Junge, Junge, eine doch recht beeindruckende, vermeintlich illegale Cannabis-Anlage hat die Polizei im Kanton Thurgau in der Schweiz entdeckt.

 

Der mutmaßliche Betreiber der knapp 4.000 Pflanzen starken Indoor-Pflanzung erwies sich jedoch nicht als Eidgenosse, sondern als Niederländer, der wohl bereits seit Mitte Februar unter polizeilicher Beobachtung stand. Fündig wurden die Beamten auf dem verlassenen Gelände einer stillgelegten Liegenschaft in Rothenhausen.

 

Der 42-Jährige Holländer gab zu seiner Verteidigung an, dass es sich bei den Cannabispflanzen um eine legale, THC-arme CBD-Sorte handele. In der Schweiz sind Cannabisprodukte, die einen THC-Gehalt bis zu einem Prozent aufweisen, legal.

 

Zwar fand man tatsächlich auch geernteten und verarbeiteten CBD-Hanf, die Tests bezüglich der Inhaltsstoffe der Pflanzen selbst und der noch zusätzlich gefundenen 12 Kilo abgepackten Marihuanas sprechen nach Polizeiangaben aber eine andere Sprache. Allerdings kommt es auch immer mal wieder vor, dass der Wirkstoffgehalt je nach verwendeter Testmethode signifikant abweichen kann. Nichtsdestotrotz muss sich der Pechvogel nun auch auf eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz einstellen.

 

Corona überall – das führt unter anderem zu Langeweile sowie fehlenden Möglichkeiten, die neue Ausgabe von eurem Lieblings-Cannabismagazin Highway zu erwerben: die Bahnhofskioske Deutschlands sind verwaist, einige Grow- und Headshops vorerst geschlossen. Daher haben wir in der Highway-Redaktion beschlossen, beide Probleme anzugehen und unsere aktuelle, heute erschienene Ausgabe 03/2020 komplett kostenlos als E-Paper für alle zum Download freizugeben!

 

So braucht ihr nicht durch die virusverseuchte Gegend zu irren, um in den Genuss von Highway zu kommen – und weil jeder gerade zu kämpfen hat, verschenken wir diese Ausgabe auch noch dazu! Somit ist das Problem der Beschaffung erledigt und mit dem vorliegenden Magazin habt ihr auch gleich ein probates Mittel gegen Langeweile in der Hand.

 

Und wir können uns einfach mal die an dieser Stelle ansonsten übliche Inhaltsvorschau sparen – denn unten auf dieser Seite kann jeder Interssierte über den Yumpu-Player gleich mit der Lektüre (der übrigens mit 80 Seiten dicksten Highway-Ausgabe aller Zeiten) starten. Viel Spaß beim Lesen!

Cannabis kills Corona! – Dass derartige (Fake-)News, gerne anonym über irgendwelche Messenger-Dienste unters Volk gebracht, immer mit Vorsicht zu genießen sind, dürfte klar sein. Aber auch wenn es so einfach ganz bestimmt nicht ist, so könnte doch ein Funken Wahrheit darin stecken. So zumindest lassen aktuelle Meldungen aus Israel vermuten.

 

Israel gehört bekanntlich zur globalen Avantgarde, wenn es darum geht, die potentiellen Wirkungen von Cannabis-basierten Mitteln und Therapien zu erforschen. Vor allem die Nutzung von Cannabis zur Linderung von geriartrischen Beschwerden sorgte in der Vergangenheit für internationale Schlagzeilen.

 

Nun hat das israelische Unternehmen Stero Biotechs klinische Studien angekündigt, im Rahmen derer eine CBD-Behandlung bei Covid-19-Patienten erprobt werden soll. Das Unternehmen, das auf die Forschung mit CBD spezialisiert ist, gab bekannt, dass wohl noch im April eine zweiteilige klinische Studie an einer kleinen Anzahl von zehn Probanden gestartet werden könne. Im Falle vielversprechender Ergebnisse solle dann in einer weiteren Runde die Teilnehmerzahl auf immerhin 40 Patienten erhöht werden.

