Zweieinhalb Monate sind nun seit der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der USA vergangen. Und wie wir berichteten, gab es bereits Ankündigungen seines Sprechers, gegen die bundesstaatlichen Legalisierungen von Cannabis in nun immerhin acht Bundesstaaten plus der Hauptstadt Washington, D.C. vorzugehen.

 

Bislang gab es aber noch keine staatlichen Aktionen gegen Cannabisbetriebe in den USA, die – obwohl die Cannabisfirmen und -shops legal sind – vereinfacht gesagt noch legaler wären. Denn Bundesgesetz sticht die Gesetze der einzelnen Bundesstaaten. So hält die Cannabisbranche derzeit den Atem an.

 

Doch an der Grenze hat ein ultrahartes Eingreifen gegen Cannabis, besser gesagt gegen Cannabiskonsumenten, schon Bestand. Bereits unter Barack Obama gab es diese Praxis: Wie Leafly vergangene Woche meldete, wurden Ausländern, Greencard-Besitzern sowie Menschen, die eine US-Staatsbürgerschaft beantragt haben, Touristen- und Business-Visa verweigert, wenn sie den Grenzschützern gegenüber Marihuanakonsum zugaben oder von diesen auf andere Weise überführt wurden. Sogar in den Fällen, in denen es sich um medizinisches oder legales Cannabis handelte.

 

Einreisende werden nicht nur gefragt, ob sie Cannabis konsumiert haben, sondern es wird gezielt nach den kleinsten Hinweisen gesucht. Dies umfasst auch die Sichtung von Fotos in Mobiltelefonen, Social-Media-Accounts, E-Mails und aller anderen digitalen Spuren, die auf PC oder Smartphone zu finden sind.

 

Unter Trump sind derartige Kontrollen von persönlichen Elektronikgeräten bereits auf über 5.000 Kontrollen im Monat gestiegen. Immigrations-Experten befürchten außerdem eine weitere starke Zunahme solcher Kontrollen und Einreiseverbote. Wer eine derartige Untersuchung verweigert, kann ebenfalls an der Einreise in die USA gehindert werden. Und das bloß wegen Cannabis. Zwar kann man theoretisch sein Smartphone-Passwort „vergessen“, aber diese Taktik ist nicht ernsthaft zu empfehlen.

 

Traurig, aber für den Moment nicht zu ändern. Wer in die USA reist, ist daher dringend aufgefordert, alle Marihuana-Spuren vom Smartphone zu tilgen. Denn die Einreiseverbote, die aufgrund von Cannabis – auf dem Smartphone! Nicht etwa im Koffer! – verhängt werden, können sogar lebenslange Gültigkeit aufweisen. Daher sollte auch die aktuelle Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin oder der Hanfblatt-Button am Hemd dringend daheim gelassen werden. Schon das kleinste Anzeichen kann offenbar genügen, um sich ein Einreiseverbot aufzuhalsen.

Update vom 2.4.: Viele haben es schon geahnt... April, April!

 

Cannabis sativa und Camelina sativa – nur ein paar Buchstaben Unterschied im Lateinischen, aber im Deutschen wird die Verwechslung doch offensichtlich: Cannabis sativa bleibt Cannabis und Camelina sativa wird zum Leindotter, einer Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse.

 

Diese Verwechslung führt bereits zu einigem Aufsehen in einer Baumarkt-Filiale in der deutschen Großstadt Münster (Nordrhein-Westfalen). Und das hat einen Grund: der dortige Marktleiter Marc O. hat auf dem Bestellschein bei der zuständigen österreichischen Lieferfirma die Häkchen falsch gesetzt. Dies berichtet uns Highway-Autor Christian Fromm, der lange Zeit selbst in dem Baumarkt gearbeitet hat und durch ehemalige Kollegen von dem Versehen informiert wurde.

