Untersuchungshaft genommen und sind geständig beziehungsweise teilweise geständig, in der Region Bern kiloweise Cannabis verkauft zu haben. Inzwischen wurden die beiden wieder aus der U-Haft entlassen und warten auf ihre Verhandlung.

Das ist doch mal ein Statement!



Der BDK (Bund Deutscher Kriminalbeamter) spricht sich in aller Deutlichkeit für eine vollständige Entkriminalisierung von Cannabiskonsum aus. Der Chef der 15.000-Mitglieder-starken Polizeigewerkschaft, André Schulz, bekräftige im Gespräch mit der Bild, dass die „Die Prohibition von Cannabis (...) historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend“ sei. Er kritisierte außerdem, dass „70 Prozent der Drogenfälle der Kripo (…) sich mit den Konsumenten, nicht mit Dealern“ befassten.

 

Eine wichtige Ausnahme bleibt für den BDK allerdings das Führen eines Fahrzeugs: Dies soll sowohl unter Alkohol- als auch unter Einfluss von Cannabis weiter verboten bleiben. Schulz ging gegenüber der Bild-Zeitung nichtsdestotrotz sogar soweit, sich zu folgender Aussage hinreißen zu lassen: „Cannabis, so meine Prognose, wird in Deutschland nicht mehr allzu lange verboten sein.“ In Anbetracht der Tatsache, dass nun sowohl die Mehrheit aller deutschen Krininalbeamten als auch der sogenannte „Schildower Kreis“, ein einflussreiches Netzwerk von Strafrechtsprofessorinnen und -professoren, ausdrücklich für eine Entkrimilasierung werben, könnte er damit sogar verdammt richtig liegen…

 

Leser der Highway-Printausgabe wird dies nicht sehr überraschen, hatte sich Schulz doch bereits im November in einem Interview im Rahmen der Cannabis Normal!-Konferenz des DHV (Highway 01/2018) ähnlich geäußert. Die erneute Bekräftigung gegenüber einem Medium wie der reaktionären Bild hat aber sicher noch einmal eine ganz andere Qualität.

Mal wieder was zum Lachen – erfreulicherweise müssen dieses Mal nicht schon wieder Grower oder Konsumenten, die sich selbst ans Messer geliefert haben, als Quell des Amüsements herhalten. Stattdessen haben zwei Polizisten aus Toronto in Kanada einen der Fehler ihres Lebens gemacht:

 

Wie die „High Times“ berichtet, haben zwei Polizisten während einer Razzia bei einer medizinischen Dispensary unerlaubterweise einige Edibles entwendet, beziehungsweise direkt verschnabuliert, während sie noch im Dienst waren!

 

Doch das Karma schlug direkt zu(rück): da die beiden sich anscheinend nicht besonders gut mit Edibles auskannten, verschlangen sie noch weitere Cannabis-Köstlichkeiten, als sie keine Wirkung verspürten. Ein klassischer Anfängerfehler. Es kam, wie es kommen musste: Paranoia, Angstzustände... und ein Anruf beim Notruf. Der herbeieilende Krankenwagen brachte dann direkt die Kollegen der beiden Weed-Polizisten mit.

 

Mike McCormack, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft von Toronto, bestätigte, dass gegen die beiden wegen Drogenkonsum während der Arbeit ermittelt werde und diese derweil vom Dienst suspendiert sind.

 

Aber auch, wenn die Polizisten noch bis zur im Sommer in Kanada stattfindenden Legalisierung von Cannabis gewartet hätten, ist dennoch nicht davon auszugehen, dass die Beamten dann während des Diensts Marihuana hätten konsumieren dürfen.

Kaum ein Land in Europa hat schlechtere Gesetze für erwischte Cannabiskonsumenten parat als Frankreich. Übrigens hat auch kaum ein europäisches Land eine größere kiffende Bevölkerung als Frankreich – so viel zum Thema Prohibition.

 

Derzeit ist es so, dass man alleine für das Rauchen eines einzigen Joints zu einem Bußgeld von 3.750 Euro sowie einer Haft von bis zu einem Jahr verurteilt werden kann. Gefühlt also knapp vor der Steinigung.

 

Doch das soll jetzt endlich geändert werden. Bereits im Mai 2017 berichteten wir, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plante, die Gesetze in die richtige Richtung abzuändern – immerhin auch eines seiner Wahlversprechen!

 

Eigentlich wurden entsprechende Schritte schon für Ende 2017 angekündigt, passiert ist bislang aber nichts. Doch nun diskutierte das Parlament in Paris in der vergangenen Woche ein Gesetz, das vorsieht, dass Cannabiskonsumenten nun mit maximal 200 an Ort und Stelle zu errichtender Euro „Strafgebühr“ gemaßregelt werden sollen.

 

Auch für den Staat stünden dadurch Entlastungen an: derzeit wendet die französische Polizei sechs Arbeitsstunden pro Drogenvergehen auf, dazu noch einmal sechs Stunden Arbeit für die Richter.

 

Daher begrüßt auch der Sprecher der französischen Polizeigewerkschaft, Patrice Riberio, diese Pläne sehr: „Es ist eine gute Idee, die sich an der Realität orientiert. Die meisten Polizisten, die jemanden beim Rauchen von Cannabis erwischen, sagen, man soll den Joint wegwerfen – aber verfolgen es nicht weiter.“

Wissenschaftler in den USA analysierten die Daten von knapp 320.000 Erwachsenen mit Alkoholmissbrauch in ihrer Vorgeschichte und kamen zu einem interessanten Ergebnis, das nun bei PubMed veröffentlicht wurde: der Konsum von Cannabis kann Alkoholkonsumenten vor negativen Auswirkungen des Alkohols schützen – etwa vor Fettleber, Leberzirrhose oder Leberkrebs.

 

Tatsächlich ist das Ergebnis der Forschungen der Wissenschaftler aus verschiedenen Teilen der USA, dass gleichzeitiger Cannabiskonsum Alkoholkonsumenten deutlich vor negativen Auswirkungen von Alkohol schützen kann: das Risiko, an Fettleber zu erkranken, ist um 45 Prozent, das Risiko an Leberzirrhose zu erkranken, sogar um 55 Prozent abgesenkt, wenn Cannabis konsumiert wird. Bei Patienten, die als cannabisabhängig eingestuft wurden, waren die positiven Effekte gegenüber denjenigen, die als „normale“ Cannabiskonsumenten eingestuft wurden, sogar noch ausgeprägter.

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