In der letzten Woche erhielt ein Mann in Columbus im US-Bundestaat Indiana ein unerwartetes Paket. Der verdutzte Empfänger staunte nicht schlecht, als er den Inhalt der Sendung sah: etwa viereinhalb Kilo in vakuumierten Plastiksäcken verpacktes Marihuana - fein säuberlich nach Strains (unter anderem Sour Diesel und Blue Diamond OG) sortiert und beschriftet. Und dann leider, da hat alle Sorgfalt nichts geholfen, an die falsche Adresse geschickt - und zwar in einen der, was die Cannabis-Gesetzgebung angeht, restriktivsten Bundesstaaten der USA.

 

Vielleicht auch deswegen wurde der Beschenkte ob der höchst illegalen Sendung nervös und wandte sich umgehend an die Polizei. Diese machte sich natürlich sogleich gewissenhaft an die Aufklärung des Falls. Nicht. Nein, denn tatsächlich hatten die Gesetzeshüter stattdessen mal wieder nichts Besseres zu tun, als einem zweifelhaften Trend der letzten Zeit zu folgen und den kuriosen Fund auf mehreren ihrer Social-Media-Kanäle auszuschlachten, indem sie den wahren Besitzer baten, sein abhanden gekommenes Eigentum doch so schnell wie möglich in der Polizeistation abzuholen

 

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Vergangene Woche berichteten wir über Rolf Müller, einen Arzt aus München, dessen Patientenakten beschlagnahmt und dessen Räumlichkeiten durchsucht wurden, weil er für den Geschmack der Staatsanwaltschaft ein bisschen zu viel Cannabis an Kranke verschrieben hat.

 

Nun gab es Stellungnahmen sowohl vonseiten der Staatsanwaltschaft als auch dem Arzt selbst. Gegenüber einer Nachrichtenagentur äußerte sich die Staatsanwaltschaft derart zu den Vorwürfen:

 

Die Staatsanwaltschaft führt gegen den Beschuldigten Müller seit dem März 2018 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen unerlaubten Verschreibens von Betäubungsmitteln. Dem Verfahren liegt der Sachverhalt zugrunde, dass der Beschuldigte, welcher Arzt ist, in einer Vielzahl von Fällen medizinisches Cannabis ohne ärztliche Begründetheit an Patienten verschrieb. So verschrieb er an einem Tag im Stadtgebiet München 85 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis, an einem anderen Tag verschrieb der Beschuldigte mindestens 80 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis. Der Beschuldigte handelte unserer rechtlichen Auffassung nach in der Absicht, sich hierdurch eine Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang zu verschaffen.


Die Staatsanwaltschaft hat wegen obigen Sachverhalts Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München für die Arztpraxis sowie die Wohnadresse des Beschuldigten erwirkt. Die Beschlüsse wurden am 15.05.2018 vollzogen. Es wurden zwei scharfe Schusswaffen nebst Munition, ein Teleskopschlagstock sowie geringe Mengen Marihuana sichergestellt. Der Beschuldigte verfügt nicht über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Zudem wurden umfangreiche Patientenakten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, derzeit werden weitere Zeugenvernehmungen durchgeführt, waffentechnische Prüfberichte erstellt sowie die Wirkstoffgutachten erholt.

 

Dazu äußerte sich nun auch Rolf Müller selbst per Pressemitteilung:

 

Die Verschreibung von Cannabis erfolgte nach strengen Vorgaben, niemals ungerechtfertigt, die Voraussetzungen für eine Cannabismedikation sind detailliert auf der Website aufgelistet. Herr Müller hielt steten Kontakt mit dem für Ihn zuständigen Münchener Referat für Umwelt und Gesundheit und legte stets Wert auf die Erfüllung aller Vorgaben. Die Vorwürfe von 80 bis 85 Verschreibungen an einem Tag sind völlig unrealistisch: Bei Erstanamnese (Dauer 30 min) wären bei einem 10-Stunden-Tag gerade mal 20 Rezepte möglich. Bei Folgerezepten (Dauer 15 min) 40 Stück. Laut dem Vorwurf müssten daher im 7,5-Minuten-Takt Folgerezepte ausgestellt worden sein, dies war jedoch nie der Fall und ist schlichtweg frei erfunden, was sich im Laufe des Verfahrens herausstellen wird.