 

Wer jetzt aber schon den hoffnungsvollen Plan gefasst hat, sich auf dem heimischen Sofa mit fetten Blunts in die Immunität zu paffen, um dann in ein paar Wochen seelenruhig nach Italien in den Sommerurlaub zu jetten, der wird zwangsläufig enttäuscht werden. Die Forscher hoffen, mithilfe des Einsatzes von CBD die Effekte der Steroid-Therapie verstärken zu können, mit der Corona-Patienten im Krankenhaus zur Zeit üblicherweise behandelt werden. Das Ziel der kombinierten CBD-Steroid-Therapie ist insbesondere eine bessere Behandlungsmöglichkeit von schweren Verläufen des Corona-Virus.

Pünktlich zum Weltkiffertag am 20. April meldete sich Drogenbeauftragte Daniela Ludwig mit einer Botschaft an alle Cannabiskonsumenten zurück. Der Inhalt dieser Botschaft hatte einmal mehr das Zeug dazu, nicht nur allen Cannabisfreuden, sondern auch denen, die sich aus anderen Gründen mit der Materie auskennen, die Stimmung gründlich zu vermiesen. Mit Rücksicht auf den gestrigen 420-Day berichten wir deshalb erst heute über diese Äußerungen.

 

Im Grunde handelt es sich mal wieder um ein Potpourri von altbekannten Prohibitionsargumenten, gemixt mit der ein oder anderen Respektlosigkeit und veredelt mit dem Extra-Schuss Ignoranz. Da wird die Frage nach der Chance auf eine zukünftige Legalisierung mit einem süffisanten „Ich muss die Szene leider enttäuschen“ abgeschmettert, ganz so als handle es sich bei der Gesamtheit der deutschen Cannabiskonsumenten um ein kleines Häufchen Verwirrter. Wir wollen nicht abstreiten, dass diese Verwirrten existieren, in Anbetracht einer geschätzten Konsumentenzahl von etwa vier bis fünf Millionen Bundesbürgern (die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen) und der Tatsache, dass auch die Cannabispatienten mindestens auf indirektem Wege von einer Freigabe profitieren könnten, hinterlässt der verwendete Begriff „Szene“ hier einen mehr als faden Beigeschmack.

 

Das Ziel solcher Äußerungen ist klar: dem unbedarften Leser soll klar gemacht werden, dass man eine handvoll Spinner nicht so ernstnehmen muss. Leider versäumt es Interviewer Hasso Suliak (nicht nur an dieser Stelle) kritisch nachzuhaken, sondern leitet einfach zur nächsten Frage über. Im weiteren Verlauf diskreditiert sich der Möchtegern-Journalist vollends, indem er im Zusammenhang erhöhter THC-Gehalte davon spricht, dass beim „medizinischen Cannabis der THC-Gehalt wesentlich geringer“ sei. Diese völlig aus der Luft gegriffene Äußerung, die jeder faktischen Grundlage entbehrt, bleibt seitens Ludwig vollkommen unkommentiert und offenbart eklatante fachliche Wissenslücken. Auch der Zusammenhang zwischen Legalisierung, sozialer Akzeptanz und Prävention wird ignoriert, stattdessen wird einmal mehr das Modell aus Repression und Vorbeugung, das schon die letzten Hundert Jahre nicht besonders gut funktioniert hat, propagiert.

 

Ludwig lässt es sich natürlich auch nicht nehmen, auf ihr neues Lieblingsthema, die im Vergleich zum Bundesdurchschnitt erhöhte „Geringe Menge“ in Berlin, einzugehen: eine Regelung, die bei den Bürgern offenbar zu einer Verkennung der bundesdeutschen Gesetzeslage führe. Ludwig spricht es nicht aus, doch der mitschwingende Subtext ist klar. Ihr Rundumschlag endet beim Thema Kanada, dessen Freigabemodell genutzt wird, um gegen eine Legalisierung an sich zu wettern, schließlich kauften noch immer viele Kanadier ihr Weed auf der Straße. Dass andererseits eine große Zahl von Konsumenten dies aber nicht mehr tut, davon schweigt Ludwig lieber. Davon, dass ein derart ausufernder Eingriff in eine Volkswirschaft auch einfach Zeit braucht, um sich einzuspielen, hört man ebenfalls kein Wort. Auch, dass Holland mit seinem, (ganz sicher nicht optimalen) Freigabe-System schon vor Jahrzehnten den Straßenhandel deutlich in den Hintergrund drängen konnte, bleibt unerwähnt.

