Dicht ein Fahrzeug zu steuern, ist meistens keine gute Idee. Einerseits ist die deutsche Regelung bezüglich Cannabis eine ziemlich ungerechte und irrationale Angelegenheit. Andererseits gehört es einfach zum gesunden Menschenverstand, am Straßenverkehr nur mit möglichst klarem Kopf teilzunehmen, um das eigene Leben und das der Mitmenschen nicht zu gefährden. Ein 27-jähriger Mann aus dem Kreis Heilbronn sah das scheinbar anders, doch eine Verkehrskontrolle holte den Sportwagenfahrer auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Beamten sahen sich bereits aufgrund seines benebelten Auftretens bestätigt und fanden nach kurzer Suche dann auch etwas Marihuana im Wagen. Um dem drohenden Führerscheinverlust doch noch zu entgehen, wurde der junge Mann kreativ und zog bei Abgabe seiner Urinprobe alle Register: anstatt sich selbst entleerte er seinen Pfirsich-Eistee in den Becher und reichte ihn den Beamten. Was im ersten Testlauf tatsächlich noch funktionierte, flog dann bei zweiten Probe auf (die keinen Eistee mehr enthielt) und bescherte den Polizisten schließlich das erwartete Ergebnis. Wegen der versuchten Täuschung hat der 27-Jährige übrigens nichts zu befürchten.

 

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Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Auch in Luxemburg wird bald medizinisches Cannabis legalisiert. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde letzte Woche im Parlament einstimmig angenommen. Die Regelung erlaubt es jedem Arzt, egal aus welchem Fachbereich, Cannabisprodukte zu verschreiben. Einzige Voraussetzung: interessierte Mediziner müssen vorher an einer speziellen Fortbildung teilgenommen haben. Marihuanablüten werden allerdings zunächst nicht erhältlich sein, die Patienten müssen sich zunächst mit cannabinoidhaltigen Tropfen, Ölen und Kapseln begnügen. Der Import von Medizinalcannabis aus Kanada ist allerdings bereits fest eingeplant.

 

Die Meldung platzt mitten in das von der Luxemburger Börsenaufsicht ausgelöste Chaos um ein Handelsverbot von Cannabis-Aktien, das auch deutsche Anleger betreffen würde. Einer Ankündigung der Clearstream Holding Luxemburg zufolge, die für die Frankfurter Börse alle ausländischen Werte verwaltet, wird dieses Verbot Firmen, deren Hauptgeschäftsfeld medizinisches Cannabis ist, konsequenterweise nun doch nicht mehr betreffen. Eine aktualisierte Liste aller zukünftig verbotenen Papiere wird für nächste Woche erwartet, die Namen kanadischer Produzenten wie etwa Canopy Growth werden sich dann wohl glücklicherweise nicht mehr darauf befinden.

Es sei an dieser Stelle noch einmal festgehalten, nur um alle Klarheiten zu beseitigen: Gras anzubauen ist in den meisten Ländern nach wie vor illegal. Diese bittere Erfahrung musste kürzlich leider auch eine 50-jährige Italienerin aus der Provinz Nero in Sardinien machen, nachdem sie aufgrund der Pflanzung von Cannabis angezeigt wurde. Nach der Durchsuchung ihres Gartens durch die Carabinieri hatte die unauffällig wirkende Frau zugegeben, dass sie selbst für die Pflanzung verantwortlich gewesen sei und dass sie die benötigten Samen zuvor via Internet bestellt hatte. Kurios: die Cannabis-Liebhaberin zeigte sich ernsthaft überrascht darüber, dass sie nun mit einer Strafe zu rechnen habe und dass ihre Pflanzen beschlagnahmt wurden. Sie war nach eigenen Angaben fest davon ausgegangen, der Anbau von Gras sei mittlerweile ganz legal. Eine Erklärung, die durchaus glaubhaft wäre, wenn es sich um ein, zwei Pflänzchen auf dem Balkon gehandelt hätte und nicht, wie im vorliegenden Fall, um eine ausgewachsene Outdoor-Anlage, die knapp 450 etwa eineinhalb Meter hohe Cannabispflanzen umfasste…

