Aktuell müssen sich zwei Männer wegen einer illegalen Cannabisanlage vor dem Landgericht München verantworten. Klingt jetzt erst mal nicht weiter spannend, doch der Fall hat eine Besonderheit:

 

Denn es konnten überhaupt keine Pflanzen gefunden werden, als ein SEK-Kommando einen Keller in Krailing stürmte. Angeblich konnte nur ein einziges, abgestorbenes Cannabisblatt gefunden werden. Nichtsdestotrotz sitzen die beiden Angeklagten jetzt bereits seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft. Während der ältere der beiden Männer (36) bisher zu allen Vorwürfen geschwiegen hat, hat sein etwas jüngerer Cousin (30) ausführlich ausgesagt.

 

 

Unter anderem auch, warum die Beamten keine Pflanzen finden konnten. Der Grow ist nämlich gründlich schiefgegangen, denn nachdem die Raumtemperatur auf 64 Grad Celsius angestiegen war, gingen alle Cannabispflanzen ein. Von etwa 1200 Pflanzen ist die Rede, die von den Verdächtigen schließlich in einem Waldstück entsorgt wurden. Die Gesetzeshüter haben die Cannabispflanzung jedoch nur auf einem Foto zu Gesicht bekommen.

 

Gutachtern der Anklage reichte das aber voll aus, um von einer Ernte von zehn Kilo Blütenmaterial und einem geplanten „gewinnbringenden Handel“ auszugehen. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hingegen verfolgt die Strategie, nachzuweisen, dass die Tat der beiden Männer überhaupt erst durch die Anstiftung des eingangs erwähnten V-Manns zustande gekommen ist.

 

 

Eine neu veröffentlichte Cannabis-Studie sorgt für ein Rauschen im deutschen Blätterwald. Die Aufmacher zu den entsprechenden Artikeln könnten reißerischer kaum sein: „Schon zwei Joints könnten Denkvermögen dauerhaft stören“ (Neue Presse, Westdeutsche Allgemeine), „Was Cannabis in den Hirnen 14-Jähriger anrichtet (Die Welt), „Jugendliche in Gefahr: Schon zwei Joints verändern das Gehirn“ (Bild) – es herrscht offenbar Alarmstimmung in der deutschen Medienlandschaft, doch worum genau geht es?

 

Die Studie eines internationalen Forscherteams, die im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde und jetzt so hohe Wellen schlägt, basiert auf der Hirnscan-Analyse von Jugendlichen, die eigenen Angaben zufolge, ein- bis zweimal Cannabis konsumiert haben. Bei dieser Versuchsgruppe konnte eine Vergrößerung der sogenannten Grauen Substanz (ein Teil des Großhirns) gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden. Was aber nicht festgestellt, bzw. nachgewiesen werden konnte, und damit kommen wir zu den nicht unbeträchtlichen Fragezeichen, die die Studie aufwirft, ist ein kausaler Zusammenhang, wie beispielsweise Eva Hoch von der Uniklinik München zu bedenken gibt. Auch ist völlig unklar, welche Auswirkungen eine Vergrößerung der grauen Substanz überhaupt hat. Ein weiterer Knackpunkt sind die 46 heranwachsenden Teilnehmer: zum einen, weil es eben nur 46 sind und damit eine vergleichsweise kleine Probandengruppe und zum anderen, weil vonseiten der Studienleitung keine Anstalten gemacht wurden, deren Angaben zu eigenen Konsumverhalten zu überprüfen. Bluttests etwa, die den tatsächlichen THC-Gehalt messen, wurden unverständlicherweise nicht durchgeführt.

 

Die Studie, die unaufmerksame Leser dank der tendenziösen Berichterstattung leider schon davon überzeugt haben könnte, dass bereits ein Zug am Joint reicht, um in der Klapse zu landen, kann also allenfalls als Grundlage für weitere, ausführlichere Forschungen dienen. Das Highway-Wissenschaftsteam (14. Platz bei „Jugend forscht“ 1993) rät jedenfalls: legalisieren ab 18 Jahren, Jugendschutz stärken!

