Der US-Amerikanische Eiskrem-Hersteller Ben & Jerry’s erfreut sich auch hierzulande seit einigen Jahren sehr großer Beliebtheit. Trotz des nicht gerade günstigen Preises konnte sich die Marke in den Herzen der Speiseeis-Fans einen festen Platz erobern. Mit einer besonderen Aktion zum diesjährigen 420-Day dürfte das Unternehmen auch unter Cannabisfreunden einige neue Fans hinzugewonnen haben.

 

Auf der US-Website wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, die eine Amnestie für alle Gefängnisinsassen fordert, die wegen des bloßen Besitzes von Cannabis zu Haftstrafen verurteilt wurden. Unter dem Motto „Legalisierung ohne Gerechtigkeit ist halbgar“, (im Original „Legalization without justice is half baked“, in Anspielung auf eine beliebte Sorte im Sortiment) soll außerdem auf einen gravierenden Missstand im amerikanischen Justizsystem aufmerksam gemacht werden: trotz ähnlicher Konsumraten ist es für schwarze Menschen deutlich wahrscheinlicher aufgrund von Cannabisdelikten Probleme mit der Polizei zu bekommen als für weiße. In New York City beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit einer Verhaftung etwa um das Achtfache höher. Bisher wurden knapp 33.000 Unterschriften gesammelt, das entsprechende Formular kann hier, allerdings nur von US-Bürgern, unterzeichnet werden. 

 

Ben & Jerry’s ist schon länger für sein soziales Engagement bekannt. Aktionen wie das „Cimate Change College" oder das „Caring-Dairy“-Programm, das sich für nachhaltige Milchwirtschaft einsetzt, sind nur zwei Beispiele für entsprechende Aktionen, die auch nach der Übernahme durch den Unilever-Konzern im Jahr 2000 nach wie vor zum Markenkern gehören.

 

 

Wenn sich die Mainstream-Medien dem Thema Cannabis nähern, schrillen bei Cannabisfreunden die Alarmglocken. Erst recht dann, wenn es um das Privatfernsehen geht. Denn nur allzu gern wird die Cannabiskultur wahlweise ins Lächerliche gezogen oder verteufelt.

 

Es ist also Vorsicht angebracht, wenn ProSieben mit seinem „Wissens"-Format „Galileo" ankündigt, dem „größten Headshop Münchens" (O-Ton des Besitzers Manfred Gotzler) einen Besuch abzustatten. Ganz so schlimm wie erwartet war die Berichterstattung dann zum Glück aber doch nicht. Okay, es wird vielleicht mal ein Dab-Rig mit einer Bong verwechselt und natürlich können die Autoren des Beitrags es sich nicht verkneifen, Betreiber Manfred zu fragen, ob er „heute schon einen durchgezogen" habe und ja, auch das Stichwort Psychose muss natürlich auch an einer Stelle fallen, aber gut, was ist man nicht alles gewohnt als Cannabisenthusiast.

 

Ansonsten ist der etwa zehnminütige Bericht (gerade für Cannabisneulinge) nicht uninteressant, vor allem, wenn das leidige Thema Polizeiverfolgung und Staatsanwaltschaft angesprochen wird. Auch interessant, dass der Beitrag zum „Kiffer-Eldorado" (O-Ton Galileo) nur ein paar Tage nach den CBD-Razzien im Raum München, die die Szene ordentlich durchgeschüttelt haben, ausgestrahlt wurde. Übrigens wird auch die CBD-Frage kurz angeschnitten, als Chef Gotzler ein Fläschchen CBD-Öl als sein „umstrittenstes Produkt" präsentiert. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich die das Video hier in voller Länge ansehen.

 

Da dürften die Beamten nicht schlecht gestaunt haben! In Altena nahe Hagen machten Zeugen die Polizei am späten Dienstagabend auf starken Cannabisgeruch in der Nähe eines Mehrfamilienhauses aufmerksam. Die Polizei verschaffte sich daraufhin Zutritt zu dem Haus im Stadtteil Mühlenrahmede und entdeckte schnell die Quelle des intensiven Geruchs: eine enorme Cannabis-Anlage, die sich über mehrere Stockwerke erstreckte.