 

Sicher, eine Legalisierung funktioniert nur so gut wie das im Einzelfall verwendete Modell, doch ist das natürlich kein stichhaltiges Argument gegen das Anliegen selbst. Insgesamt wird einmal mehr deutlich: es findet überhaupt keine Diskussion statt, hier wird lediglich der CSU-Politikerin eine Plattform geboten, um Werbung für ihre veralteten Standpunkte zu machen.

Jawoll, da darf sich die Exekutive mal wieder kräftig selbst auf die Schulter klopfen! Einmal mehr ist die Bundesrepublik durch die Beschlagnahme von Marihuana deutlich sicherer und lebenswerter geworden und die subversiven Objekte, die es bei sich trugen, konnten ebenfalls dingfest gemacht werden. Dass dabei die Verhältnismäßigkeit einmal mehr auf Strecke geblieben ist und eine ganze Menge an Steuergeldern noch dazu, na ja, sei´s drum.

 

Beamte der Görlitzer Polizei hatten in der Nacht zum Donnerstag vier Männer zwischen 20 und 30 aufgegriffen und Cannabisblüten bei zweien von ihnen gefunden. In den Stunden zuvor hatte eine aufwendige Verfolgung der Personen in dem Gebiet rund um das an der Neiße gelegene Wasserkraftwerk stattgefunden, an der nicht nur Beamten am Boden, sondern auch ein Polizeihubschrauber maßgeblich beteiligt gewesen war. Ist doch klar, wer Ergebnisse will, darf nicht kleckern, der muss klotzen! Die beiden Personen, bei denen das Marihuana gefunden wurde, dürfen sich auf eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelrecht freuen, alle vier haben zusätzlich gegen die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung verstoßen.

 

Der im Artikel der Lausitz News geäußerte Verdacht, dass es sich um professionelle Schmuggler aus Polen handele, dürfte einen derart aufwendigen Polizeieinsatz für lächerliche neun Gramm (!) jedenfalls auch nicht rechtfertigen. Zumal, wer vier Leute dafür benötigt, um eine Handvoll Marihuana zu schmuggeln, und sich dann dabei dann auch noch erwischen lässt, kann so professionell nicht sein. Vielleicht ist es auch einfach so, dass den Dorfpolizisten in Zeiten der Corona-Ausgangsbeschränkungen ein wenig langweilig ist. Und wenn man gerade nur wenig Arbeit hat, dann muss man sich eben welche schaffen.

Was für eine Aktion! Hat da jemand etwa eine Wette verloren? Oder haben wir es mit einem eisenharten Aktivisten zu tun? Oder vielleicht doch nur mit einem Verwirrten?

 

Doch der Reihe nach: Montag Nacht gegen halb drei erschien ein Mann auf dem 1. Polizeirevier in Wiesbaden, um eine Anzeige zu erstatten. Auf die dringende Bitte des 41-Jährigen hin, zeigten ihm die vor Ort zuständigen Beamten aber erst einmal den Weg zur Toilette. Klar, in so einer aufregenden Situation kann es durchaus helfen, in Ruhe Wasser zu lassen. Als der Mann sich jedoch auch nach einigen Minuten nicht wieder blicken ließ, wurden die Beamten misstrauisch und näherten sich unter mehrfacher lauter Nachfrage dem WC-Raum im Wartebereich. Als sie plötzlich einen süßlich-würzigen Geruch bemerkten, war klar, dass der Mann tatsächlich Entspannung gesucht hatte: nicht aber durch das Verrichten seines Geschäfts, sondern durch den Konsum von Marihuana.

 

Das Erstaunen der Beamten über seine Aktion konnte der Joint-Raucher laut Polizeimeldung nicht wirklich nachvollziehen. Auch eine medizinische Erlaubnis lag wohl nicht vor und so muss der Mann leider mit einer baldigen Strafanzeige rechnen.

Charlotte Figi, die wohl bekannteste Cannabis-Patientin der Welt, ist an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben. Das schwere Schicksal des Mädchens hatte Menschen auf der ganzen Welt berührt und viel dazu beigetragen, die Akzeptanz für Cannabis als Medizin zu steigern.