Diese Uber-Fahrt wird der US-Amerikaner M. Mollett wohl nicht so schnell vergessen! Denn der junge Mann aus Philadelphia musste nach dem Aussteigen aus dem Auto feststellen, dass er seine Tasche im Fahrzeug zurückgelassen hatte. Und diese enthielt leider zwei Pfund Marihuana, eingeschweißt in zwei transparenten Vakuum-Beuteln.

 

Obwohl dem 21-Jährigen klar gewesen sein musste, dass er sich Ärger mit dem Gesetz einhandeln würde (in Philadelphia bzw. Pennsylvania ist nur der medizinische Konsum von Cannabis legal), versuchte er, die Tasche durch einen Anruf bei seinem Uber-Fahrer zurückzubekommen. Der hatte das Blütenmaterial aber schon entdeckt und bereits die Polizei alarmiert. Die kontaktierte den Pechvogel inkognito und arrangierte ein Treffen mit einem Undercover-Beamten, der sich als Molletts Fahrer ausgeben sollte. In einem Diner sollte die Tasche übergeben werden, doch dazu kam es natürlich nicht. Nachdem der verdeckte Polizist sich mehrmals versichert hatte, dass die Cannabis-Tasche auch wirklich dem Verdächtigen gehörte, schnappte die Falle zu und Mollett wurde verhaftet.

 

Nun sitzt er im Gefängnis und muss sich bald wegen Drogenbesitzes und der kriminellen Nutzung eines Kommunikationsdienstes vor Gericht verantworten.

Das Apothekennetz Zürich, ein Verband von rund 110 Apotheken, macht sich für eine Legalisierung von Cannabis stark. Das betrifft, in einem ersten Schritt, die medizinische Abgabe, die Freigabe zu Genusszwecken soll aber schnell folgen.

 

Die Präsidentin des Verbandes, Valeria Dora, warnt die Politik davor, „die Augen vor der Realität zu verschließen“. Der Konsum von Cannabis sei inzwischen so weit verbreitet, dass er längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Etwa 60 Tonnen Marihuana werden pro Jahr von den Eidgenossen verkonsumiert. Nach Schätzungen umfasst das Schwarzmarktmarktvolumen etwa 600 Millionen Franken (das entspricht etwa 530 Millionen Euro). Um dem illegalen Verkauf das Wasser abzugraben, sollen volljährige Konsumenten ihr Marihuana „in pharmazeutischer Qualität“ in der Apotheke kaufen können. Von Apothekerseite wird aber betont, dass nicht das Geschäft im Mittelpunkt stünde, sondern die Versorgung der Bevölkerung mit verunreinigungsfreiem Cannabis.

 

Eine verbandsinterne Umfrage zu dem Thema stieß größtenteils auf Zustimmung, was angesichts der jahrzehntelangen Ablehnung durchaus eine gute Nachricht für Cannabisfreunde ist.

Was ist denn da nun wieder passiert? Eine Story, so seltsam und bescheuert, dass man am liebsten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte.

 

Doch eins nach dem anderen. Ort des Geschehens ist Karlsruhe, genauer gesagt ein örtliches Polizeirevier. Am Dienstag, gegen zehn Uhr vernahmen die Beamten der Nachtschicht das Schrillen der Türklingel. Etwas spät, doch sicher noch nichts ungewöhnliches – doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Um Einlass bat nämlich ein junger Mann und offenbarte den Beamten über die Gegensprechanlage sein dringliches Anliegen: der 21-Jährige wollte unbedingt Marihuana rauchen – in der Polizeistation. Die Polizisten ließen sich nicht lange bitten und holten den Störenfried herein, um ihn einer Durchsuchung zu unterziehen. Das hatte sich der Mann, der Angaben zufolge einen etwas benebelten Eindruck machte, wohl anders vorgestellt und nahm Kampfstellung ein, um die Prozedur zu verhindern. Letztlich wurde er von drei Beamten überwältigt und muss sich nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

 

Und als ob das alles nicht schon bekloppt genug gewesen wäre, stellten die Polizisten mit einem Blick in die Daten fest, dass der Täter bereits vorbestraft war – wegen Handels mit Betäubungsmitteln.