 

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Als Cannabisliebhaber ist man es gewohnt, dass einem staatliche Behörden und Institutionen allerhand Steine in den Weg legen. Selbst in den US-Bundestaaten, die bereits legalisiert haben, dürfen Cannabis-Unternehmen beispielsweise keine Geschäftskonten eröffnen und sind auf die Zahlungsabwicklung mit Bargeld angewiesen, von restriktiveren Ländern wie Deutschland noch einmal ganz zu schweigen… Einen drastischen Schritt in die falsche Richtung gibt es nun, diesmal zum Leidwesen vieler Cannabisaktienhalter, von der Deutschen Börse AG (Börse Frankfurt) und ihrer Tochter Clearstream Holding AG zu vermelden: Bis zum 28. September 2018 müssen Papiere von cannabisproduzierenden Unternehmen verkauft werden, ein Kauf ist nur noch bis zum 29. Juni möglich. Dies betrifft nicht deutsche Börsen, deren Aktien nicht bei Clearstream verwaltet werden.

 

Betroffen sind etwa Aktien von Unternehmen wie Canopy Growth, Aphria und Aurora Cannabis. Eine vollständige Liste der insgesamt betroffenen 145 Unternehmen (größtenteils kanadische und amerikanische) kann hier eingesehen werden. Aktien von Pharmaunternehmen, die Medikamente auf Basis synthetischer Cannabinoide herstellen, sind hingegen, wie könnte es auch anders sein, von der Regelung ausgenommen. Grund ist Angaben zufolge eine Entscheidung Clearstream Holding AG aus Luxemburg, die die ausländischen Werte der deutschen Clearstream verwahrt. Die Börsenaufsicht in Luxemburg hatte im Vorfeld entschieden, den Handel mit Cannabisaktien als illegal zu werten. Experten gehen nun von einem verstärkten Druck auf die Aktien der leidtragenden Unternehmen aus. Die kanadische Regierung hatte interessanterweise nur Tage vorher final bekanntgegeben, Cannabis ab dem 17. Oktober komplett zu legalisieren, was die ohnehin gehypten Papiere insbesondere kanadischer Cannabisproduzenten eigentlich weiter beflügeln dürfte.

 

Die Entscheidung der Deutschen Börse ist jedenfalls mal wieder eine selten dämliche und cannabisfeindliche Aktion im Sinne des Großkapitals. Traurig!

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory YouTube gegen Cannabis Internationale Technik-Riesen wie Google und Facebook vertreten im Zweifel die vorherrschende Meinung – und die ist noch häufig gegen Cannabis eingestellt. Denn es kann solche Unternehmen durchaus Geld kosten, wenn sie zu liberal agieren. Neuestes (und besonders ärgerliches) Beispiel: YouTube...

 

Growing Sea of Green & Screen of Green Über eine große Ernte wird sich wohl niemand beschweren. Ein möglichst ertragreicher Indoor-Grow kann auch forciert werden: je nach Anbaubedingungen eignen sich dafür beispielsweise die beiden Technik- Klassiker „Sea of Green“ (SOG) und „Screen of Green“ (SCROG), über die dieser Artikel aufklärt.

 

Story Cannatoons – „Die Simpsons und das Kiffen – die perfekte Mischung“, so betitelten wir neulich einen Artikel über Cannabis-Referenzen bei den Simpsons. Dieses Mal wollen wir jedoch über den gelben Tellerrand schauen und uns ansehen, wie andere Cartoons mit der Cannabis-Thematik umgehen, beispielsweise Fritz the Cat, Futurama oder South Park.