 

 

Mehrere hundert Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien fanden die Beamten, die zusammen mit dem entdeckten Grow-Equipment beschlagnahmt wurden. Eines fanden die Ordnungshüter allerdings nicht: und zwar den Betreiber der Anlage, deshalb wurde vorerst Anzeige gegen unbekannt erstattet. An diesem Fall zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, für eine gute Ventilation im Grow-Raum zu sorgen, insbesondere natürlich bei einer Anlage diesen Ausmaßes. Immer wieder fliegen Grower auf, weil Passanten oder neugierige Nachbarn Cannabisgeruch wahrnehmen und (warum auch immer) melden.

 

Legalisierungsbefürworter müssen sich so einiges anhören: Cannabis mache dumm und faul, schon ein Joint löse eine Psychose aus (überhaupt konnte bis heute trotz umfangreicher Forschungen kein Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen belegt werden) – die Liste der Vorurteile ist lang und soll an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergekäut werden. Jede/r Leser/in dieser Seite dürfte solche Aussagen zur Genüge kennen. Genauso wie die befürchtete Zunahme der Verkehrstoten nach einer Cannabis-Freigabe, die insbesondere von CDU-Politikern nur allzu gerne prophezeit werden.

 

Die Partei „Die Linke“ hat sich nun des Themas Cannabis und Verkehrsunfälle angenommen und eine sogenannte kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet. Denn schließlich ist mit der medizinischen Legalisierung im März 2017 die legale Zubereitung und Abgabe von Cannabis um das 50-fache gestiegen. Das müsste sich ja dementsprechend in den Unfallstatistiken widerspiegeln, so die Annahme. Pustekuchen! Aus der Antwort der Regierung ging hervor, dass lediglich 0,6 Prozent aller schwereren Unfälle (mit Verletzten und Toten) von Personen verursacht wurden, die unter dem Einfluss von Cannabis oder irgendeiner (!) aller anderen Drogen abseits von Alkohol standen. Der Wert ist damit gerade mal um 0,1 Prozent höher als noch im Jahr 2012. Eine ganz andere „Hausnummer" zum Vergleich: betrunkene Fahrer waren im Jahr 2017 für 11,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden oder Verlust von Leben verantwortlich.

 

Einen interessantes Experiment zum Thema „bekifft fahren“ gab es in der Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“, das Video könnt ihr euch hier ansehen.

 

 

Die Niederlande sind gerade für westdeutsche Cannabisfreunde immer mal wieder eine Reise wert. Einfach im Coffeeshop legal Marihuana kaufen, mit Gleichgesinnten bei einem leckeren Chocomel genießen und das ganz ohne Stress, schlechtes Gewissen oder Angst vor Strafverfolgung. Kein Wunder, dass gerade Westdeutsche immer wieder gerne von dieser Gelegenheit Gebrauch machen und den grenznahen Städten wie Roermond oder Venlo einen Besuch abstatten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, eine schöne Auswahl verschiedenster Cannabis- und Haschischsorten vor sich zu haben und zu wissen wie viel THC und CBD darin enthalten ist.


Das Trimbos-Institut (Netherlands Institute of Mental Health and Addiction) hat eine Coffeshop-Studie angefertigt, die anhand statistischer Erhebungen einige interessante Fragen beantwortet. Der geneigte Leser kann auf diesem Wege zum Beispiel erfahren, dass der Cannabis-Klassiker White Widow die unter den Coffeshop-Kunden mit Abstand beliebteste Grassorte ist, und das konstant über den Zeitraum der grob letzten 15 Jahre (von 2004 bis 2018). Das Power Plant im Durchschnitt die günstigste Sorte ist (mal abgesehen von dem häufig unter dem Namen Gruis verkauften Reste-Mix), das Marihuana bei den Kunden beliebter ist als Haschisch (ok, das ist jetzt keine wirkliche Überraschung) und dass der Strain Jack Herer im Durchschnitt den höchsten THC-Gehalt hat (nämlich stolze 18,2 Prozent). Und das der höchste im oben erwähnten Zeitraum überhaupt gemessene THC-Wert bei 29,4 Prozent lag und der Sorte Bubble Gum zuzuschreiben ist.