 

 

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Das sogenannte Emerald Triangle (etwa: smaragdgrünes Dreieck), die Region um Humboldt County, Mendocino und Trinity County sorgt für einen nicht unbedeutenden Teil der nordamerikanischen Marihuanaproduktion. Bereits seit der Hochzeit der Hippie-Bewegung in den 1960er-Jahren werden hier Marihuanapflanzen im großen Stil angebaut. Legal, illegal, scheißegal: das Growen ist für die hier lebenden Menschen traditionell ein wichtiger Bestandteil ihres ganz speziellen Way of Life. So ziemlich jeder, den man in dieser Gegend trifft, hat direkt oder indirekt mit der Cannabisindustrie zu tun. Und obwohll Marihuana in Kalifornien inzwischen komplett legalisiert wurde, im Emerald County wird, auch aufgrund hoher Zulassungsbeschränkungen für „legales“ Weed, bei weitem nicht nur mit Lizenz angebaut.

 

Eine neue Netflix-Doku mit dem reißerischen Titel „Murder Mountain“ gibt dem Zuschauer nun Einblick in diese besondere Welt. Wie der Name der Show bereits verrät, legen die Macher den Schwerpunkt auf die Schattenseiten des vermeintlichen Stoner-Schlaraffenlands. Dazu gehören zum Beispiel beispielsweise hohe Vermisstenzahlen, ausgebeutete Trimmer und rücksichtslose Guerilla-Grower, die ihre versteckten Felder mit teils lebensgefährlichen Fallenkonstruktionen ohne Rücksicht auf Verluste zu sichern versuchen. Als roter Faden der sechsteiligen Dokumentation fungiert der Fall um einen spurlos verschwunden jungen Surfer, der sich mit der Plantagenarbeit etwas dazuverdienen wollte. Ein ausführliches Review zu Murder Mountain findet ihr in der nächsten Print-Ausgabe des Highway.

Ein 23-Jähriger, der sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und Handeltreibens vor Gericht verantworten musste, hatte eine ungewöhnliche Erklärung parat, um den zuständigen Richter davon zu überzeugen, dass er kein Dealer sei. In der Wohnung des Wolfratshauseners wurden nämlich mehr als 300 Gramm Marihuana und Haschisch gefunden und beschlagnahmt, da lag der Verdacht für den Richter natürlich nahe. Von wegen, alles Eigenbedarf! Die Sammlung „verschiedener Sorten, verschiedener Geschmäcker, verschiedener Wirkungen“ habe er als unkonventionelles Hobby angelegt, gepflegt und mit der Zeit immer weiter aufgebaut.

 

Tatsächlich hatten die Beamten bei der Durchsuchung zum Beispiel mit Marihuanablüten gefüllte Gläschen mit der Aufschrift „Das Beste vom Besten“ gefunden. Der Angeklagte, der ursprünglich bei einer Routine-Verkehrskontrolle aufgeflogen war und einem Urintest zugestimmt hatte, hatte bei seiner Verhaftung noch angegeben, Teile seines Cannabisvorrats für jemanden aufbewahren zu müssen. Wie es zu dem Umschwung im Narrativ kam, blieb ungeklärt. Klar ist bloß, dass es nun 15 Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe für den vermeintlichen Gourmet-Kiffer gibt.

Na, das ist ja ein Ding! Ein ehemaliger Vizekanzler der BRD als Cannabis-Lobbyist? Schön, dass so etwas heutzutage möglich ist! Die Rede ist von Joschka Fischer, der unter der rot-grünen Regierung ab 1998 als Außenminister und Vizekanzler hinter Gerhard Schröder tätig war.