 

Im Jahr 2013 wurde Figi im Rahmen einer CNN-Dokumentation (siehe Video unter dem Artikel) erstmals einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Die damals Fünfjährige litt unter einer schweren Form der Epilepsie, dem sogenannten Dravet-Syndrom, das bei Charlotte bis zu 50 lebensgefährliche Krampfanfälle pro Tag auslöste. Nachdem herkömmliche Medikamente keinerlei Wirkung gezeigt hatten, besorgten sich die verzweifelten Eltern 2011 eine CBD-reiche Cannabissorte in einer Abgabestelle für medizinisches Marihuana. Tatsächlich führte die Einnahme dieser zu einer Verbesserung von Charlottes Symptomen und die Eltern kamen schließlich in Kontakt mit einer Handvoll Growern, den Stanley-Brüdern. In Zusammenarbeit mit Charlotte und ihren Eltern wurde in der Folge ein besonderer Cannabisstrain kreiert, der nicht nur außergewöhnlich viel CBD enthielt, sondern sich auch hervorragend zur Herstellung von Extrakten/Ölen eignete. Die Behandlung mit der Sorte, die heute unter dem Namen Charlotte´s Web weltbekannt ist, war ein großer Erfolg, die Häufigkeit von Charlottes Krampfanfällen konnte bis auf zwei bis drei pro Monat (!) reduziert werden. In der Folge der Ereignisse, die ein großes Medienecho nach sich zogen, überdachten zahlreiche US-Bundestaaten ihre mehr oder weniger restriktive Einstellung gegenüber Cannabis als Medizin.

 

Die Familie hat die Covid-19-Infektion bisher nicht explizit erwähnt, doch nach einer Betstätigung durch die Realm of Caring Foundation, die von Charlottes Mutter mitgegründet wurde, gilt eine Covid-19-Infektion als bestätigt. Charlotte Figi starb am gestrigen Dienstag im Alter von 13 Jahren im Kreise ihrer Lieben.

 

Update vom 11. April: Obwohl das im Text erwähnte Facebook-Statement der Realm of Caring Foundation inzwischen in der Art bearbeitet wurde, dass Corona nicht mehr zu Sprache kommt, geht der überwiegende Teil der amerikanischen Medien (z.b. auch die renommierte New York Times) davon aus, dass sehr wahrscheinlich durch Corona ausgelöste Komplikationen Charlottes Tod verursacht haben.

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken ist die Polizei leider mal wieder auf eine größere Cannabis-Anlage gestoßen.

 

Angefangen hatte alles schon Mitte März, als Beamte im Zuge einer Verkehrskontrolle etwa 300 Gramm Marihuana in einem Fahrzeug fanden. Man hatte zuvor Hinweise über die beiden Insassen, einen 33-Jährigen Mann und seine 26-jährige Beifahrerin erhalten, nach denen eine Drogen-Lieferung kurz bevorstehe. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen kam es zur Durchsuchung des gemeinsam bewohnten Anwesens in Ellingen, bei der ein weiterer Verdächtiger sowie etwa 720, offenbar hauptsächlich junge Cannabispflanzen gefunden wurden. Die nach Polizeiangaben „professionell“ betriebene Anlage befand sich im Keller des Hauses. Des Weiteren wurden noch sechs Kilo Marihuana-Blüten und 45.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

 

Die festgenommenen Tatbeteiligten müssen sich nun auf eine Anklage wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge einstellen müssen.

 

Wem die mediale Dauerbeschallung zum Thema Corona-Virus mittlerweile zum Hals raushängt, dem sei die Instagram-Seite von Lloyd Kanchan wärmstens ans Herz gelegt. Unter dem Künstlernamen „rapoleon_dynamite“ betreibt der Diorama-Künstler aus San Bernadino, USA, einen der nostalgischsten und kreativsten Cannabis-Accounts überhaupt. In seinen gewitzten Miniatur-Szenarien treffen Ikonen der Popkultur, wie zum Beispiel die „Ninja Mutant Hero Turtles“, „Rick und Morty“ und diverse Horrorfilm-Bösewichte (von Michael Myers bis zum guten alten Candyman) auf übergroße Buds und riesige Joints. Da kann es schon mal passieren, dass Ash aus dem Horrorklassiker „The Evil Dead“ und Auftragskiller Jules aus „Pulp Fiction“ nebeneinander auf der Couch chillen und die Qualität einer Cannabis-Blüte begutachten. Und auf dem Couchtisch liegt der sagenumwobene schwarze Aktenkoffer aus Quentin Tarantinos großem Kinoerfolg von 1994.