 

Herr Müller wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter angezeigt, welcher zuvor das Praxisteam und Herr Müller bedrohte und schließlich Herr Müller, unter Drohung mit einer Anklage, zur Zahlung von nicht vereinbarten Leistungen erpressen wollte. Dieser Mitarbeiter instrumentalisierte die Polizei um seine Forderung gegenüber Herr Müller durchzusetzen, wir werden dagegen gerichtlich vorgehen. Die unter Zwang durchgeführte Beschlagnahmung aller Akten stellt einen massiven Bruch des Patientengeheimnisses dar, nach Absprache mit unseren Anwälten ziehen wir eine Sammelklage in Betracht. Die bei Durchsuchung von Herr Müllers Privaträumen sichergestellten Schusswaffen sind Erbstücke von Herr Müllers Vater. Der sichergestellte Teleskopschlagstock ist legal in DE, dessen Beschlagnahmung war daher überflüssig und rechtswidrig. Das in der Praxis sichergestellte Marihuana war eine Probe CBD-Cannabis, welches in Deutschland frei verkäuflich ist.

 

So wie sich die beiden Stellungnahmen anhören, werden wir schon bald über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall berichten...

Anlässlich des Weltdrogentages am vergangenen Dienstag veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) neue Zahlen aus einer Studie zum Cannabiskonsum in der Bevölkerung. Demnach hat der Konsum vor allem in der Bevölkerungsgruppe der jungen Männer zugelegt. Hatte im Jahr 2008 noch jeder siebte 18- bis 25-Jährige angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten Marihuana zu sich genommen zu haben, trifft dies im Jahr 2018 bereits auf jeden vierten zu. Auch die Zahlen der minderjährigen Nutzer sind weiter angestiegen.

 

Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler ließ es sich natürlich nicht nehmen, die Zahlen für ihre übliche Propaganda zu missbrauchen: so seien die Ergebnisse der Studie mal wieder ein starkes Signal dafür, „dass Cannabis nicht weiter verharmlost werden darf.“ Die andauernde Debatte um eine Legalisierung vermittele den Jugendlichen, Cannabis zu konsumieren sei okay. Dass nach dieser Logik der Konsum von beispielsweise Heroin oder Crystal Meth angesichts der Gefährlichkeit der Drogen (die medial auch so kommuniziert wird) eigentlich gar nicht stattfinden dürfte, darüber denkt man am besten gar nicht weiter nach. Und dass die Legalisierungsbewegung eben gerade deshalb (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern mehr oder weniger global) so viel Zuspruch erlebt, weil Cannabis ganz einfach weniger schädlich ist als legale Drogen wie Alkohol und Tabak, das ist in Mortlers Welt natürlich auch vollkommen undenkbar.

Dass Ärzte in Deutschland seit der medizinischen Legalisierung nur sehr zögerlich bereit dazu sind, Cannabis zu verschreiben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nicht selten erreichen uns in der Highway-Redaktion verzweifelte Anrufe von Patienten, die einfach keinen Mediziner finden, der bereit ist Marihuanablüten zu verschreiben. Das muss allerdings nicht unbedingt an Berührungsängsten oder Ignoranz liegen, sondern kann auch in der Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen begründet sein. Dass man seitens des Gesundheitswesens verschreibungswilligen Ärzten durchaus gerne mal Steine in den Weg legt, musste Rolf Müller, Privatarzt für Naturheilverfahren nun am eigenen Leib und in der eigenen Praxis erfahren. Der Arzt, der sich nicht scheut, die Machenschaften der Pharmalobby klar zu benennen und anzuprangern (siehe Video unten), musste gerade mitansehen, wie seine Räumlichkeiten von der Staatsanwaltschaft durchsucht und anschließend seine Patientenakten zu Überprüfungszwecken bis auf Weiteres konfisziert wurden. Nach Cannabis-Koryphäe Dr. Franjo Grotenhermen muss mit Rolf Müller nun ein weiterer Arzt damit rechnen, in einen ernsten Konflikt mit der Staatsanwaltschaft zu geraten. Wie es nun weitergehen wird, bleibt vorerst unklar, doch Highway wird euch über den Fortgang des Falls auf dem Laufenden halten.