 

Das Beste an der Geschichte ist aber: Marktleiter Marc O. wurde bislang nicht informiert und so findet der Verkauf der Cannabis-Stecklinge (ausgeschildert als Leindotter-Stecklinge) nach wie vor statt. Viele Baumarkt-Besucher bemerken den Unterschied nicht. Leindotter ist allerdings auch nicht gerade das gefragteste Produkt auf dem Markt, sodass viele Menschen gar nicht erst in die Blumentöpfe schauen.

 

Aber einige aufmerksame Kunden haben bereits zugegriffen: da die Stecklinge für 2,99 Euro angeboten werden, waren manche Käufer sogar schon zum zweiten oder dritten Mal dort, um sich einzudecken. Einige kauften wohl auch eine Handvoll Pflanzen zum Spaß, ohne vermutlich überhaupt über ein Grow-Zelt oder ähnliches Zubehör zu verfügen.

 

Welcher Strain den Pflanzen zugrunde liegt, ist leider nicht zu sagen, aber da der Lieferant nur vier verschiedene Sorten im Angebot hat, wovon zwei Sativa-Hybride sind, wird vermutet, dass es sich um Amnesia Haze handelt.

Cannabis ist weltweit auf dem Vormarsch – aber noch schnellere Schritte macht medizinisches Cannabis. Nachdem nun in Deutschland medizinisches Marihuana auf Rezept zugelassen wurde, zieht nun auch Argentinien nach.

 

Der argentinische Senat in Buenos Aires stimmte gestern – wie auch der Deutsche Bundestag – einstimmig für die Freigabe von medizinischem Cannabis: Schwerkranke dürfen dort nun von ihren Ärzten Cannabisöl verschrieben bekommen, allerdings bleibt auch dort der Eigenanbau der Cannabismedizin verboten.

 

Das Gesetz muss noch vom Präsidenten Mauricio Macri unterzeichnet werden. Dies ist aber bloß noch Formsache und wird unzweifelhaft geschehen. Die Entscheidung wurde von jubelnden Eltern schwerkranker Kinder begleitet, die während der Abstimmung im Senat anwesend waren.

Update: Die Drogen-Demo des grünen Abgeordneten Thomas Schremmer (Grüne) im Landtag bleibt ohne strafrechtliche Folgen. Der Politiker vermutet: „Draußen wäre das mit Sicherheit anders ausgegangen.“ (Quelle: neuepresse.de)

 

Cannabis ist überall zu finden – sogar in deutschen Landtagen. In Niedersachsen gab es dort am Donnerstag eine Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Cannabis. Die Anhörung wurde von der niedersächsischen FDP mit der Forderung nach einem kontrollierten Verkauf von Marihuana und Haschisch an Volljährige beantragt.

 

Der Grünen-Politiker Thomas Schremmer geht mit dieser Forderung d’accord und hatte daher eine richtig gute Idee, um dem Landtag die nicht funktionierende Cannabis-Prohibition vor Augen zu führen. Zu diesem Zweck ging er vor der Landtagssitzung auf den Straßen Hannovers ein knappes Gramm Marihuana kaufen, dass er im Landtag auch vorzeigte.

 

„Ich habe eine Dreiviertelstunde gebraucht – obwohl ich in der Szene niemanden kenne“, äußerte sich der 56-jährige Thomas Schremmer. Obwohl dies eine äußerst gelungene Untermauerung seiner Forderung nach einem legalen und kontrollierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene darstellt, gab es unverständlicherweise Kritik an seiner Methode.

 

Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Sylvia Bruns (FDP), beschwerte sich: „Das führt nicht zu einer Versachlichung der Diskussion.“ Christian Pantazis von der SPD blies ins gleiche Horn, wie bei der „Neuen Presse“ zu lesen war: „Wir wollen sachlich über Cannabis diskutieren. Das war dem Thema nicht angemessen.“

 

Soll vermutlich heißen, man will also lieber weiter im Kämmerchen seine Sprüchlein aufsagen und sich nicht mit der Realität konfrontieren lassen. Aus diesem Grund möchte die niedersächsische SPD auch weiterhin eine Freigabe von Marihuana verhindern.