 

Interview Plusmacher – Mit Plus kann man kein Minus machen, so verkündet es der Berliner Straßenrapper Plusmacher, der seit 2012 seine Musik unters Volk bringt. Vergangene Woche ist sein neues Album Hustlebach erschienen, das den Sommer-Soundtrack für alle Kush-Raucher liefert. Wir haben ihn im Vorfeld interviewt...

 

Growing Gefahr im Garten Teil 4: Trauermücken – In Teil 4 der Reihe konzentrieren wir uns auf einen der größten Feinde aus dem Insektenheer: die auch Sciaridae genannten Trauermücken. Die Kenntnis über den Feind ist entscheidend – wie man sich am besten gegen Sciaridae wappnet, kann daher in dieser Ausgabe von Highway erfahren werden.

 

Gesellschaft Weniger paffen, mehr machen? – Cannabis hat verhältnismäßig wenige Nebenwirkungen. Aber einige kennen sicherlich den Gedanken, dass es sich manchmal so anfühlt, als würde man übertreiben. Dann hilft beispielsweise eine Konsumpause weiter. Ein fiktiver Artikel, der auf wahren Begebenheiten und Erfahrungen beruht.

 

Story Odyssee ins Rif-Gebirge Teil 2 – In der vorherigen Highway-Ausgabe berichtete Donald Denzler von seiner überstürzten Flucht nach Amsterdam, da in Deutschland wieder Knast aufgrund Marihuana drohte. Nach einer temporären Zuflucht in einem besetzen Gebäude, macht er sich jedoch auf die Suche nach einer anderen Verweilmöglichkeit...

 

Weitere Artikel Film: The Big Lebowsky +++ Sortenportrait: S.A.G.E. +++ Kiffertypen: Der Verheimlicher +++ Goodies: Koko Nuggz +++ High Five: Geheimtipps: Weed-Serien +++ und vieles mehr...

In der letzten Woche erhielt ein Mann in Columbus im US-Bundestaat Indiana ein unerwartetes Paket. Der verdutzte Empfänger staunte nicht schlecht, als er den Inhalt der Sendung sah: etwa viereinhalb Kilo in vakuumierten Plastiksäcken verpacktes Marihuana - fein säuberlich nach Strains (unter anderem Sour Diesel und Blue Diamond OG) sortiert und beschriftet. Und dann leider, da hat alle Sorgfalt nichts geholfen, an die falsche Adresse geschickt - und zwar in einen der, was die Cannabis-Gesetzgebung angeht, restriktivsten Bundesstaaten der USA.

 

Vielleicht auch deswegen wurde der Beschenkte ob der höchst illegalen Sendung nervös und wandte sich umgehend an die Polizei. Diese machte sich natürlich sogleich gewissenhaft an die Aufklärung des Falls. Nicht. Nein, denn tatsächlich hatten die Gesetzeshüter stattdessen mal wieder nichts Besseres zu tun, als einem zweifelhaften Trend der letzten Zeit zu folgen und den kuriosen Fund auf mehreren ihrer Social-Media-Kanäle auszuschlachten, indem sie den wahren Besitzer baten, sein abhanden gekommenes Eigentum doch so schnell wie möglich in der Polizeistation abzuholen

 

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Vergangene Woche berichteten wir über Rolf Müller, einen Arzt aus München, dessen Patientenakten beschlagnahmt und dessen Räumlichkeiten durchsucht wurden, weil er für den Geschmack der Staatsanwaltschaft ein bisschen zu viel Cannabis an Kranke verschrieben hat.