 

Wer jetzt neugierig geworden ist und vor seinem nächsten Coffeshop-Besuch etwas recherchieren möchte, kann sich die Daten hier einmal genauer ansehen.

180 Polizisten, ein knappes Dutzend Staatsanwälte, Kleinlastwagen – eine Großrazzia im Raum München sorgte am gestrigen Donnerstag für Aufregung in der Cannabis-Community. Die Staatsmacht ließ die Muskeln spielen – schließlich ging es gegen einen gefährlichen Widersacher, unter dessen Tyrannei zahlreiche Bundesbürger schwer leiden: die Hanf- und CBD-Shops. Denn wie wir alle wissen, der Konsum von nicht berauschendem, THC-freiem Hanf führt auf dem schnellsten Weg in die Heroin-Abhängigkeit.

 

Ja, dieses CBD ist der Politik ein Dorn im Auge und so wurden keine Kosten und Mühen gescheut, so viele CBD-Produkte wie möglich zu beschlagnahmen, in der Hauptsache Hanfblütentee und CBD-Liquids, aber auch CBD-Schokolade und Hanfkekse wurden eingesackt. Wenzel Cerveny, Betreiber von „Hanf – Der etwas andere Bioladen“ bekam gleich in mehreren Münchener Filialen Besuch von den Ordnungshütern. Auf seinem Facebook-Account berichtet er von einer insgesamt zehnstündigen Aktion, in der Waren im Gesamtwert von 100.000 Euro beschlagnahmt wurden.

 

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft hatten sich in letzter Zeit Fälle gehäuft, in denen Konsumenten beim Genuss von ihrer Meinung nach legalem CBD-Hanf erwischt wurden. CBD sei aber nicht automatisch legal, vielmehr komme es auf den individuellen Einsatzzweck an. Industrielle Weiterverarbeiung des CBD-Blütenmaterials (mit höchstens 0,2 Prozent THC) sei okay, der Eigenverbrauch zu Rauschzwecken dagegen nicht. Schon bei den Hanfbar-Razzien, die bundesweit Aufmerksamkeit erregten, stützte man sich von Behördenseite auf diese Argumentation. Hoffnung macht die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die da schon deutlich weiter ist als die hiesigen Behörden: die Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen kann kein Gesundheitsrisiko und kein Mißbrauchspotential durch CBD-Cannabis erkennen.

Na, immerhin ein kleiner Fortschritt! Das Bundesverwaltungsgericht hat ein wichtiges Urteil gesprochen, dass alle Cannabisfreunde im Besitz eines Führerscheins interessieren wird.

 

Nach vorangegangenen Urteilen aus niedrigeren Instanzen ergab sich eine Diskrepanz der Rechtsauffassungen zum Thema Cannabiskonsum und Führerschein. So stellte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im April 2017 fest, dass Gelegenheitskonsumenten die Fahrerlaubnis nicht unmittelbar entzogen werden dürfe. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) sei nötig, um über die individuelle Fahrtüchtigkeit zu entscheiden. Das Oberverwaltungsgericht Münster war hingegen zu einer gänzlich konträren Entscheidung gelangt. Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht stellte nun endlich klar: eine einmalige Verfehlung sei nicht dazu geeignet, eine generelle Fahruntüchtigkeit zu attestieren und widersprach damit den westfälischen Richtern.

 

Ein längst überfälliges Urteil, das der Lebensrealität vieler Bundesbürger zumindest ein kleines Stück weit entgegenkommt. Der erlaubte THC-Grenzwert im Blut liegt momentan bei einem Nanogramm pro Milliliter.

Einen erstaunlichen Fund machte die Waliser Polizei vergangenen Sonntag. Mitten auf dem Gehweg stolperten Beamte über einen verlassenen Kühlschrank. Das Seltsame daran: im Inneren des etwas lädierten Küchengeräts befand sich eine Cannabispflanze. Die Polizei geht von einem Straßenverkaufswert von einigen Hundert Pfund Sterling (ein Pfund Sterling entspricht etwa 1,16 Euro) aus, wundert sich dementsprechend über die lieblose Entsorgung.