 

Die CDU lebt sowieso in ihrer eigenen Welt, was deren Mitglied Max Matthiesen auch aufzeigte, der Schremmers Marihuana-Provokation so kommentierte: „Das ist eine Verharmlosung. Das ist nicht richtig.“

Cannabis kann einfach nicht verdrängt werden. In den etwa 80 Jahren seiner Verbannung und Illegalisierung war es immer und überall verfügbar. Nun ändern die ersten Länder wieder ihre Gesetze und Cannabis wird nach und nach wieder in die westlichen Kulturen integriert. Wenn auch nur mit kleinen Schritten.

 

Große Schritte macht hingegen das internationale Cannabusiness. In allen Ländern dieser Erde, allen voran natürlich in Nordamerika, sprießen die Cannabisfirmen aus dem Boden. Die Geschäftsfelder sind vielfältig: vom Samen über Anbauzubehör zum Anbau selbst. Dann kommen Hersteller diverser Ernte-, Trocken- und Aufbewahrungshilfen ins Spiel, natürlich die Verkaufsstellen und dann die Hersteller von Papers, Pfeifen, Vaporizern.

 

Doch mit dieser „Lieferkette“ ist noch lange nicht jeder Bereich abgedeckt, in dem mit dem Produktfeld Cannabis Geld verdient werden kann. Die Möglichkeiten sind zahlreich und oft auch lohnend. In Deutschland interessiert gerade viele Menschen die Frage, ob sich nun mit dem Anbau von Cannabis für die Apotheken-Ausgabe Geld verdienen lassen kann – beziehungsweise, wie man in naher Zukunft an eine solche Anbaulizenz von der ganz frisch gegründeten Cannabisagentur gelangen kann.

 

Dies ist eins der Themen, dass am 11. und 12. April in Berlin auf der Internationalen Cannabis Business Conferenz – kurz ICBC – besprochen werden wird. Unter dem Titel „Medizinisches Cannabis in Deutschland: Die Regeln für Produzenten, Apotheken und Patienten“ wird Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband die Diskussion dieses Blocks leiten. Dort werden sowohl die Voraussetzungen zur Cannabis-Produktion in Deutschland erläutert als auch auf die Rolle der Produzenten im zukünftigen Zusammenspiel von Apotheken und Patienten eingegangen.

 

Die zweitägige Konferenz im Berliner Maritim Pro Arte Hotel, die auch schon in San Francisco, Vancouver und Hawaii stattfand, bietet an beiden Tagen ein vollgepacktes Programm und die Referenten sind hochklassig: Den meisten Lesern dürfte etwa Tommy Chong, die eine Hälfte des Komiker-Duos Cheech und Chong, ein Begriff sein. Zuletzt berichteten wir im Januar über ihn, als er ein Pfund Marihuana an den „Hollyweed-Guy“ verschenkte.

 

Dann kommt die Cannabisanbau-Legende Ed Rosenthal in Berlin vorbei – Autor diverser Cannabis-Bücher und Autor des einzigen Anbau-Buchs, das jemals von der „New York Times“ besprochen wurde. Doch nicht nur das: Die bekannte Samenbank Sensi Seeds benannte den ebenso bekannten Cannabis-Strain Ed Rosenthal Super Bud nach ihm.

 

Alan Dronkers, der älteste Sohn des Chefs eben dieser Samenbank, wird ebenfalls bei der ICBC als Redner anzutreffen sein. Auch der berühmte Grower Kevin Jodrey aus Humboldt County wird von seinem bewegten Leben an der Spitze des amerikanischen Green Rushs berichten. Ein Artikel über ihn aus der „Washington Post“ gewann sogar den Pulitzer-Preis. Auch der aus Fernsehen und YouTube bekannte Cannabist-Aktivist Steve DeAngelo wird sich zu Wort melden.

 

Aus Deutschland werden auch einige Gäste anzutreffen sein, etwa der vermutlich bekannteste Cannabispatient des Landes, Günter Weiglein, oder auch Deutschlands garantiert bekanntester Cannabis-Arzt, Franjo Grotenhermen.