 

Nun gab es Stellungnahmen sowohl vonseiten der Staatsanwaltschaft als auch dem Arzt selbst. Gegenüber einer Nachrichtenagentur äußerte sich die Staatsanwaltschaft derart zu den Vorwürfen:

 

Die Staatsanwaltschaft führt gegen den Beschuldigten Müller seit dem März 2018 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen unerlaubten Verschreibens von Betäubungsmitteln. Dem Verfahren liegt der Sachverhalt zugrunde, dass der Beschuldigte, welcher Arzt ist, in einer Vielzahl von Fällen medizinisches Cannabis ohne ärztliche Begründetheit an Patienten verschrieb. So verschrieb er an einem Tag im Stadtgebiet München 85 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis, an einem anderen Tag verschrieb der Beschuldigte mindestens 80 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis. Der Beschuldigte handelte unserer rechtlichen Auffassung nach in der Absicht, sich hierdurch eine Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang zu verschaffen.


Die Staatsanwaltschaft hat wegen obigen Sachverhalts Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München für die Arztpraxis sowie die Wohnadresse des Beschuldigten erwirkt. Die Beschlüsse wurden am 15.05.2018 vollzogen. Es wurden zwei scharfe Schusswaffen nebst Munition, ein Teleskopschlagstock sowie geringe Mengen Marihuana sichergestellt. Der Beschuldigte verfügt nicht über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Zudem wurden umfangreiche Patientenakten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, derzeit werden weitere Zeugenvernehmungen durchgeführt, waffentechnische Prüfberichte erstellt sowie die Wirkstoffgutachten erholt.

 

Dazu äußerte sich nun auch Rolf Müller selbst per Pressemitteilung:

 

Die Verschreibung von Cannabis erfolgte nach strengen Vorgaben, niemals ungerechtfertigt, die Voraussetzungen für eine Cannabismedikation sind detailliert auf der Website aufgelistet. Herr Müller hielt steten Kontakt mit dem für Ihn zuständigen Münchener Referat für Umwelt und Gesundheit und legte stets Wert auf die Erfüllung aller Vorgaben. Die Vorwürfe von 80 bis 85 Verschreibungen an einem Tag sind völlig unrealistisch: Bei Erstanamnese (Dauer 30 min) wären bei einem 10-Stunden-Tag gerade mal 20 Rezepte möglich. Bei Folgerezepten (Dauer 15 min) 40 Stück. Laut dem Vorwurf müssten daher im 7,5-Minuten-Takt Folgerezepte ausgestellt worden sein, dies war jedoch nie der Fall und ist schlichtweg frei erfunden, was sich im Laufe des Verfahrens herausstellen wird.

 

Herr Müller wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter angezeigt, welcher zuvor das Praxisteam und Herr Müller bedrohte und schließlich Herr Müller, unter Drohung mit einer Anklage, zur Zahlung von nicht vereinbarten Leistungen erpressen wollte. Dieser Mitarbeiter instrumentalisierte die Polizei um seine Forderung gegenüber Herr Müller durchzusetzen, wir werden dagegen gerichtlich vorgehen. Die unter Zwang durchgeführte Beschlagnahmung aller Akten stellt einen massiven Bruch des Patientengeheimnisses dar, nach Absprache mit unseren Anwälten ziehen wir eine Sammelklage in Betracht. Die bei Durchsuchung von Herr Müllers Privaträumen sichergestellten Schusswaffen sind Erbstücke von Herr Müllers Vater. Der sichergestellte Teleskopschlagstock ist legal in DE, dessen Beschlagnahmung war daher überflüssig und rechtswidrig. Das in der Praxis sichergestellte Marihuana war eine Probe CBD-Cannabis, welches in Deutschland frei verkäuflich ist.

 

So wie sich die beiden Stellungnahmen anhören, werden wir schon bald über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall berichten...

Anlässlich des Weltdrogentages am vergangenen Dienstag veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) neue Zahlen aus einer Studie zum Cannabiskonsum in der Bevölkerung. Demnach hat der Konsum vor allem in der Bevölkerungsgruppe der jungen Männer zugelegt. Hatte im Jahr 2008 noch jeder siebte 18- bis 25-Jährige angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten Marihuana zu sich genommen zu haben, trifft dies im Jahr 2018 bereits auf jeden vierten zu. Auch die Zahlen der minderjährigen Nutzer sind weiter angestiegen.