Die vollständige Legalisierung in Kanada rückt immer näher: Am 7. Juni nickte der kanadische Senat den Cannabis Act, Bill C-45, mit einer komfortablen Mehrheit von 56 zu 30, bei einer Enthaltung, ab. Die Abstimmung beendet 90 Jahre Prohibition und macht Kanada zur ersten G7-Nation, die Cannabis vollständig legalisiert. Das neue Gesetz muss nun noch lediglich einer Prüfung durch das Abgeordnetenhaus (Royal Assent) standhalten, bevor es endgültig in Kraft treten kann. Nach dem Gesetz wird es zum Großteil in der Hand der verschiedenen Provinzen liegen, die Legalisierung nach ihrem Gutdünken auszulegen. Landesweit aber wird die erlaubte Menge bei 30 Gramm pro Person liegen. Coffeeshops nach holländischem Muster wird es bis auf weiteres nicht geben, das Konsumrecht wird lediglich für die Privatsphäre gelten. Ebenso wird das Marketing und das Verpackungsdesign von Cannabisprodukten, ganz wie in den USA, strengen Richtlinien unterliegen. Außerdem wird es erlaubt sein, bis zu fünf Pflanzen in den eigenen vier Wänden aufzuziehen, solange die entsprechende Provinz dies nicht auf eigene Faust wieder verbietet, wie es beispielsweise Quebec und Manitoba bereits getan haben.

Unter allen europäischen Ländern hat Frankreich eine der rigidesten Cannabis-Gesetzgebungen. Da es aber gleichzeitig zu den Ländern mit den höchsten Konsumentenzahlen überhaupt zählt, war es nur eine Frage der Zeit, bis findige Cannabis-Unternehmer das THC-freie CBD-Weed für sich entdecken würden. Im elften Arrondissement in Paris hat nun der sogenannte „Cofyshop“ seine Pforten geöffnet. In den Regalen finden sich allerlei Cannabis-Produkte wie Öle, Tinkturen, Salben und eben auch Blütenmaterial – alles ohne THC. Und wie das Artikelfoto deutlich macht, war der Andrang am Eröffnungstag ziemlich stark. Dass es überhaupt zu einer Eröffnung kam, liegt auch an den versöhnlicheren Tönen, die Frankreichs Gesundheitsminister Buzyn in letzter Zeit anschlägt. Vergangenen November verkündete der Minister, dass der Verkauf und Konsum von CBD-Cannabis unter zwei Bedingungen legal sei: die Produkte dürfen erstens unter keinen Umständen mehr als 0,2 Prozent THC enthalten und zweitens nicht mit einem Gesundheitsversprechen beworben werden. Trotz allen Entgegenkommens muss Shop-Betreibern wie auch Käufern und Konsumenten eines klar sein: die französische Strafverfolgung wird mit Argusaugen darüber wachen, dass niemand auf die Idee kommt, die Shops für den Verkauf illegaler Produkte zu nutzen…

Sich neben dem Hauptberuf noch ein kleines Taschengeld dazuzuverdienen, das ist für viele Bundesbürger Alltag. Eine bunt gemischte Gruppe aus Speditionsunternehmern, die mithilfe ihrer Firmen-LKW genau das versucht haben, sind wohl für einen der spektakulärsten Fälle von Drogenschmuggel der letzten Zeit verantwortlich. Die Transporteure kutschierten in den Fahrzeugen auf dem Weg durch Europa nicht weniger als 375 Kilo Marihuana und 326 Kilo Haschisch herum. Hinzu kamen noch 26 Kilogramm Amphetmanine, 49.000 Ecstasy-Tabletten und ein Kilogramm MDMA. Und, last but not least, die größte Menge an LSD-Trips, die jemals in der Geschichte der Bundesrebublik gefunden wurde (49.500 Stück). Die elf Gruppenmitglieder verschiedenster Herkunft (darunter fünf Deutsche) wurden nach Hinweisen aus Schweden bereits Mitte und Ende Januar festgenommen. Der Fall wurde nun erst publik gemacht. Das BKA schätzt den Wert des Drogenfundes auf 9,8 Millionen Euro, Staatsanwalt Thorsten Kahl glaubt, dass das international agierende Team seit 2016 etwa sieben Tonnen Drogen durch Europa geschmuggelt hat.