 

Aber auch die Liste der Referenten, deren Namen einem erst einmal nichts sagen, ist lang und gut aufgestellt. Als Beispiele seien hier noch Dana Rohrabacher, US-Republikaner, der Kalifornien im amerikanischen Kongress vertritt, oder Dr. Ingo Michels, der Leiter der Geschäftsstelle der Drogenbeauftragten beim Bundesministerium für Gesundheit, genannt.

 

Die Vorträge werden übrigens größtenteils auf englisch abgehalten, jedoch stehen Simultandolmetscher über Kopfhörer zur Verfügung. Die deutschen Vorträge werden umgekehrt ebenso ins Englische übersetzt.

 

Am Vorabend der zweitägigen Konferenz findet noch ein VIP-Empfang statt, richtig los geht es dann am Dienstag, den 11. April. Mehr oder weniger im Stundentakt gibt es dann an beiden Tagen von morgens bis abends Vorträge, beispielsweise zu den Themen „Extraktion und Konzentrate“, „Testverfahren und Standardisierung“, „Der Entourage-Effekt von Cannabinoidsäuren“, „Cannabis in den Medien“, „Zielgruppenfindung und Markenentwicklung“, „Sorten, Globalisierung und Patente“, „High-Tech beim Cannabisanbau“ und dergleichen mehr.

 

Karten für die Konferenz sind noch über die Website internationalcbc.com/deutschland/ zu beziehen. Allerdings handelt es sich bei der ICBC tatsächlich um eine reine Business-Konferenz. Dies spiegelt sich auch in den Preisen wieder: Das Ticket inklusive Eintritt zur After-Show-Party am Dienstag kostet 499 Dollar, das Ticket mit Zugang zum VIP-Empfang schlägt mit 649 Dollar zu Buche.

 

Wem das zu teuer ist, der kann sich auf Highway – Das Cannabismagazin verlassen: wir sind vor Ort und berichten euch von den Highlights!

 

ICBC Berlin

Termin: 11. und 12. April 2017 (VIP-Empfang am 10. April)

Öffnungszeiten: jeweils 8.30 bis 17 Uhr, VIP-Empfang am Montagabend

Veranstaltungsort: Maritim Pro Arte Hotel Berlin

Preis: 499 Dollar, inkl. VIP-Empfang 649 Dollar

Website: internationalcbc.com/deutschland/

Wären wir kein Cannabismagazin, würden wir jetzt zu naheliegenden Einleitungen greifen, etwa das Kiffen vergesslich mache oder dergleichen. Aber wer hat noch nicht seine Mütze, sein Handy oder den Koffer mit sämtlichen Bankunterlagen mal irgendwo liegen lassen?

 

Dennoch sollte man nicht für möglich halten, was aller Wahrscheinlichkeit nach einem 30-jährigen Österreicher passiert ist (auch wenn er dies gegenüber den Behörden abstreitet): Bereits im Oktober vergangenen Jahres vergaß jemand (vermutlich der 30-jährige Student) in einem Zug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eine Tasche mit einem Inhalt von mehr als zwei Kilogramm Marihuana, wie „heute.at“ berichtet.

 

Und was macht man dann später, wenn einem dieses Mißgeschick aufgefallen ist? Na klar: Man ruft seinen Kollegen an – in diesem Fall den 32-jährigen Tomas J. –, ob dieser nicht mal bei den ÖBB nach einer verlorenen Tasche fragen könnte.

 

Die war aber natürlich schon längst von der Polizei geöffnet worden.

 

Ergebnis: Anzeige gegen Tomas J. Doch dieser schob alles auf den 30-jährigen Studenten. Dieser habe ihn gebeten, sich nach der Tasche zu erkundigen. Also Freispruch für Tomas J. und Anklage gegen den 30-Jährigen. Doch auch dieser wird vor Gericht freigesprochen – keine Beweise.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind (zum Beispiel an Hasch-Kuchen), dann leben sie noch heute.