 

Fischer kann auf eine bewegte politische Karriere zurückblicken, die ihn vom linksradikalen Straßenkampf in den 70er-Jahren zum Anzugträger mit Bundestagsmandat führte, der half, die Hartz-IV-Gesetzgebung und die deutsche Beteiligung am Kosovokrieg durchzusetzen. Unvergessen seine Vereidigung im Bundestag 1985, zu der er in Turnschuhen erschien und damit einen Eklat auslöste. Doch das flotte Schuhwerk wich mit der Zeit der Uniform des „Establishments“, Anzug und Krawatte. Passend dazu arbeitete Fischer nach seiner Zeit im Bundestag als Lobbyist, unter anderem für Firmen wie Siemens, BMW und RWE, was ihm nicht wenige übelnehmen.

 

Da ist es doch schön, dass der Mann sich nun wieder seiner Wurzeln besinnt und seine Fähigkeiten und Kontakte als Lobbyist nun für die Legalisierung einsetzt. Im internationalen Beirat des kanadischen Cannabisproduzenten Tilray soll Fischer nun helfen, die „offensive weltweiten Wachstumsstrategie“ umzusetzen. Der 70-Jährige hat aus seiner Einstellung zu Cannabis nie einen Hehl gemacht und sorgte in den 90er-Jahren einmal mehr für Schlagzeilen, als er angab, „mit durchaus positiver Wirkung Haschisch geraucht zu haben“.

Vor dem Landgericht Dresden wird aktuell ein Fall von mutmaßlichem Drogenhandel verhandelt. In der Wohnung des Angeklagten kassierten Polizeibeamte zwei Kilogramm Marihuana und 40 Gramm Kokain ein. Das Besondere an der Sache: beim angeblichen Täter handelt es sich um einen 75-jährigen Mann. Er rechtfertigte das Marihuana vor Gericht mit seinen chronischen Rückenschmerzen, sein Arzt hätte ihm dazu geraten, einmal Cannabis als Medizin auszuprobieren.

 

Allerdings stehen seine Chancen, mit dieser Geschichte davon zu kommen, eher schlecht: der mehrfach vorbestrafte Mann, der schon ein paar Jahre Gefängnis wegen Betrugs auf dem Buckel hat, verstrickte sich im Laufe der Anhörungen immer mehr in Widersprüche. Ob sich das Dresdener Landgericht in Anbetracht des fortgeschrittenen Lebensalters des Angeklagten trotzdem gnädig zeigt, bleibt abzuwarten. Ansonsten könnte es passieren, dass der Senior seinen Lebensabend hinter schwedischen Gardinen verbringen muss...

Die kanadische Firma Nuuvera richtet sich im norddeutschen Neumünster offenbar heimisch ein. Der Cannabisproduzent hat gerade die Bodenarbeiten für eine 8000 Quadratmeter große Aufzuchthalle abgeschlossen. Da der Anbau von Medizinalcannabis in Deutschland ja bekanntlich immer noch nicht geregelt wurde, wird das Unternehmen dort vorerst Chili zu medizinischen Zwecken (beispielsweise für Wärmepflaster) hochziehen.

 

Nuuvera spekuliert auf gute Chancen bei der Neuauflage des Auswahlverfahrens für die Lizenzvergabe für den Cannabisanbau in Deutschland, nachdem es die Kanadier bereits in der letzten Runde unter die letzten zehn Bewerber (von insgesamt 120) geschafft hatten. Sollte der Plan aufgehen, soll die Produktion in Neumünster von Chili auf Cannabis umgestellt werden – beide Pflanzen haben im Anbau ähnliche Bedürfnisse. Das erneute Auswahlverfahren soll im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, spätestens dann soll klar sein, ob in Neumünster das erste Cannabis aus deutscher Produktion wachsen wird.

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