 

Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler ließ es sich natürlich nicht nehmen, die Zahlen für ihre übliche Propaganda zu missbrauchen: so seien die Ergebnisse der Studie mal wieder ein starkes Signal dafür, „dass Cannabis nicht weiter verharmlost werden darf.“ Die andauernde Debatte um eine Legalisierung vermittele den Jugendlichen, Cannabis zu konsumieren sei okay. Dass nach dieser Logik der Konsum von beispielsweise Heroin oder Crystal Meth angesichts der Gefährlichkeit der Drogen (die medial auch so kommuniziert wird) eigentlich gar nicht stattfinden dürfte, darüber denkt man am besten gar nicht weiter nach. Und dass die Legalisierungsbewegung eben gerade deshalb (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern mehr oder weniger global) so viel Zuspruch erlebt, weil Cannabis ganz einfach weniger schädlich ist als legale Drogen wie Alkohol und Tabak, das ist in Mortlers Welt natürlich auch vollkommen undenkbar.

Dass Ärzte in Deutschland seit der medizinischen Legalisierung nur sehr zögerlich bereit dazu sind, Cannabis zu verschreiben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nicht selten erreichen uns in der Highway-Redaktion verzweifelte Anrufe von Patienten, die einfach keinen Mediziner finden, der bereit ist Marihuanablüten zu verschreiben. Das muss allerdings nicht unbedingt an Berührungsängsten oder Ignoranz liegen, sondern kann auch in der Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen begründet sein. Dass man seitens des Gesundheitswesens verschreibungswilligen Ärzten durchaus gerne mal Steine in den Weg legt, musste Rolf Müller, Privatarzt für Naturheilverfahren nun am eigenen Leib und in der eigenen Praxis erfahren. Der Arzt, der sich nicht scheut, die Machenschaften der Pharmalobby klar zu benennen und anzuprangern (siehe Video unten), musste gerade mitansehen, wie seine Räumlichkeiten von der Staatsanwaltschaft durchsucht und anschließend seine Patientenakten zu Überprüfungszwecken bis auf Weiteres konfisziert wurden. Nach Cannabis-Koryphäe Dr. Franjo Grotenhermen muss mit Rolf Müller nun ein weiterer Arzt damit rechnen, in einen ernsten Konflikt mit der Staatsanwaltschaft zu geraten. Wie es nun weitergehen wird, bleibt vorerst unklar, doch Highway wird euch über den Fortgang des Falls auf dem Laufenden halten.

Die vollständige Legalisierung in Kanada rückt immer näher: Am 7. Juni nickte der kanadische Senat den Cannabis Act, Bill C-45, mit einer komfortablen Mehrheit von 56 zu 30, bei einer Enthaltung, ab. Die Abstimmung beendet 90 Jahre Prohibition und macht Kanada zur ersten G7-Nation, die Cannabis vollständig legalisiert. Das neue Gesetz muss nun noch lediglich einer Prüfung durch das Abgeordnetenhaus (Royal Assent) standhalten, bevor es endgültig in Kraft treten kann. Nach dem Gesetz wird es zum Großteil in der Hand der verschiedenen Provinzen liegen, die Legalisierung nach ihrem Gutdünken auszulegen. Landesweit aber wird die erlaubte Menge bei 30 Gramm pro Person liegen. Coffeeshops nach holländischem Muster wird es bis auf weiteres nicht geben, das Konsumrecht wird lediglich für die Privatsphäre gelten. Ebenso wird das Marketing und das Verpackungsdesign von Cannabisprodukten, ganz wie in den USA, strengen Richtlinien unterliegen. Außerdem wird es erlaubt sein, bis zu fünf Pflanzen in den eigenen vier Wänden aufzuziehen, solange die entsprechende Provinz dies nicht auf eigene Faust wieder verbietet, wie es beispielsweise Quebec und Manitoba bereits getan haben.