Frau in Bremen isst Hasch-Kuchen und tötet danach 420 Babys mit ihrer angespitzten Hasch-Pfeife! Noch gar nichts von gehört? Ist nicht schlimm – wir denken uns jetzt einfach unsere eigenen News aus. Machen alle anderen Zeitungen ja auch, wenn es um Cannabis geht...

 

Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Schon als Jugendlichen wird uns, sofern wir Cannabiskonsumenten sind, noch früher als anderen Menschen klar, dass der Staat uns Lügen erzählt (vor allem, wenn es um Cannabis geht).

 

Dies führt dazu, dass wir der Polizei nicht mehr vertrauen können, denn sie jagt uns, obwohl wir überhaupt nichts gemacht haben – außer eine Pflanze zu inhalieren. Mit unseren Ärzten können wir in der Regel nicht über unseren Cannabiskonsum sprechen, dabei wäre dies in Einzelfällen sogar besonders wichtig.

 

Und dann gibt es da noch die Journalisten – diejenigen, die eigentlich eine Kontrollfunktion des Staats darstellen sollten. Aber diese käuen auch im Jahr 2017 noch die alten Cannabislügen wieder, als wären sie total verblödet.

 

Seit gestern geht die schöne Nachricht rum, ein Flüchtling habe zwei Frauen mit – Tusch! – einem Cannabiskuchen vergiftet. Und zwar so, dass eine von beiden nun in Lebensgefahr schwebt.

 

Muss ja ziemlich heftiges Cannabis gewesen sein. Das erste Cannabis auf dieser Erde, das Menschen in Lebensgefahr bringt. Interessant, dass die letzten 5.000 Jahre noch niemand von so einem Cannabis wusste.

 

Nun scheint ein minderjähriger Flüchtling in Bremen endlich eine tödliche Version von Cannabis entwickelt zu haben. Schwups in einen Kuchen damit und zwei seiner Betreuerinnen vergiftet. So oder so ähnlich behaupten es diese Woche zumindest unter anderem Bild, Stern, Hannoversche Allgemeine, B.Z. Berlin, Die Welt, Nordwest-Zeitung, Spiegel, FAZ, Sächsische Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger, Tiroler Tageszeitung, Hildesheimer Allgemeine und Focus.

 

Jetzt liegt eine 25-Jährige im Sterben und die Medien dieses Landes wollen uns erzählen, Cannabis sei daran Schuld. Eine Droge, an der noch nie jemand gestorben ist. Was auch durch den Umkehrschluss bereits unendlich oft nachgewiesen wurde.

 

Auch wenn es unwahrscheinlich ist: Dass in dem Kuchen eventuell wirklich nur Cannabis und nicht noch allerhand anderes gewesen ist, mag sein. Dann war das Cannabis aber mit extremsten Giften gestreckt, sodass man den dazugehörigen Dealer direkt mit einer Mordanklage versorgen sollte.

 

Und die Bundesregierung gleich dazu: denn mit legalem Gras würde so etwas niemals passieren.

 

Dann lieber einen Wodka trinken. Aber nicht mehr als eine halbe Flasche! Denn: „Ein Joint wirkt wie eine halbe Flasche Wodka“, behauptet die Kölnische Rundschau. Im Jahr 2017. Lächerlich.

Das alte Problem: Da man Kiffer nicht wie früher in den USA jahrelang wegsperren kann, sucht man sich in Deutschland eine Alternativstrafe zu den gerade noch verschmerzbaren Geldstrafen für erwachsene Cannabiskonsumenten. Und das sieht dann so aus: Führerschein weg. Und im schlimmsten Fall wird damit ein (berufliches) Leben zerstört.

 

Wer mit Marihuana oder Haschisch im Blut erwischt wird, muss seinen Führerschein in der Regel auch abgeben, wenn der Cannabiskonsum tagelang zurückliegt und eine Rauschwirkung schon lange abgeklungen ist. Aber Hauptsache mit drei frisch getrunkenen Bier im Kopf darf man noch legal durchs Land fahren.