 

Diese inhaltliche Liebe zum Detail ist es, die einen Großteil der Faszination von Kanchans Bildern ausmacht, aber auch rein von handwerklicher Seite sind sie absolut sehenswert und eine wohltuende Abwechslung vom üblichen 420-Einerlei. Außerdem dürften sich die Liebhaber von Action-Spielfiguren gar nicht satt sehen können an den Plastik-Protagonisten seiner Inszenierungen. Willkommener Nebeneffekt: beim Scrollen durch Lloyds Profil kann man das ganze Corona-Chaos einfach mal für ein paar Minuten vergessen und sich an vergangene, einfachere Zeiten zurückerinnern.

 

Update vom 2. April 2020: Einige haben es schon geahnt:

April, April! Dies war unser jährlicher Aprilscherz!

 
Ach, was wurden für große Stücke auf die Nachfolgerin der vielgehassten Marlene Mortler gesetzt! Noch schlimmer konnte es mit der neuen Drogenbeauftragten Daniela Ludwig ja quasi gar nicht mehr werden. Pustekuchen! Das Highway-Magazin warnte mit als erste vor der gefährlichen Einlull-Taktik der „Neuen“ im Amt. Und tatsächlich, es dauerte nicht lange, da hagelte es bereits erste Hiobsbotschaften für die Cannabisbranche: Kritik an der sogenannten „Geringen Menge“, Cannabis sei in Deutschland „auch in 10 Jahren noch verboten“ etc...
 
 
Ja, Daniela Ludwig nimmt nach etwas zögerlicher Aufwärmphase wahrlich kein Blatt mehr vor den Mund. Doch ihre aktuelle Forderung, die sie am gestrigen Dienstag in einer außerordentlichen Zusammenkunft des Bundestags postulierte, schlägt dem Fass nun endgültig den Boden aus: der Verkauf und die Produktion von langen Blättchen sollen in Deutschland künftig verboten werden. Es mache keinen Sinn Cannabis zu verbieten, aber entsprechende Konsumutensilien zu erlauben. Dies sei ein „fatales Signal an alle Jugendlichen.“ Ludwig verweist zudem auf Studien, nach denen man die modernen Blättchen von heute nicht mehr mit denen, die man vielleicht noch aus der eigenen Jugend kenne, vergleichen könne. Durch den technischen Fortschritt in den letzten Jahrzehnten seien die heutzutage produzierten „Longpapes“ im Vergleich zur Hippie-Zeit gnadenlos hochgezüchtet. Ihr seien Fälle bekannt, bei denen Jugendliche allein durch das Anlecken der „Kiffpapiere“ (O-Ton Ludwig) mit mittelschweren, psychoseähnlichen Zuständen in der psychiatrischen Klinik des „Suchtexperten“ Rainer Thomasius gelandet seien. Von den harschen Effekten, die durch die Kombination aus Blättchen und Marihuana entstünden, einmal ganz zu schweigen.
 
 
Ludwig regte außerdem an, man können die Papierbestände der Blättchen-Fabrikanten in der aktuellen Corona-Krise sowieso viel sinnvoller nutzen, als sie einfach zu verbennen. Sie plädiere dafür, die durch das Verbot freiwerdenden Resourcen lieber in die Produktion von Toilettenpapier zu stecken. Von der CDU/CSU und der AFD gab es wenig überraschend Beifall für das Konzept der Bundesdrogenbeauftragten, aber auch die SPD zeigte sich nach anfänglicher lautstarker Kritik schnell gesprächsbereit. Wegen der aktuell aufgrund der Corona-Krise geltenden Notstandsverordnungen könnte das sogenannte „Cannabiskonsumutensiliensperrgesetz“ schon Mitte April in Kraft treten.