 

Dem Foto nach zu urteilen, handelt es sich allerdings wohl eher um Erntereste von geringem Wert – Blüten sind jedenfalls nicht zu erkennen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich durchaus riskant, die Überbleibsel eines Grows auf diese Art zu entsorgen – die Polizei kündigte bereits an das Fundstück genauestens zu untersuchen und die Anwohner zu befragen, um den Besitzer ausfindig zu machen.

Die Rapper und das liebe Weed! Mittlerweile gehört es im Deutschrap ja schon zum guten Ton, sich mit einem fetten Joint in der Öffentlichkeit zu zeigen. 187 Straßenbande, UFO 361, Trettmann, die Liste der reimenden Cannabisenthusiasten ist lang. Jetzt hat es auch JuJu, ehemaliges SXTN-Mitglied, mit ihrer eigenen kleinen Weed-Story bis in die Bild-Zeitung geschafft. Und das genau zur richtigen Zeit, doch dazu später mehr.

 

Die 26-jährige Berlinerin postete am Frankfurter Flughafen eine Instagram-Story, die es in sich hatte: da sie ihr Weed nicht mit in den Flieger nehmen, aber auch nicht einfach so in den Müll werfen wollte, versteckte sie es kurzerhand auf dem Flughafengelände und rief ihre Follower (immerhin gut 500.000 Leute) dazu auf, sich das Marihuana abzuholen. Laut Presseberichten bekam ein Mitglied der Bundespolizei die Story zu Gesicht und wurde daraufhin umgehend tätig. Die Ordnungshüter fanden dann auch wirklich 4,6 Gramm Weed vor Ort und Judtih Wessendorf, so der bürgerliche Name der Künstlerin, wurde wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelrecht angezeigt.

 

Die konterte, abermals via Instagram, dass von der Story, wie sie in den Medien wiedergegeben werde, „nicht mal die Hälfte stimme.“ Unwiderlegbar hingegen, dass am 31. Mai JuJus erstes Solo-Album erscheinen wird, vielleicht kamen die Schlagzeilen da ja gar nicht mal so ungelegen

Und da ist Deutschlands erster Cannabisautomat leider auch schon wieder Geschichte! Zumindest vorerst. Mit ganzen zehn Beamten verteilt auf drei Einsatzfahrzeuge rückte die Polizei am vergangenen Donnerstag an der Jüdemerstraße in Trier an, um den Automaten der Grow- und Headshop-KetteThe Jeffrey“ zu beschlagnahmen und abzutransportieren.

 

Grund waren die im Automaten enthaltenen CBD-Blüten, die laut Staatsanwaltschaft Trier klar zu Konsumzwecken angeboten wurden. Die verschiedenen Standorte der Jeffrey-Läden in Trier, Heidelberg, Kassel und Bonn bekamen dann auch gleich noch Besuch von der Staatsmacht. Auch dort wurden Produkte beschlagnahmt, in denen die Polizei Cannabispflanzenmaterial vermutet. Das Team um „The Jeffrey“ gibt sich auf seinem Instagram-Account kämpferisch und kündigt nichtsdestotrotz weitere Automaten an. Die Hoffnung, wenigstens ihren gelehrten Automaten wieder zurückzubekommen, haben sie allerdings bis auf Weiteres aufgegeben.

 

Die deutsche Polizei geht immer wieder gegen vereinzelte CBD-Anbieter vor, vor allem Lebensmittel, die das nicht berauschende Cannabinoid enthalten, sowie das Blütenmaterial selbst sind den Behörden ein Dorn im Auge. Das bekamen zum Beispiel auch die Betreiber der „Hanfbar“ aus Braunschweig zu spüren, die sich anschließend einen erbitterten medialen Schlagabtausch mit Polizei und Staatsanwaltschaft lieferten.

 

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage auf lange Sicht wieder beruhigen wird. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), CBD zukünftig nicht mehr als Droge zu klassifizieren, könnte sich diesbezüglich wie ein Befreiungsschlag für das globale Cannabusiness auswirken. Bis die UN-Mitglieder allerdings über die Empfehlung der WHO abstimmen werden dürfte allerdings noch mindestens ein Jahr vergehen

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