 

Dass der aktuell gültige Grenzwert von 1 Nanogramm (ng) THC pro Milliliter Blut eigentlich bedeutet, dass man nüchtern ist, wird von der deutschen Politik ignoriert. Heftig ignoriert: 2015 empfahl eine sogenannte Grenzwertkommission einen Wert von 3 Nanogramm. Diese Kommission wurde von der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin und der Gesellschaft für Forensische und Toxikologische Chemie gegründet.

 

Drei Autofahrer, deren Führerscheine bei Grenzwerten von 1,1 bis 1,9 Nanogramm eingezogen wurden, klagten daher vor Gericht. Doch wie auch die fünf Kläger, die im Januar 2016 vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen scheiterten (wir berichteten), hatten sie keinen Erfolg.

 

Denn auch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat nun ebenfalls die Expertenmeinungen ignoriert und ohne jegliche Beweise behauptet, mit mehr als 1 Nanogramm THC im Blut sei kein sicheres Autofahren möglich.

 

Weltfremd, ignorant, unverschämt.

Dass die Umsetzung des neuen Cannabis-Medizin-Gesetzes holprig werden würde, war klar. Immerhin ist es jetzt geltendes Recht, allerdings nehmen sich derzeit auch viele Apotheker nur zu gerne das Recht raus, einen Aufschlag von 100 Prozent auf die Cannabis-Medizin aufzuschlagen.

 

Somit kostet das Cannabis für Selbstzahler nun doppelt so viel, wie die Besitzer von Ausnahmegenehmigungen bisher zahlen mussten. Das ist für Patienten mit Privatrezept äußerst ärgerlich – zumal es auf der Straße nicht einmal die Hälfte kostet –, aber auch Patienten mit Kassenübernahme müssen in Vorkasse treten.

 

Und auch die Krankenkassen selbst sind bereits nach fünf Tagen gegen das neue Cannabis-Gesetz Sturm gelaufen und möchten die Kosten nicht übernehmen. Da hilft ein von heute auf morgen verdoppelter Preis den potentiellen Cannabispatienten nur schwerlich bei der Argumentation gegenüber den Ärzten und Krankenkassen.

 

Hintergrund ist, dass die Apotheker angehalten oder zumindest oft der Meinung sind, dass das den Kunden zur Verfügung gestellte Cannabis zuvor gemahlen werden muss. Und wir reden hier von teilweise zu unkenntlichem Pulver zermahlenem Cannabis. Das möchte sowieso praktisch kein Konsument – Schimmel, Minisamen, sonstige Substanzen sind nicht mehr als Fremdkörper zu erkennen, eventuell bleiben Cannabinoide in der Apotheken-Mühle zurück und die Dosierung wird erschwert, anstatt wie behauptet vereinfacht.

 

Außerdem: Wenn die Apotheken das Cannabis zermahlen, dürfen sie es als Rezepturarzneimittel abrechnen. Das bedeutet einen Preisaufschlag von 90 beziehungsweise 100 Prozent, den sich die Apotheke einstecken darf. Werden die Blüten im Ganzen abgegeben, fällt nur ein kleine Zuzahlung von etwa 10 Euro pro 5 Gramm an.

 

Dr. Franjo Grotenhermen, dem wir das aktuelle Gesetz zu Cannabis als Medizin zu einem ordentlichen Anteil zu verdanken haben, kämpft nun gegen die Apotheken, die Cannabis als Rezepturarzneimittel abgeben wollen.

 

Bei „Apotheke Adhoc“ rechnet er vor: „Werden 5 Gramm Cannabisblüten als Fertigarzneimittel behandelt, so kosten diese den Patienten 68,61 Euro, und der Apotheker verdient etwa 10 Euro. Werden die Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel behandelt, so kann der Apotheker auf den Einkaufspreis 100 Prozent aufschlagen, sodass der Abgabepreis bei 113,31 Euro liegen würde, und der Apotheker fast 50 Euro verdient.“

 

Auch sind die Kosten für das Cannabis aus der Apotheke laut Grotenhermen ein wichtiger Faktor bei der Frage, ob ein Arzt das Medikament überhaupt verschreibe.