Sich neben dem Hauptberuf noch ein kleines Taschengeld dazuzuverdienen, das ist für viele Bundesbürger Alltag. Eine bunt gemischte Gruppe aus Speditionsunternehmern, die mithilfe ihrer Firmen-LKW genau das versucht haben, sind wohl für einen der spektakulärsten Fälle von Drogenschmuggel der letzten Zeit verantwortlich. Die Transporteure kutschierten in den Fahrzeugen auf dem Weg durch Europa nicht weniger als 375 Kilo Marihuana und 326 Kilo Haschisch herum. Hinzu kamen noch 26 Kilogramm Amphetmanine, 49.000 Ecstasy-Tabletten und ein Kilogramm MDMA. Und, last but not least, die größte Menge an LSD-Trips, die jemals in der Geschichte der Bundesrebublik gefunden wurde (49.500 Stück). Die elf Gruppenmitglieder verschiedenster Herkunft (darunter fünf Deutsche) wurden nach Hinweisen aus Schweden bereits Mitte und Ende Januar festgenommen. Der Fall wurde nun erst publik gemacht. Das BKA schätzt den Wert des Drogenfundes auf 9,8 Millionen Euro, Staatsanwalt Thorsten Kahl glaubt, dass das international agierende Team seit 2016 etwa sieben Tonnen Drogen durch Europa geschmuggelt hat.

Bereits zum dritten Mal wird vom 8. bis zum 10. Juni die deutsche Cannabismesse Mary Jane Berlin abgehalten. Abermals steht dabei ein Umzug zu einer neuen Location an, um die immer weiter wachsende Messe unterbringen zu können. In der Arena Berlin direkt an der Spree werden rund 200 Aussteller den Besuchern ihre Produkte vorstellen. Dabei geht es nicht nur um den Anbau und Konsum von Cannabis, auch Hanf als Lebensmittel, Kosmetikum, Baustoff und Medizin steht im Fokus. Vorträge, Konzerte und Food-Stände runden das Ganze ab.

 

Übrigens: Wir verlosen heute auf unserer Facebook-Seite Eintrittskarten für die Mary Jane Berlin!

 

Mary Jane Berlin

Termin: Freitag, 8. Juni 2018 bis Sonntag, 10. Juni 2018

Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 11 bis 20 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr

Veranstaltungsort: Arena Berlin, Eichenstraße 4, 12435 Berlin

Preis: Tagesticket 15 Euro im Vorverkauf, 18 Euro regulär; 3-Tagesticket 30 Euro im Vorverkauf, 35 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

Cannabis ist auf dem Vormarsch – auch in Deutschland. Die Nuuvera Deutschland GmbH aus Hamburg, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Aphria, einem der größten Cannabis-Konzerne Kanadas, erwarb nun zum Preis von 1,2 Millionen Euro 25,1 Prozent Anteile an der Berliner Klinik Schöneberg, wie „Cision Canada“ berichtet.

 

Durch den Erwerb soll nicht zuletzt die Strategie, deutsche Ärzte und Patienten besser über medizinisches Cannabis aufzuklären, verfolgt werden. Auch stellt dies den ersten Schritt des Plans dar, Schmerzbehandlungszentren in Deutschland einzurichten.

 

„Mit dieser Partnerschaft legen wir den Grundstein für eine Vorreiterrolle in der medizinischen Versorgung“, sagte Hendrik Knopp, Geschäftsführer von Nuuvera, dem kanadischen Medienunternehmen. „Wir konzentrieren uns darauf, einen patientenzentrierten Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland zu schaffen und das Bewusstsein und die Aufklärung von Ärzten und Patienten hinsichtlich der therapeutischen Eigenschaften von medizinischem Cannabis zu verbessern.“

 

„Der deutsche Markt bietet mit die attraktivsten Chancen für medizinisches Cannabis überhaupt. Dieser Deal ist ein wichtiger Schritt, um die Präsenz von Nuuvera im Land zu stärken“, sagte Vic Neufeld, Geschäftsführer von Aphria. Bleibt zu hoffen, dass er recht behält und medizinisches Cannabis in Deutschland weiteren Rückhalt erfährt.

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