 

Nicht zuletzt deswegen sollten alle Betroffenen unbedingt ihren behandelnden Arzt darauf hinweisen, dass er auf ihrem Rezept notiert, dass die Blüten nicht von der Apotheke zermahlen werden sollen.

 

Dr. Franjo Grotenhermen fordert alle Cannabispatienten auf, Apotheken zu melden, die Cannabisblüten als Fertigarzneimittel berechnen. So soll eine Liste mit kundenfreundlichen Apotheken auf seiner Website angelegt werden.

 

Wir wollen dafür sorgen, dass Apotheken, die den Patienten gute Preise machen, die wahren Profiteure sein werden“, erklärt Grotenhermen gegenüber „Apotheke Adhoc“. Denn die Gründe für den Preiszuschlag sind laut ihm klar: „Dabei geht es ganz offensichtlich im Wesentlichen darum, für die Apotheker, möglichst viel bei diesem Geschäft zulasten der oft nicht reichen Patienten und der Krankenkassen in die eigenen Taschen zu wirtschaften.“

Update: Diese Meldung, die auf die entsprechende Nachricht in der „Zeit“ zurückgeht, stellt sich – wie wir auch bereits in unserem Fazit haben anklingen lassen (siehe unten) – als in dieser Form unrichtig heraus. Für weitere diesbezügliche Informationen haben wir ein entsprechendes Video vom Deutschen Hanfverband unter den Artikel gestellt.

 

Cannabis auf Rezept: Seit fünf Tagen ist dies die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland. Doch die Widerstände häufen sich nicht nur auf Seiten der oft schlecht informierten und uninteressierten Ärzte, nein: Auch die Krankenkassen wollen nun die Kosten für Cannabis nicht übernehmen, obwohl sie jetzt gesetzlich dazu verpflichtet sind.

 

Man hat es einfach nicht leicht als Cannabiskonsument. Der größte Teil der Herrschenden dieser Welt kaut seit Jahren nur längst widerlegte Lügen über eine Jahrtausende alte Heilpflanze wieder, während Alkohol, Tabak und Pillen legal verkauft und beworben werden dürfen. Noch schlimmer geht es da den Cannabispatienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, oftmals in Form getrockneter Blüten, Marihuana.

 

Denn diesen wurden (bis auf ein paar Ausnahmen) in Deutschland (und in vielen anderen Ländern natürlich auch) ihr Medikament vorenthalten und wenn nicht, dann mussten sie es selbst zahlen. Wie wir berichteten, existiert das neue, seit diesem Monat gültige Gesetz mehr oder weniger aufgrund der Tatsache, dass Patienten erfolgreich einen Selbstanbau von Cannabis letztinstanzlich eingeklagt haben.

 

Durch das neue Medizin-Gesetz werden ihnen die Anbau-Lizenzen nun wieder entzogen, da die Rechtfertigung für diese auf dem zu teuren, selbst zu bezahlenden Medikament (Cannabis) beruhte. Und die Krankenkassen sind nun eigentlich verpflichtet in solchen schweren Fällen, die Kosten von Cannabis bzw. Marihuana zu übernehmen.

 

Aber die Krankenkassen wollen nicht. Wie soeben von der „Zeit“ gemeldet wurde, möchten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Cannabistherapien nicht übernehmen. Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung sagte: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“

 

Die Krankenkassen setzen nun auf die von der Bundesopiumstelle in Auftrag gegebene Studie, durch die Cannabis und Cannabiswirkungen weiter untersucht werden sollen. Auf Basis dieser Studie – als gäbe es keine anderen – soll sich dann in einigen Jahren zeigen, „ob die Cannabistherapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört“.

 

Was bedeutet dies nun konkret? Das wird sich zeigen. Nach fünf Tagen zeichnet sich aber bislang ab, dass weder Krankenkassen noch die meisten Ärzte oder Apotheker besonders große Lust auf oder auch nur ein Interesse an Cannabis als Medizin haben.

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